alles

li­mit­less

felix schwenzel in gesehen

ein biss­chen vor­her­seh­bar, wenn man ein paar fol­gen der se­rie ge­se­hen hat: lo­ser pro­biert ne neue neu­ro-dro­ge (NZT), fin­det die wir­kung su­per, will mehr, ge­rät in ka­la­mi­tä­ten, löst die ka­la­mi­tä­ten mit sei­nen fä­hig­kei­ten, die ihm die dro­ge gibt, es geht ein biss­chen hin und her (ac­tion, faust­kämp­fe, mes­ser), der lo­ser ist am ende ein win­ner, fer­tig, ab­spann.

um­ge­kehrt, wer den film zu­erst ge­se­hen hat, dürf­te von den ers­ten fol­gen der se­rie ge­lang­weilt sein, weil sie dem glei­chen mus­ter folgt, nur et­was mit et­was we­ni­ger spe­cial ef­fects und faust­kämp­fen.

der film ist nicht schlecht, ganz un­ter­halt­sam, sau­ber pro­du­ziert und, wie die se­rie, ein biss­chen ver­spielt in schnitt und zoom. ro­bert de niro ist wie im­mer bril­li­ant und brad­ley coo­per ha­ben sie die au­gen schön blau ge­macht — wenn er auf NZT ist. sonst, ohne die dro­ge, sind sei­ne au­gen trüb.


NBC de­mo­cra­tic pre­si­den­ti­al de­ba­te (17.01.2016)

felix schwenzel in gesehen

ich mag es ger­ne, an­de­ren leu­ten beim de­bat­tie­ren zu­zu­schau­en, ins­be­son­de­re das ame­ri­ka­ni­sche for­mat der de­bat­te, das meist ei­nen kla­ren rah­men vor­gibt und stark mo­de­riert wird. vor al­lem woll­te ich mir aber mal selbst ein ein un­ge­fil­ter­tes bild ma­chen, wie die de­mo­kra­ti­schen prä­si­dent­schafts­kan­di­da­ten sich prä­sen­tie­ren. un­ge­fil­tert ist das na­tür­lich nicht wirk­lich, ei­ner­seits we­gen des rah­mens, in dem das gan­ze statt­fin­det und an­de­rer­seits, weil die kan­di­da­ten na­tür­lich nicht mal an­satz­wei­se wirk­lich of­fen re­den kön­nen; all ihre aus­sa­gen sind auf eine po­si­ti­ve wir­kung für ihre je­wei­li­gen kam­pa­gnen op­ti­miert.

trotz­dem kann man in so ei­ner stun­de, die in die­sem fall stän­dig so­wohl von NBC-wer­be­pau­sen, als auch von you­tube-wer­be­pau­sen un­ter­bro­chen wird, ein paar ganz gute ein­drü­cke von den kan­di­da­ten ge­win­nen.

youtube-video laden, info, direktlink

bei den de­mo­kra­ten sind noch drei kan­di­da­ten üb­rig.

  • ver­mut­lich re­la­tiv chan­cen­los und so un­be­kannt, dass er sich in sei­nem er­öff­nungs­state­ment selbst mit na­men vor­stell­te, mar­tin o'­mal­ley, bis 2015 gou­ver­neur von ma­ry­land.
  • hil­la­ry clin­ton, ehe­ma­li­ge aus­sen­mi­nis­te­rin und se­na­to­rin, nennt noch nicht mal die adres­se ih­rer web­site, wenn sie da­von re­det, dass die­ses oder je­nes auf ih­rer web­site do­ku­men­tiert sei.
  • se­na­tor ber­nie san­ders, der sich als „de­mo­kra­ti­schen so­zia­lis­ten“ be­zeich­net und nie von sei­ner web­site spricht.

zu den the­men, die in der de­bat­te be­spro­chen wur­den, wer­de ich wahr­schein­lich nicht viel sa­gen, des­halb habe ich die de­bat­te auch nicht ge­guckt. ei­ner­seits sind die po­si­tio­nen der kan­di­da­ten ja auch mehr oder we­ni­ger be­kannt (wenn man den kan­di­da­ten kennt) und an­de­rer­seits wird auch nicht wirk­lich über the­men ge­spro­chen, auch wenn alle de­bat­ten­be­tei­lig­ten, die kan­di­da­ten, ihre teams, die fern­seh­sen­der, al­les tun, um die­sen ein­druck zu er­we­cken. in echt geht es, glau­be ich, vor al­lem um das fa­bri­zie­ren von ein­gän­gi­gen, zi­tier­ba­ren sound­bi­tes, die po­si­tio­nen grob ver­ein­fa­chen und zu­spit­zen, also kom­mu­ni­zier­bar ma­chen. und na­tür­lich geht es dar­um, for­mat zu zei­gen. je­dem der kan­di­da­ten war an­zu­mer­ken, dass (prä­si­dia­les) for­mat, hal­tung und das au­strah­len von sou­ve­rä­ni­tät das haupt­ziel die­ser auf­trit­te sind.

mar­tin o’mal­ley hat das mit sei­nem team ganz be­son­ders eif­rig vor­be­rei­tet. er ver­such­te über den din­gen zu schwe­ben, das gros­se bild zu zeich­nen, ver­ständ­lich zu spre­chen und emo­tio­nen zu zei­gen, ohne schwach zu wir­ken. das ging mei­ner mei­nung nach voll da­ne­ben. er wirk­te auf mich wie das ab­zieh­bild ei­nes fern­seh­se­ri­en-kan­di­da­ten: viel zu gut­aus­se­hend, zu schlech­te dar­stel­le­ri­sche leis­tun­gen, schlech­te tex­te — aber al­les sehr am­bi­tio­niert und ernst vor­ge­tra­gen. aus­ser­dem kon­ter­ka­rier­te er sei­nen drang über den din­gen zu ste­hen, durch an­dau­ern­de bet­te­lei um re­de­zeit: „plea­se, just 10 se­conds, plea­se …“

o’mal­ley sag­te kei­ne un­ver­nünf­ti­gen sa­chen und hat okaye rhe­to­ri­sche fä­hig­kei­ten, aber auf mich wirkt er un­echt, ge­macht, auf­ge­setzt und un­auf­rich­tig.

