alles

2nd lay­er
#pain­ting #oil­pain­ting #beach #ore­gon #sea­si­de #land­scape #in­pro­gress #in­sta­art #fog

ka­tia (@ka­ti­as_bil­der26.02.2016 19:43


Mein Kol­le­ge hängt Bil­der von mir auf, da­mit mein ech­tes Ich im­mer su­per­gut aus­sieht.

das­nuf (@das­nuf03.03.2016 10:23


was für eine wun­der­ba­re kom­po­si­ti­on bei @SPIE­GELON­LINE


ber­lin, 3. märz 2016

felix schwenzel in gesehen

am gen­dar­men­markt wir­ken die wol­ken meis­ten um den fak­tor 100 in­ter­es­san­ter als im wed­ding. die per­spek­ti­ve scheint beim wol­ken­gu­cken es­sen­zi­ell zu sein. den wol­ken dürf­te das egal sein, ihre per­spek­ti­ve ist eh ganz an­ders, wie je­der weiss der schon­mal in ei­nem flug­zeug am fens­ter sass.

die men­schen auf dem gen­dar­men­markt be­ach­te­ten die wol­ken nicht. eine schü­ler­grup­pe lang­weil­te sich auf den bän­ken vor sich hin. es war gar nicht mal so kalt, aber sie re­de­ten nicht. auch die spat­zen wa­ren heu­te er­staun­lich lei­se. ein fahr­ad­ku­rier mit sei­nem las­ten­rad klap­per­te vor­bei und schwieg eben­falls. ich hat­te al­ler­dings auch nichts zu sa­gen und dach­te auf dem wei­te­ren weg zur ar­beit dar­an, wie wol­ken und der gen­dar­men­markt von oben aus­se­hen.


die kol­le­gin kann snap­chat-fil­ter ohne app ma­chen, frei­hän­dig, nur mit ih­rem ge­sicht.


goog­le ent­wi­ckelt sich lang­sam zu al­ta­vis­ta 2.0: on­line­mar­ke­ting.de/news/goog­le-tes­tet-neue-serps-ad­words-ver­schwimmt

(un­ge­kenn­zeich­ne­te wer­bung hat al­ta­vis­ta da­mals™ ver­trau­en und ge­schäft ge­kos­tet — und letzt­end­lich al­ta­vis­ta das ge­nick ge­bro­chen.)


mo­dern fa­mi­ly s07e14 (the storm)

felix schwenzel in gesehen

mo­dern fa­mi­ly ist kon­den­sier­te ko­mik. nicht al­les gags sind su­per lus­tig, nicht jede sze­ne ist auf den punkt, aber das ti­ming stimmt im­mer. und das ti­ming von mo­dern fa­mi­ly ist grund­sätz­lich bäm, bum, bang — schnell und prä­zi­se.

ich guck mir das im­mer ger­ne an und es gibt im­mer min­des­tens ei­nen gag, bei dem man das ge­fühl hat, dass er die gan­ze sen­dung lang ge­dul­dig auf­ge­baut wur­de, um dann in ei­ner sub­ti­len oder we­ni­ger sub­ti­len poin­te auf­ge­löst zu wer­den. in the storm war das ein gur­ken-glas, an dem sich phil die hal­be sen­dung lang ab­müh­te um es auf zu be­kom­men und das jay ir­gend­wann, mit­ten in ei­nem dia­log, ein­fach öff­ne­te und sich mit den fin­gern eine gur­ke raus­nahm.

auch wenn ich mich je­des mal, wenn ich über mo­dern fa­mi­ly schrei­be, kaum ei­nekrie­ge, weil ich das en­sem­ble so toll fin­de, muss ich auch die­ses mal sa­gen: ich bin be­geis­tert. heu­te möch­te ich ins­be­son­de­re sofía ver­ga­ra für ihre ver­kör­pe­rung von glo­ria lo­ben. ihr fal­scher ak­zent, ihre über­trie­be­nen hand­lun­gen und vor al­lem ihre mass­lo­se be­zie­hung zu ih­rem sohn man­ny ist so gran­di­os und gleich­zei­tig sen­si­bel über­trie­ben, dass ich manch­mal zum la­chen die pau­se-tas­te drü­cke.

