alles

wo­her weisst du denn dass sich mit die­sem „me­ter­ed“ mo­dell ein wirt­schaft­lich trag­ba­res mo­dell auf­bau­en lässt?

fällt dir auf, dass du in ei­nem ab­satz be­haup­test, idea­lis­mus zah­le kei­ne rech­nun­gen und im nächs­ten idea­lis­mus und die un­ter­stüt­zung von „ver­trieb­li­chen Ex­pe­ri­men­ten“ for­derst?

ich wün­sche den kraut­re­por­tern er­folg mit ih­rem neu­en mo­dell, al­ler­dings konn­ten mich we­der die ma­cher über­zeu­gen war­um das funk­tio­nie­ren soll­te, noch dei­ne ar­gu­men­te (lieb­lings­ar­gu­ment: „that simp­le“, nur noch über­biet­bar mit „tscha­ka!“). im stu­dier­stüb­chen ei­nes öko­no­men mag das al­les sinn er­ge­ben was se­bas­ti­an es­ser, phil­ipp schwör­bel und du be­haup­ten, aber die pra­xis zeigt das die okö­no­mi­sche theo­rie der wirk­lich­keit und der kund­schaft hin­ter­her­hinkt. wenn man die kom­men­ta­re der abon­nen­ten un­ter der kraut­re­por­ter-an­kün­di­gung liest, in­spi­riert das neue „kon­zept“ die abon­nen­ten of­fen­bar eher zum ge­hen als zum blei­ben.

aus mei­ner sicht stellt sich die neue idee der KR wie folgt dar:

  • man re­du­ziert die le­ser­zah­len (in­dem man „tritt­brett­fah­rer“ aus­sperrt)
  • man ver­liert abon­nen­ten (weil sie das neue mo­dell als dealb­rea­k­er se­hen)
  • man hofft das die ver­blie­be­nen al­tabon­nen­ten den ver­trieb durch ar­ti­kel-emp­feh­lun­gen in gang brin­gen
  • und glaubt so neue abon­nen­ten zu ge­win­nen

wenn sich mit so ei­nem mo­dell rech­nun­gen be­zah­len las­sen: toll. aber um das zu glau­ben braucht man auch ne men­ge „wohl­fei­len“ idea­lis­mus.

das was die kraut­re­por­ter sich da vor­stel­len ist üb­ri­gens auch ein biss­chen tritt­brett­fah­re­risch: KR-abon­nen­ten sol­len künf­tig nicht nur zah­len, son­dern auch das ar­ti­kel-mar­ke­ting über­neh­men, mit links die nach 48 stun­den faul wer­den.

ich im letz­ten jahr habe vie­le KR-ar­ti­kel auf mei­nen ka­nä­len ge­teilt und tol­le in­hal­te ger­ne mul­ti­pli­ziert. aber mit links, die nach 48 stun­den ver­fau­len, wür­de ich mei­ne glaub­wür­dig­keit als ar­ti­kel-emp­feh­ler aufs spiel set­zen und mich lä­cher­lich ma­chen. es gibt im netz fast nichts schlim­me­res als tem­po­rä­re links (na gut, click­bait ist noch schlim­mer). in auf­ge­heiz­ten durch­lauf­er­hit­zern wie twit­ter oder face­book mag das funk­tio­nie­ren, aber wa­ren die kraut­re­por­ter nicht ge­nau aus an­de­ren grün­den an­ge­tre­ten als durch­lauf­er­hit­zer-jour­na­lis­mus zu ma­chen?


„kli­cken Sie bit­te hier.“

felix schwenzel in notiert

ich weiss nicht, nach wel­chen kri­te­ri­en ap­ple in ios9 die news auf der neu­en such­sei­te aus­sucht — oder wie die news über­tra­gen wer­den. ich fin­de aber die über­schrift von n24.de sehr cha­rak­te­ris­tisch.

jetzt wäre es je­den­falls schön her­aus­zu­fin­den, wie man schrott wie bild.de oder n24.de aus der news-an­zei­ge aus­fil­tert. ab­schal­ten geht, glau­be ich, zur not auch, aber die news-an­zei­ge ist für ei­nen kur­zen über­blick ei­gent­lich gar nicht schlecht. es fin­den sich auch klei­ne per­len wie die­ser spie­gel on­line ar­ti­kel dar­über, wie die ar­muts­mi­gra­ti­on deutsch­land in den letz­ten jahr­zehn­ten ge­prägt hat:

