al­lein weil vo­da­fone in ber­lin wie­der drü­cker­ko­lon­nen an die haus­tü­ren schickt, wür­de ich da nie­mals kun­de wer­den wol­len.

aber dass mir die­se hei­nis dann er­zäh­len, dass DSL „bald“ ab­ge­schal­tet wür­de und man auf „ka­bel“ wech­seln müs­se, ver­schiebt mei­nen oh­ne­hin nicht be­son­ders gu­ten ein­druck von vo­da­fone in eine sehr kloa­ki­ge rich­tung.

wie ver­zwei­felt muss ein un­ter­neh­men sein, um so zu agie­ren?


rosa klohäuschen mit der aufschrift: „Dein Lieblingsörtchen“. im hintergrund einfamilienhäuser, die gerade neue dachziegel bekommen haben.
„Dein Lieb­lings­ört­chen“

ich muss­te mir heu­te früh vor­stel­len, wie in dem „ört­chen“ ein ge­nies­ser sitzt.

vor­her hat er sich mög­li­cher­wei­se eine pfei­fe an­ge­zün­det um den mo­ment be­son­ders ge­nies­sen zu kön­nen. er sitzt ge­müt­lich und lässt sei­nen blick über die pink-far­be­nen plas­tik­wän­de schwei­fen. nach 20 mi­nu­ten kommt er bes­tens ge­launt zu­rück an die muf­fi­ge wed­din­ger aus­sen­luft. be­reit für ein pro­duk­ti­ves ta­ges­werk!


kunst log­gen (klog­gen?)

felix schwenzel in artikel

die­ses wo­chen­en­de wa­ren wir kurz in ham­burg um die ab­schluss­aus­stel­lung vom kind an­zu­se­hen. also ei­gent­lich war das die ab­schluss­aus­stel­lung der ba­che­lor und mas­ter ab­sol­vie­ren­den die­ses jah­res an der hfbk. die ar­bei­ten vom kind ha­ben mir sehr gut ge­fal­len und auch wenn ich das nicht so gut aus­drü­cken kann wie die bei­fah­re­rin, ha­ben die ar­bei­ten in mir re­so­niert. ich fand die­ses bild auf den ers­ten blick in­ter­es­sant, we­gen der tie­fe und weil es mög­li­cher­wei­se ein paar ar­chi­tek­ten-sai­ten in mir an­zupf­te. ich mag es, wenn man mit mi­ni­ma­len mit­teln et­was räum­li­ches schafft das of­fen ge­nug ist, um es mit ei­ge­nen as­so­zia­tio­nen zu fül­len.

bild von anton kelm in der jahresausstellung der hfnk. man sieht eine hüttenartige stangen-struktur mit konstruktiven  elementen aus croutons

der witz war, dass sich auf dem bild auch crou­tons be­fin­den. die hat­te ich aus der ent­fer­nung zwar ge­se­hen, aber als ge­mal­te, kon­struk­ti­ve ele­men­te an­ge­se­hen. sol­che mehr­schich­tig­kei­ten mag ich. auch zu den an­de­ren ar­bei­ten des kin­des fand ich zu­gang.

mein zu­gang zu kunst war und ist ei­gent­lich im­mer: re­so­niert da was in mir oder sehe ich et­was, das ich so toll fin­de, dass ich mir wün­sche da selbst drauf­ge­kom­men zu sein? man­che leu­te sa­gen ja beim be­trach­ten von eher mi­ni­ma­lis­ti­scher kunst: „das hät­te ich auch ma­chen kön­nen!“ das ist na­tür­lich aus meh­re­ren grün­den lahm: ers­tens ha­ben leu­te die so­was sa­gen es eben nicht ge­macht und zwei­tens über­sieht eine sol­che aus­sa­ge das wich­tigs­te: den kon­text.

ein werk, eine ar­beit, ein ob­jekt (und al­les an­de­re) hat im­mer kon­text. es gab ei­nen pro­zess (der sicht­bar oder ver­bor­gen sein kann) der zu eben die­sem er­geb­nis führt. der kon­text, wie ein ding prä­sen­tiert wird, ist auch ent­sch­ei­dend.

ich bin si­cher: das k in kunst kommt nicht von kön­nen, son­dern von kon­text.

das ist im pro­dukt­de­sign oder auch bei je­der an­de­ren krea­ti­ven ar­beit nicht an­ders. die idee ist we­ni­ger wich­tig als der pro­zess, als die um­set­zung, die um­stän­de, die fi­nan­zie­rung, der zeit­geist — eben der kon­text.