in mei­nen no­ti­zen zur nächs­ten fol­ge wer­de ich dann eine ode auf ty bur­rell als phil dun­phy sin­gen.


blind­s­pot s01e11

felix schwenzel in gesehen

blind­s­pot ist eine der schlech­te­ren mit­tel­gu­ten fern­seh­se­ri­en. ty­pi­sche, weich­ge­koch­te NBC-net­work-kost, die noch den al­ten gen­re-re­geln folgt und sich nicht zu scha­de ist, die se­rie mit kli­schees und ri­tu­al-hand­lun­gen voll­zu­stop­fen.

die se­rie hat­te ein paar mo­na­te pau­se, fol­ge 10 lief ende no­vem­ber 2015. in die­ser staf­fel-pau­se habe ich blind­s­pot nicht all­zu sehr ver­misst. ich bin ei­gent­lich schon län­ger ge­nervt von der se­rie (hier kurz no­tiert), vor al­lem weil die haupt­rol­le, jane doe, un­glaub­lich ein­di­men­sio­nal und flach von ja­i­mie alex­an­der ge­spielt wird. im en­sem­ble sind ein paar klas­se schau­spie­ler, aber auch ein paar sehr, sehr üble. mir ge­fällt ma­ri­an­ne jean-bap­tis­te (be­kannt aus ro­bo­cop und broad­church) sehr gut und in die­ser fol­ge hat john hodgman ei­nen gast­auf­tritt als arsch­loch.

ich mag hodgman sehr, sehr ger­ne, aber sein auf­tritt war, wie die hand­lung der sen­dung, feuch­te, war­me luft um die sen­dung auf­zu­bla­sen. die dreh­buch­au­to­ren ha­ben sich zwar mühe ge­ge­ben der hand­lung sinn und sub­stanz zu ge­ben, aber lei­der vö­lig ver­geb­lich. je­der hand­lungs­strang muss durch el­len­lan­ge dia­lo­ge und sym­bol­hand­lun­gen er­klärt wer­den, die häu­fig ins pa­the­ti­sche und hel­den-epos-ar­ti­ge ab­drif­ten.

„geh du vor und ret­te die pas­sa­gie­re, ich len­ke die schwer be­waff­ne­ten ter­ro­ris­ten der­weil ab und op­fe­re mein le­ben, wenns sein muss.“

„nein, ich lese das nicht vor, ster­ben muss ich so­wie­so!“

„ich weiss nicht ob ich das schaf­fe!“ [schafft es mit leich­tig­keit und lei­den­dem ge­sicht]

„ich habe ge­ra­de die flug­bahn des flug­zeugs im kopf be­rech­net. un­ser plan funk­tio­niert, wenn ihr die nase des flug­zeugs im letz­ten mo­ment nach oben zieht … waaar­tet … waar­tet … JETZT!“

in blind­s­pot wer­den man­che der cha­rak­te­re im­mer­hin nicht völ­lig schwarz weiss ge­zeich­net, aber die meis­ten ge­hor­chen dann eben doch ei­nem pri­mi­ti­ven, vor­her­seh­ba­ren gut-böse-sche­ma. ganz be­son­ders die hand­lung die den ro­ten fa­den der sen­dung bil­det, er­scheint von fol­ge zu fol­ge lang­wei­li­ger. ei­gent­lich soll­te das ge­gen­teil der fall sein, und die mys­te­riö­se ver­gan­gen­heit von jane doe die spa­nung auf dau­er hoch­hal­ten, aber je mehr man er­fährt, des­to öder wird’s.

es gibt wirk­lich nicht mehr viel, was mich an der se­rie noch in­ter­es­siert, des­halb ver­mu­te ich, dass das die letz­te fol­ge war, die ich mir von blind­s­pot an­ge­se­hen habe.


