Das ist der ei­gent­lich ge­fähr­li­che Punkt: Menschen haben schon immer Unsinn gedacht. Das gehört einfach dazu. Aber digitale Platt­for­men haben aus fast jeder Ab­wei­chung, jeder Kränkung, jeder Wut und jeder Ver­schwö­rungs­fan­ta­sie sofort einen schein­ba­ren sozialen Raum gebaut.

das ist ein sehr schön dif­fe­ren­zier­ter und nach­denk­li­cher text von florian heinz über räume. räume im netz, in kneipen, im digitalen und im analogen. aber ich würde gerne etwas un­dif­fe­ren­ziert, bzw. kurz an­ge­bun­den wi­der­spre­chen.

die räume, in denen wir menschen in­ter­agie­ren, sind alle syn­the­tisch, also von uns menschen kon­stru­iert und mit regeln versehen. digitale räume sind lediglich eine weitere aus­prä­gung.

manche räume haben eine jahr­tau­sen­de­al­te ge­schich­te hinter sich, und alle un­ter­lie­gen einem steten wandel. ich war immer fas­zi­niert von der idee der kaf­fee­häu­ser, orte, an denen sich kluge menschen treffen, dis­ku­tie­ren, ideen ent­wi­ckeln und streiten. aber gibt’s das noch? starbucks und andere kaf­fee­haus­ket­ten leben zum teil von dieser nostalgie, aber ich würde sagen: so wie sich die digitalen räume ständig wandeln, wandeln sich auch die analogen räume, die gas­tro­no­mi­schen, po­li­ti­schen, kul­tu­rel­len orte.

ich sehe das problem eher darin, dass wir die digitalen räume noch nicht so­zia­li­siert haben, noch nicht die richtigen regeln, den richtigen umgang damit gelernt haben. in meiner jugend hatten wir ein gutes gefühl dafür, welche öf­fent­li­chen orte wir lieber meiden und in welche wir passen. ganz platt gesagt: nazi-kneipen gab’s auch schon vor dem internet. agitieren, ra­di­ka­li­sie­ren, ver­schwö­rungs­theo­re­ti­sie­ren geht, das zeigt die ge­schich­te, auch ganz gut mit analogen mitteln.

und, nur so ein gedanke: virtuelle soziale räume gab’s auch schon lange vor dem internet. die vir­tu­el­len, gedachten räume, die ge­spro­che­ne oder ge­schrie­be­ne er­zäh­lun­gen öffnen, un­ter­schei­den sich meiner meinung nach nicht sub­stan­zi­ell von den neuen digitalen räumen, die sich in den letzten 20–30 jahren geöffnet haben. es gab immer wieder ka­ta­ly­sa­to­ren, tur­bo­la­der, die die alten regeln über den haufen warfen und für aufregung, umbrüche und teils radikale ver­än­de­rung sorgten. die erfindung des buch­drucks oder kürzlich des internets und jetzt unsere fähigkeit, künst­li­che neuronale netze mit vorher gedachtem, gemachtem oder auf­ge­schrie­be­nem zu füttern — all diese umbrüche er­for­der­ten und erfordern an­pas­sun­gen von ge­sell­schaft­li­chen normen und regeln, um negative effekte ab­zu­schwä­chen.

ja, ich sehe auch, dass aus digitalen räumen viel toxisches, übel­rie­chen­des kommt und dass die brut­stät­ten der de­mo­kra­tie­feind­lich­keit und aus­län­der­feind­lich­keit sich zum großen teil in digitale räume verlagert haben. aber das muss nicht unbedingt an den struk­tu­rel­len ge­ge­ben­hei­ten der räume liegen, sondern in erster linie daran, dass wir als ge­sell­schaft den umgang mit diesen räumen noch nicht gelernt haben. oder dass die radikalen schneller lernen, an­pas­sungs­fä­hi­ger, flexibler sind als die moderaten.

trotzdem: man kann nicht zu viel darüber nach­den­ken oder dis­ku­tie­ren, wie unsere sozialen räume funk­tio­nie­ren oder funk­tio­nie­ren sollten.



