wunderbare folge, am anfang ein bisschenblutleer weil brian finch das NZT aufgegeben hat, aber am ende schön eskalierend ohne unglaubwürdig oder überdreht zu wirken. ich will nicht zu viel von der handlung verraten, aber wie sie sich aufblättert und wieder verblättert, auflöst und wieder verkompliziert ist sehr schön erzählt. vielleicht war das zwischenfinale am ende der sendung dann doch einen tick zu verschwörungsoptimistisch, was man immer spätestens dann merkt, wenn der satz fällt „das war alles geplant!“, aber trotzdem gerne gesehen.
nach 20 folgen better call saul ist klar, dass die serie auf ein paar jahre laufzeit angelegt ist. nach der ersten folge war mir bereits klar, dass vince gilligan (und seine autoren) keine eile haben, die geschichte voranzutreiben, im gegenteil, ich habe auch jetzt, nach dem staffelfinale, das gefühlt, dass gilligan und die autoren das publikum mit dieser extrem ruhigen erzählart vor sich her treiben.
ich habe den fehler gemacht, zu antizipieren, dass in dieser staffel furchtbare dinge passieren würden, noch in der vorletzten folge habe ich erwartet, dass wir zum finale erleben, wie ein „alter bekannter“ im rollstuhl landen würde und das chuck sich von jimmy’s manipulationen nicht mehr erholen würde. ich lag mit beiden erwartungen daneben. die serie plätschaert einfach am alltag entlang. vor allem, sie plätschert an einem alltag entlang, wie wir ihn alle (mehr oder weniger) kennen. der witz ist, dass genau das enorm viel spass beim zusehen macht: die erwartung, dass etwas passieren könnte und dann, am ende jeder folge die einsicht, dass zwar etwas passiert ist, aber nicht mal ansatzweise so drastisch wie wir uns das in unserer phantasie ausgemalt haben.
selbst der handlungsstrang mit mike, in dem tatsächlich ständig etwas passiert und der sich und seine familie — zu recht — ständig bedroht sieht, passiert nichts, also zumidnest nicht so, wie wir es erwartet und befürchtet haben.
jimmy mcgill vor einer frisch gewaschenen fahne
better call saul ist ein bisschen so wie meine fenster in den letzten 20 jahren, bevor ich mit der beifahrerin zusammengezogen bin. die habe ich so gut wie nie geputzt. und wenn ich sie dann doch mal geputzt habe, sass ich tagelang davor und wunderte und freute mich, wie toll die sicht plötzlich war. nur: passiert ist nichts. die fenster haben sich nicht grossartig verändert, sie sind weiterhin nur fenster. aber trotzdem freue ich mich durch sie zu sehen, so wie ich mich freue, jede einzelne folge better call saul zu gucken.
mit dem weg von jimmy mcgill zu saul goodman können in diesem tempo sicher noch zwei oder drei staffeln gefüllt werden, vielleicht auch mehr. allerdings dürfte es dann in 8 jahren schwer werden, mike ehrmantraut dann noch jünger als in breaking bad wirken zu lassen. das wirkt jetzt schon teilweise nicht ganz leicht. auch der weg von mike zu gus frings zweiten mann, könnte in diesem tempo noch einige staffeln füllen.
nachtrag 23.04.2016: phelim o’neill zeigt sich im guardian schwer beeindruckt von better call saul:
It’s very much the Jimmy and Chuck show, and their brotherly dynamic is one of the most complex television has offered. It’s increasingly easy to see their story from both sides, and harder to settle on only one, as their past is slowly revealed.
sehr schön komplizierte folge, mit zweieinhalb handlungssträngen. peter florick droht wieder dahin zu gehen, woher er in der ersten staffel kam, diane und kurt schlagen sich beim knutschen fast einen zahn aus und alicia und lucca spielen die NSA und den kanadischen CSE gegeneinander aus um einen ex-NSA whistleblower/verräter kanadisches asyl zu besorgen.
abgesehen davon, dass diane und kurt in ihrem handlungstrang die ganze zeit turteln, will kurt auch seinen laden verkaufen. diane übernimmt die verhandlungen und wird zwischendurch ein bisschen unwirsch, gereizt und eifersüchtig auf die gutaussehende ex-studentin von kurt.
dabei entsteht die lieblingsszene dieser folge, als diane den preis hochzutreiben versucht, wählt sie die worte:
„but unless you can increase your offer, you can go and …“
nach dem „and“ formt diane gerade noch ein offensichtliches „fu“ mit ihren lippen, und dann schnitt.
