The only secret of magic is that I'm willing to work harder on it than you think it's worth. -- Penn Jillette
dieses zitat flog mir eben in den kopf und ich musste erstmal eine quelle finden, um den wortlaut wieder zusammenzubekommen. das zitat erklärt gut wie zauberei, illusionen, aber auch ganz allgemein, jede kreative arbeit funktioniert. genau genommen gilt das für jede arbeit und alles was wir gut können. wenn jemand etwas gut kann, dann hat diese person irgendwann mal dafür geübt — und mit ziemlicher wahrscheinlichkeit mehr, als man als aussenstehender für nötig oder möglich hält.
mir fällt in dem zusammenhang auch immer die (wahrscheinlich ausgedachte) anekdote ein, die pablo picasso zugeschrieben wird. der sass in einem café und zeichnete auf einer serviette. als eine frau ihn fragte ob er sie auf der serviette porträtieren würde, war er in zwei minuten fertig und verlangte eine astronomische summe für das porträt. auf den einwand, dass er doch nur ein paar minuten dafür gebraucht habe, sagte er: „es hat mich mein ganzes leben gekostet, das in zwei minuten zu zeichnen.“
ich finde bei allem was ich tue perfektion überflüssig. ich will nicht sagen, dass ich perfektion hasse, im gegenteil, perfektion fasziniert mich. aber mir ist das zu viel arbeit. das hält mich aber nicht davon ab, regelmässig sehr viel arbeit in „gut genug“ zu stecken. oft wahrscheinlich deutlich mehr, als andere für vernünftig halten würden.
das poster habe ich vor 20 jahren bei eboy gekauft (archive-link). seitdem, also die letzten 20 jahre, lag es zusammengerollt in einer unserer kammern. bei der letzten aufräumaktion hat die beifahrerin das poster gefunden und wir haben es aufgehängt.
das poster in in vierfacher hinsicht super: ich mag wimmelbilder, isometrische darstellung und pixel-ästhetik. und dazu ist es noch eine art hiostorisches dokument und zeigt allerhand gedöns, das es nicht mehr gibt (skype, technorati, del.ici.us, feedburner). das poster ist so alt, dass damals facebook und twitter noch kein ding waren.
nachtrag 13.05.2026: frank westphal hat das poster 2006 verbloggt und sich die mühe gemacht ein paar der web2.0-dienste zu verlinken. den html-block kopiere ich mal, weil er vortrefflich illustriert, wie viel web2.0 den exit gemacht hat.
die republica-app für dieses jahr ist draussen. das freut mich, weil ich dann jetzt mein #rp26-program mit der ♥️ funktion zusammenklicken kann (und die tage hier veröffentlichen kann).
noch mehr würde ich mich natürlich freuen, wenn ganz viele meinen vortrag im programm der app suchen („felix schwenzel“) und finden und mit einem ♥️ markieren würden. ich glaube, in aller bescheidenheit, dass mein vortrag dieses jahr ganz gut sein könnte. und dieses jahr isser auch nicht am letzten republica-tag, weil er schon fast fertig ist und ich die drei republica-tage nicht zum fertigschreiben brauche.
nachtrag: offenbar kann man in diesem jahr einzelne sessions oder ein zusammengestelltes #rp26 programm in die app importieren.
mmen vorträge für die republica schreiben ist nicht das allergrösste vergnügen. aber alle paar jahre entscheide ich mich dazu, mich in die lage zu bringen 30 minuten einigermassen nachvollziehbaren text zu versprechen und dann auch tatsächlich im mai abzuliefern.
die idee dahinter ist immer die gleiche. ich formuliere eine steile these zu einem thema das mich fasziniert, interessiert oder beschäftigt und versuche dann einen text zu erarbeiten, der die erwartungen erfüllt. dieses jahr war die these besonders steil (die welt ist scheisse — und das ist auch gut so) und auch wenn ich bei der einreichung eine idee hatte, in welche richtung das ganze gehen sollte, erfordert das schreiben dann doch noch ziemlich viel denk-akrobatik.