das ge­naue ge­gen­teil ist ber­nie san­ders. trotz sei­ner lan­gen po­li­ti­schen kar­rie­re wirkt er echt. auch er wird stän­dig emo­tio­nal, aber bei ihm wirkt das nicht kal­ku­liert, son­dern weil ihn die miss­stän­de wirk­lich zu ner­ven schei­nen. sei­ne emo­tio­an­li­tät könn­te ihm auch scha­den, dach­te ich im­mer, als ich sah. die emo­tio­nen wir­ken näm­lich auch un­sou­ve­rän, ge­ra­de im kon­trast zu hil­la­ry clin­ton, die ru­hig, be­dacht, ab­ge­brüht und fast eis­kalt auf­tritt. aber viel­leicht ist es ge­nau das, was vie­le an ber­nie san­ders mö­gen, dass er sich nicht (zu sehr) um die wir­kung sei­ner auf­trit­te schert, son­dern eben um die „ischuhzzz“, wie er es aus­drückt, um die sach­the­men, bzw. miss­stän­de in den USA.

ber­nie san­ders wirkt auch sehr alt und er­schöpft. auch das soll­te ihm ei­gent­lich mi­nus­punk­te ein­brin­gen, die ame­ri­ka­ner lie­ben ja agil-wir­ken­de prä­si­den­ten zu ha­ben, die sport­lich und ge­sund sind, und am bes­ten kei­ne grau­en haa­re ha­ben. so wie da­mals ro­nald rea­gan, der bis an sein le­bens­en­de edel­holz­far­be­nen haa­re trug. aber auch das kann san­ders wohl zu sei­nem vor­teil aus­spie­len: er strengt sich wirk­lich an, er kämpft und auch wenn er schwach wirkt, er bleibt stand­haft, in je­der hin­sicht.

hil­la­ry clin­ton wirkt so pro­fes­sio­nell, dass es ei­nen bei­na­he um­haut. sie re­det und ges­ti­ku­liert, als wäre sie be­reits ge­wählt. ihr dampft prä­si­dia­le hal­tung aus je­der pore. sie setzt auch emo­tio­nen ein, aber ganz punk­tu­ell, als kon­trol­lier­tes, rhe­to­ri­sches stil­mit­tel, das sie ab­ru­fen kann, ohne wirk­lich emo­tio­nal (und da­mit an­greif­bar) zu wer­den. wohl­ge­merkt, das wirkt al­les im­mer noch schlüs­sig und prä­si­di­al, nicht stüm­per­haft und schlecht ge­spielt, wie zum bei­spiel von frank walt­her stein­mei­er, wenn er ver­sucht ger­hard schrö­der zu imi­tie­ren. hil­la­ry wirkt so pro­fes­sio­nel, so ge­schlif­fen, so un­an­greif­bar, dass ei­nem angst und ban­ge wird. sie wirkt da­bei so­gar sym­pa­thisch, freund­lich und so­gar ein biss­chen lus­tig. aber — und das dürf­te ihr gröss­tes pro­blem sein — sie wirkt wie eine ma­schi­ne. gut ge­ölt, per­fekt in schuss, tut ge­nau das was man von ihr er­war­tet, aber sie ar­bei­tet um zu ar­bei­ten, nicht um et­was zu ver­än­dern.

san­ders schreit die gan­ze zeit hei­ser kräch­zend, dass er die­ses und je­nes „ra­di­kal“ ver­än­dern wol­le, hil­la­ry will op­ti­mie­ren. hil­la­ry steht für das be­währ­te, ga­ran­tiert, wie da­mals ade­nau­er, „kei­ne ex­pe­ri­men­te“, san­ders schwingt die so­zia­lis­ti­sche faust.

ich glau­be san­ders wird ganz gut ab­schnei­den, vor al­lem bei pro­gres­si­ven, auf­ge­klär­ten und jun­gen wäh­lern, aber clin­ton wird am ende trotz­dem de­mo­kra­ti­sche kan­di­da­tin (und prä­si­den­tin), weil sie für ei­nen so­li­den mit­tel­weg steht (der zwar auf vie­le rech­te im­mer noch ra­di­kal wir­ken mag), ohne all­zu vie­le blät­ter von den bäu­men zu schüt­teln. und viel­leicht treibt san­ders sie ja noch ein biss­chen in die pro­gres­si­ve, re­for­me­ri­sche ecke, mit sei­nen zu er­war­ten­den er­fol­gen.

ich lag bis­her mit mei­nen ein­schät­zun­gen der us-prä­si­dent­schafts­kan­di­da­ten im­mer ganz gut. wenn ich das ge­fühl habe, ei­ner der kan­di­da­ten habe das for­mat und die ner­ven­stär­ke zum prä­si­den­ten, hat­ten die meis­ten ame­ri­ka­ner ein ähn­li­ches ge­fühl. bei (bill) clin­ton war ich mir aus die­sem grund be­reits vor der wahl si­cher, dass er ge­wählt wür­de, eben­so bei oba­ma. bei ge­or­ge w. bush hat mein bauch­ge­fühl völ­lig ver­sagt. er wur­de ge­wählt, ob­wohl ihm for­mat, ner­ven­stär­ke und hell­sich­tig­keit ganz of­fen­bar fehl­ten. aber bei (hil­la­ry) clin­ton hab ich wie­der die­ses ge­fühl: sie kann es und sie wird es.

