alles

the age of trotz­dem

felix schwenzel in gesehen

sa­scha lobo nahm sich die­ses jahr die frei­heit, sei­ne grund­satz­re­den-the­men nicht auf der re­pu­bli­ca-sei­te an­zu­kün­di­gen, son­dern in di­ver­sen in­ter­views. ich hab zwar nur das wired-in­ter­view dazu ge­fun­den, aber es gibt be­stimmt noch an­de­re. in der wired kün­dig­te er an, die­ses jahr auf die pu­bli­kums­be­schimp­fung zu ver­zich­ten, was er im vor­trag aber schnell als lüge be­zeich­ne­te. na­tür­lich be­schimpf­te er sein pu­bli­kum, und sich selbst gleich mit. er ver­such­te die­ses jahr die ihr-und-ich-dua­li­tät auf­zu­lö­sen, die sich the­ma­tisch durch sei­ne vor­trä­ge der letz­ten jah­ren zog, als er be­ton­te, dass die vor­wür­fe die er „uns“ in den letz­ten jah­ren mach­te, ei­gent­lich pro­jek­tio­nen sei­ner ei­ge­nen un­zu­läng­lich­kei­ten ge­we­sen sei­en.

an­de­rer­seits funk­tio­nie­ren die meis­ten sei­ner gags eben nur mit ei­ner kla­ren tren­nung des lobo-ichs und des pu­bli­kum-ihrs, wes­halb der vor­satz der selbst­be­schimp­fung im lau­fe der vier­stün­di­gen pre­digt der an­der­talb­stün­di­gen grund­satz­re­de (na­tür­lich) ver­san­de­te. rhe­to­risch war das al­les ziem­lich bril­li­ant und ge­schlif­fen und ich mag den leicht pas­to­ra­len ton, den sacha lobo auf sei­nen re­pu­bli­ca-re­den an­schlägt. mir ge­fällt es auch von sa­scha lobo be­schimpft zu wer­den, ei­ner­seits weil er meist recht hat und an­de­rer­seits, weil das (eben) rhe­to­risch meist bril­li­ant ist und sei­ne ana­ly­sen (na­tür­lich) das er­geb­nis lan­gen nach­den­kens sind und (lei­der) meist auf den punkt sind. trotz­dem nei­ge ich tra­di­ti­ons­ge­mäss dazu, ihm in sei­nen schluss­fol­ge­run­gen zu wi­der­spre­chen, weil ich im ge­gen­teil zu ihm, nie be­reit war mei­nen in­ter­net­op­ti­mis­mus (oder ge­nau­er, welt­op­ti­mis­mus) auf­zu­ge­ben.

das woll­te er, mit an­kün­di­gung, in die­sem jahr än­dern, und sei­nen (un­se­ren?) in­ter­net­op­ti­mis­mus wie­der­fin­den. lei­der ge­lang ihm das nur so halb, mit dem hal­bi­ro­ni­schen schlag­wort TROTZ­DEM. ganz schlimm ge­schei­tert ist sein ver­such „uns“, das pu­bli­kum beim TROTZ­DE­Men mit­ein­zu­be­zie­hen, auch wenn es zu min­des­tens ei­ner gu­ten über­lei­tung zum the­ma mü­dig­keit führ­te. als rhe­to­ri­sches werk­zeug war das „TROTZ­DEM“ ziem­lich gut ge­eig­net, wenn sa­scha lobo es al­lei­ne von der büh­ne rief, als kol­lek­ti­ver auf­schrei, als pu­bli­kums- oder ge­mein­de­echo, gings in die hose.

