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panik­herz

felix schwenzel in gelesen

fried­rich küp­pers­busch meint in sei­ner re­zen­si­on auf spie­gel.de, das neue buch von ben­ja­min stuck­rad-bar­re sei „geil“. ich fin­de das wort geil eher un­geil und fand das buch ein­fach ziem­lich gut.

tat­säch­lich habe ich mir das buch, wie ein sehr gute fern­seh­se­rie, in an­der­t­alb bin­ge-sit­zun­gen, übers letz­te wo­chen­en­de, am stück rein­ge­zo­gen. eine staf­fel fern­seh­se­rie dau­ert so in etwa 8 bis 14 stun­den, je nach­dem wie vie­le fol­gen sie hat, das panik­herz zu le­sen, dau­ert, laut kind­le-app, ca. 14 stun­den. dass ich nun aus­ge­rech­net ben­ja­min stuck­rad-bar­re bin­ge-ge­le­sen habe und die an­de­ren, ganz si­cher sehr tol­len bü­cher auf mei­nem bü­cher­sta­pel, ne­ben dem bett, wei­ter un­ge­le­se­nes pa­pier sein las­se (so­gar bov’s un­zwei­fel­haft gran­dio­ses au­er­haus) hat­te zwei grün­de. ich hat­te ge­ra­de ein biss­chen die nase voll vom fern­seh­se­ri­en gu­cken und ich hat­te so eine ah­nung.

nach­dem ich die re­zen­si­on von küp­pers­busch und eine von he­le­ne he­ge­mann ge­le­sen hat­te, war ich si­cher, dass mir das buch sehr ge­fal­len wür­de. in bei­den re­zen­sio­nen wur­de klar, dass sich stuck­rad-bar­re in panik­herz, un­ter an­de­rem, mit pro­mi­nen­ten trifft und dar­über schreibt. das roch sehr an­ge­nehm nach deut­sches thea­ter, mei­nem lieb­lings­buch von stuck­rad-bar­re, in dem er iro­nisch di­stan­ziert, aber teil­wei­se mit viel herz und zu­nei­gung, über pro­mi­nen­te schreibt, die er be­sucht. 2010 gab’s dazu eine fort­set­zung, so steht’s zu­min­dest im klap­pen­text von auch deut­sche un­ter den op­fern. nur: auch deut­sche un­ter den op­fern hat­te mir da­mals (bis heu­te) nie­mand emp­foh­len.

nicht dass ich auf das ur­teil oder emp­feh­lun­gen von he­le­ne he­ge­mann be­son­ders viel ge­ben wür­de, aber ich muss nach­träg­lich sa­gen, sie hat in ih­rer re­zen­si­on den geist des bu­ches ziem­lich gut auf den punkt ge­bracht:

Wo nor­ma­ler­wei­se ef­fekt­ha­sche­ri­sche Aus­füh­run­gen dar­über er­fol­gen, wie schlimm al­les ist und wie ernst man sich trotz­dem nimmt, wird hier al­les, was so schlimm ist, mit ei­ner selbst­iro­ni­schen, to­tal kla­ren und un­zy­ni­schen Trau­rig­keit ab­ge­ar­bei­tet, die rüh­rend und ab­schre­ckend und er­hel­lend und in ih­rer, ja, Lie­bens­wür­dig­keit wirk­lich, wirk­lich wich­tig ist.

be­vor ich panik­herz ge­le­sen hat­te, hielt ich die auf­ge­regt­heit ih­rer re­zen­si­on um den „Teu­fels­kreis von De­pres­si­on und Selbst­me­di­ka­men­ti­on“, das „ganz un­ten an­kom­men“ und die to­des­nä­he von ben­ja­min stuck­rad-bar­re für über­trie­ben und er­war­te­te im buch, ne­ben den be­geg­nun­gen mit pro­mi­nen­ten, eher eine öde, mor­gen­ma­ga­zi­ni­ge dro­gen­beich­te: „och ja, hab halt n biss­chen viel ge­kokst, hab mir ein­mal bei­na­he auf die maß­schu­he ge­kotzt und am ende muss­te ich dann die vil­la im tes­sin ver­klop­pen.“