(auf you­tube ge­se­hen)


si­lo-scheis­se

felix schwenzel in notiert

al­les was ich auf in­sta­gram pos­te, lan­det auch hier im blog. mitt­ler­wei­le wie­der voll­au­to­ma­tisch, über eine ei­ge­ne own­y­our­gram-in­stanz, die sich je­des bild das ich dort pos­te holt und hier ins blog klebt — und da­nach noch zu­sätz­lich zu face­book und twit­ter drückt. aa­ron park­e­ckis own­y­our­gram-in­stanz funk­tio­niert für mich nicht mehr, weil das in­sta­gram-abo (sub­scrip­ti­on) own­y­our­gram nicht mehr zu­ver­läs­sig an­pingt wenn ich et­was pos­te und own­y­our­gram das dann ent­spre­chend auch nicht pos­tet. für mei­ne ei­ge­ne own­y­our­gram-in­stanz habe ich mir selbst ei­nen ping-me­cha­nis­mus ge­baut, über ifttt und er­satz­wei­se ei­nen ma­nu­el­len ping. das klappt wun­der­bar.

aber ei­gent­lich woll­te ich über et­was an­de­res schrei­ben, über bridgy. bridgy ist ein wun­der­ba­rer dienst der von ryan bar­rett be­trie­ben wird (und kyle ma­han) und favs und kom­men­ta­re von mei­nen in­sta­gram-bil­dern und -vi­de­os zu mei­nen ko­pien rü­ber­zieht. bridgy sorgt da­für, dass die kom­men­ta­re mei­ner zu twit­ter oder face­book oder in­sta­gram syn­di­zier­ten in­hal­te, zu­rück zu mir aufs blog kom­men (un­ten, un­ter web­men­ti­ons und track­backs).

vor ein paar wo­chen hat in­sta­gram sei­ne API-re­geln ver­schärft und ver­langt jetzt eine ex­pli­zi­te frei­ga­be für API-nut­zung. heu­te hat in­sta­gram den an­trag auf in­sta­gram-API-nut­zung für bridgy ab­ge­leht. das ist ex­trem är­ger­lich und, wie ich oben in der über­schrift be­reits schrieb, gros­se silo-scheis­se.

und vor al­lem ein deut­li­ches zei­chen an alle be­nut­zer: eure da­ten, eure bil­der ge­hö­ren euch nicht, wie und wo und wie müh­sam ihr sie nutzt, das be­stim­men wir. ich fin­de das sehr, sehr är­ger­lich, vor al­lem weil ich die app von in­sta­gram nach wie vor sen­sa­tio­nell toll fin­de und ger­ne nut­ze. vor al­lem ist in­sta­gram der ein­fachs­te weg für mich, von un­ter­wegs ein bild oder ein vi­deo in mein blog zu pos­ten — und gleich wei­ter zu face­book und twit­ter zu ver­tei­len.

aber ich bin si­cher, die in­sta­gram-API-nut­zungs­be­din­gun­gen-ver­schär­fung ist ein vor­bo­te auf das was von den silo-be­trei­bern noch kommt: ein­schrän­kun­gen und er­schwe­run­gen, um es für mög­lichst vie­le, mög­lichst be­schwer­lich zu ma­chen, von aus­sen an die ei­ge­nen silo-in­hal­te zu kom­men.


seit dem 19. ja­nu­ar wer­den amp-sei­ten von goog­le in­de­xiert

felix schwenzel in notiert

die amp-html-va­ri­an­ten mei­ner sei­ten auf wir­res.net, wer­den seit dem 19.01 von goog­le in­de­xiert. ich ver­mu­te für an­de­re web­sei­ten gilt das auch. in der such­kon­so­le wer­den noch eine men­ge feh­ler an­ge­zeigt, von de­nen ich mitt­ler­wei­le be­reits die meis­ten ent­fernt habe.

das de­bug­ging funk­tio­niert ganz gut über die such­kon­so­le, aber auch, wenn ich die amp-sei­ten über das goog­le-cdn auf­ru­fe. zum bei­spiel die­se sei­te in amp-html hier und im goog­le-cdn. das goog­le-cdn ren­dert die sei­ten näm­lich gar nicht erst, wenn sie nicht va­li­die­ren und ist so freund­lich die feh­ler gleich an­zu­zei­gen.

in der such­kon­so­le be­kommt man die feh­ler et­was über­sicht­li­cher an­ge­zeigt, aber lei­der auch die meis­ten be­reits be­ho­be­nen feh­ler. er­staun­lich fin­de ich, wie vie­le feh­ler sich in die­ses amp po­ten­zi­ell ein­schlei­chen, auch die ma­cher vom of­fi­zi­el­len word­press-amp-plug­in sind ganz schön am kämp­fen und be­rei­ten sich mit ei­nem pull-re­quest-sturm of­fen­bar auf ein bal­di­ges frei­las­sen von amp vor. auch wenn es of­fi­zi­ell noch heisst:

AMP has­n't of­fi­ci­al­ly laun­ched in Goog­le Search, so the­re's still time to get set up -- feed­back & pa­ti­ence will be app­re­cia­ted by your CMS & plug­in pro­vi­ders. Stay tu­n­ed for more up­dates on the AMP Pro­ject blog.

(via, via, via)


erb­sen­sup­pe mit schafs­kä­se­croû­tons

felix schwenzel in gekocht

un­kom­pli­zier­te, pas­sier­te erb­sen­sup­pe mit croû­tons aus aus­ge­roll­tem toast­brot mit schafs­kä­se­fül­lung. aus nopi von #ot­to­lenghi.

