alles

re:pu­bli­ca, Ber­lin #rp­TEN

Ralf Heimann (@ralf­heimann04.05.2016 18:30



16:15 uhr @jour­nel­le auf büh­ne 5. zur si­cher­heit bin ix schon­mal 21 mi­nu­ten frü­her da. #rp­ten



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mahl­zeit!


mich hat die neil-post­ma­ni­sie­rung der ge­sell­schafts­de­bat­te schon 1985 ge­nervt. jetzt schwappt die­ser pes­si­mis­mus täg­lich auf der #rp­ten hoch


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#rp­ten pau­sen­bro­te.


rand­all mun­roe’s sorg­fäl­ti­ge ra­di­ka­li­tät

felix schwenzel in gesehen

rand­all mun­roe’s vor­trag ges­tern abend war, in ge­wis­ser wei­se, der ra­di­kals­te vor­trag den ich auf der re­pu­bli­ca je ge­se­hen habe. der vor­trag war den co­mics, die rand­all mun­roe auf xkcd.com ver­öf­fent­licht, nicht ganz un­ähn­lich. die­se co­mics han­deln aus­schliess­lich von din­gen, die rand­all mun­roe in­ter­es­sie­ren. sie hal­ten sich an kei­ne kon­ven­tio­nen, aus­ser de­nen, die er sich selbst aus­ge­dacht hat. das ist an sich nicht wirk­lich ra­di­kal, son­dern eine hal­tung, die ich mir ei­gent­lich von je­dem blog­ger, je­der pu­bli­zie­ren­den wün­sche: dem mas­sen­ge­schmack, trends, nicht nur nicht zu fol­gen, son­dern den mas­sen­ge­schmack und trends gar nicht erst be­ach­ten. nicht nur „blog­gen als wür­de nie­mand zu­se­hen“, son­dern pu­bli­zie­ren, als wä­ren alle so wie ich. das klingt her­me­tisch, ist es aber nicht, denn das je­wei­li­ge ich ist ja der welt zu­ge­wandt, aber eben fo­kus­siert. wird die­se hal­tung lei­den­schaft­lich und kon­se­quent durch­ge­zo­gen, kön­nen wun­der­ba­re unt­ren­di­ge, un­op­ti­mier­te, ei­ge­ne wer­ke ent­ste­hen, die viel­leicht nicht je­dem ge­fal­len, aber we­ni­gen dann um so mehr.

das ist, so un­ge­fähr, die ra­di­ka­li­tät von xkcd.com. nicht je­der ver­steht auf den ers­ten blick um was es geht, vie­le in­ter­es­siert es erst gar nicht, aber wenn man sich doch in­ter­es­siert und sich mit den din­gen be­schäf­tigt, zur not mit hil­fe von hilf­rei­chen er­klä­run­gen, ent­deckt man wun­der­ba­re wel­ten, ge­dan­ken, lei­den­schaft und — bei xkcd ganz be­son­ders — sorg­falt.

die­se ra­di­ka­li­tät hat rand­all mun­roe in sei­nem vor­trag eins zu eins vom netz auf die stage 1 der re­pu­bli­ca über­tra­gen. mun­roe küm­mert sich um so gut wie kei­ne re­gel für er­folg­rei­ches, en­ga­gie­ren­des öf­fent­li­ches re­den, er klebt hin­ter dem pult, die fo­li­en flies­sen über mit un­les­ba­ren in­for­ma­tio­nen und er wid­met sich den de­tails, die ihn fas­zi­nie­ren, bis ins wirk­lich al­ler­kleins­te ele­ment. in die­sem fall, so­gar im wahrs­ten sin­ne des wor­tes.