… but unless you can increase your offer, you can go and …
ich fand das sehr sehr witzig und die technik steht in dieser serie in einer alten tradition. das auf HBO unproblematische „fuck“ wurde in der CBS-serie the good wife alle paar folgen mal gesagt, aber immer von nebengeräuschen übertönt. die schnitttechnik war mir bisher noch nicht aufgefallen. ich finde das auch deshalb so lustig, weil dem fuck damit eigentlich die doppelt oder dreifache aufmerksamkeit zukommt, die ihm zukommen würde, wenn es einfach so dahergesagt wurde. es ist ein bisschen so, wie bei jimmy kimmels grandioses unnecessary-censorship-reihe
der rest der folge war unterhaltsam und teilweise arg bedeutungsschwer. peter sagt zu alicia: „so we’re right back whre we started.“ und jason fragt alicia mehrfach — noch ne stufe bedeutungsschwangerer — „what do you want, alicia?“
bedeutungsschwanger hin oder her, die frage gefällt mir, es ist sogar eine meiner lieblingsfragen: „was willst du eigentlich?“ sollte man sich, anderen, allen eigentlich viel öfter, nicht nur an serienenden, stellen.
noch drei folgen, dann ist the good wife vorbei und gleichzeitig (auch) wieder da, wo sie vor sieben jahren mal war.
letzte woche hab ich vergessen™ die sendung mit der maus zu gucken. also hab ich heute zwei sendungen sehen können. beide hatten ziemlich gute sachgeschichten und beide sendungen kann man sich noch eine oder zwei wochen in der ARD-mediathek oder der seite mit der maus ansehen. der player auf der seite mit der maus, scheint mir aber seit letzter oder vorletzter woche nicht mehr so richtig zu funktionieren. deshalb guck ich jetzt immer in der mediathek.
mir ist heute, beim kochen, was ganz anderes aufgefallen. nämlich, dass das konzept der sendung mit der maus, auch wenn sie fast so alt ist wie ich und seit 1971 produziert wird, keinen vergleich modernen bewegtbildformaten zu scheuen braucht, wie sie heutzutage auf youtube oder anderswo zu finden sind. im gegenteil, ich habe bei manchen formaten eher das gefühl, dass sie idee oder konzepte der sendung mit der maus kopieren oder nachahmen — bewusst oder unabsichtlich.
das konzept nicht weniger youtuber oder youtube-kanäle ist ja, dass da jemand sitzt und sachen erzählt die ihn oder sie interessieren. die zuschauer werden direkt angesprochen, geduzt und die clips sind meist nicht viel länger als die durchschnittliche aufmerksamkeitsspanne reicht. so wie die sachgeschichten in der sendung mit der maus. ich habe jedenfalls immer das gefühl, dass die menschen, die für die sendung arbeiten, sich immer auch für die themen, die sie in den sachgeschichten behandeln, interessieren — oder mindestens grossen spass daran haben, sich wege und mittel auszudenken, die sachen, die man dort sieht, so einfach und nachvollziehbar zu erklären, so dass sie auch von kindern verstanden werden können.
durch die inhalte und das format sind die sachgeschichten der maus eigentlich wie gemacht für youtube, das netz, für die informationsströme auf facebook und twitter. nur dass das konzept mindestens 30 jahre vor youtube erfunden wurde.
ebenfalls vor ein paar wochen, habe ich zum ersten mal gesehen, dass viele der sachgeschichten in der mediathek jetzt bis zum dezember 2099 abrufbar sind. ich finde das ganz hervorragend, einerseits weil ich sie jetzt dauerhaft verlinken kann und weil sie als .mp4-datei in der mediathek liegen, lassen sie sich auch einbetten. wie zum beispiel diese sachgeschichte aus der sendung von heute, in der armin erklärt, wie man spargel anbaut.
in der sendung vom 10. april, erklären christoph biemann und evi seibert, wie man heutzutage milch konserviert, bzw. die relativ neue „länger haltbare frischmilch“ produziert, die nicht so starken kochgeschmack hat wie h-milch. grundsätzlich fand ich das, wie fast immer, sehr gut erklärt (vor allem das homogenisieren), aber mir fehlten auch ein paar informationen. zum beispiel: warum trennt man das fett, bzw. die sahne, und fügt sie später wieder hinzu? wie sieht die milch aus, wenn sie aus den zentrifugen kommt, in denen sie in ihre bestandteile zerlegt wird? wie sehen die filter aus, mit denen auf milchverpackungen geworben wird und die davon reden, dass der keimgehalt mit „besonders schonenden filtrationsverfahren“ reduziert werde?
in der sendung vom 10. april lief zu der sachgeschichte mit der milch auch noch eine sachgeschichte, in der armin erklärt, warum flugzeuge fligen und eine folge kapitän blaubär. hab ich beides nicht geguckt. in der sendung von heute lief neben der spargel-sachgeschichte noch eine ältere folge shaun das schaf, in der timmy einen auftritt als godzilla-schaf hat.
