Spectral

unter aller sau.

unter aller sau.

boah, wie langweilig. in den späten 80er jahren hätte der film mich vielleicht noch in ansätzen begeistern können, heute wirkt er wie aus der zeit gefallen. allmächtige gegner, ein held, der immer jedes hindernis überwinden kann und bärenkräfte hat und manchmal, wenn er an seine vergangenheit denkt, auch ein bisschen weint. das ist alles so 80erjahre verschwörungsstereotypübeladen, dass ich beinahe meinen aluhut absetzen musste.
matt damons grösste schauspielerische leistung in diesem film ist, dass er seinen körper für oben-ohne-aufnahmen erfolgreich trainiert hat. den rest spielte er so facettenreich weg, wie siegfried lowitz seinen alten oder horst tappert seinen derrick darstellten. alicia vikander war die fehlbesetzung des jahres. ihrer figur konnte ich so gut wie gar nichts abnehmen. sie wirkte nicht nur wie eine schlechte schauspielerin die eine perfekt ausgebildete, toughe CIA-obertante darzustellen versuchte, sondern wie ein stunt- oder bodydouble, dass eine schlechte schauspielerin, die eine CIA-obertante darstellt, in einer drehpause nachäffte.
eigentlich war alles schlimm an dem film, sogar tommy lee jones, den ich sonst sogar mag, wenn er einen kaffeevollautomaten spielt.

boah, wie langweilig. in den späten 80er jahren hätte der film mich vielleicht noch in ansätzen begeistern können, heute wirkt er wie aus der zeit gefallen. allmächtige gegner, ein held, der immer jedes hindernis überwinden kann und bärenkräfte hat und manchmal, wenn er an seine vergangenheit denkt, auch ein bisschen weint. das ist alles so 80erjahre verschwörungsstereotypübeladen, dass ich beinahe meinen aluhut absetzen musste.
matt damons grösste schauspielerische leistung in diesem film ist, dass er seinen körper für oben-ohne-aufnahmen erfolgreich trainiert hat. den rest spielte er so facettenreich weg, wie siegfried lowitz seinen alten oder horst tappert seinen derrick darstellten. alicia vikander war die fehlbesetzung des jahres. ihrer figur konnte ich so gut wie gar nichts abnehmen. sie wirkte nicht nur wie eine schlechte schauspielerin, die eine perfekt ausgebildete, toughe CIA-obertante darzustellen versuchte, sondern wie ein stunt- oder bodydouble, dass eine schlechte schauspielerin, die eine CIA-obertante darstellt, in einer drehpause nachäffte. eigentlich war alles schlimm an dem film, sogar tommy lee jones, den ich sonst sogar mag, wenn er einen kaffeevollautomaten spielt.
bekloppte serie, die ich gehasst habe, 8 folgen lang. elijah wood spielt grässlich, samuel barnett ist einer der flachsten schauspieler die ich seit langem in einer hauptrolle gesehen habe, die serie ist überbelichtet und zerfasert — und trotzdem konnte ich nicht aufhören sie zu sehen.
ich bin mir nicht sicher woran es lag, dass ich den scheiss unbedingt zuende gucken wollte, vermutlich weil sie so viele überdrehte erzählstränge aufspannt und ein paar dieser handlungsstränge und protagonisten mich ausreichend neugierig machten. tatsächlich sind ein paar handlungstränge so absurd und an den haaren herbeigezogen, dass es, trotz der grösstenteils miesen schauspielerei, unterhaltsam war ihnen zu folgen.
ich war von folge zu folge hin und hergerissen, was ich von der serie denn nun halten sollte. die absurditäten und immer abgedrehteren erzählkonstruktionen stapelten sich zu einem wirren, bunten, nervigen knäul, das wie ein wildunfall auf meinem bildschirm flimmerte und von dem ich meine augen nicht abwenden konnte, obwohl ich eigentlich weggucken wollte.
ich habe die bücher der dirk-gently-reihe von douglas adams nicht gelesen, bzw. nicht länger als 10 seiten durchgehalten, habe aber das gefühl, dass die autoren der fernsehadaption sich nur sehr lose an die vorlage gehalten haben, bzw. diese lediglich als inspiration genutzt haben. ein bisschen scheint mir die herangehensweise wie bei der jüngsten sherlock-holmes-adaption der BBC zu sein; ein eigenes universum aufspannen und es bei andeutungen ans original und den dort verwendeten namen zu belassen. im gegenteil zu sherlock allerdings konsequent mit schlechten schauspielern und doppelt dick aufgetragener absurdität.
ich kann niemandem guten gewissens empfehlen die serie zu gucken, die ab sofort auf netflix läuft. sie hat durchaus ihren reiz, eine eventuelle zweite staffel werde ich mir auf jeden fall ansehen, aber sie ist auch … hm … speziell. ich kann weder behaupten, dass ich mich beim gucken gelangweilt habe, noch dass sie mir gefallen hat. was die serie allerdings schafft: sie ist auf gewisse weise unvorhersehbar und sie gibt sich grosse mühe allen absurditäten, die sie im laufe der folgen übereinanderstapelt, am ende, in ansätzen, soetwas wie sinn und zusammenhang zu geben. weil ja alles irgendwie zusammenhängt.
schön arrangierte dokumentation über die idiotie von wein als investitionsobjekt und die honks, die sich einbilden bei weinen, die mehrere tausend dollar kosten, besonderheiten herausschmecken zu können.
