alles

frag­men­te bloggt wie­der. min­des­tens dreis­sig tage lang will sie das ma­chen. ich bin si­cher, sie wird da­nach wei­ter­ma­chen. ich habe nie auf­ge­hört und doch vier jah­re kaum bis nichts ins in­ter­net ge­schrie­ben. zu­min­dest kei­ne längreen tex­te. ich war be­schäf­tigt mit hun­de­er­zie­hung und brot ba­cken und heim­au­to­ma­ti­sie­rung — und doch: ge­le­gent­lich muss­te ich die ein­drü­cke aus mei­nem le­ben tei­len. das hab ich dann vier jah­re lang haupt­säch­lich auf in­sta­gram ge­macht.

was ich sa­gen will: das le­ben ist auch schön ohne blog­gen. aber mit blog­gen ist es in­ter­es­san­ter. ich habe das ge­fühl blog­gen zwingt mich auf mehr, auf an­de­ren ebe­nen zu den­ken. das den­ken struk­tu­riert sich an­ders, mein in­ne­rer mo­no­log be­kommt eine zu­sätz­li­che stim­me die ver­sucht er­leb­tes an­ders auf­zu­ar­bei­ten, als wenn ich es nur für mei­nen in­ne­ren mo­no­log auf­ar­bei­ten wür­de.

nor­ma­ler­wei­se, beim ein­schla­fen, wenn mein be­wusst­sein lang­sam in den hin­ter­grund tritt und mein un­ter- oder ne­ben- oder au­to­nom-be­wusst­sein lang­sam die bil­der und ge­dan­ken in mei­nem kopf über­nimmt, sehe ich luft­bil­der. im wahrs­ten sin­ne des wor­tes. ich sehe schwarz mit leucht­punk­ten, so als ob man nachts mit dem flug­zeug in ei­ner gros­sen stadt lan­det (und da­bei aus dem fens­ter schaut). eine wei­te dunk­le ebe­ne, die mit licht­punk­ten ge­spickt ist. das flie­gen ist nicht das the­ma, es geht auch nichts um licht oder die dun­kel­heit. es ist of­fen­bar ein­fach ein bild das be­ru­hi­gend auf mich wirkt.

ges­tern sah ich beim ein­schla­fen ei­nen klee­tep­pich auf ei­ner wie­se. in den letz­ten ta­gen be­trach­te­te ich auch im wach­zu­stand sehr vie­le klee­tep­pi­che auf wie­sen und ver­such­te — im lang­sa­men ge­hen — vier­blätt­ri­ge klee­blät­ter zu se­hen. seit meh­re­ren ta­gen ver­geb­lich — aber nicht um­sonst. auch die­se klee­tep­pi­che die ich im über­gangs­zu­stand zwi­schen wach und un­wach sah hat­ten auch eine be­ru­hi­gen­de und be­frie­di­gen­de wir­kung. aber ob­wohl ich ei­gent­lich beim ein­schla­fen war, dach­te ich im glei­chen mo­ment, kurz vor dem weg­däm­mern, dar­über nach ob und wie ich das wohl ins in­ter­net schrei­ben könn­te.

ich mag es, wie mein vor­satz re­gel­mäs­sig ins in­ter­net zu schrei­ben mei­ne wahr­neh­mung ver­än­dert. ge­nau des­halb mag ich es auch, wie mein vor­satz wei­te­re vier­blätt­ri­ge klee­blät­ter zu fin­den, auch mei­nen blick auf die welt ver­än­dert.

je­den­falls lese ich das was frag­men­te ins in­ter­net schreibt sehr ger­ne. ges­tern zum bei­spiel über ur­laub.

Vor fünf­zehn Jah­ren habe ich an­ge­fan­gen zu ar­bei­ten, also au­ßer­halb der aka­de­mi­schen Welt, in ei­nem An­ge­stell­ten­ver­hält­nis, und ich habe seit­her nicht mehr auf­ge­hört. Erst hat­te ich 26, dann 28 und mitt­ler­wei­le 30 Ta­gen Jah­res­ur­laub. Aber mehr als drei Wo­chen am Stück hat­te ich nie frei.

Es fehlt mir. Die­se lan­gen, stau­bi­gen, hei­ßen Tage. Plä­ne im­mer nur bis über­mor­gen. Ein Ba­de­an­zug, ir­gend­was drü­ber, San­da­len und seit Wo­chen kei­ne So­cken. Schwimm­bad­pom­mes und Cor­net­to-Eis und Gum­mi­tie­re. Mit dem Fahr­rad un­ter­wegs. Gril­len­zir­pen und Ra­sen­spren­ger.

