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am pu­bli­kum vor­bei

felix schwenzel in notiert

ich schrei­be ger­ne am pu­bli­kum vor­bei. also nicht ab­sicht­lich, son­dern weil ich mich sel­ten fra­ge, was könn­te le­sen­de in­ter­es­sie­ren und lie­ber ge­nau das schrei­be was mich ge­ra­de fas­zi­niert, in­ter­es­si­ert oder be­schäf­tigt. ich tei­le ger­ne und hof­fe da­mit im bes­ten fall an­de­re an­zu­re­gen oder dass sie neue per­spek­ti­ven fin­den. ge­le­gent­lich an­de­re auf neue ideen zu brin­gen oder ein klei­nes stück zu be­we­gen, zäh­le ich als er­folgs­er­leb­nis. das ist nicht mess­bar, aber ge­le­gent­lich be­kom­me ich es doch mit und freue mich.

es be­trübt mich aber an­de­rer­seits auch nicht, wenn sich aus­ser mir nie­mand für das gross­ar­ti­ge stan­dard.site-for­mat in­ter­es­si­ert oder wie ich kurz­urls oder wei­ter­lei­tun­gen baue. da über­wiegt viel mehr die selbst­be­frie­di­gung durch neu­fea­tur­e­r­i­tis und neu­gier­be­frie­di­gung.

ge­le­gent­lich scheint es aber doch über­schnei­dun­gen zwi­schen den in­ter­es­sen des pu­bli­kums und mir zu ge­ben, sa­gen mir zu­min­dest mei­ne be­su­cher­zah­len. die­ses re­zept hat in den letz­ten 6 mo­na­ten über 3000 le­sen­de ge­zählt. wer nach spitz­kohl und air­fry­er goo­gelt, fin­det es ganz oben im such­er­geb­nis. wenn man da­von aus­geht, dass goog­le ei­ni­ger­mas­sen weiss wo­nach men­schen su­chen, dann sieht es so aus als ob sich men­schen (laut goog­le) aus­schliess­lich für re­zep­te von mir in­ter­es­sie­ren. ich habe un­ge­fähr 40 re­zep­te und fast alle tau­chen mit be­stimm­ten wort­kom­bi­na­tio­nen ganz weit vor­ne bei goog­le auf.

  • gur­ken­sticks
  • gur­ken­sa­lat mäl­zer
  • spitz­kohl air­fry­er
  • me­lo­nen­sa­lat ot­to­lenghi
  • sti­cky tof­fee fallow
  • rot­kohl fallow
  • schwarz­brot son­nen­blu­men­ker­ne
  • schwarz­brot plötz­blog
  • röst­zwie­bel spa­ghet­ti
  • schnel­ler brok­ko­li do­mi­ni­que woolf
  • schnel­ler brok­ko­li oli­ver
  • bul­gur pi­law ot­to­lenghi
  • bul­gur pi­law
  • ro­sen­kohl-ri­sot­to nach ot­to­lenghi
  • ro­sen­kohl-ri­sot­to ot­to­lenghi

ge­ra­de ges­tern habe ich wie­der ir­gend­wo ge­le­sen, dass die gräss­li­chen lan­gen tex­te die man bei fast al­len in­ter­net-re­zep­ten fin­det, eine such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung sind. glaub ich nicht, aber was goog­le of­fen­bar sehr liebt, sind re­zep­te die mit json-ld und sche­ma.org an­ge­rei­chert sind.

auch wenn das pu­bli­kum und goog­le mich nach mehr re­zep­ten fragt: mach ich nicht. ich schreib wei­ter über lang­wei­li­gen tech­nik kram und die ob­sku­ren din­ge, für die ich mich ge­ra­de zu­fäl­lig in­ter­es­sie­re, log­ge mei­nen me­di­en­kon­sum, den nie­mand wis­sen will und pro­du­zie­re hin­ter­grund­rau­schen, das nie­mand sieht.




kurz­urls, blues­ky2wir­re­s­urls, gts2wir­re­s­urls

felix schwenzel in über wirres

ges­tern bin ich über eine idee von aa­ron pare­cki im in­di­web-wiki ge­stol­pert:

Sin­ce 2023-05-01, re­mo­ving the staging.bsky.app/profile part of Blues­ky URLs to his posts will re­di­rect to the ca­no­ni­cal post on aa­ron­pare­cki.com. For ex­am­p­le

ich „syn­di­zie­re“ (mit dem in­die­con­nec­tor) nicht alle, aber vie­le mei­ner bei­trä­ge von wir­res.net zu mast­o­don und blues­ky. zum bei­spiel ist der bei­trag „cur­ry­wurstauch auf bklues­ky.

