ich will ja nicht negativ klingen, aber der monat oktober 2014 könnte als der monat in die geschichte eingehen, in dem offenbar wurde, dass die regierenden seit einigen jahren aufs grundgesetz und das recht scheissen, statt es zu achten:
Grundgesetz, Art. 20, (3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden.
sascha lobo hat die fähigkeit in seiner kolumne auf fäkalworte zu verzichten. auch dafür bewundere ich ihn ein bisschen.
beste erklärbärenarbeit jemals, warum man sich nicht schämen sollte, sich jederzeit, auch beispielsweise in abseitigen facebook-kommentarsträngen, als feminist zu bezeichnen.
besseres kann dem image von google glass doch gar nicht passieren. die polizei in dubai wird dafür sorgen, dass google glass noch verhasster wird und noch schwachsinniger aussieht, als ohnehin schon.
in der aktuellen folge von the good wife spielt gloria steinem sich selbst. danach hab ich ein bisschen nach gloria steinem gegooglet und unter anderem diesen scan von einem artikel von 1963 gefunden, in dem sie über ihre „infiltration“ des playboy-clubs schreibt. les ich gerade. fernsehen bildet.
nicola twilley über die idee, nicht mehr essen zu müssen. viel quatsch, aber auch faszinierendes faktoide:
By examining European skulls, Brace found that the typical way in which human teeth fail to meet, with the upper set overlapping the lower set in an overbite, is a phenomenon that is actually only 250 years old in the West. That shift that correlates almost exactly with the widespread adoption of the table knife and fork. Before cutlery, Europeans would clamp their teeth together on large chunks of meat, in order to hack off pieces with a dagger - a style of eating Brace christened the 'stuff-and-cut'. Afterward, the cutting was done on the plate, and the overbite became common. By way of proof, Brace offers the Chinese, who had adopted chopsticks 900 years earlier - and whose overbite predates the European version by exactly the same amount of time.
das tolle an bacon ist ja einerseits, dass er geröstet so irre gut schmeckt und dass man ihn auf alles, wirklich alles, tun kann. in amerika habe ich sogar bacon auf einem doghnut gegessen — und fand es toll.
Bacon, in Joe Leathers’s opinion, is just too useful and tasty to die. “It's great in soup, sandwiches, salads, with eggs, you can wrap it around a roast or onions,” he says. “People just realized that. But I just wonder if people fully understand whether bacon is related to pork.” He ponders a moment. “I doubt it.”
Wo das falsche Zitat ursprünglich herkommt, lässt sich nur schwer nachvollziehen; einige Medien verweisen auf einen Artikel bei motorsport-magazin.com, andere auf „Spiegel Online“. Wie auch immer: Die „sensationelle Prognose von Jean Todt“ (Bunte.de), die jetzt durch die europäischen Medien geistert, hat es in Wahrheit gar nicht gegeben.
es wird bestimmt irgendwann mal wieder einen relativ normalen oder fehlerfreien journalismus geben.
wäre oettinger ein amerikanischer politiker, hätte er gesagt: wer so dumm ist mit bargeld zu reisen, kann doch nicht von uns erwarten, dass wir ihn schützen.
Wer eine digitale “Spiegel”-Ausgabe auf einen klassischen Rechner herunterlädt (in meinem Fall auf ein Macbook Air), kann zwar problemlos zum nächsten Artikel wechseln. Aber wehe, wenn er innerhalb einer mehrseitigen Geschichte weiterblättern will. Dafür gibt es nämlich kein sichtbar platziertes Icon. “Spiegel” lesen auf dem Notebook ist nichts für Grobmotoriker, weil das Umblättern am Touchpad hohes Fingerspitzengefühl erfordert. Die Titelgeschichte über Helmut Kohl läuft in der Digital-Version über 17 Seiten. Aber weil man die Digitalisierung ja immer auch als Chance begreifen muss, sagt man sich: 17 Seiten sind 16 Gelegenheiten, das Umblättern bis zur Perfektion zu lernen.
ich will ja nichts sagen, aber die navigation, bzw. das blättern in artikeln der desktop-webversion eines gekauften spiegels wirklich einfach: cursor-taste rechts blättert weiter, links zurück. scrollen und ziehen (dragging) funktioniert auch, inklusive animation. ich vermute in der mobilen-web-version ist das nicht anders.
eine gekaufte ausgabe lässt sich in der web-version auch als pdf-datei runterladen, was den spiegel dann auch auf jedem anderen gerät lesbar macht. und wenn man sich einmal beim spiegel erfolgreich registriert hat, ist auch der kauf ganzer ausgaben oder abos mit einem klick zwei klicks möglich.
wenn man will, kann man sogar ganze ausgaben des spiegel löschen. wenn helmut kohl das wüsste.
Wylde says there’s nothing natural about what’s required of male performers. “If your sole job is to have an erection and get it done quickly so that everyone can get home on time,” he said, “you need to be a machine” —or a medicated human. In that sense, performing in porn is like being a professional athlete, an occupation now widely linked with drug abuse. “Look at UFC, football, basketball. Look at weight lifting,” he says. “Nobody is natural. All of that is a result of steroids and performance enhancing drugs.” The truth, he says, is that without the help of ED drugs “you’re just going to be horrible at it—unless you’re a mutant.”
