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odys­see

felix schwenzel in artikel

ich er­in­ne­re mich noch gut wie ich 2001: odys­see im welt­raum zum ers­ten mal ge­se­hen habe: vor 37 jah­ren auf ei­nem blas­sen, nied­rig auf­lö­sen­den röh­ren-farb­fern­se­her1 im kel­ler der el­tern mei­ner da­ma­li­gen freun­din hei­ke. ich hab den film noch nicht mal von an­fang an ge­se­hen, son­dern als wir ein­schal­te­ten lief er schon ne gan­ze wei­le. die hand­lung war nicht wirk­lich nach­voll­zieh­bar und der film war deutsch syn­chro­ni­si­ert.

der film war also auf viel­fäl­ti­ge wei­se ver­hunzt: nied­ri­g­auf­lö­send, nied­rig fre­quent, licht­arm, mit deut­schen stim­men ge­panscht, mit ein­em­schepp­ri­gen mono-laut­spre­cher, nicht in ei­nem dark­room (kino) prä­sen­tiert. wahr­schein­lich wa­ren auch die sei­ten we­gen des fern­seh­for­mats ab­ge­schnit­ten.

trotz­dem schlug der film voll bei mir ein. ich war schwer be­ein­druckt und auf eine gute art ir­ri­tiert. als ich mir den film spä­ter noch­mal auf DVD oder im stream an­sah, sehr viel bes­ser auf­ge­löst, mit bes­se­rem ton und den ori­gi­nal­stim­men, war ich ge­nau so be­ein­druckt und ir­ri­tiert. und konn­te die hand­lung im­mer noch nicht nach­voll­zie­hen.


den neu­en film mit ner odys­see, den der nicht im welt­raum und nicht 2001, son­dern ir­gend­was mit 3000 b.c. spielt, der nicht von ku­brick, son­dern von no­lan ge­filmt wur­de, hab ich noch nicht ge­se­hen. ich hab mo­men­tan kei­ne lust auf kino.

ich sehe mir fil­me lie­ber al­lei­ne, in mei­nem tem­po, mit ei­ner schein­bar rie­si­gen lein­wand, 50 zen­ti­me­ter vor mei­nem ge­sicht, in form ei­nes hoch­auf­lö­sen­den ap­ple dis­plays an. als ich das letz­te mal ei­nen film in ei­nem imax-fä­hi­gen kino ge­se­hen habe war ich mehr ir­ri­tiert und ab­ge­lenkt von den ef­fek­ten, als ich es mir ge­wünscht hät­te.

mich lenkt das gan­ze ge­wum­mer und der bom­bast eher vom in­halt ab, als es mir hilft in den in­halt ein­zu­tau­chen.

no­lan be­haup­tet mit imax wür­de die lein­wand ver­schwin­den und dass das ein bild sei, in dem man sich ver­lie­ren kön­ne.

ich wer­de mir nolans odys­see je­den­falls nicht im kino an­se­hen. we­der im nor­ma­len, noch im imax kino. ich war­te bis der ir­gend­wo streamt und schaue ihn mir dann auf dem lap­top an.

wenn ich so drü­ber nach­den­ke, wür­de ich mir den film viel­leicht so­gar ger­ne auf ei­nem al­ten röh­ren­fern­se­her an­schau­en2. al­ler­dings nicht syn­chro­ni­si­ert.

ich fin­de es er­staun­lich wel­che band­brei­te die re­zep­ti­on des films hat. von „meis­ter­werk“ bis lang­wei­lig über „ewig die glei­che Ge­schich­te von männ­li­cher Über­mensch­lich­keit“, zu egal oder ir­gend­wie ok ist al­les da­bei.

ir­gend­wo las ich in ei­ner kri­tik, dass no­lan be­stimm­te din­ge gar nicht zei­ge, son­dern der phan­ta­sie des zu­schau­ers über­las­se. das hal­te ich im­mer für eine sehr gute idee und wir alle wis­sen, dass das gut funk­tio­niert, bzw. ei­nes der grund­re­zep­te von gu­ten ge­schich­ten ist. auch des­halb fra­ge ich mich oft: dient der bom­bast dazu, von ei­ner schwa­chen ge­schich­te ab­zu­len­ken, ist der bom­bast die ei­gent­li­che ge­schich­te oder dient die tech­nik hier tat­säch­lich der ge­schich­te?

mir fällt bei der ak­tu­el­len (drit­ten) staf­fel von house of the dra­gon (hotd) auf, wie sehr mich bom­bast manch­mal lang­weilt. die klei­ne, in je­dem de­tail lie­be­voll ge­strick­te ge­schich­te des he­cken-rit­ters (hedge knight) in a knight of the se­ven king­doms hat mir um län­gen bes­ser ge­fal­len als die­se staf­fel hotd. das lang­wei­li­ge kann so viel in­ter­es­san­ter sein als das kom­ple­xe.

trotz­dem. auf ne art bin ge­spannt auf nolans odys­see. aber ich habs nicht ei­lig. 