besonders gut gefällt mir, dass am ende einer der protagonisten kommentarlos eine flasche bier aufmacht und ganz offensichtlich sehr geniesst. läuft auf netflix, via @holgi.
noch ein film in dem in den ersten 30 minuten so gut wie nichts passiert. das besondere an turner, der verfilmung des lebens von william turner: auch den rest des films passiert nichts.
der film fängt mit einer wunderschönen landschaftseinstellung an, die holländische hügel zeigt und zwei holländerinnen die sich (auf niederländisch) unterhalten und langsam auf die kamera zugehen. als sie nach 3 minuten die kamera erreicht haben und vorbeigehen, schwenkt die kamera auf einen hügel, auf dem man sieht, wie turner landschaftsskizzen zeichnet. nächste einstellung: turner kommt zuhause an. das ist so ungefähr das grundrezept des films: szenen aus turners leben zeigen, teilweise mit schön konstruierten bildern gefilmt, aber immer unprätentios und unpathetisch, und dann ein schnitt, der weitere szenen aus turners leben zeigt, die entweder ein paar sekunden, stunden, tage oder jahre auseinander liegen können.
unerträglich sind die dialoge: die leute unterhalten sich auf unfassbar gestelzte weise, sind steif und in konventionen gefangen. ich gehe davon aus, dass die dialoge einigermassen authentisch zeigen, wie man sich im 19ten jahrhundert unterhalten hat — was die dialoge nicht erträglicher macht, aber immerhin interessanter. mir gefiel das am anfang nicht besonders, aber nach und nach gewöhnte ich mich daran und verfolgte das nicht-geschehen mit wachsendem interesse.
man bekommt einen guten einblick in turners (möglicherweise geführtes) leben und die zeit in der er lebte. man sieht, dass er auf die konventionen nicht viel gibt und statt sich gestelzt zu unterhalten, lieber brummt oder schweigt. man sieht wie er wie am fliessband malt, wie er (und seine haushälterin) von schnitt zu schnitt älter werden und wie er am ende stirbt.
viel mehr als ein turner-portrait, ist der film ein portrait der zeit in der turner lebte und des fortschritts den er miterlebte. es ist die zeit, in der moderne malerei sich langsam entwickelte, unter kräftiger mithilfe von turner selbst, eine zeit in der die ersten eisenbahnen gebaut wurden und die fotografie sich langsam dutrchsetzte — beides von turner interessiert und (verhalten) fasziniert beobachtet. am ende war ich froh den film zuende gesehen zu haben obwohl — oder gerade weil — in dem film nichts passiert sondern einfach nur das eine oder andere gezeigt wird. von mir aus können viel mehr filme so aufgebaut sein.
goliath auf amazon geht so los, wie ich mir das von viel mehr fernsehserien wünsche: es passiert erstmal gar nichts (ok, ein boot explodiert, aber sonst passiert wirklich fast nichts).
zu sehen sind: los angeles, ein säufer und raucher und ein paar leute die er trifft. der säufer fährt rauchend in seinem schmutzigen cabrio durch LA, trifft seine tochter, seine ex-frau. LA bei nacht, LA in der sonne, lange, schöne bilder einer stadt die ich mag, weil ich dort keinen heuschnupfen habe und es dort das beste licht der welt gibt. könnte ich mir ewig ansehen, hab ich dann auch eine folge lang. in der zweiten folge passieren dan plötzlich sachen, die meine interessierte aufmerksamkeit erregen. es kristallisiert sich eine underdog-gegen-übermächtige-gegner-geschichte heraus, die jede sekunde lang nachvollziehbar und logisch bleibt und der ich gerne zusehe, weil ich wie alle menschen, gerne underdogs dabei zusehe, wie sie gegen (scheinbar) übermächtige gegner kämpfen.
ich wusste das vorher nicht, aber goliath scheint eine gerichtsserie zu sein, ein genre von dem es bereits 20 schrillionen varianten gibt, mal grandios (wie the good wife oder boston legal), mal weniger. in der zweiten folge scheint es dann auch so, dass die serie das genre schön variiert und es schafft — obwohl weiterhin fast gar nichts passiert — mich alle 10 minuten zu überraschen — und zwar wirklich zu überraschen.
es passiert nicht oft, dass ich nach zwei folgen einer fernsehserie wirklich unbedingt weitersehen möchte. goliath ist aber so ein fall.
die serie, auf deren einzelnen folgen ich mich im oktober und november am meisten freue, ist natürlich westworld. mein erster eindruck hat sich im laufe der ersten sieben folgen voll bestätigt. ein tolles ensemble, interessant verschachtelte erzählstränge, eingepackt in eine aufwändige und sorgfältig die erzählung verschleiernde inszenierung. schade nur, dass die inszenierung so aufwändig ist, dass die produktion der nächsten staffel wohl länger als ein jahr dauern wird. (läuft auf HBO.)