Noch einmal zum Mitdenken: Die Verlage haben sich zuerst darüber beklagt, dass Google ihre Inhalte (angeblich) rechtswidrig nutzt. Nun beklagen sie sich darüber, dass Google ihre Inhalte nicht mehr rechtswidrig nutzt.
Man kann den Irrsinn kaum noch angemessen kommentieren.
das ist jetzt schon ein paar tage alt, hat aber das zeug zum klassiker zu werden. wenn wir in 40 jahren zurückblicken, werden wir uns wahrscheinlich fragen, warum wir den verlegern damals nicht geholfen haben, obwohl die hilferufe und suizid-anzeichen doch so deutlich zu erkennen waren.
echt? mit apples health kit kann man keine menstruationszyklen aufzeichnen? arbeiten bei apple keine frauen? andererseits kann man masturbationszyklen und penislänge ja auch nicht mit health kit aufzeichnen.
sehr erschütternd und doch wenig überraschend, dass in diesem sz-artikel beim thema abnicken von grundrechtsbrüchen die namen steinmeier, friedrich und deutsche telekom fallen:
Zu den Dingen, die der Ausschuss nun zu klären hat, gehört auch das Verhältnis zwischen Parlament und Regierung, die Frage, wie genau es die Regierung mit der Wahrheit nimmt. Nach den Snowden-Enthüllungen wurde viel über Frankfurt geraunt, und der damalige Innenminister Hans-Peter Friedrich erklärte: "Wenn ein ausländischer Dienst den Internetknoten in Frankfurt anzapfen würde, wäre das eine Verletzung unserer Souveränitätsrechte." Kannte er Eikonal nicht?
der wichtgste filter hat in den letzten 20 jahren offenbar auch nicht funktioniert: inkompetente politiker aus spitzenpositionen wegfiltern -- funktioniert einfach nicht oder nur fehlerhaft.
thomas stadler bewertet „die berichterstattung“ der süddeutschen zeitung:
Die Berichterstattung der SZ belegt also, dass beim BND ein organisierter und systematischer Rechtsbruch stattfindet und dies mit Genehmigung der Bundesregierung und teilweiser Billigung des Parlaments. Der BND bewegt sich faktisch im rechtsfreien Raum und schreckt auch vor einem offensichtlichen Rechts- und Verfassungsbruch nicht zurück. Dieser Umstand muss dann allerdings in die Schlussfolgerung münden, dass wir es hier mit einer veritablen Verfassungskrise zu tun haben und das Grundrecht aus Art. 10 GG das Papier nicht mehr wert ist, auf dem das Grundgesetz einmal gedruckt worden ist. Heribert Prantl kommentiert das völlig zutreffend als den “Totalverlust eines Grundrechts".
The sound made by the Krakatoa volcanic eruption in 1883 was so loud it ruptured eardrums of people 40 miles away, travelled around the world four times, and was clearly heard 3,000 miles away.
Our breast milk, it turns out, is as polluted as our environment at large. Laboratory analysis of breast milk has detected paint thinners, dry-cleaning fluids, flame retardants, pesticides, and rocket fuel. “Most of these chemicals are found in microscopic amounts," the journalist Florence Williams notes, “but if human milk were sold at the local Piggly Wiggly, some stock would exceed federal food-safety levels for DDT residues and PCBs."
im prinzip sind wir so neurotisch und ängsterfüllt vom unsichtbaren, wie unsere vorfahren vor hunderten von jahren. unsere ängste nennen wir jetzt nur anders:
Fear of toxicity strikes me as an old anxiety with a new name. Where the word filth once suggested, with its moralist air, the evils of the flesh, the word toxic now condemns the chemical evils of our industrial world. This is not to say that concerns over environmental pollution are not justified--like filth theory, toxicity theory is anchored in legitimate dangers--but that the way we think about toxicity bears some resemblance to the way we once thought about filth. Both theories allow their subscribers to maintain a sense of control over their own health by pursuing personal purity. For the filth theorist, this means a retreat into the home, where heavy curtains and shutters might seal out the smell of the poor and their problems. Our version of this shuttering is now achieved through the purchase of purified water, air purifiers, and food produced with the promise of purity.
wunderbarer text, aus dem ich absatzweise zitieren wollen würde, der versucht uns wenigstens ein bisschen zu erden und uns unsere diversen aberglauben von „natürlichkeit“, „chemikalien“ und „giften“ zu nehmen.
gute überschrift und gute zusammenfassung von anna biselli zur befragung von EU digitalkommissar-kandidat günther oettinger. etwas meinungsfreudiger war christian stöcker auf spiegel.de.
