dass agents of s.h.i.e.l.d das spiel hydra, nicht hydra, vielleicht doch hydra, doch nicht hydra, gerne spielt, ist seit 3 staffeln bekannt. in dieser folge dreht sich dieses karussell wieder mal kräftig — und kurz danach wieder zurück.
adrian pasdar tut in dieser folge als zackiger und gleichzeitig tapsiger general glenn talbot alles um anstädnig für comic relief zu sorgen, aber irgendwie passt in dieser folge nichts so richtig zusammen. es passiert einiges, aber alles klemmt ein bisschen. daisy, zum beispiel, ist die ganze folge über schlecht gelaunt und will sich zuerst mit lincoln prügeln, pardon, mit ihm faustkampf trainieren, seitdem trägt sie, gut sichtbar, einen super straff sitzenden sport-BH unter ihrem luftigen t-shirt, dann streiten sie sich übers impfen und dann wollen sie — natürlich — ficken. dafür entledigt sie sich in windeseile ihres t-shirt und der BH, den sie noch vor 2 sekunden trug, ist weg. so wie dieser winzige continuity-fehler, fühlte sich die ganze folge an: alles eher so naja.
naja, kann ja nur wieder besser werden. vielleicht.
laaaangweilig. ich habe selten so einen langweiligen staffelauftakt gesehen. man merkt schon, dass viel mühe in die zeichnung der charaktere gesteckt wurde, nur leider ist das alles furchtbar platt und langweilig. ich weiss zwar nicht mehr, wie der staffelauftakt der ersten staffel war, aber ich bin sicher er war interessanter, weil ich nach der ersten folge lust hatte weiterzuschauen. nach dieser folge, würde ich lieber kressesamen bei keimen zusehen, als weiter daredevil zu gucken.
die hauptfigur der serie, matt murdock, fand ich schon in der ersten staffel unsympathisch, ganz grandios fand ich allerdings den bösewicht der ersten staffel, wilson fisk, wunderbar gespielt von vincent d'onofrio. in dieser zweiten staffel habe ich noch nichts gefunden, was mich interessiert oder der stange hält. eine folge geb ich der serie noch — sobald mich die kresse langweilt.
Wer sich respektvollen und reflektierten Feminismus wünscht, sollte damit anfangen, eine respektvolle, reflektierte Feministin zu sein.
das prägende stilmittel in dieser folge war neu und teilweise ziemlich witzig: brian finch erzählt geschichten aus seinem leben (und seiner phantasie) und man sieht, wie die protagonisten mit brians stimme sprechen. besonders witzig ist das in den szenen, in denen brian betrunken ist, weil dann die protagonisten seiner erzählungen ebenfalls lallen. zwar wurde das stilmittel über die sendung hinweg etwas zu oft benutzt, aber es zeigt, warum ich limitless sehr gerne mag: es ist verspielt und experimentierfreudig und schafft es dennoch seine geschichte zügig zu erzählen.
brian finch ist in dieser folge in russland, und im gegenteil zu manch anderer serie wird auch der umgang mit des landessprache spielerisch und schlüssig dargestellt. brian unterhält sich mit den russen auf russisch, das spricht er ja, wenn er auf NZT ist, und wenn er dann russisch spricht, wird die sendung kurz angehalten, zurückgespult und darauf hingewiesen, dass er jetzt zwar russisch spreche, aber als zuschauerservice der rest der szene jetzt dennoch auf englisch gezeigt werde.
wirklich vorangekommen ist die geschichte in dieser folge zwar nicht, keiner seiner inneren oder äusseren konflikte wurde gelöst, aber finch hatte in russland zeit über seine probleme nachzudenken und ein bisschen rumzuvögeln. der love-interest ist wie immer ein bisschen schwer nachvollziehbar, aber das passt schon.