ähnlich aufwändig inszeniert und gut besetzt: the crown, eine serie, in der (auf netflix) die ersten zehn jahre von königin elisabeth erzählt werden. die (natürlich) erfundenen dialoge sind so gut geschrieben, dass ich nach dieser ersten staffel tatsächlich den eindruck hatte, etwas dazugelernt zu haben. im prinzip bewegt sich die serie auf the west wing-niveau. diese art von doku-fiction vermittelt verständnis für politische vorgänge und die mechnismen von macht. viele drehbuchschreiber bekommen das nicht hin. aaron sorkin hat das für west wing geschafft, peter morgan hat das in the queen geschafft und eben auch in the crown. zuerst leicht irritierend, dann im laufe der serie immer überzeugender: der amerikaner john lithgow als winston churchill. selten habe ich einen 71-jährigen einen 80-jährigen so überzeugend spielen gesehen (keine ironie). auch claire foy und matt smith als königin elisabeth und prinz philip spielen mehr als passabel.
die erste folge der dritten staffel black mirror (auf netflix) fand ich furchtbar. zu pastellig, zu dick aufgetragen, grässlich überspielt, unraffiniert, verkacktes ende. auf die zweite folge hatte ich dann gar keine lust mehr und habe über eine woche gebraucht, um mich wieder aufzuraffen um sie zu sehen. die fand ich raffinierter, etwas herausfordernder, aber die hintergedanken, erzählmuster und auflösung am ende kam mir aus dem weihnachtsspecial von vor zwei jahren bekannt und ein bisschen ausgelutscht vor. die idee, zeit im kopf durch technologische manipulation zu stauchen, ist an sich natürlich grandios und auswälzenswert, aber sie verliert dann auch schnell ihren reiz.
ich habe mir dann noch die vierte folge black mirror angesehen, weil ich auf den vorschaubildern gesehen habe, dass dort mackenzie davis mitspielt, die ich in halt and catch fire sehr gerne gesehen habe. im ersten teil der folge entstand der eindruck, dass mackenzie davis in einer art 80ziger jahre besetzungsfalle steckt und verdammt zu sein scheint, bis in alle ewigkeit achtziger-charaktere zu spielen. normalerweiese bin ich kein grosser verteidiger von happy ends, im gegenteil, mich nerven die oft, aber im rahmen einer staffel black mirror, in der nichts und niemand happy endet, war das eine grosse erleichterung. trotzdem noch nicht weitergeguckt als diese drei folgen.
die aktuelle staffel der graham norton show kommt mir gerade etwas saftlos vor. es mangelt (natürlich) nicht an promis, aber in dieser staffel hat die sendung bei mir noch nicht zünden können. in einer der folgen hat robbie williams zwar eine witzige geschichte erzählt und tom cruise die exakt gleiche geschichte wie bei jimmy kimmel — und das wars auch schon so ungefähr, was hängenblieb.
nachdem ich in der ersten staffel nach vier folgen lucifer aufgehört habe die serie zu gucken, dachte ich kürzlich: kann ich ja nochmal reinschauen. nach drei folgen hatte ich die nase dann schon wieder voll. die hauptrollen sind zu schön, oder genauer hollywood-klischeehaft besetzt, die geschichte windet sich am boden, auf der suche nach sinn und gehalt und die drehbücher machen den eindruck als würden sie nicht geschrieben, sondern gekotzt. eigentlich schade, weil die serie ein paar elemente und ideen hat, die eigentlich potenzial hätten.
potenzial hat im prinzip auch lethal wepaon, die serienadaption der filmreihe von damals™ mit mel gibson und danny glover. in den ersten paar folgen konnte man die mühe diese potenziale herauszuarbeiten noch erkennen, nach ungefähr drei folgen hat sich das alles eingeschliffen zu einem grässlichen klischeesalat mit stereotypendressing. furchtbarer höhepunkt ist die moralisierende folge 6 in der meine sämtlichen warnlampen für müll anfingen zu leuchten: schwache frauen die von rauhen helden beschützt werden müssen, pathetische gardinenprdigten für familienwerte, moralvorstellungen aus den 50er jahren, die selfie-postenden kindern, ohne ironischen bruch, an den kopf geschleudert werden und die schenkelklopfende verherrlichung von korruption und polizei-willkür und -gewalt. im prinzip hat die serie jetzt bei mir voll verkackt.
auch grässlich: berlin station, ein geheimdienst-dings des „premium entertainment network“ epix. interessant ist, dass die serie, wie der name nahelegt, komplett in berlin spielt und dementsprechend (leider) eine menge deutscher schauspielkunst offeriert. mir gefiel im piloten der wilde ritt durch berlin und das wiedererkennen von spielorten und dass die hauptfigur der serie bereits nach 10 minuten tot auf potsdamer platz lag. der rest ist leider mies gemachter serientrash. schlimme dialoge, absurde handlungsstränge, zweifelhafte sicherheitsbehörden- und überwachungswahnverherrlichung und stumpfsinnige inszenierungen wie diese hier:
hier sieht man die elite der amerikanischen auslandsgeheimdienste, wie sie auf einen im büro laufenden fernseher starren, in dem ein bericht über eine zeitungsstory (der berliner zeitung) zu sehen ist — und alle scheinen schwer geschockt zu sein. eine serie die suggeriert, dass einer der effektivsten und mächtigsten geheimdienste der welt neuigkeiten, die in einer zeitung stehen, aus dem fernseher erfährt, kann und will ich einfach nicht ernstnehmen. ansonsten der übliche, lieblose inszenierungschrott aus hollywood: computerhacking mit animationen wie aus tron, geheime treffen in den abhöranlagenruinen auf dem teufelsberg und romeo-agenten die jeden und jede, mit dem sie in kontakt treten in null-komma-nix ins bett und treu ergeben bekommen. schreiender unsinn.