The nonconsensual posting of my photos was a terrorizing invasion of privacy that altered my reality and irrevocably changed the way I live, think and write
jürgen geuter plädiert für vielfalt, genauer für die akzeptanz von vielfalt als stärke, als ein vorteil:
Wenn es eine zukunftsfähige Netzutopie geben kann und soll, so muss diese die Vielfalt als Stärke begreifen. Diskurs und auch Dissens nicht mehr als Schwäche und Störung auffassen sondern als Wert. Als Werkzeug.
in letzter zeit habe ich hin und wieder leute öffentlich kritisiert. nicht weil mir die leute nicht passen, sondern weil ich das was sie öffentlich (nicht selten mit grossen trommelwirbeln) sagten oder zeigten kritikwürdig fand. die reaktionen dieser leute fanden in fast jedem fall auch nicht-öffentlich statt. ich finde das immer etwas schade, weil ich finde, dass streit über dinge die sich öffentlich abspielen (nicht immer, aber auch) in die öffentlichkeit gehört. so wie eben auch parlamentsdebatten öffentlich sind, oder genauerer sein sollten: es würde dem parlament gut tun, wenn uneinigkeit und dissens eher dort ausgetragen und in eine balance gebracht werden, als in hintergrundgesprächen und nebenzimmern.
wenn wir vielfalt und uneinigkeit nicht ständig üben und kultivieren, erscheint uns einigkeit und gleichförmigkeit als einzige lösung.
Seit Spotify in Deutschland auf dem Markt ist, zahle ich jeden Monat knapp zehn Euro für Musik. Das sind 120 Euro im Jahr. Vielleicht etwa die gleiche Summe habe ich in den letzten zehn (!) Jahren für CDs ausgegeben. Plus eventuell etwas mehr bei iTunes. Aber erst Spotify hat mich dazu gebracht, Musik im Abo zu beziehen.
gestern den akku meines knapp drei jahre alten, an die beifahrein weitergereichten, iphone 4s getauscht. den akku hab ich bei ifixit gekauft, die akkus, bzw. deren bewertungen waren mir bei amazon.de zu obskur, auch wenn sie dort billiger waren. die lieferung bei ifixit ist super-schnell und zuverlässig, doofer weise habe ich zuerst einen iphone-4 statt 4s-akku bestellt. so hat die bestellung dann eben doppelt so lange gebraucht.
die austauschanleitung auf ifixit ist zwar verständlich, aber auch total verharmlosend. dort steht, dass der schwierigkeitsgrad des austausches „medium“ sei, in echt habe ich aber bei der montage so geschwitzt wie der sixtus beim marathon.
das gehäuse öffnen: kein problem. zwei schrauben des akku-anschluss lösen: auch kein problem, vor allem dank der magnetisierten schraubenzieher von ifixit. den festgeklebten akku lösen? ein horror.
das schlimmste war aber der anschliessende zusammenbau. drücke ich den akku-anschluss einfach wieder auf die vorgesehene stelle auf der platine? wie viel druck darf ich aufwenden ohne etwas zu beschädigen? wie bekomme ich den kitzekleinen, losen erdungskontakt wieder an die richtige stelle ohne ihn anzufassen?
beim zweiten versuch katapultierte ich die 1.5 millimeter kreuzschlitzschraube in hohem bogen aus dem iphone, an meinem kopf vorbei, auf den dielenboden. man muss dazu wissen, dass 1,5-millimeter-schrauben in etwa die grösse eines staubkorns haben. trotzdem hörte ich den aufprall der schraube und wusste ungefähr wo ich anfangen könnte die schraube zu suchen. ich überlegte schon wie ich es der beifahrerin erklären würde, dass sie ihr telefon jetzt ein paar tage nicht benutzen könnte, als ich das staubkorn die schraube dann, wie durch ein wunder, wiederfand.
beim dritten oder vierten versuch schaffte ich dann alles wieder zusammenzusetzen, rechnete aber fest damit, dass das telefon danach nicht mehr funktionieren würde. ging aber und geht noch. mach ich aber nie wieder. das ist nichts für meine nerven.
markus günther polemisiert sehr lesenswert über die „liebe“:
Wer darauf hinweist, dass Liebe eigentlich etwas ganz anderes ist als die schrille, immer leicht überdrehte Liebe unserer Populärkultur, wer von caritas et amor spricht oder gar von Nächstenliebe, steht als Moralapostel und Wichtigtuer da. Oder er wird mit der Gretchenfrage der Moderne konfrontiert: „Glauben Sie etwa nicht an die große Liebe?“ Es ist also doch eine Glaubensfrage.
hört sich furchtbar pathetisch an, war aber eins der prägenden bücher meiner jugend und das erste annehmbare referat meiner schullaufbahn (an der amerikanischen highschool): die kunst des liebens von erich fromm.
/in den kommentaren zu des nufs „dating“-artikel (wieder-) gefunden (der auch sehr lesenswert ist).
De Correspondent ist ein reine Onlinemedium, aber es gibt da keine Fotostrecken, keine Liveticker, keine in sozialen Netzwerken zusammengeklaubten Witzchen a la „so lacht das Netz“. Stattdessen: Ausgeruhte Essays und Analysen zu aktuellen Themen die erklären statt ständig aktualisierter Texte, die Zeitgeschichte zu einer Live-Nachrichten-Soap dramatisieren.
wahnsinnig langer und grässlicher artikel über den absturz des air france flug 447 2009. der artikel hilft aber nicht nur dabei die flugangst zu erhöhen, sondern auch dabei, etwas darüber erfahren wie wir menschen so ticken und wie zentral funktionierende kommunikation für unser überleben ist: „The gist of it was that teamwork matters far more than individual piloting skill.“
peter bürger plädiert polemisiert für pazifismus:
Hunger, Ebola oder Genozid bekämpfen, den Dialog der Kulturen, Weltanschauungen, Religionen und Konfessionen in Gang setzen, Gewalt vorbeugend verhindern, Konflikte schlichten bzw. mildern, Kooperationen zugunsten zukünftiger Generationen anbahnen oder irgendein bedeutsames Problem der menschlichen Zivilisation lösen, das alles kann der Krieg mit seinen Beherrschungswissenschaften nicht und das alles wollen die mächtigsten Akteure, soweit ihre eigenen Interessen unberührt bleiben, auch nicht.