https://wirres.net/articles/heute-cur­ry­wurst
https://bsky.app/profile/wirres.net/post/3mn3kzvtns72d

weil mein blues­ky-hand­le @wir­res.net ist, taucht wir­res.net auch in der blues­ky-url auf. wenn man die url im brow­ser ein­fach kürzt …

https://bsky.app/profile/wirres.net/post/3mn3kzvtns72d
                         wirres.net/post/3mn3kzvtns72d
               → https://wirres.net/articles/heute-cur­ry­wurst

… lan­det man auf der ka­no­ni­schen url auf wir­res.net.

das glei­che geht für mast­o­don links:

https://mstdn.wirres.net/@ix/statuses/01KSWYPT075VEG8SEYF91ABR7X
              wirres.net/@ix/statuses/01KSWYPT075VEG8SEYF91ABR7X
    → https://wirres.net/articles/heute-cur­ry­wurst

lei­der sind die je­wei­li­gen IDs 3mn3kzvtns72d (blues­ky) oder 01KSWYPT075VEG8SEYF91ABR7X (mast­o­don/GTS) nicht viel kür­zer als die ar­ti­kel ID die kir­by an­ge­legt hat: mqmwcyaybdffzd­ty.

mei­ne bis­he­ri­gen „kurz“-urls sind kir­by-IDs:

aber so rich­tig kurz wa­ren die nicht ge­ra­de, des­halb bin ich zu mei­nen al­ten kurz-url-mus­ter zu­rück­ge­kehrt: mein vor­he­ri­ges CMS ez­pu­blish hat die ar­ti­kel-id ein­fach hoch­ge­zählt. bei al­ten ar­ti­keln habe ich das bei­be­hal­ten und das funk­tio­niert wie eh und je, auch das alte ar­tic­le­view-url-mus­ter:

das funk­tio­niert jetzt auch mit neu­en ar­ti­keln wie die­sem:

die­se kurz-urls sind zwar nicht so kurz wie die von eay.cc, aber mir reichts:





wun­der(n)

felix schwenzel in notiert

ich mag kei­ne la­mentos und des­halb wer­de ich mich auch nicht, zum bei­spiel, dem la­men­to, dass nie­mand mehr liest an­schlies­sen. aber mir ist auf­ge­fal­len, dass wir uns sehr we­nig wun­dern.

zu­nächst kann man sich ja schon al­lein über die schön­heit des wor­tes „wun­dern“ freu­en. wenn man ein wun­der er­lebt oder emp­fin­det, wun­dert man sich. dann ist es wahr­schein­lich auch so, dass der man­gel am wun­dern be­stimmt auch nichts neu­es ist. uns er­scheint ja nach ei­ner ge­wis­sen zeit der ge­wöh­nung al­les um uns her­um als nor­mal. an­ders kann man wahr­schein­lich auch nicht bei sin­nen blei­ben und des­halb nennt man die­se ge­wöh­nung ja auch so­zia­li­sa­ti­on. ohne so­zia­li­sa­ti­on, also ge­wöh­nung an den all­tag, an die um­welt, wä­ren wir wahr­schein­lich per­ma­nent über­for­dert.

aber ge­nau ge­nom­men, man­gelt es nicht an din­gen über die es sich zu wun­dern lohnt. mir fiel das heu­te früh beim mor­gen­spa­zier­gang auf, als ich (un­ter an­de­rem) auch mal kurz an mei­ne letz­te darm­spie­ge­lung den­ken muss­te. der wohn­te ich bei vol­lem be­wusst­sein bei und ver­folg­te sie ver­wun­dert auf dem fern­se­her. heu­te früh dach­te ich, dass wir ja mitt­ler­wei­le er­staun­lich viel da­von ver­ste­hen wie mensch­li­che kör­per funk­tio­nie­ren, aber gleich­zei­tig auch nicht.

was für ein wun­der, dass sich aus zel­len, ei­ner ei­zel­le und ei­nem sper­mi­um, koh­len­hy­dra­ten, was­ser, luft und viel lie­be so ein kom­ple­xes ge­flecht aus zel­len bil­det, dass mit ein biss­chen war­tung acht­zig, neun­zig jah­re lang funk­ti­ons­fä­hig bleibt? wir ha­ben das über tau­sen­de jah­re be­ob­ach­tet und an­ge­fan­gen zu ver­ste­hen, aber ver­wun­der­lich ist das wei­ter­hin.