in der zwischenzeit habe ich gelesen, dass limitless schon vor einer weile den sendeplatz von person of interest übernommen hat und dass CBS offensichtlich mehr interesse an der fortsetzung von limitless hat, als an der von person of interest — POI ist eine fremdproduktion (warner brothers), limitless wird von CBS selbst produziert. eine entscheidung, in der es bedauerlicherweise eher um rendite, als um inhalte geht. daran musste ich denken, als ich peer schaders jüngsten text über amazon las, speziell diesen absatz:
Amazon denkt anders. „At Amazon we like things to work in five to seven years“, hat Jeff Bezos schon vor Jahren in „Wired“ erklärt. „We're willing to plant seeds, let them grow – and we're very stubborn.“ Anders gesagt: Amazon verschiebt das Geldverdienen auf später. Viel später. […] Das macht Amazon als Angreifer in vielen Branchen so gefährlich. In der TV-Branche ist die Situation besonders kritisch, weil durch renditegetriebene Entwicklungen notwendige Investitionen in Inhalte vernachlässigt wurden.
während die grossen sender ihre rendite optimieren, bemühen sich amazon (und netflix) darum, ihren zuschauern in den hintern zu kriechen. bleibt natürlich zu hoffen, dass POI, wenn es jetzt quasi, durch eine verkürzte staffel, renditegetrieben aus dem CBS-programm geworfen wird, von netflix oder amazon aufgenommen und weitergeführt wird. denn die geschichte von person of interest dürfte noch lange nicht auserzählt sein. immerhin scheint limitless dann mindestens noch eine staffel weiterzugehen, was mich, ganz offensichtich, freuen würde.
peer schader über amazons geschäftsfelder und warum amazon gerade im fernsehsektor gefährlich für die branche werden könnte. weil man das aber wohl erst in 5 bis 7 jahren merkt, ist die meute noch nicht aufgescheucht.
bei anderen serien nervt es mich, wenn die geschichte so dahin plätschert. bei better call saul nicht, im gegenteil. als dieese folge zuende war dachte ich: könnte das vielleicht noch ein paar stunden so weitergehen? kim, wie sie gegen wände rennt, bis sich eine tür öffnet; chuck, wie er stämdig in seinem jacket raschelt; jimmy wie er ständig gegen die wand rennt, bis sie nachgibt; mike, wie er stoisch und etwas schräg guckend durch die welt geht, auf der suche nach ruhe.
das einzige was ein bisschen nervt ist — jimmy mcgill, aber das macht die anderen figuren umso sympathischer und interessanter.
auch prima: obwohl die geschichte von folge zu folge komplexer wird und sich ständig neue handlungsstränge auftun, die parallel erzählt werden, bleibt eigentlich alles übersichtlich. das liegt auch daran, dass die meisten zuschauer bereits einen blick in die zukunft geworfen haben und einige der neuen figuren, eigentlich alte bekannte sind. andererseits sind einige der neuen handlungsstränge lediglich blicke in die vergangenheit, die weniger zur komplikation, als zur aufhellung dienen.
kurz: hat wieder spass gemacht, kann von mir aus so weitergehen.
diese folge hat, wie die letzte, eher genervt. nicht so schlimm, wie die letzte, aber immer noch. völlig unverständlich, wie in fast allen agenten-filmen, ist die liebelei zwischen jonathan pine und ropers frau. offenbar ist das eine schlimme spion-geschichten-schreiber-macke, dem spion eine liebschaft mit der frau oder geliebten des oberbösewichts oder eine erektile überfunktion anzudichten.
glücklicherweise teilen die führungsoffiziere von pine meine einschätzung. angela burr teilt ihm telefonisch mit: „you blew your mission!“, er habe seine mission in den sand gesetzt. hat er natürlich nicht, bzw. er sieht’s anders und verweigert den befehl, die mission zu beenden.
neben dem turteln sieht man in dieser folge vor allem sehr viele vertragsunterzeichnungen, ein paar reisen um die welt und auch ein paar klassische szenen in und um schlecht beleuchtete überseecontainer. darauf mag heutzutage kaum ein videospiel, film oder fernsehserie verzichten.
zwischendurch erzählt angela burr noch eine geschichte, wie sie zufälig mit richard roper zeugin eines sarin-angriffs wurde — und während sie schockiert und traumatisiert gewesen sei, habe roper dort, im angesicht des elends und des todes, vor allem eine geschäftidee gesehen. ich dachte eigentlich, dass roper mittlerweile ausreichend als ultraböser und gewissenloser megabösewicht etabliert sei, aber die toten die seinen weg säumen, reichen den drehbuchschreibern offenbar noch nicht. die boshaftigkeit ropers muss dem publikum nochmal extra unter die nase gerieben werden, statt die handlung voranzubringen.
weil in dieser folge etwas mehr passierte, ein bisschen spannung aufkam und nicht alles völlig absurd wirkte, bin ich nicht so enttäuscht wie letztes mal. trotzdem habe ich drei tage gebraucht, bis ich die folge zuende gesehen habe, die gefahr dass ich vor staffelende das interesse verliere, ist nach wie vor akut.