Diese Feststellung basiert nicht auf einem moralischen Urteil, sondern auf Empirie.
der artikel ist nicht schlecht, aber auch nicht überragend. und natürlich gibt es beim thema krieg oder bei fragen um den einsatz des militärs viele fragen und wenig alternative denkmodelle, aber vor allem — und dieses wort fehlt mir in peter bürgers artikel — viel zu wenig zweifel.
filme und serien die den bechdel-test bestehen neigen dazu auch andere stereotypen zu umschiffen und insgesamt erfreulicher für den zuschauer zu sein. zeigt zumindest meine erfahrung beim bingen.
Datenhandel aus reinem Gewinninteresse ist schlimmer als staatliche Totalüberwachung. Das ist nicht mehr bigott, das ist schon trigott.
ralf stegner, ein schleswig holsteinischer SPD spitzenpoliker, verreisst das neue buch der ehemaligen schleswig holsteinischen SPD lokalpolitikerin susanne gaschke. wahrscheinlich sehr zu recht:
Die „Clintons von der Förde“, wie Susanne Gaschke unter Berufung auf Journalistenkollegen und nur scheinbar selbstironisch sich und ihren Mann, den SPD-Bundestagsabgeordneten Hans-Peter Bartels, nennt, seien für die eher mittelmäßigen Repräsentanten der Landespolitik eine große Bedrohung gewesen. Deshalb, so mutmaßt Gaschke, hätten diese alles unternommen, um eine vom Volk direkt gewählte Oberbürgermeisterin scheitern zu lassen. Dieses „direkt gewählt“ betont Gaschke mehrmals. Dabei beklagt sie die Mängel der Kommunalverfassung, weil die ebenfalls eher mäßig begabten Mitglieder der Kieler Ratsversammlung allzu viel mitzureden hätten. Damit würden die Wirkungsmöglichkeiten einer durch direkte Volkswahl legitimierten Oberbürgermeisterin ungerechtfertigterweise beschränkt.
ende oktober wird die liste sicherlich um einen weiteren grässlichen fehler erweiterert: türkisfarbene ordner im finder von os x yosemite.
At the moment, Ello is a free, closed-source social network, with no export tools or an API, fueled by venture capital and a loose plan for paid premium features. I think it's fair to be skeptical.
Ich habe zig Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler interviewt. Nie hat von denen eine Wert darauf gelegt, „Professor“ oder „Doktor“ genannt zu werden. Einige haben sogar ausdrücklich darauf bestanden, dass ich sie nicht so nenne. Auf eine Nennung legen immer nur die Leute wert, die alles andere machen, als wissenschaftlich zu arbeiten. Ich kann solche Menschen nicht ernst nehmen.
meine worte. leute die auf der nennung ihres titels bestehen wirken auf mich fast ausnahmslos wie poser. ein paar schöne weitere gedanken findet man in den kommentaren bei holgi.
wie immer, alles richtig was seth godin hier sagt:
In the long run, though, the smart producer wins, because the consumer comes to forget how to produce. As producers consolidate (and they often do) they are the ones who ultimately set the agenda.
deshalb: lasst uns nicht vergessen wie man sachen selbst macht. vor allem wichtige dinge wie essen, vernetzung oder werkzeuge instandhalten.
ein magazin mit einer frau die offenbar gerade geschlechtsverkehr hat (oder sich den nacken wäscht) auf dem titelblatt. das magazin sagt von sich selbst:
BLOCK ist ein magazin für alles.
Wir trauen unseren Lesern einiges zu; dass sie intelligent sind, neugierig und flexibel und vielleicht sogar, dass sie unsere Finanzierung möglich machen.
ich weiss nicht, ob ich intelligent genug bin ein magazin zu kaufen, das wie jedes andere null-acht-fünfzehn-heft (oder billige deo-werbung) versucht mit nackten frauen aufmerksamkeit zu erregen. genau diese ausgelullte strategie sagt mir eigentlich, dass die macher des magazins mich eben genau nicht meinen kopf ansprechen wollen, sondern meinen unterleib. nackte titelfrauen sind für mich mittlerweile ein klares zeichen von kreativer kapitulation.
im facebook von alexander von streit gefunden, wo sich auch die herausgeberin des block-magazins (theresia enzensberger) zu ihren „graphischen Konzept“ äussert.