„Wer wan­dert, ist mo­ti­viert und bringt oft ge­nug Kennt­nis­se und Fä­hig­kei­ten schon mit“, sagt der Wirt­schafts­his­to­ri­ker Al­brecht Rit­schl von der Lon­don School of Eco­no­mics. „Die sprich­wört­li­che ame­ri­ka­ni­sche Tel­ler­wä­scher­kar­rie­re ist eine Ein­wan­der­er­kar­rie­re.“

Die Ar­muts­mi­gra­ti­on ge­hört von Be­ginn an auch zu Deutsch­land. So lan­ge es dem Land gut ging, wan­der­ten im­mer wie­der gro­ße Be­völ­ke­rungs­grup­pen ein - in der Hoff­nung, hier eine Ar­beit zu fin­den und da­mit ge­nü­gend Geld zu ver­die­nen, um ihre Fa­mi­lie zu er­näh­ren. In schlech­ten Zei­ten hin­ge­gen such­ten vie­le Deut­sche ihr Glück im Aus­land. So wie sich in Duis­burg heu­te vie­le pol­ni­sche, tür­ki­sche, spa­ni­sche oder ser­bi­sche Na­men fin­den, durch­zie­hen deut­sche Na­men Städ­te in den USA oder in Bra­si­li­en.


Photo by felix schwenzel on September 13, 2015. Keine Fotobeschreibung verfügbar..

ers­te vor­be­rei­tun­gen zur weih­nachts­ein­stim­mung lau­fen be­reits.



die na­men bei von künst­lern ku­ra­tier­ten grup­pen­aus­stel­lun­gen äh­neln auch im­mer mehr de­nen, die von der deut­schen bank ku­ra­tiert wur­den

ka­tia (@kne­tag­abo12.09.2015 18:42


horst see­ho­fer-for­dert.

kat­ja­ber­lin (@kat­ja­ber­lin12.09.2015 13:28


ich habe eine email von go­dad­dy be­kom­men.
ICH HABE EINE EMAIL VON GO­DAD­DY BE­KOM­MEN!


naja, jähr­li­che abo­ge­bühr und ein­zel­ar­ti­kel­ver­kauf sind doch ge­ra­de nicht das glei­che. @blend­le ist toll, weil ich da nicht se­pa­rat (abo-) mit­glied bei FAS, SPIE­GEL oder ZEIT wer­den muss und ich ein­fa­chen zu­griff er­hal­te, den es vor­her so nicht gab. blend­le öff­net ge­schlos­se­ne blät­ter. @kraut­re­por­ter schliesst jetzt ein of­fe­nes ma­ga­zin, machts kom­pli­ziert und er­mög­lichst auch kei­nen ein­zel­ar­ti­kel­kauf.


*

  kraut­re­por­ter.de: Lie­be Kraut­re­por­ter-Mit­glie­der,

Nur Kraut­re­por­ter-Mit­glie­der kön­nen in Zu­kunft un­se­re Bei­trä­ge le­sen. […] War­um die­se Än­de­rung? Ers­tens ist es fai­rer. Vie­le Mit­glie­der ha­ben uns im Lauf des ver­gan­ge­nen Jah­res ge­fragt, war­um sie für et­was zah­len sol­len, was an­de­re kos­ten­los er­hal­ten. Die­ses Tritt­brett­fah­rer­pro­blem lö­sen wir.

er­staun­lich, mit wel­cher läs­sig­keit die kraut­re­por­ter von ei­ner fehl­ent­schei­dung zur nächs­ten stol­pern. im­mer­hin er­ken­nen se­bas­ti­an es­ser und phil­ipp schwör­bel, dass das her­un­ter­las­sen der ja­lou­sien im schau­fens­ter auch eine doo­fe idee sein könn­te und re­la­ti­vie­ren die idee, bzw. ma­chen ihre un­ent­schlos­sen­heit öf­fent­lich:

Wie im­mer: Es ist ein Ver­such. Wir wol­len aus­pro­bie­ren, ob Kraut­re­por­ter da­durch ge­winnt.

