ti_leo kann sich besser konzentrieren, ist schneller und sorgfältiger als ich. dafür habe ich meine arbeitsleistung über die zeit verbessert, sie hat nachgelassen.
oder anders gesagt: in dem was ich mache bin ich unterdurchschnittlich gut, habe aber nen langen atem und steigere mich langsam in richtung durchschnitt.
Das bedeuten Ihre Ergebnisse im Einzelnen Insgesamt wurden 95 von 196 Aufgaben bearbeitet, wobei 83% richtig gelöst wurden.
Sorgfalt und Fehlerfreiheit liegen im befriedigenden bis guten Bereich. Eine weitere Steigerung würde das Ergebnis verbessern.
Wiederholen Sie den Konzentrationstest regelmäßig im Abstand von 6 Wochen um Ihr Konzentrationsvermögen zu steigern.
Konzentration und Ausdauer Die Arbeitsleistung (Anzahl der richtig gelösten Aufgaben) ist im Vergleich mit anderen leicht unterdurchschnittlich. Und auch die Arbeitsgeschwindigkeit ist im Vergleich mit anderen leicht unterdurchschnittlich. Versuchen Sie, Ihr Arbeitstempo zu erhöhen, um bessere Leistungen zu erzielen.
Konzentriertes Arbeiten erfordert Ausdauer. Ihre Arbeitsleistung blieb über die Zeit konstant bzw. verbesserte sich deutlich. Auch das Arbeitstempo konnten Sie deutlich steigern.
Insgesamt betrachtet, ist das Konzentrationsvermögen durchschnittlich und könnte durch spezielle Trainings deutlich gesteigert werden.
sascha lobos kolumne wird immer besser. ich verstehe das ehrlich gesagt nicht, weil er ja nicht ewig immer besser werden kann und eigentlich immer auf das gleiche hinweist: die wachsende oder immer sichtbarer werden irrationalität unserer gesellschaft und politik. von mal zu mal werden seine argumente besser, evidenter, fluffiger, nachvollziehbarer. einige seiner letzten kolumnen wollte ich nach dem lesen unbedingt verlinken, liess es dann aber, weil ich glaubte, dass sie ohnehin schon jeder gelesen hat. heute würde ich die kolumne aber gerne explizit empfehlen.
Ja, der Planer der Anschläge von Paris hat Monate vorher öffentlich damit angegeben, wie leicht es ist, den Überwachungsapparat auszutricksen und vor Ort Anschläge zu planen. Er hat seinen Wohnsitz Belgien bestätigt und angedeutet, dass ein neuer Anschlag geplant ist. In einem für jeden zugänglichen Medium des IS.
Wenn also diese Daten offensichtlich nicht ausreichen, um einen Anschlag zu verhindern - welche Daten um alles in der Welt hofft man dann per Generalüberwachung zu bekommen? Die rationale Herangehensweise wäre das Eingeständnis, dass es nicht darum geht, neue Daten zu bekommen, sondern die längst vorhandenen besser auszuwerten. Die scheinrationale Herangehensweise aber wird sich durchsetzen: mehr Überwachung. Mehr Daten. Die Irrationalität dahinter lautet: Wir finden die Nadel im Heuhaufen nicht, also brauchen wir mehr Heu. Das hört sich so verstörend an, es könnte auch in Donald Trumps Wahlprogramm stehen. Es handelt sich aber ernsthaft um die europäische Strategie gegen den Terror.
ziemlich tolles interview mit dem isländischen komiker und ex bürgermeister von reykjavik jón gnarr (via):
Gingen Dinge auch schief? Ich kann nicht sagen, dass etwas wirklich komplett schiefging. Ich merkte bald: Ich kann das. Alle können das. Politik ist für jedermann. Es ist ja nicht so, dass man ein Flugzeug fliegen und zuerst die ganze Technik kennen muss. Ein Politiker sollte einfach verantwortungsbewusst sein, regelmässig im Büro erscheinen und einfach seinen fucking Job machen.
es lohnt sich wirklich das ganze interview zu lesen.
etwas übergeigte überschrift, aber jens berger stellt gute und richtige fragen.
Wenn es um Steuervermeidung und Amazon geht, dann können wir nicht nur über die Steuervermeidungsstrategien von Amazon selbst sprechen – Amazon verhilft auch anderen Nicht-EU-Anbietern, ihrerseits Steuern zu vermeiden und dabei inländische Anbieter aus dem Markt zu drängen.
ziemlich gute zusammenfassung und parallelenzeichnung von jessica jones. leider relativ viele andeutungen und handlungsstränge, weshalb ich den text erst nach dem sehen von allen 13 folgen empfehlen würde.
nach dem leider gefakten tänzer mit dem bierhalter, hier ein mutmasslich authentisches video von einem panzer, der in voller fahrt ein bier hält.
In diesem Kontext ist Jessica Jones so gut, wie wenige Charaktere vor ihr. Sie ist sie selbst, ohne Entschuldigungen für ihr Leben, aber durchaus mit Reue für einige ihrer Handlungen bzw. die Folgen ihrer Handlungen. Diese Differenzierung findet sich leider nicht oft – entweder sind Heldinnen „stark“ in dem Sinne, dass sie aufhören zu reflektieren, zu bereuen oder zu wachsen (eine recht männliche Definition vom Heldin sein) oder sie brechen unter der Last ihrer Fehler fast zusammen, alle Aktionen werden zu Reaktionen auf ihren eigenen Schmerz. Jessica Jones dagegen ist komplex.
(hervorhebung von mir)
vor allem bedient jessica jones eben nicht die rollenklischees und stereotypen die wir sonst aus dem fernsehen und kino gewohnt sind. die story ist, wie die hauptrolle, vielschichtig und komplex — und selbst der bösewicht kilgrave wird in seiner arschlochigkeit mitunter verwirrend mehrdimensional gezeichnet.
wenn mina sagt, jessica jones sei eine feministische serie hat sie natürlich recht, auch wenn ich eher sagen würde, jessica jones ist, trotz all der fantastischen superkräfte die dort am werk sind, erschreckend realistisch und feinfühlig. kilgraves taten gingen mir so nah wie schon lange nicht mehr in einer fernsehserie, weil sie so realistisch, in gewissem sinne alltäglich sind.
ich würde auch noch einen schritt weiter gehen und jessica jones als humanistische allegorie bezeichnen; gutes zu tun, das richtige zu tun ist in manchen situationen unfassbar schwer. die komplexität der welt, des bösen und des guten wird in jessica jones eben nicht — wie so oft — unterkomplex dargestellt, sondern aus allen möglichen perspektiven ausgeleuchtet. das ist mitunter schwer zu ertragen — macht aber auch den reiz der serie aus und kompensiert die handwerklichen, filmischen schwächen die man der serie an manchen stellen durchaus vorwerfen könnte: jede menge continuity-fehler, unspektakuläre kamera, schlechte maske und sex in unterwäsche und laken.