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  wait­but­why.com: Do­ing a TED Talk: The Full Sto­ry

tim ur­ban hat die vor­be­rei­tun­gen zu sei­nem TED-vor­trag auf­ge­zeich­net. im wahrs­ten sin­ne.


ich fin­de ja, im ge­gen­teil zu tim ur­ban, dass man vor­trä­ge durch­aus auch kom­plett vor­le­sen kann,ohne dass es sich ab­ge­le­sen an­hört. ich zu­min­dest, manch­mal. als ich zum 75. ge­burts­tag mei­nes va­ters eine klei­ne ode auf ihn vor­trug — kom­plett ab­ge­le­sen — lach­ten alle, de­nen ich hin­ter­her sag­te, dass das kom­plett vor­ge­le­sen war. nie­mand woll­te mir das glau­ben. fürs ab­le­sen ist na­tür­lich auch eine ge­wis­se text­si­cher­heit not­wen­dig — zu­min­dest, wenn man so ein schlech­ter vor­le­ser ist, wie ich es bin.

oder viel­leicht kann man auch sa­gen, dass ne­ben den gro­ben — und sehr schlüs­si­gen — ein­tei­lun­gen, die tim ur­ban in sei­nem text und den zeich­nun­gen vor­ge­nom­men hat, noch eine men­ge zwi­schen­tö­ne und al­ter­na­ti­ven mög­lich sind.


dei­ne geo-da­ten wa­ren nicht teil der h-ent­ry, son­dern child­ren des ein­trags. kei­ne ah­nung ob das rich­tig so ist oder nicht, je­den­falls par­sed das geo-dings jetzt auch die geo­da­ten als child­ren raus, da­mit soll­te es ge­hen.


oops, @aa­ronpk. just saw that now, 8 month late (not re­al­ly fol­lo­wing the irc stuff re­gu­lar­ly, though i read along the last cou­ple of days). i guess what you saw was an emb­edly em­bed, though i don’t use them any­mo­re.


Va­ter schiebt Kin­der­wa­gen­schirm nach vorn,da­mit Kind kei­nen Schnee ab­kriegt.Kind schiebt Schirm strah­lend nach hin­ten,um Schnee ab­zu­krie­gen.

an­ke­groe­ner (@an­ke­groe­ner01.03.2016 8:46


Die ers­te Fol­ge „The Night Ma­na­ger“ war klas­se, freue mich auf die fol­gen­den, äh, Fol­gen. Dan­ke für den Tipp an @di­plix.

fraen­cko (@fraen­cko02.03.2016 7:59

hier ist der tipp.


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  kopf­zei­ler.org: But­ter­milk Drops – eine Ge­schich­te aus New Or­leans   #

jo­han­nes kuhn über die but­ter­milk drop bak­ery und ih­ren „Chef­bä­cker“ dwight hen­ry.

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  ta­ges­an­zei­ger.ch: Ein schreck­li­cher Tag für die SVP, ein gros­ser Tag für die Schweiz   #

con­stan­tin seibt:

Noch vor we­ni­gen Wo­chen schien die Lage klar. Sämt­li­che Po­lit-Pro­fis wa­ren sich ei­nig, dass nur ein Wun­der die In­itia­ti­ve ver­hin­dern könn­te. Die SVP hat­te die Wah­len ge­won­nen. Und die Geg­ner wa­ren kraft­los. Die an­de­ren Par­tei­en wa­ren vom Wahl­kampf er­schöpft. Und die Wirt­schafts­ver­bän­de, die sonst für jede Ab­schaf­fung ei­ner Stem­pel­steu­er Mil­lio­nen aus­ge­ben, in­ves­tier­ten kei­nen Rap­pen. Und die Um­fra­gen zeig­ten 66 Pro­zent Ja. Al­les schien ge­lau­fen.
Und dann kipp­te die De­bat­te.