[nachtrag] auf twitter entspannte sich eine kleine diskussion über das titelbild des aktuellen block magazins. wolfram steckbeck findet es sexistisch . rico grimm fragt ironisch ob rubens , picasso, goya oder newton auch sexistisch seien. ich kann die frage nicht beantworten, aber ich frage mich, ob wir das frauenbild, das aus von männern kreierter kunst des frühes 17. jahrhundert, des späten 19ten jahrhundert, der 30er oder 70er jahre spricht, als beispiel für die abwesenheit von sexismus nehmen sollten. picasso hat frauen nicht besonders gut behandelt, wenn man seinen biographen oder seinen geliebten glauben darf. aber dass picasso mit hoher wahrscheinlichkeit ein ziemliches arschloch war oder ob man in kunst sexismus erkennen kann (oder überhaupt danach suchen sollte) frage ich mich aber eigentlich auch gar nicht.
ich frage mich: was will uns das block magazin mit dem titelblatt eigentlich sagen?
die herausgeberin theresia enzensberger sagt:
Die Idee hinter unserem grafischen Konzept ist unter anderem, dass Visuelles nicht nur zur Illustrierung dienen muss, sondern dass Kunst auch mal alleine stehen kann. Das Bild stammt aus einer Fotostrecke eines jungen Fotografen, die im Heft abgedruckt wird […]
die nackte auf dem titel ist also kunst und soll für sich alleine stehen. ich glaube das funktioniert nicht. genauso wie eine nackte in einem spind oder auf einer seite zwei sich nicht von ihrem kontext lösen kann, kann sich sich eine nackte auf dem titelblatt eines magazins nicht ohne weiteres vom magazin-kontext lösen (ein magazin ist kein museum, kein weisser raum).
nackte auf dem titel fördern den verkauf von magazinen (angeblich) seit jahrzehnten. das kann man gut finden, doof finden, als marktgegeben hinnehmen oder mit diesem motiv spielen, es brechen, uminterpretieren, karikieren — was auch immer.
aber auf dem block-magazin-#2-titel passiert nichts dergleichen. das titelbild liefert aus sich heraus keinen kontext, keine position, keine geschichte. man sieht, was man tausend anderen magazin-titeln auch sieht: eine schöne nackte frau in einer ansprechenden komposition. und wie bei tausend anderen titelbildern erkennt man keinen sinn darin, dass die frau nackt ist. es könnte bedeuten dass im heft noch mehr aufnahmen von nackten zu finden sind, es könnte eine sponsoringkampagne eines nassrasiererherstellers sein, es könnte bedeuten dass der bildredaktion das bild irgendwie gefallen hat oder dass man keinen mut für ein ungewohntes oder irritierendes titelbild hatte oder einfach gefallen an schön anzusehenden stereotypen motiven findet (und die dann als kunst zu verkaufen versucht).
@diplix Als Teil einer Fotostrecke, als wunderbare Komposition, als neue Interpretation des klassischen Aktes, als... undsoweiter
hmm. so könnte man natürlich auch den pirelli-kalender oder den victoria-secret-katalog beschreiben. und ix mir hätte schon etwas früher denken können, dass ich als zielgruppe für das block-magazin nicht mal ansatzweise in frage komme.
vielleicht ist es auch zeit dafür, dass die brandeins mal wieder scheitert. sich radikal neu denkt, neu erfindet. von bequemlichkeit, selbstverliebtheit und arroganz befreit. und wieder mehr fragen stellt, als antworten zu geben
ich weiss zwar nicht ob ein strategisches investment in die brandeins unbedingt etwas gutes ist oder der brandeins die letzten lebensfunken raubt, aber zumindest könnte so eine geld- und klugscheisser-spritze den alten kampfgeist der brandeins wieder wecken.
schöne analyse von mark wachholz, warum es deutsche fernseh-produktionen schwer haben und weiterhin schwer haben werden. /über facebookhier gefunden
weise worte von peter glaser. unglück kommt aus ordnung. das gilt übrigens auch im politischen sinn:
Die eigentliche Gefahr kommt aus der Ordnung. Feststellen kann man das beispielsweise, wenn man gerade renoviert hat. Alles ist frisch und vollkommen, die Wandfarbe leuchtet, das Parkett schimmert, das Tischtuch ergibt sich faltenlos seiner Funktion. Das einzige, was noch stört, ist man selbst. Ich bin in dem Stzenario ein vor potentieller Unordnung dräuendes Potential. Die Idee der Vollendung ist eine grosse Falle und in solchen Momenten schnappt sie zu. Man denkt, dass man glücklich sein würde mit der schönen neuen Wohnung, aber sie macht einen fertig. Sie macht eineml klar, dass man stört.
kai biermann stellt fest, dass apple davon ausgeht, dass niemand die itunes AGB liest. wer sie trotzdem mal lesen will, kann das hier machen: auf englisch oder auf deutsch. CNN hat vor drei jahren mal gefragt, was da denn eigentlich drinsteht und warum das nicht kürzer geht. kurz gesagt: es hat juristische gründe, aber vor allem sind vertragspartner von apple und die angst verklagt zu werden schuld.
dass es auch kürzer geht, zeigt apple derzeit bei den datenschutz-hinweisen. zumindest auf englisch, da wendet sich tim cook direkt an die benutzer. das ist zwar kürzer, aber auch marketingsprachenhaltiger. die richtigen datenschutzhinweise sind dann aber wieder gewohnt unlesbar: englisch, deutsch.
aber ganz abgesehen davon, egal ob lang oder kurz, ob super verständlich oder in juristensprache. niemand liest irgendwas. das weiss jeder der im support arbeitet mit menschen zu tun hat.