[-wer­be­link] nopi (das koch­buch) kann ich mitt­ler­wei­le wirk­lich sehr emp­feh­len. es ist das bis­her va­ri­an­ten­reichs­te ot­to­lenghi koch­buch von den fünf stück die hier mitt­ler­wei­le rum­lie­gen.

al­lein die idee, weiss­brot, hier toast­brot ohne scha­le, mit der teig­rol­le aus-, bzw. platt zu rol­len, mit ner kä­se­fül­lung zu fül­len, auf­zu­rol­len und vor dem frit­tie­ren mit po­len­ta zu pa­nie­ren, ist schon ein klei­nes glanz­stück, für das sich das buch lohnt.

in der sup­pe ist ne­ben den erb­sen nichts wei­ter als zwie­beln, knob­lauch, po­ree und kar­tof­feln. al­les aus­ser den erb­sen wird lang­sam an­ge­düns­tet, ca. 10 bis 20 mi­nu­ten, dann noch­mal 10 bis 20 mi­nu­ten ge­kö­chelt und die erb­sen (und salz und pfef­fer) kom­men erst ganz zum schluss rein, da­mit bleibt die sup­pe dann schön grün.

in den toast­schei­ben ist schafs­kä­se (aldi-feta), ei­nem ess­löf­fel senf und thy­mi­an. er­staun­lich ist ei­gent­lich nur, dass die sup­pe an­geb­lich für 6 per­so­nen rei­chen soll und dass wir al­les zu zweit auf­ge­ges­sen ha­ben, ob­wohl ich nen ti­cken mehr ge­macht habe.


hun­de su­chen viel­leicht nicht den blick­kon­takt, aber sie mö­gen ihn schon ganz ger­ne.


li­mit­less s01e13

felix schwenzel in gesehen

et­was zu ver­spielt für mei­nen ge­schmack, die­se fol­ge. ir­gend­ei­ne kind­heits­er­in­ne­rung bringt bri­an finch dazu alle schlim­men wör­ter mit harm­lo­sen wör­tern zu er­set­zen, was theo­re­tisch lus­tig sein könn­te, auf dem bild­schirm aber eher nervt. aber ich bin si­cher im wri­ters room hat der ein­fall für ge­läch­ter ge­sorgt.

an­sons­ten mag ich es, wenn bri­an finch in ei­ner fol­ge ein­fach mal gen­re-un­ty­pisch vier fäl­le löst, ne­ben­bei, wäh­rend er sich haupt­säch­lich um den rote fa­den der ge­schich­te küm­mert, se­na­tor ed­ward mor­ra und hier kon­kret, die ver­schlei­er des­sen NZT-nut­zung.

über­haupt, die ver­spielt­heit der se­rie ist ein biss­chen hoch do­siert. das merkt man von der ers­ten fol­ge an, aber ich kann es trotz­dem er­tra­gen.

den film, der die vor­ge­schich­te der srie er­zählt hab ich mir auch ge­ra­de im itu­nes-store ge­lie­hen und wer­de ihn in den nächs­ten ta­gen an­se­hen. mal schau­en wie und ob der kon­tras­tiert.


Photo by felix schwenzel on January 21, 2016. Keine Fotobeschreibung verfügbar..

en­ten­brust mit ha­sel­nuss-bier-but­ter (ohne but­ter), mit qui­noa und pil­zen. na­tür­lich #ot­to­lenghi


Photo by felix schwenzel on January 21, 2016. Keine Fotobeschreibung verfügbar..

da war eben die höl­le los am #al­ham­bra (zur pre­mie­re des tür­ki­schen films „kar­de­sim be­nim“)


Photo by felix schwenzel on January 21, 2016. Keine Fotobeschreibung verfügbar..

ge­säu­er­ter köhl kohl mit boh­nen und pa­pri­ka („achar“), un­ge­fähr nach #ot­to­lenghi. ge­rich­te mit zimt, pi­ment, nel­ken und viel zu­cker kann ich der bei­fah­re­rin jetzt lei­der nicht mehr zu­mu­ten, sie hat jetzt die schnau­ze voll. da­mit fal­len knapp 20% der ot­to­lenghi-re­zep­te für uns weg.


wolf hall s01e02

felix schwenzel in gesehen

ich bin ver­wirrt, die­se fol­ge wur­de am ende et­was fieb­rig. crom­well war plötz­lich zu se­hen, wie er fie­ber­te und ein, zwei klei­ne vi­sio­nen hat­te — um kurz da­nach wie­der putz­mun­ter ei­nen brief zu dik­tier­ten und ei­nen wei­te­ren au­gen­blick spä­ter ir­gend­wo mit hein­rich hin­zu­rei­ten (der beim rei­ten sei­nen hut ver­lor). zwi­schen­durch wur­de auch noch je­mand ge­köpft, von dem ich lei­der kei­ne ah­nung hat­te, wer das war.

hört sich ver­wir­rend an, war aber noch ver­wir­ren­der an­zu­se­hen. viel­leicht hat­te der cut­ter, der die letz­ten 15 mi­nu­ten die­ser fol­ge zu­sam­men­schnitt, eben­falls fie­ber. oder ich habe eine schlech­te ko­pie der fol­ge er­wischt oder nicht or­dent­lich auf­ge­passt.