was mir in die­sem jahr mehr als sonst auf­fiel, war das re­cy­cling von vor­han­de­nem ma­te­ri­al. ne­ben et­li­chen the­men aus sei­nen spie­gel-on­line-ko­lum­nen, kam mir auch sein aus­flug zum the­ma snap cash be­kannt vor, den pia klei­ne wie­sen­kamp vor ein paar wo­chen von ei­ner ora­cle-ver­an­stal­tung ins in­ter­net ge­strömt hat­te. die­se wie­der­ver­wen­dung ist na­tür­lich mehr als le­gi­tim, zu­mal das ma­te­ri­al von lobo fast aus­nahms­los bril­li­ant ist (kei­ne iro­nie). al­lein für sei­nen hin­weis dar­auf, dass fast alle iden­ti­fi­zier­ten is­la­mis­ti­schen at­ten­tä­ter be­reits po­li­zei­be­kannt wa­ren oder auf an­ti­ter­ror­lis­ten stan­den, ver­dient sa­scha lobo ei­nen jour­na­lis­ten­preis (oder min­des­tens ei­nen ko­lum­nis­ten­preis). was mir aber, trotz al­ler mü­hen, die sich sa­scha lobo ganz of­fen­sicht­lich ge­macht hat, fehl­te, war eine in­halt­li­che klam­mer, die aus all den schreck­li­chen er­kennt­nis­sen und hi­obs­ana­ly­sen, die er über die jah­re bril­li­ant her­aus­ar­bei­tet, tat­säch­li­chen op­ti­mis­mus oder lö­sungs­an­sät­ze auf­zeigt.

aber da ist sa­scha lobo wie­der bei uns oder bei sei­nem „ihr“, und ge­nau­so su­chend und rat­los wie alle an­de­ren.

na­tür­lich ist sein lö­sungs­an­satz, et­was zu un­ter­neh­men, wirt­schaft­lich er­folg­reich et­was gu­tes, hilf­rei­ches, welt­ver­bes­se­rern­des zu ma­chen, ein prag­ma­ti­scher, gang­ba­rer weg (von vie­len), aber an­de­rer­seits hat er das (leicht va­ri­iert) be­reits vor zwei und vor drei und wahr­schein­lich auch vor vier jah­ren ge­for­dert. das macht nichts von dem was er sagt falsch, aber es macht deut­lich, dass sa­scha lobo’s weg zum op­ti­mis­ten noch sehr weit ist. sein weg zu je­man­dem, der, trotz all der ver­kom­men­heit und nie­der­tracht sig­mar ga­bri­els der welt, op­ti­mis­mus ver­brei­ten kann, ist noch viel wei­ter.

YouTube Video Vorschaubild
youtube-video laden, info, direktlink

an­de­re über sa­scha lo­bos vor­trag:


bild von re:pu­bli­ca/jan zapp­ner CC BY 2.0


#rp­ten tag 1

felix schwenzel in artikel

ers­ter pro­gramm­punkt heu­te, mar­cus rich­ter, „what’s in a game?“. sehr schö­ne prä­sen­ta­ti­on die sich ex­pli­zit an nicht-ga­mer (wie mich) rich­te­te, um ih­nen ein paar der gen­res vor­zu­stel­len. neu­gie­ri­ger auf (com­pu­ter-) spie­len war ich nach dem vor­trag nicht, aber da­für weiss ich jetzt, dass man eine wii-fern­be­die­nung auch als prä­sen­ta­ti­ons­kli­cker be­nut­zer kann.


wich­tigs­ter hash­tag die­ses jahr dürf­te #bal­lon­sel­fie sein. oder min­des­tens das bal­lon­sel­fie-mo­tiv.


