LLMs und das internet killed my heise abo
ich war über ein jahrzehnt, vielleicht sogar zwei jahrzehnte abonnement der c’t. 2013 hatte ich keine lust mehr auf das altpapier, das mit den c’t-artikeln mitgeliefert wurde und kündigte mein c’t abo. damals gab es, soweit ich mich erinnere, kein reines online c’t abo. zwischenzeitlich las ich c’t weiter bei meinem arbeitgeber und kaufte gelegentlich einzelartikel. seit september 2021 bin ich heise+ abonent. damit konnte ich alles auf heise.de lesen, inklusive des make magazine und der c’t.
heute hab ich mein heise+ abonnement gekündigt. warum erzähl ich gleich, aber erst muss ich nochmal zwei schlenker machen.
im januar 2024 haben wir einen neuen gaszähler bekommen. nachdem ich mir die spezifikationen des bei uns eingebauten models angesehen hatte, kam ich auf die idee, dass ich den impulsgebner des gaszählers mit einem aqara-türsensor abgreifen könnte. wahrscheinlich war das nicht meine original-idee, wahrscheinlich las ich in einem home-assistant-forum oder anderswo von leuten die sowas ähnliches machen. das klappte auf anhieb, weil der türsenor ohne plastik-hülle genau in eine aussparung des gaszählers passte und der impulsgeber den reed-kontakt des aqara-sensors zuverlässig mit jeder umdrehung auslöste. das einzig unzuverlässige war meine befestigung mit klebeband, weshalb ich irgendwann nach einem 3d-druck für einen halter suchte, einen fand und mir den drucken liess.
seitdem zählt der türsensor zuverlässig impulse und home assistant wandelt das in einen verbrauchssensor.
nachdem uberspace anfang 2023 php 7.4 auf altenteil schob, lief mein auf ezpublish gehostetes blog zwar noch, aber ich konnte keine beiträge mehr veröffentlichen, weil ezpublish zu viele php fehler produzierte. eine reparatur wäre damals ohne die hilfe von programmierhelfern sehr zeitaufwändig geworden, weshalb ich zwei jahre lang mehr oder weniger nur auf instgram ins internet schrieb. eigentlich hatte ich schon 2020 faktisch aufgehört auf wirres.net ins inernet zu schreiben, ich glaube vor allem weil ich mich lieber um unseren hund kümmern musste und wollte und die erziehung und das lernen über den umgang mit hunden, ein neuer job, corona und überhaupt alles andere meine aufmerksamkeit über gebühr in beschlag nahmen.
als ich mich anfang 2025 entschloss wirres.net auf kirby zu migrieren, bastelte ich mir einen docker container mit php 7.4 und mysql zusammen und brachte ezpublish und das alte wirres.net auf unserem heimserver wieder zum laufen. mit und in diesem container baute ich mir export-skripte um die alten inhalte ins neue kirby zu migrieren. da meine programmierfähigkeiten und vor allem die meiner coding-helfer damals noch nicht so ausgeprägt waren und ich noch weniger ahnung als heute hatte, war diese docker konstruktion ein bisschen wackelig.
mein ziel war eigentlich das ganze archiv in einem einzigen ordner, mit einer docker-compose-datei in unserem heimnetzwerk zu hosten und diesen ordner, falls nötig, auch auf einen anderen server migrieren zu können. das habe ich mir dann mit einem codinghelfer der neueren generation vor ein paar monaten gebaut. seitdem kann ich im heimnetz einfach archiv.wirres.net aufrufen und bekomme wirres.net, inklusive SSL exakt so angezeigt wie ich es 2023 verlassen habe.
wie man sieht funktioniert die archiv-webseite noch so gut, dass sogar das goodreads-widget, dass ich vor vielen jahren mal eingerichtet habe, noch funktioniert und die bücher anzeigt, die ich bei goodreads als „currently reading“ angegeben habe.
aber auch die likes, reposts und shares von damals werden noch einwandfrei angezeigt.

das erinnert mich daran — mit ein bisschen wehmut — welche resonanz-maschinen twitter und facebook noch vor 10 jahren waren und das meine mutter schon vor > 10 jahren mein gedöns beständig likte, damals auf facebook.
jedenfalls steckt hinter dem docker container auf dem das wirres.net-archiv steckt ein php74-7.4.2 und ein mariadb-10.6.21 image, sowie ein selbstsigniertes zertifikat und auf meinem laptop ein /etc/hosts eintrag. das ist nur so mittel-elegant, aber funktioniert für meine ansprüche, weil mein anspruch eigentlich lediglich ist, archiv.wirres.net jederzeit auf meinem laptop aufrufen zu können um gegebenenfalls irgenwas zu vergleichen oder zu prüfen, was bei der kirby-migration vielleicht nicht geklappt hat.
wobei wir bei meinem heise-abo angekommen sind. gestern habe ich seit langem mal wieder heise.de aufgerufen. mir fiel zuerst auf, dass ich das schon seit wochen oder gar monaten nicht mehr gemacht hatte. und die beiden einzigen artikel die mich ein bisschen interessieren waren: „HTTPS im Heimnetz: So sichern Sie lokale Dienste ab“ und „So machen Sie den Gaszähler smart: Home Assistant und ein 17-Euro-Sensor genügen“.
mir fiel also auf, dass ich auf heise.de entweder gar nicht mehr lese oder dort nur sachen finde, auf die ich schon vor ein paar jahren oder monaten selbst gekommen bin oder gemacht habe. zugegeben, der artikel über https im heimnetz erinnerte mich daran, dass meine lösung alles andere als elegant ist und das ich das mit caddy, pihole und lets encrypt zwei bis drei ticken besser machen könnte. aber diese inspiration wäre mir in den nächsten wochen wohl auch auf die eine oder andere art über den weg gelaufen. vor allem fiel mir auf: wenn ich mein wirres.net-archiv auf caddy und lets encrypt umstellen würde, dann würde ich es nicht mit hilfe des heise.de-artikels machen, sondern mit einem meiner codinghelfer auf basis eines LLMs oder mit in netz zusammengesuchten tutorials oder youtube-anleitungen.
der heise verlag und ich haben seit 20 oder 30 jahren ein verhältnis, das zumindest auf meiner seite meistens von respekt und einer gewissen bewunderung geprägt war. aber jetzt stehe sitze ich hier und bilde mir ein, dieser beziehung entwachsen zu sein. ich glaube, dass heise mir nichts oder wenig bieten kann, dass ich nicht auch anderswo im internet finde oder zum teil sogar selbst besser kann oder weiss.
deshalb habe ich das heise+ abo heute zumindest mit einem leicht weinenden auge gekündigt.
bloglog
manchmal, ganz selten, bin ich beeindruckt davon was man mit wordpress nativ alles zaubern kann. stefan grund und michael haben einen schönen trick gefunden, mit dem man einen eigenen beitrag schreiben kann, der sich dann durch eine verknüpfung automatisch als nachtrag unter einen älteren beitrag klemmt. vor ein paar jahren hab ich das zum ersten mal bei kottke gesehen. allerdings hab ich das bei kottke schon länger nicht mehr gesehen und ich glaube, dass er meistens updates inline postet, also einfach den beitrag mit einem update-absatz ergänzt.