[nach­trag 21.01.2016: es stellt sich raus, dass der cut­ter kei­nes­falls fie­ber hat­te, son­dern ich ei­nen gro­ben be­die­nungs­feh­ler ge­macht habe und mir die letz­ten 15 mi­nu­ten der fol­ge 4, statt die letz­ten 15 mi­nu­ten der fol­ge 2 an­ge­se­hen habe.]

sonst war die fol­ge aber ge­nau­so su­per wie die ers­te, wo­bei ich in die­ser fol­ge ge­merkt habe, dass die mu­sik im mit­tel­al­ter zum ner­vi­gen ten­diert. lei­der ist die gan­ze sen­dung mit die­ser leicht ner­vi­gen mit­tel­al­ter­mu­sik un­ter­legt, was mir aber beim zu­schau­en selbst kaum auf­fiel, wohl aber, wenn die bei­fah­re­rin ne­ben­an wolf hall guckt und die mu­sik durch die wand trö­tet.

crom­well scheint es in­ner­halb von zwei fol­gen ge­schafft zu ha­ben, die gunst von kö­nig hein­rich viii zu er­lan­gen, was ich ihm gön­ne, weil er sich wirk­lich ge­schickt an­stellt und eine sehr treue see­le ist — und sich im­mer noch für sei­nen kar­di­nal ein­setzt. ne­ben dem fie­ber sieht man auch ein zwei mal, wie sich crom­well we­ni­ger ge­schickt an­stellt und in fett­näp­chen tritt und wie er mehr­fach aus­dau­ernd ins lee­re schaut. die­ses lee­re, war­ten­de star­ren fühlt sich sehr mit­tel­al­ter­lich an, weil da­mals die zeit ja be­kannt­lich viel lang­sa­mer ver­gingt, bzw. gar nicht or­dent­lich ge­mes­sen wer­den konn­te.

ich weiss jetzt auch, war­um crom­well, ob­wohl er laut wi­ki­pe­dia po­li­tisch eher ein arsch­loch war, so sym­pa­thisch wirkt: ei­ner­seits we­gen dem sym­pa­thi­schen maf­fay-ge­sicht und an­de­rer­seits, weil crom­well ein aus­sen­sei­ter ist, der sich ge­gen alle wi­der­stän­de nach oben ma­nö­vriert — in den ers­ten bei­den fol­gen of­fen­bar auch ohne selbst­ge­spon­ne­ne in­tri­gen, son­dern nur mit klu­ger rhe­to­rik und ge­duld. glaubt man der wi­ki­pe­dia, än­dert sich das aber bald.

[nach­trag 21.01.2016]
so, jetzt habe ich auch fol­ge 2 zu­en­de ge­schaut, nicht nur das ende der fol­ge 4. gut er­zählt und man merkt, wie sich in crom­well lang­sam ra­che­ge­füh­le für den tod sei­nes kar­di­nals zu­sam­men­brau­en. al­les sub­til und doch nach­voll­zieh­bar er­zählt, die lang­sa­me wand­lung von crom­wells gut­mü­tig­keit, die an­nä­he­rung crom­wells an den kö­nig, bzw. um­ge­kehrt, crom­wells ein­sam­keit und aus­sen­sei­ter­rol­le. macht spass wei­ter­zu­gu­cken. 4 statt ur­sprüng­lich 3 ster­ne.


the ex­pan­se s01e07

felix schwenzel in gesehen

ich glau­be in die­ser fol­ge ist nichts pas­siert. fühlt sich je­den­falls so an, jetzt wo sie vor­bei ist. mal nach­gu­cken, was in der sen­dungs­be­schrei­bung steht:

Hol­den and his crew face a Mar­ti­an mi­li­ta­ry blo­cka­de. Mil­ler finds a new re­ason to for­ge ahead. Ava­sa­ra­la vi­sits Hol­den’s fa­mi­ly.

stimmt, jetzt wo ich es lese. hol­den reist ja, wie letz­te fol­ge mit dem re­bel­len­füh­rer be­spro­chen, mit dem mar­sia­ni­schem raum­schiff ir­gend­wo hin um ir­gend­wen zu su­chen. un­ter­wegs kommt ih­nen eine po­li­zei­pa­trouil­le ge­fähr­lich nahe, aber, na­tür­lich, schaf­fen sie es in letz­ter mi­nu­te, die po­ten­zi­ell pro­ble­ma­ti­sche kon­trol­le zu um­ge­hen.

mil­ler, der frisch ent­las­se­ne bul­le, ver­reist, um sich ei­nen müll­hau­fen an­zu­gu­cken und die frau mit der ko­misch gut­te­ra­len stim­me, be­sucht hol­dens mut­ter um mit ihr über ih­ren sohn zu plau­dern.

hört sich, so be­trach­tet, ein biss­chen nach ei­ner fol­ge mo­dern fa­mi­ly an, al­ler­dings nicht ganz so wit­zig.

oh je, das hört sich jetzt wie­der­um furch­bar ne­ga­tiv an, ist aber gar nicht so ge­meint. die fol­ge war ein ganz okayes, et­was er­eig­nis­ar­mes kam­mer­spiel. so wie auch en­ter­pri­se, next ge­ne­ra­ti­on und voy­a­ger ja im grun­de ge­nom­men im­mer klei­ne kam­mer­spie­le wa­ren — aber im­mer­hin im­mer mit ner mo­ral-von-der-ge­schicht-lern­kur­ve. die fehl­te bei die­ser fol­ge the ex­pan­se lei­der, aber nächs­te wo­che geht’s ja wei­ter. viel­leicht pas­siert dann et­was, aus­ser cha­rak­ter­stu­di­en.


