zufällig auf den 14 jahre alten artikel gestossen, in dem ich schreibe, dass ich ab jetzt die brevia nutze: wirres.net/articles/6145
witzigerweise dachte ich damals, dass ich der brevia irgendwann übertdrüssig würde. das gegenteil ist der fall. ich mag die schrift nach wie vor sehr, sehr gerne und finde sie weiterhin sehr frisch. die kommentatoren von damals (ja, nur männer) waren nicht soo begeistert1. aber damals gabs auch noch anti-aliasing um schriften zu glätten und ich habe die absätze damals mit 14,4px gerendert, also eher klein.
weil ich jetzt relativ niedrigschwellig zugängliche kommentare habe, bin ich mal gespannt ob hier lesende die brevia immer noch so scheisse finden wie damals und ob ich der einzige bin bei dem extreme brevia-gewöhnungseffekte eintreten.
beim kommentieren die email optional zu machen scheint gut zu funktionieren, zumindest in dem sinn, dass es die schwelle hier zu kommentieren stark zu senken scheint. sogar unter meinem wassermelonensalat-rezept, das am sonntag fast einhundert besucher von google rübergeschickt bekam, ist ein kommentar aufgeschlagen.
auch 14 jahre her: das erste mal, dass ich von „darm mit charme“ hörte: wirres.net/articles/6218 (mit einem in meinem humorverständnis witzigen kommentar drunter.)
giulia enders hab ich zuletzt bei hotel matze gesehen und war fasziniert, dass sie immer noch so mitreissend über den menschlichen körper und geist redet, dass ihre euphorie unweigerlich überschwappt und ansteckt.
ja, ich habe die alten disqus kommentare in isso importiert (6732 kommentare unter 1511 beiträgen) ↩
einen vorteil hat die hitze: nach dem duschen beschlagen die spiegel nicht.
messkurve des taupunktes in unserem bad. solange keine oberfläche kälter als der taumpunkt ist, beschlägt auch nichts. beim duschen steigt der taupunkt.
mal ein anderer baum
ich mag popfeed, dass ist einer der wenigen medientracker, der auch „abseitige“ sendungen wie die mit der maus oder die mit lewis hammilton ordentlich tracken kann. potenzial für interessante vernetzungen ist da und alles sieht lecker aus.
was ich vermisse ist eine ordentliche API.
theoretisch ist die mit dem ATprotokoll, auf dem popfeed basiert, gegeben, aber popfeed hat sich entschieden den PDS nur zum speichern zu nutzen. das wird technische gründe haben, ist aber sehr schade. ich hätte gerne meinen eigenen medientracker mit popfeed automatisch synchronisieren lassen.
aber egal, dan mache ich das manuell. alles was ich sehe oder lese erfasse ich weiterhin bei mir und trage das dann mit ein paar klicks in popfeed nach. die ios und web-apps sind anständig zu bedienen (wenn auch noch hier und da ein bisschen buggy) und wie man am anfang des strangs sieht, produziert auch der „crosspost“ button ordentliche posts.
tl;dr: schau dir doch mal popfeed an. mit deinem bluesky-konto kannst ud dich dort einfach einloggen und mir dann sachen empfehlen oder eigenes gegucktes, gelesenes, gehörtes oder gespieltes tracken.
kontext: ich habe von august 2025 bis anfang oktober 2025 semaglutid / ozempic genommen. seitdem habe ich weiter abgenommen und ca. seit januar 2026 halte ich das gewicht bei 93-94 kg.
damit beende ich die berichterstattung über mein gewicht, mit ausnahme eines beitrags im april 2027.
guter, ausführlicher erklär-artikel von jan montag über die „gute Idee“ ATproto, also das protokoll das hinter blue-, black- oder eurosky steckt.