apropos tolle sachgeschichten, über die sachgeschichte über den deichbau, habe ich im januar sehr begeistert geschrieben und dort ist jetzt auch die sachgeschichte selbst eingebettet.
beide sendungen bekommen wegen der tollen sachgeschichten und der einbettbarkeit heute ausnahmsweise mal die volle punktzahl.
gleich in der ersten folge hatte ich das gefühl, dass peaky blinders sehr nach sons of anarchy schmeckt. tatsächlich ist das grundmotiv von peaky blinders dem von sons of anarchy ziemlich ähnlich. beide erzählen die geschichte einer brutalen verbrecherbande aus der pespektive der gang. das gibt der erzählung die chance, die charaktere der gang-mitglieder schön auszudifferenzieren. dazu kommt in beiden serien die perspektive eines ermittlers, der versucht die verbrecher zu fall zu bringen.
das läuft dann zwangsläufig auf ein dauer-pimmelfechten kräftemessen zwischen den anführern der verbrecher und den ermittlern heraus. das kräftemessen spielt sich nach einem einfachen schema-f ab: nach ein, zwei offenen, teilweise brutalen konfrontationen, fangen die gegenspieler an deals zu machen und sich gegenseitig auszumanövrieren. im laufe dieses prozesses korrumpiert sich der ermittler langsam aber stetig und alle gegenspieler reiten sich, trotz gelegentlicher taktischer erfolge, mehr und mehr in die scheisse.
bei sons of anarchy fand ich das ein paar staffeln lang äusserst spannend, zumal die ermittler von staffel zu staffel wechselten und teilweise grandios besetzt waren. nach einer weile wurde das wiederkehrende muster dann aber langweilig, auch wenn das motiv immer leicht variert wurde. von peaky blinders hab ich jetzt die erste staffel gesehen und bin überhaupt nicht gelangweilt, im gegenteil. einerseits gefallen mir die charaktere hier sehr viel besser. die hauptfigur, der peaky-blinders-anführer thomas shelby, gespielt von cillian murphy, hat gegenüber dem etwas stumpfen SAMCRO-anführer jax teller (enorm dumpf gespielt von charlie hunnam) ein paar entscheidende vorteile: er ist klug, (meistens) kontrolliert und fähig ordentlich zu kommunizieren. das sekundär-motiv von sons of anarchy ist meiner meinung nämlich die unfähigkeit der führungsriege, entscheidende informationen auszutauschen. nicht wenige der katastrophalen ereignisse in sons of anarchy, lassen sich genau darauf zurückführen. bei sons of anarchy war das natürlich weniger ein motiv, als ein dramaturgisches mittel, um die story überhaupt in gang zu halten. peaky blinders bekommt die dramaturgie aber auch ohne diese stütze gut hin. überhaupt, ist sowohl die relativ verschachtelte geschichte, als auch die motivation von thomas shelby, viel nachvollziehbarer.
ich bin ja ein grosser fan von nachvollziehbarkeit. wenn hauptfiguren aus dramaturgischen gründen, schlecht begründete, bescheuerte entscheidungen treffen, sitze ich vor dem bildschirm und schlage mir die stirn wund. nicht so bei peaky blinders. selbst die amourösen elemente der serie bleiben nachvollziehbar, auch wenn sie, wie immer, furchbar kompliziert angelegt sind.
ich kann über diese erste staffel wenig schlechtes sagen. neben dem guten, aber irritierenden, eher inadäquaten soundtrack, haben mich eigentlich nur die etwas eindimensional bespielten kulissen gestört. sowohl die nebelmaschinen, als auch die funkensprüher wurden viel zu dick aufgetragen. ausserdem war einer der hauptspielorte, die stammkneipe der peaky blinders (the garrison) total überbeleuchtet. eher erfreulich fand ich, dass das gewummere der stahlpressen im hintergrund nie aufhörte, auch bei bettszenen lief das gewummere einfach subtil weiter im hintergrund. schauspielerisch kann ich nichts aussetzen, auch nicht am schauspiel von annabelle wallis, die die zweischneidige grace burgess spielt — ausser, dass sie, wie der soundtrack, hoffnungslos aus der zeit gefallen zu sein scheint. sie wirkte auf mich in jeder szene wie eine zeitreisende aus den 90er jahren. nichts an ihr fühlte sich nach den 1920er jahren an, in denen die serie eigentlich spielt.
die erste staffel hat auf rotten tomatoes sehr gute wertungen, die zweite noch bessere. hier meine anmerkungen zur ersten und zur zweiten folge. sehen kann man die erste staffel auf netflix, die zweite leider (noch?) nicht. ich habe die letzten vier folgen beinahe am stück gesehen, was im prinzip ein gutes zeichen sein sollte. kann aber auch daran liegen, dass ich am wochenende ne sturmfreie bude hatte. weil ich so wenig an der serie auszusetzen habe, gebe ich nach ganz leichtem zögern auch die volle punktzahl.
