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bil­li­ons s01e05 (the good life)

felix schwenzel in gesehen

gute fol­ge, al­ler­dings mit viel über­flüs­si­gem tand. die er­zähl­te ge­schich­te dreht sich schön im kreis und en­det mit ei­nem mit­tel­dra­mi­ti­schem cliff­han­ger, bei dem da­mi­an le­wis zei­gen kann, was in sei­nen au­gen steckt: da­mi­an le­wis kann in sei­nen au­gen ei­nen ei­nen film ab­lau­fen las­sen, den nicht nur er sieht, son­dern auch das pu­bli­kum. ich bin ge­neigt we­gen die­sem ei­nen blick kurz vor ende, der fol­ge ei­nen ex­tra stern zu ge­ben, weil ich aber we­gen ei­ner über­flüs­si­gen und we­nig über­zeu­gen­den sado-maso-sze­ne mit paul gi­a­mat­ti und mag­gie siff wie­der ei­nen ab­zie­he. über­haupt fin­de ich mag­gie siff ein we­nig stö­rend in der gan­zen se­rie. ich kann es nicht ge­nau fest­ma­chen ob es mehr der cha­rak­ter ist, den sie spielt, oder sie als schau­spie­le­rin.

der ge­schich­te selbst geht’s blen­dend. sie dreht sich mun­ter und die prot­ago­nis­ten wer­den bei­de ner­vös und noch eit­ler als sie oh­ne­hin von be­rufs we­gen sind. mir ge­fällt das nach wie vor, auch wenn es in die­ser fol­ge eine über­do­sis sex gab, der die sto­ry nicht vor­an­brach­te, aber da­für show­time ei­nen hauch HBO bringt. an­de­rer­seits ler­nen wir in die­ser fol­ge ein biss­chen mehr von kate sa­cher (ge­spielt von der gross­ar­ti­gen con­do­la ras­had) ken­nen, ge­ra­de weil sie sich we­nig am pim­melfech­ten und rum­vö­geln be­tei­ligt. das wird sich zwar in den nächs­ten fol­gen ganz si­cher än­dern, aber sei’s drum.


the good wi­fe s07e14 („mon­day“)

felix schwenzel in gesehen

ich weiss auch nicht, was mit mir los ist. die letz­ten paar sa­chen die ich ge­se­hen habe, fand ich alle gut. auch die­se fol­ge von the good wife hat mir gut ge­fal­len: nur ein fall, ein klei­ner ro­ter fa­den, um den sich das of­fen­sicht­lich die ge­schich­te um das fi­na­le der se­rie spin­nen wird und vie­le klei­ne gute run­ning gags.

der ers­te run­ning gag war, dass in der ers­ten vier­tel­stun­de der fol­ge der satz: „why don’t you give us a mi­nu­te?“ un­ge­fähr 20 mal ge­sagt wur­de. ich fin­de so­was wit­zig. dann der gag mit dem wa­ckeln­den stuhl in ali­ci­as neu­em büro, in der mit­te und am ende, mit sehr gu­tem ti­ming, ein­ge­baut.

der fall in dem es in die­ser se­rie ging ba­siert lose auf der sechs jah­re al­ten ge­schich­te ei­nes „ver­lo­re­nen“ ipho­ne 4 pro­to­ty­pen. der fall wur­de schön viel­sei­tig auf­be­rei­tet und am ende mit ei­ner simp­len, aber nach­voll­zieh­ba­ren idee zu den ak­ten ge­legt. ins­ge­samt wirk­te das in die­ser fol­ge al­les sehr rund und ge­schickt ge­schnitzt. auch the good wife scheint, jetzt wo es auch of­fi­zi­ell be­stä­tigt, dem se­ri­en­en­de ent­ge­gen geht, noch­mal sehr gut auf­zu­rap­peln. nach sol­chen gu­ten fol­gen, in de­nen sich das po­ten­zi­al der se­rie zeigt, bin ich fast ein biss­chen trau­rig, dass sie jetzt zu­en­de geht.


li­mit­less s01e14

felix schwenzel in gesehen

seit ich den film ge­se­hen habe, auf dem die se­rie lose ba­siert, fin­de ich die se­rie noch ei­nen deut bes­ser. sie ist dif­fe­ren­zier­ter und de­tail­ier­ter in ih­rer charkt­er­zeich­nung und auch ver­spiel­ter. ich fin­de die se­rie nach wie vor nur mit­tel­gut, also kei­ne se­ri­en­kost, die ich als qua­li­täts­se­rie oder als be­son­ders se­hens­wert be­zeich­nen wür­de. ich gu­cke sie aber nach wie vor sehr ger­ne, auch weil sie eher leich­te kost ist.

die­se fol­ge war aber et­was kom­ple­xer als die bis­he­ri­gen und das hat der fol­ge gut ge­tan. es gibt meh­re­re hand­lungs­ebe­nen und die rote-fa­den-ge­schich­te wur­de kräf­tig vor­wärts ge­drückt. die ro­ter-fa­den-ge­schich­te um se­na­tor ed­ward mor­ra, die aus dem film wei­ter­ge­spon­nen wird, ent­wi­ckelt sich lang­sam zu ei­ner mo­ra­li­schen zwick­müh­le für den prot­ago­nis­ten der se­rie, bri­an finch.

das ist hand­werk­lich al­les sau­ber ge­macht, das tem­po stimmt, der an­ge­deu­te­te (tech­nik-) phi­lo­so­phi­sche hin­ter­grund die­ser fol­ge ist nicht blöd­sin­nig, die hand­lung ist kom­plex, aber über­for­dert nie­man­den. auch schön, ein­zel­ne sze­nen, bzw. rück­blen­den sind wie aus dem elek­tri­schen re­por­ter.

ich wie­der­ho­le es noch­mal: ich fin­de die se­rie (und die­se fol­ge) se­hens­wert, auch wenn ihr die bril­li­anz oder eine be­son­de­re qua­li­tät fehlt. ab­ge­se­hen da­von, ich weiss nicht ge­nau war­um, kann die­se fol­ge auch als ein­stieg ge­nutzt wer­den: am an­fang wird im pre­vious­ly in li­mit­less die gan­ze ge­schich­te der se­rie noch­mal ge-tl;dr-t.


mo­dern fa­mi­ly s07e12

felix schwenzel in gesehen

eine na­he­zu per­fek­te fol­ge, na­tür­lich nicht so per­fekt wie con­nec­tion lost, eine fol­ge die kom­plett mit ipho­nes und ap­ple-ge­rä­ten ge­filmt wur­de und die wirk­lich per­fekt war.