min­des­tens ge­nau­so in­ter­es­sant wie die re­zep­ti­on der ar­bei­ten auf ei­ner aus­stel­lung ist die re­zep­ti­on der aus­stel­lungs­be­su­cher. wir hat­ten sehr viel zeit zur aus­stel­lung an der hfbk mit­ge­bracht und ver­brach­ten dann auch nicht we­nig zeit im aus­stel­lungs­raum des kin­des. dort stan­den dan­kens­wer­ter wei­se ein paar so­fas auf de­nen wir sit­zen konn­ten um die be­su­cher der aus­stel­lung zu be­ob­ach­ten.

ganz wie zu­hau­se war das na­tür­lich nicht, so­wohl fri­da als auch ich sind auf dem sofa zu­hau­se sehr viel ent­spann­ter. aus­ser­dem schmeckt das bier zu­hau­se bes­ser.


da wir am sams­tag sehr früh los­fuh­ren und ich mei­nen lap­top erst nach 22 uhr in die hand be­kam, konn­te ich na­tür­lich nichts blog­gen. mei­ne „streak“ re­gel, also wie ich zäh­le ob ich an ei­nem tag ge­bloggt habe um dann (auf der rück­sei­te) zu be­haup­ten …

täg­li­che bei­trä­ge seit: 443 ta­gen

lau­tet so: book­marks, fa­vo­ri­ten, kom­men­ta­re oder ant­wor­ten oder din­ge die ich ge­se­hen habe zäh­len nicht (aus­ser ich hebe sie auf die vor­der­sei­te), wohl aber et­was das auf der vor­der­sei­te er­scheint oder eine kur­ze (oder lan­ge) no­tiz, ein ge­pos­te­tes bild oder ein che­ckin. sprich: mit ei­nem che­ckin habe ich mei­ne log­ging-pflicht für den tag im prin­zip er­füllt. check­ins pos­te ich aus­schliess­lich mit bil­dern, ohne bil­der wer­den sie auf wir­res.net gar nicht erst von swarm im­por­tiert.

je­den­falls fiel mir bei die­ser rei­se wie­der auf, wie glück­lich ich mit mei­nem ak­tu­el­len „blog“-set­up bin. ich kann klas­si­sches blog­ge­döns ma­chen, schrei­ben, bil­der pos­ten, kur­ze und lan­ge no­ti­zen fest­hal­ten und für alle die es in­ter­es­sie­ren mag auf der vor­der­sei­te und im rss-feed vor­hal­ten und zu­gäng­lich ma­chen. aber ich kann auch log­gen, log­buch füh­ren, buch über alle you­tube-vi­de­os füh­ren, de­nen ich ei­nen 👍 ge­ge­ben habe, book­marks set­zen und spä­ter ver­wen­den (oder nicht), book­marks kom­men­tie­ren und wenn es sich lohnt oder ich lust habe in bei­trä­gen agg­re­gie­ren oder ein­zeln auf die vor­der­sei­te ho­len.

kurz, die auf­tei­lung in eine vor­der­sei­te auf der al­les auf­taucht was ich ger­ne mit ei­nem brei­te­ren pu­bli­kum zei­gen möch­te, eine rück­sei­te die beim na­vi­gie­ren der vor­der­sei­te hel­fen kann und ein paar tei­le des hin­ter­grund­rau­schens zeigt. und dann das hin­ter­grund­rau­schen, das nicht un­sicht­bar, aber eben auch nicht im vor­der­grund pas­siert. al­les ist in ver­schie­de­nen stu­fen abon­nier­bar und nie­mand muss von mei­nen manch­mal ma­ni­schen ak­ti­vi­tä­ten im hin­ter­grund ge­nervt sein.


noch­mal zu­rück zur hfbk. ich habe oben ja da­von ge­spro­chen, dass ich beim be­trach­ten von frem­den ar­bei­ten ge­le­gent­lich den­ke: „scha­de dass ich da nicht selbst drauf ge­kom­men bin.“ ges­tern dach­te ich zu­min­dest ein­mal: so eine idee hat­te ich schon­mal. lei­der habe ich mir we­der den raum noch den na­men der künst­le­rin no­tiert, aber sie hat ei­nen trau­ri­gen me­cha­ni­schen vo­gel aus ka­beln, mo­to­ren und me­cha­ni­schen ku­ckucks­pfei­fen ge­baut.

weit we­ni­ger ele­gant, durch­dacht und wohl­klin­gend, hab ich das vor drei jah­ren auch mal ge­macht (am ende sah es so aus).