na­tür­lich hat­te he­ge­mann recht (sie hat­te das buch ja auch schon ge­le­sen) und ich nicht, mit mei­nen be­scheu­er­ten vor­ur­tei­len. die „selbst­iro­ni­sche, to­tal kla­re und un­zy­ni­sche“ art, mit der ben­ja­min stuck­rad-bar­re die jah­re sei­ner ma­ni­schen sucht er­zählt, ging mir wirk­lich nah. ob­wohl sich stuck­rad-bar­re je­den pa­thos in sei­ner er­zäh­lung ver­kneift, aus­ser bei sei­nem hem­mungs­lo­sen en­thu­si­as­mus und fan­tum, vor al­lem ge­gen­über udo lin­den­berg, ha­ben mich man­che tei­le der er­zäh­lung tief be­rührt und ge­rührt.

für mich am er­staun­lichs­ten war, wie nach­voll­zieh­bar das al­les er­zählt ist, auch wenn mir der le­bens­til von ben­ja­min stuck­rad-bar­re frem­der nicht sein könn­te. die cha­rak­ter­ei­gen­schaf­ten, die er am hel­den sei­ner au­to­bio­gra­phie her­aus­ar­bei­tet, die irre ei­tel­keit, das be­ses­se­ne ach­ten auf äus­ser­lich­kei­ten und kla­mot­ten, sei­ne tie­fe lie­be zur mu­sik, sei­ne (wahr­schein­lich gut ent­lohn­te) zu­nei­gung zum ver­kack­ten sprin­ger-ver­lag und sei­ne über­bor­den­den emo­tio­nen und ek­sta­tik — da­mit kann ich in mei­nem le­ben we­nig an­fan­gen. mei­ne se­ro­to­nin-pro­duk­ti­on reicht of­fen­bar aus, um mich in ei­nen dau­er­zu­stand brä­si­ger selbst­zu­frie­den­heit zu ver­set­zen.

aber ich er­kann­te auch ge­mein­sam­kei­ten. udo lin­den­berg fand ich im­mer ganz lus­tig, über den song­text von re­na­te von stich konn­te ich mich da­mals ka­putt­la­chen, stark wie zwei hab ich mir mehr oder we­ni­ger am er­schei­nungs­tag ge­holt und cel­lo kann ich stun­den­lang in dau­er­schlei­fe hö­ren. und, jetzt kommts raus, ich will so schrei­ben kön­nen wie ben­ja­min stuck­rad-bar­re. ich war nie ein aus­ge­spro­che­ner fan von ben­ja­min stuck­rad-bar­re, ich hab we­nig bü­cher von ihm ge­le­sen und noch we­ni­ger gut ge­fun­den, ich fand all die fern­seh­auf­trit­te, die ich von ihm sah, doof, aber das was er in deut­sches thea­ter und jetzt in panik­herz ver­an­stal­tet hat, das nö­tigt mir ei­fer­sucht und be­wun­de­rung ab. ben­ja­min stuck­rad-bar­re be­schreibt die­ses ge­fühl in panik­herz auf den punkt ge­nau:

Und dann kün­dig­te [Ha­rald Schmidt] den Gast Adam Green an, des­sen ödes Song­wri­terschluf­fi­tum ge­ra­de der hei­ße Scheiß war, oben­drein hat­te er ein Ge­dicht­bänd­lein bei SUHR­KAMP ver­öf­fent­licht und war also der Hips­ter der Sai­son, ekel­haft — be­zie­hungs­wei­se scha­de, dass ich selbst das nicht war.

ich be­wun­de­re auf­rich­tig die fä­hig­keit von ben­ja­min stuck­rad-bar­re, si­tua­tio­nen und men­schen gleich­zei­tig glas­klar und am­bi­va­lent zu be­schrei­ben, iro­ni­sche di­stanz mit auf­rich­ti­ger be­wun­de­rung zu kom­bi­nie­ren. er schafft es, as­so­zia­ti­ons­ket­ten und me­ta­ebe­nen in luf­ti­ge hö­hen zu schrau­ben und doch im­mer wie­der hei­le un­ten an­zu­kom­men.

ei­ner­seits weil die kind­le-app, mit der ich das buch vor al­lem auf mei­nem lap­top ge­le­sen habe, kein copy und pas­te er­laubt und an­de­rer­seits weil mir vie­le pas­sa­gen im buch so irre gut ge­fie­len, habe ich wäh­rend des le­sens, das hal­be buch un­ge­fähr zwan­zig­tau­send zei­chen ab­ge­tippt. ich bil­de mir ein, dass ich so dem text ein biss­chen nä­her ge­kom­men bin, ein biss­chen so, wie ich im­mer die quell­tex­te von web­sei­ten oder an­wen­dun­gen lese, um zu ver­ste­hen wie man sol­che sa­chen baut.