ir­gend­wo habe ich auf­ge­schnappt, dass wis­sen­schaft eine viel bes­se­re me­tho­de ist als re­li­gi­on um an wun­der zu glau­ben. jede wis­sen­schaft­li­che fra­ge die wir klä­ren, wirft im­mer neue fra­gen und wun­der­lich­kei­ten auf. es ist so­viel span­nen­der sich in ge­dan­ken über schwar­ze lö­cher und das ende der zeit in der sin­gu­la­ri­tät zu ver­lie­ren, als sich ge­dan­ken über die jung­fräu­lich­keit von ma­ria oder die ver­meint­li­che auf­er­ste­hung ei­nes leich­nams vor 2020 jah­ren zu wun­dern.

als wir fri­da vor 6 jah­ren bei der züch­te­rin ab­ge­holt ha­ben, hat sie sich auch über al­les ge­wun­dert, aber stän­di­ger kör­per­kon­takt, eine un­er­sätt­li­che ju­gend­li­che neu­gier und viel schlaf ha­ben ihr ge­hol­fen die­se druck­be­tan­kung mit ein­drü­cken zu ver­ar­bei­ten. so dürf­te das bei uns alle in den ers­ten le­bens­jah­ren auch ge­we­sen sein, aber es ist gut, wenn man da noch­mal dran er­in­nert wird.

ich ver­ges­se das wun­dern auch im­mer wie­der. was mich ge­le­gent­lich trig­gert und in ei­nen zu­stand des stau­nens ver­setzt, sind tech­ni­sche de­tails die ich ent­de­cke und mich un­nö­tig stark be­schäf­ti­gen. wie jetzt zum bei­spiel in den letz­ten ta­gen, dass ich mit ein biss­chen json ein­fach gan­ze ar­ti­kel, in­klu­si­ve bil­der und me­ta­da­ten in die welt bla­sen kann, die auch les­bar blei­ben, wenn ich mein blog ka­putt-op­ti­mie­re oder ir­gend­wann nicht mehr be­zah­len kann.

aber wie ge­sagt, das soll kein la­men­to sein, son­dern nur eine er­in­ne­rung dar­an, wie auf­re­gend es sein kann, sich ge­le­get­lich über ver­meint­li­che selbst­ver­ständ­lich­kei­ten zu wun­dern.


le­sen

felix schwenzel in notiert

vol­ker we­ber:

What an in­te­res­t­ing ar­tic­le to read, if you still can

der von vol­ker ver­link­te ar­ti­kel von ty­ler jagt hat den ti­tel: „My Stu­dents Can’t Read“ und geht dar­um, dass jede ge­ne­ra­ti­on von lehr­kräf­ten dar­über kla­gen wür­de, das ihre stu­die­ren­den nicht le­sen könn­ten. ty­ler jagt meint das sei im­mer über­trie­ben ge­we­sen, aber jetzt kön­ne man das auch mit da­ten be­le­gen.

was ich wit­zig fand: über dem ar­ti­kel ist ein play­er ein­ge­bet­tet, der da­für sor­gen soll, dass man den ar­ti­kel nicht le­sen muss, son­dern ihn sich vor­le­sen las­sen kann.

screenshot https://archive.li/WvW1F

das ist schon sehr, sehr wit­zig.

der play­er lädt über ar­chi­ve.li nicht, aber wenn man auf die ori­gi­nal­sei­te des ar­ti­kels auf chro­nic­le.com geht, kann man den ar­ti­kel we­der le­sen, noch an­hö­ren, son­dern muss sich erst­mal an­mel­den. nach der an­mel­dung konn­te ich den ar­ti­kel im­mer noch nicht le­sen, weil chro­nic­le.com woll­te, dass ich mein pi.hole de­ak­ti­vier.

das ist ein un­trüg­li­ches zei­chen für ei­nen wei­te­ren grund, dass an­geb­lich nie­mand mehr liest: weil ei­nem das le­sen zu­neh­mend schwer ge­macht wird.

es sind nicht nur die te­le­fo­ne, al­go­rith­mi­schen feeds oder LLMs, son­dern auch die un­fä­hig­keit und der un­wil­le tex­te über­haupt ab­len­k­lungs­frei zum le­sen an­zu­bie­ten.

ich muss beim la­men­tie­ren dar­über, dass nie­mand mehr le­sen kann, auch im­mer an neil post­man den­ken. der hat das ende der le­se­kul­tur schon al­les vor 40 jah­ren pos­tu­liert (SN­CNR). ein paar hun­dert jah­re vor­her wur­de das le­sen noch als schäd­lich ein­ge­stuft, zu­min­dest dann, wenn alte weis­se män­ner den le­se­text nicht für hoch­wer­tig ge­nug hiel­ten. jetzt wirds le­sen und den­ken zum „lu­xus­gut“:

In July 2025, the jour­na­list Mary Har­ring­ton argued in The New York Times that “thin­king is be­co­ming a lu­xu­ry good.”