die­se fol­ge (clean for a day ) zeigt aber sehr deut­lich, was mo­dern fa­mi­ly so gran­di­os macht: ein gross­ar­ti­ges en­sem­ble, sub­ti­le (und un­sub­ti­le) wit­ze, die zwar alle auf un­ter­schied­li­chen qua­li­täts­ni­veaus lie­gen, aber stets per­fekt ge­ti­med und ge­spielt sind. nur ein klei­nes de­tail am ende der fol­ge, dass mir in di­rek­ter er­in­ne­rung ge­blie­ben ist: clai­re kommt nach hau­se und ent­schul­digt sich. die kin­der wun­dern sich, dass ihre mut­ter sich ent­schul­digt, schau­en auf die uhr und stel­len fest, dass es noch nicht 17 uhr ist. wor­auf hier an­ge­spielt wird, ist völ­lig egal, ich fand den witz auch ohne hin­ter­grund­wis­sen so ab­surd, dass ich lei­se ki­chern muss­te. als die kin­der dann ih­ren va­ter (phil) ru­fen und be­sorgt dar­auf hin­wei­sen, dass ir­gend­et­was nicht in ord­nung sei, weil clai­re sich ge­ra­de ent­schul­digt habe, schaut phil kurz auf die uhr, wor­auf hin ha­ley sagt: „no, we’ve al­re­a­dy che­cked …“

auch die slap­stick-sze­nen, wa­ren per­fekt cho­re­gra­fiert, in der flug­zeug­sze­ne muss­te ich tat­säch­loich laut la­chen. so macht mo­dern fa­mi­ly spass: tem­po­reich, brül­lend und sub­til ko­misch und das al­les ge­tra­gen von ge­schich­ten, die nie ganz doof sind und im­mer hap­py en­den. und ich kann es nicht oft ge­nug sa­gen: das en­sem­ble ge­fällt mir ganz aus­ser­or­dent­lich gut, fast aus­nahms­los. ich hof­fe, dass mo­dern fa­mi­ly noch lan­ge auf die­sem ni­veau wei­ter­geht.


sen­dung mit der maus vom 14. fe­bru­ar 2016

felix schwenzel in gesehen

heu­te früh gabs eine mitt­le­re ka­ta­stro­phe. die web­site der maus wird ent­we­der per hand ge­pflegt oder hat ein neu­es fea­ture be­kom­men. an­ders kann ich mir nicht er­klä­ren, war­um sich auf der sei­te ein syn­tax-feh­ler ein­ge­schli­chen hat­te, der das ab­spie­len der ak­tu­el­len sen­dung ver­un­mög­lich­te. ich muss­te, statt mir die sen­dung per te­le­fon auf den fern­se­her zu bea­men, auf­ste­hen und in der kü­che mei­nen lap­top ho­len, um den .mp4-link aus dem quell­text zu su­chen. ich möch­te mal wis­sen wie die kin­der die sich die sen­dung an­se­hen wol­len das schaf­fen sol­len. nach 15 oder 16 uhr funk­tio­nier­te der play­er dann wie­der.

ver­passt ha­ben die kin­der, die die sen­dung heu­te früh in der me­dia­thek nicht se­hen konn­ten, eine äl­te­re sach­ge­schich­te über leim aus milch (bzw. quark und kalk) und ei­nen film über kle­be­zet­tel. ich fand den film über die kle­be­zet­tel gar nicht schlecht, ob­wohl ich kein gros­ser fan von jo­han­nes büchs’ maus-fil­men bin. ich fin­de er ver­flacht sei­ne fil­me und pu­bli­kums­an­spra­che im­mer zwei, bis drei ti­cken zu doll. hier er­klärt er aber ziem­lich ein­leuch­tend, wie kle­be­zet­tel, bzw. post-its, funk­tio­nie­ren. in shaun das schaf gings auch um kle­ben und um ein puz­zle.

bei der an­sa­ge des shaun-film­chens hab ich mich ge­wun­dert, ob man puz­zle wirk­lich noch an­gli­ziert aus­spricht, als paz­zel. ei­gent­lich ist das wort doch aus­rei­chend ein­ge­deutscht um es auch kor­rekt wie puhz­zel aus­zu­spre­chen?


the gra­ham nor­ton show s18e18

felix schwenzel in gesehen

(ju­li­an­ne moo­re, re­bel wil­son, ant und dec und mu­sik von litt­le mix)

von ant und dec habe ich noch nie ge­hört, aber die bei­den schei­nen im­mer zu­sa­men auf­zu­tre­ten und da­nach wer­den sie mit prei­sen über­häuft. das, glau­be ich, hab ich in der sen­dung ge­lernt. den rest der sen­dung habe ich ge­lernt, dass re­bel wil­son sehr, sehr wit­zig ist, und zwar auf eine sehr tro­cke­ne, sou­ve­rä­ne art. die meis­ten wit­ze hat­ten se­xu­al­le ko­no­ta­tio­nen und das fand ich we­gen der tro­cke­nen art, wie sie vor­ge­tra­gen wur­den, be­son­ders wit­zig. ju­li­an­ne moo­re war über­ra­schen­der wei­se nicht nur gut­aus­se­hend, son­dern auch wit­zig. wie sie sich über sich selbst lus­tig mach­te, bzw. er­zähl­te wie ihre kin­der sich über sie lus­tig ma­chen und stän­dig be­haup­ten, sie hät­te ein auf­ge­setz­tes la­chen, war sehr sym­pa­thisch.

die mu­sik von litt­le mix war very bad, gräss­li­ches pop-ge­träl­ler.

(auf you­tube, bei der BBC)


the gra­ham nor­ton show s18e17

felix schwenzel in gesehen

(mit el­ton john, ben stil­ler, owen wil­son, pe­ne­lo­pe cruz und jack black)

eine et­was schwä­che­re fol­ge als sonst, was dar­an lie­gen kann, dass ich kein be­son­ders gros­ser fan von ir­gend­ei­nem der ge­la­de­nen gäs­te war. wo­bei jack black schon sehr wit­zig und sym­pa­thisch ist. auch kei­ne der vor­ge­stell­ten fil­me be­wegt ir­gend­was bei mir, we­der jack black neu­er film (goo­se­bumbs) und erst recht nicht zoo­lan­der 2. mit dem ben-stil­ler-hu­mor hab ich’s nicht so. ganz be­son­ders lang­wei­lig war pe­ne­lo­pe cruz, was aber auch dar­an lie­gen kann, dass sie nicht be­son­ders gut eng­lisch spricht. tat­säch­lich sprach sie, als sie in hol­ly­wood zu ar­bei­ten an­fing, so gut wie kein eng­lisch. net­ter­wei­se be­stä­tig­te sie aber die ge­rüch­te, dass sie we­gen ih­rer schlech­ten eng­lisch-kennt­nis­se ein­mal bei ei­nem fri­seur um ei­nem „blow job“ ge­be­ten hat.