mir fällt das schreiben und öffentliche reden gar nicht mal so leicht. hier im blog kann ich texte hemmungslos veröffentlichen, auch wenn sie nicht wirklich zuende gedacht sind oder noch sehr ungeschliffen sind. „hingerotzt“ nennen andere das gelegentlich und so sind die texte hier auch meistens eher fragmente, einzelteile für weitere denkprozese und zum weiterdenken, die ich später nbochmal aufgreife oder auch nicht.
so ein vortrag, eine präsentation vor publikum auf der republica sollte aber, zumindest im ansatz, in sich geschlossen sein. das rotzige, teils ungeschliffene ist oft weiter ein bestandteil, aber es muss auch etwas substanz rein, damit er bestehen kann.
andererseits bilde ich mir ein, relativ git einschätzen zu können, was ich publikum der republica zumuten kann und was nicht. und natürlich ist das republica publikum sehr offen und positiv. ich habe jedenfalls immer das gefühl, dass ich mit dem publikum eine gemeinsame wellenlänge finden kann und mir witze und andeutungen erlauben kann, die mir jedes andere publikum um die ohren schlagen würde.
trotzdem: es steckt viel arbeit in diesen prösentationen und der grund warum ich die mir alle paar jahre zumute ist der gleiche warum ich ins internet schreibe: selbstgestellte aufgaben zu lösen, den mund etwas voll nehmen und dann trotzdem was liefern können, einen auf den ersten blick unüberwindbaren berg zu ersteigen ist befriedigend. einfache aufgaben (spülmaschine reparieren, brot backen) zu erledigen ist befriedigend, aber an schwierige aufgaben (hund erziehen, öffentlich sprechen) nicht zu scheitern ist befriedigender.
der ablauf so einen vortrag zu schreiben ist meisten auch ziemlich ähnlich. ich pumpe mich wochenlang mit informationen zum thema voll, bzw. suche und finde an allen möglichen ecken des internet und in büchern (die ja auch internet sind) bezüge zu meinem thema die ich mich in seitenlangen kladden notiere. danach versuche ich das alles zu einem einigermassen kohärenten text zusammenzufassen, den ich im prinzip auch so ins internet stellen könnte. während des ganzen prozesses baue ich bereits folien die mir unterwegs einfielen, von denen ich danch mindestens die hälfte wegschmeisse. die präsenentation baue ich dann in keynote, den text aufgeteilt in den moderatoren notizen und dazu dann hiunderte folien.
den text habe ich seit gestern fertig. er muss noch geschliffen und an vielen stellen gekittet und ergänzt oder gestutzt werden, aber in ein zwei tagen könnte ich den im prinzip hier veröffentlichen.
und ich frage mich gerade ob das ein gute idee ist. so wirklich dagegen spricht eigentlich meine vortragslektorin, der ich den vortrag immr mindestens einmal vor der republica vorspiele, schaut sich auch meist noch gerne den vortrag nochmal live an. den text vorher zu veröffentlichen, sollte also niemanden davon abhalten den vortrag trotzdem noch zu sehen. andererseits habe ich dieses mal ja eine eher abseitige bühne mit offiziell 20 plätzen zugewiesen bekommen.
trotzdem weiss ich nicht ob es eine gute idee ist den text vorher zu veröffentlichen. vielleicht tut leserfeedback dem text ja noch gut? oder spoilt das die ganze geschichte?
nachtrag 08.05.2026: ich habe eine umfrage auf mastodon gemacht, bei der ich nach ein paar stunden ausversehen 15 stimmen gelöscht habe, die stimmen danach tendierten am ende eher zu einer vorab-veröffentlichung („würd ich lesen“). heiko hingegen hat mir zwei webmentions kommentare gesendet (einen hab ich mittlerweiel gelöscht), die sich schon fast flehend anhörten: „Nicht vorher veröffentlichen“
ich warte jetzt erstmal ab, was meine lektorin sagt, wenn ich ihr das am wochenende vorspiele.