(ge­fühlt) eine drei­vier­tel stun­de wid­met er sich der fra­ge, was pas­sie­ren wür­de, wenn man aus den ele­men­ten des pe­ri­oden­sys­tems eine mau­er bau­en wür­de. er geht die ein­zel­nen ele­men­te und rei­hen sorg­fäl­tig durch, be­geis­tert sich über ein­zel­hei­ten und macht kei­ner­lei an­stal­ten ir­gend­et­was zu­sam­men­zu­fas­sen.

das ist ra­di­kal, aber nicht mal an­satz­wei­se eli­tär oder feind­se­lig. es ist ein­fach das, was rand­all mun­roe be­geis­tert, und wer ihm fol­gen möch­te, bit­te schön, kann das tun, und wer ihm nicht fol­gen möch­te, kann das un­ter­las­sen.

die zwei­te (ge­fühl­te) drei­vier­tel­stun­de be­schäf­tigt sich mun­roe mit drei un­über­sicht­li­chen zeich­nun­gen, in de­nen er kom­ple­xe zu­sam­men­hän­ge mit den 1000 meist­be­nutz­ten wör­tern der eng­li­schen spra­che er­klärt. auch hier geht er aus­führ­lich auf je­des noch so klei­ne de­tail ein und ver­zich­tet auf jede art von zu­sam­men­fas­sung oder me­ta­ebe­ne.

rand­all mun­roe kann sich das er­lau­ben, sein pu­bli­kum mit de­tails zu lang­wei­len, weil sei­ne de­tails eben (für vie­le, sehr vie­le) nicht lang­wei­lig sind. sie sind ge­la­den mit witz und hu­mor, aber eben rand­all mun­roes, ganz ei­ge­nem, sehr spe­zi­el­len, sub­ti­len hu­mor, der sich eben nicht um ir­gend­wel­che hu­mor-richt­li­ni­en oder -trends küm­mert.

dass rand­all mun­roe über­haupt so eine gros­se folg­schaft, so vie­le fans sei­ner ar­beit ge­fun­den hat, ver­dankt er (und wir) in ers­ter li­nie dem netz. er hat sei­nen ei­ge­nen stil und sei­ne folg­schaft über etwa ein jahr­zehnt auf­ge­baut, über sei­ne web­site und sehr, sehr viel de­tail­ver­ses­se­ne, klein­tei­li­ge, lie­be­vol­le und sorg­fäl­ti­ge ar­beit. kein ver­lag hät­te die­se auf­bau­ar­beit leis­ten kön­nen oder wol­len, vor al­lem aber hät­te kein ver­lag mun­roes ta­lent und lei­den­schaft er­ken­nen kön­nen. so funk­tio­niert das wohl nur im in­ter­net, dass win­zi­ge ein-per­so­nen-echo­kam­mern sich über jahr­zehn­te lang­sam fül­len, bis plötz­lich mil­lio­nen men­schen in ihr ste­hen und sich plötz­lich die echo-qua­li­tä­ten, auch in an­de­ren echo­kam­mern, her­um­spre­chen.

rand­all mun­roes the­ma­ti­sche klam­mer im vor­trag war (ne­ben flu­or) das kind­lich, nai­ve fra­gen. mir ge­fiel die auf­for­de­rung sehr gut, dar­auf hin­zu­ar­bei­ten sich nicht für din­ge zu schä­men die man nicht weiss und scham­los da­nach zu fra­gen. neu­gier, nai­vi­tät sei wich­ti­ger als bil­dungs­prot­ze­rei, das war so un­ge­fähr das fa­zit von mun­roe’s vor­trag.

mein fa­zit von mun­roes vor­trag ist: tu das was dich in­ter­es­siert, pu­bli­zie­re das mit lei­den­schaft, de­tail­lie­be und sorg­falt, ent­wick­le dich im­mer wei­ter, ar­bei­te an dei­nem stil und bleib dir treu.


den talk woll­te rand­all mun­roe nicht auf­ge­zeich­net se­hen, es gibt aber eine auf­zeich­nung, wo er über die mau­er aus ele­men­ten aus dem pe­ri­oden­sys­tem re­det:

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Der Ta­xi­fah­rer: "Was is das für ne Kon­fe­renz?"
"Eine In­ter­net­kon­fe­renz"
"Dann könnt ihr das doch auch Zu­hau­se ma­chen!"
#rp­TEN ❤️

Mag­da­le­na Rogl (@Len­a­Rogl03.05.2016 18:18



#rp­ten tag 2

felix schwenzel in artikel

nach­dem ich gun­ter dueck ver­passt habe (zu früh), war mein ers­ter pro­g­ram­punkt ali­na fich­ter im ge­spräch mit mor­gan wan­dell. wan­dell ist zu­stän­dig für die ent­wick­lung von dra­ma- und fern­seh­se­ri­en auf ama­zon und macht sein ding bei ama­zon wohl ganz gut.