(zum thema datenschutz: mike masnick ist sehr begeistert, dass es jetzt einen wettbewerb um die besten eingebauten datenschutz-technologien gibt.)
mich interessieren 80% der produkte von apple nicht. ich habe nie einen ipod besessen, ich verstehe warum leute das macbook air haben wollen, will aber keins, einen desktop mac will ich auch nicht, ipads sind toll, aber ich muss keins haben. so wird es wohl auch in den nächsten jahren bei der apple uhr aussehen: interessant, hat potenzial, verkauft sich wahrscheinlich wie kürbisgewürzmilchkaffee, interessiert mich aber nicht.
das geniale an apple ist allerdings, dass sie keinen wert auf die meinung von leuten wie mir legen. sie bauen dinge die extrem hohe qualität haben und die grosse begehrlichkeiten wecken. wie das bei der apple watch funktionieren könnte, hat john gruber mal wieder brilliant herausgearbeitet. /via
an diesem text kann man übrigens auch sehen, warum es so wenig gute technikjournalisten (oder blogger) gibt. es reicht nämlich nicht sich gut mit den produkten über die man schreibt auszukennen, gut vernetzt zu sein oder einen flotten schreibstil zu haben, das wichtigste ist und bleibt die fähigkeit nachzudenken und
eins und eins addieren zu können293847 durch 4348 dividieren zu können.
diese ganzen hitler-geschichten, die ja glaube ich auch mit einer grossen regelmässigkeit im spiegel stehen, dem sturmgeschütz der demokratie, sollten uns eigentlich immer eindringlich daran erinnern, dass krieg keine lösung ist, oder wie helmut schmidt sagt, scheisse ist. ich glaube wir vergessen das aber mehr und mehr. das sollten wir aber nie vergessen.
Sturmgeschütze sind mit einer Kanone bestückte Vollketten-Panzerfahrzeuge der Sturmartillerie. Sie wurden in den 1930er Jahren in Deutschland als Unterstützungswaffe der Infanterie entwickelt und im Zweiten Weltkrieg eingesetzt. [...] Um seine Hauptaufgabe - das Niederkämpfen von aus der Entfernung nur schwer wahrnehmbaren gegnerischen Stellungen - erfüllen zu können, musste sich das Sturmgeschütz der gegnerischen Hauptkampflinie nähern, der Kommandant musste Widerstandsnester aufgrund eigener Beobachtung orten und diese im Direkten Richten bekämpfen.
wer sagt ich hätte recht, bekommt natürlich gleich einen zurück-link von mir spendiert. aber vor allem verlinke ich diese schöne linksammlung, weil dadrin eine olle DDR-polizei-reportage auf youtube eingebettet ist. oder wegen des links auf nilzenburgers vorruf auf boris becker. oder ... ach, klickt doch einfach selber.
auf der verlinkten seite ist ein youtube-film über einen überdimensionierten wohn-bunker eines millionärs zu sehen. hier sind ein paar flickr bilder des bunkers (2, 3, 4, 5, 6). ich stelle dazu fest: der besitz von sehr viel geld, garantiert keinesfalls guten geschmack. im gegenteil.
... fällt johannes kretzschmar „kein guter Titel mit Stuhlgang-Wortwitz ein“. mir auch nicht. nur einzelne worte wie stuhlgang, darmstuhl, verdaustuhl, intestuhl.
sehr witzig was boris rosenkranz da bei stefan niggemeier ins blog schreibt. ich fand lokalzeitungen übrigens schon doof, als es sie noch gab.
judith horchert, christian grothoff und christian stöcker erklären wie der geheimdienst mit dem system treasuremap daten sammelt. aber das steht auch schon in der überschrift,
"Jubelperser" ... das ist die netteste rassistische Beleidigung, die mir in jüngster Zeit einfach mal so um die Ohren gehauen wurde.
hm. ich weiss nicht ob das rassistisch ist. als im juni 1967 persische geheimdienstmitarbeiter und von ihnen angeheuerte landsleute mit latten, knüppeln und totschlägern auf protestierende studenten losgingen, nannte sich der staat der jetzt iran heisst in der tat persien. und die geheimdienstler die dem persischen schah damals zujubelten, nannten sich auch perser. da das ereignis in der deutschen geschichte allerhand spuren hinterlassen und der angriff der perser auf die anti-schah-protestanten entscheidend zur radikalisierung der studenten beitrug, ist es durchaus auch nachvollziehbar, dass sich der begriff jubelperser in der deutschen sprache festgesetzt hat. aber rassistisch ist das meiner meinung nach nicht. oder übersehe ich hier etwas?
ja, nee. stimmt schon alles, was der mann von frau mierau dort schreibt. ich habe vor 10 jahren angefangen zu versuchen meine eltern dazu zu bringen auf ihren computern filme oder fernsehen zu schauen. vergeblich, alles zu kompliziert. die technik dafür war da. so wie jetzt streaming-technologie da ist. selbst die nutzung des DVD-players am fernseher war ca. 50 prozent meiner eltern zu kompliziert. und wenn man meinen eltern bei der benutzung eines DVD-players zuschaut, versteht man auch warum die bedienung immer noch zu kompliziert ist.
aber der technische fortschritt schreitet voran. manche geräte werden leichter in ihrer bedienung und manche ansätze inhalte zu zeigen sind intuitiver als als andere. meine mutter schaut jetzt beispielsweise auf ihrem ipad regelmässig fernsehen. mit verschiedenen mediatheken-apps von verschiedenen sendern.
was ich sagen will: videostreaming ist nicht kaputt, sondern noch immer, trotz aller fortschritte, eine qual. noch. gerade netflix lässt mich hoffen, dass es in den nächsten jahren immer besser wird und sich irgendwann auch meine eltern dafür interessieren. so in 5-8 jahren ist streaming dann im mainstream (sic!) angekommen. dann sag ich caspar clemens mierau nochmal bescheid.