im vergleich sehr liebevoll inszeniert hingegen: izombie. eine ganz gut angelegte geschichte mit einer (relativ) starken weiblichen hauptrolle, nachvollziehbaren zombies und kriminalfällen. über den blödsinn, den die story immer wieder verzapft kann ich gut hinwegsehen, weils unterhaltsam und nicht all zu störend stereotyp inszeniert und geschrieben ist. die serie bedient konsequent, aber relativ gekonnt, das lieblingsrezept mittelguter fernsehproduktionen: ein langer roter faden mit entwicklungspotenzial und das tagesgeschäft wird mit folgenlangen kriminalfällen abgehandelt. so lassen sich unaufwändig viele stunden fernsehen machen und zuschauer am roten spannungsfaden halten. ich habe bisher nur zwei oder drei folgen gesehen, werde aber wohl noch ein bisschen weiter gucken.
luke cage (auf netflix) hat mir hingegen richtig gut gefallen. in wenigen tagen weggeguckt und obwohl die produktion teilweise sehr offensichtlich ein sehr sparsames budget hatte, machten das drehbuch und der grossartige mike colter das alles mehr als wett. die handlung und die motive von luke cage blieben in jedem moment der serie nachvollziehbar, die bösewichter kamen beinahe an daredevils wilson fisk heran.
mehr als eine folge von trepalium (auf netflix) habe ich nicht ausgehalten. angenehm fand ich das französisch, schlimm die dämlich und durchsichtig aufgebaute geschichte und die grösstenteils schreckliche schauspielerei. science-fiction wie er mir gestohlen bleiben kann.
die zweite staffel narcos (auf netflix) habe ich mir zwar bis zum ende angesehen, aber es war ein bisschen zäh. die serie ist wirklich gut gemacht, ich habe das gefühl, sie ist zum allergrössten teil akkurat und im historischen rahmen, aber auch ein bisschen eintönig, auch wenn sich buch und regie grosse mühe geben dem wahn von pablo escobar und dem amerikanischen drogenkrieg ein bisschen farbe einzuhauchen. das ist alles lehrbuchmässig inszeniert und dramatisiert und schafft es sogar, wenn man die erzählte geschichte kennt, hier und da überraschungen einzubauen. andererseits ist das alles auch irgendwie abstossend, weil ich mich ständig dabei erwischte, mich mit arschlöchern zu empathisieren. denn, und das ist der eigentliche witz, die serie handelt fast ausschliesslich von arschlöchern, auf allen seiten.
aus irgendeinem grund habe ich mir gestern die ganze sendung von anne will am 30.10 angesehen. ich glaube vor allem habe ich mir das angesehen, weil absehbar war, dass zwei der gäste aneinandergeraten würden: sascha lobo und manfred spitzer. jemand schrieb mir, dass die sendung sehr witzig sei, weil sascha lobo spitzer ständig bretter hinhielte und er jedes einzelne mal spränge.
spitzers punkt sei, legte er in seinem eröffnungsstement ausführlich dar, dass wenn es um kinder und jugendliche gehe, „man“ sich fragen müsse, wie lange „man“ sie „davor“ schützen müsse. mit diesem ominösen „davor“ meint er „digitale medien“. die würden, und das sei total klar, starke risiken und nebenwirkungen haben: angst, aggression, aufmerksamkeitsstärung, depression, demenz, sucht, „diabetes noch dazwischen“, schlafstörungen, schulversagen. darüber habe er „auch noch ein buch geschrieben“ und das sei wichtig und niemand rede darüber. diese warnung wiederholte er im laufe der sendung immer wieder, lediglich unterbrochen mit der aufzählung von „studien“ und regelmässigen zwischenrufen wie „falsch, ganz falsch“.
was dann tatsächlich amüsant war: spitzer dabei zu beobachten wie er alle 10 minuten in rage geriet und seine aggression, aufmerksamkeitsstörung und talkshowversagen nicht mal in ansätzen verhehlen konnte. sascha lobo konnte spitzer tatsächlich immer wieder mit kurzen, prägnanten sätzen und punktgenauen anmerkungen gezielt zur explosion bringen: „sie differenzieren nicht“, „sie wollen bücher verkaufen und schüren dafür gezielt angst“, „sie haben schlechte umgangsformen“. bei jeder einzelnen dieser anmerkungen hatte ich das gefühl, dass manfred spitzer gerne auf sascha lobo losgegangen wäre.
neben ein paar befindlichkeiten und absehbaren statements („ich versuche nicht nach halb sieben einkaufen zu gehen!“ (leni breytmeier), „wir brauchen nicht mehr regulierung und bürokratie!“ (christian lindner), „wir brauchen mehr qualifizierte arbeitskräfte!“ (bernhard rohleder)) wars das im grossen und ganzen auch schon. anne will versuchte heldenhaft ab und zu fragen zu stellen, deren antworten sicher erhellend gewesen wären („was würden sie denn konkret vorschlagen?“), aber es wurde schnell klar: beantworten wollte ihre fragen niemand, nichtmal in ansätzen. stattdessen absehbare statements, forderungen nach mehr und besserer bildung, befindlichkeiten und schreie von spitzer, dass alles falsch sei und alle keine ahnung hätten. gelegentlich versuchte sascha lobo (vergeblich) „pflöcke“ einzuschlagen und die diskussion weg von theoretisch-konstruierten szenarien auf konkrete probleme zu lenken.
zum sendungsthema „Schöne neue Arbeitswelt - Ist der Computer der bessere Mensch?“ habe ich eine stunde vorher sehr viel mehr denkanstösse und stoff zum nachdenken bekommen, als ich mir die fünfte folge westworld angesehen habe.
visuell sehr beeindruckend, die gezeigten absurditäten (sprechende und singende tiere, unberührte natur) werden gekonnt mit der, gar nicht mal so dämlichen, handlung ertränkt.
die beifahrerin war ein bisschen enttäuscht, dass der film nicht, wie der gezeichnete vorgänger, als musical angelegt war, ich war froh, dass nicht bei jeder gelegenheit gesungen wurde. ich hab mir das gerne angesehen, fühlte mich gut unterhalten und ausgereichend gespannt und, wie gesagt, das erstaunlichste war, dass der film es schafft wenig absurd und authentisch zu wirken. noch nicht mal der gelegentlich durchscheinde pathos hat mir das vergnügen vergällt.