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lei­der fand ich mor­gan wand­all sehr un­sym­pa­thisch und glatt, ein ty­pi­scher fen­seh­mensch, der sehr vie­le wohl­klin­gen­de ad­jek­ti­ve be­nutzt, ohne je­mals ir­gend­et­was zu sa­gen. rich­tig in­ter­es­san­te ant­wor­ten kann man aber eh nicht von je­man­dem er­war­ten, der die meis­te zeit im ver­bor­ge­nen ar­bei­tet um in ruhe pro­jek­te ent­wi­ckeln zu kön­nen und den rest der zeit mit pro­mo­ti­on des fer­ti­gen ge­döns ver­bringt. eben­so we­nig hat sich die hoff­nung be­wahr­hei­tet, dass er ir­gend­wel­che ge­heim­re­zep­te oder un­er­war­te­te an­kü­di­gun­gen pa­rat hät­te — oder die auch noch mit dem pu­bli­kum tei­len wür­de. kurz: das war eher lang­wei­lig, auch wenn die sa­chen die künf­tig auf ama­zon ge­zeigt wer­den, durch­aus span­nend wer­den könn­ten.


der kä­se­stand der ges­tern für kä­si­gen ge­ruch auf dem hin­ter­hof sorg­te, ist heu­te nicht mehr da. das ist scha­de, weil der käse wirk­lich le­cker war. da­für gibt der bur­ger-food-truck ei­nen last­wa­gen.


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zwei­ter pro­g­ram­punkt: frie­de­mann ka­rig mit der pu­ber­tä­ren ge­sell­schaft und dem netz. weil ich schon­mal ei­nen vor­trag von frie­de­mann ka­rig ge­se­hen habe, konn­te ich ei­ni­ge fo­li­en vor­her­se­hen aber trotz­dem dem vor­trag nicht zu 100 pro­zent fol­gen. es ist gut mög­lich dass das mein feh­ler war, aber eben­so ist es mög­lich, dass fried­mann ka­rig es nicht ge­schafft hat, dem vor­trag eine sinn­vol­le struk­tur zu ge­ben.

was er de­fi­ni­tiv nicht ge­schafft hat: sei­nem vor­trag im 16-zu-9-for­mat zu prä­sen­tie­ren, da­für hat er aber ei­nen schö­nen neo­lo­gis­mus ge­zeigt.


kath­rin pas­sig auf dem weg zum hof ge­trof­fen und mich, als sie „hal­lo“ sag­te, we­gen ih­rer ge­sicht­b­lin­heit, mit mei­nem na­men (fe­lix) vor­ge­stellt. sie mein­te das sei nicht nö­tig und dass sie zu­fäl­lig ge­ra­de über mich nach­ge­dacht hät­te und mich für eine vor­trags- oder work­shop-idee für die nächs­te re­pu­bli­ca ger­ne et­was fra­gen wür­de: sie bräuch­te für den vor­trag (oder work­shop) ein paar pe­nis­bil­der. ob ich ihr hel­fen kön­ne?

#rp­ten snap­chat pe­nis­bild von hei­ko biel­in­ski

ge­nau wie al­len an­de­ren die auf der re­pu­bli­ca mit mir über snap­chat oder pe­nis­bil­der re­den, emp­fahl ich ihr (na­tür­lich) das snap­chat-kon­to von hei­ko biel­in­ski (he1b1e). sie mein­te aber „erns­te“ pe­nis­bil­der. ich er­klär­te ihr dass ich für so­was zu gen­ant sei und so­was noch nicht mal für den pri­va­ten ge­brauch ma­chen wür­de. aber über mei­nen tipp mal das post-pri­va­cy-ge­the­se von mi­cha­el see­mann auf prak­ti­sche an­wend­bar­keit zu prü­fen und ihn zu fra­gen, er­freu­te sie sehr.


alle an­de­ren pro­gramm­punk­te die ich heu­te auf dem plan hat­te sind ge­schei­tert. ent­we­der weil ich zu spät kam, der saal über­lief, ich im fal­schen saal sass oder der re­fe­rent (tho­mas fi­scher) den flug ver­passt hat. heu­te nach­mit­tag steht dann noch um 18:45 uhr netz-pu­bli­zis­ten im ge­spräch mit phil­ip ban­se an und na­tür­lich um 20 uhr rand­all mun­roe.