YouTube Video Vorschaubild
youtube-video laden, info, direktlink

zwei­ter pro­g­ram­punkt: doo­ce aka hea­ther arm­strong mit the cou­ra­ge of com­pas­si­on: trans­forming your ex­pe­ri­ence with cri­ti­cism. lei­der völ­lig un­ter­be­sucht, aber ich fand es toll hea­ther arm­strong mal in echt zu se­hen, ih­ren sub­ti­len, nicht ganz of­fen­sicht­li­chen hu­mor ge­spro­chen zu er­le­ben. stage 1 scheint mir ein biss­chen klei­ner als letz­tes jahr zu sein, also so­wohl die büh­ne selbst, als auch der zu­schau­er­raum.

sehr prä­sent auch die ka­me­ra­men­schen, für die be­die­nung die­ses ka­me­ra­wa­gens wer­den üb­ri­gens drei men­schen be­nö­tigt. ei­ner der die ka­me­ra führt, ei­ner der den wa­gen zieht und drückt und ei­ner der sich um die ka­bel kü­mert.

ka­me­ra­men­schen, ka­bel­trä­ger nicht im bild

auf­fäl­lig auf dem ge­län­de der re­pu­bli­ca, ist die­ses jahr die ex­tre­me räum­li­che ent­dich­tung. in der hal­le in der frü­her ne­ben der stage 2 noch zwei an­de­re büh­nen un­ter­ge­bracht wa­ren, ist die­ses jahr nur eine büh­ne (und die ga­dero­be).

stage 2

das kühl­haus ne­ben dem ein­gang wird be­spielt, hin­ter dem kom­lex, qua­si auf dem hin­ter­hof wur­de die frei­flä­che ge­öff­net und mit es­sens­stän­den, son­nen­stüh­len und lie­ge­bän­ken voll­ge­stellt. dank des san­di­gen un­ter­grunds kommt hier wirk­lich die viel be­schwo­re­ne fes­ti­val­stim­mung auf. lei­der ist es dort für mei­ne ver­hält­nis­se viel zu hell.

der re­pu­bli­ca hin­ter­hof

of­fen­sicht­lich fin­det dort abends auch das par­ty-ge­döns statt und ex­tra für die par­ty gibt es ei­nen se­pa­ra­ten zu­gang zum par­ty­ge­län­de.


YouTube Video Vorschaubild
youtube-video laden, info, direktlink

drit­ter pro­gramm­punkt: mo­ritz metz mit flie­gen­de com­pu­ter und ihre toll­küh­nen pi­lo­ten. das war eine sehr an­ge­neh­me prä­sen­ta­ti­on zum, auf den ers­ten blick, eher drö­gen the­ma droh­nen, aber weil mo­ritz metz sehr viel­schich­ti­ges ma­te­ri­al zeig­te, war das in kei­ner se­kun­de lang­wei­lig. im ge­gen­teil, mit ei­ner et­was auf­ge­räum­te­ren er­zähl­art hät­te mo­ritz metz die prä­sen­ta­ti­on auch lo­cker auf eine stun­de aus­deh­nen kön­nen, ohne dass es lang­wei­lig ge­wor­den wäre.

mir ge­fiel die par­al­le­le die mo­ritz metz vom in­ter­net zu droh­nen, bzw. zum luft­raum zog auch sehr gut. wie das in­ter­net vor 10, 15 jah­ren, ist jetzt auch der luft­raum, dank mo­der­ner tech­no­lo­gien, für je­der­mann zu­gäng­lich und der­zeit noch mehr oder we­ni­ger un­re­gu­liert.

so lan­ge die auf­zeich­nung des vor­trags nicht on­line ist, aber auch ein­fach so, kann man sich das deutsch­land­ra­dio-fea­ture von mo­ritz metz zu droh­nen an­se­hen oder an­hö­ren.


auf der re­pu­bli­ca gibt es ei­ge­ne toi­let­ten für DJs.


heu­te ist mir gün­ther oet­tin­ger zwei­mal über den weg ge­lau­fen. zwei­mal habe ich ihn ver­sucht zu fo­to­gra­fie­ren, fo­tos von oet­tin­ger kann man ja im­mer gut ge­brau­chen, zwei­mal bin ich ge­schei­tert, ein brauch­ba­res foto zu schies­sen. es sei denn, je­mand fin­det ein foto von gün­ther oet­tin­ger, wie er te­le­fo­nie­rend in sein auto ein­steigt, brauch­bar.