übler, langweiliger, an den haaren herbeigezogener ballerscheiss der alten schule. und alte schule mein ich hier nicht positiv; der film, der plot, die dialoge fühlen sich durch und surch nach 70er und 80er jahre blockbuster an, nur dass die spezialeffekte modern sind.
genau betrachtet ist suicide squad ein remake des ersten ghostbuster-films, nur ohne den kindischen humor und die ohrwurmige musik. in seiner bunten kackigkeit kommt der film übrigens auch beinahe schon an die übelste batman-adaption ran: batman & robin mit schwarzenegger als bösewicht.
mr robot s02: nachdem mir die erste staffel von anfang an (bis zum ende) aussergewöhlich gut gefallen hat, war die zweite staffel eine grosse enttäuschung: blödsinnige, übergeigte story, störende und zu platte amazon-alexa schleichwerbung und überbordende selbstverliebtheit des produzententeams. übergeigt von vorne bis hinten und dazu leider auch noch stinklangweilig.
lethal weapon s01: nach zwei folgen lautet mein urteil: solide mittelgute serienkost. nicht besonders subtil oder elegant, aber unterhaltsam bis es nach wahrscheinlich fünf oder sechs folgen wegen überspannter stereotypen unendlich nervt. aber bis dahin gucke ich gerne weiter.
penn and teller fool us s01 bis s03: penn and teller lassen sich von anderen zauberern zaubertricks vorführen und versuchen diese danach zu erklären ohne zu viel zu verraten. die show hat mir über drei staffeln grosses vergnügen bereitet, einerseits weil zum teil wirklich grossartige magie gezeigt wird und andererseits weil die mischung aus scripting und spontanität im gegenteil zu anderen casting-, panel- oder juryshows sehr ausgewogen und ausreichend authentisch ist. durch und durch unterhaltsam, wenn man hin und wieder den skip-button betätigt.
westworld s01 pilot: die serie zeigt, dass HBO beim fernsehserienproduzieren immer noch die nase weit vorne hat. die ausstattung, produktionsqualität, erzählstruktur — das gesamtpaket — hat eine qualität, die die newcomer netflix oder amazon nur in ausnahmefällen erreichen. im gegenteil zum amerikanischen kabel- oder antennenfernsehen sind HBO-serien in der regel erfrischend subtil und auch im detail erfrischend durchdacht. zuletzt begeisterte mich the leftovers von HBO eindrücklich, ich habe das gefühl, westworld könnte das auch hinbekommen, wenn die showrunner das nicht irgendwann unerwarteter weise verkacken sollten.
einzig das fliegen-thema war so dick aufgetragen, dass die offensichtlich angestrebte subtilität und tiefgründigkeit etwas arg litt. aber insgesamt habe ich bei westworld nach dem piloten ein ziemlich gutes gefühl.
halt and catch fire s03: das beste zum schluss; auch wenn die dritte staffel von halt and catch fire mit einigen längen und etwas zu detailierter charakterstudie anfing und mich über zwei bis drei folgen doch ziemlich langweilte, schaffte die serie es, die qualitäten die sie in den ersten beiden staffeln aufgebaut hatte, in dieser staffel weiter auszubauen. diese qualitäten sind gar nicht so einfach zu umreissen. tatsächlich steckt in vielen serien, die ich in den letzten jahren gesehen habe, ein stückchen dieser halt-and-catch-fire-qualitäten:
was ich eigentlich sagen will: wenn man die ersten vier folgen der dritten staffel halt and catch fire überstanden hat, kann man sich weitere vier folgen einer wirklich tollen serie angucken.
river (auf netflix) ist kein schlechter krimi. die story ist schön verwoben und john river bohrt sich durch jede einzelne zwiebelhülle bis er in der achten folge im zentrum anlangt. ich hab die serie aber nicht gerne gesehen, jede folge war eine qaual. ich fühlte mich wie im theater. ich habe nichts gegen psychologie oder gegen die filmische aufbereitung von psychischen problemen, aber wie die serie john rivers psychose, bzw. seinen umgang mit den stimmen in seinem kopf auswalzte war mir einfach viel zu langatmig. ja, stellan skarsgård hat ein wunderbares gesicht, aber müssen wir es wirklich jede folge 30 minuten lang in grossaufnahme bewundern? acht folgen lang? so gesehen war die serie ein qual, aber ich war am ende froh, sie durchgestanden zu haben, denn das ende war sehr OK und die serie insgesamt auch.