(mit robert downey junior, don cheadle, emily vancamp, paul bettany und musik von mayer hawthorne)
jimmy kimmel beginnt seine standups sehr sympathisch: er quatscht nach 5 sekunden applaus einfach unbeirrt in den applaus rein und zwingt das publikum so, den applaus einzustellen. die meisten late-night-gastgeber kosten ihren applaus zehn bis zwanzigmal so lange aus. das erweckt in mir den eindruck, dass kimmel sehr geerdet ist, zumal er während seiner standups auch immer ein bisschen schüchtern wirkt. der standup dieser sendung war auch relativ witzig, unter anderem erzählte kimmel von bono, der vor einem subkomintee des us-senats vorschlug, komiker in den nahen osten zu schicken, weil lachen religiöse extremisten entzaubern würde. deshalb sollte amerika komiker wie chris rock, amy schumer oder sacha baron cohen in den nahen osten schicken. kimmel schlug vor erstmal mit bill cosby anfangen und gucken wie das funktioniert.
kreuzöde, aber dann doch irgendwie niedlich, war der einspieler mit kimmels cousin, der an der rückgabekasse eines supermarkts, vor versteckter kamera, versuchte ein rentnerpäärchen aus der fassung zu bringen. das sympathische war, dass die beiden höflich, hilfsbereit und ganz nüüdlich blieben.
als gast war robert downey junior eingeladen, um den neuen captain-america-film promotion zu machen.
robert downey gab eine interessante mischung aus hyper-arroganz und schnelldenkerei zum besten. ich weiss nicht ob ich ihn sympathisch finden möchte, aber ich vermute, genau das ist sein ziel mit solchen auftritten. deshalb finde ich ihn jetzt aus trotz sympathisch. in der zweiten hälfte brachte er noch ein paar kollegen aus dem ensemle des neuen captain-america-film mit auf die bühne („team ironman“), was ziemlich langweilig und überflüssig auf mich wirkte. bei der musik hab ich abgeschaltet.
in dieser folge türmen sich die erfolge für thomas shelby übereinander. sein strategisches geschick scheint sich auszuzahlen, alles was er eine folge lang geplant und vorbereitet hat, geht in dieser folge auf. das ist sehr angenehm zu schauen, und auch wenn wir uns bisher kaum kennen, dieser shelby und ich, freue ich mich mit ihm, dass das alles klappt, auch wenn er ein verbrecher ist. so werden sich die drehbuchautoren das auch gedacht haben.
schon nach zwei folgen bin ich jetzt doch ein grosser fan von cillian murphy geworden, der thomas shelby sehr blauäugig, ruhig und unprätentiös spielt. auch wenn sam neill als inspector campbell in manchen einstellungen wie schulze ohne den anderen schulze aussieht, spielt er so überragend, dass man es nicht merkt, dass er spielt. eins der zentralen ereignisse der folge, ist eine unterhaltung der beiden, von der sich charlie „jax“ hunnamdamals gerne eine scheibe hätte abschneiden können.
nicht schlecht, aber etwas irritierend, war der soundtrack dieser folge. an nick caves red right hand als titelmelodie habe ich mich schnell gewöhnt, aber die white stripes passen irgendwie nicht zu den 20er jahren.
diese folge ist bereits die zweite folge, die mit einem pferd aufmacht. irgendwas hat thomas shelby mit pferden, leider habe ich durch pures zusehen, nicht herausfinden können, was das ist. wenn das so weitergeht, schlage ich es im internet nach.
nachdem ich mich zuletzt irre über die watchdogs-folge geärgert habe, muss ich jetzt wirklich aufhören mit agents of shield. ich halte den pathos und die billigen spannungsbögen einfach nicht mehr aus. ich vermute, dass es im writer room der serie heftige beweungen gab und das der oder diejenige, die den geschichten bisher immer noch ein bisschen humor und sinn eingehaucht hat, rausgeflogen ist. die geschichten enthalten jetzt nur noch pathos, militärische zackigkeit, heldentum-gedöns und billige schockeffekte. leider ist dasd nicht mehr auszuhalten, was wirklich schade ist, den agents of shield hat mal so gut angefangen und sich stark gehalten. das scheint jetzt vorbei zu sein.
eine serie, die bei rotten tomatoes für die erste staffel 86% und für die zweite 100% tomaten-punktzahl bekommt, wollte ich dann doch mal gucken. und tatsächlich hat mir die erste folge auch gleich auf anhieb ganz gut gefallen.