ich war kurz versucht das feature nachzubauen, hielt dann aber inne. denn ein paar tage vorher hatte ich die idee ein log fürs blog zu bauen. die idee kam mir, weil ich, seit das drücken der poo-endmarke in artikeln nicht nur herzen versprüht, sondern auch ein geräusch in meinem zimmer macht, nie wusste wo denn nun jemand die kacke gedrückt hat. von home assistant kenne ich das aktivitätslog, mit dem man die letzten ereignisse und zustände von geräten und sensoren nachverfolgen kann. warum nicht auch ein logbuch für ein weblog?
technisch ist das unkompliziert: so wie ein drücken des kackicons unter beiträgen einen webhook auslöst um den tusch bei mir im zimmer abzuspielen, kann es auch einen eintrag in einer json-datei anlegen. auch alle anderen ereignisse in kirby haben hooks die — wenn man das will — in ein separates log schreiben können.
ich erfasse erstmal nur die shitvotes, neue beiträge, änderungen an bestehenden beiträgen (leicht dedupliziert) und isso-kommentare.

so sieht das globale bloglog dann aus: /bloglog
auf der rückseite steht eine verkürzte version des bloglogs. einzelne artikel-logs hab ich noch nicht umgesetzt, aber die kommen dann in die beilage, in der man dann die änderungshistorie und ereignisse rund um einzelne beiträge ablesen kann. damit bleibe ich erstmal bei inline-nachträgen in beiträgen.
diese fishing mail hat zumindest für ein paar sekunden meine aufmerksamkeit eingefangen. layout, wortwahl und vor allem timing sind fast perfekt. mich freut das ja einerseits, wenn sich menschen mühe geben oder ihre KI zur sorgfalt anhalten, aber andererseits würde ich mir mehr sorgfalt meines spamfilters wünschen.
homepod „ghost touch symptom“ gelöst

weiter gehts mit dem thema automatische wohnung und sprachassistenten.
vor drei monaten fing mein homepod damit an ständig musik abzuspielen. eine kurze recherche zeigte, dass das ein ziemlich weit verbreitetes phänomen ist und mit einem defekten touch sensor an der oberseite des homepods zusammenhängt. ein möglicher fix ist das kabel des touchsensors einfach auszustöpseln. dafür muss man den homepod aber auseinanderbauen. in diesem video sieht das relativ kompliziert aus. weil der homepod sich heute nacht aber überlegt hatte, die signale des defekten touchsensors als aufforderung zu einem factory-reset zu interpretieren und das laut herauszuplärren, wachte ich heute nacht auf. der homepod befand sich quasi in einem werkseinstellungs-reset-loop und schrie: „keep pressing until you hear three beeps to reset your homepod“. nach dem reset gings wieder los.
also homepod ausgestöpselt und wieder ins bett gegangen. mit dem ausgestöpselten homepod merkte ich, dass ich den homepod keineswegs nur zur gelegentlichen zeitansage nutze, sondern vor allem als homekit zentrale und thread-border-router. da hängen also ein paar geräte dran und unsere homekit-secure-video-kameras.
heute früh nach dem morgenspaziergang hab ich dann aufs frühstück verzichtet und das ding auseinandergebaut. das ging erstaunlich einfach und viel unkomplizierter als im video. nach 20 minuten war die operation abgeschlossen.
nach dem lösen des kabels für den touch senor sah ich ich, dass man den ganzen sensor entfernen kann. das hat den vorteil dass das kabel keinen unfug auf der platine anrichten kann.
zuerst hatte ich überlegt den homepod ohne den stoff-überzug weiter zu benutzen. aber am oberen ende der schale war der stoff eingeklebt, also sieht der homepod nach der operation wieder genauso wie vorher aus.
jetzt wo ich gerade den homepod und amazon echo dot nebeneinander stehen habe zeigt sich auch, wie viel besser töne klingen die der homepod abspielt. auch wenn das engineering des touchsensors offenbar schrott ist, das akkustikdesign des homepods ist überragend.
nachtrag:
da sich der homepod ja in der nacht auf den auslieferungszustand zurückgesetzt hat, war ich gespannt was nach der neueinrichtung passieren würde. tatsächlich war ich positiv überrascht, weil er sich selbst wieder exakt so einrichtete wie er vorher war. meine matter over thread geräte akzeptieren den neuen homepod und homekit secure video und alles in homekit funktionierte exakt wie vorher.
willkommen zuhause, echo dot

tl;dr: ein amazon echo dot der zweiten generation lässt sich auch als esphome-voice satellit nutzen. ganz ohne internet, cloud oder amazon.
vor fast 10 jahren hab ich mir bei amazon einen echo dot gekauft. für ein paar jahre hatte ich spass damit, vor acht jahren zog dann ivanka bei uns ein. leider konnten wir ivanka nicht ivanka nennen, weil die wake-word-erkennung mit ivanka nie richtig funktionierte. deshalb nannten wir sie am anfang weiter alexa und später dann snips. snips war ein (quasi) open source projekt mit dem man sich einen lokalen, also nicht in der cloud laufenden, sprachassistenten selbst bauen konnte. der lokale teil war vorteilhaft, weil wir ivanka einfach weiterverwenden konnten, als sonos vor sieben jahren snips aufkaufte und dann im folgenden jahr abwickelte. snips funktionierte monatelang weiter, das blöde war, ohne die snips-infrastruktur könnte man nichts mehr am setup und den spracheinstellungen ändern.
in den folgenden jahren hab ich ivanka dann trotzdem mit verschiedenen unterbauten zuhause weiterbetreiben können. für ein paar jahre mit rhasspy und seit ein paar jahren geht das alles auch mit homeassistant alleine, auch weil der maintainer von rhasspy, michael hansen ins team home assistant wechselte.
jedenfalls hab ich den amazon echo dot nach der dekommisionierung nicht weggeschmissen, weil: man weiss ja nie. letzte woche hab ich mitbekommen, dass es ein projekt gibt, mit dem man echo dots der dritten und zweiten generation rooten und mit neuer firmware bespielen kann. den echo dot der zweiten generation, den wir haben, sogar ohne löten, nur mit einem micro-usb kabel an einer linux kiste.

