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wun­der(n)

felix schwenzel in notiert

ich mag kei­ne la­mentos und des­halb wer­de ich mich auch nicht, zum bei­spiel, dem la­men­to, dass nie­mand mehr liest an­schlies­sen. aber mir ist auf­ge­fal­len, dass wir uns sehr we­nig wun­dern.

zu­nächst kann man sich ja schon al­lein über die schön­heit des wor­tes „wun­dern“ freu­en. wenn man ein wun­der er­lebt oder emp­fin­det, wun­dert man sich. dann ist es wahr­schein­lich auch so, dass der man­gel am wun­dern be­stimmt auch nichts neu­es ist. uns er­scheint ja nach ei­ner ge­wis­sen zeit der ge­wöh­nung al­les um uns her­um als nor­mal. an­ders kann man wahr­schein­lich auch nicht bei sin­nen blei­ben und des­halb nennt man die­se ge­wöh­nung ja auch so­zia­li­sa­ti­on. ohne so­zia­li­sa­ti­on, also ge­wöh­nung an den all­tag, an die um­welt, wä­ren wir wahr­schein­lich per­ma­nent über­for­dert.

aber ge­nau ge­nom­men, man­gelt es nicht an din­gen über die es sich zu wun­dern lohnt. mir fiel das heu­te früh beim mor­gen­spa­zier­gang auf, als ich (un­ter an­de­rem) auch mal kurz an mei­ne letz­te darm­spie­ge­lung den­ken muss­te. der wohn­te ich bei vol­lem be­wusst­sein bei und ver­folg­te sie ver­wun­dert auf dem fern­se­her. heu­te früh dach­te ich, dass wir ja mitt­ler­wei­le er­staun­lich viel da­von ver­ste­hen wie mensch­li­che kör­per funk­tio­nie­ren, aber gleich­zei­tig auch nicht.

was für ein wun­der, dass sich aus zel­len, ei­ner ei­zel­le und ei­nem sper­mi­um, koh­len­hy­dra­ten, was­ser, luft und viel lie­be so ein kom­ple­xes ge­flecht aus zel­len bil­det, dass mit ein biss­chen war­tung acht­zig, neun­zig jah­re lang funk­ti­ons­fä­hig bleibt? wir ha­ben das über tau­sen­de jah­re be­ob­ach­tet und an­ge­fan­gen zu ver­ste­hen, aber ver­wun­der­lich ist das wei­ter­hin.

ir­gend­wo habe ich auf­ge­schnappt, dass wis­sen­schaft eine viel bes­se­re me­tho­de ist als re­li­gi­on um an wun­der zu glau­ben. jede wis­sen­schaft­li­che fra­ge die wir klä­ren, wirft im­mer neue fra­gen und wun­der­lich­kei­ten auf. es ist so­viel span­nen­der sich in ge­dan­ken über schwar­ze lö­cher und das ende der zeit in der sin­gu­la­ri­tät zu ver­lie­ren, als sich ge­dan­ken über die jung­fräu­lich­keit von ma­ria oder die ver­meint­li­che auf­er­ste­hung ei­nes leich­nams vor 2020 jah­ren zu wun­dern.

als wir fri­da vor 6 jah­ren bei der züch­te­rin ab­ge­holt ha­ben, hat sie sich auch über al­les ge­wun­dert, aber stän­di­ger kör­per­kon­takt, eine un­er­sätt­li­che ju­gend­li­che neu­gier und viel schlaf ha­ben ihr ge­hol­fen die­se druck­be­tan­kung mit ein­drü­cken zu ver­ar­bei­ten. so dürf­te das bei uns alle in den ers­ten le­bens­jah­ren auch ge­we­sen sein, aber es ist gut, wenn man da noch­mal dran er­in­nert wird.

ich ver­ges­se das wun­dern auch im­mer wie­der. was mich ge­le­gent­lich trig­gert und in ei­nen zu­stand des stau­nens ver­setzt, sind tech­ni­sche de­tails die ich ent­de­cke und mich un­nö­tig stark be­schäf­ti­gen. wie jetzt zum bei­spiel in den letz­ten ta­gen, dass ich mit ein biss­chen json ein­fach gan­ze ar­ti­kel, in­klu­si­ve bil­der und me­ta­da­ten in die welt bla­sen kann, die auch les­bar blei­ben, wenn ich mein blog ka­putt-op­ti­mie­re oder ir­gend­wann nicht mehr be­zah­len kann.