Sie kipp­te, weil für die SVP ein völ­lig un­er­war­te­ter Geg­ner auf­tauch­te: die Be­völ­ke­rung.

die schweiz wird mir ewig ein rät­sel blei­ben. aber ein schö­nes rät­sel.

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  taz.de: Daim­ler ge­gen Um­welt­ver­band: „Man droht uns mit Ver­nich­tung“   #

In dem Brief, um den es ging, hat Daim­ler ge­droht, Sie auf Scha­den­er­satz zu ver­kla­gen, wenn Sie auch nur den Ein­druck er­we­cken, dass das Un­ter­neh­men Ab­gas­wer­te ma­ni­pu­liert. Ist Ih­nen so et­was schon mal pas­siert?

Ich habe in mei­nen 29 Jah­ren bei der Deut­schen Um­welt­hil­fe vie­le Be­dro­hun­gen aus der In­dus­trie er­lebt. Aber so ei­nen dreis­ten Ver­such, ei­nen Ver­band von sei­ner Ar­beit ab­zu­hal­ten, noch nie. Ge­droht wird ein­deu­tig mit der Ver­nich­tung un­se­res Ver­bands. Denn wenn man uns da­für haft­bar ma­chen wür­de, dass die Mer­ce­des-Ver­kaufs­zah­len zu­rück­ge­hen oder der Ak­ti­en­kurs ab­rutscht, geht es schnell um ei­nen Streit­wert von ei­ni­gen Hun­dert Mil­lio­nen Euro. Im Fall ei­nes Pro­zes­ses müss­ten wir da­für mehr Geld zu­rück­stel­len, als der Ver­band schul­tern kann. Wir müss­ten Kon­kurs an­mel­den.

in­ter­es­sant, wie ag­gres­siv und of­fen­bar ner­vös daim­ler ist und wie un­tä­tig die po­li­tik zu sein scheint. (via)

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  in­dis­kre­tioneh­ren­sa­che.de: „Kit­chen Im­pos­si­ble“: Ab­bit­te an Tim Mäl­zer   #

da wird sich tim mäl­zer aber freu­en, dass tho­mas knü­wer bei ihm ab­bit­te leis­tet. trotz­dem wer­de ich ich mir das mal an­se­hen (link an mich selbst).

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  wired.com: The Phy­sics of Drop­ping Out of a Pla­ne in an In­flata­ble Ball   #

toll, rhett al­lain über an­ge­wand­te, nach­voll­zieh­ba­re phy­sik.

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  ueber­me­di­en.de: Ma­len nach dem Zah­len   #

pe­ter breu­er über mal­bü­cher für er­wach­se­ne: „Ein Mega-Trend braucht et­was, das man kau­fen kann.“


join or die s01e02

felix schwenzel in gesehen

ent­we­der war die­se zwei­te fol­ge ein­fach viel bes­ser als die ers­te oder ich bin mit ei­ner an­de­ren, ent­spann­te­ren er­war­tung an die sen­dung ran­ge­gan­gen. craig fer­gu­son je­den­falls war in die­ser sen­dung we­ni­ger ent­spannt. er war die gan­ze sen­dung über, als hät­te er eine aku­te hy­per­ak­ti­vi­täts-stö­rung ent­wi­ckelt oder sich ei­nen li­ter rital­in in­je­ziert.

und ich muss sa­gen, fer­go­sons mo­no­log am an­fang war be­reits so gran­di­os, dass sich die sen­dung schon al­lein des­halb ge­lohnt hat. laut, selbst­iro­nisch und gut vor­be­rei­tet. viel­leicht war aber auch ein­fach das the­ma bes­ser ge­eig­net oder die gäs­te­run­de bes­ser auf fer­go­sons stim­mung ab­ge­stimmt.