*

  truth­dig.com: Chris Hedges: The Mi­ra­ge of Ju­s­ti­ce   #

gu­ter punkt von chris hedges (der ma­king a mur­de­rer ein biss­chen spoi­lert): das pro­blem der ame­ri­ka­ni­schen jus­tiz ist sys­tem­ima­nent. ob ste­ven avery oder sein nef­fe brendan das­sey schu­fig sind, ist we­ni­ger die fra­ge, son­dern eher, ob es als ar­mer in ame­ri­ka über­haupt noch mög­lich ist, ein fai­res ver­fah­ren zu be­kom­men:

Once you are char­ged in Ame­ri­ca, whe­ther you did the crime or not, you are al­most al­ways found guil­ty. Be­cau­se of this, as many ac­ti­vists have dis­co­ver­ed, the courts al­re­a­dy are be­ing used as a fun­da­men­tal wea­pon of re­pres­si­on, and this ab­u­se will ex­plo­de in size should the­re be wi­de­spread un­rest and dis­sent. Our ci­vil li­ber­ties have been trans­for­med into pri­vi­le­ges—what Matt Taib­bi in “The Di­vi­de: Ame­ri­can In­ju­s­ti­ce in the Age of the Wealth Gap” calls “con­di­tio­nal rights and con­di­tio­nal ci­ti­zen­ship”—that are, espe­ci­al­ly in poor com­mu­ni­ties, rou­ti­ne­ly re­vo­ked. Once rights be­co­me pri­vi­le­ges, none of us are safe.

The rea­li­ty is that al­most no one who is im­pri­so­ned in Ame­ri­ca has got­ten a tri­al. The­re is ra­re­ly an im­par­ti­al in­ves­ti­ga­ti­on. A stag­ge­ring 97 per­cent of all fe­de­ral ca­ses and 95 per­cent of all sta­te fel­o­ny ca­ses are re­sol­ved th­rough plea bar­gai­ning. Of the 2.2 mil­li­on peo­p­le we have in­c­ar­ce­ra­ted at the mo­ment—25 per­cent of the world’s pri­son po­pu­la­ti­on—2 mil­li­on never had a tri­al. And si­gni­fi­cant per­cen­ta­ges of them are in­no­cent.

das ist wirk­lich hart.

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  in­dis­kre­tioneh­ren­sa­che.de: Was Me­di­en­deutsch­land braucht, ist Per­spec­ti­ve Dai­ly   #

beim vor­stel­lungs­vi­deo von per­spec­ti­ve dai­ly (ein­ge­bet­tet in die­sen ar­ti­kel von tho­mas knü­wer), hab ich auch ein­mal la­chen müs­sen.

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  frau­ruth.de: Die Pfer­de­kö­ni­gin will schwei­gen   #

toll. da­nach hier kli­cken und das gan­ze blog leer­le­sen.

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  blend­le.com: Un­sag­bar - Frank­fur­ter All­ge­mei­ne Sonn­tags­zei­tung [€0,45, blend­le-link]   #

sehr gu­ter ein­wurf von jost kai­ser zum ewi­gen ge­re­de über „sprech­ver­bo­te“, „denk­ver­bo­te“ und ge­jam­mer über „po­li­ti­cal cor­rect­ness“. in ste­fan nig­ge­mei­ers face­book ge­fun­den.



ge­se­hen

felix schwenzel in notiert

seit ende de­zem­ber schrei­be ich über al­les was ich mir an­gu­cke (film, fern­se­hen, oder büh­ne) und was län­ger als ein nor­ma­ler you­tube-clip ist, eine kur­ze re­zen­si­on. das sind in den letz­ten etwa zwan­zig ta­gen über 50 ein­trä­ge ge­wor­den. das ist ei­ner­seits er­schre­ckend viel, was ich mir hier an­se­he, aber auf der an­de­ren sei­te er­staun­lich be­frie­di­gend und dis­zi­pli­nie­rend. ja, ich glotz (of­fen­sicht­lich) ziem­lich viel fern­se­hen, aber es ver­pufft nicht ein­fach al­les. aus­ser­dem über­le­ge ich mir, ob ich mir wirk­lich je­den scheiss an­se­hen will, und mei­ne zeit nicht nur beim zu­se­hen ver­schwen­den will, son­dern auch noch da­nach, wenn ich drü­ber schrei­be.

ich fra­ge mich aber, ob das über­haupt je­ma­nan­den in­ter­es­siert und drü­cke nur we­ni­ge der re­zen­sio­nen, die ich schrei­be, auf die start- und über­sichts­sei­te. die re­zen­sio­nen lie­gen alle in der ka­te­go­rie ge­se­hen (die auch per RSS abo­niert wer­den kann) und die letz­ten 12 auf der rück­sei­te, aber bis jetzt habe ich nur din­ge wie die bei­den schulz-und-böh­mer­mann-sen­dun­gen (eins, zwei), eine fallon-sen­dung, eine sen­dung mit der maus, den ka­ba­ret­tis­ti­schen jah­res­rück­blick, die ers­te fol­ge von ma­king a mur­de­rer oder die pi­lo­ten von bil­li­ons und mor­gen hör ich auf, so­wie the abo­minable bri­de nach vor­ne ge­drückt. die fünf fol­gen von gra­ham nor­ton, die zwei fol­gen mo­dern fa­mi­ly, die eine li­mit­less-fol­ge oder die 6 wirk­lich gu­ten fol­gen the ex­pan­se habe ich alle (qua­si) in der zwei­ten rei­he ge­las­sen. bei to­ta­lem schrott wie beowulf re­turn to the shield­lands, den letz­ten, sehr schwa­chen the good wife-, big­bang-theo­ry- oder ja­mes cor­don-fol­gen fiel mir die ent­schei­dung nicht schwer, sie im hin­ter­grund zu las­sen.

aber ges­tern abend hab ich mich ge­fragt, war­um ich die re­zen­si­on des wirk­lich ganz gu­ten pi­lo­ten von wolf hall, die zwei­te fol­ge bil­li­ons oder die fol­gen von ma­king a mur­de­rer die ich be­reits ge­se­hen habe, nicht auch auf die start­sei­te ge­packt habe.