na­tür­lich ist das eine völ­lig ab­sur­de hoff­nung durchs le­sen oder ab­schrei­ben oder in­ten­si­ves stu­di­um ei­nes frem­den schreib­stils, selbst bes­ser schrei­ben zu ler­nen, aber dass wir alle auf den schul­tern von (grös­se­ren oder klei­ne­ren) gi­gan­ten ste­hen hat ben­ja­min stuck­rad-bar­re selbst wun­der­bar be­schrie­ben:

So wie ich di­rekt nach dem Ab­itur zur Mu­sik­mes­se »Pop­komm« nach Köln ge­fah­ren war mit hoch­stap­le­ri­schen Vi­si­ten­kar­ten, die ich bei Kar­stadt in ei­nem Au­to­ma­ten an­ge­fer­tigt hat­te […], und durch Nach­ah­mung vor­ge­fun­de­ner Sprech- und Ver­hal­tens­wei­sen und Ak­zen­tu­ie­rung vor­han­de­ner PER­SÖN­LICH­KEITS­MERK­MA­LE dann ein­fach Mu­sik­jour­na­list wur­de; durch Hö­ren sehr al­ter Plat­ten und Bier­trin­ken: Rol­ling-Stone-Re­dak­teur; durch eng sit­zen­de Po­ly­es­terober­tei­le und gute Lau­ne: Plat­ten­fir­men­mit­ar­bei­ter; durch Ka­putt­heits­mit­tei­lungs­drang und Welt­erschöp­fung: Buch­au­tor; durch Zu­kurz­ge­kom­me­nen-Sar­kas­mus: Schmidt-Wit­ze­schrei­ber; durch Licht­sucht: Fern­seh­depp — und, mög­li­cher­wei­se, durch all das zu­sam­men schließ­lich: Ess­ge­stör­ter.

ich be­wun­de­re die stän­dig auf­flam­men­de scharf­sin­nig­keit von ben­ja­min stuck­rad-bar­re, beim be­schrei­ben von all­tags­si­tua­tio­nen, ich be­ob­ach­te­te mich beim le­sen öf­ter beim in­ner­li­chen ni­cken und zu­stim­men, als beim kopf­schüt­teln und „du ober­fläch­li­cher depp“-den­ken. auch wenn ben­ja­min stuck­rad-bar­re zum ende des bu­ches et­was ins schwa­dro­nie­ren ge­rät und stel­len­wei­se et­was arg viel über mu­sik tönt, das buch ist so voll­ge­stopft mit klu­gen all­tags­be­ob­ach­tun­gen, lie­be­vol­len par­odien und welt­deu­tun­gen, dass es mir mög­li­cher­wei­se noch jah­re­lang als zi­tat­schatz­kam­mer die­nen wird.

Wenn uns Men­schen ir­gend­wer oder ir­gend­was — sei es JE­NES HÖ­HE­RE WE­SEN oder auch nur ein Sa­tel­lit — zu­schaut hier un­ten, muss doch den­ken, wir spin­nen. Manch­mal schaue ich mir Amei­sen an, wie die da auf ei­nem hal­ben Qua­drat­me­ter stun­den­lang vor sich hin schuf­ten, ex­trem di­zi­spli­niert und of­fen­kun­dig von kei­nem Zwei­fel an­ge­krankt, die­ses Sand­korn, das muss jetzt aber so was von drin­gend nach da drü­ben trans­por­tiert wer­den und im­mer so wei­ter — und dann den­ke ich, das ist doch voll­kom­men irre, wozu denn die Hek­tik, war­um so be­flis­sen, was sind denn das für Prio­ri­tä­ten? We­nigs­tens nicht ganz so be­ei­len müss­tet ihr euch! Das mit dem Sand­korn — hat das nicht, auf den Wel­ten­lauf um­ge­rech­net, even­tu­ell auch Zeit bis mor­gen, über­mor­gen?