ich habe jetzt die zweite staffel bosch (auf amazon) angefangen und war erstaunt, was für ein kontrast das ist. die erste staffel bosch fand ich nicht schlecht, aber auch nicht so gut, dass ich mich gleich auf die zweite staffel gestürzt hätte. aber jetzt, nach der river-qual, bin ich erstaunt wie gut verdaulich manche fernsehserien sein können, bzw. bosch ist. zwei folgen habe ich am stück weggesehen und die dritte hätte ich wohl auch gleich noch weggeatmet, wenn ich mich nicht selbst unterbrochen hätte um diesen gedanken aufzuschreiben: man muss im fernsehen einen charakter nicht sezieren um ihm nahezukommen, man muss die welt nicht aus seiner perspektive zeigen, um sein verhalten zu verstehen, man muss nicht jede regung der hauptfigur ausinszenieren und theatralisch überhöhen, um empathie zu einem charakter zu entwickeln. fernsehen funktioniert im kopf des zuschauers. ich möchte nicht alles ausformuliert, garniert und gargekocht serviert bekommen, ich möchte die sätze selbst im kopf zuende führen, ich will die emotionen selbst auf die charaktere projizieren und ab und zu auch was zum kauen haben.
leider ist bosch ein denkbar schlechtes beispiel für exquisite erzählkunst, aber weil bosch eben zufällig gerade auf river folgte, fiel mir der kontrast auf und ich musste ihn mal aufschreiben. aber auch wenn bosch nur eine gut gemachte mittelgute serie ist, bleibt sie doch ein gutes beispiel dafür, das gute erzählungen und interessante charaktere nicht von der serie selbst, ihrer inszenierung oder dem regisseur erschlossen werden müssen, sondern dass man das gut dem zuschauerkopf überlassen kann.
bosch telefoniert in der ersten folge der zweiten staffel mehrfach mit seiner tochter. das akkustische signal und das eingeblendete logo rechts oben lassen keinen zweifel daran aufkommen, dass microsoft/skype einen gewichtigen teil zum produktionsbudget beigetragen hat. komisch fand ich aber, wie bosch während des telefonats seinen daumen auf sein bild hielt:
und das, obwohl er seinen daumen eigentlich gar nicht auf dem bildschirm hatte.
ich vermute die frontkamera des produkt-platzierten samsung telefons war einfach zu schrottig für eine HD-serie.
kann auch sein, dass ich bosch lieber gucke, weil ich so unfassbar gerne das gesicht von jamie hector ansehe.
die erste folge chef’s table hab ich glaube ich vor nem jahr auf netflix gesehen. sie handelte von massimo bottura, einem italienischen koch und seinem restaurant osteria francescana. aber eigentlich handelte sie von etwas ganz anderem, von massimo bottura leben und seiner einstellung zum leben, seinen krisen und seinen erfolgen — aber eben auch über das was er kocht. ich fand diese erste folge sehr beeindruckend und auch ein bisschen bewegend, weil dieses portrait beinahe intim und schön differenziert war. ich erfuhr etwas über den koch selbst, über das was ihn antreibt, und beinahe nebenbei, was er so kocht.
nachdem ich nun die fünf anderen folgen der ersten staffel von chef’s table gesehe habe, wurde klar, dass das die idee hinter der serie ist. es geht nicht um den tisch, sondern den oder die, die den tisch deckt. dass dabei inszenatorische mittel zum einsatz kommen, bei denenn ich bei fiktionalen formaten schreiend weglaufe, also übermässiger einsatz von zeitlupen, emotionsmanipulierende musik, ausufernde landschaftsaufnahmen, störte mich in diesem format fast gar nicht.
tatsächlich kommt diese dokumentationsreihe inhaltlich gut gemachten fiktionalen formaten recht nahe. fast jede ausgabe handelt von einem menschen, der oder die sich auf den weg macht ihren traum zu erfüllen und dabei auf widerstände oder widersacher trifft und sich am ende dann doch durchsetzt. jede folge hat ein happy beginning (ein gut gehendes spitzenrestaurant) und happy end: ein spitzenkoch, von dessen leben man ein bisschen erfahren hat, mit einem, oder mehreren, gut gehenden spitzenrestaurants. aber auf dem weg dahin, erfahrt man, was es bedeutet dort zu landen, welche arbeit und mühe dahinter steckt, welche krisen und welche hindernisse aus dem weg geräumt werden müssen.
die botschaft beinahe jeder einzelen folge lautet: finde zu dir selbst und tue das, was du am besten kannst, auf deine weise und so gut du kannst. also — theoretisch — wie bei jedem actionfilm.
ein paar der köche fand ich wahnsinnig sympatisch, andere unerträglich unsympathisch, einige der köche wirken unglaublich prätentiös, andere geerdet und rustikal. was die serie aber jedes mal mit erstaunlicher leichtigkeit schafft, ist die motive der köche nachvollziehbar zu machen, zu verstehen, warum das, was die köche tun, jeweils folgerichtig ist.
besonders gut hat das bei francis mallmann und magnus nilsson funktioniert. der eine wuchs am südlichen arsch der welt in patagonien auf, der andere am nördliche arsch der welt in schweden. beiden gemein ist die scheinbar widersprüchliche, gleichzeitige misachtung von konventionen und grosser wertschätzung von traditionen. beide haben einen grossen freiheitsdrang und den unbedingten willen, ihren eigenen weg zu gehen. während nilssons detailversessenheit und perfektionsdrang sehr ausgeprägt und augenscheinlich ist, hat mallmann seinen drang zur perfektion (scheinbar) überwunden und kocht eher lakonisch und urig.