„Ein Dachrestaurant, womöglich mit großen Sonnenschirmen, würde letztlich zu einer Banalisierung des Bauwerks führen“, warnt Kahlfeldt.
haha, der war gut! das banalste gebäude der jüngeren architekturgeschichte, ein naiver, historisierender versuch die grossmannssucht der vergangen jahrhunderte per angeklebter fassde wieder aufleben zu lassen, wird nicht durch ein dachrestaurant banal, sondern ist es wegen der banalen grundidee schon längst. zur erinnerung, im rekonstruierten schloss wird kein könig oder kaiser hausen, das gigantische gebäude ist ein zweckbau, wie jedes andere x-beliebige gebäude in der stadt. stahlbetonskelet, fassade drankleben und dann den ganzen scheiss mit läden, büros oder veranstaltungsflächen füllen.
nur weil die angeklebte fassade im fall des schlossen etwas aufwändiger ausfällt und sich an einem jahrhunderte alten vorbild orientiert, wird aus einem banalen gebäude, noch lange kein sakrales.
buzzfeed vergleicht den umgang mit protestierenden von trump, mit dem von obama. ziemlich eindrücklich, dass man beinahe mitleid mit trump bekommen könnte, wegen seiner rhetorischen minderbegabung bekommen kann. wäre da nicht die bösartigkeit und die hemmungslose hetze von trump.
mir fällt dazu, und zu mancher anderen aktuellen poltischen konstellation noch folgendes ein: ich hab nichts gegen dumme oder unterdurchschnittlich intelligente menschen . im gegenteil, ich hab im laufe meines lebens mit vielen menschen zusammengearbeitet, bekanntschaft oder freundschaft geschlossen, die mit hoher wahrscheinlichkieit unterdurchschnittlich intelligent sind — aber auch mit vielen, die überdutrchschnittlich intelligent sind oder um ein viellfaches klüger als ich.
problematisch wird dummheit erst, wenn sie mit boshaftigkeit oder gemeinheit verbunden ist. aber intelligenz oder klugheit wird ebenfalls zu einem problem, wenn sie mit böswilligkeit oder niedertracht verbunden ist.
dean martin und katharina valente, ziemlich grossartig. durchgeprobt bis aufs äusserste und trotzdem wirkt alles echt und relativ spontan.
phillip lengsfeld findet die äusserungen eines ehemaligen lehrers von frauke petry „einfach unprofessionell“ und „ethisch fragwürdig“. ich nicht.
„erlebnisküche aus mesopotamien“ (bei marral)
als vorspeise habe ich einen baby-spinat-salat bestellt der wirklich sehr toll war. zwischen den spinatblättern befanden sich ein paar minz-blätter und der salat war mit hellen sultaninen, pinienkernen und feta-käse bestreut. insgesamt hatte der salat dadurch eine angenehme und interessante süss-saure note. esse ich gerne wieder.
die hauptspeise war lamm, angeblich filet, das ein bisschen zu fest und durch war und in einer art western-sosse getränkt war. das war durchaus lecker und wurde mit ein paar kläcksen humus und zwei anderen sossen serviert. das fleisch lag auf einem ruccola-bett, das auch sehr lecker angemacht war, aber noch ganze, zerdrückte kardamon-samen enthielt, auf denen rumzukauen mir kein vergnügen bereitete. erkennen konnte man die kardamonsamen auch erst im mund, weil der laden unfassbar düster war.
beim lamm war auch noch ein klecks rote-zwiebeln-salsa, dass ich schon von ottolenghi kannte. ottolenghi war auch die hauptassoziation des abends. die würzmischungen, bzw. geschmackserlebnisse waren denen von ottolenghi nicht unähnlich. viel süss, viel sauer, viel interessante exotik.
über die preise kann ich nicht klagen, alles absolut im rahmen.
Habe seit Soloalbum nichts mehr von Stuckrad-Barre gelesen, aber die Rezension von @diplix macht Bock auf Panikherz: wirres.net/article/articl…