jens rehländer findet einen text im gedruckten spiegel peinlich, der sich darüber beklagt, dass der regierungssprecher regierungsbotschaften öffentlich macht. der text (kann man auf blendle für 75 cent lesen) ist in der tat bemerkenswert inkonsistent. einerseits beklagt er sich darüber, dass das presseamt „keine klare Linie im Umgang mit Facebook-Trollen“ habe, andererseits dass „die Regierung“ auf facebook nicht nur „informiere“, sondern auch „moderiere, kommentiere“ und sich „anbiedere“. eine klare forderung wie es dem spiegel recht gemacht werden könne fehlt ausser dem vagen hinweis, dass man künftig bitte als journalist auch ohne rüffel essensfotos aus dem regierungsflieger twittern wolle.
schöne geschichte, nur gibt’s keine quelle, die die zitate irgendwie belegt. reine fan-fiction also, auch wenn bekannte tatsachen eingestreut werden.
sehr viel mehr links bei ti_leo. ich habe noch nicht alle gelesen, will aber nicht ausschliessen, dass dann links von dort noch in meine linksammlung rüberschwappen.
faszinierendes und sehr langes portrait von megan phelps-roper, die jahrelang eines von vielen twitter-konten der hass-predigenden westboro baptist church bediente und sich vor ein paar jahren langsam von der kirche und dem hass löste. ich finde, man kann aus der geschichte viel lernen und erkennen. die wichtigste lehre ist meiner meinung jedoch, dass man niemals die menschlichkeit anderer menschen, auch die seiner grössten gegner, leugnen sollte. oder anders gesagt: man sollte immer versuchen an das gute im menschen zu glauben.
Abitbol had learned while running Net Hate that relating to hateful people on a human level was the best way to deal with them. He saw that Phelps-Roper had a lot of followers and was an influential person in the church, so he wanted to counter her message. And he wanted to humanize Jews to Westboro. “I wanted to be like really nice so that they would have a hard time hating me,” he said. One day, he tweeted about the television show “Gossip Girl,” and Phelps-Roper responded jocularly about one of its characters. “You know, for an evil something something, you sure do crack me up,” Abitbol responded.
„Das ist doch ein Witz! Das ist doch nicht Ernst zu nehmen in der Abwägung mit einem großen Industrieunternehmen. Das sind kleine Aufkömmlinge, die übrigens mit gewaltigen Verlusten, die sie ständig machen, sich das geleistet haben. Also warten wir’s mal ab. Ich bitte sie um alles in der Welt. Nein, ich bleibe dabei: Die deutsche Autoindustrie braucht sich technologisch mit Sicherheit nicht verstecken.“
auf gewisse weise faszinierend. als ich eben an die amtzeit von reuter bei daimler zurückdachte, erinnerte ich mich daran, dass reuter damals daimler in einer gewaltigen kraftanstrengung zu einem technologiekonzern umbauen wollte. in der wikipedia steht dazu:
Der gesamte Verlust dieses Konzernumbaus von Daimler-Benz durch Käufe, Betriebsverluste bei den neuen Gesellschaften und Wertberichtigungen summierte sich auf rund 36 Milliarden DM, was [der Wirtschaftswissenschaftler] Ekkehard Wenger als „größte Kapitalvernichtung, die es jemals in Deutschland zu Friedenszeiten gegeben hat“ kommentierte.
aber in einer sache hat reuter definitiv recht: „warten wir’s mal ab.“
Die Absage nun ist allerdings noch viel schlimmer. Erstens leistet Thomas Schreiber, offenbar der zuständige Mann im Sender, schlicht einen intellektuellen Offenbarungseid, wenn er nun verkündet: „Die Wucht der Reaktionen hat uns überrascht.“ Ahnungslosigkeit trifft Realitätsverlust – anders ist diese Überraschung nicht zu erklären. Aber nun genau diese „Wucht der Reaktionen“ als Grund anzugeben, Naidoo wieder auszuladen, ist eine Bankrotterklärung auf allen Ebenen. Der NDR knickt also ein vor dem Zorn einer Teilöffentlichkeit (dass ich zu ihr gehöre, macht es nicht besser). Wird das Programm dann zukünftig auch geändert, sobald eine hinreichende Menge an Leuten Unwillen dagegen äußert? Hat man sich über diese Frage wirklich so wenig Gedanken im Vorfeld gemacht (was bei einer zig Millionen teuren Veranstaltung bereits der nächste Skandal wäre), dass man nun plötzlich so lapidar sagen kann: Huch, sorry, da haben wir wohl nicht aufgepasst, dann halt nicht?
The difference is all those smug white Germans, smug white middle-class Germans, posting Buzzfeed quizzes about the difference between Xavier Naidoo and Lutz Bachmann and Erica Steinbach have no idea that white privilege is a thing
ich bin sicher, jacinta nandi hat in allem was sie sagt mehr oder weniger recht, ich bin mir aber nicht ganz sicher ob sie bemerkt hat, dass anna dushime nicht unbedingt eine von diesen „smug white Germans, smug white middle-class Germans“ ist. oder sie bezieht sich auf andere „quizzes“ die ich übersehen habe.
ganz anderes thema: ich finde xavier naidoos musik scheisse, weil er ne pathetische flitzpiepe ist und mir seine musik und sein gesang körperliches unwohlsein bereitet. ich habe mir allerdings von leuten, die ich sehr gerne mag und die ihn kennen, sagen lassen, dass er furchbar nett und freundlich sein soll.
den artikel bei den serienjunkies habe ich nicht gelesen, dafür habe ich aber die ganze staffel mr. robot gesehen und kann sie wärmstens empfehlen. spätestens nach 1,8 folgen sollte einem dann aber eine parallele klar werden. wenn nicht: trotzdem weiter gucken.
Einmal mehr zeigt sich stattdessen: Die Massenüberwachung, die sich, angeführt von der NSA, bei den Diensten als Standardparadigma durchgesetzt hat, läuft augenscheinlich ins Leere. Obwohl sie bereits Informationen über die Täter hatten - wie übrigens auch im Fall der Attentate auf "Charlie Hebdo" im Januar - gelang es den Behörden nicht, sie gezielt so zu überwachen, dass man ihre Taten hätte verhindern können.
Aber „Bild“ hat Recht: Die ZDF-Leute haben sich Zeit gelassen. Bestimmt noch mal tief durchgeatmet, vielleicht sogar recherchiert. Was für Luschen.
benjamin stuckrad-barre interviewt boris becker. schon 5 jahre alt und ich habe es schon hier empfohlen, aber — auch wenns in der welt steht — lesenwert und unterhaltsam. (via piqd)
dass hiroyuki terada aus einem big mac und ein paar pommes sushi baut ist schon sehenswert. noch bemerkenswerter finde ich allerdings ihn bei der arbeit zu beobachten, wie er seine arbeitsfläche fast zwanghaft sauber und ordentlich hält, seine präzsisen und gar nicht mal so schnellen bewegungen.
ich kann mich nicht erinnern (wobei das nichts heissen muss), dass michael k ohne sarkasmus über einen prominenten geschrieben hat. hier schon und er empfiehlt diesen text vom modern family darsteller reid ewing zu lesen:
christoph koch über den demeter saftladen voelkel, der „mit regelmäßigen Innovationen sowohl der frechen und agilen Start-up-Konkurrenz als auch der fortschreitenden Marktkonzentration trotzen kann.“
ich habe mir bisher alle folgen von blindspot angesehen und die serie hat es immerhin geschafft mich bei der stange zu halten — obwohl jaimie alexander, die in der serie jane doe spielt, eine extrem schlechte schauspielerische leistung abliefert. jaimie alexander steht, wie horst tappert, leider nur einen gesichtsausdruck zur verfügung, den sie im gegenteil zu tappert aber immer wieder (vergeblich) zu varieren versucht.
wer mich, glaube ich, am weitergucken hält ist marianne jean-baptiste, deren darstellung der zerissenen und widersprüchlichen stellvertretenden FBI-direktorin ich bestechend finde, wie alles andere
was sie bisher gemacht hatwo ich sie bisher gesehen habe (robocop, broadchurch).