das t-shirt hat­te po­ten­zi­al

t-shirt mit der aufschrift „i had potential“, aber man kann von der aufschrift nix erkennen

t-shirt mit der auf­schrift „i had po­ten­ti­al“, aber man kann von der auf­schrift nix er­ken­nen


craw­ling, le­sen, frü­her

felix schwenzel in notiert

ges­tern abend, kurz be­vor ich ins bett ge­hen woll­te, sah ich hohe CPU last auf dem ser­ver auf dem wir­res.net läuft. nor­ma­ler­wei­se (re-) ak­ti­ve­re ich dann kurz cloud­fla­re (was ich nor­ma­ler­wei­se de­ak­ti­viert habe) und die un­höf­li­chen AI-craw­ler, die mei­ne mei­ne sei­te mit an­fra­gen be­schies­sen, ver­schwin­den dann re­la­tiv schnell. ges­tern schien das ak­ti­vier­te cloud­fla­re nicht viel aus­zu­rich­ten. die last blieb hoch. erst als ich das caching und die AI-craw­ler-ab­wehr auf sehr ag­gres­siv um­stell­te, ging die last run­ter.

das heisst wohl zwei­er­lei: die craw­ler schei­nen et­was ge­schick­ter dar­in zu wer­den, sich als le­gi­ti­me be­su­cher aus­zu­ge­ben, sind aber wei­ter­hin viel zu ag­gres­siv oder nach­läs­sig pro­gram­miert. ich hab ja nichts da­ge­gen, wenn die mei­ne sei­ten in­de­xiert wer­den. von such­ma­schi­nen, AI-craw­lern oder me­cha­ni­schen tür­ken. aber ich wür­de mir schon wün­schen, dass sie sich an die re­geln hal­ten oder zu­min­dest höf­lich blei­ben. ich habe vor al­lem kei­ne lust, die gan­ze zeit die cloud­fla­re schutz­wäl­le hoch­ge­zo­gen zu las­sen oder AI-la­by­rin­the auf­zu­stel­len.

je­den­falls stol­per­te ich ges­tern abend bei mei­nem kon­troll­gän­gen über mei­ne web­site über die­sen fast 20 jah­re al­ten bei­trag: ich nen­ne es le­sen

der bei­trag er­in­ner­te mich dar­an, dass „wir nen­nen es ar­beit“ jetzt schon 20 jah­re alt ist, dass ich seit 2006 ei­nen you­tube-ka­nal mit 63 abon­nen­ten habe und ein­mal ein vi­deo ver­öf­fent­licht habe, das > 100k views ein­ge­sam­melt hat.

und weil alex matz­keit mir, der kalt­mam­sel und fran­zi auf der re­pu­bli­ca die fra­ge „wie war es da­mals wirk­lich?“ stel­len wird, fiel mir die of­fen­sicht­li­che ant­wort wie­der ein: da­mals war es ge­nau­so wie heu­te. aus­ser dass wir et­was jün­ger wa­ren. es gab et­was we­ni­ger craw­ler und das hos­ting war eine spur ein­fa­cher, aber es gab und gibt ge­nau so viel oder we­nig in­ter­es­se von ech­ten men­schen an in text-, au­dio- oder vi­deo­form ge­logg­ten in­hal­ten wie heu­te.

goog­le fand blogs da­mals to­tal gut und schick­te ge­le­gent­lich be­su­cher vor­bei, die dann ir­ri­tiert wie­der ab­zo­gen. heu­te schickt goog­le nur noch leu­te vor­bei, die sich für re­zep­te in­ter­es­sie­ren.

was ge­blie­ben ist: blog­gen ist wei­ter­hin ein rand­phä­no­men. und das ist auch nicht wei­ter schlimm. im ge­gen­teil.


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extrem fas­zi­nie­rend, die welt der po­ly­mor­phe und kristalle. sehr gut und an­schau­lich erklärt.
und: scho­ko­la­de ist auch ein polymorph und ich hab jetzt endlich die wis­sen­schaft hinter tem­pe­rier­ter scho­ko­la­de ver­stan­den. kris­tall­kla­re seh­pfeh­lung.