na­tür­lich könn­te man auch aus­pro­bie­ren, ob kraut­re­por­ter da­durch ge­winnt, wenn man es von 16 jäh­ri­gen voll­schrei­ben lässt oder die co­mic sans schrift be­nutzt. man könn­te auch mit ar­ti­keln über das paa­rungs­ver­hal­ten von bin­den­wa­ra­nen oder die ge­sell­schafts­for­men der fal­schen ku­ckucks­wes­pe ex­pe­ri­men­tie­ren.

da­bei ist ist die ant­wort auf die fra­ge, war­um man als kraut­re­por­termit­glied für et­was be­zah­len soll, was an­de­re kos­ten­los er­hal­ten ganz ein­fach: um die kraut­re­por­ter über­haupt zu er­mög­li­chen. um et­was, von des­sen sinn man über­zeugt ist, zu un­ter­stüt­zen.

mög­li­cher­wei­se be­kommt die gala-re­dak­ti­on des öf­te­ren an­ru­fe von em­pör­ten käu­fern, die ge­se­hen ha­ben, dass die gala in arzt­pra­xen, fri­seur­sa­lons oder flug­zeu­gen kos­ten­los aus­liegt. wä­ren se­bas­ti­an es­ser und phil­ipp schwör­bel ge­schäfts­füh­rer der gala, wür­den sie wahr­schein­lich als re­ak­ti­on auf die 2 bis 3 jähr­li­chen be­schwer­den die be­lie­fe­rung von le­se­zir­keln ein­stel­len und gala-käu­fer ver­pflich­ten, das heft nur an freun­de und be­kann­te (für ma­xi­mal 48 stun­den) leih­wei­se ab­zu­ge­ben.

aber im ernst: wie kann man so kni­epig und ego­zen­trisch (oder mö­wig) sein und ernst­haft den­ken, dass din­ge für die man be­zahlt hat, nicht von an­de­ren mit­ge­nutzt wer­den soll­ten? zu­mal die an­de­ren ei­nem nichts weg­neh­men, ab­nut­zen oder ver­sper­ren. das ist so, als wenn man er­war­ten wür­de, sich mit spen­den ans rote kreuz eine ex­klu­si­ve selbst-ver­sor­gung zu er­kau­fen, oder mit an­de­ren wor­ten: aso­zi­al. ehr­lich­ge­sagt, möch­te ich mit sol­chen leu­ten nicht in ei­nem club sein.

aber viel­leicht irre ich mich ja auch und das ein­mau­ern von tex­ten, in eine schlecht pro­gram­mier­te und ru­cke­li­ge web­sei­te, stellt sich als ge­nia­ler schach­zug her­aus. viel­leicht schaf­fen es die kraut­re­por­ter ja mit der ra­di­ka­len re­du­zie­rung ih­rer le­ser­zah­len an mehr le­ser zu kom­men.

(p.s.: ich bin auch im zwei­ten jahr kraut­re­por­ter-mit­glied.)


es geht auch kür­zer:

@di­plix @kraut­re­por­ter den Ge­dan­ken zu Ende ge­dacht: Fin­det ei­nen Mil­lio­när der das fi­nan­ziert und als ein­zi­ger Le­ser fun­giert. Für aufm Klo

re­al­di­ckens (@re­al­di­ckens12.09.2015 9:52


An­yo­ne else ner­vous­ly che­cking their pho­ne for a On­e­Re­pu­blic al­bum?

Pin­board (@Pin­board09.09.2015 22:20


be­quem­lich­keit / al­les strömt

felix schwenzel

der fort­schritts­mo­tor num­mer eins ist — be­quem­lich­keit.

ir­gend­wer hat mal ge­sagt, dass wir 80 pro­zent un­se­rer le­bens­zeit mit dem ver­such ver­brin­gen, zeit zu spa­ren. un­ser le­ben be­steht zum gros­sen teil aus hoff­nung auf und dem drang zu mehr be­quem­lich­keit.

na­tür­lich ist das wis­sen der welt nicht erst seit dem in­ter­net oder seit al­ta­vis­ta oder seit goog­le zu­gäng­lich. es war al­les schon lan­ge da — und zu­gäng­lich — be­vor der ers­te smi­ley durch das in­ter­net floss. es war nur nicht so be­quem. man muss­te rei­sen, in bi­blio­the­ken ge­hen, mit leu­ten re­den. dank des in­ter­nets ist der zu­gang zu in­for­ma­tio­nen viel be­que­mer.