[Damit wird] theoretisch möglich […], dass du deine Identität endlich mitnehmen kannst. Überleg dir die Löschung deines Instagram oder Facebook oder X Accounts. Das wars. nicht so jetzt. Hier kann du die App wechseln und trotzdem alles mitnehmen.
auf einem PDS, dem „personal data server“, sind beim ATprotokoll alle daten gesichert, in verschiedenen schichten, die identität, der soziale graph, beiträge, app-daten. der PDS wird von jemandem zentral betrieben, lässt sich aber umziehen, mit allen daten und (im prinzip) auch mit dem benutzernamen. APPs sind im prinzip das schaufenster auf diese daten.
mein PDS liegt derzeit noch bei bluesky, in den USA. weils geht und aus prinzip werde ich den in nächster zeit zu eurosky migrieren. damit sollte sich weder etwas an meinem bluesky-konto ändern, noch auf irgendeinem anderen konto das ich mit meinem ATmosphere-konto nutze (zum beispiel standard-reader, blento, sill oder popfeed).
so einen PDS kann jeder betreiben, allerdings ist das genauso undankbar und viel arbeit, wie einen eigenen mail- oder mastodon-server zu betreiben:
Föderation ist nicht schwer, weil Protokolle schwer sind. Föderation ist schwer, weil Betrieb schwer ist. Updates, Abuse, Spam, DDoS, Moderation, rechtliche Geschichten, Kosten, Backups – das ist nicht romantisch, das ist Alltag. Und dieser Alltag führt fast automatisch dazu, dass sich wieder zentrale Anlaufstellen bilden.
jans fazit, trotzdem und mit einem aufruf zur wachsamkeit:
ATProto ist eine wirklich elegante Idee: Schichten trennen, Identität portabel machen, Apps austauschbar machen. Bluesky hat damit ein Fenster geöffnet.
Aber Fenster sind nur Fenster. Wenn du nicht durchgehst, wird es wieder zugemauert.
und seine kurzfassung um den unterschied zwischen ATproto (atmosphere) und ActityPub (fediverse) zu erklären:
Fediverse = „viele Dörfer, Post wird zwischen Rathäusern ausgetauscht“; ATProto = „du hast dein eigenes Haus (PDS), aber die großen Straßenkarten (Index/AppView) entscheiden, wer dich findet.“
ich würde ergänzen:
fediverse: viele autonome dörfer, die sich auf ein austauschformat geeinigt haben, die daten aber im dorf speichern. atmosphere: grosse datenlagerhäuser die mit glasfaser vernetzt sind, an die sich dörfer, bastler, werkstätten oder konzerne andocken können und geregelten zugriff auf die lagerbestände bekommen und auch selbst lagerfläche anmieten können. die inhalte (fast) aller lagerbestände sind — nach bestimmten regeln — auch wieder für alle anderen zugänglich.
beide protokolle haben ihre vor und nachteile. wir brauchen keine monokulturen, im gegenteil, RSS ist nicht durch activitiPub überflüssig geworden, standard.site wird RSS auch nicht verdrängen. protokolle können nebeneinander existieren, man kann brücken bauen, protokolle könnnen zusammenwachsen oder sich spezialisieren. in beiden genannten protokllen stecken ungehobene potenziale — und das ist das eigentlich spannende.
ich für meinen teil spreche gerne mit allen. ich mag es, wenns ein bisschen kompliziert ist.
p.s.: hier kann man jan montags artikel (wie ich) hochvoten: https://bubbles.town/entry/38217373 (man muss sich nur mit seinem fediverse handle anmelden)
ich habe 40 minuten dieses achtstündigen videos gesehen und gehört, das volker weber bei sich eingebettet hat. nach zwei minuten habe ich aus unerklärlichen gründen damit gerechnet, dass sich der balkon, auf dem lewis hamilton sitzt, als der balkon eines kreuzfahrtschiffs herausstellt und langsam aus dem hafen von monaco herausgleitet.