Noch eine kleine Er­kennt­nis nebenbei: Man kann, wenn man an Krücken läuft, beim Gehen gar nicht aufs Handy sehen und dadurch erneut stürzen. Wie klug ist das denn ein­ge­rich­tet? Und sollte man also einfach zur Pro­phy­la­xe an Krücken gehen?


kon­train­tui­ti­ver mor­gen­spa­zier­gang

felix schwenzel

baum in den rehbergen im gegenlicht — ob bäume auch intuition haben?

heu­te früh ha­ben fri­da und ich den mor­gen­spa­zier­gang zum büro statt in den reh­ber­gen ge­macht. ich bin ja ein ste­ter ho­me­of­fice-mensch und gehe nur äus­serst sel­ten ins büro. aber der spa­zier­gang in rich­tung und die an­schlies­sen­de fahrt ins büro wa­ren gar nicht mal so in­ef­fi­zi­ent. um 07:15 uhr sind wir los (zu fuss vom wed­ding zur born­hol­mer stras­se, da­nach s-bahn zum ost­kreuz) und um 8:50 uhr wa­ren wir im büro. das wa­ren an­dert­halb stun­den, in­klu­si­ve ei­ner 5 mi­nü­ti­gen früh­stücks­pau­se. sonst ge­hen wir eine bis an­dert­halb stun­den mor­gen­spa­zie­ren.

trotz­dem: mei­ne pro­duk­ti­vi­tät im büro lässt sehr zu wün­schen üb­rig. ich weiss gar nicht war­um man­che ar­beit­ge­ber im­mer noch das ge­gen­teil an­neh­men, dass die pro­duk­ti­vi­tät im ho­me­of­fice zu wün­schen üb­rig lies­se. na gut, ich ver­mu­te ich weiss es schon: man­geln­des ver­trau­en in die ar­beit­neh­men­den.

das mit dem ver­trau­en funk­tio­niert ja be­kannt­lich kon­train­tui­tiv: wer ver­trau­en schenkt, be­kommt es nicht nur zu­rück, son­dern säät pflicht­ge­fühl. das ist zu­min­dest mei­ne er­fah­rung. funk­tio­niert mit men­schen, ge­nau­so wie mit hun­den.

was ich erst in den letz­ten mo­na­ten rea­li­si­ert habe: wie ef­fi­zi­ent be­schwer­den sein kön­nen, wenn sie sach­lich, freund­lich und ohne emo­tio­nen vor­ge­tra­gen wer­den. ich habe die­se er­fah­rung als be­schwer­den-emp­fän­ger ge­macht und ich kann be­rich­ten: emo­tio­nal oder gar ag­gres­siv vor­ge­tra­ge­ne be­schwer­den kann man leicht ab­per­len las­sen und weg­ra­tio­na­li­sie­ren. die sach­li­chen, stim­mi­gen und freund­li­chen hin­ge­gen sind die, die wirk­lich an die sub­stanz ge­hen.

es gibt so vie­les wo man mit in­tui­ti­on da­ne­ben lie­gen kann. ges­tern hat mir zum bei­spiel mark man­son er­klärt, dass die jagd nach po­si­ti­ven ge­füh­len dazu führt, dass wir uns schlecht füh­len. wenn man hin­ge­gen los­lässt und auch ne­ga­ti­ve ge­füh­le ak­zep­tiert, des­to mehr kann die­se ak­zep­tanz po­si­ti­ve ge­füh­le her­vor­ru­fen. mark man­son hat ein buch mit dem her­vor­ra­gen­den ti­tel „the subt­le art of not gi­ving a fuck — a coun­ter­in­tui­ti­ve ap­proach to li­ving a good life“ ge­schrie­ben. lei­der fand ich mark man­son in dem vi­deo eher un­sym­pa­thisch, so dass ich der­zeit we­der lust habe wei­te­re vi­de­os von ihm zu se­hen, noch sein buch zu le­sen, was es ei­gen­ar­ti­ger (und un­in­tui­ti­ver) wei­se auch als frei zu­gäng­li­ches pdf gibt.