Mehr Bildblog und Sendung mit der Maus, statt kurzem Aufreger. Eben klarstellen: „Was die AfD sagt - was die AfD meint“. Das ist dann auch eine Auseinandersetzung, die schwieriger als Medienschelte abzutun ist.
wobei das ja natürlich auch medienschelte ist was caspar clemens mierau da sagt. aber zumindest keine inhaltliche, sondern eine an der arbeitsweise. /via
das ist alles eher traurig, was sich da hinter den carta-kulissen abzuspielen scheint. aber besonders traurig ist, dass es auch ziemlich egal ist. 90% aller carta-artikel habe ich vor dem erscheinen bei carta schon andereswo gelesen oder gesehen. wenn carta jetzt den bach runtergehen sollte, fehlt im wesentlichen eine anlaufstelle für menschen die keine newsfeeds nutzen.
relativ unaufgeregtes interview mit sven aufregener:
Und dann tauchen neben Ihren Blumen vom Spar auch Wort-Ungetüme auf wie Schwachstromsignalübertragungsweg. Wie kommen Sie denn auf solche Begriffe?
Sven Regener: Ganz einfach. Wenn man ein anderes Wort für Klingelleitung sucht und ein paar Silben mehr braucht.
This looked like nothing so much as what it was, old farts using their connections to shove material down the throats of those who don't want it. It's what we hate so much about today's environment, rich people who think they know better and are entitled to their behavior.
bei daringfireball.net gefunden. die itunes-aktion hatte definitiv ein gutes. es hat mir gezeigt, dass ich nicht der einzige bin der die prätentiösität dieser u2-heinis hasst.
Tja, wo soll der engagierte Leser seine Bücher kaufen? Am einfachsten, jeder besucht den Autor zu Hause. Man trinkt gemeinsam Kaffee und plaudert ein wenig über Gott und die Welt und kauft sein Buch direkt beim Produzenten, garantiert hat der Autor eine Druckerei im Keller. Da entfällt der gesamte Vertrieb und der Autor hat auch mehr vom Buch.
leander wattig findet „unsere heutige vernetzte Welt absolut großartig“. das ist sie ja auch, weil sie uns, wie leander an einem kitzkleinen beispiel zeigt, so einfach über alle früher vorhandenen grenzen verbinden lässt, aber vor allem weil das alles noch so viel potenzial hat — im positiven wie negativen.
gernot pflüger erklärt, warum datensammeln so oft — oder fast immer — zu quatschfolgerungen führt:
Wenn Sie wissen wollen, wie das funktioniert, gehen Sie auf Youtube. Ich habe zwei Tablets, zwei Computer bei der Arbeit, einen zu Hause und zwei Söhne, die früher meine Accounts benutzt haben. Deshalb stehen in meiner Empfehlungsliste bei Youtube immer noch Prinzessin-Lillifee-Videos ganz oben. Das zeigt, dass diese ganze „Tracking-Illusion“ der Wirtschaft an unserer Lebensrealität vorbeigeht.
dieses video wird gerade auf facebook herumgereicht , scheint aber schon etwas älter zu sein. aber in seiner unsinnigkeit ist das schon ziemlich grossartig.
oliver kaever über den film „Song from the Forest“:
„Song from the Forest“ ähnelt dem Originaltitel von Sarnos Buch, aber Oberts Film hat damit wenig gemein. Er bedient keine diffuse Afrika-Sehnsucht, er widersteht der Versuchung, das Leben im Urwald mit dem in New York zu kontrastieren. Hier finden sich keine rassistischen Klischees vom Wilden in der Großstadt, aus denen dümmliche Komödien wie „Aus dem Dschungel in den Dschungel“ ihre Kalauer bezogen. Im Gegenteil: Aus dem scheinbaren Gegensatzpaar Kultur-Natur kreiert Obert eine überraschende, bewegende Synthese.
ziemlich begeisterte kritik. so begeistert, dass ich den film gerne sehen würde. das geht laut offizieller website aber nur in ein paar kinos. weder bei itunes, noch bei amazon ist der film gelistet. was wirklich schade ist.
günter hack theoretisiert die probleme der digitalen welt sehr eindrücklich und schlussfolgert:
Wichtig ist, sich nicht auf Google, Facebook, Amazon oder andere Großakteure zu konzentrieren, sondern das Internet und seine Möglichkeiten hinter diesen alles verstellenden Fassaden wieder neu zu entdecken.
leider alles wahr latoya ferguson hier über sons of anarchy schreibt ist (leider) wahr. die show könnte statt ganz gut auch sehr, sehr gut sein. ist sie aber eben nicht .
sascha lobo nennt barack obama „big data präsident“ und angela merkel „small data kanzlerin“. wenn man das bei sascha liest, hört es sich allerdings schlüssig an.