Es war so nie, au­ßer in mei­ner Er­in­ne­rung. Trotz­dem.

mir ist ur­laub egal. un­se­ren letz­ten cam­ping­ur­laub vor 10 jah­ren ha­ben wir ir­gend­wann ab­ge­bro­chen und ha­ben zu­hau­se ge­merkt, dass es viel er­hol­sa­mer und schö­ner ist, zu­hau­se ur­laub zu ma­chen. ge­le­gent­lich ma­chen wir noch (kur­ze) städ­te­rei­sen, be­su­chen freun­de oder ver­wan­de­te an­ders­wo oder ver­brin­gen ei­nen tag am strand. aber drei wo­chen am stück weg von den anehm­lich­kei­ten und rou­ti­nen zu­hau­se? fin­den wir mitt­ler­wei­le bei­de schreck­lich. auch der hund sperrt sich da­ge­gen an­ders­wo als zu­hau­se zu ent­span­nen.

mei­ne ar­beits­kol­le­gin­nen müs­sen mich je­des jahr dazu drän­gen mei­nen ur­laub auf­zu­brau­chen. ei­ner­seits fin­den sie es prak­tisch, dass ich mir über weih­nach­ten und zwi­schen den jah­ren kei­nen ur­laub neh­me, an­de­rer­seits ist es ner­vig wenn ich im no­vem­ber noch mit mehr als 20 ta­gen ur­laub da sit­ze. um mei­nen ur­laub auf­zu­brau­chen nehm ich mir dann wo­chen­lang ei­nen tag pro wo­che frei. das struk­tu­riert die wo­che ganz in­ter­es­sant. so kann man aus ei­ner wo­che zwei wo­chen mit zwei wo­chen­en­den (ei­nem lan­gen und ei­nem kur­zen) ma­chen:

mo | di | - | do | fr | -- | mo | di | etc.

ich ar­bei­te ger­ne. aber ich stel­le mir si­sy­phos auch als glück­li­chen men­schen vor. kürz­lich dach­te ich ei­nen ge­dan­ken wie­der, den ich als kind schon öf­ter dach­te; mit et­was ab­stand be­trach­tet ist es ei­gent­lich schon ein biss­chen ab­surd dass wir uns 20 bis 30 jah­re aus­bil­den las­sen um dann 5 × 8 stun­den pro wo­che die fä­hig­kei­ten un­se­res aus­ge­bil­de­ten ge­hirns an ei­nen ar­beit­ge­ber zu ver­mie­ten. an­de­rer­seits ist es ge­nau so ab­surd den gan­zen tag durch die sa­van­ne zu lat­schen und nüs­se und wur­zeln zu su­chen, um die dann zu ver­spei­sen, zu schla­fen und dann, nach dem auf­ste­hen, wie­der nach nüs­sen und wur­zeln oder nach we­ni­ger gut aus­ge­bil­de­ten tie­ren zu su­chen.

aber mit et­was ab­stand be­trach­tet ist ja wohl al­les ein biss­chen ab­surd. drei­ein­halb mil­li­ar­den jah­re evo­lu­ti­on, drei­hun­dert­tau­send jah­re mensch­heits­ge­schich­te da­mit ich hier auf dem sofa sit­zen kann und über die ab­sur­di­tät der welt laut nach­den­ken kann. 


„wir“ wundern uns ja immer über im­mi­gran­ten die trump wählen oder der afd nahe stehen. so nach dem motto: „verstehen die nicht, dass sie sich damit selbst schaden?“

wenn politiker hingegen ver­schär­fun­gen des straf- oder zi­vil­rechts fordern sind wir auch oft zu schnell an bord. po­pu­lis­mus funk­tio­niert, weil wir immer irgendwie denken, dass wir nicht mit­ge­meint sind, dass ver­schär­fun­gen und frei­heits­ein­schrä­kun­gen uns bestimmt nie betreffen werden. ich finde die wie­der­keh­ren­den for­de­run­gen scharf zu dif­fe­ren­zie­ren von thomas fischer teilweise auch sehr an­stren­gend und ge­le­gent­lich bräsig, aber genauso finde ich sie wichtig und richtig. macht ja sonst kaum noch jemand.




fal­sche vie­rer

felix schwenzel in notiert

ich su­che wei­ter nach vier­blätt­ri­gen klee­blät­tern. seit ta­gen er­folg­los. mitt­ler­wei­le glau­be ich, dass ich die bei­den ein­zi­gen vier­blätt­ri­gen klee­blät­ter im wed­ding ge­fun­den habe. which is na­tür­lich quatsch. aber es fühlt sich so an. denn mei­ne wahr­neh­mung funk­tio­niert im prin­zip. ich sehe im­mer wie­der vier­blkätt­ri­ge klee­blät­ter, die sich dann aber lei­der im­mer als op­ti­sche täu­schung, über­la­ge­rung her­aus­stel­len.