ich sitze sehr gerne auf balkonen, aber noch lieber hinter geöffneten balkontüren. hinter balkontüren kommt mir die möblierung meistens mehr entgegen als auf dem balkon. ich sitze gerne am schreibtisch, auf einem sofa oder liege gerne im bett. auf dem balkon selbst ist das meistens nicht möglich. der stuhl auf dem lewis hamilton im video sitzt, sieht auch nicht besonders gemütlich aus. ich vermute hinter der balkontüre könnte er gemütlicher sitzen.
im winter sehne ich die zeit herbei, in der ich zuhause die balkontür wieder öffnen kann. ich mag es, wenn vor dem balkon die welt vorbeizieht. die geräusche die von draussen nach innen dringen sind nicht immer angenehm oder entspannend, aber das sind sie in cafés auch nicht immer — und trotzdem finden fast alle menschen café-geräuschkulissen angenehm. so wie fast alle menschen kaffeehaus-geräuschkulissen angenehm finden, finde ich strassenlärm angenehm. vielleicht auch, weil diese geräuschkulisse den kontrast zur relativen ruhe der nacht deutlich macht. ruhe ist ja immer relativ. oder anders gesagt absolute ruhe ist unangenehm. ruhe bei der es plätschert, zwitschert, glocken klingen oder menschen leise reden ist die beste.
nachts gemütlich, bei (relativer) ruhe hinter einer geöffneten balkontür zu sitzen ist toll, aber noch besser ist es, wenn der balkon leise durch wasser gleitet. genau das ist die eindrücklichste erinnerung die ich an meine letzte, erste und einzige kreuzfahrt habe. da sass ich nachts, bei (relativ) absoluter rühe hinter der geöffneten balkontür meiner kabine, draussen plätscherte das wasser leise und am horizont sah ich lichter von siedlungen an land vorbeiziehen. das war toll und ich denke da oft dran.
mit dem zug durch die nacht zu fahren ist auch toll. aber züge sind zu schnell, als das man länger als fünf minuten gemütlich hinter einem geöffneten zugfenster sitzen könnte.
ich habe mich jetzt tagelang über neue „discovery“ möglichkeiten in der ATmosphere für blogs gefreut. die beiträge aller blogs der welt, die ihre beiträge im standard.site-dokumenten-format veröffentlichen, sehe ich zum beispiel hier aufgelistet: standard-reader.app/discover oder pckt.blog/read oder leaflet.pub/reader.
standard.reader.app listet gerade 5.600 blogs auf die es kennt. als ich heute früh geguckt und einen screenshot gemacht habe, waren es noch 5.500. in 15 stunden kommen offenbar um die 100 blogs dazu. zum grossen teil liegt das wohl an matthias pfefferle und seinem ATmosphere wordpress plugin.
das mit der auffindbarkeit funktioniert auch, eben wurde mir auf standard-reader.app das blog mit der zitrone vorgeschlagen (rivva auch). seit kurzem gibts auf der discovery-seite von standard-reader.app auch filter und suchoptionen. ich finde ständig neuen lesestoff, momentan, naturgemäss, oft techniklastig, hier und hier gerne gelesen.
was dem ganzen noch fehlt ist — natürlich — RSS, aber das kann man sich vielleicht ganz schnell bauen mit der (auch neuen) standard-reader-api.
in meinem RSS-reader, der immer noch meine primäre lesestelle ist, habe ich heute bei waxy.orgbubbles.town entdeckt. eigenbeschreibung für die deutschsprachige variante:
300 unabhängige Blogs. Eine Startseite. Sortiert nach Aktualität und durch deine Votes.