Matussek hat Homosexualität als einen „Fehler der Natur“ bezeichnet. Das war im Febuar 2014. Im November des gleichen Jahres sendete die ARD ihre „Themenwoche Toleranz“. Matussek war Gast einer der Auftaktsendungen. Die Rolle, die die Fernsehmacher für ihn vorgesehen hatten, war jedoch nicht die desjenigen, der sich für seine intoleranten Auswürfe zu rechtfertigen hat. Im Gegenteil. Matussek wurde selbst zum Opfer von Intoleranz gekürt. „Herr Matussek (…) ist ein pointiert argumentierender, aber kein unreflektiert hetzender Zeitgenosse“ beschied der Redaktionsleiter des für die Sendung verantwortlichen Hessischen Rundfunks: „Wir sollten doch so fair und tolerant miteinander umgehen, dass auch ein Matussek bei uns vorkommen kann.“
Die ARD hat Matussek damit genau die Positionierung zugeschrieben, die dieser selbst für sich ausgedacht hatte: Jemand der gegen Menschen hetzen darf, weil die, gegen die er hetzt durch ihre heftige Gegenwehr ja beweisen, dass sie die eigentliche Gefahr sind, gegen die man sich ja wehren muss.
da ist natürlich keine automagie am werk, sondern pure kraft, um nicht zu sagen gewalt. mir ist kürzlich beim autofahren auch (wieder) aufgefallen, welche macht uns maschinen verleihen, oder konkreter, welche bärenkräfte wir uns mit hilfe von maschinen aneignen können. jeder der schonmal ein ausgefallenes auto wegschieben musste, weiss wie schwer diese kisten sind und dass selbst kleinwagen dieses gewicht mit leichtigkeit bewegen und beschleunigen können. was wir hingegen oft vergessen ist, welche verantwortung wir uns mit der steuerung dieser monster auferlegen.
trotzdem kann ich mir dieses video stundenlang immer wieder ansehen.
ich habe immer relativ sorgfältig versucht, webseiten für die ich verantwortlich bin auch in würde „degraden“ zu lassen und auch ohne javascript möglichst komplett funktionieren zu lassen. zum allergrössten teil funktioniert diese webseite jedenfalls auch ohne javascript. javascript zeigt hier und da bestimmte zusatzinfos an, oder macht deren anzeige komfortabler, aber die kernfunktionen, text- und bildanzeige und navigation funktionieren auch ohne javascript.
Die Dummheit, mit der wir es hier, in Dresden und anderswo, zu tun haben, ist also nicht eine des Geistes, jedenfalls nicht in erster Linie. Es geht nicht um einen Mangel an Intelligenz: In diesem Sinne dumme Menschen können sehr intelligent sein – oder sagen wir besser: schlau? Nein, es geht um Seelendummheit, und um, wie Musil sagte, die Dummheit als »Gefühlsfehler«, die ihren Ursprung in Furcht vor dem Leben, in Angst vor der Zukunft, ja, in Panik hat. Und in der Unfähigkeit, damit auf andere Art als hassend umzugehen.
einer der besten texte die ich bisher als reaktion auf die anschläge von paris gelesen habe. wobei ich nicht viel dazu gelesen habe, auch aus der erkenntnis heraus, dass aus unmittelbaren reaktionen, meist kein allzu grosser erkenntnisgewinn erwächst, dafür aber um so mehr aufregung. und aufregung gilt es insbesondere jetzt zu vermeiden.
Wenige Stunden nach den Anschlägen in Paris mit rund 130 Toten Freitagnacht haben sich erste Strafverfolger hierzulande für umfangreichere Überwachungskompetenzen ausgesprochen. "Das eng gefasste Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung muss überdacht werden", betonte der stellvertretende Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jörg Radek, am Samstag gegenüber der "Rheinischen Post".
erstaunlich, wie schnell und schamlos die instrumentalisierung von katastrophen manchmal einsetzt. abgesehen davon dass frankreich bereits eine vorratsdatenspeicherung für 12 monate durchführt (und dieser hinweis natürlich auch eine instrumentalisierung der anschlagsserie ist), ist es doch erschreckend zu sehen, dass führende mitglieder des sicherheitsaparats glauben, mit ein paar selektoren oder regexen liessen sich die arschlöcher, die uns mit ihrem anschlägen in angst und schrecken versetzen wollen, einfangen. als wären die so blöd, ihre planungen per email und handy durchzuführen. diese allmachtsphantasie, dass man nur mehr überwachen müsse um irgendwann alles zu wissen, hat sascha lobo bereits mehrfach brilliant in seiner kolumne thematisiert.
Centuries have passed since the wars of religion ceased in Europe, and since men stopped dying in large numbers because of arcane theological disputes. Hence, perhaps, the incredulity and denial with which Westerners have greeted news of the theology and practices of the Islamic State. Many refuse to believe that this group is as devout as it claims to be, or as backward-looking or apocalyptic as its actions and statements suggest.
sehr langer, auf mehreren ebenen schwer verdaubarer text von graeme wood über den ISIS.
jenkins zitiert, wie wood, diverse islam-gelehrte, nur eben andere. vor allem widerspricht jenkins woods these, bzw. woods quellenauswahl zur frage, was den wahren glauben ausmache, bzw. wie weit man bei der interpretation von heiligen schriften gehen darf und wie weit man sich wörtlich an die texte halten müsse. da — und an vielen anderen stellen — habe wood zu viel „ausgelassen“ um zu einem ausgewogenen bild zu kommen. das kann man jetzt hier nachlesen oder wem das noch nicht reicht, auch in einem interview mit bernard haykel, einem experten der auch ausgiebig im atlantic-stück von wood zu wort kam.