mit ben stil­ler und owen wil­son kann ich auch nicht viel an­fan­gen, was ich an owen wil­son aber sehr sym­pa­thisch fin­de: er ent­spricht bei nä­he­rem hin­se­hen über­haupt nicht den hol­ly­wood schön­heits­idea­len. nicht nur sei­ne nase ist ein biss­chen ge­krümmt, sein gan­zes ge­sicht ist leicht ver­zo­gen. viel­leicht er­schien das aber auch nur im kon­trast zu sei­nen bei­den, per­fekt sy­m­e­tri­schen film­part­nern, ben stil­ler und pe­ne­lo­pe cruz.

el­ton john moch­te ich auch noch nie, ich fand aber, dass er er­staun­lich sym­pa­thisch wirk­te als er den mund auf­mach­te. da kam eine ex­rem sym­pa­thi­sche stim­me mit ei­nem sehr an­ge­neh­men brit­schen ak­zent raus. er ist auch aus­rei­chend wit­zig für so eine plau­der­schau, zum­la man ihm auch an­merk­te, dass er sehr, sehr ger­ne sitzt. auf den bei­nen ist er näm­lich nicht mehr so gut un­ter­wegs und pflegt ei­nen nied­li­chen en­ten-wat­schel-gang. er durf­te auch sin­gen, und ich fand das lied er­war­tunsg­ge­mäss ganz schreck­lich har­mo­nisch und pa­the­tisch. wit­zig war dass ei­ner sei­ner drum­mer (auf der büh­ne wa­ren zwei) sehr, sehr alt war und mit an­zug und kra­wat­te hin­ter sei­nem schlag­zeug sass. über­haupt wa­ren die band­mit­glie­der alle sehr, sehr alt und fun­gier­ten in ih­rer ju­gend als vor­bil­der für die mup­pet show.

was auch lang­weil­te: zum ende der sen­dung woll­te gra­ham nor­ton ei­nen sel­fie zu­sam­men mit sei­nen gäs­ten schies­sen. dazu woll­ten sie die gröss­te exis­tie­ren­de sel­fie­stan­ge be­nut­zen, mit der ben stil­ler um ein haar el­ton john er­schlug.

kurz: eine sen­dung mit mit­tel-lang­wei­li­gen gäs­ten, ei­nem müde wir­ken­den mo­de­ra­tor und schlech­tem ti­ming.


die BBC zählt die­se fol­ge als num­mer 17, die meis­ten auf you­tube als 18. das liegt am neu­jahrs-spcial, dass die BBC, war­um auch im­mer, nicht mit­zählt. ich blei­be jetzt mal bei der BBC-zähl­wei­se.

(auf you­tube, bei der BBC)


ich weiss wer du bist

felix schwenzel in gesehen

ich weiss wer du bist ist das nicht-fik­tio­na­le ge­gen­stück zu ma­rio six­tus fern­seh­spiel ope­ra­ti­on na­ked. in die­ser re­por­ta­ge ver­sucht ma­rio six­tus der fra­ge auf den grund zu ge­hen, ob das, was er in sei­nem fern­seh­spiel fik­tio­nal, und teil­wei­se et­was arg zu­ge­spitzt, ge­zeigt hat, auch in der rea­li­ti­ät, bzw. der ge­gen­wart mög­lich ist. die ant­wort lau­tet na­tür­lich ja. ge­sichts­er­ken­nung, aug­men­tier­te wirk­lich­keit und mi­kro-klei­ne, leis­tungs­fä­hi­ge re­chen­ein­hei­ten sind schon lan­ge aus la­bor­sta­di­um her­aus, wer­den aber gröss­ten­teils (noch) aus dem mas­sen­markt her­aus­ge­hal­ten.

ich fand auch hier das for­mat der do­ku­men­ta­ti­on ge­lun­gen. zum bei­spiel stört mich vie­les, was mich bei den meis­ten fern­seh­na­sen in den wahn­sinn treibt, bei ma­rio six­tus über­haupt nicht. er hat näm­lich die sel­te­ne gabe, gleich­zei­tig ernst, als auch iro­nisch durch­tränkt zu wir­ken. ma­rio six­tus selbst ist in sei­ne doku wirk­lich sehr, sehr viel zu se­hen, aber ich muss­te auch mehr­fach sehr la­chen. eine der bes­ten sze­nen fand ich, als ma­rio six­tus dem pro­jekt­lei­ter des goog­le-glass-pro­jekts, se­bas­ti­an th­run, in ei­ner (of­fen­sicht­lich) selbst ge­bas­tel­ten papp­daten­bril­le ge­gen­über tritt — wäh­rend th­run stolz sei­ne goog­le-glass-bril­le trägt. six­tus trägt sei­ne papp­daten­bril­le eben­so stolz und selbst­ver­ständ­lich, wäh­rend die bei­den small­tal­ken.

was mir im fern­seh­film an dif­fe­ren­zie­rung ge­fehlt hat, holt six­tus in sei­ner doku nach. er ist nicht nur sehr viel durch die welt ge­gurkt um die doku zu dre­hen, son­dern hat sich auch sehr gute, teil­wei­se ex­klu­si­ve ge­sprächs­part­ner vor die ka­me­ra ge­holt. man sieht üb­ri­gens auch in die­ser re­por­ta­ge, dass das licht in ka­li­for­ni­en wirk­lich das bes­te licht der welt für bild­auf­nah­men ist.

es gibt wit­zi­ger­wei­se eine par­al­le­le zwi­schen ich weiss wer du bist und dem ak­tu­el­len star-wars-film: ich bin auch bei der vor­füh­rung von ich weiss wer du bist zwei­mal weg­ge­razt. al­ler­dings, ge­nau wie bei star wars, nicht we­gen lan­ge­wei­le, son­dern we­gen mü­dig­keit.


trai­ler und sen­dungs­in­fo bei arte und bei der ARD , bild­quel­le


ope­ra­ti­on na­ked

felix schwenzel in gesehen

ma­rio six­tus, der elek­tri­sche re­por­ter, hat ei­nen film ge­macht. kei­ne re­por­ta­ge, son­dern ei­nen fern­seh­film, un­ter an­de­rem zu­sam­men mit der re­dak­ti­on des klei­nen fern­seh­spiels des ZDF. am mitt­woch abend habe ich mir den film vor­ab an­ge­se­hen, re­gu­lär läuft er 22. fe­bru­ar um kurz vor mit­ter­nacht im ZDF (wei­te­re sen­de­ter­mi­ne).