5034 independent, personal blogs. One front page. Ranked by votes and freshness, shaped by you.
ich finde an bubbles alles gut. minimales design, darkmode (automatisch, optional), knappe, aber informative blogprofile mit „folgen“ option, zum folgen und voten anmeldung über ein vorhandenenes mastodon, bzw. fediverse konto und kluge RSS-feed-optionen.
wirklich toll, besonders hat mich gefreut, dass ich mich mit meinem goto-social-konto anmelden konto, das funktioniert sonst anderswo oft nicht, wegen der konzentration auf mastodon. kein wunder, weil der macher, „Ben aus Mülheim an der Ruhr“, auch goto-social für bubbles nutzt. so erklärt er es:
Bubbles veröffentlicht jeden neuen deutschsprachigen Artikel auch im Fediverse über @bubbles_de@social.bubbles.town. Antworten auf diese Posts erscheinen als Kommentare auf Bubbles.
ich stelle fest, die blogrenaissance die ich vor ein paar wochen leise und noch ein bisschen zweifelnd zu beobachten glaubte ist ziemlich real. rivva lebt und wächst, die ökosyteme um activityPub und ATproto sind irre fruchtbar und lassen lauter spannende sachen wachsen, blogplattformen spriessen und die leute schreiben und schreiben ins internet.
standard.site is built to be extended; its own docs say the existing properties “should not be seen as constraints, but rather as starting points.” So going off and building your own thing is the intended move, not a hack. That’s the same energy that makes the whole atmosphere feel vibrant and fast right now. Everyone is shipping new things every day, is finding new creative things to store on PDS. The downside is solutions that don’t talk to each other.
… und das ist genau wie ich es gerade empfinde, die ATmosphere, das fediverse, fühlen sich gerade ungeheuer lebendig und dynamisch an, überall poppen interessante dinge auf, möglicherweise auch durchs vibe-coden beschleunigt.
find ich gut, weiter so, demnächst mehr.
ich habe gemini um eine einschätzung meines textes gebeten. es hat eine gute beobachtung gemacht, die ich gerne zitieren möchte, weil ich den gedanken auch hatte, aber nicht „web 4.0“ schreiben wollte:
Dein Text beschreibt einen „Sommer der Prototypen“. Es fühlt sich an wie das Web von 2004, aber mit den technischen Muskeln von 2026.
nachtrag 18.06.2026: hier ist bens bubbles blog, mit neuigkeiten und warum er bubbles gebaut hat. ausserdem sehe ich dort, dass es eine bubbles API gibt, mit der man die vote-anzahl und bubbles id holen kann. siehe auch „Naive Ben Meets Naive Bayes“.
selber.
der titel von HotD staffel 3 hat auf deutsch 6 silben („siegen oder sterben“), während er auf englisch 3 hat („win or die“). verspricht trotzdem langweilig zu werden:
ich schreibe gerne am publikum vorbei. also nicht absichtlich, sondern weil ich mich selten frage, was könnte lesende interessieren und lieber genau das schreibe was mich gerade fasziniert, interessiert oder beschäftigt. ich teile gerne und hoffe damit im besten fall andere anzuregen oder dass sie neue perspektiven finden. gelegentlich andere auf neue ideen zu bringen oder ein kleines stück zu bewegen, zähle ich als erfolgserlebnis. das ist nicht messbar, aber gelegentlich bekomme ich es doch mit und freue mich.
es betrübt mich aber andererseits auch nicht, wenn sich ausser mir niemand für das grossartige standard.site-format interessiert oder wie ich kurzurls oder weiterleitungen baue. da überwiegt viel mehr die selbstbefriedigung durch neufeatureritis und neugierbefriedigung.
gelegentlich scheint es aber doch überschneidungen zwischen den interessen des publikums und mir zu geben, sagen mir zumindest meine besucherzahlen. dieses rezept hat in den letzten 6 monaten über 3000 lesende gezählt. wer nach spitzkohl und airfryer googelt, findet es ganz oben im suchergebnis. wenn man davon ausgeht, dass google einigermassen weiss wonach menschen suchen, dann sieht es so aus als ob sich menschen (laut google) ausschliesslich für rezepte von mir interessieren. ich habe ungefähr 40 rezepte und fast alle tauchen mit bestimmten wortkombinationen ganz weit vorne bei google auf.