Um es klarzustellen – ich habe nichts persönlich gegen Ellis Fröder. Ich habe allerdings viel gegen Verantwortliche in öffentlich-rechtlichen Anstalten, die immer noch nicht in der Lage sind, für Milliarden an Rundfunkbeiträgen eine zuverlässige Berichterstattung auch – und gerade in Krisensituationen zu gewährleisten. Wenn die „Mutter aller deutschen Fernsehnachrichten“ als erste Sondersendung nach dermaßen dramatischen Ereignissen wie am Freitagabend in Paris, lediglich ein sechs Minuten langes Geplänkel zweier in dieser Situation offensichtlich überforderter Fernsehfrauen zustande bringt, dann ist das schon fast eine Bankrotterklärung gegenüber den Zuschauern.
als beleg für die „unfähigkeit“ der öffentlich-rechtlichen „Anstalten“ zitiert horst müller den dialog zwischen susanne daubner und ellis fröder in der sonderausgabe der tagesschau am 13. november 2015, ab 23.35 im volltext. ich finde das gespräch, im gegenteil zu horst müller, allerdings beispielhaft gut: keine spekulationen, bzw. vermutungen klar als solche kennzeichnen, keine übereiligen schlussfolgerungen, dafür aber ein paar hintergründe die als gesichert gelten können.
die frage ist tatsächlich, was erwartet horst müller? livebilder von leichen und blutenden menschen? live-einspielungen von handybilder oder filmen die möglicherweise gerade die sozialen medien fluten? wenn ich die tagesschau einschalte (was ich in den seltenseten fällen tue) erwarte ich genau das was susanne daubner und ellis fröder geatn haben: eine sonderierung der als gesichert geltenden fakten und eine einordnung, welche informationen als gesichert gelten — und welche nicht.
jan girlich über die potenziellen gefahren einer bargeldlosen zukunft. mir ist der text etwas zu FUD, auch wenn er ein paar nachvollziehbare und wichtige argumente aufzählt. aber völlig unverständlich ist mir, warum ein autor auf netzpolitik auf eine pressemitteilung eines herstellers von „sicherheitssoftware“ linkt, um damit nachzuweisen dass bei bargeldlosen bezahlmethoden „der Betrug rasant“ wachse.
ich gebe zu: ich google manchmal auch die thesen über die ich schreben möchte um dann einen passenden artikel zu verlinken, aber von pressemitteilungen mit eindeutigem hintergrund, nehme ich dann schon abstand. und bei netzpolitik oder einem CCC-mitglied erwarte ich schon ein bisschen bessere expertise und quellenkentnis.
[nachtrag 17.11.2015] auf netzpolitik ist der link auf die pressemitteilung jetzt mit einem link auf eine „unabhängigere Quelle für Betrug mit bargeldlosen Zahlungsmitteln“ ersetzt, einen artikel auf businesswire, dessen zentrale aussage ist, dass man dem betrug mit bargeldlosen zahlungsmitteln vor allem durch den einsatz von EMV-konformen zahlungskarten entgegentreten kann. der artikel plädiert also für chips statt magnetkarten für den bargeldlosen zahlungsverkehr. auch nicht erwähnt wird, dass die verluste durch betrug vor allem von den banken, bzw. zahlungsdienstleistern getragen werden:
Of the total $16.31 billion lost to fraud last year, card issuers worldwide absorbed 62%. Merchants accounted for the other 38%. In the U.S., card issuers lost $4.91 billion and merchants lost $2.95 billion. Those losses do not include related costs issuers and merchants incur.
das widerspricht natürlich der these im netzpolitik-artikel, dass die bargeldlosen zahlungsverfahren von banken vor allem aus profitgier, bzw. aus kostengründen in den markt gedrückt würden. unerwähnt bleibt folglich auch der hinweis bei netzpolitik, dass verluste durch betrügerische aktivitäten fast immer durch die kartenausgeber getragen werden und nicht beim konsumenten landen, eine sicherheit die bargeld in den wenigsten fällen bietet.
louise o fresco erklärt, warum obst und gemüse aus traditionelem, regionalem anbau nicht unbedingt besser ist, als aus dem industriell und energetisch optimierten treibhaus.
zumal doppel-blind-test zeigen, dass frei gewachsene tomaten keinesfalls besser (oder schlechter) schmecken als die aus dem treibhaus und auf nährflüssigkeit gewachsenen.
louise o fresco:
The counterintuitive lesson learned from the case of tomatoes is that high-tech production systems produce the highest yields with the lowest use of resources per kilo produced, and the lowest losses. You might not be interested in high yields or efficiency, but the trouble is that the low yields associated with organic farming utilise more land to reach the same volume of production, leaving less land untilled and destined for conservation. Besides, it is precisely because of these efficiencies that funding, time and space are freed up for nature conservation, leisure and arts.
auch wenn man den text mit einer prise skepsis lesen sollte, bringt er ein paar sehr überzeugende argumente für die weitere industrialisierung der nahrungsmittelproduktion, die einen nachdenklich machen (sollten).
mitarbeiter von focus-online sollte man mit der gleichen verachtung wie mitarbeiter der bild-zeitung strafen. stefan niggemeier zeigt warum.
"T-Mobile wants to suggest it’s saving customers by exempting video from its data caps. But we have to remember that T-Mobile imposed these caps in the first place. It’s a cheap sales trick: First you fabricate a problem for customers; then you make that problem go away and act like you’ve done them a huge favor."
wie gesagt: mangel schaffen und dann geld oder image mit der beseitigung des mangels verdienen ist das geschäftsmodell der wahl.
Pawlensky, der gegen den „ewigen Terror“ des Geheimdienstes protestierte, wurde wieder einmal wegen Vandalismus und des ordnungsstörenden Verhaltens angeklagt. Dem Richter soll er gesagt haben, so die Website Mediazone, dass er des Terrorismus angeklagt werden wolle: „Ich glaube, das ist die Logik Ihres Systems. Und bis meine Forderungen eingelöst werden, weigere ich mich, irgendeine Ihrer Gerichtsrituale zu erfüllen.“
I had a strong headache by then from all the cigarettes but he continued to ask questions – although none regarding user comments. In fact, he asked me more questions about the future of digital journalism than any print journalist I have ever worked with – a good role model indeed.
Während seiner letzten Erkrankung schrieb ich ihm ein paar Zeilen; er freute sich darüber. Aber ich wollte ihn so bald wie möglich sehen, ihn aufheitern, mit ihm über die Weltläufe reden. Also nahm ich mir vor, ihn auch ohne Termin am vorigen Wochenende einfach zu überfallen. Am Samstagvormittag fuhr ich in den Neubergerweg, mit einem Beutelchen voll Baileys-Pralinen, das meine Sekretärin Eva Bontzas besorgt hatte – Baileys war das einzige alkoholische Getränk, das er gern zu sich nahm. Vor dem Haus traf ich einen seiner Sicherheitsbeamten. „Es wird wohl nichts mit dem Besuch“, sagte er. „Der Chef hat die ganze Nacht nicht geschlafen. Jetzt schläft er. Ich weiß nicht, wann er aufwacht.“
Helmut Schmidt ist nicht wieder aufgewacht. Ich trauere um einen Freund, der mir viel bedeutet hat. An seinem Grab werde ich mit Matthias Claudius sagen: „Sie haben einen guten Mann begraben. Mir war er mehr.“
helmut schmidt war ein mann mit einem mitteilungsbedürfnis wie ein blogger:
Er blieb rastlos tätig, reiste ohne Unterlass um die Welt, hielt Vorträge und schrieb in dreißig Jahren dreißig Bücher, alle lesenswert und bedenkenswert, alles Bestseller.