über pfings­ten eine ku­ckucks­uhr ge­baut. fast fer­tig, be­vor das zif­fer­blatt der funk­uhr dran kommt, muss die bei­fah­re­rin das ding noch be­ma­len (statt be­schnit­zen, wie im schwarz­wald).

ursprünglich veröffentlicht am 30.05.2023

zu die­ser po­ten­zi­ell kon­tro­ver­sen ku­ckucks­uhr von mi­cha­el sans hab ich vor 19 jah­ren mal was ge­schrie­ben.


wir sa­gen ja ger­ne: „ver­ar­schein kann ich mich selbst“. ich be­zweif­le das schon län­ger und mei­ne über­zeu­gung, dass wir gar nicht mal so gut da­drin sind uns selbst ge­zielt was vor­zu­ma­chen, wur­de heu­te si­gni­fi­kant ge­stärkt. aus­ser­dem bin ich jetzt der mei­nung, dass die­se fä­hig­keit in der tat wün­schens­wert ist.

be­reits ges­tern bin ich we­gen ja­son kott­ke über ein se­hens­wer­tes vi­deo von da­vid epstein ge­stol­pert. kott­ke schrieb:

BTW, Epstein just star­ted his You­Tube chan­nel a few months ago, but it’s al­re­a­dy fil­led with gre­at stuff like Why The Fas­test Way To Im­pro­ve Is To Sub­tract, Why The Smar­test Peo­p­le I Know Set Cons­traints, Not Goals, and Why The Best Kids Are Ra­re­ly The Best Adults. I’ve got some cat­ching up to do.

ich habe heu­te auch „some cat­ching up“ ge­tan und bin sehr an­ge­tan von epsteins vi­de­os. „Why The Fas­test Way To Im­pro­ve Is To Sub­tract“ an­zu­se­hen hat sich al­lein schon we­gen die­ses zi­tats gel­lohnt:

I don’t need time.
What i need is a dead­line.
Duke El­ling­ton

im vi­deo spricht da­vid epstein vor al­lem über ei­nen ko­gni­ti­ven bias den psy­cho­lo­gen „ad­di­ti­ve bias“ oder „sub­trac­ti­ve ne­gle­ct“ nen­nen. wir ten­die­ren dazu pro­ble­me durch hin­zu­fü­gen von et­was zu lö­sen und tun uns oft schwer da­mit pro­blem­lö­sun­gen in be­tracht zu zie­hen, die et­was ent­fer­nen.

zum bei­spiel: bes­ser fer­tig wer­den mit we­ni­ger zeit, statt mehr. die bei­spie­le die er im vi­deo auf­zählt und il­lus­triert sind ein­gän­gig und über­zeu­gend. und das was er er­zählt und wie er es rü­ber­bringt macht ei­nen gros­sen bo­gen um die üb­li­chen selbst­op­ti­mie­rungs tipps & tricks und geht eher in die rich­tung: guck mal wie an­de­re sich ef­fi­zi­ent und er­folg­reich selbst ma­ni­pu­lie­ren („selbst ver­ar­schen“).

als ich dann wei­ter im ka­nal rum­schau­te und mir „I Stu­di­ed Eli­te Per­for­mers For 20 Ye­ars So You Don't Have To“ an­sah (was sich vom ti­tel her schon ein biss­chen „tsch­ak­ka!“ an­hört), merk­te ich, dass ich vie­le der me­tho­den die da­vid epstein auf­zähl­te und mit bei­spie­len il­lus­trier­te, schon seit ewig­kei­ten prak­ti­zie­re. ich bin zwar weit da­von ent­fernt „eli­te per­for­mer“ in ir­gend­was zu sein, aber ich kann mitt­ler­wei­le be­quem auf kom­man­do ein­schla­fen, habe mein le­ben du­trchri­tu­li­si­ert und ver­su­che mir durch ri­tua­le und ge­wohn­hei­ten so viel men­ta­le mi­cro-las­ten zu er­spa­ren wie mög­lich.