nachtrag 11.05.2026: fazit nach einer kurzen session mit der lektorin (@dasnuf): text ist noch nicht fertig. und sie hätte mir gerne 5 minuten länger zugehört. ich brauche noch ein paar tage bis ich meine hausaufgaben erledigt habe.
jeder kennt scheinriesen: ein riese, der immer kleiner wird, je näher man ihm kommt.
für meine #rp26-präsentation habe ich mir eine variation von michael endes wunderbarem bild ausgedacht: scheinglück
wenn man dem glück hinterherrennt, desto grösser wird der frust, den man eigentlich zurücklassen möchte. gilt auch für alle anderen probleme, vor denen man weglaufen möchte.
meine präsentation, mein plädoyer für optimismus („die welt ist scheisse — und das ist auch gut so“), findet am zweiten #rp26-tag statt, am 19.05.2026 von 13:00 bis 13:30 uhr. meine „bühne“ ist das sogenannte energiemobil, 55" screen und mikrofon und platz für 20 zuschauer ist laut speaker-briefing vorhanden.
ich freue mich über jeden der kommt und noch mehr darüber, dass ich schon 35% des texts fertig habe. der rest ist auch fertig, den muss ich nur noch aufschreiben.
in meinem home assistant dashboard lasse ich mir den sonnen- und mondstand anzeigen. der sonnenstand ist praktisch, weil ich dann weiss, ob wann morgens die sonne aufgeht. weil es mich erfreut, hatte ich dort auch immer ein schematisches bild des mond, wie er im moment in berlin aussieht. timeanddate.com generiert dieses bild für jeden ort der erde.
das bild hat sich home assistanz dort immer gescraped. seit einer weile verhindert cloudflare für timeanddate.com jetzt das scraping. fair enough. also fragte ich cursor, ob es mir das bild mit einem script berechnen könne. es meinte zwar, dass es das könne, aber wie so oft, konnte es das nicht, auch nach sechs schrillionen tokens und mehreren iterationen kam nicht mehr als ein hitlerbild raus.
j sei dank hatte sich schon jemand anders die mühe gemacht: mit den tools in diesem repo lassen sich aus nasa-bildern und ein paar python-scripten akurate bilder des mond generieren, je nach ort und zeit.
das bringt so gut wie gar nichts, ausser dass es mir grosse freude bereitet.
der mond wie er in berlin am 04.05.2026 um 05:00 uhr aussehen würde
gestern abend, kurz bevor ich ins bett gehen wollte, sah ich hohe CPU last auf dem server auf dem wirres.net läuft. normalerweise (re-) aktivere ich dann kurz cloudflare (was ich normalerweise deaktiviert habe) und die unhöflichen AI-crawler, die meine meine seite mit anfragen beschiessen, verschwinden dann relativ schnell. gestern schien das aktivierte cloudflare nicht viel auszurichten. die last blieb hoch. erst als ich das caching und die AI-crawler-abwehr auf sehr aggressiv umstellte, ging die last runter.
das heisst wohl zweierlei: die crawler scheinen etwas geschickter darin zu werden, sich als legitime besucher auszugeben, sind aber weiterhin viel zu aggressiv oder nachlässig programmiert. ich hab ja nichts dagegen, wenn die meine seiten indexiert werden. von suchmaschinen, AI-crawlern oder mechanischen türken. aber ich würde mir schon wünschen, dass sie sich an die regeln halten oder zumindest höflich bleiben. ich habe vor allem keine lust, die ganze zeit die cloudflare schutzwälle hochgezogen zu lassen oder AI-labyrinthe aufzustellen.
jedenfalls stolperte ich gestern abend bei meinem kontrollgängen über meine website über diesen fast 20 jahre alten beitrag: ich nenne es lesen
der beitrag erinnerte mich daran, dass „wir nennen es arbeit“ jetzt schon 20 jahre alt ist, dass ich seit 2006 einen youtube-kanal mit 63 abonnenten habe und einmal ein video veröffentlicht habe, das > 100k views eingesammelt hat.