die wort­wech­sel wa­ren laut, teil­wei­se wirk­lich wit­zig und alle teil­neh­mer hat­ten den mut, stän­dig stei­le the­sen auf­zu­stel­len, was der sen­dung gut tat. craig fer­gu­son ge­fiel das al­les, ganz of­fen­sicht­lich, bes­ser als in der letz­ten sen­dung. er stell­te selbst stei­le the­sen auf und konn­te sich die sen­dung über kaum in sei­nem ses­sel hal­ten.

das gäs­te-pa­nel war zwar rein männ­lich be­setzt, aber im­mer­hin zeich­net sich ein be­set­zungs­mus­ter ab: ein gast kennt sich ein biss­chen aus mit dem the­ma der sen­dung, in die­ser sen­dung war das der wis­sen­schafts­nerd bob pflug­fel­der, ei­ner soll wit­zig sein, in die­ser sen­dung jor­dan car­los, und ei­ner ist ein all­roun­der mit pro­mi­nenz und der fä­hig­keit fer­gu­son aus der re­ser­ve zu lo­cken, in die­ser sen­dung der all­round-mo­de­ra­tor chris hard­wick.

ins­ge­samt fand ich die­se aus­ga­be un­ter­halt­sa­mer, tem­po­rei­cher und so­wohl bes­ser be­setzt — und ich habe was ge­lernt. vor al­lem, an craig fer­gu­son-sen­dun­gen nie mit all­zu gros­ser er­war­tungs­hal­tung ran­zu­ge­hen, dann über­rascht er ei­nen manch­mal.


bet­ter call saul s02e03 (ama­ril­lo)

felix schwenzel in gesehen

in die­ser fol­ge fiel mir auf, wie de­tail­ver­liebt bet­ter call saul ist. in ei­ner der an­fangs­sze­nen, ra­schelt un­auf­hör­lich die ins ja­cket ein­gen­ähn­te me­tal­fo­lie von jim­mys bru­der charles. das ist ex­trem wit­zig, auch weil er sich ge­gen­über sei­nem bru­der auf­führt wie ein arsch­loch. eine an­de­re sze­ne am schluss, als mike zu sei­nem neu­en auf­trag vor­fährt und aus­steigt, knis­tern die ab­gas­roh­re sei­nes au­tos ver­nehm­bar. bet­ter call saul steckt vol­ler klei­ner, lie­be­vol­ler de­tails, ak­kus­tisch und vi­su­ell. trotz­dem habe ich mich in die­ser fol­ge doch ein biss­chen ge­lang­weilt. die kun­den­wer­bungs­an­spra­che von jim­my mc­gill in te­xas zog sich un­er­träg­lich in die län­ge, die pa­ra­noia von mike ehrm­an­trauts schwie­ger­toch­ter vor phan­tom­ku­geln war ein biss­chen zu sehr an den haa­ren her­bei­ge­zo­gen, und dien­te ganz of­fen­sicht­lich ein­zig der es­ka­la­ti­on der halb­le­ga­len jobs, die mike an­zu­neh­men be­reit ist. mike muss jetzt ganz of­fen­sicht­lich tie­fer in den il­le­ga­len sumpf her­ab­stei­gen, um den um­zug der schwie­ger­toch­ter zu fi­nan­zie­ren.

drei fol­gen dau­ert die ex­po­si­ti­on der sich ab­zeich­nen­den dra­men nun schon, lang­sam könn­te jetzt mal wirk­lich schwung in die ge­schich­te kom­men. die cliff­han­ger deu­ten zwar an, dass so­wohl mike, als auch saul schon in der nächs­ten fol­ge in rau­he­ren ge­wäs­sern un­ter­wegs sein wer­den als bis­her, aber es ist nicht zu leug­nen, dass die­se fol­ge län­gen hat­te.

viel­leicht ist the night ma­na­ger schuld an die­ser wahrn­he­mung, des­sen ge­schich­te be­reits nach zwei fol­gen in vol­lem gang ist und bei dem ich mich bis­her kei­ne se­kun­de ge­lang­weilt habe. oder es ist ein­fach zu­neh­men­de un­ge­duld.