ein bisschen fühlt sich das an wie eine mischung aus gangs of new york und sons of anarchy in den 20er jahren. die erzählstruktur ist angenehm flott, ohne grosse hektik, gleich in der ersten folge kann man sich ein ganz gutes bild machen, um was es in den kommenden folgen wohl so gehen wird. neben der vorstellung der hauptfiguren und des handlungsrahmens, schaffen es die autoren auch gleich ein paar überraschende wendungen in die erste folge einzubauen — wie gesagt, ohne hektik aufkommen zu lassen. das deutet entweder auf ziemlich gute drehbuchautoren, oder es liegt an cillian murphy als tommy shelby, der eine angenehme ruhe ausstrahlt, obwohl ich gar nicht mal so sympathisch finde.
die erste staffel ist von 2013, 2014 lief die zweite staffel und eine dritte staffel ist für den mai diesen jahres angekündigt (aus der wikipedia abgeschrieben).
ich guck das gerne weiter, unnd bin vor allem auf die zweite staffel gespannt, um zu sehen, wie eine staffel aussieht, die so gute kritiken einheimst.
während mir the big theory immer weniger gefällt, gefällt mir modern family immer mehr. die geschichten in dieser folge ergaben zwar überhaupt keinen sinn und es zeigte sich, dass dreharbeiten mit tieren die schauspieler furchtbar überfordern, aber über phils dialoge in dieser folge musste ich mehrfach herzlich lachen.
ach je. die big bang theory langweilt mich wirklich sehr. nur die gewohnheit hält mich davon ab, damit aufzuhören. ja, ein zwei gags zündeten auch bei mir, aber die haltung der sendung, alle doof ausser sheldon und auch der ist doof, ist jetzt wirklich ausgelutscht. vielleicht höre ich doch genau jetzt auf, die serie weiterzu gucken. gibt ja genug anders.
ich hatte ja erwartet, dass es in dieser folge richtig knallt. es knallt aber nur so mittel. diente die gesamte vorherige folge als eine art langer-cliffhanger zu nailed, wird chuck tatsächlich auf eine art genagelt. jimmy nagelt sich selbst als anwaltsikone und mike nagelt das kartell.
jimmy mcgill vor einer frisch gewaschenen fahne
das ist alles weit weniger daramtisch als die spannung die die letzte folge aufgestaut hat vermuten liess, aber vollkommen in ordnung, auch weil das cliffhangeln am ende der folge munter weitergeht.
runde witzige folge, in der es um eine party geht (obviously) und phil und mitch irgendwann, sehr lustig und „high as kites“, bekifft durchs haus laufen.
mir fiel in dieser folge wieder eine der entscheidenden qualitäten dieser serie auf: sie mag ihre protagonisten. die drehbuchschreiber quetschen die figuren nicht nur aus, damit ein paar witze heraustropfen, sondern sie kitzeln die witze liebevoll heraus. wie das anders geht, sieht man an der big bang theory, bei der ich das gefühl habe, dass die autoren ihre figuren nicht mögen und sie keine scheu haben, sie dumm dastehen zu lassen.
in modern family mögen sich alle, auf irgendeine art. wir mögen die figuren, weil wir uns in ihnen wiedererkennen, die autoren mögen die figuren nicht nur wegen ihres witz-potenzials, sondern weil sie offenbar spass daran haben, mit sympathischen figuren zu spielen und die figuren mögen sich untereinander, weil sie eine familie sind. in der big bang theory spürt man den figuren gegenüber keine liebe, 80 prozent des ensembles werden als deppen gezeichnet und aus deren stumpfsinnigkeit und deren fehlern, werden die gags geschöpft. die figuren in modern family haben auch ihre schwächen und brüche, aber die werden immer mit sympathischen eigenschaften gekontert.
modern family ist, in einem wort, philanthropisch.
ich hatte ja so meine probleme mit der ersten staffelblack mirror und fand die ersten beiden folge ganz gut, aber die dritte eher albern. weil mir das weihnachtsspecial in meinen timelines wärmstens empfohlen wurde, habe ich mir das special angesehen, und die zweiten staffel erstmal übersprungen.
und ich fand diese folge (wieder) ziemlich gut. teile der geschichten krochen mir erneut in den kopf und deprimierten mich aufs äusserste. die drei geschichten sind extrem geschickt verschachtelt und miteinander verwoben. diese erzählstrucktur macht den wesentlichen reiz dieser folge aus und liess mich über gelegentliche erzählerische schwächen und absurditäten hinwegsehen. jede der drei geschichten wäre gut genug für eine eigene folge gewesen, aber so ineinander verschachtelt entwickelt sie einen besonderen reiz.