gün­ther oet­tin­ger steigt in ein auto ein

vier­ter pro­gramm­punkt, ju­lia reda mit en­ding ge­o­blo­cking: this con­tent re­al­ly ought to be available in your coun­try. ju­lia reda ist blitz­ge­scheit, re­det ge­schlif­fen wie ein was­ser­fall und ist auf eine ganz be­stimm­te art sehr nerdig. das meis­te was sie in ih­rem vor­trag be­sprach, war mir nicht wirk­lich neu, aber wie sie es be­sprach und auf­ar­bei­te­te, fand ich min­des­tens so in­ter­es­sant wie die sen­dung mit der maus oder eine stun­de rhe­to­rik­trai­ning.

und, soll­te es ir­gend­ei­ne ge­le­gen­heit dazu ge­ben, ju­lia reda nach die­ser le­gis­la­tur­pe­ri­ode wie­der ins eu­ro­pa­par­la­ment zu brin­gen, ich wäre be­reit auch wie­der (aus­nahms­wei­se) pi­ra­ten zu wäh­len. sie ist wirk­lich eine gute, die man nach kräf­ten un­ter­stüt­zen soll­te. auch wenn das nur mi­ni­mal un­ter­stüt­zend ist, hier ein link zu ih­rem blog.


sel­fies sind, wie ge­sagt, nach wie vor ein gros­ses the­ma.




gold auch.


ach ja: gu­tes in­ter­view mit sa­scha lobo in der wired, in dem vor­ankün­digt wird, dass er vor­ankün­di­gen wür­de, über was er heu­te abend ab 19:45 uhr re­den wird. stimmt viel­elicht zum teil so­gar.


[nach­trag 03.05.2016]
mei­ne kurz-re­zen­si­on von sa­scha lo­bos vor­trag


Abt. Men­schen, die ich be­wun­de­re: @di­plix, u.A. da­für, dass er so re­gel­mä­ßig und un­ter­halt­sam bloggt.

Hen­drik Mans (@hmans02.05.2016 15:21


„falls je­mand mit­schreibt…“
sehr wit­zig, @mon­oxyd. #rp­ten #games


ob­li­ga­to­ri­scher #rp­ten sel­fie (bei re:pu­bli­ca ten)



Dass die #rp­TEN ei­gent­lich to­tal ir­rele­vant ist, hat sich wie­der nicht her­um­ge­spro­chen. pic.twit­ter.com/J5LlcA1jHK

Pu­blic (@pu­blic­tors­ten02.05.2016 8:58


Ich hab ein biss­chen Angst, dass NDR, WDR und Süd­deut­sche Zei­tung dem­nächst das Coca-Cola-Re­zept ver­öf­fent­li­chen.

Lu­kas Hein­ser (@ein­hein­ser01.05.2016 21:13


white house cor­re­spond­ents’ din­ner 2016

felix schwenzel in gesehen

ba­rack oba­ma war am sams­tag auf dem jähr­li­chen kor­re­spon­den­ten di­ner im weis­sen haus, wie schon im jahr 2014 und 2015 wie­der sehr, sehr wit­zig. das hier ist die auf­zeich­nung sei­ner rede.

YouTube Video Vorschaubild
youtube-video laden, info, direktlink

den ein­spie­ler ge­gen ende der rede, hat das weis­se haus auf twit­ter se­pa­rat ver­öf­fent­licht:

Watch @PO­TUS in "Couch Com­man­der." snpy.tv/1X0D9Co

The White House (@Whi­te­House01.05.2016 3:46

alex matz­keit meint (zu recht), er sei im­mer wie­der er­staunt, was für „ein pas­sa­bler Schau­spie­ler“ ba­rack oba­ma sei. oba­mas ti­ming beim wit­zeln, sei­ne art, die wit­ze ne­ben­bei fal­len zu las­sen ist wirk­lich be­wun­ders­wert pro­fes­sio­nell. be­son­ders deut­lich wur­de das, als ein wirk­li­cher pro­fi nach ihm das mi­kro er­griff, lar­ry wilm­o­re, der als gast­ge­ber die sen­dung The Night­ly Show with Lar­ry Wilm­o­re auf co­me­dy cen­tral mo­de­riert. des­sen gags zün­de­ten nicht nur über­haupt nicht, sie wirk­ten ge­gen oba­mas re­la­tiv ela­bo­rier­te wit­ze un­fass­bar flach und ab­ge­lutscht. lei­der liess er sich von der ab­leh­nung im saal auch ziem­lich aus der ruhe brin­gen und erst als er et­was erns­ter wur­de, und das the­ma ras­sis­mus ohne ein­ge­scho­be­ne fla­che witz­chen the­ma­ti­sier­te, be­kam er ein biss­chen trak­ti­on. von oba­ma, glau­be ich, kann man in sa­chen hu­mor ei­ni­ges ler­nen, das wur­de durch den kon­trast oba­ma-wilm­o­re deut­lich: wer ernst ist und wit­ze macht, wirkt viel, viel wit­zi­ger, als je­mand der wit­zig zu wir­ken ver­sucht und wit­ze macht.

youtube-video laden, info, direktlink

nur zur er­in­ne­rung, wie gran­di­os ein ko­mi­ker auf dem cor­re­spond­ents’ di­ner sein kann, hier noch­mal ste­phen col­berts auf­tritt 2006.

der ei­gent­li­che witz war üb­ri­gens, wie ezra klein auf vox schreibt, dass oba­ma das meis­te was er sag­te, wohl tat­säch­lich ernst mein­te.

wenn ich bun­des­kanz­le­rin wer­de, wür­de ich so ein kor­re­spon­den­ten-abend­essen als ers­te amts­hand­lung in deutsch­land ein­füh­ren.


pre­pu­bli­ca

felix schwenzel in fortbewegt

heu­te nach­mit­tag bin ich zum ein­tritts­bänd­chen­ab­ho­len und ein kur­zes, vor­be­rei­ten­des auf-dem-hof-ste­hen, zur sta­ti­on ge­lau­fen. laut mo­ves wa­ren das nur um die 8000 schrit­te. com­pass hat knapp 7 ki­lo­me­ter ge­mes­sen, zwei kur­ze pau­sen ha­ben die durch­schnitts­ge­schwin­dig­keit von mir auf 4 km/h ge­drückt.

über die te­ge­ler- und hei­de­stras­se bin ich aus dem wed­ding rich­tung haupt­bahn­hof ge­lau­fen. der aus­bau der hei­de­stras­se wird so lang­sam, mitt­ler­wei­le wird die zwei­te spur ge­teert und der mit­tel­strei­fen ist be­reits (wei­ter un­ten, zum bahn­hof hin) mit bäu­men be­pflanzt.

hei­de­stras­se, blick auf den haupt­bahn­hof

als ich die hei­de­stras­se lang­lief, fand ich es wit­zig, die quer­stras­sen ins nichts zu fo­to­gra­fie­ren.

bau­fort­schrit­te auch am an­fang der hei­de­stras­se, die aus­sen­lie­gen­de trag­kon­struk­ti­on von dem ge­bäu­de ge­fällt mir mitt­ler­wei­le rich­tig gut.

hei­de­stras­se 2

das ge­bäu­de ist von ei­nem ar­chi­tek­tur­bü­ro aus graz, das sich LOVE ar­chi­tec­tu­re and ur­ba­nism ZT GmbH nennt und sich auf der pro­jekt­sei­te mit ei­nem mons­t­er­satz lobt:

Das zu­künf­ti­ge „50Hertz Netz­quar­tier“ prä­sen­tiert sich als fein­glied­ri­ger Bau­kör­per, wel­cher die stark vo­lu­me­tri­sche Spra­che des Mas­ter­plans auf­nimmt und als eine Art Über­la­ge­rung ver­schie­de­ner Struk­tu­ren, be­stehend aus dem au­ßen lie­gen­den Trag­sys­tem (Netz), dem ho­ri­zon­ta­len Rhyth­mus der Ge­scho­ßebe­nen und den in­nen lie­gen­den gel­ben Ker­nen und Trep­pen­häu­sern wi­der­gibt. Die­se len­ken den Blick in die Tie­fe und füh­ren zu ei­ner Ent­ma­te­ria­li­sie­rung des Bau­werks.

manch­mal sind eck­lö­sun­gen be­son­ders in­ter­es­sant, in die­sem fall dop­pelt, weil die ecke der in­tui­ti­on zu wi­der­spre­chen scheint.

ecke an der hei­de­stras­se 2

vom bah­hof aus war es dann zur sta­ti­on nur noch ein kat­zen­sprung: durch das mit po­li­zei und tou­ris­ten voll­ge­stopf­te re­gie­rungs­vier­tel, an ei­nem stau oder ei­ner par­ty vor­bei, durch den tier­gar­ten, zum pots­da­mer platz.

ich wur­de schwach und woll­te mir beim dor­ti­gen häa­gen-dazs ein eis kau­fen. hab ich auch ge­macht, wer­de ich aber ganz si­cher nie wie­der ma­chen. denn für den ir­ren preis ei­ner klei­nen ku­gel eis für 3 euro, er­wirbt man kei­nes­falls das recht die aus­sen­be­stuh­lung zu be­nut­zen. da­für muss man noch mehr mehr be­zah­len, an­geb­lich we­gen des ord­nungs­amts. ich ver­mu­te hier aber eher pro­fit­gier und ein ab­sur­des ge­schäfts­mo­del.

wei­ter zur re­pu­bli­ca, wo man die­ses jahr am ein­gang die ta­schen auf feu­er­werks­kör­per oder spreng­stoff oder waf­fen un­ter­sucht. ich ver­mu­te, hier ist auch das ord­nungs­amt oder die feu­er­po­li­zei am werk. das bier, das ich von der tank­stel­le ge­gen­über mit­ge­bracht habe (€1,80 für ei­nen hal­ben li­ter), wur­de nicht mo­niert.

durch­gang von der tank­stel­le zur re­pu­bli­ca

lo­bens­wert üb­ri­gens: der durch­gang zur tank­stel­le ge­gen­über der sta­ti­on ist jetzt frei, man muss nicht mehr um den block lau­fen, um trink­ba­res bier zu er­wer­ben. denn auf dem re­pu­bli­ca ge­län­de kann man wei­ter­hin nur un­ge­niess­ba­res ber­li­ner bier kau­fen, mitt­ler­wei­le ist dort der preis bei 3 euro für 330 mil­li­li­ter an­ge­kom­men.

an­sons­ten ist al­les wie im­mer, blen­den­des re­pu­bli­ca-wet­ter, alle füh­len sich pu­del­wohl bor­der-col­lie-wohl und der him­mel strahlt.


von zu­hau­se sinds nur un­ge­fähr 8000 schrit­te zur #rp­ten.


auf dem Hof füh­len sich alle wohl. #rp­ten




in ber­lin schwer zu ent­schei­den: stau oder par­ty?


ich habs mir ge­ra­de in den ka­len­der ein­ge­tra­gen. muss doch mal gu­cken, was die­ses power­point kann.