aus­ser­dem er­zäh­le ich al­len im­mer wie­der, dass ich der fes­ten über­zeu­gung bin, dass man in der aus­bil­dung oder bes­ser auf dem weg zum be­ruf, den man ir­gend­wann mal aus­übt, kei­ne zeit ver­schwen­den kann. um­we­ge, er­fah­run­gen in mög­lichst vie­len be­rei­chen — auch zum bei­spiel gas­tro­no­mie — kom­men ei­nem in je­dem be­ruf zu gute. epstein be­stärkt so vie­le mei­ner über­zeu­gun­gen, dass ich schon fast fürch­te hier op­fer ei­nes har­ten falls von con­fir­ma­ti­on bias zu sein.

sei­ne schluss­wor­te il­lus­trie­ren ganz gut wie un­dog­ma­tisch und frisch er an sei­ne the­men geht:

None of that re­al­ly sounds like con­ven­tio­nal pro­duc­ti­vi­ty ad­vice. Some of it sounds like quite the op­po­si­te. And that, I think, is the point. The peo­p­le who per­form at the hig­hest le­vel across all the fields that I've stu­di­ed or been in­vol­ved with have fi­gu­red out so­me­thing that the rest of us, I think, of­ten re­sist, at least for a while. Peak per­for­mance does­n't come from grin­ding har­der. It co­mes from un­der­stan­ding how you and your mind and your rhyth­ms ac­tual­ly work and de­sig­ning ha­bits and en­vi­ron­ments that work with ra­ther than against them. The weir­dest sound­ing ha­bit on this list, it may ac­tual­ly turn out to be the one that ch­an­ges how you work.

oder an­ders ge­sagt: statt selbst­dis­zi­plin und schuff­te­rei muss man nur gute wege fin­den sich ge­schickt selbst zu ver­ar­schen um krea­ti­vi­tät und neu­gier und spass am tun aus sich her­aus zu lo­cken.


schön fand ich auch die klei­nen de­tails; in ei­nem vi­deo spricht er von vin­cent van gogh (und sei­nen „long win­ding path“) zu dem be­ruf, der ihn be­rühmt mach­te, und il­lus­triert das eben nicht mit ei­nem der be­kann­ten selbst­por­traits die wir sonst im­mer se­hen, wenn von van gogh ge­spro­chen wird.

auch schön: im vi­deo von da­vid epstein fie­len zum teil die glei­chen be­grif­fe, wie in die­sem vi­deo von ralph cas­pers (de­fault mode net­work). das hat­te ich kurz vor­her ge­se­hen und mich ge­freut, wie das zu­sam­men­spiel von you­tube-al­go­rith­mus, blog­emp­feh­lun­gen und zu­fall ei­nen ge­le­gent­lich — mit wechs­len­den per­spek­ti­ven — zu den glei­chen the­men führt.


die bei­fah­re­rin über das kind, kunst und sich selbst. epischer text, gern gelesen — auch beim vierten mal.

malerei erklärt sich nicht durch sprache, weder in die eine noch in die andere richtung. in die eine richtung kommen il­lus­tra­tio­nen heraus, in die andere werden äpfel zu birnen. was gemalte bilder sind und was sie zeigen kann sprache nur umkreisen. wer seine malerei tat­säch­lich voll­stän­dig in sprache über­set­zen kann der braucht aus meiner sicht ei­gent­lich nicht malen.


scheis­se vor der tür

felix schwenzel in notiert

heu­te rief mich die bei­fah­re­rin wäh­rend des mor­gen­spa­zier­gangs an: „weil du mei­ne nach­rich­ten ja nie liest.“ das stimmt, also wäh­rend des spa­zier­gangs nor­ma­ler­wei­se nicht. aber ich sehe da­für die ra­ben in den reh­ber­gen, jog­ger die von hin­ten kom­men, an­de­re hun­de und manch­mal auch eich­hörn­chen be­vor fri­da sie sieht.