aber wie ge­sagt, das soll kein la­men­to sein, son­dern nur eine er­in­ne­rung dar­an, wie auf­re­gend es sein kann, sich ge­le­get­lich über ver­meint­li­che selbst­ver­ständ­lich­kei­ten zu wun­dern.


le­sen

felix schwenzel in notiert

vol­ker we­ber:

What an in­te­res­t­ing ar­tic­le to read, if you still can

der von vol­ker ver­link­te ar­ti­kel von ty­ler jagt hat den ti­tel: „My Stu­dents Can’t Read“ und geht dar­um, dass jede ge­ne­ra­ti­on von lehr­kräf­ten dar­über kla­gen wür­de, das ihre stu­die­ren­den nicht le­sen könn­ten. ty­ler jagt meint das sei im­mer über­trie­ben ge­we­sen, aber jetzt kön­ne man das auch mit da­ten be­le­gen.

was ich wit­zig fand: über dem ar­ti­kel ist ein play­er ein­ge­bet­tet, der da­für sor­gen soll, dass man den ar­ti­kel nicht le­sen muss, son­dern ihn sich vor­le­sen las­sen kann.

screenshot https://archive.li/WvW1F

das ist schon sehr, sehr wit­zig.

der play­er lädt über ar­chi­ve.li nicht, aber wenn man auf die ori­gi­nal­sei­te des ar­ti­kels auf chro­nic­le.com geht, kann man den ar­ti­kel we­der le­sen, noch an­hö­ren, son­dern muss sich erst­mal an­mel­den. nach der an­mel­dung konn­te ich den ar­ti­kel im­mer noch nicht le­sen, weil chro­nic­le.com woll­te, dass ich mein pi.hole de­ak­ti­vier.

das ist ein un­trüg­li­ches zei­chen für ei­nen wei­te­ren grund, dass an­geb­lich nie­mand mehr liest: weil ei­nem das le­sen zu­neh­mend schwer ge­macht wird.

es sind nicht nur die te­le­fo­ne, al­go­rith­mi­schen feeds oder LLMs, son­dern auch die un­fä­hig­keit und der un­wil­le tex­te über­haupt ab­len­k­lungs­frei zum le­sen an­zu­bie­ten.

ich muss beim la­men­tie­ren dar­über, dass nie­mand mehr le­sen kann, auch im­mer an neil post­man den­ken. der hat das ende der le­se­kul­tur schon al­les vor 40 jah­ren pos­tu­liert (SN­CNR). ein paar hun­dert jah­re vor­her wur­de das le­sen noch als schäd­lich ein­ge­stuft, zu­min­dest dann, wenn alte weis­se män­ner den le­se­text nicht für hoch­wer­tig ge­nug hiel­ten. jetzt wirds le­sen und den­ken zum „lu­xus­gut“:

In July 2025, the jour­na­list Mary Har­ring­ton argued in The New York Times that “thin­king is be­co­ming a lu­xu­ry good.”

die bild zei­tung ist jetzt über 70 jah­re alt. zu­min­dest in den 60er und 70er jah­ren hat­te die bild ein viel­fa­ches, teils ein fünf bis 20 fa­ches der auf­la­ge von zei­tun­gen und zeit­schrif­ten mit et­was län­ge­ren tex­ten und nor­mal gros­sen buch­sta­ben. ich glau­be zu be­haup­ten, dass le­sen auf eine ge­wis­se art im­mer schon ein lu­xus­gut war ist nicht über­trie­ben.

dazu kommt, dass le­sen mei­ner mei­nung nach so­wohl über­schätzt, als auch in­ter­schätzt wird. mit der fä­hig­keit zu le­sen konn­te man sich im­mer schon gros­se vor­tei­le ver­schaf­fen. oder gute un­ter­hal­tung. mitt­ler­wei­le (ei­gent­lich aber auch schon im­mer) kann man auch ohne zu le­sen vor­tei­le und wis­sen und un­ter­hal­tung so­wie­so ver­schaf­fen.

ich habe dem le­sen viel zu ver­dan­ken, aber ge­lernt habe ich ne­ben dem le­sen schon im­mer auch vi­su­ell, ver­bal oder hap­tisch. die fä­hig­keit zu den­ken oder sich aus­zu­ken­nen al­lein an le­se­be­fä­hig fest­zu­ma­chen ist auf je­den fall et­was kurz ge­grif­fen. das mag in aka­de­mi­schen oder wis­sen­schaft­li­chen be­rei­chen an­ders sein und was ty­ler jagt und di­ver­se stu­di­en be­ob­ach­ten wird im je­wei­li­gen kon­text si­cher al­les stim­men, aber vor ge­ne­ra­li­sie­run­gen soll­te man sich im­mer hü­ten (pun in­ten­ted).