das hab ich jetzt gemacht und damit ist ein traum in erfüllung gegangen: die ziemlich guten mikrofone, der okaye lautsprecher und das überragende gut trainierte wake-word „alexa“ kann ich jetzt ohne amazon komplett in home assistant benutzen. damit reiht er sich in die reihe meiner früher benutzten raspberry pis und jetzt genutzten home assistant voice pe voice satellites ein und lässt sich alles sagen, was ich mir in den letzten jahren ausgedacht habe. zum beispiel: „airfryer für 20 minuten einschalten.“ er funktioniert als mediaplayer, also home-assistant lautsprecher und auch weiterhin als bluetooth-lausprecher, wenn mans braucht.
das ganze funktioniert mit einer firmware die sich als esphome ausgibt, bzw. mit der esphome-api mit home assistant verbindet. mit den home assistant voice pe funktioniert das erfahrungsgemäss sehr stabil, mal sxhauen wie stabil die firmware auf dem echo dot läuft, ich gehe aber davon aus, dass das mindestens so gut funktioniert wie mit dem ha voice pe (der immerhin um die 60 € kostet).
das einspielen der firmware von echo-dot-assist sollte theoretisch ganz einfach gehen: repo clonen und scripts/setup.sh ausführen. nach dem rooten und dem vermeintlichen einspielen der neuen firmware oder firmware-ergänzung blieb die aber hängen und ich musste mich von chatGPT durch ein debugging und einen fix führen lassen. im prinzip war das aber reasonably einfach — und vor allem ohne löten oder adapter.
nach solchen erlebnissen wird es mir künftig noch schwerer fallen alte geräte wegzuschmeissen.
Turn Amazon Echos (Echo Dot 3, Echo Dot 2, Echo 2) into local Home Assistant voice satellites. Keeps Amazon's mic processing and wake word engine, replaces Alexa with a small C daemon speaking ESPHome or Wyoming. Multiroom music via Music Assistant, Bluetooth speaker and proxy, no cloud.
kackiwiese 2
ich hasse smarthome apps

ich bin sehr froh, dass es endlich1 eine home-assistant-komponente für unseren airfryer gibt. die app, mit der man den airfryer fernbedienen und „programmieren“ könnte ist eine katastrophe und eigentlich, wie alle hersteller-spezifischen smarthome-apps, eine mit werbung und tracking vollgepackte frechheit. ich ärgerte mich also, seit dem der airfryer bei uns steht, mit dem berührungsempfindlichen plastik des airfryers rum und tippte für 20 minuten garzeit eben 20 mal auf die rechte ▲-„taste“.
nicht dass ich den airfryer, jetzt wo ich ihn endlich über home assistant steuern kann, grossartig automatisieren wollen würde. aber ich kann jetzt in der küche stehen und einfach sagen: „heissluftfriteuse 20 minuten“ und das ding geht für 20 minuten an. sollte ich es es heisser als die standardmässigen 180° haben wollen, kann ich (natürlich) auch: „heissluftfriteuse für 20 minuten auf 200 grad“ sagen.
- trigger: conversation
command:
# zeit + temperatur (für/auf … minuten, bei/auf/mit … grad)
- "[stell[e] ][den ]air[-]fryer [für |auf ]{1..60:minuten} [minuten] (bei|auf|mit) {40..200:temperatur} [grad]"
- "[stell[e] ][die ](heißluftfritteuse|heissluftfritteuse|heißluftfriteuse|heissluftfriteuse|fritteuse|friteuse) [für |auf ]{1..60:minuten} [minuten] (bei|auf|mit) {40..200:temperatur} [grad]"
- "air[-]fryer [für |auf ]{1..60:minuten} [minuten] (bei|auf|mit) {40..200:temperatur} [grad]"
- "(heißluftfritteuse|heissluftfritteuse|heißluftfriteuse|heissluftfriteuse|fritteuse|friteuse) [für |auf ]{1..60:minuten} [minuten] (bei|auf|mit) {40..200:temperatur} [grad]"
# nur Zeit → 180 °C
- "[stell[e] ][den ]air[-]fryer [für |auf ]{1..60:minuten} [minuten]"
- "[stell[e] ][die ](heißluftfritteuse|heissluftfritteuse|heißluftfriteuse|heissluftfriteuse|fritteuse|friteuse) [für |auf ]{1..60:minuten} [minuten]"
- "air[-]fryer [für |auf ]{1..60:minuten} [minuten]"
- "(heißluftfritteuse|heissluftfritteuse|heißluftfriteuse|heissluftfriteuse|fritteuse|friteuse) [für |auf ]{1..60:minuten} [minuten]"
der airfryer macht mich schon eine ganze weile sehr froh. das hatte ich vor der anschaffung nicht für möglich gehalten. seit wir den haben, läuft die kiste fast jeden tag. aber das ding jetzt endlich programatisch steuern zu können macht mich noch froher.
-
das reverse engineering der homeID-infrastruktur hat ungewöhnlich lange gedauert. mittlerweile kaufe ich netzwerkfähige geräte ohne vorher gossartig zu prüfen ob sie mit home assistant funktionieren — einfach weil ich die erfahrung gemacht habe, dass sich alles integrieren lässt. beim philips-gedöns war das über ein jahr lang nicht der fall. ↑︎
morgenspaziergang 04.10.2026
gestern beim morgenspaziergang über dinge nachgedacht, die ich relativieren könnte. ich war ja vor ner weile mal genervt von einer kampagne die dazu aufrief weniger (filme und fernsehserien) zu streamen um die welt zu retten. abgesehen davon dass sich das shift project, das die studie damals veröffentlichte und zur internet-enthaltsamkkeit gegen die klimakatastrophe aufrief, sich ordentlich verrechnet hatte.
ich hab beim morgenspaziergang unter anderem darüber nachgedacht, dass die kino-vorführung eines films ja auch nicht gerade klimaneutral ist. so ein kinosaal wird klimatisiert, der projektor und der raum brauchen strom, nicht alle vorstellungen sind ausverkauft und zuschauer müssen anreisen. wenn sie das mit dem auto tun sind auch schnell ein paar kilogramm CO₂ produziert.
solche CO₂ rechnungen und unkenrufe zu neuen technologien ermüden mich nicht allein wegen ihrer gelegentlichen unüberschaubarkeit und komplexität, sondern auch weil sie — und vor allem die berichterstatung darüber — so selten den gewinn, die vorteile, mögliche positive entwicklungen mit in betracht ziehen.