trotz al­le­dem bin ich wei­ter­hin ein gros­ser fan von in­tui­ti­on. ich er­zäh­le im­mer wie­der ger­ne von mei­nem va­ter, der als kran­ken­haus-arzt im not­dienst oft zehn bis zwan­zig mi­nu­ten vor ei­nem not­fall-an­ruf wach wur­de. mei­ne er­klä­rung da­für ist völ­lig uneso­te­risch: wer sich in­ten­siv mit et­was be­schäf­tigt, tut das nicht nur be­wusst, son­dern auch un­be­wusst. das pas­siert, wenn man sich wirk­lich für ein the­ma in­ter­es­si­ert und tief dar­in ab­taucht.

ich habe mir im­mer ge­wünscht, auch in mei­nem le­ben sol­che the­men zu fin­den, in die ich so tief ein­tau­chen kann, dass sich dar­aus eine sol­che in­tui­ti­on ent­wi­ckelt. ge­le­gent­lich ge­lingt mir das auch.

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schwanenhals

wie­se mit ix-schat­ten und schwa­nen­hals


ivar­duft

felix schwenzel in notiert

weil wir un­se­re ab­stell­kam­mer um et­was re­gal­platz er­wei­tern wol­len, hat die bei­fah­re­rin heu­te ein paar ivar-re­gal­bret­ter ge­kauft. als die da so im flur stan­den son­der­ten sie ei­nen so an­ge­neh­men kie­fern­harz­duft aus, dass ich nicht um­hin­kam das mehr­fach ge­gen­über der bei­fah­re­rin zu er­wäh­nen.

ich bin ja schon im­mer ein gros­ser ikea-fan, aber noch län­ger ein ivar fan. die kom­bi­na­ti­on aus pri­mi­ti­ven, aber ef­fek­ti­vem de­sign, ex­tre­mer lang­le­big­keit und sta­bi­li­tät und dass es die se­rie min­des­tens so lan­ge gibt, wie es mich gibt, fin­de ich fas­zi­nie­rend. und wo gibt es das heut­zu­ta­ge noch? ein pro­dukt das es seit > 50 jah­ren gibt und vol­le kom­pa­ti­bi­li­tät zu al­len ver­sio­nen be­hal­ten hat? ein pro­dukt das auch tat­säch­lich län­ger als 50 jah­ren hält und das be­lie­big vie­le um­zü­ge un­be­scha­det über­lebt und trotz­dem nicht alt­ba­cken aus­sieht?

und das dazu auch noch (fa­brik­neu) wahn­sin­nig gut riecht?

blick in unsere rumoelkammer im  flur, deren einen ecke wir entrümpelt haben um regalplatz mit einem neuen ivar zu schaffen.
et­was un­kon­ven­tio­nel­le eck­kon­struk­ti­on, funk­tio­niert aber

chi­co­rée mit cae­sar-dres­sing

felix schwenzel in rezepte

die­se va­ria­ti­on er­gibt ei­nen in­ter­es­san­ten, ganz le­cke­ren, wür­zi­gen sa­lat, aber ich schrei­be es mehr für mich auf, we­ni­ger als emp­feh­lung zum nach­ko­chen.


dieses effilee rezept [€] für einen klas­si­chen caesar salad habe ich heute etwas variert. chicorée statt rö­mer­sa­lat, etwas fisch- und sojasauce statt sardellen, reisessig statt limette, tofu statt croutons.

chicorée mit caesar-dressing

zutaten

  • 2 chcorée (statt 1 kopf römersalat)
  • ¾ tasse olivenöl
  • 1 TL worcestersauce
  • ¼ EL dijon-senf
  • 1 knoblauchzehe, zerdrückt
  • 1 ei (2 minuten in kochendem wasser)
  • ein paar spritzer reisessig statt saft von 1 limette
  • frisch gemahlener schwarzer pfeffer
  • ¼ tasse parmesan, gerieben
  • 4 räuchertofu im airfryer crisp gebraten (statt croutons)
  • 1 TL fisch- und sojasauce (statt 6 sardellenfilets)

zubereitung

  1. den salat putzen und die einzelnen blätter in mund­ge­rech­te stücke zerzupfen

  2. in einer schüssel senf, knoblauch, sardellen, worces­ter­sauce, essig oder li­met­ten­saft und einen teil des parmesans zu einer paste verrühren

  3. das leicht gekochte ei trennen, das eigelb unter die Paste rühren und gut ver­mi­schen.