  1. das war der glei­che fern­se­her, auf dem ich sub­way zum ers­ten mal ge­se­hen habe. ↑︎

  2. wenn ich noch wei­ter drü­ber nach­den­ke: im prin­zip ist nolans odys­see ein diabend mit ei­ner vier­tel­mil­li­on schnell ab­ge­spiel­ten dias. (3 stun­den = 180 mi­nu­ten = 10.800 se­kun­den macht 10.800 × 24 = 259.200 ein­zel­bil­der) ↑︎


etc. 20.07.2026

felix schwenzel in notiert

ges­tern beim mor­gen­spa­zier­gang habe ich nach die­ser in­spi­ra­ti­on im goe­the­park nach vier­blätt­ri­gen klee­blät­tern ge­sucht. ver­geb­lich. aber ich habe ge­merkt, ja, wenn man hin­schaut sieht man im ste­hen die ein­zel­nen blät­ter ziem­lich gut. fri­da hat das sehr ir­ri­tiert, dass plötz­lich nicht nur sie den bo­den in­ten­siv in­spi­ziert, son­dern auch ich. aber mag die vor­stel­lung, dass wir nun auf eine art ge­mein­sam den bo­den ab­schnüf­feln, die eine olfak­to­risch, der an­de­re op­tisch.


den ra­ben in den reh­ber­gen gehts gut (die auf­nah­me ist vom frei­tag, heu­te früh habe ich sie aber wie­der kräch­zend ums wild­schwin­ge­he­ge flie­gend ge­se­hen).


su­gar staf­fel 2 ge­fällt mir von der ers­ten fol­ge an sehr gut. aber ich bin im­mer wie­der ir­ri­tiert, wie ähn­lich co­lin far­rell ar­nold schwar­zen­eg­ger sieht. selbst die schrank­far­be­nen haa­re stim­men.


ich bin seit ein paar ta­gen auf dem ipho­ne und mei­nem mac mit der be­trieb­sys­tem­ver­si­on 27 un­ter­wegs. ich habe über­all ge­le­sen und ge­hört, dass die be­tas sehr sta­bil und feh­ler­arm sei­en und ich kann das be­stä­ti­gen. der ein­zi­ge merk­li­che un­ter­schied, den ich täg­lich be­ob­ach­te, ist dass die vi­su­el­len ir­ri­ta­tio­nen we­ni­ger ge­wor­den sind. oder um­ge­kehrt, wenn ich auf den ar­beits­lap­top wechs­le, auf dem noch tahö [sic!] läuft, wun­de­re ich mich dar­über, wie­vie­le vi­su­el­le de­tails in tahö ka­putt sind.


bis­her habe ich mei­nen you­tube-kon­sum (in mi­nu­ten) ma­nu­ell aus der you­tube-his­to­rie ex­tra­hiert, um ihn mir zu vi­sua­li­sie­ren. das war zwar me­di­ta­tiv, aber müh­sam. ich ad­die­re ger­ne im kopf, aber manch­mal ver­gass ich das ad­die­ren ta­ge­lang. also habe ich mir eine sa­fa­ri-ex­ten­si­on bau­en las­sen, die das für mich er­le­digt und die spiel­dau­er von vi­de­os auf you­tube für mich er­fasst. das ist sehr prak­tisch und gleich­zei­tig (in ab­so­lu­ten zah­len) et­was ir­ri­tie­rend.

safari screenshot mit ausgeklappter „YouTube Playtime“ extension die mir anzeigt, wieviel zeit ich heute dun in den letzten sieben tagen auf youtube verbracht habe.

mei­ne er­näh­rung be­steht seit ei­ner wei­le haupt­säch­lich aus et­was, das man am bes­ten mit sal­zi­gem müs­li be­schrei­ben kann. ir­gend­wel­che ge­mü­se die wir ge­ra­de im kühl­schrank, der kühl­tru­he oder in do­sen ha­ben mit wür­zi­ger sos­se an­ge­macht. ge­le­gent­lich mit tofu, fake-hack oder huhn kom­bi­niert. da­bei im­pro­vi­sie­re ich meis­tens, mal mit we­ni­ger gu­ten, mal mit bes­se­ren er­geb­nis­sen. was gut schmeckt wird öf­ter ge­macht. ges­tern und vor­ges­tern aus­ver­se­hen ei­nen gan­zen spitz­kohl weg­ge­putzt mit die­sem re­zept:

  • tofu trock­nen und in heis­ses fett fein zer­krüm­meln und scharf an­bra­ten.
  • wenn al­les kross ist eine in strei­fen ge­schnit­te­ne zwie­bel da­zu­ge­ben und gla­sig bra­ten
  • würz­sos­se: et­was fett, so­ja­sos­se, es­sig und sam­bal oelek ver­rüh­ren und über die tofu-zwie­bel-mi­schung ge­ben
  • reich­lich fein­ge­schnit­te­nen spitz­kohl dazu in die pfan­ne ge­ben
  • ein paar cock­tail-oli­ven klein­schnei­den und am ende mit et­was zer­krü­mel­ten feta da­zu­ge­ben und nur noch kurz beim un­ter­rüh­ren bra­ten und die hit­ze schnell ab­schal­ten.