Von 1983 bis heute schrieb er 282 Artikel, meist große Ausarbeitungen.
ein etwas distanzierteres portrait von helmut schmidt in der new york times. ich habe helmut schmidt bisher jeglichen humor abgesprochen, aber wie man am ende des nyt-artikels sieht, zu unrecht:
Asked to assess his successor, Mr. Kohl, he was characteristically withering. “I think there are still two or three fields in which he still needs a lot of education,” he told The Times. Asked which ones, he answered, “International affairs, arms control and military strategy, and economics and finance.”
christian ihle hat ein paar kluge passagen aus einem sz-interview mit christoph waltz kopiert. das ganze interview gibt’s bei blendle [€].
super recherche von marc brost und andreas veiel:
In gewisser Weise funktioniert die Deutsche Bank wie ein Orden. Jeder hält jeden in Schach. Ein fein ausgeklügeltes System von Privilegien, Sanktionen und Einschüchterung erstickt jede Kritik. Wer von illegalen Vorgängen in der Bank weiß, der kann das der Öffentlichkeit nicht mitteilen. Denn selbst wenn die Aussagen juristisch wasserdicht wären, selbst wenn die Vorwürfe mit Dokumenten zu belegen wären – die Bank könnte den Verräter mit Regressforderungen wegen Geheimnisverrats oder angeblicher Rufschädigung finanziell vernichten. „Man weiß: Wenn man in den Vorstand eintritt, kommt man nicht mehr unschuldig heraus“, sagt einer der Ehemaligen. „Es ist ein Deal auf Lebenszeit.“
anke gröner hat es ein paar wochen vor mirgemerkt, dass die muppets neuauflage stereotyper comedy-quark ist:
Der Rest der Folge fühlte sich ähnlich falsch an; die Muppets sind hier zu erwachsen, zu zynisch, zu abgebrüht, um mir noch Spaß zu machen.
mir machen die muppets nach 6 folgen auch keinen spass mehr. nach folge 6 hatte ich mich entschieden, das nicht mehr weiterzugucken. es scheint vielen anderen menschen ähnlich wie mir zu ergehen, die zuschauerzahlen haben sich seit der premiere halbiert. jetzt soll es eine kreative neuausrichtung geben. ich vermute, für mich ist das jetzt zu spät.
frau ruth hat sich die verleihung von irgendwas an karl ove knausgård angesehen und erfahren, wie er ausgesprochen wird. moni hat auch was zu knausgårds neuem buch träumen geschrieben.
julia reda über die nächsten irren pläne der eu-kommission zum leistungsschutzrecht: zoll und rechtsunsicherheit auf links:
Laut einem gestern geleakten Plan für die Urheberrechtsreform (via IPKat) erwägt die Kommission entgegen der bisherigen Rechtssprechung und aller Vernunft das bloße Verlinken von Inhalten unter Urheberrechtsschutz zu stellen. Damit hätten die Presseverleger ein potentes Druckmittel – und gleichzeitig würde jede der Querverbindungen, die das Internet erst zu einem Netz machen, zur juristischen Tretmine.
That the police are out of control and care little for the consent of the policed seems obvious. That they're so perfectly nasty and obvious about it is becoming a sick joke.
1a-strategie gegen jede form von kritik: sich selbst beschimpfen, sich auch mit den übelsten (und wahren) vorwürfen einreiben und weitergehen. hier sieht man, wie donald trump sich in der show live als rassisten beschimpfen lässt und das problem (dass er sich wie ein ein rassistisches arschloch benimmt) als gag ins leere laufen lässt.
diesen tweet habe ich bei @kevinmarks in der timeline gefunden. und, wie gesagt, die ganze geschichte zu diesem „gif“ auf vice ist lesenswert. das gif gibt’s als längere und ton beinhaltende version auch auf youtube, hier ohne ton:
und hier noch ein paar erklärungen von simone giertz zu ihrem frühstücksroboter:
die überschrift hat mir sehr gefallen. der text auch, er ist allerdings nicht von den krautreportern, sondern vom journalistenkollektiv casa jurnalistului: Suntem în doliu, boule! die krautreporter haben den text jedoch dankenswerter weise übersetzt. und damit sind sie endlich mal bei einem wenig beachteten thema ganz vorn — und das auch noch mit einem guten text.
Wir sind zusammen mit den Flüchtlingen durch Europa gerannt, gekrochen, gestürzt. Sechs Länder in zwei Wochen, Nächte im Wald, über Buckelpisten im Kofferraum, festgenommen, freigekauft, verletzt, verarztet, pleite. Nie ankommen - Go, go, go!
„wir“ sind matei bărbulescu, ștefan mako und thomas câmpean vom journalistenkollektiv casa jurnalistului. die geschichte gibt’s auch auf englisch.
christian gesellmann hat die geschichte von ameen und khaled in deutschland für die krautreporter weiter aufgezeichnet: Auf der Jagd nach The Fucking Ausweis
ein paar auf englisch übersetzte texte von casa jurnalistului. ich habe mich eben entschieden, meine monatliche journalismusspende an casa jurnalistului zu geben. (da ich auf blendle „freerider“ bin, alle meine print-abos gekündigt habe, bücher oft als rezensionsexemplare bekomme und das paywall-modell der krautreporter nicht unterstützen will, habe ich mich entschieden, monatlich 20 bis 30 euro an verschiedene journalistische projekte zu spenden (mehr dazu hier) — oder einzelne zeitschriften oder zeitungen zu kaufen.)
michael seemann mit ein bisschen theoretischem unterbau für das internet der dinge, dem er riesiges potenzial zuschreibt. zwischendurch erklärt er sehr gut nachvollziehbar netzwerkeffekte und was uns diese netzwerkeffekte bescheren könnten. ich fands sehr lesenswert.
laurie penny über die grösste schwäche von james bond: seine gestrigkeit.
The franchise is dripping with camp nostalgia for a time that never really was, a time when men could be real men, which meant that they were allowed to hurt whoever they wanted and still get away with it.
roger moore über den perfekten martini. der text hat die gleichen qualitäten wie ein moore-bond-film: ein paar witze, handwerklich sauber gemacht und kurz nach dem lesen hat man alles wieder vergessen.
The worst martini I’ve ever had was in a club in New Zealand, where the barman poured juice from a bottle of olives into the vodka. That’s called a dirty martini and it is a dirty, filthy, rotten martini, and should not be drunk by anybody except condemned prisoners.
das original ist natürlich viel witziger als die parodie. aber die parodie ist trotzdem nicht schlecht. und: das original guck ich mir regelmässig alle 1-2 jahre an.
wenn man diesen c’t-artikel [€] liest, könnte man den eindruck gewinnen, die telekom handle nach handlungsnormen die man in italien gelernt hat, inklusive einer ausgefeilten omertà (schweigekultur).
vor ein paar monaten hatte ich schonmal ein bernd-posselt-portrait verlinkt, aber dieses hier ist bis auf das etwas doofe ende ganz hinreissend geschrieben. oder um es mit mathias richels worten auszudrücken:
Man kann diesen Mann nicht mehr unsympathisch finden.
die geschichte und der status der imdb, aufgeschrieben von paul sawers.
IMDb has helped create over the past 25 years is a sort of de facto guide used by millions to determine how good a movie is. The IMDb top 250, which seems to be permanently topped by The Shawshank Redemption, is like a crowdsourced compendium of public opinion.
ich verlasse mich, bevor ich einen film angucke, bei der bestimmung ob ein film was taugt, ja lieber auf rotten tomatoes, aber als nachschlagewerk für schauspieler und meine lieblingsrubrik „goofs“, nutze ich die imdb auch sehr regelmässig.
