alles
Uncovered, a site for judging books by their first pages. “No cover. No bestseller sticker, no celebrity book club, no BookTok trend. You read the opening of a real book, blind, and answer the only question that matters: would you keep reading?”
die idee find ich gut, die nutzung der site ist etwas unpraktisch und uninuitiv.
gesichtsbeleuchtung
als ich vor fast 30 jahren mit meinem damaligen mitbewohner hannes und ein paar kommilitonen in zürich das bühnenbild und licht für ein theaterstück gemacht habe, hatte hannes eine ganz bestimmte vorstellung vom licht.
er war fasziniert davon, wie das licht von bildschirmen das menschliche gesicht beleuchtet. damals waren die bildschirme vor unseren gesichtern noch flackernde, oft blaustichige röhrenmonitore.
moderne mobiltelefone sind nicht nur im wahrsten sinne des wortes mobile fernseher, sondern auch mobile gesichtsbeleuchtungen. sie sorgen dafür, dass menschen im dunkeln mit beleuchteten gesichtern durch die gegend laufen können.
in der ubahn habe ich auch schon oft beobachtet, dass mobiltelefone auch als beleuchtete spiegel genutzt werden können — und genutzt werden.
mich wundert allerdings, dass diese gesichtsbeleuchtungsfunktion noch keine apps hervorgebracht hat die das aktiv nutzen. auf macs gibt es für videokonferenzen bereits einen virtuellen, aber wirksamen leuchtring um sich vorteilhaft mit dem bildschirm auszuleuchten.

ich frage mich warum es sowas noch nicht als apps auf telefonen gibt: „zeichne dein gesicht weich, während du entspannt in der ubahn doom-scrollst“. man könnte sich vornehme blässe aufs gesicht zaubern oder seiner wut besonderen ausdruck verleihen.
mit ein bisschen hardware-aufwand, gerichteten LEDs oder schwachen lasern könnte man optisch, mit gezielt eingesetztem licht, leichte kosmetische korrekturen im gesicht vornehmen oder konturen betonen.
irgendwann, wenn mobiltelefone wirklich gut mit diesen lichteffekten sind und uns signifikant besser aussehen lassen können, wird die kosmetische wirkung von mobltelefonen vielleicht wichtiger als die bilder und videos auf dem bildschirm.
wer weiss, vielleicht halten wir uns in zukunft das telefon nicht mehr vors gesicht, um etwas zu sehen, sondern um in einem besseren licht zu erscheinen.
Als bekannt wurde, dass Oscarpreisträgerin Lupita Nyong’o in Christopher Nolans Verfilmung der Odyssee die Helena spielen würde, ließ Kritik nicht lange auf sich warten. In Sozialen Netzwerken hieß es, diese Besetzung sei historisch unzutreffend. Helena von Troja, auch bekannt als die schöne Helena, sei schließlich weiß gewesen.
genau, und jesus, cleopatra und winnetou auch. und caesar war blond und und hatte marmorfarbene haut.
menschen die ihr historisches wissen aus film und fernsehen oder aus ihren eigenen oder den halluzinationen einer KI beziehen sollte man wahrscheinlich eh nicht so ernst nehmen.
aber gelegentlich frage ich mich, woher die erwartung kommt, dass fiktion in irgendwas zutreffend oder akkurat sein müsste, ausser im übertragenen sinne?
gibt es menschen (oder biologen) die sich darüber eschauffieren, dass der wolf in rotkäppchen spricht oder dass es ein märchen gibt, in dem ein gestiegelter kater rumläuft?
man kann historische fiktion auch aus dem hier und jetzt kritisieren, die intention, die interpretation, so wie es sophie brakemeier auf filmlöwin tut. sehe ich zwar anders, spätestens sobald ich den film gesehen habe, aber das ist ja auch der witz, dasss man ein werk subjektiv, aus dem hier und jetzt beurteilt.
darüber, dass apple seit ein, zwei jahren entwickler dazu zwingt ihre app icons in „squircle“ form zu gestalten wird seitdem an- und aufgeregt diskutiert. was mir in der diskussion immer wieder fehlt, ist der hinweis darauf, dass einschränkungen (contraints) der eigentliche motor für kreativität sind und genau diese regel, die apple sich aus der nase gezogen hat, als herausforderung angesehen werden könnte — und nicht als hindernis.
das wird zwar auch in diesem artikel über squircles nicht thematisiert, aber dafür ein gedanke von louie mantia, nämlich dass es durchaus auch einen wert hat, dass apps konsistent im squircle-jail eingeschlossen sind: die erkennbarkeit als app.