wenn köche über ihre philosophie haltung zum kochen, essen oder nahrungsmittel reden, kann das gehörig in die hose gehen. witzigerweise ging das aber bei keinem der portraitierten köche in die hose, im gegenteil. ich fand das nachvollziehbar bis überaschend interessant und klug. was ich faszinierend finde — aber überhaupt nicht nachvollziehbar — ist die detailversessenheit und der perfektionsdrang der portraitierten. ich bin da eher rustikal und dränge aus prinzip nicht nach perfektion. etwas gut bis sehr gut zu machen ist schon anstrengend genug — das dann perfekt zu machen, erfordert dann mindestens nochmal genausoviel bis doppelt so viel aufwand. ich weiss, dass ich es mit dieser haltung nie in die spitze von irgendwas schaffen werde — aber um so faszinierender finde ich es, andere dabei zu beobachten.
chef’s table läuft auf netflix, mittlerweile gibt’s auch schon ne zweite staffel, von der ich erst eine folge gesehen habe, die das niveau der ersten staffel auch nochmal übertrifft.
schon nach der ersten folge war ich ein bisschen genervt und gelangweilt von der aktuellen staffel mr. robot. jetzt ist die aktuelle staffel fünf folgen alt und zum ersten mal nach viereinhalb stunden laufzeit kam ein bisschen spannung auf.
die selbstverliebtheit der serie, die mir gleich in der ersten folge negativ aufstiess, vertieft sich von folge zu folge. all das, was sich in der ersten staffel en passant zeigte, um eine stringente, gute erzählung zu unterstützen, schiebt sich jetzt selbstzweckartig in den vordergrund.
unterstützten die teils wunderbaren kameraeinstellungen in der ersten staffel die geschichte mit passenden bildern, habe ich jetzt das gefühl, dass die bilder für sich stehen sollen: schaut her, was für schöne bilder wir im fernsehen zeigen können!
waren die bilder von elliots computerbildschirmen in der ersten staffel erfreulich akkurat, aber nie das zentrum der aufmerksamkeit, zeigte die kamera in der fünften folge elliots bildschirm teilweise minutenlang, in grossaufnahme und im splitscreen. ja es ist toll, dass sich eine fernsehserie um akkuratesse bei der darstellung von computersystemen und hacks bemüht, aber genau das stolz in den vordergrund zu stellen nervt.
die erzählung in der ersten staffel war über weite strecken bruchstückhaft und füllte die leerstellen erst zum ende hin — aber sie war stringent und in sich geschlossen. in der zweiten staffel habe ich das gefühl, dass die autoren möglicherweise eine runde geschichte getöpfert haben, diese aber aus dramaturgischen gründen, nach dem brennen, zerdepperten und den zuschauern jetzt die bruchstücke ausufernd präsentieren. kann man so machen, ist dann aber eben scheisse — erst recht wenn man die bruchstellen deutlich sieht.
die handlung kam mit der vierten und fünften folge langsam in gang, aber der motor stottert noch immer. das timing der schnitte zwischen den etwas zu zahlreichen erzählsträngen ist schrecklich, das cliffhanging am ende der folgen billig. alles was die erste staffel mr. robot an euphorie in mir wecken konnte, pflügt diese zweite staffel jetzt unter. das grossartige, lakonische spiel von rami malek wirkt jetzt wie ein liegengebliebener käfer auf der autobahn, der auf den ADAC wartet. die wut und radikalität die christian slater seiner rolle in der ersten staffel verlieh, wirkt jetzt ähnlich hysterisch und nervig wie winona ryders joyce byers in stranger things.
ich schaue mir mr. robot, keine frage, auf jeden fall zuende an — und seit folge fünf besteht auch hoffnung dass der zug langsam fahrt aufnimmt. aber es wundert mich nicht, dass die quoten der serie im keller sind.
netter, lustiger kinderfilm über eine pfiffige, kleine, vierzehnjährige detektivin, die ein bisschen zu stereotyp und erwachsen gezeichnet ist. zwei ältere männer spielen auch mit.
das ist natürlich quatsch, denn in echt ist der film wie ein porno aufgebaut: auf einem sehr dünnen, ziemlich blödsinnigen, leicht roten faden, sind witze und kloppereien aufgezogen, die zugegebnermassen ziemlich unterhaltsam sind. die story ist so dünn, dass die beiden hauptdarsteller, glaube ich, mehrfach fragen, warum denn stroh auf dem boden liege. aber wegen der der geschichte guckt man sich solche filme ja auch nicht an, sondern eben wegen der gags und kloppereien.
hübsch, relativ stringent und ein bisschen langweilig. aber tom hardy war wieder super.
ich habe zwei folgen braunschlag auf netflix gesehen. früher wäre ich in die videothek gegangen, hätte das ziemlich bescheuerte DVD-cover gesehen, die DVD im regal stehen gelassen und mir was anderes ausgeliehen. in der tat ist das gar nicht so unwahrscheinlich, dass genau das passiert ist, denn die braunschlag-DVD erschien im märz 2012 — eine zeit in der ich noch in videotheken gegangen bin (glaub ich).
jetzt habe ich die serie angefangen, weil mich @zwanzigtausend darauf aufmerksam gemacht hat:
@diplix Braunschlag (Netflix) gesehen? Falls nein, würde mich Deine Rezension interessieren. Falls Lust.
mir haben die beiden folgen, die ich bis jetzt gesehen habe, ganz gut gefallen. ich wusste vorher nicht um was es in braunschlag geht und habe einfach angefangen zu gucken. dieses vergnügen möchte ich niemandem verderben und schlage vor, hier, an dieser stelle, einfach aufzuhören zu lesen und rüber zu netflix zu gehen und einfach eine oder zwei folgen zu gucken. meine unsortierten gedanken zur serie kann man hier auch später noch lesen.