die bild zei­tung ist jetzt über 70 jah­re alt. zu­min­dest in den 60er und 70er jah­ren hat­te die bild ein viel­fa­ches, teils ein fünf bis 20 fa­ches der auf­la­ge von zei­tun­gen und zeit­schrif­ten mit et­was län­ge­ren tex­ten und nor­mal gros­sen buch­sta­ben. ich glau­be zu be­haup­ten, dass le­sen auf eine ge­wis­se art im­mer schon ein lu­xus­gut war ist nicht über­trie­ben.

dazu kommt, dass le­sen mei­ner mei­nung nach so­wohl über­schätzt, als auch in­ter­schätzt wird. mit der fä­hig­keit zu le­sen konn­te man sich im­mer schon gros­se vor­tei­le ver­schaf­fen. oder gute un­ter­hal­tung. mitt­ler­wei­le (ei­gent­lich aber auch schon im­mer) kann man auch ohne zu le­sen vor­tei­le und wis­sen und un­ter­hal­tung so­wie­so ver­schaf­fen.

ich habe dem le­sen viel zu ver­dan­ken, aber ge­lernt habe ich ne­ben dem le­sen schon im­mer auch vi­su­ell, ver­bal oder hap­tisch. die fä­hig­keit zu den­ken oder sich aus­zu­ken­nen al­lein an le­se­be­fä­hig fest­zu­ma­chen ist auf je­den fall et­was kurz ge­grif­fen. das mag in aka­de­mi­schen oder wis­sen­schaft­li­chen be­rei­chen an­ders sein und was ty­ler jagt und di­ver­se stu­di­en be­ob­ach­ten wird im je­wei­li­gen kon­text si­cher al­les stim­men, aber vor ge­ne­ra­li­sie­run­gen soll­te man sich im­mer hü­ten (pun in­ten­ted).


Das Ge­dan­ken­spiel, was ei­gent­lich anders wäre, wenn Frauen an der Macht wären, führt Ladies First in eine Welt, in der Frauen sich komplett ego­is­tisch verhalten und nur auf ihr eigenes Wohl bedacht sind. Sie über­neh­men keine Ver­ant­wor­tung für Sor­ge­ar­beit, belegen selbst­ver­ständ­lich alle Füh­rungs­po­si­tio­nen, fördern sich nur ge­gen­sei­tig. Männer be­trach­ten sie als un­gleich­wer­tig, als Lust­ob­jek­te, die hübsch anzusehen, aber nicht ernst­zu­neh­mend sind.

Selbst als Spiegel des Pa­tri­ar­chats wäre das äußerst plump und viel­leicht in den 1950ern als gelungene Satire durch­ge­gan­gen.


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gleich nach­ge­kocht, auf ne art, und es war gut. vor allem gelernt: für so ein gericht ist es wirklich von vorteil alle zutaten in etwas gleich grosse stücke zu schneiden, die pfanne muss or­dent­lich heisse sein und alles ständig in bewegung bleiben. dann wird aus dem fried rice sogar ohne reis ein leckeres gericht.




goog­le rea­der v3, oh­ne goog­le, ver­teilt

felix schwenzel

ich will nicht über­trei­ben, aber wenn ich po­ten­zi­al sehe, sehe ich po­ten­zi­al. die be­schäf­ti­gung mit dem #stan­dard.site-ge­döns hat jetzt dazu ge­führt, dass ich ar­ti­kel hier oder hier se­hen oder hier fin­den kann. also qua­si über­all wo man das AT-pro­to­koll und stan­dard.site-sche­ma­ta spricht.

das pro­to­koll, aber auch die im­ple­men­tie­rung von bei­spiels­wei­se der stan­dard-rea­der.app hat al­les was der goog­le rea­der da­mals™ konn­te: feeds fol­gen, men­schen fol­gen und abon­nie­ren, wei­ter-emp­feh­len und tei­len. der­zeit ist die an­mel­dung re­la­tiv ex­klu­siv über blues­ky, aber das pro­to­koll da­hin­ter ist of­fen und es soll­te ent­spre­chend auch ir­gend­wann al­ter­na­ti­ven oder er­wei­te­run­gen ge­ben. und na­tür­lich ist auch das stan­dards.site-for­mat noch nicht be­son­ders ver­brei­tet, aber mat­thi­as pfef­fer­le und au­to­ma­tic ar­bei­ten dar­an, dass alle word­press­blogs das kön­nen wenn sie woll­ten.

und es ist schön zu se­hen, wie sich din­ge manch­mal fü­gen. vor dem wo­chen­en­de habe ich mir eine mark­down-aus­ga­be für bei­trä­ge ge­baut, jetzt nut­ze ich mark­down um (neue) bei­trä­ge im mark­down-voll­text in die AT­mo­sphe­re zu bla­sen.

stan­dard-rea­der.app start­sei­te