ko­lum­bus ist auch nach ame­ri­ka ge­kom­men, mar­co polo nach chi­na (viel­leicht). das flug­zeug, das auto oder die bahn ha­ben wir ent­wi­ckelt, da­mit das rei­sen be­que­mer (und schnel­ler) wird.

be­quem­lich­keit, oder ge­nau­er, die ver­bes­se­rung der be­quem­lich­keit, hat vie­le ne­ben­ef­fek­te. er­höh­ter CO₂-aus­stoss, sich auf­schau­keln­de ver­netz­te sys­te­me, em­pö­rungs- und agi­ta­ti­ons­wel­len, be­schleu­ni­gung oder kat­zen­bil­der­flu­ten. man­che der ne­ben­ef­fek­te sind vor­her­seh­bar, die meis­ten nicht. trotz­dem wol­len wir in der re­gel nicht zu­rück zum vor­he­ri­gen, un­be­que­me­ren zu­stand, auch wenn die ne­ben­ef­fek­te un­an­gen­hem sind. die neu­en pro­ble­me, glau­ben wir, las­sen sich schon ir­gend­wie lö­sen.

ar­ti­kel­bil­der die eine start­bahn zei­gen, un­ter­strei­chen die vi­sio­nä­re qua­li­tät des ar­ti­kels

mo­bil­te­le­fo­ne kön­nen fast nichts, was nicht auch schreib­tisch­com­pu­ter könn­ten. es ist aber um ein viel­fa­ches be­que­mer ein taxi mit dem was man in der hand hat zu be­stel­len, als eine te­le­fon­zel­le da­für zu be­nut­zen oder an den schreib­tisch zu lau­fen. es ist be­que­mer sich das wet­ter in der hand­flä­che an­zei­gen zu las­sen, als ei­nen me­tero­lo­gen an­zu­ru­fen und nach dem wet­ter zu fra­gen.

die vor­tei­le von be­stimm­ten tech­no­lo­gien leuch­ten uns so­fort ein, wenn wir die tech­no­lo­gie se­hen, be­rüh­ren und be­nut­zen, selbst wenn sie noch nicht zu 100% aus­ge­reift sind. die vor­tei­le, die neu­en be­quem­lich­kei­ten von tech­no­lo­gie zu er­ken­nen, be­vor wir sie se­hen, an­fas­sen oder aus­pro­bie­ren kön­nen, fällt uns aber ei­gen­tüm­lich schwer. leu­te die das kön­nen, ver­un­glimp­fen wir ger­ne als „vi­sio­nä­re“, die zum au­gen­arzt müs­sen oder als su­per­bö­se­wich­te oder als irre.

so­lan­ge wir den kom­fort neu­er be­quem­lich­kei­ten nicht am ei­ge­nen leib spü­ren, sind wir oft zu be­quem für neue be­quem­lich­kei­ten.


Die Faul­heit ist Mut­ter der Ef­fi­zi­enz. #six­words für @cer­vus

Mar­kus An­ger­mei­er (@kos­mar30.11.2007 9:04

be­vor das jetzt mit mei­nen be­quem­lich­keits-as­so­zia­tio­nen zu ab­surd wird, noch ein letz­tes bei­spiel. das www hat tim ber­ners-lee na­tür­lich auch aus be­quem­lich­keit er­fun­den: ein hy­per­link er­spart eine zu­sam­men­fas­sung oder das zi­tie­ren. ein klick ist be­que­mer als die ein­ga­be ei­ner adres­se oder das nach­schla­gen in ei­nem ka­ta­log. web­sei­ten ha­ben un­ser le­ben be­que­mer ge­macht, seit über 10 jah­ren kön­nen wir, bei­spiels­wei­se, bü­cher per klick auf ei­nen hy­per­link be­stel­len. ge­ne­rell könn­te man sa­gen: die (wei­ter-) ent­wick­lun­gen von web­tech­no­lo­gien in den letz­ten 15 oder 20 jah­ren, dien­ten vor al­lem der be­quem­lich­keit und der be­nut­zer­freund­lich­keit.

face­book macht es be­que­mer sich ge­burts­ta­ge von ver­wand­ten und be­kann­ten zu mer­ken, cloud­ba­sier­te ka­len­der oder pho­to­spei­cher ma­chen es be­que­mer fa­mi­li­en­ge­döns zu or­ga­ni­sie­ren oder zu tei­len. aber dort hört es nicht auf. es geht im­mer wei­ter, im­mer be­que­mer soll es wer­den.