  4. nach und nach das olivenöl hin­zu­fü­gen und kräftig verrühren, bis ein cremiges dressing entsteht

  5. den salat dazugeben und vor­sich­tig mit dem dressing vermengen.

  6. mit dem rest­li­chen parmesan anrichten, mit tofu oder croutons belegen und ge­ge­be­nen­falls mit frisch ge­mah­le­nem pfeffer bemahlen


far­ben­froh wie im herbst.


ix­log 25.04.2026

felix schwenzel in notiert

nach dem mor­gen­spa­zier­gang gab’s erst mal sal­zi­ges müs­li auf nu­del­ba­sis, also ei­gent­lich res­tees­sen (spar­gel­rest, ruc­co­la­rest, bär­lauch­pes­to, spa­ghet­ti und et­was spitz­pa­pri­ka).

nach dem an­rich­ten, also ver­men­gen zum ver­spei­sen, sieht das lei­der nicht mehr so ap­pe­tit­lich aus. war aber ex­trem le­cker.

apro­pos es­sen, zu mei­nem ge­wicht habe ich auch schon län­ger nichts ge­schrie­ben. das the­ma ist ei­ner­seits frus­trie­rend, an­de­rer­seits sehr er­freu­lich. denn im prin­zip hal­te ich mein ge­wicht im schnitt seit de­zem­ber kon­stant auf 94 kilo. frus­trie­rend ist, dass ich da ohne an­stren­gung oder wei­te­ren ver­zicht nicht drun­ter­kom­me.

aber wie man ge­le­gent­lich auch hier sieht, ver­zich­te ich auf nichts we­nig und esse mehr oder we­ni­ger wor­auf wir lust ha­ben. süss­spei­sen esse ich ge­le­gent­lich, wenn ich sie mir selbst bau­en kann, die por­tio­nen hal­te ich klein und statt nach­zu­schla­gen, freue ich mich lie­ber auf den nächs­ten mor­gen, um die res­te dann zu ver­spei­sen.

den mus­kel­auf­bau las­se ich (na­tür­lich) auch et­was schlei­fen. was ich re­gel­mäs­sig ma­che: an der klimm­zug­stan­ge rum­zie­hen. ich wür­de ger­ne sa­gen, dass ich jetzt zwei klimm­zü­ge am stück schaf­fe, aber das stimmt nur zu 80%. ich schaf­fe mit je­dem der zwei grif­fe je­weils ei­nen klimm­zug zu 80%. heu­te habe ich zum ers­ten mal ei­nen kom­plet­ten klimm­zug aus dem hang ge­schafft, also kom­plett in dem sinn, dass das kinn über die stan­ge kam. zu­fäl­lig hab ich das auch auf­ge­zeich­net. der tech­nik-trick da­hin­ter er­freut mich bei­na­he mehr, als der klimm­zug selbst: ich hat­te das schon­mal auf­ge­schrie­ben: un­se­re ka­me­ras schau­en weg, wenn wir da sind, und dre­hen sich erst auf die wo­hungs- und bal­kon­tür, wenn wir weg sind. ich kann die flur­ka­me­ra aber na­tür­lich auch so dre­hen wie ich will und da un­se­re ka­me­ras ho­me­kit se­cu­re vi­deo be­spie­len, kann ich den ka­me­ras auch sa­gen, dass sie scharf­ge­schal­tet sind und per­so­nen und be­we­gun­gen auf­zeich­nen. so zeich­net die flur ka­me­ra dann au­to­ma­tisch das hier auf.