Ihr Firmenlogo ist eine Rakete, doch sie sind ein Gegenentwurf zu den Startups von Rocket Internet. Ohne Millionen von Investoren wächst der Hosting-Anbieter Uberspace Jahr für Jahr. Auch sonst ist das Unternehmen anders: Kundensupport ist Chefsache, die User zahlen, so viel sie möchten, das Team ist überall in Deutschland verstreut. Ein Portrait der Anti-Rakete.
dieser artikel hat meine entscheidung mit diesem blog zu uberspace zu ziehen deutlich vereinfacht.
Die richtige Bildung beginnt mit der Lektüre der «New York Times» … Aber noch mehr als das: Ohne richtige Bildung verstehen Sie die «New York Times» nicht. Das ist die Art von Verbindung mit den Menschen, die einen Medientitel für die Zukunft rüstet.
Aber soll ich Ihnen sagen, welches das grösste Risiko ist, das Journalisten heute eingehen können? Welches? So weiterzumachen wie bisher.
daniel häni und philip kovce über das bedingungslose grundeinkommen:
Warum haben wir also noch kein bedingungsloses Grundeinkommen? Weil wir noch nicht auf den Gedanken verzichten wollen, dass die anderen nichts mehr tun würden, wenn ihre Existenz bedingungslos gesichert wäre. Weil wir noch nicht darauf verzichten wollen, dass die anderen etwas tun müssen, damit ihre Existenz gesichert ist. Weil wir den anderen noch nicht jene Eigenverantwortung zusprechen, die wir für uns selbst in Anspruch nehmen.
Früher haben wir das Wasser am Dorfbrunnen geholt. Heute gibt es überall dort Wasserhähne, wo wir Wasser brauchen. Als die Idee aufkam, Wasserleitungen zu verlegen, waren die Bedenken groß: Dann treffen wir uns nicht mehr am Brunnen. Das Miteinander fällt auseinander. Und wer bitte kontrolliert, dass die anderen den Wasserhahn auch abstellen und nicht missbrauchen? Genauso selbstverständlich wie der Wasserhahn heute für uns ist, wird das Grundeinkommen nach seiner Einführung sein.
Nichts ist mehr einfach, wenn man viel liest, kein Problem, keine Alternative ist mit fünf lauten Worten und noch mehr Überzeugung, mit Glaubenssätzen und Denkschablonen zu lösen und aus der Welt zu schaffen. Das ruhige Nachvollziehen konträrer Gedanken oder widersprüchlichster Gefühlserfahrungen, diese einsame Tätigkeit auch des Lesens, immer weiter entfernt man sich von den Selbstverständlichkeiten der verschiedenen Gruppen, auch von diesen Gruppen selbst, von der Möglichkeit, in ihnen zu existieren.
Diese Pathologisierung der Kommunikation ist es, was mich […] besonders stört: Eine bestimmte Form von Kommunikation wird zu einem Gift hochstilisiert, zu einer Krankheit, einer Sucht. Zudem sei sie unecht – während der Auszeit habe Van Rooijen nämlich »mit realen Menschen« zu tun gehabt und »wirkliche Freundschaften« aufgebaut.
Dieser digitale Dualismus macht aus der ganzen Detox-Mission ein verunglücktes gedankliches Konstrukt. Auch persönliche Gespräche verkleben uns in gewissen Situationen das Hirn, »eine Krake mit zwölf Köpfen«, deren Nachrichten man nicht so schnell beantworten könne, wie neue reinkommen, sind für mich Rechnungen im Briefkasten, der Small-Talk im Bus, Telefongespräche, forcierte Diskussionen am Arbeitsplatz etc.
gestern beim lesen der perlentaucher kulturrundschau fragte ich mich, warum blendle den perlentauchern noch keine kooperation angeboten hat. viele texte die in den perlentauchern erwähnung finden sind nicht verlinkt, weil es sie lediglich auf papier — oder eben bei blendle gibt. blendle könnte von den perlentauchern als traffic- und aufmerksamkeitlieferant profitieren — und die leser ebenso.
abgesehen davon habe ich in den perlentauchern eine spectre-kritik gefunden, die den (wahrscheinlich) letzten craig-bond „in Grund und Boden stampft“. fand ich gar nicht, ich lese aus dem text von andreas busche eher das hier raus: „ich hab mich köstlich amüsiert, aber in den freitag kann ich das so nicht schreiben.“
der tagesspiegel bedauert nicht genügend anzeigen zu bekommen und behauptet einen satz weiter, dass anzeigen im tagesspiegel „stark beachtet“ würden. das ist meiner meinung nach eine schlimme fehleinschätzung, zumindest das beispiel, auf das sich der tagesspiegel hier bezieht: eine guerilla-aktion der freischreiber, die ihre wirkung nur deshalb entfaltete, weil die anzeigen von freischreiberin silke burmester zu twitter rübergezogen wurden (eins, zwei).
ulrike klode erklärt, warum man sich die zweite staffel fargo ansehen sollte. noch entscheidender ist, dass man sich die serie ansehen kann, nämlich auf netflix, jeden mittwoch.
ich mag an fargo vor allem das tempo. andere treibt das möglicherweise in den wahnsinn oder die langeweile, ich mag das plätschernde. und die figuren. und die schauspieler. und die subtile komik. und, ich fürchte ich bin nostalgisch, die musik mag ich auch. wenn ich mich nicht irre, ist die eröffnungssequenz jedes mal anders unterlegt.
vor einem monat habe ich einen etwas unentschlossenen artikel über einen der motoren von innovation (bequemlichkeit) geschrieben. der artikel ist am ende eher interpretationsoffen geworden und darüber, dass sich im netz langsam alles zu strömen verwandelt („alles strömt“), habe ich auch viel zu wenig gesagt.
um so mehr freut es mich, dass der text martin oetting dann offenbar zu diesem text inspiriert hat, in dem er über innovation nachdenkt.
new horizon blickt zurück auf pluto. (ich wollte eigentlich keine bilder mehr verlinken, in deren beschreibung das wort „stunning“ vorkommt, aber das bild ist in der tat betörend.)
netter promotion- und plutimikationsabend zu dem netflix-deutschland geladen hatte. es gab kost und logis, amerikanisches bier mit dreh-kronkorken, viel mehl, komische räucher-cocktails — aber vor allem gab es auch laphroaig, meinen neuen lieblingswhisky.
guter einwurf von rana foroohar: die regierung (in diesem fall die US-amerikanische) hat vieles von dem wir heutzutage technologisch zehren durch direkte förderprogramme auf den weg gebracht — und überhaupt erst möglich gemacht. in „The Entrepreneurial State: Debunking Public vs. Private Sector Myths“ schreibt mariana mazzucato laut foroohar unter anderem:
“Every major technological change in recent years traces most of its funding back to the state,” says Mazzucato. Even “early stage” private-sector VCs come in much later, after the big breakthroughs have been made. For example, she notes, “The National Institutes of Health have spent almost a trillions dollars since their founding on the research that created both the pharmaceutical and the biotech sectors–with venture capitalists only entering biotech once the red carpet was laid down in the 1980s. We pretend that the government was at best just in the background creating the basic conditions (skills, infrastructure, basic science). But the truth is that the involvement required massive risk taking along the entire innovation chain: basic research, applied research and early stage financing of companies themselves.” The Silicon Valley VC model, which has typically dictated that financiers exit within 5 years or so, simply isn’t patient enough to create game changing innovation.