den film fand ich nicht schlecht, die er­zähl­te ge­schich­te OK und die schau­spie­le­rei ge­ra­de noch er­träg­lich. was ich aber sen­sa­tio­nell fand, wa­ren die er­in­ne­run­gen die der film in mir wach rief. die er­in­ne­rung an die­sen fern­seh­sen­der mit der be­son­de­ren fä­hig­keit, fast al­les was er sen­det, pie­fig er­schei­nen zu las­sen. ich habe seit be­stimmt 10 jah­ren kein re­gu­lä­res ZDF-pro­gramm mehr ge­se­hen, frü­her hin­ge­gen gar nicht mal so sel­ten. der film von ma­rio six­tus war eine er­in­ne­rung dar­an, dass die ent­schei­dung, kaum noch ZDF zu gu­cken, ganz gut war. man sieht in die­sem film wirk­lich viel ZDF. ma­rio six­tus hat lässt mehr oder we­ni­ger den gan­zen film in ge­stell­ten re­por­ta­ge-, nach­rich­ten- oder talk­send­unegn er­zäh­len. das ZDF als er­zäh­ler.

ich hat­te das ge­fühl, dass wirk­lich jede ZDF-sen­dung im film vor­kam (laut pres­se­ma­te­ri­al wa­ren es 15 ZDF-„for­ma­te“): das mor­gen­ma­ga­zin, das heu­te jour­nal, lanz, böh­mer­mann, die heu­te show, pe­ter hah­ne — al­les da­bei ge­we­sen. die­se idee, ei­nen film aus ge­stell­ten sze­nen mit den ori­gi­nal mo­de­ra­to­ren, in ech­ten ku­lis­sen zu dre­hen, muss ein or­ga­ni­sa­to­ri­scher höl­len­ritt ge­we­sen sein. aber gleich­zei­tig ist das auch das ers­te mal, dass ich so et­was so kon­se­quent um­ge­setzt ge­se­hen habe. in all mei­ner ah­nungs­lo­sig­keit bin ich ge­neigt, die ge­burt ei­nes neu­en gen­res aus­ru­fen zu wol­len. apro­pos ru­fen. niels ruf war auch da­bei, al­ler­dings nicht als ech­ter mo­de­ra­tor, son­dern als mo­de­ra­tor ei­ner aus­ge­dach­ten sen­dung.

was ich er­staun­lich fand: wie über­zeu­gend und ma­kel­los die pro­fes­sio­nel­len mo­de­ra­to­ren ihre rol­len spiel­ten, bzw. ma­rio six­tus’ tex­te vor­tru­gen. na­tür­lich fällt in ei­ner so ho­hen do­sie­rung auf, dass die mo­de­ra­to­ren alle eine kunst­spra­che spre­chen, mit ex­tra viel be­to­nung, mo­du­la­ti­on und dra­ma­tik. aber ge­nau­so fällt auf, dass wir uns als zu­schau­er dar­an ge­wöhnt ha­ben und ge­nau die­sen ton­fall von pro­fes­sio­nel­len mo­de­ra­to­ren er­war­ten. als ma­rio six­tus vor vie­len jah­ren als elek­tri­scher re­por­ter an­fing, habe ich mich über sei­nen iro­nisch über­trie­be­ne pe­ter von zahn stimm­la­ge und in­to­na­ti­on köst­lich amü­siert. mitt­ler­wei­le kommt mir die­se art zu spre­chen fast na­tür­lich vor.

je­den­falls ma­chen die mo­de­ra­to­ren in ope­ra­ti­on na­ked das was sie im­mer ma­chen und wir­ken er­staun­lich na­tür­lich und so wie wir sie ken­nen. das na­tür­lich-wir­ken fiel den schau­spie­lern deut­lich schwe­rer. sie re­de­ten alle wie klaus kin­sky in ei­ner talk­show, wenn er ent­spannt wir­ken woll­te. sie im­mi­tie­ren un­si­cher­hei­ten beim for­mu­lie­ren, set­zen nach­denk­pau­sen beim spre­chen, zö­gern manch­mal beim ant­wor­ten — wir­ken da­bei aber fast nie un­ge­küns­telt.

so sehr mir das for­mat des films ge­fiel, hat­te ich an­fangs pro­ble­me mit der ge­schich­te die der film auf­spannt. der film er­zählt im prin­zip die ge­schich­te ei­ner aug­men­ted rea­li­ty da­ten­bril­le und des ge­sell­schaft­li­chen und po­li­ti­schen ge­zer­res um sie. mir war das teil­wei­se zu re­du­ziert, ste­reo­typ und auf eine be­stimm­te art zu un­dif­fe­ren­ziert. mein pro­blem mit der ge­schich­te lös­te sich aber, als mir klar wur­de, dass ma­rio six­tus kei­ne sei­te ein­nimmt. er macht sich in ge­wis­ser wei­se über alle sei­ten der me­dail­le lus­tig, über die glass­ho­les, die post-pri­va­cy-ad­vo­ka­ten, die da­ten­schüt­zer oder die street­view-fas­sa­den­schüt­zer.

ma­rio six­tus hält die ge­schich­te am­bi­va­lent, er löst nicht auf — auch wenn er die er­zäh­lung mehr oder we­ni­ger ver­söh­lich en­den lässt und am ende mit ei­nem ins­zi­na­to­ri­schem ta­schen­spie­ler­trick auf eine me­ta­ebe­ne hebt.

ich gebe vier ster­ne, weil ich den film trotz ei­ni­ger schwä­chen im schau­spie­le­ri­schen und in der um­set­zung für ge­lun­gen hal­te. al­lei­ne um die vie­len, zum teil stark ge­al­ter­ten, ZDF-na­sen in ih­ren fern­seh-ha­bi­ta­ten zu se­hen, hat sich der film schon ge­lohnt. es war auch lus­tig zu se­hen, wie pe­ter hah­ne sich um kopf und kra­gen re­det, ohne dass er merkt, was ei­gent­lich los ist. wo­bei das wahr­schein­lich bei je­der sei­ner sen­dun­gen der fall ist. ich bin aber auch be­fan­gen, weil an dem film sehr vie­len men­schen mit­ge­macht ha­ben, die ich ger­ne mag. ich bin auch ein biss­chen ein ma­rio-six­tus-fan­boy, was ope­ra­ti­on na­ked mög­lich­wei­se ei­nen ex­tra punkt be­schert ha­ben könn­te. ma­rio six­tus hat bei die­sem film üb­ri­gens fast al­les ge­macht, nicht nur das dreh­buch, die pro­duk­ti­on und die re­gie, so­gar die mu­sik stammt von ihm. und na­tür­lich spielt er auch mit — als elek­tri­scher re­por­ter.


im prin­zip ge­hört zu die­sem fern­seh­film auch die do­ku­men­ta­ti­on ich weiss wer du bist, in der er der fra­ge nach­geht, ob das, was er in sei­nem fern­seh­spiel fik­tio­nal zeigt, auch in der rea­li­ti­ät mög­lich ist.


trai­ler , ope­ra­ti­on­na­ked.org , pro­gramm­da­ten


[nach­trag 15.02.2016]
der film ist jetzt in der zdf-me­dia­thek zu se­hen .