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pan­op­ti­kum @ #rp­ten #rp­net


ar­beits­tei­lung bei tau­ben

felix schwenzel in notiert

auf dem weg zur re­pu­bli­ca habe ich am hal­le­schen tor ein päär­chen be­ob­ach­tet: zwei tau­ben, die im dach­ge­bälk ober­halb des bahn­steigs ein nest bau­en. bei­de schei­nen sich die ar­beit gleich­be­rech­tigt auf­zu­tei­len und flie­gen stän­dig vom nest auf die bahn­stei­ge um dort äst­chen oder län­ge­re pi­ni­en­na­deln auf­zu­sam­meln.

ich war mir zu­erst nicht ganz si­cher, nach wel­chen kri­te­ri­en sie da­bei vor­ge­hen. das weib­chen konn­te ich da­bei be­ob­ach­ten, dass es vie­le klei­ne stöck­chen auf­hob und meist wie­der fal­len liess, bis sie ein pas­sen­de­res fand. bei ih­ren er­ra­ti­schen kreis­be­we­gun­gen über den bahn­steig, flog ihr hin und wie­der tat­säch­lich ein pas­sen­des äst­chen vor den schna­bel, das sie dann hoch zum nest flog. das männ­chen prüf­te die äst­chen, die das weib­chen ver­schmäh­te, im­mer wie­der er­neut. ein be­son­ders gros­ses äst­chen hat­te es ihm sehr an­ge­tan, das männ­chen schien völ­lig an­de­re qua­li­täts­kri­te­ri­en an das ma­te­ri­al oder den nest­bau zu ha­ben.

lei­der schien das männ­chen, wie bei männ­chen wohl üb­lich, ein biss­chen viel selbst­ver­trau­en in die ei­ge­nen fä­hig­kei­ten zu ha­ben. ich konn­te be­ob­ach­ten, wie es im­mer wie­der dar­an schei­ter­te, das et­was grös­se­re äst­chen län­ger als eine se­kun­de in der luft im schna­bel zu hal­ten.

in den sie­ben mi­nu­ten, in de­nen ich das tau­ben­päär­chen be­ob­ach­te­te, schaff­te das weib­chen lang­sam, aber ef­fek­tiv, ziem­lich viel bau­ma­te­ri­al zum nest, wäh­rend das männ­chen sei­ne en­er­gie mit selbst­über­schät­zung und po­ser­tum ver­schwen­de­te.

tau­ben­weib­chen bei der ef­fek­ti­ven nest­bau­ma­te­ri­al­su­che

auf der #rp­ten sitzt auch das pu­bli­kum im ram­pen­licht. (bei re:pu­bli­ca ten)


@Jor­ma­son screen­sa­ver weiss ich nicht. aber die­ses jahr rede ich nicht auf der re­pu­bli­ca. hab we­gen re­la­tiv aku­tem zeit­man­gel ab­ge­sagt.


auf dem weg von der fried­rich­stras­se zur sta­ti­on ist der kaf­fee end­lich auf 90 grad ab­ge­kühlt.


the age of trotz­dem

felix schwenzel in gesehen

sa­scha lobo nahm sich die­ses jahr die frei­heit, sei­ne grund­satz­re­den-the­men nicht auf der re­pu­bli­ca-sei­te an­zu­kün­di­gen, son­dern in di­ver­sen in­ter­views. ich hab zwar nur das wired-in­ter­view dazu ge­fun­den, aber es gibt be­stimmt noch an­de­re. in der wired kün­dig­te er an, die­ses jahr auf die pu­bli­kums­be­schimp­fung zu ver­zich­ten, was er im vor­trag aber schnell als lüge be­zeich­ne­te. na­tür­lich be­schimpf­te er sein pu­bli­kum, und sich selbst gleich mit. er ver­such­te die­ses jahr die ihr-und-ich-dua­li­tät auf­zu­lö­sen, die sich the­ma­tisch durch sei­ne vor­trä­ge der letz­ten jah­ren zog, als er be­ton­te, dass die vor­wür­fe die er „uns“ in den letz­ten jah­ren mach­te, ei­gent­lich pro­jek­tio­nen sei­ner ei­ge­nen un­zu­läng­lich­kei­ten ge­we­sen sei­en.