mir fiel jedenfalls wieder ein, wie schwierig es früher™ überhaupt war an informationen zu kommen. ich hatte das glück in einem haushalt zu leben, in dem ständig sehr viel bedrucktes papier gekauft wurde und fand so relativ viel lesestoff vor. als ich so um die 15 jahre alt war entdeckte ich auch die stadtbibliothek aachen. ich erinnere mich noch gut daran, dass ich beim browsen in den regalen laufend potenzielle antworten auf die grossen fragen des lebens entdeckte. eins der ersten bücher, das ich mir als junger teenager dort auslieh, war ein buch über zufall und wahrscheinlichkeitsrechnung. ich kämpfte mich durch das buch und bekam damit eine grobe vorstellung der wahrscheinlichkeitsrechnung, der gaußschen normalverteilung und lernte ein paar tricks fürs spielkasino.
natürlich bekamen wir auch in der schule bücher, aber wirklich mit büchern zu arbeiten, mir themen aus büchern zu erarbeiten oder das was man recherche nennt, das hab ich erst 18 jahre nach meiner geburt in einer amerikanischen highschool gelernt. die highschool die ich dort besuchte war eigentlich nicht besonders gross oder fancy, aber sie hatte eine jederzeit zugängliche, gut sortierte bibliothek mit einer eigenen bibliothekarin. das kannte ich aus deutschland nicht. im prinzip habe ich dank der bibliothek und der möglichkeit, ein term-paper zu einem frei wählbaren thema zu schreiben, in der amerikanischen highschool das recherchieren und schreiben gelernt.
diese bibliothek an der steilacoom highschool war damals genauso wie heute das internet ein angebot das man wahrnehmen oder ignorieren konnte. so wie ich mich heute im internet zu einem thema durchschlängeln kann — zum beispiel von einem veritasium video zu bayes theorem zu einem wikipedia artikel zu nate silvers the signal and the noise oder zu weiterer literatur — genauso kann ich mich auch in meinem instagram-feed dummscrollen.
abgesehen davon, dass ich froh bin nicht mehr jung zu sein, wenn ich nochmal jung sein müsste, würde ich eine jugend in unserer internet- und KI-welt meiner jugend in der papier- und gatekeeper-welt vorziehen. gezielte informationsbeschaffung und ungezielte neugierbefriedigung sind in unserer vernetzten welt potenziell so viel besser, zugänglicher und vielfältiger. sogar bibliotheken sind durch die vernetzung besser geworden.
aber eigentlich wollte ich ja relativieren.
mir fiel beim querlesen des archiv des pessimismus wieder auf, wie wir mit dem aufkommen fast jeder neuen technologie und mit jeder neuen generation das schlimmste erwarten: verdummung, krankheit, verarmung, zerstörung der welt. pessimismus hat oft einen wahren kern, genau wie populismus sich auch oft an tatsächlichen problemen kristallisiert. genauso haben werkzeuge und technologien meistens sowohl das potenzial zum zerstören als auch zum kreieren. ich habe jahrelang als schreiner mit grossmaschinen gearbeitet mit denen man sich und anderen furchtbare verletzungen zufügen könnte. aber weil ich einerseits (ein bisschen) in ihre bedienung eingearbeitet wurde und ich andererseits um ihre gefährlichkeit wusste, habe ich sie mit respekt und umsicht bedient.
messer, schere, licht, sind für kleine kinder nicht ist kein besonders nützlicher tipp. meideverhalten ist nicht immer die beste lösung. besser ist oft den umgang mit vermeintlich gefährlichen dingen zu verändern oder pragmatisch anzugehen. licht ist mittlerweile extrem kindersicher seit wir es nicht mehr in öllampen mit streichhölzern einschalten, es gibt kinderscheren und kindern den respektvollen und umsichtigen umgang mit messern (unter aufsicht) beizubringen scheint mir klüger und erfolgversprechnder als ein pauschalverbot.
richtig — glaube ich zumindest — ist es, fortschrittpessimismus mit geanau so viel skepsis zu begegnen wie fortschrittsoptimismus. aber bei skepsis sollten wir, wie bei allem anderen im leben, mass halten. gutgläubigkeit ist genauso ungünstig wie absolute ablehnung, zuviel salz genauso ungeniessbar wie keins.
ich frage mich immer ob menschen, die der jugend von heute dummheit oder faulheit oder verweichlichung oder radikalität (oder das gegenteil, je nachdem was gerade in der pessismus-szene en vogue ist) andichten, eigentlich merken, dass sie sich mit ihrer einschätzung in eine jahrtausende alte tradition einreihen. natürlich kann man die jugend kritisieren, natürlich muss die gesellschaft grenzen setzen und (immer wieder neu) ausloten wohin wir uns bewegen wollen und was wir bewahren wollen und was wir bereit sind aufzugeben. aber dabei sollte man nie die neugier aufs neue und unbekannte verlieren, nur weil das alte, bekannte so bequem oder eben bekannt ist.
steve jobs sagte in seiner stanford commencement speech von 2005 sinngemäss, dass der tod wahrscheinlich die beste erfindung des lebens sei: er schaffe platz für neues, indem das alte verschwinde. insofern könnte man die geringschätzung der jugend oder von neuen formen der sprache oder neuen technologien und medien sicherlich auch als furcht vor der eigenen bedeutungslosigkeit sehen. also letztenendlich als furcht vor dem tod.
andererseits kann man furcht vor stillstand oder rückschritt natürlich genauso als furcht vor bedeutungslosigkeit sehen; schnell mal was neues/grosses/irres schaffen um mich unvergessen zu machen. aber mein punkt ist glaube ich eher, dass ich extremen gewissheiten aus prinzip misstraue. wobei wir wieder bei der gaußschen normalverteilung sind und ich am ende meiner überlegungen vom morgenspaziergang.