lu­ci­fer s01e03

felix schwenzel in gesehen

die­se fol­ge war jetzt nicht wirk­lich lang­wei­lig, aber schon ganz schön flach und blö­de. dass lu­ci­fer der teu­fel ist, taugt ge­ra­de mal für das ab­mel­ken von scha­len witz­chen, die ei­gent­lich schon alle in den ers­ten bei­den fol­gen durch­de­kli­niert wur­den. was man in die­ser fol­ge se­hen konn­te war mit­tel­mäs­si­ge stan­dard-kri­mi-kost, mit, wie ich fand, teil­wei­se ekla­tan­ten män­geln im dreh­buch. ein paar net­te zi­ta­te gab’s aber den­noch, wie­der bei der the­ra­peu­tin. als sie in frag­te, war­um in al­ler welt er gea­de nach los an­ge­les ge­kom­men sei, ant­wor­te­te er. „well, same re­ason as ever­yo­ne else. the wea­ther, porn stars, me­xi­can food …“
die the­ra­peu­tin: „you say peo­p­le are pho­ny here, but i think, peo­p­le come here to re­invent them­sel­ves. and i think that’s why you’re here.“

okok, jetzt wo ich es auf­ge­schrie­ben habe, klingt es nicht mal mehr halb so gut, wie eben in der fol­ge. weil nicht nur das zi­tat mit­tel­mass war, son­dern die gna­ze fol­ge, nur zwei ster­ne.


ber­lin, 9. fe­bru­ar 2016

felix schwenzel in gesehen

ges­tern habe ich die vier­te fol­ge bil­li­ons ge­guckt und das wet­ter heu­te scheint eine art fort­set­zung des in der se­rie ge­zeig­ten hin und hers zu sein. als ich das haus ver­liess schien die stadt gräu­lich-trüb, in der ubahn ver­schwand das wet­ter kurz, um sich an der fran­zö­si­schen stras­se als kalt und klar zu in­sze­nie­ren. auf dem gen­dar­men­markt kam dann, wie im­mer, die son­ne raus und weck­te kurz früh­lings­ge­füh­le in mir. weil dann auch noch of­fi­zie­re in pa­ra­de­uni­form über den gen­dar­men­markt schlen­der­ten und sel­fies schos­sen [sic!], dach­te ich kurz dar­an, dass heu­te ja veil­chen­diens­tag ist. da die of­fi­zie­re ihre uni­for­men aber mit ei­ner pri­se zu viel wür­de und stolz tru­gen, war klar sie mei­nen es ernst.

nur das wet­ter, merk­te ich dann an der bau­aka­de­mie, hat­te sich ver­klei­det.


bil­li­ons s01e04

felix schwenzel in gesehen

eine fol­ge mit so vie­len twists, dass es sich bei­na­he wie ka­rus­sel­fah­ren an­fühl­te. ei­gent­lich war das in der sum­me ziem­lich gut. alle hand­lungs­strän­ge, die in den ers­ten 3 fol­gen auf­ge­baut wur­den, klapp­ten in die­ser fol­ge zu­sam­men wie kar­ten­häu­ser. ein paar hand­lungs­strän­ge ent­stan­den neu, aber ei­gent­lich er­war­te ich in der nächs­ten fol­ge (qua­si) ei­nen re­boot der se­rie.

re­la­tiv fas­zi­nie­rend, dass die au­toren mit ih­ren ge­schich­ten um­ge­hen, wie die r. r. mar­tin mit sei­nen fi­gu­ren. viel­leicht über­trei­be ich auch ein biss­chen, weil mir noch schwin­de­lig ist.

die­se fol­ge war aber auch ganz schreck­lich. me­tal­li­ca hat als me­tal­li­ca mit­ge­spielt. das war nicht schön an­zu­se­hen und an­zu­hö­ren. über­haupt war die mu­sik in die­ser fol­ge durch und durch schreck­lich und spiel­te sich stän­dig in den vor­der­grund.

trotz­dem moch­te ich das per­ma­nen­te dre­hen der er­zäh­lun­gen und vor al­lem das tem­po. das war un­er­bitt­lich schnell, so dass ich in ein paar fol­gen wahr­schein­lich wie­der al­les in der wi­ki­pe­dia nach­le­sen muss, was ich nicht ver­stan­den habe oder nicht mit­be­kom­men habe.


ber­lin, 7. fe­bru­ar 2016

felix schwenzel in gesehen

an­ge­kün­digt war ein, schö­ner, war­mer tag. so sah es zu­nächst auch aus, aber das wet­ter hat­te ei­nen twist: es sperr­te im lau­fe des ta­ges die son­ne hin­ter ei­ner dün­nen, im­mer dich­ter wer­den­den wol­ken­de­cke aus. das er­gab für die zu­schau­er ein schön dif­fu­ses licht, aber auch eine eher küh­le at­mo­sphä­re. aus­ser­dem habe ich ge­lernt, dass quad-bikes für kin­der, sich wie ka­put­te strom­ge­ne­ra­to­ren an­hö­ren und kin­der auf kin­der-quad-bikes so aus­se­hen wie ich mir ozzy os­bourne auf ei­nem quad-bike vor­stel­le — nur eben klei­ner.


deutsch­land 83 s01e02

felix schwenzel in gesehen

den an­fang der zwei­ten fol­ge deutsch­land 83 hab ich vor un­ge­fähr ei­nem mo­nat ge­se­hen, kurz nach der ers­ten fol­ge. ich er­in­ner mich noch un­scharf dar­an, dass es die gan­ze fol­ge lang, um eine eine nato-kon­fe­renz in ei­nem ho­tel in bonn geht, in der mar­tin rauch im auf­trag des DDR-aus­lands­ge­heim­dienst her­um­spio­nie­ren soll.

die zwei­te hälf­te war gar nicht mal so schlecht, re­la­tiv tem­po­rei­ches spio­na­ge-ge­döns, so­gar mit ei­ner prü­ge­lei und ei­nem re­la­tiv glat­ten, gut kon­stru­ier­tem epi­so­den-hap­py-end. ei­gent­lich gabs so­gar zwei epi­so­den-hap­py-ends.

ich er­tra­ge die deut­sche schau­pie­le­rei im­mer noch ziem­lich schwer, aber stel­len­wei­se geht’s. der gol­de­ne rei­ter von joa­chim witt lief am an­fang der fol­ge auch mal kurz. fil­me oder se­ri­en in de­nen die­se me­lo­die auf­taucht, kann ich nicht scheis­se fin­den. ich gebe ei­nen punkt mehr als für die ers­te fol­ge, we­gen der vie­len hap­py ends und dem gol­de­nen rei­ter.