an­de­rer­seits funk­tio­nie­ren die meis­ten sei­ner gags eben nur mit ei­ner kla­ren tren­nung des lobo-ichs und des pu­bli­kum-ihrs, wes­halb der vor­satz der selbst­be­schimp­fung im lau­fe der vier­stün­di­gen pre­digt der an­der­talb­stün­di­gen grund­satz­re­de (na­tür­lich) ver­san­de­te. rhe­to­risch war das al­les ziem­lich bril­li­ant und ge­schlif­fen und ich mag den leicht pas­to­ra­len ton, den sacha lobo auf sei­nen re­pu­bli­ca-re­den an­schlägt. mir ge­fällt es auch von sa­scha lobo be­schimpft zu wer­den, ei­ner­seits weil er meist recht hat und an­de­rer­seits, weil das (eben) rhe­to­risch meist bril­li­ant ist und sei­ne ana­ly­sen (na­tür­lich) das er­geb­nis lan­gen nach­den­kens sind und (lei­der) meist auf den punkt sind. trotz­dem nei­ge ich tra­di­ti­ons­ge­mäss dazu, ihm in sei­nen schluss­fol­ge­run­gen zu wi­der­spre­chen, weil ich im ge­gen­teil zu ihm, nie be­reit war mei­nen in­ter­net­op­ti­mis­mus (oder ge­nau­er, welt­op­ti­mis­mus) auf­zu­ge­ben.

das woll­te er, mit an­kün­di­gung, in die­sem jahr än­dern, und sei­nen (un­se­ren?) in­ter­net­op­ti­mis­mus wie­der­fin­den. lei­der ge­lang ihm das nur so halb, mit dem hal­bi­ro­ni­schen schlag­wort TROTZ­DEM. ganz schlimm ge­schei­tert ist sein ver­such „uns“, das pu­bli­kum beim TROTZ­DE­Men mit­ein­zu­be­zie­hen, auch wenn es zu min­des­tens ei­ner gu­ten über­lei­tung zum the­ma mü­dig­keit führ­te. als rhe­to­ri­sches werk­zeug war das „TROTZ­DEM“ ziem­lich gut ge­eig­net, wenn sa­scha lobo es al­lei­ne von der büh­ne rief, als kol­lek­ti­ver auf­schrei, als pu­bli­kums- oder ge­mein­de­echo, gings in die hose.

was mir in die­sem jahr mehr als sonst auf­fiel, war das re­cy­cling von vor­han­de­nem ma­te­ri­al. ne­ben et­li­chen the­men aus sei­nen spie­gel-on­line-ko­lum­nen, kam mir auch sein aus­flug zum the­ma snap cash be­kannt vor, den pia klei­ne wie­sen­kamp vor ein paar wo­chen von ei­ner ora­cle-ver­an­stal­tung ins in­ter­net ge­strömt hat­te. die­se wie­der­ver­wen­dung ist na­tür­lich mehr als le­gi­tim, zu­mal das ma­te­ri­al von lobo fast aus­nahms­los bril­li­ant ist (kei­ne iro­nie). al­lein für sei­nen hin­weis dar­auf, dass fast alle iden­ti­fi­zier­ten is­la­mis­ti­schen at­ten­tä­ter be­reits po­li­zei­be­kannt wa­ren oder auf an­ti­ter­ror­lis­ten stan­den, ver­dient sa­scha lobo ei­nen jour­na­lis­ten­preis (oder min­des­tens ei­nen ko­lum­nis­ten­preis). was mir aber, trotz al­ler mü­hen, die sich sa­scha lobo ganz of­fen­sicht­lich ge­macht hat, fehl­te, war eine in­halt­li­che klam­mer, die aus all den schreck­li­chen er­kennt­nis­sen und hi­obs­ana­ly­sen, die er über die jah­re bril­li­ant her­aus­ar­bei­tet, tat­säch­li­chen op­ti­mis­mus oder lö­sungs­an­sät­ze auf­zeigt.