the baum
03.10.2026
zwanzig minuten vom neuen tom cruise film digger gesehen und dann abgebrochen. hannah pilarczyk auf spiegel online hatte recht. das waren 20 sehr langweilige minuten. die intention war klar, das sollte alles so absurd wirken, dass es durch die überhöhung und überspitzung witzig oder interessant wird. das klappt gelegentlich bei anderen filmen und serien, zum beispiel bei preacher von sam catlin und seth rogen oder barton fink oder the grand budapest hotel. aber bei digger wirkte das alles nachgeäfft und unoriginell und nervig.
in östereich heisst aldi (süd) hofer.
der shitvote, bzw. die klickbare poo-endmarke verspritzt jetzt nicht nur herzen, wenn man sie klickt, sondern löst auch einen tusch aus.
der witz ist allerdings, dass nur ich den tusch höre, wenn ich in meinem zimmer bin. technisch löst kirby über einen webhook den tusch in meinem home assistant aus, der den tusch auf meinem lautsprecher in meinem zimmer abspielt. somit kann jedermensch bei mir im zimmer jederzeit ein geräusch auslösen. bis mich das irgendwann mal nerven sollte.
die antwort auf die frage warum ich sowas mache lautet natürlich: weil es geht.
wenn ich so zurückdenke an die zeit ohne mobiltelefone und internet, kommen mir die dinge die wir damals getan haben sehr eigentümlich vor. wir haben einander einfach besucht. also im sinn von, ich verlasse mein haus, gehe zum haus einer freundin und klingle an der tür. wenn sie nicht da war, ging ich woanders hin oder zurück nach hause. ich bin sicher, dass wir uns gelegentlich auch verabredet haben. aber ich kann mich an diese verabredungen nicht mehr erinnern. ich erinnere mich nur, ständig zu freunden gegangen zu sein oder dass freunde bei uns klingelten.
ich erinnere mich auch, dass wir dann meistens erstmal kaffee oder tee getrunken haben. unmengen davon. manchmal haben wir dann gemeinsam überlegt, zu anderen freunden oder freundinnen zu gehen oder spazieren zu gehen. ich glaube ich habe meine teenager jahre vornehmlich damit verbracht, in meiner freizeit andere leute auf gut glück zu besuchen.
in meinen frühen twens konnte ich eins der autos meiner eltern benutzen und hatte später sogar ein eigenes auto und habe das prinzip automobil fortgeführt: ich bin zu freunden gefahren und habe sie besucht. sehr oft ohne ankündigung. ich glaube wenn die freunde weiter entfernt wohnten, habe ich vorher auch mal das telefon benutzt. ich kann mich aber an kein einziges solches telefonat erinnern, nur dass ich gelegentlich von heinsberg aus hunderte kilometer nach fulda oder marburg gefahren bin, um dort freunde oder freundinnen zu besuchen.
wie gesagt. in der rückschau kommt mir das sehr merkwürdig vor, aber die erinnerungen sind auch ein bisschen nebulös. aber so muss es gewesen sein. wir haben unsere jugend damit verbracht uns gegenseitig zu besuchen und zeit miteinander zu verbringen. kaffee und tee trinken und pläne schmieden. und dann planlos irgendwas zu machen, gemeinsam in die tage reinleben.
sehr schöne links bei jawl (via):
- pessimistsarchive.org, ein archiv mit alten zeitungsmeldungen über die gefahren vom lesen im bett (“Reading in bed was once considered as degenerate and sleep sapping as bed bound smartphone scrolling”) oder forderungen nach walkmanverboten (“cause deafness, accidents and neuroses”).
- oder eine weltkarte mit orten an denen filme gedreht wurden.
nachdem ich ein paar wochen lire als rss reader ausprobiert habe, bin ich jetzt wieder zurück beim guten alten reeder classic. lire hat mich immer wieder irritiert mit eigentümlichen caching, wiederholtem vorladen von bildern und war in bestimmten situationen nicht dazu in der lage gelesene artikel als gelesen zu behalten. der reeder classic spart es sich mich zu irritieren, auch wenn die inlne-anzeige von youtube-videos nicht mehr funktioniert.
ich finde floppy nach wie vor super. besonders gut gefällt mir welche stati man medien in floppy zuordnen kann: kein status, abgeschlossen, laufend, geplant, pausiert und abgebrochen. gelegentlich beherzt abbrechen ist gut, meint auch thomas gigoldt. digger hab ich abgebrochen weils mir zu blöd wurde, neagley hab ich nach drei folgen abgebrochen, weil es mir zu stereotypisch und konstruiert wurde. abbrechen ist gut. nach eine kleinen pause schaue ich jetzt dafür wieder mit grossem vergnügen burn notice.
das schreiben dieser notizen breche ich jetzt auch ab.
aus dem maschinen- und todo-raum
beim lesen der folgenden artikel fielen mir lauter kleinigkeiten auf, die ich mal wieder aufschreiben wollte.
notiz.blog: Ich hab‘ gerade wieder Spaß…
…an meinem Blog herum zu basteln ♥️!
dieser artikel wiederholt vieles was ich gelegentlich schon mal aufgeschrieben habe und ist eher technisch. also für die meisten hier mitlesenden sicherlich uninteressant. ich habe aber trotzdem das bedürfnis gehabt, das alles mal aufzuschreiben, sozusagen als quartalsweise bestandsaufnahme.
wenns ums machen, konstruieren, herstellen geht ist das wichtigste: gute werkzeuge. aber gute werkzeuge sind wiederum nichts wert, wenn man keinen plan hat, wenn man nicht weiss, was man mit den werkzeugen herstellen oder formen will. und zu wissen, was man machen will ist wiederum wenig wert, wenn man keinen blick fürs grosse und ganze, für den kontext hat.