ges­tern abend er­in­ner­te mich dr. sten ek­berg dar­an, wie nütz­lich es sein kann lie­ge­stüt­zen zu ma­chen. seit ich mich dazu zwin­ge die lie­ge­stüt­zen auf mei­nen fääus­ten zu ma­chen, sinkt mei­ne lie­ge­stütz-mo­ti­va­ti­on. auf den fäus­ten tun lie­ge­stüt­zen nicht nur et­was weh, die fäus­te zwin­gen mich auch in eine po­si­ti­on in der ich le­dig­lich 10 bis 15 lie­ge­stüt­zen schaf­fe. jetzt hab ich mir ge­dacht dass ich jetzt re­gel­mäs­sig, zwei mal täg­lich 25 lie­ge­stüt­zen ver­su­che und wenn ich auf den fäus­ten eben nur 10 oder 15 schaf­fe, den rest in der nor­ma­len lie­ge­stütz­hal­tung ma­che.


heu­te früh beim mor­gen­spau­ier­gang ha­ben fri­da und ich ei­nen hil­fe­ruf igno­riert.

umgekippter eletroroller der auf dem boden die aufschrift „help!“ hat.
„help!“

mein stre­ak­zäh­ler auf der rück­sei­te mel­det heu­te 365 tage an de­nen ich täg­lich et­was ver­öf­fent­licht habe. wenn ich dar­über nach­den­ke wie ich im letz­ten jahr, also in den letz­ten 365 ta­gen ge­bloggt habe, dann wür­de ich sa­gen, dass ich vor al­lem ge­loggt habe. und zwar im ur­sprüng­li­chen sinn von log­gen. fest­hal­ten was ich im in­ter­net und mei­nen screens ge­se­hen und ge­le­sen habe, was mir ge­fal­len hat und was ich mir so den­ke und fo­to­gar­fiert habe. was ich ge­ges­sen habe, wie sich der baum auf der bür­ger­wie­se ver­än­dert.

mög­li­cher­wei­se ist das ein pha­se, viel­leicht was lang­fris­ti­ges, aber ich mer­ke, dass ich mein le­ben mit ge­wohn­hei­ten und rou­ti­ne zu struk­tu­rie­ren ver­su­che. mo­men­tan ge­fällt mir das in mei­nem selbst­ge­wähl­ten rhyth­mus und takt zu le­ben und im prin­zip je­den tag das glei­che zu ma­chen. die in­ter­ess­anz kommt durch die klei­nen un­ter­schie­de, sub­ti­len ver­än­de­run­gen. seit vier wo­chen ge­hen fri­da und ich mehr oder we­ni­ger die glei­che rou­te. frü­her habe ich ver­sucht für et­was mehr ab­wechs­lung zu sor­gen. aber ich mer­ke dass es mir uns fri­da ge­fällt je­den tag das glei­che zu tun und nur de­tails, klei­nig­kei­ten zu va­ri­ie­ren. wir ge­hen je­den tag am mö­wen­see vor­bei, aber manch­mal schlägt fri­da vor links zu ge­hen, mal fin­det sie rechts am see vor­bei auch gut. trotz­dem ent­de­cken wir je­den tag et­was neu­es.


das ist wirklich witzig. da haben leute in die ikea smarthome app geschaut und haben neue, noch nicht ver­öf­fent­lich­te (smarthome) produkte entdeckt:

aber auch:

  • BRANDHAKE
  • SOM­MAR­PLÅ­GA
  • LÄNGDMÅTT
  • LYKASTE
  • MEL­LAN­GYL­LEN

und von denen weiss keiner was das für produkte sein sollen. da hätte man statt­des­sen auch einfach den ikea-name-generator.surge.sh anwerfen können:

  • LIARMÖM
  • ÖRCOHUBE
  • FESLÖUKCI
  • PÅTJÖ
  • LËZNEWHCS

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das video ist 86 minuten lang (und drei jahre alt), aber wie fast alle alt shift x-videos habe ich es sehr gerne gesehen. alt shift x benutzt eine ei­gen­tüm­li­che art der sprache, so eine mischung aus einfacher sprache mit extremer struk­tu­riert­heit und ständig mit­schwin­gen­den me­ta­ebe­nen. damit lassen sich komplexe zu­sam­men­hän­ge gut ein­zu­he­gen und ver­mit­teln. frank herberts dune-bücher sind sehr komplex und viel­schich­tig und min­des­tens genauso komplex und verwoben ist jaquess ville­neuve ver­fil­mung der vorlage. alt shift x schafft es trotzdem den stoff auf­zu­tren­nen und die kom­ple­xi­tät nach­voll­zieh­bar und ver­ständ­lich zu machen.

an­de­rer­seits ist es dann auch wieder eine zumutung einen spielfilm und seine li­te­ra­ri­sche vorlage in spiel­film­län­ge zu erklären. ich fands aber loh­nens­wert. gerne gesehen.