ne­ben dem schreib­stil- und zi­ta­te-berg­bau dien­te mir das buch aber auch als ver­tie­fung von ah­nun­gen und längst vor­han­de­nen über­zeu­gun­gen. es zeigt, vor al­lem im ers­ten teil des bu­ches, wie wich­tig, und wie schwer es ist, lei­den­schaf­ten zu ent­wi­ckeln. wir brau­chen da­für men­to­ren, leh­rer, freun­de, zu­fäl­le und mit­un­ter zeit. es ist für alle be­tei­lig­ten nicht im­mer ganz leicht die qua­li­tä­ten oder den nut­zen der lei­den­schaf­ten zu er­ken­nen, oder sie mit den er­war­tun­gen ans le­ben über­ein­zu­brin­gen. das buch zeigt aber auch, wie wich­tig es ist, dass es leu­te gibt die sich an den rand be­we­gen, die die li­ni­en über­schrei­ten, die die meis­ten nicht über­schrei­ten wol­len oder kön­nen und von dort be­rich­ten. wenn die, die die­se gren­zen über­schrei­ten, auch noch an­stän­dig schrei­ben, be­rich­ten oder mu­si­zie­ren kön­nen und uns von ih­ren er­fah­run­gen so be­rich­ten kön­nen, dass wir auf ir­gend­ei­ner ebe­ne et­was da­von re­zi­pie­ren kön­nen, ha­ben sie ei­nen teil der mis­si­on er­füllt. der an­de­re teil der mis­si­on ist na­tür­lich, sich selbst wie­der zu fan­gen, zu ih­ren ur­sprün­gen zu­rück­zu­keh­ren, oder wie ben­ja­min stuck­rad-bar­re das in ei­nem an­ge­neh­men an­flug von pa­thos ganz ein­fach sagt: „nach hau­se kom­men“. ich fin­de, bei­des ist ben­ja­min stuck­rad-bar­re ziem­lich gut ge­lun­gen.


zwei le­se­pro­ben bei sprin­ger:

re­zen­sio­nen:

(4/5)

der bä­cker, bei dem ne tra­ge­tü­te so viel kos­tet, wie zwei schrip­pen. (bei thor­ben's)


ich bin 21 mi­nu­ten lang, von 18:55 bis 19:18 uhr, un­ge­fähr 9,02 ki­lo­me­ter weit miet­wa­gen ge­fah­ren (durch­schnitts­ge­schwin­dig­keit: 26 km/h).


Also mir macht Po­li­tik ja Spass.

Ma­thi­as Ri­chel (@ma­thi­as­ri­chel14.03.2016 9:12


@pa­tri­cia: die fra­ge was das ge­nau ver­bes­se­re, kann man sich zu un­ge­fähr al­lem, was man im le­ben tut, stel­len. aber ein par­tei­ein­tritt wür­de schon mal zwei sa­chen auf dei­ner lis­te oben ab­ha­ken: klar po­si­tio­nie­ren und spen­den (mit­glieds­bei­trag). auch dein „etc“ wäre da­mit mög­li­cher­wei­se ab­ge­hakt, denn in ei­ner par­tei wür­dest du sehr viel etce­ter­asie­ren. aber vor al­lem könn­test du dich en­ga­gie­ren und da­mit nicht nur po­si­ti­on be­zie­hen, son­dern auch für die­se po­si­ti­on wer­ben und hel­fen, die­se (ge­mein­schaft­lich) in kon­kre­te mass­nah­men und ak­tio­nen um­zu­set­zen.

das geht na­tür­lich auch al­les ohne par­tei­zu­ge­hö­rig­keit, aber sol­che in­sti­tu­tio­na­li­sie­run­gen ha­ben eben auch vor­tei­le. so wie ein stu­di­um bei sehr vie­len men­schen ge­nau die glei­che re­ak­ti­on her­vor­ruft (was ver­bes­sert das ge­nau?), weisst du ja auch, dass es manch­mal eben ganz hilf­reich sein kann, werk­zeu­ge, ver­fah­ren oder ana­ly­se­grund­sät­ze (in­sti­tu­tio­na­li­siert) zu ler­nen oder die wahr­neh­mung zu schär­fen, um dann mit die­sem wis­sen tat­säch­lich et­was zu ver­än­dern, im klei­nen oder gros­sen.

