republica vorträge schreiben
vorträge für die republica schreiben ist nicht das allergrösste vergnügen. aber alle paar jahre entscheide ich mich dazu, mich in die lage zu bringen 30 minuten einigermassen nachvollziehbaren text zu versprechen und dann auch tatsächlich im mai abzuliefern.
die idee dahinter ist immer die gleiche. ich formuliere eine steile these zu einem thema das mich fasziniert, interessiert oder beschäftigt und versuche dann einen text zu erarbeiten, der die erwartungen erfüllt. dieses jahr war die these besonders steil (die welt ist scheisse — und das ist auch gut so) und auch wenn ich bei der einreichung eine idee hatte, in welche richtung das ganze gehen sollte, erfordert das schreiben dann doch noch ziemlich viel denk-akrobatik.
mir fällt das schreiben und öffentliche reden gar nicht mal so leicht. hier im blog kann ich texte hemmungslos veröffentlichen, auch wenn sie nicht wirklich zuende gedacht sind oder noch sehr ungeschliffen sind. „hingerotzt“ nennen andere das gelegentlich und so sind die texte hier auch meistens eher fragmente, einzelteile für weitere denkprozese und zum weiterdenken, die ich später nbochmal aufgreife oder auch nicht.
so ein vortrag, eine präsentation vor publikum auf der republica sollte aber, zumindest im ansatz, in sich geschlossen sein. das rotzige, teils ungeschliffene ist oft weiter ein bestandteil, aber es muss auch etwas substanz rein, damit er bestehen kann.
andererseits bilde ich mir ein, relativ git einschätzen zu können, was ich publikum der republica zumuten kann und was nicht. und natürlich ist das republica publikum sehr offen und positiv. ich habe jedenfalls immer das gefühl, dass ich mit dem publikum eine gemeinsame wellenlänge finden kann und mir witze und andeutungen erlauben kann, die mir jedes andere publikum um die ohren schlagen würde.
trotzdem: es steckt viel arbeit in diesen prösentationen und der grund warum ich die mir alle paar jahre zumute ist der gleiche warum ich ins internet schreibe: selbstgestellte aufgaben zu lösen, den mund etwas voll nehmen und dann trotzdem was liefern können, einen auf den ersten blick unüberwindbaren berg zu ersteigen ist befriedigend. einfache aufgaben (spülmaschine reparieren, brot backen) zu erledigen ist befriedigend, aber an schwierige aufgaben (hund erziehen, öffentlich sprechen) nicht zu scheitern ist befriedigender.
der ablauf so einen vortrag zu schreiben ist meisten auch ziemlich ähnlich. ich pumpe mich wochenlang mit informationen zum thema voll, bzw. suche und finde an allen möglichen ecken des internet und in büchern (die ja auch internet sind) bezüge zu meinem thema die ich mich in seitenlangen kladden notiere. danach versuche ich das alles zu einem einigermassen kohärenten text zusammenzufassen, den ich im prinzip auch so ins internet stellen könnte. während des ganzen prozesses baue ich bereits folien die mir unterwegs einfielen, von denen ich danch mindestens die hälfte wegschmeisse. die präsenentation baue ich dann in keynote, den text aufgeteilt in den moderatoren notizen und dazu dann hiunderte folien.
den text habe ich seit gestern fertig. er muss noch geschliffen und an vielen stellen gekittet und ergänzt oder gestutzt werden, aber in ein zwei tagen könnte ich den im prinzip hier veröffentlichen.
und ich frage mich gerade ob das ein gute idee ist. so wirklich dagegen spricht eigentlich meine vortragslektorin, der ich den vortrag immr mindestens einmal vor der republica vorspiele, schaut sich auch meist noch gerne den vortrag nochmal live an. den text vorher zu veröffentlichen, sollte also niemanden davon abhalten den vortrag trotzdem noch zu sehen. andererseits habe ich dieses mal ja eine eher abseitige bühne mit offiziell 20 plätzen zugewiesen bekommen.
trotzdem weiss ich nicht ob es eine gute idee ist den text vorher zu veröffentlichen. vielleicht tut leserfeedback dem text ja noch gut? oder spoilt das die ganze geschichte?
























extrem faszinierend, die welt der polymorphe und kristalle. sehr gut und anschaulich erklärt.
und: schokolade ist auch ein polymorph und ich hab jetzt endlich die wissenschaft hinter temperierter schokolade verstanden. kristallklare sehpfehlung.