gurkensticks
gurkensalat mälzer
spitzkohl airfryer
melonensalat ottolenghi
sticky toffee fallow
rotkohl fallow
schwarzbrot sonnenblumenkerne
schwarzbrot plötzblog
röstzwiebel spaghetti
schneller brokkoli dominique woolf
schneller brokkoli oliver
bulgur pilaw ottolenghi
bulgur pilaw
rosenkohl-risotto nach ottolenghi
rosenkohl-risotto ottolenghi
gerade gestern habe ich wieder irgendwo gelesen, dass die grässlichen langen texte die man bei fast allen internet-rezepten findet, eine suchmaschinenoptimierung sind. glaub ich nicht, aber was google offenbar sehr liebt, sind rezepte die mit json-ld und schema.org angereichert sind.
auch wenn das publikum und google mich nach mehr rezepten fragt: mach ich nicht. ich schreib weiter über langweiligen technik kram und die obskuren dinge, für die ich mich gerade zufällig interessiere, logge meinen medienkonsum, den niemand wissen will und produziere hintergrundrauschen, das niemand sieht.
ich mag keine lamentos und deshalb werde ich mich auch nicht, zum beispiel, dem lamento, dass niemand mehr liest anschliessen. aber mir ist aufgefallen, dass wir uns sehr wenig wundern.
zunächst kann man sich ja schon allein über die schönheit des wortes „wundern“ freuen. wenn man ein wunder erlebt oder empfindet, wundert man sich. dann ist es wahrscheinlich auch so, dass der mangel am wundern bestimmt auch nichts neues ist. uns erscheint ja nach einer gewissen zeit der gewöhnung alles um uns herum als normal. anders kann man wahrscheinlich auch nicht bei sinnen bleiben und deshalb nennt man diese gewöhnung ja auch sozialisation. ohne sozialisation, also gewöhnung an den alltag, an die umwelt, wären wir wahrscheinlich permanent überfordert.
aber genau genommen, mangelt es nicht an dingen über die es sich zu wundern lohnt. mir fiel das heute früh beim morgenspaziergang auf, als ich (unter anderem) auch mal kurz an meine letzte darmspiegelung denken musste. der wohnte ich bei vollem bewusstsein bei und verfolgte sie verwundert auf dem fernseher. heute früh dachte ich, dass wir ja mittlerweile erstaunlich viel davon verstehen wie menschliche körper funktionieren, aber gleichzeitig auch nicht.
was für ein wunder, dass sich aus zellen, einer eizelle und einem spermium, kohlenhydraten, wasser, luft und viel liebe so ein komplexes geflecht aus zellen bildet, dass mit ein bisschen wartung achtzig, neunzig jahre lang funktionsfähig bleibt? wir haben das über tausende jahre beobachtet und angefangen zu verstehen, aber verwunderlich ist das weiterhin.
irgendwo habe ich aufgeschnappt, dass wissenschaft eine viel bessere methode ist als religion um an wunder zu glauben. jede wissenschaftliche frage die wir klären, wirft immer neue fragen und wunderlichkeiten auf. es ist soviel spannender sich in gedanken über schwarze löcher und das ende der zeit in der singularität zu verlieren, als sich gedanken über die jungfräulichkeit von maria oder die vermeintliche auferstehung eines leichnams vor 2020 jahren zu wundern.
als wir frida vor 6 jahren bei der züchterin abgeholt haben, hat sie sich auch über alles gewundert, aber ständiger körperkontakt, eine unersättliche jugendliche neugier und viel schlaf haben ihr geholfen diese druckbetankung mit eindrücken zu verarbeiten. so dürfte das bei uns alle in den ersten lebensjahren auch gewesen sein, aber es ist gut, wenn man da nochmal dran erinnert wird.