wenn ich an meiner eigenen webseite rumbastel bin ich bauherr, architekt, fachingenieur, bauleiter und handwerker in personalunion. als bauherr formuliere ich anforderungen und ziele, als architekt entwickle ich das gesamtkonzept, sollte aber immer auch den blick aufs grosse und ganze haben, also die webseite, aber auch den kontext (das web). als architekt und fachingenieur sollte ich wissen was gerade state of the art ist und wie man einerseits erprobte techniken anwendet und trotzdem hier und da innovativ sein könnte. als handwerker sollte ich die geeigneten werkzeuge, liebe zum handwerk und sorgfalt mitbringen.
natürlich muss man das alles nicht in personalunion machen, die klassische arbeitsteilung funktioniert weiterhin. aber mir macht gerade das basteln an meiner website als generalunternehmer spass. oder genauer, der spass, die interessanz, steckt gerade im prozess, in der langfristigen interaktion der verschiedenen rollen. ich als bauherr habe ständig neue ideen und anforderungen an die webseite. ich als architekt erfahre ständig von neuen techniken, neuen materialien, effizienteren verfahren. der fachingenieur in mir sieht neue best practices, neue testverfahren, neue normen, der bauleiter entdeckt immer wieder neue begabte handwerker oder möglichkeiten readymades einzusetzen.
ich verstehe menschen gut, die einfach einen ort zum ablenkungsfreien schreiben haben wollen und sich eigentlich um nichts anderes kümmern wollen. aber mich fasziniert das ständiges rumbasteln und ausloten der möglichkeiten.
mir fallen beim schreiben ständig dinge ein, die ich vielleicht haben können wollte. fussnoten, verknüfpungsmöglichkeiten, die mir ermöglichen dinge besser zu strukturieren oder sinnvoll zu verknüpfen. möglichkeiten das geschriebene auch zu illustrieren oder, je nach kontext, auch mal anders zu gestalten. bei wiederkehrenden problemen fällt mir beim schrieben, nach dem hundersten stolpern, plötzlich eine lösung ein. oft schreibe ich beiträge um ein technisches feature das mich fasziniert auszuprobieren.
eine webseite wie eine wohnung zu beschreiben ist gar nicht so weit weg von der realität. was man sich bei der planung ausdenkt, funktioniert im alltag und im verlauf der zeit nicht immer so, wie man es mal geplant hat oder sich vorgestellt hat. egal wie viele steckdosen man eingeplant hat, am ende sind es immer zu wenige oder sie sind dann doch an den falschen stellen. nutzung verändert die anforderungen. und der luxus darauf ständig reagieren zu können ist (für mich) sehr befriedigend.
die to-do-liste bei kottke hat bei mir mehrere saiten klingen lassen. einerseits weil sich ein paar der ideen von ihm mit meinen decken und andererseits weil er hemmungslos grosse und kleine to-dos auf eine liste setzt. und:
some of the projects and site tweaks I most want to make aren’t even on my list. They live only in my head and I mull them over in the shower or while walking until they’re “done” enough to start working on.
egal wie doll ich versuche strukturiert zu planen und aufzuschreiben was ich mit dieser webseite machen will, ein grossteil der ideen will meinen kopf nicht verlassen bevor sie einen gewissen reifegrad erreicht haben. solange schwirren sie zuverlässig in meinem hinterkopf herum.
im folgenden ein paar der dinge die es im letzten jahr aus meinem kopf auf die webseite geschafft haben. danach ein paar dinge die es aus meinem kopf in eine liste geschafft haben.
syndikation
eine dieser ideen oder eher eine der fragen die jahrelang in meinem kopf herumschwirrte war: wie gehe ich mit instagram um? einerseits find ich meta doof und verstehe instagram nicht mehr wirklich, andererseits gibt es dort immer noch einige leute die sich offensichtlich über fotos von mir freuen und sich dort gerne herumtreiben. aber weil instagram in den letzten jahren alle schotten abgedichtet hat und es unmöglich gemacht hat von dort kopien der eigenen posts für die eigene webseite zu ziehen, wurde das posten dort zu einem mühseligen manuellen prozess. bis mir irgenwann einfiel, dass man dort mit einem „pro“-account auch programatisch posten kann. seitdem schiebe ich instagram-posts einfach von meinem kirby-backend per knopfdruck an, kopiere also von hier nach da. damit bleiben erstmal alle metadaten und originale bei mir. instagram bekommt ne kopie.
genauso mache ich es mit grain, fotos oder foto-serien schiebe ich selektiv von wirres.net zu grain. grain ist übrigens einer der wenigen #ATproto-dienste, die mein interesse seit meiner kurzen euphoriephase halten konnten. den ATproto-standard-reader, in dem ich kurzzeitig einen potenziellen nachfolger des google-readers gesehen habe, finde ich nach wie vor interessant, nutze ihn aber kaum noch. auch weil er (noch) so langsam werkelt, dass es die benutzbarkeit und den bedienungsspass stark einschränkt. aber grain ist toll, so wie früher mal instagram war: leute und deren fotos, umgekehrt chronologisch sortiert. fertig.
mittlerweile bekomme ich teilweise bei grain (17 follower) genauso viele ♥️ wie auf instagram (942 follower). fürs gleiche bild. absurd. daran sieht man wie abgefuckt instagram mittlerweile ist.
nicht sichtbares design
roman jasiek schreibt, dass er sich gerne in viele kleine details reinsteigert, „die vermutlich kaum jemand bewusst wahrnimmt“. das geht mir auch so.