peter richter über flüchtlinge und zuwanderer in brooklyn. und über deutschland und deutsche in amerika. und über schmelztiegel:
Brooklyn hat heute 2,6 Millionen Einwohner, deren Wurzeln zu hundert Prozent irgendwo anders liegen, und die zum Teil recht hartnäckig an ihrer Fremdheit festhalten, wie das bei Botho Strauß heißen würde. Führt das zwangsläufig zum Kampf der Kulturen, zum „Clash of Civilizations“? Wenn ja, dann läuft der hier aber im Moment genau anders herum ab, als das Samuel Huntington in seinem gleichnamigen Pamphlet vorausgesagt hat: Das angelsächsische Nordamerika mit seiner protestantischen Erfolgsethik wird hier nicht verdrängt, im Gegenteil, es hat hier in den letzten zehn, zwanzig Jahren überhaupt zu ersten Mal wirklich Fuß gefasst und frisst sich nun Straße für Straße in die Welten der angestammten katholischen, jüdischen, muslimischen Minderheiten hinein. Man nennt diesen Prozess auch Gentrifizierung. In der 16th Street, wo die Autoscheibe eingeschlagen wurde, kosten die Einfamilienhäuschen inzwischen auch schon eher 2 Millionen Dollar als nur eine.
dirk von gehlen über zwei bücher, über die man vielleicht am besten gar keine worte mehr drüber verlieren sollte. andererseits ist es gut, dass er noch ein paar worte über die bücher verlor, denn sonst hätte ich nie erfahren, dass mein #rp14-vortrag sich nicht nur auf stanley kubrick bezog, sondern auch auf douglas adams.
kurzfilm über einen imaginären geräuschemacher, der eine gute idee, den alltag eines menschen mal professionell durchzusounddesignen, leider, für meinen geschmack, etwas zu albern inszeniert.
wie aus „Samuel“ „Siegfried“ wurde und umgekehrt.
(dirk hesse bloggt seit ein paar wochen wieder relativ regelmässig, was mich sehr erfreut. diesen text über den architekten diébédo francis kéré will ich auch schon seit 3 tagen verlinken, aber ausser „wow, toll“ will mir dazu gerade nichts einfallen. später dann vielleicht …)
Nun muss ich mich immer wieder mal wundern, was heutzutage so alles als unveränderliches Persönlichkeitsmerkmal durchgehen soll. Man würde ja meinen, dass bei einer hochkomplexen Spezies wie den Menschen Überzeugungen und ja, auch damit verbundene Gefühle, durchaus veränderbar sind – zum Beispiel auch durch selbstkritische Reflexion. Sogar hartnäckige Phobien können durch bestimmte Therapieformen in den Griff bekommen werden. Aber das will die Autorin nicht, sie sieht ihren Kinderhass nicht als Problem, schon gar nicht als ihres, sie möchte respektiert werden, so wie sie ist. Dass das (angeblich) nicht so ist, ist der Kern ihrer Beschwerde an die Welt.
martin oetting über seine erste woche mit dem tesla.
Die Fahrt bis an den Bodensee und zurück (ohne weiteres Superladen) verliefen außerordentlich angenehm. Man fährt souverän und unaufgeregt, und wenn man mal in einer Beschleunigungsspur beim Einfädeln auf die Autobahn dem drohenden LKW auf der rechten Spur entgehen will, dann sind elektrische 378 PS und 5,6 Sekunden von 0-100 km/h schon eine Ansage. […] Toll ist auch, dass die Energie für hurtigen Vorwärtstrieb immer da zu sein scheint. Auch aus 130 km/h mal eben auf 150 zu beschleunigen, weil man nur kurz ein anderes Auto überholen will, geht ebenfalls völlig unaufgeregt. Überhaupt ist „unaufgeregt“ das passende Wort. Denn es passt auf das Auto wie auf den Fahrer. Weil das aggressive Heulen eines leistungsstarken Sportmotors komplett fehlt, stellt sich beim Fahrer auch ein ganz anderer Umgang mit Geschwindigkeit ein. Anstatt dass man jedes Überholmanöver als eine Art bollernde Kriegserklärung aus röhrenden Auspufftöpfen an den “schleichenden” Vordermann erlebt, zieht man sozusagen als sanfter Gigant vorbei, der kein großes Aufhebens macht — sondern eben nur kurz vorbei möchte, um anschließend weiter stille seiner Wege zu ziehen. Das allein passt aus meiner Sicht besser in unsere Zeit.
mir hat kürzlich die autovermietung einen dicken, ansatzweise peinlichen SUV gegeben, statt eines kombis. die kiste war zwar ein deutsches auto, hatte aber eine amerikanische qualität, die ich sehr mag: man kann damit sehr entspannt durch die gegend cruisen. die 350 PS übermotorisierung konnte ich bequem im motorraum lassen und das schiff mit tuckerndem motor angenehm ruhig dahin gleiten lassen. das gelegentliche testosteron-getriebene gasgeben war dann mit dem aufheulen des motors nicht so der bringer und eher unangenehm, den fluss störend (auch wenn die schreie der mitfahrer mitunter ganz unterhaltsam waren). ganz anders mit dem BMW 3i den ich mir vor ein paar wochen mal per drivenow mietete: der beschleunigte ohne motoren-schreierei, ohne gedröhne, so dass ich mich wie in einem autoscooter fühlte — und auch ein bisschen so fuhr. „unaufgeregtes“ fahren gelänge mir in einem tesla wahrscheinlich erst nach einiger gewöhnung.
carolin emcke denkt über den satz „das wird man ja wohl mal sagen dürfen“ nach und sagt dabei ein paar sehr kluge und bemerkenswerte sachen. am besten
ausdruckenbookmarken für später, fürs selbstargumentieren. (via)
Das vielleicht verstörendste Missverständnis derjenigen, die das „man wird ja wohl mal sagen dürfen“ wie ein rhetorisches Schutzschild vor rationaler Kritik vor sich hertragen, besteht in der Verherrlichung schrankenloser Gefühligkeit. Als hätten ungefilterte Emotionen per se Berechtigung im öffentlichen Diskurs qua ihrer bloßen Emotionalität. Jedes dumpfe Vorurteil, jede schamlose Missachtung, jeder noch so unappetitliche innere Dreck darf nach außen gestülpt werden, weil jedes Gefühl angeblich nicht nur still empfunden, sondern auch lauthals öffentlich erbrochen werden darf. Als sei jede Form der abwägenden Reflexion, jede Form der Skepsis den eigenen Gefühlen (oder Überzeugungen) gegenüber, jede Rücksichtnahme auf Gefühle anderer eine inakzeptable Einschränkung der eigenen Bedürfnisbefriedigung.