da­für ken­ne ich mitl­ler­wei­le die kle­e­in­seln in und um den volks­park reh­ber­ge ganz gut, weiss wo das zeug wächst und er­ken­ne mitt­ler­wei­le auch die ver­schie­de­nen sor­ten. aus­ser­dem hat das vi­deo von rab­bit­ho­le (mein kom­men­tar dazu) in der zwi­schen­zeit et­was mehr ver­brei­tung ge­fun­den. bin mal ge­spannt wann ich die ers­ten 🍀-fun­de im netz sehe. weil grund­sätz­lich funk­tio­nie­ren die tricks aus dem vi­deo beim fin­den gut. grund­sätz­lich. 

wiese im volkspark rehberge, man sieht frida wie sie auf mich wartet auf einer üppig beachsenen grün-gelben wiese
fri­da war­tet wäh­ren dich auf den bo­den star­re.


john­ny ist im­mer noch auf sub­stack (statt auf spree­blick), war auf der CSD trau­er­ver­an­stal­tung, hat ein bild-fern­seh­team ge­se­hen, still ge­gen die bild pro­tes­tiert und ist vi­ral ge­gan­gen. 



mu­se­ums­in­sel hom­broich

felix schwenzel in artikel

ges­tern bei der kalt­mam­sell ge­le­sen, dass sie und herr kalt­mam­sell auf der mu­se­u­min­sel hom­broich wa­ren. an mei­nen letz­ten be­such dort er­in­ne­re ich mich als wäre es ges­tern, auch wenn mei­ne er­in­ne­run­gen dar­an leicht ver­blasst und ver­schmol­zen sind. ich bin ja in der ge­gend mit den broichs auf­ge­wach­sen. fuss­broichs, gre­ven­broich, kor­schen­broich, mör­sen­broich, broich­wei­den wa­ren na­men sie ich in mei­ner ju­gend stän­dig ge­se­hen habe. in der ge­gend gibt vie­le ei­gen­ar­ti­ge orts­na­men. wenn wir nach aa­chen fuh­ren, pas­sier­ten wir im­mer gei­len­kir­chen (eccle­sia ero­ti­ca) und puf­fen­dorf (vicus lu­pana­ris), auf dem weg nach düs­sel­dorf gings an hom­broich und gre­ven­broich vor­bei.

je­den­falls liess sich mein in­ter­nes ge­däch­nis an den in­sel­be­such nicht mit mei­nem ex­ter­nen ge­däch­nis ve­ri­fi­zie­ren. ich habe hier nie et­was über die mu­se­ums­in­sel hom­broich ge­schrie­ben oder bil­der da­von ge­pos­tet — oder kann sie nicht mehr fin­den. auch auf mei­nen so­cial me­dia pro­fi­len fand ich zu­nächst nichts. in mei­ner fo­to­bi­blio­thek fand ich dann über die orts­su­che ei­nen hau­fen bil­der aus dem april 2011. mein ar­chiv vom april 2011 zeigt schö­ne tex­te von der #rp11, aber nix von hom­broich. mein twit­ter­ar­chiv reicht nur bis 2012 (ob­wohl ich mich bei twit­ter 2007 an­ge­mel­det habe), mein ers­ter in­sta­gram post ist vom ok­to­ber 2011 (lo­ka­le ko­pie). ich war mir aber si­cher, dass ich zu die­sem be­such et­was ins in­ter­net ge­schrie­ben oder ge­pos­tet hat­te. mit spot­light fand ich dann ei­nen hin­weis in ei­ner back­up­da­tei auf die­ses you­tube vi­deo aus dem gra­phi­schen ka­bi­nett der mu­se­ums­in­sel, dass ich 2011 ge­pos­tet habe.

mei­ne er­in­ne­run­gen an die mu­se­ums­in­sel sind, wie ge­sagt, ver­wa­schen. ich er­in­ner mich aber sehr gut an die ca­fe­te­ria. es­sen und ge­trän­ke dort sind im ein­tritt­preis in­be­grif­fen. die mu­se­ums­in­sel selbst er­klärts (in ein­fa­cher spra­che) so:

In der Ca­fe­te­ria be­kom­men Sie ein kos­ten­lo­ses ein­fa­ches Buf­fet.