- zum beispiel ziehe ich anführungszeichen in der ersten zeile einer überschrift oder eines absatzes ein stückchen ein, so dass der text sich nach dem text ausrichtet und nicht nach dem satzzeichen. ich gehe davon aus, dass sowas ausser mir niemand sieht. aber mich macht sowas froh.
- oder übergänge beim wechsel/laden von seiten mit den grossartigen view-transitions die mittlerweile von allen browsern unterstützt werden. zum ersten mal beim medienbäcker gesehen und gleich übernommen. mir gehts mittlerweile so, dass die mir nur noch auffallen, wenn ich sie mal ausversehen kaputt mache, weil ich am CSS rumgespielt habe.
![absatz mit vier trennungen und 97 unsichtbaren, bedingten trennzeichen]()
- silbentrennung mit bedingten trennstrichen (soft hyphens). alle texte werden html-seitig bereits mit
­an den stellen die trennbar sind ausgeliefert, so dass browser dann (relativ) zuverlässig den text trennen können. das nervt zwar beim kopieren von text, weil die soft-hyphens mitkopiert werden, aber wer mich unbedingt zitieren oder teile meiner texte kopieren will, kann jederzeit auf die markdow-version wechseln. - oder XLS-dateien, mit denen mal xml-dateien gestalten und strukturiert darstellen kann. das OPML-gedöns, das ich von matthias pfefferle übernommen habe, stylt die OPML-XML-dateien zum beispiel mit so einer XLS-datei (beispiel bei matthias oder hier). diese woche bin ich via kottkes-RSS-feed drauf gekommen, dass man das auch mit RSS (oder atom) machen kann. also hab ichs auch gemcht: /feed oder /feed/bilder. später hab ich gesehen, matthias macht das (natürlich) auch: notiz.blog/feed/. wer das rohe xml sehen will kann immer noch den quellcode ansehen. aber eigentlich sieht das alles eh keiner.
![endmarken bei spiegel.de und wirres.met]()
- ein like-button kann auch eine endmarke sein. bis ich drauf gekommen bin, dass ich auch das was der spiegel am ende seiner texte macht auch machen kann, sind ungefähr 12 monate vergangen. jetzt bin sehr zufrieden, dass der „like“ button nicht mehr irgendwo rumhängt, sondern seinen platz am textende hat. unsichtbar ist er zwar nicht, aber so obskur, dass er wohl in 90 prozent der fälle ignoriert wird. und jetzt bekommt man auch eine visuelle belohnung, wenn man drauf klickt.
- ich habe eine rückseite und artikel-beilagen, weil ich die vorderseite möglichst — nun ja — minimalistisch halten will. ich finde seitenleisten und widgets zwar praktisch, aber eigentlich sind sie auch quatsch, weil das web heutzutage vornehmlich mobil stattfindet und da seitenleisten und widgets nicht auf den bildschirm passen auf taschenrechnern ans seitenende rutschen. ich mag die idee ausschliesslich den eigentlichen beitrag zu zeigen, mit den wichtigsten meta-informationen. da wo ich mich durchgerungen habe zusatzinfos auf den vorderseiten anzuzeigen (kommentare, backlinks, reaktionen-zähler), kann man sie auch zuklappen mit dem ▶, bzw. ▼ — was dann auch im browser gespeichert wird.
- auch nicht offensichtlich, also quasi unsichtbar: wenn man auf bilder klickt, geht eine lightbox mit dem bild auf mit der man das bild vergrössern kann, wenn man will. und mit den pfeiltasten (desktop) oder wischend (mobil) kann man dann alle bilder auf der seite durchscrollen, dank prefetching in einem affenzahn. selbst mache ich das gelegentlich sehr gerne auf meiner bilder-übersicht, quasi meinem instagramersatz.
- ladegeschwindigkeit sieht man auch nicht wirklich. was man sieht ist wenn die ladegeschwindigkeit fehlt. auch wenn diese seite nicht besonders schlank ist, fühlt sie sich nach meinem gefühl — in der regel — sehr flüssig an und besteht auch fast alle pagespeed.web.dev-tests. ich möchte auch nicht davon abrücken 21 der neuesten beiträge auf der startseite komplett anzuzeigen, obwohl das natürlich kostet. 4,1 mb wiegt die startseite beim initialen laden. wenn man die startseite bis zum ende durchscrollt, kommen 10 mb zusammen. ein jahr überschriften lädt dagegen nur 203 kb (800 kb unkomprimiert). im hintergrund (unsichtbar) werkeln da lazyloading, src-sets und optimierte bildformate.
![pagespeed-test-ergebnis von wirres.net auf mobil-device; 80% (leistung), 91% (barrierefreiheit), 100% (best practices), 100% (SEO)]()
![pagespeed-test-ergebnis von wirres.net auf desktop-device; 99% (leistung), 91% (barrierefreiheit), 100% (best practices), 100% (SEO)]()
- live fotos sind nicht unsichtbar, aber im besten fall sind sie ein foto mit einer subtilen bewegung, so wie hier zum beispiel. bisher habe ich ive-fotos in einem langen manuellen prozess verarbeitet: airdrop des live fotos auf meinen laptop (kommt als .mov an), ein web-optimiertes .mp4 und poster .jpg mit pixelmator und mediaCMS erstellen, mit einem batch-script ein fallback .gif erstellen und dann diese drei dateien im backend hochladen und konfigurieren. nachdem ich diesen prozess über 12 monate optimiert habe, hab ich mir einen kirby-block schreiben lassen, der das alles automatisiert. jetzt muss ich nur noch den geairdroppten .mov hochladen, den rest erledigt kirby serverseits.
optimierungen
pagespeed.web.dev ist von google, aber trotzdem ein unverzichtbares werkzeug. ein paar optimierungsvorschläge schlage ich konsequent in den wind, deshalb der punktabzug bei der barrierefreiheit und im mobilen bereich. aber wenn ich an der webseite rumfummel, schleichen sich unweigerlich gelegentlich fehler ein. vieles davon entdecke ich dann mit hilfe der PageSpeed Insights. das werkzeug hält mich quasi auf dem stand der aktuellen best practices. die optimierungen die aus solchen besuchen resultieren kommen auch nicht nur google zugute, sondern jedem besuchenden, sei es eine maschine oder ein mensch.
auch das habe ich schon öfter geschrieben, aber es ist und bleibt eins meiner lieblingsthemen: optimierung auf maschinenlesbarkeit. auch hier ist meine motivation nicht primär eine optimierung für google, sondern eben für alle. wer eins meiner rezepte in eine rezeptverwaltung wirft, sollte ein gutes resultat bekommen. wer will kann die rezepte sogar in mela abonnieren. bing, kagi, perplexity können alle auf die strukturierten daten zugreifen die ich hier an meine beiträge hänge. aber soweit ich das mitbekomme, macht derzeit eigentlich nur google davon gebrauch. ich mag was dabei teilweise rauskommt.
zur optimierung gehört auch darauf zu achten, dass die seite auch ohne css und js funktioniert. das kontrolliere ich auch gelegentlich und versuche die gröbsten fehler wegzuoptimieren, wenn ich welche finde. das würdevolle kaputtgehen oder in webdev-sprech: „graceful degradation“ ist eine der wichtigsten lektionen aus meinem architekturstudium und dem rumwüten in webdesgn-sphären. auch in meiner schreiner ausbildung versuchte ich so zu bauen, dass meine arbeiten auch nach einem einen schlag mit nem hammer noch gut aussehen. mauerwerk altert würdiger als vorhangfassaden, ein massivholztisch würdiger als ein spanplatten-tisch mit dünnen, aufgeleimten furnierkanten. die liste kann man unendlich weiterführen: putz / tapete, geöltes holz / lackiertes holz, parkett / laminat, terrazzo / laminat, verschraubt / verklebt, …
- css optimieren, verschlanken und pflegeleichter machen
- eine idee, die ich auf einem der letzten spaziergänge hatte: bookmarkvorschläge per webmention annehmen. auf indiewebnews kann man einen link zur eigenen seite posten, indem man erstens auf indiewebnews linkt und zweitens einen u-syndication-link anlegt. wenn man dann einen webmention sendet, landet ein link auf die eigene seite auf indiewebnews. so könnten mir auch andere ins-internet-schreibende links in die lesezeichensammlung legen.
- diese markdown checklisten (
* [ ]) im frontend korrekt rendern. - ein buch schreiben
- mehr bücher lesen
- ein strukturiertes, regelmässiges changelog schreiben
- ein manifest schreiben, in dem alle features dieser webseite generisch beschrieben sind und nach dem man diese webseite feature-complete nachbauen könnte. würde wahrscheinlich hunderte seiten lang werden und werde ich nie machen. aber ich hätte so ein manifest gerne für mein altes wirres.net gehabt, dass ich vor anderthalb jahren nach kirby migrierte. es hat mich immer wieder selbst erstaunt wie viele unsichtbare und sichtbare features ich da über die jahre eingebaut hatte. und ich habe nach anderthalb jahren immer noch nicht alles rekonstruiert.
- mit RSS.chat rumspielen
- mein blogroll-plugin auch für andere nutzbar(er) machen
- isso-kommentare auch ohne javascript zugänglich machen
- überschriften und absätze mit sprungmarken versehen (bei mouseover:
#). sieht vielleicht komisch aus und niemand weiss wozu es dient, gehört aber auf die to-do-liste. - anzeige im footer in welcher stadt ich gerade bin. kann stimmen, muss aber nicht, steuerung von meinem handy.
- ein weblog-log das ereignisse wie publish und edits erfasst, aber vielleicht auch shitvotes und andere likes. auf der rückseite site weit, in der artikelbeilage werden nur die artikel-relevanten ereignisse angezeigt.
… wird fortgesetzt und ergänzt.
irgendwo muss es ja anfangen
morgenspaziergang 30.09.2026
beim schockwellenreiter gelesen, dass er am „arbeiterstrand“ am tegeler see war. also dachte ich: das kann ich auch.
heute früh dann mit der U6 und ersatzverkehr nach alt tegel und dann 6 kilometer am see lang gelaufen. mit dem 222er zurück nach alt tegel und dann wieder U6.
links und favoriten 29.09.2026
28.09.2026
heute eine erwachsene frau auf einem erwachsenen-fahrrad mit stützrädern gesehen. und eine andere frau auf dem urnenfriedhof an der seestrasse, die mit zwei katzen gassi ging. eine der katzen war an einer langen schleppleine, die andere lief frei und hielt immer 10-20 meter abstand zur frau und der anderen katze. sie sass mehr oder weniger die ganze zeit auf dem boden oder auf grabsteinen und beobachtete ihre menschenfrau beim abschreiten des friedhofs.