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in­ter­es­san­tes zeug, was sich adam savage hier auf der cirque du soleil-bühne zeigen lässt. aber noch in­ter­es­san­ter finde ich die frage, warum ich adam savage so gerne bei den sachen die er macht zusehe. ich glaube es ist seine über­spru­deln­de neugier und bei­geis­te­rungs­fä­hig­keit. er ist der pro­to­ty­pi­sche dilettant, im sinne des ita­lie­ni­schen dilettare, also sich erfreuen. alles was ihn in­ter­es­siert, erfreut ihn und erfüllt ihn mit freude. und dabei schaue ich gerne zu. aber im fall der tech­no­lo­gien die diese schow einsetzt, ist die be­geis­te­rung wohl­be­grün­det.

(dieses tested-video, in dem adam savage nähnt, hab ich mir gestern auch gerne angesehen)


the baum

felix schwenzel in checkins

foto eines baums auf der bürgerwiese, davor eingezäunte schafe
scha­fe, krä­hen, son­ne
foto von einem baum auf der bürgerwiese, davor stehen eingezäunte schafe, und eine krähe und frida
fri­da kaut auf ih­rem ball, die krä­he war­tet auf erd­nüs­se

the baum

felix schwenzel in checkins

heu­te mit scha­fen


the baum

felix schwenzel in checkins

der baum jetzt mit zaun



24, 30, 1, 359

felix schwenzel in über wirres

heu­te ist im fuss die­ser web­sei­te der satz

hier schreibt fe­lix schwen­zel seit 24 jah­ren ger­ne ins in­ter­net (ei­gent­lich seit 30 jah­ren).

von 23 auf 24, bzw. 29 auf 30 um­ge­sprun­gen, weil der ers­te ar­ti­kel den ich hier ver­öf­fent­licht habe vom 20.04.2002 ist. mir sind die­se jah­res­ta­ge ei­gent­lich nicht wich­tig, aber sta­tis­ti­ken mag ich ger­ne. des­halb be­tä­ti­ge ich mich mal eben als sta­tis­tik-chro­nist.

wahr­schein­lich wäre es mitt­ler­wei­le bes­ser, un­ten hin­zu­schrei­ben, dass ich jetzt schon „sehr lan­ge“ ins in­ter­net schrei­be. bei sol­chen zeit­räu­men ist der ge­naue tag dann auch ir­gend­wann egal, so wie mir die ka­len­da­ri­schen ko­or­di­na­ten mei­ner ge­burts­ta­ge nach fast 60 jah­ren mitt­ler­wei­le auch egal sind.

kir­by nut­ze ich jetzt auch be­reits seit über ei­nem jahr („hal­lo kir­by“). ich be­reue den um­stieg nicht, im ge­gen­teil, kir­by ist mir je­den tag er­neut eine gros­se freu­de.

was ich jetzt auch seit fast ei­nem jahr ma­che: je­den tag et­was ver­öf­fent­li­chen. der streak ist mitt­ler­wei­le 359 tage lang. die an­zahl-der-posts-über­sicht­gra­fik auf der rück­sei­te ist mitt­ler­wei­le ohne schwar­ze punk­te.

anzahl-der-posts-übersichtgrafik von der rückseite

be­mer­kens­wert an der gra­fik ist ei­gent­lich nichts, aus­ser dass man kaum mus­ter er­ken­nen kann wie und wann ich wie viel ver­öf­fent­li­che. man er­kennt al­ler­dings ein clus­ter zwi­schen mai und juni: re­pu­bli­ca. so er­kennt man: noch vier wo­chen bis zu #rp26. das mi­ni­ma­lis­ti­sche de­sign die­ses jahr ge­fällt mir sehr gut, hier mei­ne „spea­k­er-sei­te“ für die­ses jahr. ende der durch­sa­ge.


ver­wir­rung, un­si­cher­heit, di­let­tan­tis­mus

felix schwenzel in notiert

ma­xi­mi­li­an bud­den­bohm hat heu­te (un­ter an­de­rem link­werk) die­ses vi­deo emp­foh­len.