und weil alex matzkeit mir, der kaltmamsel und franzi auf der republica die frage „wie war es damals wirklich?“ stellen wird, fiel mir die offensichtliche antwort wieder ein: damals war es genauso wie heute. ausser dass wir etwas jünger waren. es gab etwas weniger crawler und das hosting war eine spur einfacher, aber es gab und gibt genau so viel oder wenig interesse von echten menschen an in text-, audio- oder videoform geloggten inhalten wie heute.
google fand blogs damals total gut und schickte gelegentlich besucher vorbei, die dann irritiert wieder abzogen. heute schickt google nur noch leute vorbei, die sich für rezepte interessieren.
was geblieben ist: bloggen ist weiterhin ein randphänomen. und das ist auch nicht weiter schlimm. im gegenteil.
weil wir unsere abstellkammer um etwas regalplatz erweitern wollen, hat die beifahrerin heute ein paar ivar-regalbretter gekauft. als die da so im flur standen sonderten sie einen so angenehmen kiefernharzduft aus, dass ich nicht umhinkam das mehrfach gegenüber der beifahrerin zu erwähnen.
ich bin ja schon immer ein grosser ikea-fan, aber noch länger ein ivar fan. die kombination aus primitiven, aber effektivem design, extremer langlebigkeit und stabilität und dass es die serie mindestens so lange gibt, wie es mich gibt, finde ich faszinierend. und wo gibt es das heutzutage noch? ein produkt das es seit > 50 jahren gibt und volle kompatibilität zu allen versionen behalten hat? ein produkt das auch tatsächlich länger als 50 jahren hält und das beliebig viele umzüge unbeschadet überlebt und trotzdem nicht altbacken aussieht?
und das dazu auch noch (fabrikneu) wahnsinnig gut riecht?
etwas unkonventionelle eckkonstruktion, funktioniert aber
nach dem morgenspaziergang gab’s erst mal salziges müsli auf nudelbasis, also eigentlich resteessen (spargelrest, ruccolarest, bärlauchpesto, spaghetti und etwas spitzpaprika).
nach dem anrichten, also vermengen zum verspeisen, sieht das leider nicht mehr so appetitlich aus. war aber extrem lecker.
apropos essen, zu meinem gewicht habe ich auch schon länger nichts geschrieben. das thema ist einerseits frustrierend, andererseits sehr erfreulich. denn im prinzip halte ich mein gewicht im schnitt seit dezember konstant auf 94 kilo. frustrierend ist, dass ich da ohne anstrengung oder weiteren verzicht nicht drunterkomme.
seit dezember (94,5 kg) pendelt mein gewicht zwischen 94 und 93 kg.
man sieht leichte abwärtbewegungen vom dezember (94 kg) zum januar und februar, märz und april sind wieder etwas höher, aber weiter um die 94 kg.
aber wie man gelegentlich auch hier sieht, verzichte ich auf nichts wenig und esse mehr oder weniger worauf wir lust haben. süssspeisen esse ich gelegentlich, wenn ich sie mir selbst bauen kann, die portionen halte ich klein und statt nachzuschlagen, freue ich mich lieber auf den nächsten morgen, um die reste dann zu verspeisen.
den muskelaufbau lasse ich (natürlich) auch etwas schleifen. was ich regelmässig mache: an der klimmzugstange rumziehen. ich würde gerne sagen, dass ich jetzt zwei klimmzüge am stück schaffe, aber das stimmt nur zu 80%. ich schaffe mit jedem der zwei griffe jeweils einen klimmzug zu 80%. heute habe ich zum ersten mal einen kompletten klimmzug aus dem hang geschafft, also komplett in dem sinn, dass das kinn über die stange kam. zufällig hab ich das auch aufgezeichnet. der technik-trick dahinter erfreut mich beinahe mehr, als der klimmzug selbst: ich hatte das schonmal aufgeschrieben: unsere kameras schauen weg, wenn wir da sind, und drehen sich erst auf die wohungs- und balkontür, wenn wir weg sind. ich kann die flurkamera aber natürlich auch so drehen wie ich will und da unsere kameras homekit secure video bespielen, kann ich den kameras auch sagen, dass sie scharfgeschaltet sind und personen und bewegungen aufzeichnen. so zeichnet die flur kamera dann automatisch das hier auf.