star wars — the force awa­kens

felix schwenzel in gesehen

ich hab mir alle star-wars-fil­me an­ge­se­hen, aber das hier ist, nach lan­ger zeit, der ers­te ge­we­sen, bei dem ich mich wie­der gut amü­siert habe. nach all den über­kom­ple­xen fern­seh­se­ri­en mit x par­al­le­len hand­lungs­strän­gen, die ich mir in den letz­ten jah­ren rein­ge­zo­gen habe, war the force awa­kens auch im ver­gleich ent­span­nend un­kom­plex. eine ein­fa­che co­ming of age (oder co­ming of force?) ge­schich­te, mit ei­ner gran­di­os be­setz­ten, kom­ple­xen, star­ken, weib­li­chen haupt­rol­le, bei der ich mich nicht eine mi­nu­te ge­lang­weilt habe. ich bin aber trotz­dem, ge­gen ende des films, zwei­mal kurz weg­ge­ratzt, aber nicht aus lan­ge­wei­le, son­dern aus mü­dig­keit.

ich glau­be über the force awa­kens ist schon so viel, aus so vie­len per­spek­ti­ven ge­schrie­ben wor­den, dass ich jetzt nicht auch noch die drei­hun­der­sechs­tau­sends­te re­zen­si­on ver­fas­sen muss. ein paar mei­ner ein­drü­cke möch­te ich aber doch fest­hal­ten.

ich fin­de die (kei­nes­falls neue) idee sehr reiz­voll, dass es men­schen gibt, die be­stimm­te an­dro­iden oder we­sen ver­ste­hen und an­de­re nicht. das the­ma zog sich durch den gan­zen film und wur­de sehr sorg­fäl­tig auf po­ten­zi­ell ver­wend­ba­re wit­ze ab­ge­klopft. über­haupt fand ich es sehr an­ge­nehm, wie vie­le sub­ti­le wit­ze und an­spie­lun­gen in dem film un­ter­ge­bracht wa­ren. ich habe be­stimmt nicht alle an­spie­lun­gen und gags mit­be­kom­men oder ver­stan­den, aber ein paar doch — und den ei­nen oder end­e­ren mög­li­cher­wei­se so­gar als ein­zi­ger im kino. kann na­tür­lich auch sein, dass der IMAX-sound im­mer ge­nau dann zu laut war, wenn an­de­re mal mit mir mit­ge­lacht ha­ben.

der reich­lich vor­han­de­ne hu­mor, wur­de zwar im­mer wie­der­mal mit beis­sen­dem pa­thos ge­kon­tert, aber auch das war gut aus­zu­hal­ten und nicht so platt wie in den letz­ten fil­men.

ich weiss nicht was mich mehr in den bann ge­zo­gen hat, die gu­ten schau­pie­le­ri­schen leis­tun­gen, oder die wirk­lich run­de in­sze­nie­rung und ge­schich­ten­ent­wick­lung. ich ten­die­re dazu, den gross­teil mei­nes gros­sen ver­gnü­gens beim zu­schau­en j.j. abrams an­zu­las­ten. die schau­spie­ler wa­ren ja ei­gent­lich auch schon in den vor­gän­ger­fil­men durch­weg sehr gut, aber wie sich die ge­schich­te von the force awa­kens ent­wi­ckel­te, fand ich sehr rund und an­ge­nehm — trotz ge­le­gent­li­cher ab­sur­di­tä­ten oder phy­si­ka­li­schem un­sinn.

ich habe star wars im­mer ger­ne ge­se­hen, wür­de mich aber nicht als fan be­zeich­nen. aber ich glau­be ich könn­te mich als j.j.-abrams-fan be­zeich­nen. ich kann mich an nichts er­in­nern, das er als re­gis­seur um­ge­setzt hat, was ich be­son­ders doof ge­fun­den hät­te.

harr­sison ford ist sehr sehr alt ge­wor­den, vor al­lem so aus der nähe be­trach­tet. wir (das kind und ich) wa­ren ja heu­te im IMAX am pots­da­mer platz, mit 3D und in ori­gi­nal­ver­si­on. und bei die­sem IMAX- oder 3D-ge­döns, kommt man den schau­spie­lern schon ganz schön nahe. er­staun­li­cher­wei­se hat mich das 3D-ge­döns die­ses mal auch gar nicht ge­nervt. auch 3D scheint eine kunst­fer­tig­keit zu sein, die eben nicht je­der be­herrscht, bzw. mit der man of­fen­bar jah­re­lang ex­pe­ri­men­tie­ren muss, um zu an­ge­neh­men er­geb­nis­sen zu kom­men. tat­säch­lich wa­ren ei­ni­ge sze­nen so im­mersiv, dass ich mich stel­len­wei­se bei mei­nen vor­der­leu­ten be­schwe­ren woll­te, dass sie sich jetzt doch bit­te wie­der hin­set­zen sol­len, da­bei wa­ren es drei­di­men­sio­n­ele schein­ob­jek­te, die sich in mein sicht­feld scho­ben. ich bil­de mir auch ein, dass ru­hi­ge sze­nen, also sze­nen in de­nen sich die ka­me­ra nicht all­zu viel be­wegt, oft ganz be­son­ders be­ein­dru­ckend sind. oder um­ge­kehrt: zu schnell be­weg­te sze­nen ver­schmie­ren oft oder schei­nen selt­sam ver­wa­ckelt.

in ei­ner sze­ne sieht man den bug ei­nes gi­gan­ti­schen ster­nen­kreu­zers, in ei­ner re­la­tiv lan­gen und sehr ru­hi­gen ein­stel­lung. da­bei fiel mir auf, wel­che de­tail­tie­fe das mo­dell be­sass — und vor al­lem wel­che de­tail­tie­fe aus dem ki­no­ses­sel er­kenn­bar war. sehr schön an­zu­se­hen fand ich auch den ab­spann in 3D; ein gros­ser, wei­ter, ru­hi­ger ster­nen­him­mel, qua­si hin­ter der lein­wand auf­ge­spannt und auf der lein­wand, schein­bar im lee­ren raum, roll­ten die buch­sta­ben nach oben.

der bes­te 3D-ef­fekt war al­ler­dings vor dem film zu se­hen. da stell­te sony die vor­zü­ge der IMAX-tech­nik und des IMAX-ki­nos, in dem wir sas­sen, stolz vor. je­des de­tail wur­de mit sehr vie­len ad­jek­ti­ven er­klärt. zwi­schen­durch wur­de die schall­tech­nik er­klärt und das licht hin­ter der lein­wand an­ge­knipst. dort konn­te man ein gi­gan­ti­sches ge­rüst se­hen, in dem sehr vie­le laut­spre­cher hin­gen. die­ser 3D-ef­fekt funk­tio­nier­te auch gut ohne 3D-bril­le.