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Bei Open­Cul­tu­re, wo man sich oh­ne­hin pau­sen­los kom­plett und lan­ge ver­lie­ren kann, fand ich ein ani­mier­tes Vi­deo (8 Mi­nu­ten), in dem die The­sen und das Le­ben von Fou­cault er­läu­tert wer­den. Und nach kur­zer Zeit ka­men mir die­se Ani­ma­tio­nen im­mer an­zie­hen­der vor. Es macht Spaß, die Ef­fek­te beim Text mit­zu­den­ken, und es wür­de si­cher auch Spaß ma­chen, an so et­was mit­zu­ar­bei­ten. Zum In­halt des Vi­de­os aber bit­te auch die kun­di­gen Kom­men­ta­re dar­un­ter be­ach­ten, es gibt eine Falsch­aus­sa­ge.

ich fand das vi­deo, trotz der der un­ge­nau­ig­kei­ten, sehr lehr­reich. mich er­in­nert das un­ter an­de­rem an mei­ne frü­he ju­gend, in der ich ein stern-son­der­heft über ver­schie­de­ne phi­lo­so­phen las. wie im­mer mit se­kun­där oder ter­zi­är-quel­len schlei­chen sich beim zu­sam­menfas­sen und run­ter­ko­chen von kom­ple­xen sach­ver­hal­ten feh­ler oder un­ge­nau­ig­kei­ten ein. das ist nicht erst seit LLMs so. trotz­dem hel­fen sol­che ge­kürz­ten und ver­ein­fach­ten zu­sam­men­fas­sun­gen sehr da­bei ei­nen über­blick über, zum bei­spiel, ei­ni­ge be­rei­che der phi­lo­so­phie zu ge­win­nen.

aus­ser­dem hat der you­tube al­go­rith­mus sich ge­merkt, dass ich die­ses vi­deo gut fand und mir heu­te abend ein wei­te­res vi­deo aus die­ser rei­he vor­ge­schla­gen.

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das fand ich fast noch hilf- und lehr­rei­cher als das vi­deo über fau­cault. denn es fasst ei­nen der kern­punk­te von der­ri­das phi­lo­so­phie wie folgt zu­sam­men:

Be­ing con­fu­sed and un­cer­tain around such con­cepts is­n't a sign of we­ak­ne­ss or stu­pi­di­ty. It is for Der­ri­da the cen­tral mark of ma­tu­ri­ty. Der­ri­da's ta­c­tic was to glamo­ri­ze this con­di­ti­on and to give it a po­si­ti­ve ring, which is why he brought back into use a beau­tiful Greek word: Apo­ria.

Apo­ria, mea­ning im­pas­se or puz­zle­ment. He was pro­po­sing Apo­ria as a sta­te we should feel proud to know and to vi­sit on a re­gu­lar ba­sis. Con­fu­si­on and doubt and not em­bar­ras­sing dead ends in a Der­ride­an world view. They'­re sim­ply evi­dence of the adult­hood of the mind.

schö­ner kann man es kaum aus­drü­cken, war­um ich die­se web­sei­te wir­res.net nen­ne. und wenn ich das rich­tig ver­ste­he lie­fert der­ri­da auch den phi­lo­so­phi­schen un­ter­bau des hier von mir kon­se­quent prak­ti­zier­ten di­let­tan­tis­mus: als di­let­tant nä­hert man sich the­men nicht pro­fes­sio­nell, son­dern aus neu­gier und im bes­ten fall aus lei­den­schaft (vom ita­lie­ni­schen di­let­ta­re = sich er­freu­en).

ich bin jetzt nur un­si­cher wem ich grös­se­re dank­bar­keit schul­de: ma­xi­mi­li­an oder dem you­tube-al­go­rith­mus?