sehr schön, nina paley zeigt (youtubelink), dass das urheberrecht zu hirn-traumata führt, oder weniger plakativ ausgedrückt, unsere kreativität behindert.
ihre argumentation lautet in etwa, dass wir in erster linie informationvermittler sind und durch den fluss von informationen, aufnahme, verarbeitung und weitergabe kultur schaffen; kultur besteht aus dem fluss von informationen. urheberrechte blockieren diesen fluss. mike masnick fasst es so zusammen:
[Nina paley] notes that the entire mechanism of copyright is to cut off the flow of information, and analogizes that to a brain, noting that when information flow is cut off between sections of the brain, it's a form of brain damage. That's a somewhat extreme view to take, and I'm not sure it's one that I think is a truly fair analogy, but damn if it's not thought provoking.
unterwegs streift nina paley auch die idee hinter james williams idee der „aufmerksamkeitsfreiheit“: wir werden vollgestopft mit kultur oder ideen (ohne vorher gefragt zu werden), müssen uns aber bei der wiedergabe dieser eindrücke ständig fragen: dürfen wir das jetzt wiedergeben? darf ich das benutzen? bis vor kurzem (mein beispiel, nicht paleys) konnte man noch ärger bekommen, wenn man öffentlich (im fernsehen, auf youtube) happy birthday gesungen hat, weil der rechte-inhaber eben seine rechte durchsetzte.
eine etwas klickbaitige überschrift, ein ebenso vager teaser:
Warum gelingt es Facebook so schlecht, Hetze zu löschen? Der Konzern will aufklären, bittet Journalisten in seine Zentrale nach Dublin. Die Begegnung mit dem Team, das sich um Hass-Posts kümmert, überrascht.
… aber überraschend ist dann tatsächlich, wie zugeknöpft sich facebook gibt, wenn es aufklärung simuliert.
ich mag rammstein und in dieser aufwändigen doku über rammstein musste ich mehrfach laut lachen über die selbstinszenierung von rammstein. dankenswerterweise ist insbesondere der part der flake und till lindemann in worcester in den knast brachte, in aller ausführlichkeit dokumentiert; leider kann ich über solch infantilen und kruden humor immer noch wegschmeissen vor lachen. gerne gesehen, gefunden bei tanith.org (arte-doku wird am 31.10.2015 „depubliziert“).
spoiler: um ein ei mit einem angenehm weichen eiweiss und einem weichen eigelb hinzubekommen soll man wasser kochen, die eier ins kochende wasser geben und für 30 sekunden so kochen lassen. danach eis ins wasser geben um die temperatur zu reduzieren und dann bei 88°C 11 minuten lang weiterkochen lassen. ich benutz fürs eierkochen ein piepei, funktioniert auch super.
Entropy is a force of nature... over time, stuff gets more scrambled, not more orderly. Things decay. Left alone, just about anything we create fades to mediocrity or instability.
sehr schöner film über die schönhauser allee vom rbb, etwas wirr geschnitten, streift aber dafür alle wichtigen aspekte des lebens in den letzten 100 jahren um die schönhauser.
Ich werde auch nach wiederholte Lektüre das Gefühl nicht los: Verbeek spricht gar nicht über Fußball, er spricht über Journalisten und den Medienwandel!
verbeek spricht über eine haltung zur welt, über menschen und den gesellschaftswandel.
(um zu sehen was verbeek sagt muss man auf den link oben klicken oder die faz lesen.)
ich kenne einen amerikaner der oft in deutschland ist und es nicht fassen kann, wie in deutschland verkäufer im einzelhandel ihren kunden begegnen. die zusammenfassung seiner eindrücke enthielt einige flüche und fäkalworte, lässt sich aber auch kurz mit absoluter fassungslosigkeit beschreiben.
das problem für die einzelhändler ist jetzt allerdings, dass wir die amerikanische auffassung von kundenfreundlichkeit in deutschland jetzt schon eine weile erleben können, nicht nur bei amazon. viele versandhändler, aber auch viele einzelhändler haben begriffen, dass die kunden gerne wiederkommen und eher kaufen, wenn sie sachen problemlos und ohne gezeter zurückgeben oder umtauschen können. aber eben noch lange nicht alle.
ehrliches interview mit peter hogenkamp über sein niuws-kuratier-dings. ich mach da auch mit und
kuratierverlink dort gelegentlich lange artikel die mir gefallen oder bei denen ich davon ausgehe, dass sie anderen gefallen könnten. so wie hier, nur eben in ner app und ner komplett anderen zielgruppe.
dafür habe ich vor ein paar monaten mal nen amazon-geschenkgutschein bekommen — und sonst, wie peter hogenkamp auch im interview sagt, bekommen kuratoren bei niuws nix. ausser aufmerksamkeit und vorgaben, wie man seine kommentare und push-mitteilungen am
besteneffektivsten formuliert. das pushen von mitteilungen ist übrigens auch das grösste problem, dass ich mit dem niuws-konzept habe. eine app die empfehlungen sammelt die mich interessieren könnten und sie mich angehm lesen lässt? klasse! aber eine app die ständig ruft: „huhu, ich hab was neues!“ finde ich persönlich etwas zu aufdringlich. glücklicherweise lässt sich das auf dem mobiltelefon prima runterregeln.
ich mag den alten spruch „sog statt druck“, bzw. „pull statt push“. sog zu erzeugen ist aber leider aufwändiger als druck. das ist genau der grund, warum das push-gedöns so oft nervt.
hinter blendle stecken viele kluge köpfe und konzepte. und werkzeuge. aber an der qualität der texte muss blendle immer noch arbeiten. da fehlen noch ein paar werkzeuge und konzepte.
ich kann matthias matussek nicht leiden, deshalb habe ich den artikel nicht gelesen. timo rödiger, der den artikel in der welt illustriert hat, findet die reportage sei „echt ein Bombenartikel“. matthias matussek wiederum hält timo rödiger für „ein Genie“.
matthias matussek hat in der welt einen nachruf auf hellmuth karasek zusammengestammelt (seine worte). hinter dem link steckt ein automatisch losplärrendes video über karasek mit vorgeschalteter werbung, das einen wunderbar auf den text vorbereitet und mich gleich in einen WTF-modus versetze.
bevor man den text von matussek liest, sollte man aber die parodie des textes von harald martenstein im zeitmagazin lesen. das geht derzeit nur auf blendle wo es etwas kostet und eine blendle mitgliedschaft voraussetzt.
N. ist ein väterlicher Freund gewesen, er gab mir in vielem recht. Aber die Kühnheit, mit der ich immer wieder mit Konventionen breche und Neuland beschreite – das Federkleid ist durchweg im Plusquamperfekt erzählt –, machte ihn bisweilen auch besorgt. ›Du bist den kleinen Lichtern zu brillant, wirf dich nicht vor die Wölfe, sei vorsichtiger, auf solche wie dich können wir nicht verzichten‹, sagte er einmal.
eines muss man martenstein lassen: wenn er witzig ist, ist er witzig.
gefunden auf blendle über stefan niggemeiers empfehlung und link. wenn ich die martenstein-parodie frei zugänglich online finde, trage ich sie hier nach.