ich bin mitt­ler­wei­le kein gros­ser kino-fan mehr, ich gu­cke mir fil­me auch ger­ne auf dem han­dy oder mei­nem 13" re­ti­na-bild­chirm an. nur bei the force awa­kens müss­te ich da­mit wohl bis mit­te april war­ten, bis der film in an­ge­mes­se­ner qua­li­tät ir­gend­wo le­gal er­scheint. des­halb habe ich mich dann doch ent­schie­den ins kino zu ge­hen — und dann auch gleich rich­tig und or­dent­lich. tat­säch­lich kann ich nichts schlech­tes über das IMAX- und 3D-zeug sa­gen. ich bin sehr tief im film ver­sun­ken und fühl­te mich den fi­gu­ren teil­wei­se po­ren­tief nah.

ich gebe dem film 5 ster­ne, die vol­le punkt­zahl, weil ich nichts am film aus­zu­set­zen habe. mei­ne er­war­tun­gen wa­ren nicht be­son­ders hoch: ich woll­te un­ter­hal­ten wer­den und wenn mög­lich in eine an­de­re welt ein­tau­chen, und mich je­den­falls we­der lang­wei­len noch über all­zu­gros­se ab­sur­di­tä­ten är­gern. die­se er­war­tun­gen hat der film voll und ganz er­füllt und teil­wei­se über­trof­fen. selbst der un­ver­meid­li­che cliff­han­ger am ende des films, war wohl tem­pe­riert.


neo ma­ga­zin roy­al ab mi­nu­te 36:00

felix schwenzel in gesehen

weil ste­fan nig­ge­mei­er sag­te:

Ja, gut, das ist al­les völ­li­ger Mum­pitz, aber bei 36:10 gibt es ei­nen kur­zen Mo­ment der Schön­heit, Klar­heit und Wür­de.

also habe ich ge­se­hen, dass sa­rah kutt­ner sag­te, dass der hund von ste­fan nig­ge­mei­er „ganz süss“ sei, aber ste­fan nig­ge­mei­er auch. da­nach bin ich hän­gen­ge­blie­ben und habe noch ge­se­hen wie jan böh­mer­mann und sa­rah kutt­ner fra­gen von zet­teln ehr­lich be­ant­wor­ten soll­ten und bei un­ehr­li­cher be­ant­wor­tung vom pu­bli­kum mit bon­bons be­wor­fen wer­den soll­ten. das war na­tür­lich völ­li­ger mum­pitz, aber auch ein ganz klein biss­chen wit­zig.

(in der me­dia­thek)


ber­lin, 4. fe­bru­ar 2016

felix schwenzel in gesehen

der him­mel po­sier­te am mor­gen kurz für mich. die in­sze­nie­rung täuscht aber, der him­mel war den gan­zen tag über viel un­spek­ta­ku­lä­rer, als er auf die­sem blick er­scheint.

schön ei­ner­seits, dass sich wet­ter sich nicht im­mer schwarz-weiss zeich­net und in die ex­tre­me schwenkt, son­dern im­mer wie­der mal mit grau, mit zwi­schen­tö­nen und sub­ti­len si­gna­len ar­bei­tet. die meis­ten leu­te mach­ten den ein­druck, dass ih­nen die­ses wet­ter egal ist. grau macht un­sicht­bar, lässt die din­ge in den hin­ter­grund tre­ten. ei­gent­lich soll­ten tarn­an­zü­ge auch grau sein. wie die­ser tag.


the big bang theo­ry s09e14

felix schwenzel in gesehen

shel­don be­kommt be­such von sei­ner mee­maw, also sei­ner gross­mutter. raj ver­liebt sich in eine frau, die sich in den co­mic book store ver­irrt hat und amy kommt nicht mit shel­don’s gross­mutter aus. das führt zu ei­ner rei­he lang­wei­li­ger wit­ze, gleich am an­fang, ei­nen über die ein­park­kom­pe­ten­zen von frau­en.

nor­ma­le big-bang-theo­ry-kost also.

über ei­nen witz muss­te ich aber doch la­chen, als shel­don sei­ner mee­mow ein glas whis­key bringt: „i made just as you like it: a lot, in glas.“

da­mit habe ich qua­si die gna­ze fol­ge ge­spoi­lert. sor­ry.


the ma­gi­ci­ans s01e02

felix schwenzel in gesehen

wie nach der ers­ten fol­ge ver­mu­tet, wur­de die fi­gur, der im letz­ten teil der ers­ten fol­ge bei­de au­gen aus­ge­ris­sen und die hals­schlag­ader durch­ge­bis­sen wur­de, wie­der auf­ge­päp­pelt. auch der rest der hand­lung der fol­ge war durch­sich­tig, vorraus­seh­bar und lei­der zum gröss­ten teil ziem­lich bil­lig. die se­rie gibt sich gros­se mühe die zu­schau­er zu ver­wir­ren und auf fal­sche fähr­ten zu set­zen, mir ist das ein­fach zu viel auf ein­mal. aus­ser­dem lang­wei­len mich die fi­gu­ren, die alle irre ein­sei­tig und ste­reo­typ ge­zeich­net sind. es macht kein ver­gnü­gen ih­nen bei dem was sie ma­chen zu­zu­se­hen. aus­ser­dem sind sie alle furcht­bar glatt be­setzt wor­den.

ich schaue mir the ma­gi­cans nicht wei­ter an, aber ein zi­tat hab ich mir no­tiert:

ma­gic doesn’t come from ta­lent, it co­mes from pain.

nach der lo­gik müss­te ich zau­bern ler­nen, wenn ich the ma­gi­ci­ans wei­ter­schau­en wür­de, denn die se­rie schmerzt. tat­säch­lich passt das zi­tat viel bes­ser auf hu­mor, als auf ma­gie. ich bild mir ein, dass das war, was ich in fun­ny bo­nes ge­lernt habe. aber das ist jetzt auch schon 21 jah­re her und ich kann dazu kein kon­ter­zi­tat goo­geln. auch egal. wie the ma­gi­ci­ans.


the ex­pan­se s01e09 und s01e10

felix schwenzel in gesehen

zum ab­schluss eine dop­pel­fol­ge. habe ich mich noch vor ein paar fol­gen über den kam­mer­spiel­cha­rak­ter der se­rie be­klagt, konn­te ich jetzt zwei fol­gen lang da­bei zu­se­hen wie ein paar hun­dert men­schen er­schos­sen und ver­gif­tet wur­den. die zwei fol­gen wa­ren ein biss­chen wie eine dop­pel­fol­ge die hard oder die zu­sam­men­ge­schnit­te­nen schluss­sze­nen aus der ter­mi­na­tor­rei­he.

die zwei ober­che­cker haupt­cha­rak­te­re, hol­den und mil­ler, ver­wan­deln sich in ver­strahl­te ver­sio­nen von bruce wil­lis, der am ende von die hard ja be­kannt­lich im­mer leicht zer­fetzt aus­sah.

der ge­ge­ner scheint all­mäch­tig, wie hy­dra aus dem mar­vel uni­ver­sum, die ver­schwö­rungs­theo­rien er­rei­chen flet­cher’s vi­sio­nen-ni­veau. ein biss­chen the maze ist auch drin.