oder an­ders ge­sagt: wenn ei­nem et­was nicht ge­fällt, steht ne­ben dem wil­len et­was zu ver­än­dern und dem en­ga­ge­ment, vor al­lem auch das ver­ste­hen ler­nen der funk­ti­ons­wei­se. mit die­sem wis­sen, kann man dann auch leich­ter an­de­ren die funk­ti­ons­wei­sen na­he­brin­gen.


am sonn­tag, wäh­rend sich of­fen­bar vie­le (zu recht) über wahl­er­geb­nis­se auf­reg­ten und sorg­ten, habe ich ben­ja­min stuck­rad bar­re’s panik­herz zu zwei drit­teln ge­le­sen. das war auch auf­re­gend und be­un­ru­hi­gend. und lei­der, im ge­gen­teil zu den wahl­er­geb­nis­sen, sehr, sehr gut.


sen­dung mit der maus vom 13. März 2016

felix schwenzel in gesehen

chris­toph ent­deckt beim ICE-fah­ren LC-glas und zeigt, wie die zug­füh­re­rin die schei­ben zum füher­stand un­durch­sich­tig ma­chen kann, wenn sie ein but­ter­brot es­sen möch­te. chris­toph baut zwar ein re­la­tiv auf­wän­di­ges mo­del, um die funk­ti­on der LC-glä­ser zu er­klä­ren, der bei­trag be­libt aber ir­gend­wie un­be­frie­di­gend — so wie der oben ver­link­te wi­ki­pe­dia-ar­ti­kel zum LC-glas üb­ri­gens auch.

ar­min zeigt wie han­dy-re­cy­cling funk­tio­niert und sagt ein­mal, dass die­ses oder je­nes „mit ei­nem hoch­kom­pli­zier­ten ver­fah­ren“ ge­macht wür­de. mir kam das un­ge­wöhn­lich aus­flüch­tig vor, aber die sach­ge­schich­te hat­te zum ende hin ein paar ein­drück­li­che aha-mo­men­te, spä­tes­tens als ein ar­bei­ter in bel­gi­en mit ei­nem ham­mer an ein rohr klopft und in ei­ner „lang­wei­li­gen kis­te“ ein paar (150?) ki­lo­gram gold in krüm­mel­form lan­den.

um ein ki­lo­gram gold aus han­dys zu re­cy­clen, braucht man 50 000 han­dys und eine men­ge gros­ser ma­schi­nen.

aus­ser­dem gab’s ne neue fol­ge von shaun das schaf, die ich aber ziem­lich scheis­se ein biss­chen zu kom­pli­ziert, mo­dern und an­tro­po­zen­trisch fand. oder an­ders­rum, die­se fol­ge war nicht zeit­los, son­dern ver­such­te zeit­kri­tisch zu sein und statt mit co­mic­haf­ter über­zeich­nung, ar­bei­te­te sie mit über­zeich­ne­ten ste­reo­ty­pen und vor­ur­tei­len. aber nicht nur die ge­wollt ge­sell­schafts­kri­ti­sche, fast po­li­ti­sche aus­rich­tung ge­fiel mir nicht, son­dern auch, dass das hap­py end aus ra­che be­stand.

(hier noch bis zum 20. märz zu se­hen.)


sen­dung mit der maus vom 6. März 2016 (po­len aus­ga­be)

felix schwenzel in gesehen

ralph cas­pers fährt nach po­len (nach war­schau) und er­klärt, un­ter an­de­rem, ein paar grund­zü­ge der pol­ni­schen spra­che und ge­mein­sam­kei­ten zwi­schen deutsch und pol­nisch. ich fand das sehr se­hens­wert und wie im­mer bei ralph cas­pers rei­sen, eine gute mi­schung aus in­sze­nie­rung und au­then­ti­scher neu­gier­de und er­klär­bä­ren­tum.

(letz­te wo­che ge­se­hen, aber ver­ges­sen auf­zu­schrei­ben. die sen­dung ist noch bis zum 20. märz hier zu se­hen, ein teil der sen­dung dau­er­haft (?) hier und hier eine art ta­ge­buch.)


*

  the­con­ver­sa­ti­on.com: Why the Ger­man lan­guage has so many gre­at words

über die­sen ar­ti­kel, wie­der mal, auf das why-ger­mans-don’t-play-scrabb­le-meme ge­stos­sen, bzw. das be­kann­te fuss­bo­den­schleif­ma­schi­nen­ver­leih­bild. der ur­he­ber für die­ses bild dürf­te sehr schwer zu fin­den sein, was aber re­la­tiv leicht zu fin­den ist: die adres­se von pleh­nert’s miet­ma­schi­nen in ham­burg. am ir­ri­tie­ren­s­ten ist na­tür­lich, dass der la­den in ham­burg und nicht in ber­lin ist.