the gra­ham nor­ton show s19e03

felix schwenzel in gesehen

(mit he­len mir­ren, ke­vin cos­t­ner, ewan mc­gre­gor, ri­cky ger­vais und eric bana, mu­sik von meg­han trai­nor)

man könn­te statt die gra­ham nor­ton show zu gu­cken, auch ein­fach re­gel­mäs­sig bei nerd­core in die trai­ler­fest ka­te­go­rie schau­en, um ei­ni­ger­mas­sen über neue fil­me in­for­miert zu sein und zu­sam­men­schnit­te die­ser fil­me zu se­hen. manch­mal macht das mehr spass, als sich eine gan­ze sen­dung an­zu­se­hen, manch­mal pas­sie­ren in sol­chen sen­dun­gen aber un­ter­halt­sa­me din­ge.

die haupt­funk­ti­on von chat shows oder trai­ler­schleu­dern ist na­tür­lich be­kannt­ma­chung von fil­men, also wer­bung. in blogs, im netz, in zei­tun­gen wird das manch­mal mit kri­tik kom­bi­niert und da­mit in jour­na­lis­mus ver­wan­delt. bei gra­ham nor­ton habe ich noch nie ein kri­ti­sches wort ge­gen­über ei­nem (an­we­sen­den) schau­pie­ler oder film den er pro­mo­tet ge­hört, da­für wird aber eine an­de­re zu­tat be­nutzt um die sen­dung in­ter­es­sant zu ma­chen: die schau­spie­ler wer­den un­ter er­heb­li­chen er­war­tungs­druck ge­setzt. ihre auf­ga­be in der sen­dung ist, ne­ben der pro­mo­ti­on, sym­pa­thisch, wit­zig oder min­des­tens un­ter­halt­sam und schlag­fer­tig zu wir­ken.

in der gra­ham nor­ton show wer­den die jour­na­lis­ti­schen ali­bi-ele­men­te durch in­ten­si­ves so­cial me­dia mo­ni­to­ring und bild­su­chen er­füllt, so dass man die pro­mi­nen­ten pro­mo­ter dann mit bil­dern oder tweets aus ih­rer ver­gan­gen­heit kon­fron­tie­ren kann und sieht, wie sie re­agie­ren.

in die­ser sen­dung hat die re­dak­ti­on von gra­ham nor­ton die 80er jah­re new-wave-mu­sik-ver­gan­gen­heit von ri­cky ger­vais aus­ge­gra­ben. der sang da­mals in ei­ner band na­mens seo­na dancing.

er­war­tungs­ge­mäss re­agier­te ri­cky ger­vais wit­zig und merk­te an, dass er schon wis­se, was hier lau­fe. man wol­le ihn bloss­stel­len. nur sei ihm das 80er jah­re bild über­haupt nicht pein­lich, son­dern das was er jetzt auf den schul­tern tra­ge:

auch sonst war ri­cky ger­vais er­war­tungs­ge­mäss wie­der der wit­zigs­te auf dem sofa. sein hu­mor ist furch­bar über­zo­gen und ver­sucht, lou­is c.k. nicht ganz un­ähn­lich, stän­dig rote li­ni­en zu über­schrei­ten. bei ri­cky ger­vais habe ich al­ler­dings im­mer auch das ge­fühl, dass er das ei­nen ti­cken sub­ti­ler, oder we­nigs­ten ei­nen ti­cken sym­pa­thi­scher, macht als lou­is c.k., weil er sich auch bei den übels­ten be­lei­di­gun­gen nie ein grin­sen ver­knei­fen kann. im aus­schnitt für sei­nen neu­en film (Da­vid Brent: Life on the Road) sagt er un­ter an­de­rem (als da­vid brent):

I’ve been out with all sorts of girls, rich girls, poor girls, white girls, … you know … thin girls, fat girls.

der witz mit der aus­las­sung hat beim saal­pu­bli­kum so­fort ge­zün­det und ich muss zu­ge­ben, so ei­nen hu­mor mag ich sehr ger­ne, auch wenn ich mir den film auf kei­nen fall an­se­hen wer­de.