Das Ge­dan­ken­spiel, was ei­gent­lich anders wäre, wenn Frauen an der Macht wären, führt Ladies First in eine Welt, in der Frauen sich komplett ego­is­tisch verhalten und nur auf ihr eigenes Wohl bedacht sind. Sie über­neh­men keine Ver­ant­wor­tung für Sor­ge­ar­beit, belegen selbst­ver­ständ­lich alle Füh­rungs­po­si­tio­nen, fördern sich nur ge­gen­sei­tig. Männer be­trach­ten sie als un­gleich­wer­tig, als Lust­ob­jek­te, die hübsch anzusehen, aber nicht ernst­zu­neh­mend sind.

Selbst als Spiegel des Pa­tri­ar­chats wäre das äußerst plump und viel­leicht in den 1950ern als gelungene Satire durch­ge­gan­gen.


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gleich nach­ge­kocht, auf ne art, und es war gut. vor allem gelernt: für so ein gericht ist es wirklich von vorteil alle zutaten in etwas gleich grosse stücke zu schneiden, die pfanne muss or­dent­lich heisse sein und alles ständig in bewegung bleiben. dann wird aus dem fried rice sogar ohne reis ein leckeres gericht.




goog­le rea­der v3, oh­ne goog­le, ver­teilt

felix schwenzel

ich will nicht über­trei­ben, aber wenn ich po­ten­zi­al sehe, sehe ich po­ten­zi­al. die be­schäf­ti­gung mit dem #stan­dard.site-ge­döns hat jetzt dazu ge­führt, dass ich ar­ti­kel hier oder hier se­hen oder hier fin­den kann. also qua­si über­all wo man das AT-pro­to­koll und stan­dard.site-sche­ma­ta spricht.

das pro­to­koll, aber auch die im­ple­men­tie­rung von bei­spiels­wei­se der stan­dard-rea­der.app hat al­les was der goog­le rea­der da­mals™ konn­te: feeds fol­gen, men­schen fol­gen und abon­nie­ren, wei­ter-emp­feh­len und tei­len. der­zeit ist die an­mel­dung re­la­tiv ex­klu­siv über blues­ky, aber das pro­to­koll da­hin­ter ist of­fen und es soll­te ent­spre­chend auch ir­gend­wann al­ter­na­ti­ven oder er­wei­te­run­gen ge­ben. und na­tür­lich ist auch das stan­dards.site-for­mat noch nicht be­son­ders ver­brei­tet, aber mat­thi­as pfef­fer­le und au­to­ma­tic ar­bei­ten dar­an, dass alle word­press­blogs das kön­nen wenn sie woll­ten.

und es ist schön zu se­hen, wie sich din­ge manch­mal fü­gen. vor dem wo­chen­en­de habe ich mir eine mark­down-aus­ga­be für bei­trä­ge ge­baut, jetzt nut­ze ich mark­down um (neue) bei­trä­ge im mark­down-voll­text in die AT­mo­sphe­re zu bla­sen.

stan­dard-rea­der.app start­sei­te



AT­mo­sphe­re

felix schwenzel in über wirres

das ist ein ve­ri­ta­bles rab­bit hole in das ich mit dem stan­dard.site-ge­dö­ne ges­tern ge­fal­len bin.

ich habe ge­lernt, dass es ne­ben dem fe­di­ver­se auch eine AT­mo­sphe­re gibt, hin­ter dem fe­di­ver­se steckt das ac­ti­vi­ty-pub pro­to­koll und hin­ter der AT­mo­sphe­re steckt das AT-pro­to­koll. und nach­dem ich mich ges­tern durch die spe­zi­fi­ka­tio­nen und um­set­zungs­op­tio­nen ge­wühlt habe, zeigt sich, dass die AT­mo­sphe­re be­reits gut mit in­hal­ten aus word­press-blogs ge­füllt ist, weil der um­trie­bi­ge mat­thi­as pfef­fer­le nicht nur das ac­ti­vi­ty-pub pro­to­koll in form ei­nes word­press-plug­ins ei­nem brei­ten blog-pu­bli­kum zu­gäng­lich ge­macht hat, son­dern auch ei­nen plug­in na­mens word­press-at­mo­sphe­re baut. wer das nutzt und kon­fi­gu­riert hat lan­det in der AT­mo­sphe­re fire­hose.