aber da ist sa­scha lobo wie­der bei uns oder bei sei­nem „ihr“, und ge­nau­so su­chend und rat­los wie alle an­de­ren.

na­tür­lich ist sein lö­sungs­an­satz, et­was zu un­ter­neh­men, wirt­schaft­lich er­folg­reich et­was gu­tes, hilf­rei­ches, welt­ver­bes­se­rern­des zu ma­chen, ein prag­ma­ti­scher, gang­ba­rer weg (von vie­len), aber an­de­rer­seits hat er das (leicht va­ri­iert) be­reits vor zwei und vor drei und wahr­schein­lich auch vor vier jah­ren ge­for­dert. das macht nichts von dem was er sagt falsch, aber es macht deut­lich, dass sa­scha lobo’s weg zum op­ti­mis­ten noch sehr weit ist. sein weg zu je­man­dem, der, trotz all der ver­kom­men­heit und nie­der­tracht sig­mar ga­bri­els der welt, op­ti­mis­mus ver­brei­ten kann, ist noch viel wei­ter.

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an­de­re über sa­scha lo­bos vor­trag:


bild von re:pu­bli­ca/jan zapp­ner CC BY 2.0


#rp­ten tag 1

felix schwenzel in artikel

ers­ter pro­gramm­punkt heu­te, mar­cus rich­ter, „what’s in a game?“. sehr schö­ne prä­sen­ta­ti­on die sich ex­pli­zit an nicht-ga­mer (wie mich) rich­te­te, um ih­nen ein paar der gen­res vor­zu­stel­len. neu­gie­ri­ger auf (com­pu­ter-) spie­len war ich nach dem vor­trag nicht, aber da­für weiss ich jetzt, dass man eine wii-fern­be­die­nung auch als prä­sen­ta­ti­ons­kli­cker be­nut­zer kann.


wich­tigs­ter hash­tag die­ses jahr dürf­te #bal­lon­sel­fie sein. oder min­des­tens das bal­lon­sel­fie-mo­tiv.


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zwei­ter pro­g­ram­punkt: doo­ce aka hea­ther arm­strong mit the cou­ra­ge of com­pas­si­on: trans­forming your ex­pe­ri­ence with cri­ti­cism. lei­der völ­lig un­ter­be­sucht, aber ich fand es toll hea­ther arm­strong mal in echt zu se­hen, ih­ren sub­ti­len, nicht ganz of­fen­sicht­li­chen hu­mor ge­spro­chen zu er­le­ben. stage 1 scheint mir ein biss­chen klei­ner als letz­tes jahr zu sein, also so­wohl die büh­ne selbst, als auch der zu­schau­er­raum.

sehr prä­sent auch die ka­me­ra­men­schen, für die be­die­nung die­ses ka­me­ra­wa­gens wer­den üb­ri­gens drei men­schen be­nö­tigt. ei­ner der die ka­me­ra führt, ei­ner der den wa­gen zieht und drückt und ei­ner der sich um die ka­bel kü­mert.

ka­me­ra­men­schen, ka­bel­trä­ger nicht im bild

auf­fäl­lig auf dem ge­län­de der re­pu­bli­ca, ist die­ses jahr die ex­tre­me räum­li­che ent­dich­tung. in der hal­le in der frü­her ne­ben der stage 2 noch zwei an­de­re büh­nen un­ter­ge­bracht wa­ren, ist die­ses jahr nur eine büh­ne (und die ga­dero­be).

stage 2

das kühl­haus ne­ben dem ein­gang wird be­spielt, hin­ter dem kom­lex, qua­si auf dem hin­ter­hof wur­de die frei­flä­che ge­öff­net und mit es­sens­stän­den, son­nen­stüh­len und lie­ge­bän­ken voll­ge­stellt. dank des san­di­gen un­ter­grunds kommt hier wirk­lich die viel be­schwo­re­ne fes­ti­val­stim­mung auf. lei­der ist es dort für mei­ne ver­hält­nis­se viel zu hell.

der re­pu­bli­ca hin­ter­hof

of­fen­sicht­lich fin­det dort abends auch das par­ty-ge­döns statt und ex­tra für die par­ty gibt es ei­nen se­pa­ra­ten zu­gang zum par­ty­ge­län­de.