was mir nach dieser folge (endlich) auffiel, war das strickmuster von black mirror. die serie gilt ja als science-fiction und die oberflächlich gut erkennbare idee hinter der serie ist, bestimmte technologische und gesellschaftliche entwicklungen zugespitzt weiter oder zuende zu denken und zu zeigen, was dieser technologie- und gesellschaftswandel in der konsequenz bedeuten könnte. eine ebene tiefer zeigt sich aber noch ein anderes motiv. es ist genau das element, das die faszinierende unerträglichkeit der einzelnen folgen ausmacht und genau das element, was mir immer wieder nach dem zuschauen in den kopf kroch und mich irre deprimierte (und nachdenklich machte). das vorherrschende, nicht ganz offensichtliche thema der serie ist sadismus. black mirror zeigt nicht (nur), welche deprimierenden folgen technologie haben könnte, sondern was passieren könnte, wenn die (micro) gesellschaften oder einzelne personen, die in der serie gezeigt werden, sich neuer technologien bemächtigen, um ihren sadismus auszuleben.
besonders krass (und gleichzeitig faszinierend) ist das in white christmas ausformuliert. am ende des specials urteilen zwei polizisten eigenhändig nach einem verhör und denken sich eine strafe aus („now, that’s a proper sentence“), die wahrhaft bilblische dimensionen hat: pi mal daumen 3 millionen jahre strafe. wie man jemanden (theoretisch) 3 millionen jahre lang bestrafen kann, wird im laufe der folge plastisch erklärt und hergeleitet und die vorstellung ist so monströs, dass man diese folge black mirror wohl gut und gerne als existenzialistisches werk bezeichnen könnte. oder als sadistischen horror: de-sade-fiction.
toll erzählt, gut gespielt und sehenswert. verdirbt allerdings die laune und lust auf weihnachten.
gutes staffelfinale, auch wenn die zweite staffel jetzt wieder bei null los geht. an der grundkonstellation der serie (mächtiger staatsanwalt will einen mutmasslich korrupten multimilliardär in den knast bringen, was der sich nicht so ohne weiteres gefallen lässt) wird sich in der nächsten staffel nicht viel ändern. weder chuck rhoades, der staatsanwalt, noch bobby axelrod, der milliardär, sind ihrem ziel, den anderen im pimmelfechten zu besiegen, oder genauer: zu zerstören, in zölf folgen auch nur ansatzweise nahegekommen.
billions war stellenweise überragend gut erzählt und zum grossen teil ganz hervorragend gespielt. wir sehen machtspiele und intrigenspinnerei, die dem, was man in game of thrones sieht, in fast nichts nachstehen. klar, es gibt keine rüstungen und schwerter, keine drachen, weniger protagonisten und kaum gewalt. aber die folgen von gier, irrsinn, eitelkeit und ruhmsucht sind in beiden serien gut dargestellt.
mir gefällt an billions besonders gut, dass man sich mit beiden gegenspielerm identifizieren kann. wobei: identifizieren ist nicht das richtige wort: man kann beiden sympathien abgewinnen — und sie gleichzeitig für abgrundtief dämlich halten. das liegt zum grossen teil daran, dass die serie bei der charakterzeichnung sehr sorgfältig vorgeht und sich zumindest bei den hauptrollen vor eindimensionalität hütet (bei einigen nebenrollen weniger, die sind teilweise genauso klischebeladen, wie in anderen serien).
bereits in der ersten folge war ich begeistert, dass in ihr eigentlich nichts passiert, sondern lediglich die hauptfiguren ausgeleuchtet werden. das wenige was dann tatsächlich an hin und her passiert, passt bequem in die folgenden zehn, elf folgen. in der letzten folge immerhin passiert einiges, das pimmelfechten, das bisher vor allem indirekt über juristische winkelzüge, machtspielchen, intrigen oder public relations abspielte, eskaliert am ende in eine direkte (verbale) konfrontation die das thema für die zweite staffel festlegt: ein mann mit unbegrenzten resourcen, gegen einen mann der nichts mehr zu verlieren hat.
billions kann ich vorbehaltslos empfehlen. keine ahnung ob von der qualität irgendwas übrigbleibt, wenn die serie synchronisiert wird, dann könnten die dialoge schnell ins unglaubwürdige abdriften. aber filme oder serie nicht im originalton zu sehen, kann ich sowieso nicht empfehlen.
man on a ledge (ein riskanter plan auf deutsch) ist nicht langweilig, aber furchtbar platt und klischeebeladen. die charaktere sind so flach gezeichnet, dass selbst gute schauspieler sie nicht mehr zum leben hätten erwecken könnten — wobei in diesem film auch keine guten schauspieler mitspielten.