statt auf ei­nen link zu ei­nem ar­ti­kel zu kli­cken und auf den sei­ten­auf­bau und das la­den der an­zei­gen und tra­cker zu war­ten, wol­len ap­ple und face­book und goog­le und vie­le an­de­re das le­sen be­que­mer, kom­for­ta­bler und schnel­ler ma­chen. face­book mit in­stant ar­tic­les, ap­ple mit sei­ner ap­ple news app und goog­le und mi­cro­soft be­stimmt auch mit ir­gend­was.

das kann man gut fin­den und sich über die vorrausscht­li­chen be­quem­lich­keits­ver­bes­se­run­gen freu­en, oder eben nicht:

@di­plix Mir ge­fällt die Vor­stel­lung ei­nes Pres­se-Sys­tems, das nur noch auf Platt­for­men von US-Fir­men statt­fin­det, nicht. Dir?

Chris­ti­an Stö­cker (@Chris­Stoe­cker11.09.2015 9:21

[auch po­le­misch, aber trotz­dem auf­fäl­lig, dass die re­cher­che des „Pres­se-Sys­tems“ heut­zu­ta­ge be­reits zum gros­sen teil auf „Platt­for­men von US-Fir­men“ statt­fin­det.]

ge­gen die mul­ti­plen trends zur ver­ein­fa­chung und be­quem­lich­keit kommt man mit ame­ri­ka- und tur­bo­ka­pi­ta­lis­mus-kri­ti­schen schein­ar­gu­men­ten kaum an. das ist ge­nau­so aus­sichts­los wie frei­bier-macht-fett-rufe. wenn’s be­que­mer, bes­ser, schnel­ler oder ab­len­kungs­frei­er ist, wird ein an­ge­bot — mit sehr ho­her wahr­schein­lich­keit — an­ge­nom­men. je mehr ech­te be­quem­lich­keit ein an­ge­bot bie­tet, des­to eher und rai­ka­ler setzt es sich durch.

des­halb wird sich (glau­be ich) blend­le durch­set­zen, des­halb wer­den sich an­ge­bo­te wie face­book in­stant ar­tic­les oder ap­ple news durch­set­zen. nicht weil es sich um „Platt­for­men von US-Fir­men“ oder an­ge­bo­te ei­ner nie­der­län­di­schen fir­ma han­delt, son­dern weil sie plötz­lich da sind und nicht nur be­quem­lich­keit ver­spre­chen, son­dern auch lie­fern.

ir­gend­wann wird chris­ti­an stö­cker auf­schrei­ben, war­um ein „Pres­se-Sys­tems, das nur noch auf Platt­for­men von US-Fir­men“ läuft, un­vor­teil­haft ist. wahr­schein­lich wird er in vie­len, wenn nicht so­gar al­len punk­ten, die er auf­schrei­ben wird, recht ha­ben. aber er wird mit sei­nem text ge­gen die müh­len der be­quem­lich­keit an­ren­nen und wir, die wo­mög­lich be­reits die neue be­quem­lich­keit ge­nies­sen, wer­den ihn dann wohl nur noch aus der ent­fer­nung ru­fen hö­ren — und ganz si­cher nicht um­keh­ren.


die sa­che mit dem kon­troll­ver­lust zeich­net sich seit jahr­zehn­ten, als ein al­les durch­drin­gen­des phä­no­men, in al­len ge­sell­schaft­li­chen be­rei­chen ab. mi­cha­el see­mann weist uns da fast täg­lich drauf hin. wir ver­lie­ren zu­neh­mend die kon­trol­le über un­se­re pri­vat­s­hä­re, die kul­tur­in­dus­trie ver­liert die kon­trol­le über ihre pro­duk­te und der jour­na­lis­mus ver­liert die kon­trol­le über sei­ne ver­triebs­we­ge. in den 80iger jah­ren konn­ten wir uns noch ge­gen eine volks­zäh­lung weh­ren, die film­stu­di­os den ki­nos ihre be­din­gun­gen dik­tie­ren und die ver­le­ger si­cher sein, dass die leu­te ihr be­druck­tes pa­pier kau­fen — und sei es we­gen der klein­an­zei­gen. jetzt strö­men un­se­re da­ten frei durchs in­ter­net, die fil­me und se­ri­en der film­stu­di­os eben­so und jour­na­lis­ten fra­gen sich, wie sie in der to­sen­den bran­dung der in­ter­net­strö­me noch auf­merk­sam­keit oder geld er­rei­chen kön­nen.

al­les strömt und streamt. und ir­gend­wie fin­den wir es alle OK — weil es so furcht­bar be­quem ist.