the night ma­na­ger s01e02

felix schwenzel in gesehen

in der be­spre­chung des pi­lo­ten habe ich das wort nach­voll­zieh­bar­keit drei­mal ver­wen­det. es ist tat­säch­lich ge­nau das wort, das die­se se­rie am bes­ten be­schreibt. na­tür­lich bil­det die se­rie nur ei­nen teil der rea­li­tät ab, na­tür­lich ist es eine fik­tio­na­le ge­schich­te, die sich john le car­ré aus­ge­dacht hat und na­tür­lich wohnt kein ho­tel­an­ge­stell­ter in ei­ner post­mo­dern karg ein­ge­rich­te­ten hüt­te auf über 3000 me­ter höhe. aber dass ich als zu­schau­er die hand­lun­gen der prot­ago­nis­ten zu je­der mi­nu­te nach­voll­zie­hen kann, das ist im fern­se­hen eher sel­ten und ein zei­chen für ein ziem­lich gu­tes dreh­buch und eine ziem­lich gute se­rie.

dank der nach­voll­zieh­bar­keit wirkt die se­rie in je­der se­kun­de au­then­tisch, auch wenn sie, na­tür­lich, wie jede an­de­re film- oder fern­seh­pro­duk­ti­on ab­kür­zun­gen nimmt, aus­las­sun­gen vor­nimmt und alle mög­li­chen er­zähl­tricks an­wen­det um ihre ge­schich­te an die zu­schau­er zu brin­gen. aber so­lan­ge das woh­do­siert ge­schieht und ich als zu­schau­er nicht das ge­fühl be­kom­me, mit aus­ge­lutsch­ten dra­ma­tur­gi­schen tricks auf fal­sche fähr­ten (zur er­hö­hung der span­nung) ge­führt zu wer­den, ist das al­les völ­lig ok.

und ich bin nach wie vor be­geis­tert vom en­sem­ble. oli­via col­man spielt die rol­le der ge­zielt tief­sta­peln­den ge­heim­dienst­frau bril­li­ant, das en­sem­ble ist wun­der­bar di­vers und die bö­se­wich­ter sind bis in die nie­de­ren rän­ge nicht über­trie­ben kli­schee­haft ge­zeich­net. auch in der zwei­ten fol­ge pass­te ein­fach al­les, die er­zäh­lung, und ihre zeit­li­che staf­fe­lung und zu­sam­men­füh­rung der ver­schie­de­nen er­zähl­ebe­nen.

ich kann auch nach die­ser fol­ge nichts an­de­res sa­gen, als dass es an die­ser fol­ge nichts aus­zu­set­zen gibt. al­les stim­mig, wun­der­schön und span­nend.


"is­set drün­ne?" "ik seh schon wat!" "ik lass het rin­hän­gen!" "zu kurz!"
(Ge­räusch­ku­lis­se "Ad­mins ver­le­gen Ka­bel")

Pa­tri­cia Camma­ra­ta (@das­nuf01.03.2016 14:14


trat­schwel­len:

Trat­schwel­len be­fin­den sich die meis­te Zeit ih­rer Exis­tenz in in­halts­lo­sen Un­ter­hal­tun­gen. Sie nei­gen dazu, ihre we­ni­gen Gäs­te, meist Schiff­brü­chi­ge oder sel­te­ner Wel­len­for­scher, um Ver­stand und Le­ben zu brin­gen.