ich habe zwar kei­ne furcht vor ir­rele­vanz (so­lan­ge mir ein ar­ti­kel oder link auch nur an­satz­wei­se un­ter­halt­sam vor­kommt), aber ich will auch nie­man­den mit über­mäs­si­gem rau­schen stö­ren. des­halb fra­ge ich mal in die run­de: soll das was ich mir an­gu­cke hier et­was sicht­ba­rer sein, even­tu­ell auch je­weils zu twit­ter oder face­book ge­drückt wer­den, oder ist das mit der ei­ge­nen ka­te­go­rie und ge­le­gent­li­chen aus­kopp­lun­gen ok so?


das vie­le schrei­ben, zu dem ich durch mei­ne ent­schei­dung, mei­nen me­di­en­kon­sum zu pro­to­kol­lie­ren, ge­kom­men bin, ist üb­ri­gens eine pri­ma schreib­fin­ger­übung. je mehr ich schrei­be, des­to rou­ti­nier­ter füh­le ich mich und um so leich­ter fällt es mir auch an­de­re sa­chen leich­ter „hin­zu­rot­zen“. oder an­ders aus­ge­drückt, ich fra­ge mich, war­um ich da­mit nicht schon viel frü­her an­ge­fan­gen habe, ich schrei­be ja auch sonst je­den scheiss (hier) auf.


wolf hall s01e01

felix schwenzel in gesehen

bri­ti­sche mini-se­rie über den auf­stieg von tho­mas crom­well ab ca. 1529, zur zeit des stur­zes von kar­di­nal wol­sey.

mark rylan­ce, der crom­well spielt, sieht ein biss­chen wie ein ab­ge­ma­ger­ter pe­ter maf­fay aus, aber er stellt crom­well an­ge­nehm mensch­lich dar, so dass man sich mit ihm, beim zu­se­hen, gut iden­ti­fi­zie­ren kann. hein­rich der VIII wird von da­mi­an le­wis ge­spielt, wol­sey von jo­na­than pryce; das en­sem­ble weicht also ein biss­chen von der ty­pi­schen BBC-his­to­ri­en-dra­ma-be­set­zung ab.

wolf hall ist ein biss­chen ein im 16ten jahr­hun­dert spie­len­des west wing, kom­plett mit ge­sprä­chen im (lang­sa­men) lauf­schritt, und kon­zen­triert sich, ge­nau wie west wing eher auf die mit­ar­bei­ter des kö­nigs, der fürs­ten und kar­di­nä­le.

die aus­stat­tung, die kos­tü­me, die ku­lis­sen sind wun­der­bar und auf­wän­dig und auf den ers­ten blick au­then­tisch, also schein­bar zum gros­sen teil an ori­gi­nal­schau­plät­zen ge­dreht. bei den in­nen­auf­nah­men scheint zwar im­mer die son­ne ins zim­mer, mor­gens wie abends, im­mer aus der glei­chen rich­tung, aber das ist auch schon der ein­zi­ge goof die mir beim zu­schau­en auf­ge­fal­len ist. ich bin si­cher es gibt noch mehr, aber nichts was das seh­ver­gnü­gen grob stö­ren wür­de.

die ge­schich­te von wol­sey und crom­well kann man sich in 10 mi­nu­ten in der wi­ki­pe­dia an­le­sen/auf­fri­schen, die von hein­rich dem VIII kennt man ja schon ein biss­chen, aber es macht spass sich das in die­ser reich il­lus­trier­ten und aus­ge­sta­tet­ten form an­zu­se­hen.



wenn du den kin­dern er­lau­ben wür­dest auf die stras­se zu ka­cken, an ecken zu pin­keln oder an po­lö­chern zu rie­chen, wäre auch was los.


nee, das ist ein neu­es fea­ture von twit­ter: user-zen­tri­sche down­ti­mes. ein­zel­per­so­nen­aus­fall­si­mu­la­tio­nen nen­nen die das AFA­IK auch.


schulz und böh­mer­mann s01e02

felix schwenzel in gesehen

ich mag es ei­gent­lich ganz ger­ne, wenn sen­dun­gen es­ka­lie­ren und aus der kon­trol­le ge­ra­ten. aber wenn die es­ka­la­ti­on von den mo­de­ra­to­ren aus­geht, die zap­peln, schrei­en, schimp­fen oder dro­hen le­ben­de gold­fi­sche zu pü­rie­ren und sich we­der das pu­bli­kum, noch die gäs­te mit­reis­sen las­sen, dann wirkt das ge­wollt und öde. in die­ser sen­dung hat sich jan böh­mer­mann be­müht, sei­ne pro­vo­ka­tio­nen auf dem ni­veau des sen­dungs­the­mas (kin­der­ge­burts­tag) zu hal­ten. das war sehr scha­de und sehr flach.

dass in der sen­dung nie­mand je­mals zu­en­de spre­chen konn­te, ent­we­der, weil ei­nem der mo­de­ra­to­ren ge­ra­de ein witz ein­fiel, er et­was wich­ti­ges los wer­den woll­te, oder er aus dem off klei­ne an­wei­sungs­zet­tel be­kam, zer­hack­te den fluss der sen­dung un­an­ge­nehm. als ein­zi­gen lies­sen schulz und böh­mer­mann ein­mal paul ron­z­hei­mer au­spre­chen — aber auch nur weil er wei­ner­lich dar­auf be­stand, auch mal was zu­en­de sa­gen zu dür­fen. das was er sag­te, war, wie al­les an­de­re was er sag­te, völ­lig un­in­ter­es­sant und ir­rele­vant.

die meis­te zeit schrien schulz und böh­mer­mann rum oder fie­len von ih­ren stüh­len. so könn­te ich die zwei­te fol­ge der sen­dung ei­gent­lich um­fas­send be­schrei­ben und mit der re­zen­si­on auf­hö­ren. al­ler­dings wa­ren die sa­chen die olli schulz schrie teil­wei­se sehr wit­zig, vor al­lem zum ende der sen­dung hin, als er be­reits gut mit whis­ky ge­la­den war. da ka­men plötz­lich gute fra­gen aus ihm ge­kro­chen und sät­ze wie:

was der in­ter­net­por­no­gra­fie fehlt, sind ty­pen wie ich.