*

  Mr. Ro­bot

 A com­pu­ter pro­gramm­er working for a cy­ber-se­cu­ri­ty firm is re­crui­ted by a shadowy or­ga­niza­ti­on de­di­ca­ted to the de­s­truc­tion of cor­po­ra­te Ame­ri­ca.


*

  Halt and Catch Fire

 A trio of re­ne­ga­de te­chi­es in 1980s Te­xas launch a ris­ky pro­ject amidst the per­so­nal-com­pu­ter boom.





Snap adri­vill­so95
#gum #pump #can­dy #sweet #in­sta­li­ke #insta­dai­ly #in #ins­ta­good #in­sta­mood #vsco #vsco­grid #pink #hands #ring #bell #jw #gir­ly #cute #cu­te­mood #ko­re­an­food #pro­duc­tion #vi­deo

Adria­na Vil­la­gra (@te­trist­ruz_11.09.2015 22:09


beim sen­den ei­nes feh­lers an ap­ple ist ein feh­ler auf­ge­tre­ten. #wtf


links vom 11.09.2015

felix schwenzel

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  kraut­re­por­ter.de: Sie mah­nen ab. Sie kas­sie­ren. Wer sind Wal­dorf From­mer?   #

the­re­sa bäu­er­lein hat die kanz­lei wal­dorf from­mer be­sucht und sich von björn from­mer be­ein­dru­cken las­sen. ich habe björn from­mer mal (vor drei jah­ren) auf ei­ner ver­an­stal­tung zu­schau­en dür­fen und muss sa­gen, das mit der lei­den­schaft emo­tio­na­li­tät von björn from­mer stimmt. je­den­falls hält björn from­mer „die ju­gend“ für ver­saut: „die ver­sau­te ju­gend und das ur­he­ber­recht

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  buzzfeed.com: The Sum­mer TV He­art­throb No One Saw Co­ming   #

schö­nes por­trait vom gran­dio­sen rami ma­lek, der in mr. ro­bot el­li­ot al­der­son spielt. ent­hält spoi­ler. via

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  spie­gel.de: Flücht­lin­ge in Deutsch­land: Auf die Eu­pho­rie folgt die Angst   #

sehr schö­ne wort­spie­le­rei von ja­kob aug­stein oder dem zu­stän­di­gen re­dak­teur:

Kom­men mit den Flücht­lin­gen die Ter­ro­ris­ten? Droht die Is­la­mi­sie­rung des Abend­lan­des? Ru­hig, Brau­ner!

*

  longreads.com: The Man Who Be­ca­me Ker­mit   #

por­trait von ste­ve whit­mo­re, dem mann der die rol­le des ker­mit von jim han­son über­nahm.

Spea­king to John Fle­ming of the Tam­pa Bay Times in 2013, Ba­sil Jo­nes, [co-foun­der of Hand­spring Pup­pet Com­pa­ny said,] “As hu­man beings we hate the idea that things die fo­re­ver, and we love the idea that things can be re­sur­rec­ted. I think pup­pe­try is an act of re­sur­rec­tion.”


the world needs more spi­ral stair­ca­ses. #tgif

gre­gor klar (@gre­gor­klar11.09.2015 9:54


#Ho­tel backside @ #bren­ner­stras­se #Ham­burg #StGe­org
#red #fa­ca­de
#rot #rot­de­sta­ges #Fas­sa­de

Check out: #merz­lights

Mar­kus Merz (@mar­kus.merz11.09.2015 13:07



Das "Twit­ter-Hash­tag-An­trags­for­mu­lar" des @ZDF. Kei­ne Poin­te. pic.twit­ter.com/kbruF­BY­xQ8

Kars­ten Wer­ner (@Kars­ten­Wer­ner11.09.2015 10:32


(letz­te) ver­ständ­nis­fra­ge: be­nutzt ihr so vie­le tra­cker von drit­ten weil ihr es wollt, oder weil die wer­be­kun­den es wol­len?

(sie­he auch)