Sie sind an die Be­we­gun­gen des Mee­res ge­bun­den, kön­nen sich al­ler­dings in ei­nem ge­wis­sen Ra­di­us frei be­we­gen. Eine ih­rer Ängs­te ist Ver­duns­ten.


the night ma­na­ger s01e01

felix schwenzel in gesehen

gross­ar­tig. habe nichts aus­zu­set­zen an die­ser se­rie — bzw. die­ser pi­lot­fol­ge. ei­gent­lich stimmt al­les, die ka­me­ra ist gross­ar­tig, die pro­duk­ti­on auf­wän­dig und auf spiel­film-ni­veau, das en­sem­ble gran­di­os und na­he­zu per­fekt be­setzt und die ge­schich­te ist nach­voll­zieh­bar und er­schre­ckend rea­lis­tisch er­zählt.

in der pi­lot­fol­ge wird in zwei tei­len er­klärt, war­um der nacht­por­tier jo­na­than pine den waf­fen­händ­ler ri­chard ro­per zu fall brin­gen will. das ist al­les in ja­mes bond-mai­er ge­filmt und in­sze­niert, mit ei­ni­gen ent­schei­den­den un­ter­schie­den: zum ei­nen ist die mo­ti­va­ti­on der han­deln­den per­so­nen nach­voll­zieh­bar, zum an­de­ren wer­den ei­nem nicht nur kli­schees an den kopf ge­wor­fen und stur die gen­re-re­geln von agen­ten-fil­men durch­de­kli­niert. das ist al­les kei­nes­falls ac­tion-arm, aber eben auch nicht so bom­bas­tisch und über­kan­di­delt in­sze­niert, wie in bond-fil­men. ich will auf dem bond-ver­gleich nicht rum­rei­ten, aber weil ich den letz­ten bond so scheis­se fand, kann ich mir das ein­fach nicht ver­knei­fen.

das be­ein­dru­ckens­te an the night ma­na­ger ist, wie ge­sagt, die nach­voll­zieh­ba­re, un­auf­ge­regt und de­tail­iert er­zähl­te ge­schich­te. die se­rie ist von in­ter­es­san­ten cha­rak­te­ren be­völ­kert und ver­spricht span­nen­de un­ter­hal­tung in den kom­men­den fol­gen. das ist al­les ein­ge­packt in wun­der­bar fo­to­gra­fier­te spiel­or­te rund um die welt, ge­spielt von knuf­fi­gen schau­spie­lern und sau­ber ge­dreht und pro­du­ziert.

ich fin­de oli­via col­man und ihr ge­sicht wirk­lich knuf­fig. sie war nicht nur in broad­church die ide­al­be­set­zung, sie passt auch auch hier per­fekt, zu­mal ihr die rol­le auch ein biss­chen auf den schwan­ge­ren leib ge­schnei­dert wur­de. hugh lau­rie und tom hidd­le­s­ton sind aus mei­ner sicht eben­falls ide­al­be­set­zun­gen. lau­rie als über­zeu­gen­der, pa­ra­no­ider bö­se­wicht und hidd­le­s­ton als ehr­lich be­sorg­ter ex-sol­dat und nacht­por­tier, mit ex­trem ei­nem an­ge­neh­men und di­stin­gu­ier­ten bri­ti­schen ak­zent.

ich freue mich sehr auf die kom­men­den fol­gen und gebe, sehr be­ein­druckt von der pi­lot­fol­ge, gleich von an­fang an die vol­le punkt­zahl.


join or die s01e01

felix schwenzel in gesehen

craig fer­gu­son ist zu­rück auf dem bild­schirm. die­se nach­richt ent­zück­te mich, denn ich ver­mis­se sei­ne late late show show sehr. sei­ne neue sen­dung läuft auf dem histo­ry chan­nel und hat ei­gent­lich ein schlüs­si­ges kon­zept: fer­gu­son dis­ku­tiert alt­uel­le po­li­ti­sche the­men mit ei­nem pa­nel aus drei (wech­seln­den) gäs­ten. in die­ser sen­dung war das the­ma: „his­to­ries big­gest po­li­ti­cal blun­ders“, also die gröss­ten po­li­ti­schen fehl­leis­tun­gen der ge­schich­te.