Photo by felix schwenzel on March 12, 2016. Keine Fotobeschreibung verfügbar..

lef­to­vers.


Photo by felix schwenzel on March 12, 2016. Keine Fotobeschreibung verfügbar..

lef­to­vers.


café-ver­such im real: of­fen­bar ge­schei­tert (bei ber­lİn sey­İd­oĞlu bak­la­va­la­ri)


(bei aldi nord)


lieb­lings­spam der wo­che

felix schwenzel in notiert

„let­ter­man says his alz­hei­mer’s is over and he can now re­mem­ber all his li­nes“

[nach­trag 12.03.2016]

hier stand zu­erst in der über­schrift: „in­klu­si­ve dep­pen­apo­stroph“ — das apo­stroph ist aber rich­tig, weil es alz­hei­mer’s di­se­a­se heisst. ich bin also in die­sem fall der depp.


Photo by felix schwenzel in Neues Stadtschloß Humboldt Forum. Keine Fotobeschreibung verfügbar..

eine eta­ge der mo­der­nen fas­sa­de am schloss ist an­ge­klebt. #hum­bold­fo­rum


house of cards s04e06 (chap­ter 45)

felix schwenzel in gesehen

die­se fol­ge könn­te auch gut das staf­fel­en­de sein, aber es kom­men noch 7 fol­gen. clai­re und frank un­der­wood nä­hern sich wie­der ein biss­chen an und frank un­der­wood ge­steht, in ge­wis­ser wei­se, sei­ne nie­der­la­ge ge­gen sei­ne frau ein. das ist be­mer­kens­wert, aber clai­re ist eben auch be­mer­kens­wert. sehr schön in­sze­niert wur­de das ver­hand­lungs­ge­schick von clai­re in der ver­hand­lungs­se­quenz mit dem rus­si­schen prä­si­den­ten pe­trov — mit dem sie sich auf ein wun­der­ba­res — ja, sor­ry — pim­melfech­ten ein­lässt. pe­trov reizt clai­re aufs blut, als er ihr sagt, ohne ih­ren mann wäre sie nichts als ein hüb­sches ge­sicht, was sie zu ei­nem kur­zen, ru­hig vor­ge­tra­ge­nen lüf­ten des rhe­to­ri­schen, di­plo­ma­ti­schen schlei­ers nutzt, um gleich dar­auf wie­der die hand aus­z­tu­stre­cken.

ich be­zweif­le zwar, dass ver­hand­lun­gen auf die­sem ni­veau je­mals funk­tio­niert ha­ben, aber in der se­ri­en­lo­gik er­gibt das al­les sinn und passt.

ab­ge­se­hen da­von, wur­de ich in die­ser fol­ge zeu­ge von ei­ni­gen wirk­lich gut ge­mach­ten alp­traum­se­quen­zen und von zwei be­mer­kens­wert gu­ten öf­fent­li­chen auf­trit­ten. die fik­ti­ven, in­sze­nier­ten re­den von frank un­der­wood fin­de ich im­mer sehr höl­zern und un­über­zeu­gend, aber die kur­ze stel­lung­nah­me von clai­re un­der­wood, vor dem pres­se­corps des weis­sen hau­ses, war gran­di­os, vor al­lem, weil wir als zu­schau­er wis­sen, dass es al­les was sie sag­te er­stun­ken und er­lo­gen war. der an­de­re öf­fent­li­che auf­tritt, der mir sehr ge­fal­len hat, auch als po­li­ti­sche aus­sa­ge ab­seits der se­ri­en­lo­gik, war der von hea­ther dun­bar. ko­mi­scher­wei­se kam die­ser auf­tritt, in der se­ri­en­lo­gik, nicht be­son­ders gut an und dürf­te die kam­pa­gne von hea­ther dun­bar wohl in erns­te schwie­rig­kei­ten brin­gen.

mei­ne ein­schöt­zung zu hea­ther dun­bars aus­sa­ge („toll, bril­li­ant, ge­nau­so macht man das!“) zeigt wohl auch, dass ich von po­li­ti­scher PR nicht den hauch ei­ner ah­nung habe.