neil gaiman zitiert aus einem artikel von seth godin:
People always look for excuses. My favorite one is, “Well that's easy for you because you have a really popular blog.” As if my really popular blog was something I won in the lottery. I had a really unpopular blog for three years in a row where 10 or 20 people were reading it. When I got started in the book business, I received 900 rejection letters. So you don't look at the end result — at the Richard Bransons and Maria Popovas — and say, “Well they have that thing that I don't.” They got that thing by showing up. I am really focused on helping people understand that not showing up is a failure of will more than it is a failure of birth.
ray rice, ein amerikanischer football-spieler, hat anfang des jahres seine damalige verlobte bewusstlos geschlagen. dafür wurde er von seinem club für 2 spiele gesperrt und mit der staatsanwaltschaft handelte er offenbar einen deal aus, der ihn straffrei liess. nachdem tmz vor ein paar tagen ein video veröffentlichte, auf dem zu sehen war wie ray rice seine verlobte niederschlug, ihren bewusstlosen körper aus einem aufzug schliff und sie bewusstlos auf dem boden liegen liess, wurde er gefeuert und zunächst auf unbestimmte zeit gesperrt.
keith olbermann ordnet die reaktion der club-manager, der nfl-verantwortlichen und der staatsanwaltschaft in diesem video ein. dazu sollte man auch diesen text von amy davidson im new yorker lesen.
Eigentlich sind Fantasy-Romane ja eher dafür bekannt, dass sie von Männern für Männer geschrieben werden und Frauen darin - wie etwa bei „Der Herr der Ringe“ - nur klischeehaft und am Rande erwähnt werden oder gar nicht erst auftauchen. Auf die Frage eines verblüfften Interviewers, wie es denn komme, dass es in seinen Büchern so treffend beschriebene und völlig unterschiedliche Frauenfiguren gäbe, antwortete George R.R. Martin: „Ach wissen Sie, ich habe Frauen schon immer als Menschen betrachtet.“
das problem mit dem neuen apple könnte auch sein, dass sie alles auf einmal machen wollen. da verrennt man sich schnell. auf der livestreamseite fotos und eigene liveticker-berichterstattung? warum können sie das nicht denen überlassen, die es besser können?
und dann wars genau die schlampige implentierung des livetickers der millionen menschen die unterhaltung versaut hat — und apple die chance genommen das was sie gut können, gut zu präsentieren.
sibylle lewitscharoff gibt in der süddeutschen zeitung erstaunliche worte zu protokoll. sie sei angewidert vom anblick alter und „unschöner“ menschen.
Aber viele Frauen sind alt oder fettleibig oder sonst wie unschön geformt, und da wird der Anblick üppig oder seltsam wuchernden Fleisches für den Betrachter zur Qual.
die qualen die die büchner-preiströte offenbar täglich vor dem spiegel erleiden muss, tun mir sehr leid. /mathias richel
eine gute gelegenheit mal wieder hoimar von ditfurts buch im anfang war der wasserstoff (da steht das nämlich seit 1972 so drin) zu empfehlen, wie ich es kürzlich auf fünf bücher getan habe:
dieses buch hat mich durch die schule getragen. es hat mir, auch wenn sich das grössenwahnsinnig anhört, die welt erklärt. im prinzip ordnet ditfurth in diesem buch den damaligen (1972) stand der wissenschaft zu einer geschichte der entstehung der welt. die aufarbeitung der erkenntnisse ist natürlich weitestgehend populärwissenschaftlich, aber mir hat das buch ein solides naturwissenschaftliches fundament ins hirn gepflanzt. sozusagen das grosse, an vielen stellen unscharfe naturwissenschaftliche bild der welt, dass ich im laufe meiner schullaufbahn und studiums an vielen stellen verfeinern und schärfen konnte. vor ein paar jahren habe ich es nocheinmal gelesen und war erstaunt wie aktuell und spannend das buch auch heute noch zu lesen ist.
josh constine regt sich wie ich über die qualität des livestreams der apple keynote gestern abend auf. chinesische stimmen, bescheuerte testbilder und ständige stream-abbrüche und serverabstürze:
This does not inspire confidence that Apple will fix iCloud, or be able to reliably handle our health data or mobile payments.
jeremy vandehey schreibt irgendwas über ne telefon-diät. ich kann solche spekulativen ich-sach-mal- und ich-find-ja-artikel nicht gut lesen. sehr witzig ist aber dieser vergleich der zeit die wir mit dem kacken verbringen -- mit und ohne telefon:
auch witzig, die bildunterschrift:
This is exaggerated. If you are actually pooping for 10 hours per day, please see a doctor.
jürgen geuter, mal wieder, mit der besten analyse und den interessantesten schlussfolgerungen zu #celebleaks:
Das Verbrechen der Accountcracker mit Urheberrecht oder anderen datenverwandten rechtlichen Konstrukten zu bewerten ignoriert völlig den Schaden an der Person, der hier ganz bewußt wenn nicht intendiert, dann doch böswillig in Kauf genommen wurde. Die Daten lagen hinter diversen Sicherheitsschranken und waren offensichtlich nicht für die Öffentlichkeit oder einen Teil dieser vorgesehen. Alle diese Schranken, alle diese expliziten “Neins" wurden ignoriert. Das Verbrechen, mit dem man diese “Hacks" vergleichen kann ist die Körperverletzung und - in diesem Falle in dem es um Nacktbilder ging - der sexuelle Übergriff.