YouTube Video Vorschaubild
youtube-video laden, info, direktlink

ri­cky ger­vais hat gleich noch pro­mo­ti­on für ei­nen zwei­ten film ge­macht, spe­cial cor­re­spond­ents (läuft auf net­flix). den hat er, ge­nau wie Life on the Road, selbst ge­schrie­ben und auch den wer­de ich mir mit si­cher­heit nicht an­gu­cken.

YouTube Video Vorschaubild
youtube-video laden, info, direktlink

die ne­ben­rol­le aus spe­cial cor­re­spond­ents, eric bana, sass auch auf nor­tons sofa, hin­ter­liess aber, aus­ser ei­nem sym­pa­thi­schen ein­druck, kei­ne er­in­ne­rung.

bei ewan mc­gre­gor blieb mir auch nichts an­de­res in er­in­ne­rung als sein blen­den­des, top-ge­pfleg­tes ge­biss und dass er wer­bung für ei­nen film mach­te, den ich mir be­stimmt an­se­hen wer­de: our kind of trai­tor, ein of­fen­bar re­la­tiv zeit­ge­mäs­ses spio­na­ge-mofa, nach john le car­rè. da­mi­an le­wis spielt da, wie in al­len an­de­ren fil­men und se­ri­en der­zeit, auch mit.

YouTube Video Vorschaubild
youtube-video laden, info, direktlink

he­len mi­ren, die im­mer noch aus­sieht wie queen eli­sa­beth, brach­te ei­nen trai­ler für ih­ren neu­en film eye in the sky mit. der sieht auch so aus, als wür­de ich mir den ger­ne an­se­hen wer­de, zu­mal sna­pe alan rick­man und jes­se aa­ron paul mit­spie­len. wenn ich das rich­tig ver­stan­den habe, geht es um ei­nen mi­li­tä­ri­schen dro­nen-an­schlag, der über zwei stun­den, mehr oder we­ni­ger in echt­zeit nach­er­zählt wird.

YouTube Video Vorschaubild
youtube-video laden, info, direktlink

am ende kam noch ke­vin cos­t­ner aufs sofa, der sich über­ra­schen­der wei­se als sym­pa­thi­scher, be­schei­de­ner la­ber­han­nes zeig­te. die ge­schich­te über sei­nen freund, den er erst zur sau ge­macht hat, dann, als er hil­fe be­nö­tig­te, bei sich ein­zie­hen liess, sich aber wei­ger­te das zu le­sen, was er in die­ser zeit schrieb, woll­te, wie die­ser satz, ein­fach nicht en­den, be­kam am ende aber eine schö­ne wen­de und leicht pa­the­thi­sche mo­ral. und wenn ri­cky ger­vais auf dem sofa sitzt, lässt er es sich na­tür­lich nicht ent­ge­hen, über­schüs­si­gen pa­thos mit sar­kas­ti­schem hu­mor zu neu­tra­li­sie­ren.

aus­ser­dem ist der film, für den ke­vin kost­ner wer­bung mach­te, auch ei­ner, der mich reizt; of­fen­bar so ne art sci-fi-cia-flet­chers-ver­schwö­rung­theo­rien misch­masch, in dem, wenn man den trai­ler sieht, das cos­t­ner-pa­thos wohl ein biss­chen zu dick auf­ge­tra­gen wur­de. guck ich mir trotz­dem an, auch weil ke­vin cos­t­ner in dem film die haa­re sehr schön hat.

YouTube Video Vorschaubild
youtube-video laden, info, direktlink

die gan­ze sen­dung gibt’s, bis sie dort ge­löscht wird, bei you­tube. wer in eng­land lebt, kann sie bei der BBC gu­cken.

youtube-video laden, info, direktlink

bei­fah­re­rin vor ner stun­de: „mach mal fens­ter auf, riecht ko­misch hier!“
bei­fah­re­rin jetzt: „mach mal fens­ter zu, riecht ko­misch hier!“



(bei aldi nord)