ich möch­te paul ron­z­hei­mer lie­ber in por­nos se­hen, als in kri­sen­ge­bie­ten.

an­sons­ten wür­de ich vor­schla­gen mal til schwei­ger in die sen­dung ein­zu­la­den, weil die bei­den wirk­lich je­den gast, der schon­mal mit ihm ge­ar­bei­tet hat, nach ihm aus­fra­gen. die­ses mal war nora tschirner dran, nach­dem in der letz­ten sen­dung anika de­cker nach schwei­ger aus­ge­fragt wur­de.

egal wie sehr eine sen­dung aus dem ru­der läuft, ei­nes ist für gute un­ter­hal­tung un­er­läss­lich: mo­de­ra­to­ren (oder gäs­te) die hell­wach sind und die auf feins­te zwi­schen­tö­ne oder an­deu­tun­gen der an­de­ren an­we­sen­den re­agie­ren, vor­zugs­wei­se wit­zig oder klug. jan böh­mer­mann war in die­ser sen­dung so sehr mit sei­nen ei­ge­nen pro­ble­men be­schäf­tigt, dass er zwar noch auf die ers­te fra­ge von kat­rin gö­ring-eckardt nach den ko­mi­schen stei­nen auf dem tisch re­agier­te („das sind whis­ky­kühl­stei­ne, die hab ich aus ame­ri­ka mit­ge­bracht“), da­nach aber jede nach­fra­ge, ob sie da­von wel­che in ihr glas ha­ben könn­te, über­hör­te. ein mo­de­ra­tor der sei­ne gäs­te nicht hört, soll­te in der tat, wie oli­ver schulz in der sen­dung mehr­fach vor­schlug, lie­ber tro­cke­ne or­gas­men üben, als zu mo­de­rie­ren. viel­leicht kann das ZDF ei­nen er­satz­mo­de­ra­tor für jan böh­mer­mann be­sor­gen, falls der an be­stimm­ten ta­gen mit kin­der­pfle­ge und pri­va­ten pro­ble­men über­for­dert ist.

nora tschirner er­zähl­te in der sen­dung ir­gend­was über das jour­na­lis­mus crowd­fun­ding­pro­jekt per­spec­ti­ve-dai­ly.de. sie nann­te das, was dort ge­plant ist, mehr­fach „ganz­heit­li­chen jour­na­lis­mus“ und ver­wan­del­te sich von ei­ner sym­pa­thi­schen, wit­zi­gen per­son, kurz­zei­tig in eine flos­kel­aus­wurf­ma­schi­ne, als sie das pro­jekt be­schrieb. j sei dank kommt das wort „ganz­heit­lich“ nicht ein­mal auf per­spec­ti­ve-dai­ly.de vor. ein­zi­ges high­light der sen­dung wa­ren üb­ri­gens ann-mar­le­ne hen­ning (die viel zu we­nig zu wort kam) und kat­rin gö­ring-eckardt, die es schaff­te all die ne­ga­ti­ven kon­no­ta­tio­nen ab­zu­schüt­teln, die ich ihr in ei­ner knapp fünf­jäh­ri­gen vor­ur­teils­auf­bau­pha­se an­ge­hängt habe. sie kam als eine grü­ne, kon­ser­va­ti­ve re­li­gi­ons­tus­si in die sen­dung und ging als sym­pa­thi­sche, schlag­fer­ti­ge und un­eit­le frau hin­aus.

(in der zdf me­dia­thek)


bil­li­ons s01e02

felix schwenzel in gesehen

was ich an der se­rie mag, auch wenn es, wie ge­sagt, eine se­rie über das pim­melfech­ten zwei­er al­pha­männ­chen ist, sind ge­nau die­se bei­den al­pha­männ­chen, die je­weils eine her­de von al­pha­männ­chen und -weib­chen zu ih­ren diens­ten ha­ben.

die bes­ten und klügs­ten hau­en auf ein­an­der ein, mit al­ler kraft und in­klu­si­ve haa­re­zie­hen und knei­fen. das macht lei­der spass beim zu­se­hen. ich mag es so­wie­so, klu­gen men­schen im fern­se­hen zu­zu­schau­en, auch wenn sie von schau­pie­lern ge­spielt wer­den und die wor­te aus dem wri­ters room kom­men.

klu­ge men­schen in ei­ner ge­schich­te zu ha­ben, macht das er­zäh­len um ei­ni­ges ein­fa­cher — vor al­lem kann man mit ih­nen in der hand­lung die hand­lung ab­kür­zen. klu­ge men­schen er­ken­nen näm­lich, nach der se­ri­en­er­zähl­lo­gik, die vor­ha­ben ih­rer geg­ner, ein­fach in­dem sie kurz nach­den­ken oder ins lee­re bli­cken. ein dra­ma­tur­gi­sches ge­schenk, qua­si, das al­len das le­ben er­leich­tert; den au­toren, den zu­schau­ern und den schau­spie­lern, die so ge­le­gen­heit be­kom­men hin und wie­der ins lee­re zu star­ren und nichts zu tun und kei­ne tex­te aus­wen­dig zu ler­nen.

die sto­ry ent­wi­ckelt sich trotz­dem gut wei­ter, zum teil et­was zu leicht leicht vor­her­seh­bar, aber im­mer­hin re­la­tiv glaub­wür­dig. ge­nau­so wer­den die char­kark­te­re der hau­pfi­gu­ren fei­ner ge­zeich­net, auch das macht spass beim zu­se­hen. ein punkt mehr als letz­tes mal.