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drit­ter pro­gramm­punkt: mo­ritz metz mit flie­gen­de com­pu­ter und ihre toll­küh­nen pi­lo­ten. das war eine sehr an­ge­neh­me prä­sen­ta­ti­on zum, auf den ers­ten blick, eher drö­gen the­ma droh­nen, aber weil mo­ritz metz sehr viel­schich­ti­ges ma­te­ri­al zeig­te, war das in kei­ner se­kun­de lang­wei­lig. im ge­gen­teil, mit ei­ner et­was auf­ge­räum­te­ren er­zähl­art hät­te mo­ritz metz die prä­sen­ta­ti­on auch lo­cker auf eine stun­de aus­deh­nen kön­nen, ohne dass es lang­wei­lig ge­wor­den wäre.

mir ge­fiel die par­al­le­le die mo­ritz metz vom in­ter­net zu droh­nen, bzw. zum luft­raum zog auch sehr gut. wie das in­ter­net vor 10, 15 jah­ren, ist jetzt auch der luft­raum, dank mo­der­ner tech­no­lo­gien, für je­der­mann zu­gäng­lich und der­zeit noch mehr oder we­ni­ger un­re­gu­liert.

so lan­ge die auf­zeich­nung des vor­trags nicht on­line ist, aber auch ein­fach so, kann man sich das deutsch­land­ra­dio-fea­ture von mo­ritz metz zu droh­nen an­se­hen oder an­hö­ren.


auf der re­pu­bli­ca gibt es ei­ge­ne toi­let­ten für DJs.


heu­te ist mir gün­ther oet­tin­ger zwei­mal über den weg ge­lau­fen. zwei­mal habe ich ihn ver­sucht zu fo­to­gra­fie­ren, fo­tos von oet­tin­ger kann man ja im­mer gut ge­brau­chen, zwei­mal bin ich ge­schei­tert, ein brauch­ba­res foto zu schies­sen. es sei denn, je­mand fin­det ein foto von gün­ther oet­tin­ger, wie er te­le­fo­nie­rend in sein auto ein­steigt, brauch­bar.

gün­ther oet­tin­ger steigt in ein auto ein

vier­ter pro­gramm­punkt, ju­lia reda mit en­ding ge­o­blo­cking: this con­tent re­al­ly ought to be available in your coun­try. ju­lia reda ist blitz­ge­scheit, re­det ge­schlif­fen wie ein was­ser­fall und ist auf eine ganz be­stimm­te art sehr nerdig. das meis­te was sie in ih­rem vor­trag be­sprach, war mir nicht wirk­lich neu, aber wie sie es be­sprach und auf­ar­bei­te­te, fand ich min­des­tens so in­ter­es­sant wie die sen­dung mit der maus oder eine stun­de rhe­to­rik­trai­ning.

und, soll­te es ir­gend­ei­ne ge­le­gen­heit dazu ge­ben, ju­lia reda nach die­ser le­gis­la­tur­pe­ri­ode wie­der ins eu­ro­pa­par­la­ment zu brin­gen, ich wäre be­reit auch wie­der (aus­nahms­wei­se) pi­ra­ten zu wäh­len. sie ist wirk­lich eine gute, die man nach kräf­ten un­ter­stüt­zen soll­te. auch wenn das nur mi­ni­mal un­ter­stüt­zend ist, hier ein link zu ih­rem blog.


sel­fies sind, wie ge­sagt, nach wie vor ein gros­ses the­ma.




gold auch.


ach ja: gu­tes in­ter­view mit sa­scha lobo in der wired, in dem vor­ankün­digt wird, dass er vor­ankün­di­gen wür­de, über was er heu­te abend ab 19:45 uhr re­den wird. stimmt viel­elicht zum teil so­gar.


[nach­trag 03.05.2016]
mei­ne kurz-re­zen­si­on von sa­scha lo­bos vor­trag


Abt. Men­schen, die ich be­wun­de­re: @di­plix, u.A. da­für, dass er so re­gel­mä­ßig und un­ter­halt­sam bloggt.

Hen­drik Mans (@hmans02.05.2016 15:21


„falls je­mand mit­schreibt…“
sehr wit­zig, @mon­oxyd. #rp­ten #games