„da liegt ein rie­sen­gros­ser hau­fen men­schen­sch­eis­se vor der tür! fri­da darf da auf kei­nen fall dran schnüf­feln!“

sie er­zähl­te mir in den fol­gen­den 20 mi­nu­ten die ori­gin-sto­ry des kack­hau­fens, dass sie sich kurz mit dem pro­du­zen­ten un­ter­hal­ten hat­te und dass sie auf dem weg zum fit­ness­stu­dio ein paar freund­li­che BSR-kehr­frau­en dar­auf an­ge­spro­chen habe. die mein­ten: „ei­gent­lich sind für für mensch­li­che ex­kre­men­te nicht zu­stän­dig, aber aus ku­lanz kön­nen wir ge­ge­be­nen­falls sand drü­ber­streu­en.“

als fri­da und ich nach­hau­se ka­men lag der hau­fen noch jung­fräu­lich da und gab ei­nen über­ra­schend ste­chen­den ge­ruch ab. als ich 10 mi­nu­ten spä­ter vom bal­kon run­ter­schau­te war die ku­lanz be­reits er­le­digt und die ka­cke un­ter sand be­gra­ben.

die haus­in­ter­ne mie­te­rin­nen-whats­app-grup­pe, an der die bei­fah­re­rin teil­nimmt, in­for­mier­te uns dar­über, dass glei­ches vor ein paar ta­gen be­reits im flur des hin­ter­hau­ses pas­siert war. das foto las­se ich hier weg (kann man in der bei­la­ge se­hen), was ich aber in­ter­es­sant fand: es wur­de nicht ein­fach auf den bo­den ge­kackt, son­dern an die wand. das kann­te ich von den ter­ras­sen am wohn­block an der karl-lieb­knecht-stras­se, wo ich vor 24 jah­ren mein büro hat­te.

heu­te also ge­lernt:

  • die BSR ent­fernt kei­nen mensch­li­chen kot. (es gibt aber eine te­le­fon­num­mer die man an­ru­fen kön­ne)
  • man kann scheis­se mit sand ab­de­cken
  • wenn man ohne sitz­schüs­sel ka­cken muss, scheint es emp­feh­lens­wert den hin­tern beim ka­cken an ei­ner wand ab­zu­stüt­zen
  • wir brau­chen mehr öf­fent­li­che toi­let­ten


aus den ma­schi­nen­räu­men

felix schwenzel in über wirres

ges­tern mach­te mich der übel­lau­nig ins in­ter­net schrei­ben­de, aber sehr freund­lich in emails schrei­ben­de un­sto­ry.eu dar­auf auf­merk­sam, dass er ge­le­gent­lich sei­ten löscht und jetzt ei­ner mei­ner links ins lee­re zei­gen wür­de. das ver­an­lass­te mich dazu eine funk­ti­on hier nach­zu­rüs­ten, die nach der ver­öf­fent­li­chung ei­nes bei­trags eine war­te­schlan­ge mit al­len links des bei­trags füllt und bei ar­chi­ve.org an­fragt ob die ver­link­ten sei­ten im ar­chi­ve.org ge­spei­chert wer­den kön­nen.

vor­her hat­te ich mal über­legt ob ich das html von links oder book­marks ein­fach bei mir si­chern soll­te, aber das er­schien mir bei nä­he­rer be­trach­tung im­mer zu kom­plex und kom­pli­ziert.


VW hat die API bei der ich und vie­le an­de­re ihre fahr­zeug­da­ten ab­ge­holt ha­ben mehr oder we­ni­ger ge­killt. die be­grün­dung ist wohl mehr si­cher­heit oder so, aber de fac­to kann ich jetzt we­der den la­de­stand, das odo­me­ter, bzw. den sta­tus un­se­res au­tos nicht mehr in au­to­ma­tio­nen ver­wen­den. auch die na­vi­ga­ti­ons- und la­de­pla­nungs app pump, die wir seit ei­nem jahr nut­zen, funk­tio­niert da­mit für uns nicht mehr. sie zeigt den la­de­stand un­se­res au­tos jetzt kon­stant mit 27% an. die ver­kack­te VW-app funk­tio­niert na­tür­lich wei­ter­hin, was bes­ser als gar nichts ist, aber das ist schon ziem­lich arschig von VW so zu agie­ren.

ein biss­chen re­cher­che zeig­te, dass es ein paar work­arounds gibt, der work­around den ich am in­ter­es­san­tes­ten fand war, dass der strom­an­bie­ter tib­ber of­fen­bar als ei­ner der we­ni­gen „part­ner“ wei­ter­hin (oder wie­der) zu­gang zu VW-fahr­zeug­da­ten hat. und tib­ber bie­tet wie­der­um ei­nen API zu­gang zu sei­nen da­ten an. die zap­fe ich jetzt er­satz­wei­se an und habe jetzt zu­min­dest wie­der den la­de­zu­stand, die reich­wei­te und die info ob das auto ge­ra­de lädt oder nicht im home as­sistant. da­mit kann ich wie­der­um die API von abrp be­spie­len und wie­der mit abrp la­de­pla­nung ma­chen.