gestern abend erinnerte mich dr. sten ekberg daran, wie nützlich es sein kann liegestützen zu machen. seit ich mich dazu zwinge die liegestützen auf meinen fääusten zu machen, sinkt meine liegestütz-motivation. auf den fäusten tun liegestützen nicht nur etwas weh, die fäuste zwingen mich auch in eine position in der ich lediglich 10 bis 15 liegestützen schaffe. jetzt hab ich mir gedacht dass ich jetzt regelmässig, zwei mal täglich 25 liegestützen versuche und wenn ich auf den fäusten eben nur 10 oder 15 schaffe, den rest in der normalen liegestützhaltung mache.
heute früh beim morgenspauiergang haben frida und ich einen hilferuf ignoriert.
„help!“
mein streakzähler auf der rückseite meldet heute 365 tage an denen ich täglich etwas veröffentlicht habe. wenn ich darüber nachdenke wie ich im letzten jahr, also in den letzten 365 tagen gebloggt habe, dann würde ich sagen, dass ich vor allem geloggt habe. und zwar im ursprünglichen sinn von loggen. festhalten was ich im internet und meinen screens gesehen und gelesen habe, was mir gefallen hat und was ich mir so denke und fotogarfiert habe. was ich gegessen habe, wie sich der baum auf der bürgerwiese verändert.
möglicherweise ist das ein phase, vielleicht was langfristiges, aber ich merke, dass ich mein leben mit gewohnheiten und routine zu strukturieren versuche. momentan gefällt mir das in meinem selbstgewählten rhythmus und takt zu leben und im prinzip jeden tag das gleiche zu machen. die interessanz kommt durch die kleinen unterschiede, subtilen veränderungen. seit vier wochen gehen frida und ich mehr oder weniger die gleiche route. früher habe ich versucht für etwas mehr abwechslung zu sorgen. aber ich merke dass es mir uns frida gefällt jeden tag das gleiche zu tun und nur details, kleinigkeiten zu variieren. wir gehen jeden tag am möwensee vorbei, aber manchmal schlägt frida vor links zu gehen, mal findet sie rechts am see vorbei auch gut. trotzdem entdecken wir jeden tag etwas neues.
ich bewundere die konsistenz mit der @Buddenbohm@fnordon.de und @kaltmamsell@fnordon.de regelmässig morgens zwischen 6 und 7 uhr posten. und gelegentlich schaffe ich es mit ihnen eine art trinität zu bilden, jedenfalls laut meiner mastodon startseite.
hier schreibt felix schwenzel seit 24 jahren gerne ins internet (eigentlich seit 30 jahren).
von 23 auf 24, bzw. 29 auf 30 umgesprungen, weil der erste artikel den ich hier veröffentlicht habe vom 20.04.2002 ist. mir sind diese jahrestage eigentlich nicht wichtig, aber statistiken mag ich gerne. deshalb betätige ich mich mal eben als statistik-chronist.
wahrscheinlich wäre es mittlerweile besser, unten hinzuschreiben, dass ich jetzt schon „sehr lange“ ins internet schreibe. bei solchen zeiträumen ist der genaue tag dann auch irgendwann egal, so wie mir die kalendarischen koordinaten meiner geburtstage nach fast 60 jahren mittlerweile auch egal sind.
kirby nutze ich jetzt auch bereits seit über einem jahr („hallo kirby“). ich bereue den umstieg nicht, im gegenteil, kirby ist mir jeden tag erneut eine grosse freude.
was ich jetzt auch seit fast einem jahr mache: jeden tag etwas veröffentlichen. der streak ist mittlerweile 359 tage lang. die anzahl-der-posts-übersichtgrafik auf der rückseite ist mittlerweile ohne schwarze punkte.
bemerkenswert an der grafik ist eigentlich nichts, ausser dass man kaum muster erkennen kann wie und wann ich wie viel veröffentliche. man erkennt allerdings ein cluster zwischen mai und juni: republica. so erkennt man: noch vier wochen bis zu #rp26. das minimalistische design dieses jahr gefällt mir sehr gut, hier meine „speaker-seite“ für dieses jahr. ende der durchsage.