ich habe mich mal imn der stan­dard-rea­der.app an­ge­mel­det und ein paar abos ge­setzt. dort fin­det man alle blogs die ihre bei­trä­ge im stan­dard.site-for­mat im AT-pro­to­koll ver­öf­fent­li­chen oder an­teasern.

ich bin ein viel zu gros­ser fan von RSS um RSS in na­her zu­kunft ab­zu­schrei­ben, aber die­ses neue for­mat auf ba­sis des AT-pro­to­kolls ist schon „RSS done right“, wie ich ges­tern ir­gend­wo ge­le­sen habe. neue bei­trä­ge müs­sen nicht ab­ge­ru­fen wer­den, son­dern wer­den ge­pusht, die nut­zung mit ei­nem cli­ent hat das po­ten­zi­al kin­der­ein­fach zu sein und die in­hal­te in die AT­mo­sphe­re zu bla­sen ist dank mat­thi­as pfef­fer­le (für word­press-nut­zen­de) auch kin­der­leicht. ich hab wei­ter RSS, aber jetzt auch was im AT-pro­to­koll. nächs­ter schritt: auch mit voll­text. dann stei­ge ich aber für ein paar wo­chen aus dem rab­bit hole aus und schau mir die ent­wick­lung dann spä­ter noch­mal an.


was­ser­me­lo­nen­sa­lat nach ot­to­lenghi

felix schwenzel in rezepte, teil der sammlung: meine besten rezepte

das ist ein sehr dankbarer und einfacher salat aus ot­to­lenghis nopi. man kann einfach alle zutaten zu­sa­men­schmeis­sen und verrühren oder die melone auf einem teller oder einer schale drap­pie­ren und mit dem dressing dressen und dem feta bestreuen. genauso kann man beliebige zutaten weglassen. mehr geht auch immer, ich glaube wir nehmen immer min­des­tens 250 g feta.

schmeckt immer.

wir haben heute den basilikum weg­ge­las­sen und statt einer chili, sambal olek genommen. kräuter hatten wir heute nur minze, ge­trock­ne­ten thymian und rosmarin. auf die ein­ge­leg­ten zitronen aus dem ara­bi­schen su­per­markt (oder mit etwas vorlauf selbst­ge­macht), möchten wir al­ler­dings ungern ver­zich­ten.

wassermelonnesalat mit groben feta-stücken und viel minze. das dressing aus olivenöl, chili und oliven erkennt man ebenso.

zutaten

  • 1 kleine wassermelone
  • 50 ml olivenöl
  • 1 mittelgroße rote chilischote (in dünne ringe geschnitten) oder 1 el sambal olek
  • 1 kleine knoblauchzehe (oder mehr)
  • 3 thymianzweige (oder getrockneter thymian)
  • 1 rosmarinzweig (oder getrocknet)
  • 25 g eingelegte zitronen
  • 25 schwarze Kalamaza-Oliven (100g)
  • grobes meersalz und schwarzer pfeffer
  • 100 g feta
  • 10 g basilikumblätter
  • 10 g minzblätter

ergibt: 2 portionen

zubereitung

  1. was­ser­me­lo­ne schälen und in würfel schneiden und in schalen oder teller verteilen.

  2. aus den rest­li­chen zutaten, ausser dem feta, ein dressing rühren.
    knoblauch quetschen, ein­ge­leg­te zitronen in feine streifen oder wür­fel­chen schneiden, oliven auch klein­schnei­den, frische kräuter sehr fein schneiden, ge­trock­ne­te kräuter ein bisschen verreiben.

  3. dressing auf den me­lo­nen­stü­cken verteilen, feta darüber krümeln oder vorher in würfel schneiden und dann über der melone verteilen.


hier und hier hat­te ich den sa­lat schon­mal ge­pos­tet. aber ehr­lich­ge­sagt tun die al­ten fo­tos dem sa­lat et­was un­recht.