seit dem ich vie­le sei­ten als mark­down an­bie­te und eine llms.txt an­bie­te, habe ich das ge­fühl, dass der druck den KI-craw­ler auf die web­site aus­üben stark nach­ge­las­sen hat. da­vor kam es im­mer wie­der vor, dass craw­ler sich durch die ar­chiv-pa­gi­nie­rung wühl­ten und da­mit den ser­ver quäl­ten.


shel­lies sind wirk­lich klein. ich habe eine alte ikea-lam­pe, die ei­gent­lich mit ha­lo­gen-leucht­mit­teln be­trie­ben wer­den soll auf LEDs um­ge­stellt. da­für muss­te ein neu­er tra­fo her und da­mit man die lam­pe dim­men und schal­ten kann, habe ich ne­ben dem neu­en tra­fo auch noch ei­nen shel­ly ins lam­pen­ge­höu­se ein­ge­baut be­kom­men.


sch­ein­dring­lich­keit

felix schwenzel in notiert

The more of­ten we suc­cumb to the ur­gen­cy of the mo­ment, the more ur­gen­cy we crea­te.

seth go­din

wenn man durch ak­zep­tanz von dring­lich­keit eben­die­se ver­mehrt, kann man sie dann durch ab­leh­nung oder igno­ranz re­du­zie­ren?

ich bil­de mir ja ein re­gen igno­rie­ren zu kön­nen. das funk­tio­niert draus­sen, im re­gen, ganz gut, aber wenn ich dann wie­der zu­hau­se bin und mer­ke dass ich trop­fe, wer­de ich dann doch un­si­cher ob sich re­gen wirk­lich ihno­rie­ren lässt.

kann man dring­lich­keit igno­rie­ren? ich glau­be schon, al­lein des­halb, weil sich die hälf­te al­ler an­lie­gen von al­lei­ne er­le­digt. egal ob das an­lie­gen drin­gend oder nicht war. für die an­de­rem an­lie­gen die mir be­geg­nen ist igno­ranz ei­gent­lich gar nicht nö­tig, weil ich oh­ne­hin im­mer eine wei­le be­nö­ti­ge um die na­tur oder den hin­ter­grund und kon­text des an­lie­gens zu ver­ste­hen. oder an­ders ge­sagt auf dring­li­ches so­fort zu re­agie­ren ist oh­ne­hin nichts an­de­res als ak­tio­nis­mus. eine lö­sung braucht zeit, ko­or­di­nie­rung, re­fle­xi­on.

dring­lich­keit ist auch sel­ten eine ei­gen­schaft des pro­blems, son­dern eher re­sul­tat un­se­rer wahr­neh­mung oder der er­war­tung an­de­rer. des­halb ist es viel­leicht am bes­ten dring­lich­keizt mit sorg­falt zu be­geg­nen, dann ver­mehrt sich dring­lich­keit auch nicht.


check­ins

felix schwenzel in notiert

dass es fours­qua­re und swarm noch gibt ist ein klei­nes wun­der. ich habe nie ver­stan­den, war­um man sich an or­ten ein­che­cken soll­te und ver­su­chen soll­te ma­yor zu wer­den. trotz­dem habe ich das spiel vor vie­len jah­ren, als fours­qua­re neu war, exes­siv mit­ge­spielt.

in ur­lau­ben war das tat­säch­lich ganz prak­tisch eine spur zum spä­te­ren nach­ver­fol­gen zu hin­ter­las­sen und fours­qua­re hat uns in ur­lau­ben ei­gent­lich auch ganz gute emp­feh­lun­gen für orte, re­stau­rants, ca­fés oder bars ge­ge­ben.

war­um man in swarm ir­gend­wann auch „co­ins“ für check­ins be­kom­men konn­te ver­ste­he ich auch nicht — und trotz­dem nut­ze ich swarm seit märz wie­der in­ten­siv. vor al­lem des­halb, weil es eine der schnells­ten und zu­ver­läs­sigs­ten me­tho­den ist, bil­der mit text hier im blog zu pos­ten (mit own­y­ours­warm, lan­det al­les in /check­ins). seit märz che­cke ich mich je­den mor­gen an ei­nem baum, den ich pho­to­gen fin­de, ein und pos­te ein bild: the baum

mitt­ler­wei­le sind das um die 60 fo­tos.