ich vergesse das wundern auch immer wieder. was mich gelegentlich triggert und in einen zustand des staunens versetzt, sind technische details die ich entdecke und mich unnötig stark beschäftigen. wie jetzt zum beispiel in den letzten tagen, dass ich mit ein bisschen json einfach ganze artikel, inklusive bilder und metadaten in die welt blasen kann, die auch lesbar bleiben, wenn ich mein blog kaputt-optimiere oder irgendwann nicht mehr bezahlen kann.
aber wie gesagt, das soll kein lamento sein, sondern nur eine erinnerung daran, wie aufregend es sein kann, sich gelegetlich über vermeintliche selbstverständlichkeiten zu wundern.
der von volker verlinkte artikel von tyler jagt hat den titel: „My Students Can’t Read“ und geht darum, dass jede generation von lehrkräften darüber klagen würde, das ihre studierenden nicht lesen könnten. tyler jagt meint das sei immer übertrieben gewesen, aber jetzt könne man das auch mit daten belegen.
was ich witzig fand: über dem artikel ist ein player eingebettet, der dafür sorgen soll, dass man den artikel nicht lesen muss, sondern ihn sich vorlesen lassen kann.
das ist schon sehr, sehr witzig.
der player lädt über archive.li nicht, aber wenn man auf die originalseite des artikels auf chronicle.com geht, kann man den artikel weder lesen, noch anhören, sondern muss sich erstmal anmelden. nach der anmeldung konnte ich den artikel immer noch nicht lesen, weil chronicle.com wollte, dass ich mein pi.hole deaktivier.
das ist ein untrügliches zeichen für einen weiteren grund, dass angeblich niemand mehr liest: weil einem das lesen zunehmend schwer gemacht wird.
es sind nicht nur die telefone, algorithmischen feeds oder LLMs, sondern auch die unfähigkeit und der unwille texte überhaupt ablenklungsfrei zum lesen anzubieten.
ich muss beim lamentieren darüber, dass niemand mehr lesen kann, auch immer an neil postman denken. der hat das ende der lesekultur schon alles vor 40 jahren postuliert (SNCNR). ein paar hundert jahre vorher wurde das lesen noch als schädlich eingestuft, zumindest dann, wenn alte weisse männer den lesetext nicht für hochwertig genug hielten. jetzt wirds lesen und denken zum „luxusgut“:
In July 2025, the journalist Mary Harrington argued in The New York Times that “thinking is becoming a luxury good.”
die bild zeitung ist jetzt über 70 jahre alt. zumindest in den 60er und 70er jahren hatte die bild ein vielfaches, teils ein fünf bis 20 faches der auflage von zeitungen und zeitschriften mit etwas längeren texten und normal grossen buchstaben. ich glaube zu behaupten, dass lesen auf eine gewisse art immer schon ein luxusgut war ist nicht übertrieben.
dazu kommt, dass lesen meiner meinung nach sowohl überschätzt, als auch interschätzt wird. mit der fähigkeit zu lesen konnte man sich immer schon grosse vorteile verschaffen. oder gute unterhaltung. mittlerweile (eigentlich aber auch schon immer) kann man auch ohne zu lesen vorteile und wissen und unterhaltung sowieso verschaffen.
ich habe dem lesen viel zu verdanken, aber gelernt habe ich neben dem lesen schon immer auch visuell, verbal oder haptisch. die fähigkeit zu denken oder sich auszukennen allein an lesebefähig festzumachen ist auf jeden fall etwas kurz gegriffen. das mag in akademischen oder wissenschaftlichen bereichen anders sein und was tyler jagt und diverse studien beobachten wird im jeweiligen kontext sicher alles stimmen, aber vor generalisierungen sollte man sich immer hüten (pun intented).
ich ego-google nicht nur, ich ego-alerte auch. über einen google alert, habe ich eben diesen republica recap von david reiter gefunden. das schmeichelt mir einerseits, weil er mich in eine illustre reihe stellt:
und andererseits hat er einen gedanken formuliert, dem ich zustimmen möchte; ein gutes event macht für ihn unter anderem aus:
Eine Crowd, die nicht nur konsumiert. Die besten Gespräche habe ich mit Menschen geführt, die eigene Ideen mitgebracht haben.