Bei OpenCulture, wo man sich ohnehin pausenlos komplett und lange verlieren kann, fand ich ein animiertes Video (8 Minuten), in dem die Thesen und das Leben von Foucault erläutert werden. Und nach kurzer Zeit kamen mir diese Animationen immer anziehender vor. Es macht Spaß, die Effekte beim Text mitzudenken, und es würde sicher auch Spaß machen, an so etwas mitzuarbeiten. Zum Inhalt des Videos aber bitte auch die kundigen Kommentare darunter beachten, es gibt eine Falschaussage.
ich fand das video, trotz der der ungenauigkeiten, sehr lehrreich. mich erinnert das unter anderem an meine frühe jugend, in der ich ein stern-sonderheft über verschiedene philosophen las. wie immer mit sekundär oder terziär-quellen schleichen sich beim zusammenfassen und runterkochen von komplexen sachverhalten fehler oder ungenauigkeiten ein. das ist nicht erst seit LLMs so. trotzdem helfen solche gekürzten und vereinfachten zusammenfassungen sehr dabei einen überblick über, zum beispiel, einige bereiche der philosophie zu gewinnen.
ausserdem hat der youtube algorithmus sich gemerkt, dass ich dieses video gut fand und mir heute abend ein weiteres video aus dieser reihe vorgeschlagen.
das fand ich fast noch hilf- und lehrreicher als das video über faucault. denn es fasst einen der kernpunkte von derridas philosophie wie folgt zusammen:
Being confused and uncertain around such concepts isn't a sign of weakness or stupidity. It is for Derrida the central mark of maturity. Derrida's tactic was to glamorize this condition and to give it a positive ring, which is why he brought back into use a beautiful Greek word: Aporia.
Aporia, meaning impasse or puzzlement. He was proposing Aporia as a state we should feel proud to know and to visit on a regular basis. Confusion and doubt and not embarrassing dead ends in a Derridean world view. They're simply evidence of the adulthood of the mind.
schöner kann man es kaum ausdrücken, warum ich diese webseite wirres.net nenne. und wenn ich das richtig verstehe liefert derrida auch den philosophischen unterbau des hier von mir konsequent praktizierten dilettantismus: als dilettant nähert man sich themen nicht professionell, sondern aus neugier und im besten fall aus leidenschaft (vom italienischen dilettare = sich erfreuen).
ich bin jetzt nur unsicher wem ich grössere dankbarkeit schulde: maximilian oder dem youtube-algorithmus?
einer der hauptgründe, dass ich meine apple watch sehr gerne mag, ist dass sie mir erlaubt mein telefon immer auf lautlos zu stellen. keine notification-geräusche, keine telefonklingeln, kein mucks, nur ein stilles vibrieren am handgelenk.
zum bundesweiten warntag macht das telefon zwar noch geräusche oder wenn ich ein video abspiele, aber sonst: ruhe. deshalb wusste ich bis vor kurzem auch nicht, dass das telefon beim umstellen auf den nacht- oder schlaf-fokus ein sehr angenehmes geräusch macht.
das habe ich erst bemerkt, als die beifahrerin mal ihr telefon im flur vergessen hatte und es dan um 23 uhr dieses geräusch gemacht hat. zuerst konnte ich das gar nicht zuordnen, bzw. verstand nicht dass es aus einem telefon kam. jetzt wo ich es verstanden habe, hab ich mir die sounddatei runtergeladen und habe home assistant angewiesen das jeden abend um 23 uhr abzuspielen. ich finde das sehr befriedigend und inspirierend und gehe deshalb jetzt ins bett, statt einen längeren text zu schreiben. schliesslich wurde das geräusch ja gerade abgespielt.
sitze im park und beobachte den staubsauger beim reinigen der küche, während die beifahrerin noch im bett liegt.