the ex­pan­se hat jetzt 10 fol­gen ge­braucht um die ex­po­si­ti­on hin­zu­be­kom­men. jetzt wis­sen wir, dass es eine rie­si­ge ver­schwö­rung gibt, dass al­les zu­sam­men­hängt, die ver­meint­lich gu­ten auch dunk­le sei­ten ha­ben und die ge­heim­nis­vol­le macht ne­ben der erde, dem mars und den „bel­tern“ ist fer­tig skiz­ziert. und auch die waf­fe, mit der die­se ge­heim­niss­vol­le macht ih­ren sieg zu er­rei­chen ge­denkt, ist aus­skiz­ziert.

das war al­les un­ter­halt­sam und auch wenn ich par­al­lel zur se­rie die epi­so­den-zu­sam­men­fas­sun­gen le­sen muss­te, um al­les zu ver­ste­hen, hab ich das ger­ne an­ge­se­hen, auch wenn es vie­le klei­ne tech­ni­sche schwä­chen gab.

wenn ich die se­rie kurz um­schrei­ben müss­te, wür­de ich mitt­ler­wei­le sa­gen: game of thro­nes im all. die län­ge­re um­schrei­bung über­las­se ich der wi­ki­pe­dia. ich wür­de auch nie­man­dem da­von ab­ra­ten, sich the ex­pan­se an­zu­gu­cken. aber wer da­mit an­fängt muss sich auf ei­ni­ge staf­feln ein­stel­len.


lu­ci­fer s01e02

felix schwenzel in gesehen

ei­gent­lich ne ganz lus­ti­ge se­ri­en­idee (bzw. co­mic-ad­ap­ti­on): dem teu­fel is­ses in der höl­le lang­wei­lig und er macht ein biss­chen ur­laub in los an­ge­les. er ma­te­ria­li­siert sich als schmie­ri­ger, schlan­ker und zu gut aus­se­hen­der schwe­re­nö­ter mit ei­nem schmie­ri­gen eng­lisch-pseu­do-aris­to­kra­ti­schen ak­zent. die ver­wal­tung der höl­le ist nicht son­der­lich glück­lich mit lu­ci­fers ent­schei­dung und ver­sucht wahr­schein­lich die gan­ze staf­fel lang, ihn zu­rück in die höl­le zu be­för­dern.

be­son­ders vie­le fä­hig­kei­ten hat der teu­fel al­ler­dings nicht. in der ers­ten fol­ge (die ich vor ein paar wo­chen ge­se­hen habe, als ich noch nicht je­den scheiss auf­schrieb, den ich sah) be­schriebt lu­ci­fer sich un­ter an­de­rem so:

i got an abili­ty to draw out peo­p­les hid­den de­si­res.

sei­ner the­ra­peu­tin (!) ge­gen­über be­haup­tet er (in der zwei­ten fol­ge):

i don’t have in­se­cu­ri­ties.

ei­nen klei­nen dreh be­kommt die se­rie da­durch, dass lu­ci­fer eine po­li­zis­tin ken­nen­lernt, die viel zu gut­aus­se­hend be­setzt wur­de, aber vor al­lem sei­nen be­zir­zun­gen und psy­cho­t­ricks zu wi­der­ste­hen im stan­de ist. ihr kann er ge­gen ih­ren wil­len kei­ne ver­steck­ten sehn­süch­te und be­gehr­lich­kei­ten aus der nase zie­hen, aber vor al­lem schafft er nicht sie zu be­zir­zen — was ihn na­tür­lich to­tal ver­un­si­chert.

hört sich al­les to­tal al­bern an, die se­rie schafft es aber ei­ni­ger­mas­sen, an den gröss­ten pein­lich­kei­ten vor­bei zu tän­zeln. ich muss lei­der zu­ge­ben, die se­rie zu gu­cken, macht stel­len­wei­se so­gar spass. das liegt ei­ner­seits dar­an, dass sie ei­gent­lich eine stink­nor­ma­le, klas­si­che kri­mi­se­rie ist — in der eben der teu­fel mit be­grenz­ten, aber un­ge­wöhn­li­chen fä­hig­kei­ten mit­spielt.

die­se kon­stel­la­ti­on pro­du­ziert hin und wie­der auch ein paar, gar nicht mal so dum­me, wit­zi­ge si­tua­tio­nen. denn na­tür­lich macht lu­ci­fer kei­nen hehl dar­aus, dass er der teu­fel per­sön­lich ist — nur dass ihm das we­gen sei­ner sym­pa­thi­schen, jo­via­len und leicht schmie­ri­gen art nie­mand glaubt. die se­rie bie­tet auch eine pri­ma ge­le­gen­heit die grund­satz­fra­gen zu stel­len, die im prin­zip alle gu­ten und mit­tel­gu­ten se­ri­en stel­len: was macht uns men­schen aus, was un­ter­schei­det uns von aus­ser­i­ri­schen (star trek) und göt­tern (grie­chi­sche my­tho­lo­gie), was macht mensch­lich­keit aus, was ist gut und was ist böse, wie kön­nen wir uns wei­ter­ent­wi­ckeln, wie wer­den aus gu­ten schlech­te men­schen (und um­ge­kehrt)?

theo­re­tisch er­gibt sich hier auch die ge­le­gen­heit ste­reo­ty­pen und rol­len­er­war­tun­gen um­zu­dre­hen und aus an­de­ren per­spek­ti­ven zu be­trach­ten, aber das schafft die se­rie, zu­min­dest in den ers­ten bei­den fol­gen, nur mäs­sig.

vor al­lem ist es ein biss­chen scha­de, dass der teu­fel of­fen­bar im­mer nur ans fi­cken und be­zir­zen von frau­en zu den­ken scheint und sich ex­tra für fox, dem sen­der, auf dem die se­rie läuft, sei­ne mut­mass­lich aus­ge­präg­ten bi- bzw. ho­mo­se­xu­el­len nei­gun­gen ver­kneift — auch wenn man ihn ein­mal (züch­tig be­klei­det) aus ei­nem bett stei­gen sieht, in dem eine frau und ein mann lie­gen.

der teu­fel den die se­rie zeich­net ist schon ziem­lich hand­zahm und freund­lich und sei­ne fä­hig­kei­ten schei­nen, wie ge­sagt, ir­ri­tie­rend li­mi­tiert zu sein. aber die­se harm­lo­sig­keit macht die se­rie auch leicht und an­gen­hem kon­su­mier­bar. al­les schön nied­rig do­siert.

na­tür­lich ist lu­ci­fer nur eine mit­tel­gu­te se­rie, aber un­ter den mit­tel­gu­ten se­ri­en eine der bes­se­ren. des­halb war ich kurz da­vor vier punk­te zu ge­ben, zie­he aber ei­nen ab, we­gen zu gut­aus­se­hen­der haupt­dar­stel­ler.