am an­fang lässt sich fer­gu­son nicht neh­men, erst­mal vier­ein­halb mi­nu­ten lang im ste­hen in die ka­me­ra zu re­den. ich fand das sehr er­fri­schend, wahr­schein­lich weil ich es so lan­ge nicht mehr ge­se­hen habe, dass craig fer­go­son gut ge­launt, wild ges­ti­ku­lie­rend, ki­chernd und oft flu­chend, in eine ka­me­ra spricht. was fer­gu­son wirk­lich kann — und was kaum ein an­de­rer mo­de­ra­tor kann — ist zu­gleich auf­rich­tig und al­bern, gut vor­be­rei­tet und im­pro­vi­sie­rend zu wir­ken und so­wohl sehr wit­zig zu sein, als auch stän­dig über die ei­ge­nen wit­ze zu ki­chern — ohne pein­lich zu wir­ken.

sein ge­spräch mit mit drei mehr oder we­ni­ger pro­mi­nen­ten ging auch gleich so wei­ter, mit ei­ner über­do­sis iro­nie. für 10 mi­nu­ten war das noch er­träg­lich, ging mir dann aber schnell auf die ner­ven. das hin und her ver­matsch­te zu ei­nem leich­ten gag- und iro­nie-sa­lat ohne viel sub­stanz. jetzt könn­te man na­tür­lich sa­gen: wer von craig fer­gu­son sub­stanz er­war­tet, dem sei nicht zu hel­fen — und viel­leicht ist das auch so (dass mir nicht zu hel­fen ist). aber ich habe craig fer­gu­son oft ge­nug ge­se­hen, um zu wis­sen, dass er durch­aus sub­stanz ab­lie­fern kann, wenn er sich für sei­ne gäs­te oder ein the­ma in­ter­es­siert.

für ei­nen sei­ner gäs­te, jim­my kim­mel, in­ter­es­sier­te er sich auch (zu recht), weil kim­mel die sel­te­ne fä­hig­keit be­sitzt, aus wirk­lich je­der vor­la­ge ei­nen witz zu ma­chen und auf je­den fer­gu­son-gag noch ei­nen drauf­zu­set­zen. sei­ne bei­den an­de­ren gäs­te in­ter­es­sier­ten ihn aber lei­der kaum. der pr-mensch ho­ward brag­man ver­such­te hier und da ein biss­chen sub­stanz mit selbst­be­weih­räu­che­rung zu ver­bin­den und fer­gu­son liess ihn auch ge­wäh­ren, aber die ko­mi­ke­rin jen d’an­ge­lo kam ei­gent­lich so gut wie nicht zu wort.

fer­gu­son ist im­mer dann am bes­ten, wenn er ei­nen star­ken part­ner oder ge­gen­part hat. das war in die­ser sen­dung jim­my kim­mel, aber die sen­dung war trotz­dem we­ni­ger gut, als ich ge­hofft hat­te. et­was mehr vor­be­rei­tung, ein biss­chen, nur ein ganz biss­chen, tief­gang, bzw. klu­ges wür­den schon rei­chen. statt­des­sen ist das ein­zi­ge was ich in die­ser sen­dung da­zu­ge­lernt habe, dass es gold-stern-schwu­le (gold star gays) gibt. das sind män­ner, die nie se­xu­el­len kon­takt mit ei­ner frau hat­ten. ho­ward brag­man er­gänz­te, dass es auch pla­tin-schwu­le (pla­ti­unum gay) gäbe, dass sind gold star gays, die per kai­ser­schnitt ent­bun­den wur­den, also selbst bei der ge­burt kei­nen kon­takt zu den pri­mä­ren se­xu­al­or­ga­nen ei­ner frau hat­ten.

ich habe mich wirk­lich ge­freut craig fer­gu­son wie­der zu se­hen, aber ich habe wohl ein biss­chen zu viel er­war­tet. ohne gros­se er­war­tun­gen, kann die sen­dung durch­aus 20 un­ter­halt­sa­me und kurz­wei­li­ge mi­nu­ten bie­ten — und theo­re­tisch ist das kon­zept auch gar nicht mal so schlecht. des­halb: das gan­ze kann nur bes­ser wer­den — und wird es si­cher­lich audh.