an der klatsch­front ginbt es zu be­rich­ten, dass nun auch frank un­der­wood eine neue fri­sur hat, nach­dem es in den vor­he­ri­gen staf­feln mehr­fach um clai­re un­der­woods haar­far­be ge­gan­gen ist, geht’s jetzt um die des prä­si­den­ten.


house of cards s04e05 (chap­ter 44)

felix schwenzel in gesehen

gu­ter cliff­han­ger am ende der fol­ge. hand­lungs­mäs­sig pas­siert nicht viel neu­es — oder nichts, dass sich nicht schon in der vor­he­ri­gen fol­ge an­ge­kün­digt hät­te. clai­re un­der­wood drückt kräf­tig aufs gas, um ihre po­li­ti­schen am­bi­tio­nen durch­zu­set­zen und zeigt, dass frau­en auch sehr gute arsch­lö­cher sein kön­nen.

(wun­der­ba­rer ar­ti­kel von khuê pham in der zeit (blend­le €), mit dem noch wun­der­ba­re­ren ti­tel: „die frau als arsch­loch“)

die fol­ge war in null kom­ma nix vor­bei, was ei­gent­lich ein ziem­lich gu­tes zei­chen ist.


Kann nie Prä­si­den­tin wer­den, weil Kol­le­ge täg­lich so viel Kom­pro­mat mit­schnei­det, dass da der bes­te Cam­paign Ma­na­ger nichts mehr ma­chen kann

Pa­tri­cia Camma­ra­ta (@das­nuf11.03.2016 13:37


trau­er­mü­cken­pla­ge im ate­lier wg ge­ra­ni­en­über­win­te­rung. kle­be­fal­len auf­ge­stellt aber kle­ben lie­ber an öl­bil­dern und (!) ein­ge­fet­te­ten lip­pen

ka­tia (@kne­tag­abo11.03.2016 12:22


"Der Um­welt zu­lie­be, wasch isch misch heu­te nisch." Kind 3.0 kennt die wich­ti­gen Ar­gu­men­te.

Pa­tri­cia Camma­ra­ta (@das­nuf11.03.2016 7:43


li­mit­less s01e17 (clo­se en­coun­ters)

felix schwenzel in gesehen

pri­ma fol­ge, wie­der mal. der fall in die­ser fol­ge ist zwar et­was an den haa­ren her­bei­ge­zo­gen, aber bri­an’s kon­flik­te, bzw. die fra­ge, wie er wahr­heit, lüge und loya­li­tät ge­gen­über de­nen die ihm na­he­ste­hen und den gren­zen die ihm das FBI und se­na­tor ed­ward mor­ra auf­er­legt ha­ben un­ter ei­nen hut bringt, die­se kon­flik­te es­ka­lie­ren in die­ser fol­ge et­was. bri­an’s welt bricht qua­si zu­sam­men, aber das ist schön ru­hig und un­auf­ge­regt — ohne über­dra­ma­ti­sie­run­gen — in­sze­niert. mir ge­fällt die rich­tung in die sich li­mit­less wei­ter­ent­wi­ckelt und die gren­zen von bri­ans gut­men­schen­tum aus­lo­tet. das wort gut­men­schen­tum be­nut­ze ich hier aus­drück­lich in ei­nem po­si­ti­ven kon­text, denn ge­nau die fra­ge, wie wir, trotz äus­se­rer zwän­ge, trotz in­ne­rer kon­flik­te, das gute mit dem nö­ti­gen, aber we­ni­ger gu­ten, aus­glei­chen, ist na­tür­lich eine fra­ge, die wir uns alle stel­len (soll­ten). die kon­zen­tra­ti­on auf bri­ans grund­flikt, statt auf su­per­hel­den-ac­tion oder ela­bo­rier­te ver­schwö­rungs­theo­rien, hält ei­ner­seits das pro­duk­ti­ons­bud­get un­ter dem de­ckel und macht die se­rie eben auch in­ter­es­sant, auch wenn nicht je­der aspekt der se­rie wirk­lich bril­li­ant ge­löst ist.

noch fünf fol­gen in die­ser staf­fel — und ich bin sehr ge­spannt, wie die ge­schich­te wei­ter­ge­dreht wird.