Das Es­sen kommt von Land­wirt:in­nen und Lie­fe­rant:in­nen aus der Nähe.
Dar­um ist das Es­sen be­son­ders frisch.

mei­ne er­in­ne­rung ist, dass es ro­si­nen­brot gab. das brot war vor­ge­schnit­ten und es gab but­ter. die ein­fach­heit die­ser mahl­zeit hat mich da­mals sehr be­geis­tert. und die wes­pen auf der in­sel auch.

ich hab das schon öf­ter ge­schrie­ben, dass ich kunst die ei­nem im all­tag be­glei­tet oder ein­fach ent­deck­bar ist in­ter­es­sant fin­de. mei­ne el­tern hat­ten nicht we­nig kunst bei uns im haus und das zu­sam­men­le­ben mit die­sen ar­bei­ten öff­ne­te per­ma­nent neue per­spek­ti­ven. das al­les funk­tio­niert in ei­nem mu­se­um auch, aber eben an­ders.

mir gehts in mu­se­en oft so, dass ich schnell ge­sät­tigt bin. beim su­shi es­sen wird der ing­wer tra­di­tio­nell ja nicht mit dem su­shi ge­ges­sen, son­dern zwi­schen ver­schie­de­nen su­shi-sor­ten. da­mit ver­schafft man dem ge­schmacks­sinn an­geb­lich eine er­ho­lung. und ge­nau des­halb ist die musuem­in­sel hom­broich so toll. man wan­dert durch wun­der­schö­ne na­tur und stösst wie zu­fäl­lig auf ge­fäl­li­ge ar­chi­tek­tur in der oder um die kunst hängt, liegt oder steht.

mit dem prin­zip der dis­co­vera­bi­li­ty von kunst in der na­tur habe ich auch eine frü­he kind­heits­er­in­ne­rung. mei­ne el­tern hat­ten be­kann­te die bei lud­wig scho­ko­la­de oder trumpf ar­bei­te­ten. ihr wohn­haus war ein frmen-bun­ga­low, der di­rekt am park der fa­mi­lie lud­wig lag und auch zu­gang zu die­sem park hat­te. der park war weit­läu­fig und mit vie­len skulp­tu­ren und bäu­men ge­spickt. kris­tof und ich er­kun­de­ten den park re­gel­mäs­sig wenn wir bei den be­kann­ten un­se­rer el­tern zu be­such wa­ren. wir be­klet­ter­ten die skulp­tu­ren und freu­ten uns über die ab­we­sen­heit von er­wach­se­nen. der park war da­mals nicht öf­fent­lich und ist heu­te mehr oder we­ni­ger kom­plett zu­ge­baut. kunst ein­fach rum­ste­hen zu las­sen da­mit sie ent­deckt, be­grif­fen oder igno­riert wer­den kann, ist mei­ner mei­nung nach im­mer noch die bes­te art kunst zu­gäng­lich zu ma­chen. min­des­tens ge­nau so gut wie ge­schnit­te­nes ro­si­nen­brot.

die ar­chi­tek­tur, die bau­ten die auf der in­sel ste­hen sind ei­ner­seits ty­pisch für die re­gi­on und an­de­rer­seits un­ty­pisch, weil ge­schmack­voll und mi­ni­ma­lis­tisch. ein­fa­che geo­me­tri­sche for­men um­ge­ben von ge­zähm­ter, halb wil­der na­tur. ge­le­gent­lich wird die na­tur ge­trimmt um die bau­ten zu er­gän­zen, an man­chen stel­len darf die na­tur ma­chen was sie will.

auf den fo­tos der bei­fah­re­rin fum­mel ich stän­dig am han­dy rum. ich habe da­mals ganz of­fen­sicht­lich beim be­such der in­sel an die ver­wert­bar­keit im in­ter­net ge­dacht. soll­te ich das noch raus­fin­den wo ich das da­mals ge­pos­tet habe, schrei­be ich ei­nen nach­trag. die fo­tos oben sind alle von der bei­fah­re­rin (mit ei­ner Ca­non Power­Shot SX200 IS powerge­schos­sen). hier sind noch ein paar fo­tos die ich da­mals (mit ei­nem HTC In­cre­di­ble S) ge­macht habe.

falls das noch nicht deut­lich ge­wor­den ist: ich kann ei­nen be­such der mu­se­ums­in­sel hom­broich sehr emp­feh­len. das mu­se­um ist in der nähe von düs­sel­dorf und ist mit dem auto am bes­ten zu er­rei­chen. bus und bahn ge­hen auch, wenn man gut zu fuss ist. 

kartenübersicht  mit markierungen wo die fotos auf dieser seite augfgenommen wurden.