der film ist deshalb nicht langweilig, weil die geschichte schön verschachtelt erzählt wird. mich hielt der film die entscheidenden ersten 30 oder 40 minuten bei der stange, weil ich erfahren wollte, was passieren wird und was vorher passiert war. danach wollte ich sehen, wie das ganze ding zuende geht. die geschichte wird streng nach dem zwiebel-prinzip erzählt; am anfang, an der der ertsen hülle der zwiebel, sieht man einen mann auf sims eines hotel im 22. stockwerk stehen (was wäre so schlimm an einem deutschen titel mann auf nem sims gewesen?). über den film hinweg wird vorsichtig eine schicht nach der anderen von der zwiebel gepellt, aber nie zu viel, damit man dran bleibt und sich den film weiter anschaut.
die umsetzung, die dialoge und das hundsmiserable schauspiel, machten das dranbleiben wirklich schwer, aber die zwiebel-strategie ging auf: ich habe den film bis zum ende angesehen. leider. sam worthington spielt nick cassidy wie siegfried lowitz den alten gespielt hat: man sieht ihn auf dem bildschirm agieren, aber versteht nicht, warum die anderen characters ihn ernst nehmen oder woher er sein unendliches selbstbewusstsein nimmt. genauso schlimm fand ich das eva herman look-alike elizabeth banks als lydia mercer. seit limitless, the killing oder the wire, bekomme ich einen föhn, wenn polizistinnen nach dem stereotypen 08/15 schönheitsideal des model-castings besetzt werden.
der grund warum ich dem film, leicht unverdient, nur zwei punkte gebe ist, dass mich das ende irre aggressiv gemacht hat. es ist natürlich ein happy end, aber angesichts der schlussszene wünschte ich mir, dass der film keine happy end gehabt hätte. damit wären mir die schlimmen siegerposen der guten, das gegenseitige auf die schultern klopfen und der tränendrüsige heiratsantrag am ende erspart geblieben.
der film erzählt die geschichte von eddie mannix, der als problemlöser in einem der grossen filmstudios der 50er jahre arbeitet. ich fand den film am anfang furchtbar langweilig, obwohl ein respektables staraufgebot zu sehen ist. beinahe jeder, der in hollywood gerade ganz oben steht, spielt in irgendeiner haupt- oder nebenrolle mit.
der ganze film ist mit einem schweren schleier absurdität überzogen, was die cohen-brüder mutmasslich irre witzig finden. ich fands über eine halbe stunde strunzlangweilig, bis ich es dann aus irgendeinem grund schaffte, hinter den schleier zu blicken und mittel-interessante charaktere in den figuren zu entdecken. das mag alles ein missverständnis gewesen sein, aber ich konnte am anfang einfach keinen respekt vor den figuren erkennen. es schien mir, als ob sich die cohens über alles und jeden den man sah lustig machten und vergnügen daran hatten, ihre figuren dumm und dümmer wirken zu lassen.
vielleicht war es aber auch ein inszenatorischer trick, denn eddie mannix, der problemlöser, tritt jedem menschen mit dem er zu tun hat, respektvoll gegenüber und gibt jedem das gefühl, dass er sich um seine anliegen oder probleme kümmern wird und sie ernst nimmt. er ist imemr pragmatisch, immer ernst, egal wie lächerlich klein das problem ist.
das zweite problem das ich mit dem film zu haben schien, war der fehlende zusammenhalt. mir wurden eine halbe stunde lang fragmente vorgeworfen, die alle, für sich genommen, kleine liebenswerte details und überzeichnungen hatten, aber bis mir klar wurde, dass eddie mannix das alles zusammenhielt, im wahrsten sinne des wortes, verging eben eine weile.
am ende von hail, caesar! gefiel mir der film dann, auch wenn ich bis jetzt noch nicht ganz sicher bin, was ich davon halten soll. mir erscheint hail, caesar! nämlich einen tacken zu selbstreferenziell. gegen selbstreferenzialität an sich habe ich nichts, aber hier wurde sie, glaube ich, überdosiert. hollywood bezaubert uns alle, irgendwie, und wenn es nicht schon erfunden wäre, müsste es unbedingt erfunden werden, aber so viel eigenlob, hat dann doch einen geruch, auch wenn er mit viel parfüm, teilweise perfekter inszenierung, viel tand und humor verscheleiert wird.
ich gebe, nach wie vor sehr unentschlossen, drei punkte.
(mit chris hemsworth, jessica chastain, kirsten dunst, stephen mangan und raleigh ritchie)
ich halte chris hemsworth für einen extrem guten schaupspieler (spätestens seit rush), aber in talkshows fühlt er sich nicht besonders wohl. jessica chastain war unbeeindruckend, auch wenn sie sich von daniel brühl das schimopfen auf Deutsch hat beibringen lassen, kirsten dunst mag ich seit interview mit einem vampir, steven mangan sieht aus wie der esel aus shrek und raleigh ritchie war als musikalischer gast eingeladen, obwohl er auch promotion für game of thrones hätte machen können. schliesslich spielt er den kastrierten soldaten grey worm in GoT!