ausserdem gesehen: einen drei meter hohen sonnenblumenbaum an der seestrasse …

… und eine maus, die vor einem kellerfenster rumhing.

heute zum ersten mal verstanden, dass finn tatsächlich eine autovermietung ist und keine eltern, die den namen ihres kindes aufs auto geklebt haben. einerseits ist finn ein geschickterer name als miles, andererseits ist die verwechslungsgefahr gross, wenn jetzt eine andere autovermietung auf die idee kommt sich luca, noah oder felix zu nennen.

ich weiss auch nicht, ob das eine gute idee ist, wenn drogenhändler ihr business auf dem nummernschild annoncieren.

ansonsten hat frida heute früh einen fuchs gejagt. beim fuchs habe ich nicht schnell genug reagiert. aber als vor uns ein eichhörnchen rumsprang, war ich schnell genug und trotz bereits durchdrehender räder an der hinterachse konnte ich frida mit einem einfachen „nein!“ stoppen. möglicherweise hatte ich deshalb den ganzen tag gute laune, trotz des fuchs-incident.
beim nachmittagsspaziergang über das abendessen nachgedacht und auf die idee gekommen mit dem alt werdenden blumenkohl im kühlschrank mal das prinzip dehydrieren/rehydrieren auszuprobieren. also den blumenkohl in kleine röschen zerteilt, eingefettet und 20 minuten im airfryer dehydriert und geröstet. währenddessen aus zwiebeln, karotten und spitzkohl mit roter fertig-curry-paste und kokosmilch ein curry hingeköchelt und dadrin dann den dehydrierten blumenkohl 10 minuten rehydriert. das war sehr lecker und brauchte noch nicht mal sojasauce um unmengen umami bereitzustellen. leider ausversehen aufgegessen, statt mir die hälfte fürs frühstück übrig zu lassen.
morgenspaziergang 28.09.2026
27.09.2026
christoph hat sein 13 jahre altes tagebuch von einem 22 tage langen USA roadtrip in sein blog übertragen. ich habe das sehr gerne gelesen und die fotos sind grandios.
die beifahrerin brauchte heute comfort food, deshalb hab ich heute wieder frittiert und krautsalat gemacht.

beim morgenspaziergang mein handy vergessen, war trotzdem gut.
es ist sonntag abend und ich bin im gegenteil zu normalen sonntag abenden extrem gut gelaunt. obwohl morgen montag ist, habe ich noch 6 sonntage und einen samstag vor mir. urlaub ist toll.
ich sitze hier und denke nach was ich heute gemacht habe und mir fällt nichts ein. ok, sendung mit der maus geguckt, morgenspaziergang, mittagsschlaf, in der küche das silikon zwischen arbeitsplatte und kacheln erneuert. aber sonst? nix. toll. kann ich auch nix schreiben.
the kids are alright
ich bin grosser fan staatlicher regulierung. die grossen krisen, die uns gegenüberstehen oder auf uns zukommen, lösen wir nicht allein durch individuelle umstellung unserer lebensweise. es ist lobenswert, das auto stehen zu lassen (am besten gleich beim autohändler, vor dem kauf) und das fahrrad zu benutzen. aber der ausbau von fahrradwegen, der umbau unserer städte zu menschenfreundlichen statt autofreundlichen lebensräumen ist eine politische und gesellschaftliche aufgabe. genau wie die umstellung der energieversorgung auf erneuerbare energiequellen, um unsere abhängigkeit von fossilen energiequellen und schurkenstaaten zu reduzieren, oder die reduzierung zum beispiel von verpackungsmüll. fast 60 jahre jute statt plastik haben den verpackungsmüll kaum reduziert, genauso wie schaufensterpolitische stunts wie der grüne punkt oder trittins pfandgedöns.
es gibt unmengen brennender fragen (im wahrsten sinn des wortes) und krisen, die wir politisch lösen müssen. das ist kompliziert und funktioniert nicht immer im ersten wurf, aber anders als mit staatlicher, gesellschaftlicher regulierung, also gesetzen und regeln für alle, kommen wir da nicht weiter.
andererseits gibt es regulierungen, die von anfang an zum scheitern verurteilt sind, also nachgewiesenermassen nicht funktionieren. das sind vor allem jugendschutzregeln und betäubungsmittelverbote. alles, was solche regulierungen bewirken, sind gewisse reibungsverluste bzw. leichte schwierigkeiten bei der beschaffung. wer trinken, kiffen oder rauchen will, egal wie alt er ist, egal wie legal, illegal oder teuer die beschaffung ist, findet wege. auch das social-media-verbot in australien wirkt so gut wie gar nicht:
Die bisherigen Daten zeigen, dass das australische Social-Media-Mindestalter die Nutzung durch Unter-16-Jährige bislang nur begrenzt reduziert hat und die Altersbeschränkungen in großem Umfang umgangen werden.
-- quelle
natürlich bin ich der meinung, dass wir staatliche regulierung von social media und tech-plattformen brauchen, aber eben für alle. dark patterns, suchtfördernde designmuster oder moderationsdefizite auf öffentlich zugänglichen plattformen müssen genau wie schädliche substanzen oder gesundheitsgefährdende produkte reguliert oder mit regulatorischen mitteln so verteuert werden, dass sie sich für die betreiber weniger lohnen.
aber das mit dem jugendschutz allein durch verbote können wir uns abschminken. oder weniger polemisch formuliert: regulierung sollte nicht bei den nutzenden ansetzen, sondern bei den angeboten und anbietern. und die beste jugendschutzgrundlage ist immer noch, jugendliche dabei zu unterstützen, stark, autonom und selbstständig werden zu können. nicht vornehmlich die jugend vor potenziellen gefahren und risiken schützen, sondern ihnen das rüstzeug an die hand geben, um mit den risiken umzugehen oder sie zu vermeiden.
ich habe grosses vertrauen in die jugend. nicht weil ich zu einem milden onkel geworden bin, sondern weil ich selbst mal jugendlicher war und mich daran erinnere, dass ich meinen eltern dankbar bin, dass sie mich dumme fehler haben machen lassen und ich mir selbst aussuchen konnte, welche risiken ich eingehen wollte. ich hatte zum beispiel keine zeit, zu der ich am wochenende spätestens zu hause sein musste, solange ich montagmorgens in einem akzeptablen zustand zur schule ging.
regulierung, die verantwortung von der gesellschaft auf den einzelnen verschiebt und das dann jugendschutz nennt, nervt mich. genauso wie leute, die jungen menschen kein vertrauen schenken und unter dem deckmantel des jugendschutzes entscheidungen für sie treffen wollen. leute, die jugendliche für narzisstisch, fast-food-, nikotin-, spiel-, porno-, gadget-, aufmerksamkeits- oder konformitätssüchtig halten, haben mich schon als jugendlicher genervt. und sie nerven mich immer noch. insbesondere wenn ich ausgerechnet auf netzpolitik kolumnen wie diese von ihnen lesen muss.
nachtrag 28.09.2026:
jannis schakarian hält fest, was der psychologe peter gray über die „Diskussion um Social Media und mögliche Auswirkung auf Teenager und Kinder [die zum Großteil durch] den Bestseller „The Anxious Generation“ von Jonathan Haidt bestimmt [wurde]“ zu sagen hat.
Peter Gray sagt, dass sich der Anstieg von Anxiety und Suizidzahlen eher durch gestiegenem schulischen Druck in den USA erklären ließe. Insbesondere führt er an, dass seit den 1980er-Jahren die Selbstständigkeit von Kindern immer weiter eingeschränkt wurde und das fehlen von freiem, unstrukturiertem Spiel deren Resilienz schadet. Während früher Kinder unbeaufsichtigt miteinander spielten, ist das heute seltener geworden. Darin sind sich Haidt und Gray sogar einig.
der artikel ist schon neun tage alt, ich hab ihn aber erst jetzt in meinem feedreader gesehen.






































klaas heufer-umlauf ist ein ziemlich guter schauspieler. und das video ist durchgehend witzig, obwohl der witz nach 3 minuten eigentlich durch ist.