da ist was dran. auf der republica sind sehr viele schreibende, filmende und machende. aber auch die konsumierenden sind meinem eindruck nach sehr engangiert, vielleicht sogar etwas engagierter als auf anderen events.
wenn das „trout“ ohne „t“ geschriebne wäre, hiesse es in etwas: „ich schliesse mein schwarzes loch.“ aber „trout“?
alle KIs die ich gefragt habe meinen trout sei kein französisches wort und wäre im englischen die forelle.
trotzdem: sehr rücksichtsvolles graffito.
gestern die drei ersten folgen station elevengesehen. gute, aber sehr eigenartige serie von 2021. als die junge kirsten jeevan fragt welchen job er hat, habe ich laut gelacht:
I’m a reporter. Like a reporter, or uh, a cultural critic. I had a website. I create content … I don't have a job.
ich beobachte mich dabei, dass ich wieder ein bedürfnis entwickle andere leute im internet zu korrigieren wenn sie etwas falsch verstanden haben. ich dachte eigentlich, dass mich dieser cartoon damals geheilt hatte.
die geräusche ihrer fortbewegungsmittel scheinen den menschen sehr wichtig zu sein. gerade hier in der verkehrsberuhigten fahrradstrasse an der wir wohnen, demonstrieren sehr viele menschen sehr gerne die geräusche die die verbrennungsmotoren ihrer fortbewegungsmittel erzeugen.
geräusche von verbrennungsmotoren kann ich in der regel keiner marke zuordnen, aber mit elektromotoren gelingt mir das mittlerweile ganz gut. renaults singen eine melodie, teslas und toyotas hören sich grässlich an, sind aber gut erkennbar. audis und porsches versuchen sich an akustischem skeuomorphismus und versuchen mit zuviel bass motorengeräusche zu simulieren. VWs erkenne ich auch, aber ich kann nicht benennen wonach sie sich anhören, finde ihre geräusche aber angenehm. wie elektrische mercedese klingen kann ich nicht sagen und würde sie wahrscheinlich auch nicht erkennen, aber das liegt wohl vor allem daran, dass es die so selten gibt.
wie der neue ferrari luce klingt interessiert mich hingegegn sehr. soweit ich verstanden habe werden drehzahl und vibration der hinterachse mit sensoren abgegriffen und dann zu sound synthetisiert.
frida ist gerade läufig. leider finde ich das grüsstenteils sehr witzig, obwohl es für sie vermutlich recht anstrengend ist. sobald man sie berührt, klappt ihr schwanz zur seite. sobald sie spuren eines rüden riecht, fängt sie an zu jammern — oder eher: sehr geräuschvoll zu seufzen. wenn tatsächlich ein rüde in der nähe ist, bleibt sie wie angewurzelt stehen, klappt den schwanz zur seite und wartet. wenn der rüde davon abgehalten wird zu ihr zu kommen, hakt sie den rüden ab und geht weiter.
was ist eigentlich aus tim mälzers nivea-kochbuch geworden?
tim mälzer hat ein nivea-creme-kochbuch geschrieben. sieht bestimmt gut aus, aber ob das schmeckt?
nachdem ich mein trmnl eine weile mit metabene zeichnungen bespielt habe, fiel mir auf, dass sich ein virtuelle live-bild des mond dadrauf ja auch ganz gut machen könnte. das bild erzeuge ich mir ohnehin schon mit code aus diesem repo und mond-bildern von der nasa (hintergrund dazu).
also zeigt mein trmnl jetzt auch ein bild des monds an, wie er in berlin aussähe, wenn man ihn sähe.
auf dem trmnl ist das wegen der geringen auflösung nicht so deutlich sichtbar, aber jedesmal wenn ich mir die vollauflösung des aktuellen mondbilds ansehe, freu ich mich über den detailgrad der nasa-bilder vom mond.