(bei der BBC, sicher auch bei youtube zu finden)
armin besucht eine mosel-bauern familie und begleitet sie ein ganzes jahr über. in dieser folge sehen wir, was mosel-weinbauern im winter machen, irgendwann in den nächsten wochen, dürfte dann mehr folgen. ich fand das sehr, sehr sehenswert und wenn ich das richtig verstanden habe, kann man die mosel-bauern-sachgeschichte noch jahrelang in der ARD-mediathek sehen. ich kann sehr empfehlen, das zu gucken.
in trudes tier, eine der wenigen zeichentrickserien in der maus, die ich mir hin und wieder ansehe, habe ich sogar ein, zweimal lachen müssen. was mich an trudes tier fasziniert, ist die plastizität der zeichnungen. ich vermute, dass sie mit hilfe von dreidimensionalen modellen am computer entsteht. und in der tat, in einer pressemitteilung lässt der WDR wissen:
Die Titelrollen der Miniserie sprechen der Comedian Bernhard Hoëcker (Tier) und die Schauspielerin Ruth Macke (Trude). Die Produktion schlägt die Brücke zwischen moderner Animationstechnik und klassisch gezeichneten Hintergründen im Stile der 50er Jahre, die in die moderne Welt übertragen werden.
die shaun das schaf-folge schien mir etwas älter zu sein und mir fiel auf, dass diese folge ganz hervorragend mit subtiler mimik und gestik der tiere arbeitete, in einer szene wedelt bitzer sogar so subtil mit dem schwanz, dass ich ihn kurz für einen echten hund hielt. so gefällt mir shaun das schaf wesentlich besser, als in den letzten beiden ausgaben.
die sendung ist bereits zwei wochen alt (ich habe unchronologisch geguckt) und nur noch bis samstag auf der mausseite.
auch wenn man in dieser folge viel aus dem mike-handlungsstrang sieht, hätte ich gerne mehr von mike gesehen. immer wenn ich jimmy mcgill sehe, entweicht mir ein leicht genervtes stöhnen. seine geschichte, seine geschichten, sein dampfgeplauder nerven irre. aber es hielt sich in dieser folge in grenzen, weil die handlung eher um jimmy ihn herum abspielt - oder genauer zusammenbraut, und er lediglich reagiert.
wie er reagiert, ist immerhin überraschend, auch wenn es uns in dieser folge weder vergönnt ist die wirkung con jimmys reaktion auf chucks meisterstück (wer es gesehen hat weiss was ich meine, wer es nicht gesehen hat, dem sag ich nichts), noch die wirkung von mikes reaktion auf die drohungen des mexikanischen drogenkartells, zu sehen.
im prinzip ist diese folge eine reine vorbereitungsfolge, deren, wahrscheinlich explosive, folgen wir dann in der nächsten (vorletzten) sendung sehen können. ohne zu viel zu verraten, lässt sich wohl erahnen, dass wir in der nächsten folge erfahren, wie ein alter bekannter im rollstuhl landet und dass chuck, wegen ein paar zahlendrehern, so kräftig auf den deckel bekommen wird, dass er sich davon nicht mehr erholen wird.
better call saul ist nach wie vor das beste was auf meinem bildschirm läuft und wegen der initialen, über vier minuten langen, ohne schnitt gedrehten, eingangssequenz und einiger anderer wunderbarer details, gebe ich die höchstwertung, auch wenn die beiden folgenden folgen sicher noch besser werden.
diese folge hätte gut als staffel-finale funktioniert, aber der episode-guide von tv.com hat mir verraten, dass die macher von limitless noch einiges in der oder den letzten folgen vorhaben. gab es in der letzten folge schon einige irre (aber nachvollziehbare) wendungen, gab es die in dieser folge auch wieder.
den hauptcharkateren wird kräftig auf den zahn gefühlt, nach dem motto, mal sehen was aus den charakteren herausquillt, wenn man sie kräftig unter druck setzt. hört sich doof an, ist aber wirklich gut und nachvollziehbar geschrieben.
die hin und wieder leicht ins alberne abdriftende verspieltheit der serie ist komplett raus, aber in der rückschau ergibt genau diese verspieltheit sinn. und wenn man der ankündigung, bzw. kurzbeschreibung auf tv.com trauen mag, wird die dramatik des finales am ende nochmal richtig kräftig hochgekocht.
ich habs in der vorletzten besprechung schon gesagt und sage es gerne nochmal: limitless hat sich in kurzer zeit zu einem würdigen nachfolger von person of interest entwickelt; eine weitere sehr gute mittelgute serie, die derzeit in meiner interessensskala fast mit better call saul mithalten kann.