braunschlag spielt in einem fiktiven ösetereichischen provinzdorf. mir gefiel die auffällig gute kameraarbeit gleich von anfang an. die kamera drängt sich nicht auf, liefert aber wunderbare bilder. diese bilder sind stellenweise aufwändig durchkomponiert, wie kleine stillleben des provinzlebens. manchmal sind die kompositionen so gut gelungen, dass ich allein wegen der bilder leise lachen musste und mich an ihrer absurdität erfreute.
genauso gefiel mir von anfang an, dass man gleich ins geschehen geworfen wird und der film sich nicht mit einer bemühten, langwierigen exposition aufhält oder sich die mühe macht, grossartig zu erklären, wer zu sehen ist und was sich da abspielt. mir war klar, dass sich das alles im laufe der serie klärt, aber dass sich filmemacher darauf verlassen, dass ihre zuschauer diese geduld aufbringen, erscheint mir — zumindest im deutschsprachigen raum — eher ungewöhnlich.
was ebenfalls augenscheinlich ist und in den ersten paar minuten irritierend: die leute sprechen komisch, sehr komisch. in der filmrealität scheint das niemanden zu stören, eben weil alle so sprechen. mir fiel dann irgendwann auf, dass ich diese sprache aus dem skiurlaub kenne: sie sprechen östereichisch. östereichisch ist dem deutschen nicht ganz unähnlich, aber doch ganz anders. nach zwei folgen verspürte ich irritierenderweise das bedürfnis, auf fragen der beifahrerin oder des kindes ebenfalls östereichisch zu antworten. leider ist das ziemlich schwer, weshalb ich dem drang dann widerstand.
die geschichte, die braunschlag erzählt, ist eher vorhersehbar und langweilig, aber das macht nichts, weil das zusammenspiel der charaktere, die nicht besonders subtile, aber gut dosierte überzeichnung der figuren, tatsächlich spass macht. je mehr ich drüber nachdenke, desto weniger steil erscheint mir die these, dass die erzählung sich stilistisch an den cartoons von gerhard haderer orientiert. und selbst wenn die these zu steil ist, mir bereitet beides ähnliches vergnügen: haderer cartoons zu betrachten und braunschlag gucken.
schauspielerisch kann ich zu 90 prozent nichts aussetzen. eigentlich möchte ich nur an manuel rubey rumnörgeln, der den „apostolischen visitator“ banyardi spielt. die texte die ihm die drehbuchautoren in den mund legen sind exquisit, aber sie kommen leider zu gestelzt, zu gespielt, zu artifiziell aus seinem mund. in der zweiten folge gibt es einen wunderbar absurden dialog von banyardi mit der „deutschen magd“ silke und im zusammenspiel der beiden kackt manuel rubey leider total ab. in einer weiteren szene geht’s dann, weil er nicht sprechen muss und einfach eine folge grandios absurd überzeichneter bilder gezeigt wird.
die serie ist acht folgen lang, eine fortsetzung, habe ich in der wikipedia gelesen, wird’s nicht geben, aber die restlichen sechs folgen sehe ich mir sicher noch an.
totaler scheiss.
musste nach andertalb stunden abbrechen, weil ich nicht kiffe.
hat mich in seiner schwachsinnigkeit (die ja durchaus reizvoll sein kann) ein bisschen an themroc erinnert, aber themroc hab ich damals wegen peer-pressure und besseren drogen zuende schauen können.
gestern, kurz vor feierabend, schickte mir die beifahrerin einen link zu diesem video.
dort sieht man wie fynn kliemann sich in seinem garten einen teich ausbaggert. das video ist ungefähr ne viertelstunde lang und liebevoll und unterhaltsam zusammengeschnitten. nachdem ich das video gesehen hatte, dachte ich: das ist der grund warum youtube so toll sein kann und warum das normale fernsehen es in den nächsten jahren sehr, sehr schwer haben wird.
ich fand das jedenfalls sehr unterhaltsam, fynn kliemann dabei zuzusehen wie er die ganze zeit quatscht und macht. dann habe ich mir mehr videos von ihm angesehen, unter anderem wie er seine terrasse umbaut, den zweiten teil seines teichprojekts oder wie er einen gartentisch baut (und sich dabei mehrfach beinahe tötet).
die beziehungs- und humorkrisen die man in diesen videos sieht, sind denen die ich aus meinem alltag kenne nicht ganz unähnlich. ich fand diesen fynn kliemann auf anhieb sehr sympathisch. noch sympathischer fand ich ihn, nachdem ich dieses kurze portrait von ihm auf der deutschlandradio website gelesen habe: Werbung? In die Tonne gekloppt
dadrin wird er unter anderem so zitiert:
Ich bin jetzt überhaupt nicht grundsätzlich gegen alles oder gegen das System. Das stimmt gar nicht. Sondern ich habe einfach nur kein Bock auf Sachen, die von mir verlangt werden und ich stehe nicht dahinter. Und das ist der Inbegriff von Werbung.
sehr sympathisch. in den nächsten tagen guck ich definitiv seinen youtube-kanal leer.
mr robot s02e01: n bisschen nervig, dick aufgetragen und selbstverliebt in die eigene erzählung. mal schauen wie sich das entwickelt.


