heu­te dach­te ich, mal gu­cken ob man dar­aus ei­nen ei­ni­ger­mas­sen an­sehn­li­chen stop-mo­ti­on film draus ma­chen kann. geht so.

mitt­ler­wei­le gibts in der AT­mo­sphe­re ei­nen swarm-klon. der heisst be­a­con­bits.app. den baum hab ich da auch mal ge­pos­tet, aber ei­gent­lich nur um zu tes­ten wie das geht. theo­re­tisch kann ich die da­ten ein­fach in den PDS schrei­ben und der che­ckin das be­a­con ist ge­setzt. um noch ein foto dazu zu pos­ten, muss man das foto auf blues­ky pos­ten. theo­re­tisch kann ich also au­to­ma­tisch ei­nen own­y­ours­warm-che­ckin zu be­a­con­bits syn­di­zie­ren. aber da mei­ne check­ins schon auf swarm nie­man­den in­ter­es­sie­ren, in­ter­es­sie­ren sie auf be­con­bits wahr­schein­lich noch we­ni­ger leu­te.


tech­no­ra­ti 2.0

felix schwenzel in notiert

frank bohrt seit ner wei­le riv­va.de auf. seit ei­ner kur­zen wei­le tref­fen sich im hin­ter­grund ein paar (auf ste­ady) un­ter­stüt­zen­de und dis­ku­tie­ren fea­ture-wün­sche und ideen mit frank.

ei­ner mei­ner vor­schlä­ge in un­se­rem klei­nen wiki-gar­ten/fo­rum war eine „pri­mi­tiv-blog­such­ma­schi­ne“ à la riv­va.de/tag/spi­nat — also eine sei­te die alle blog­bei­trä­ge lis­tet die mit spi­nat ver­schöag­wor­tet sind. heu­te nach dem mit­tags­schlaf dach­te ich kurz dass man da­für eine fire­hose, also strom in dem alle blog­bei­trä­ge schwim­men be­nö­tigt. riv­va hat das (ver­mu­te ich mal) in form ei­ner um­fang­rei­chen da­ten­bank. dann fiel mir ein, auch in dewr AT­mo­sphe­re gibts das: alle bei­trä­ge die auch mit mit stan­dard.site pro­to­koll ver­öf­fent­licht wur­den sind teil der AT-pro­to­koll fire­hose.

so kann zum be­si­pi­el stan­dard-rea­der.app alle stan­dard.site blog­bei­trä­ge durch­su­chen (an­de­re auf dem AT-pro­to­koll auf­bau­en­de aps kön­nen das auch). aber of­fen­bar geht auch das hier:

→ stan­dard-rea­der.app/tag/mark­down

um­lau­te funk­tio­nie­ren auch

→ stan­dard-rea­der.app/tag/ge­räu­sche

tags mit leer­zei­chen ge­hen auch

→ stan­dard-rea­der.app/tag/es geht vor­an

das ist noch al­les ziem­lich leer und pri­mi­tiv, aber ein an­fang, ein po­ten­zi­el­les tech­no­ra­ti 2.0.


p.s.: am stan­dard.site-for­mat kann man als word­press-blog­ger ein­fach mit dem at­mo­sphe­re-plug­in teil­neh­men, so wie das jo­han­nes, mar­kus, nico oder die zi­tro­ne ge­macht ha­ben.


p.p.s.: über die tag-su­che nach „tech­no­ra­ti“ die­sen ar­ti­kel von 2022 ge­fun­den, der die ge­schich­te von tech­no­ra­ti et­was aus­leuch­tet: The Tech­no­ra­ti Ge­ne­ra­ti­on


nor­ma­ler­wei­se bin ich kein fan von schlecht­ge­laun­ten blogs. bei un­sto­ry bin ich ir­gend­wie hän­gen­ge­blie­ben. die­se sei­te hat­te ich jetzt ein paar tage als of­fe­nen brow­ser-tab:

Few months ago Cloud­fla­re in­tro­du­ced Mark­down for ma­chi­nes:

You get HTML, tra­ckers, coo­kie ban­ners, po­pups, and Ja­va­Script. This needs a brow­ser built by thou­sands of en­gi­neers just to show you a pa­ra­graph.

Ma­chi­nes get the clean ver­si­on.

fair point, auch weil es mei­nem con­fir­ma­ti­on bias dient. heu­te hab ich mal ein biss­chen wei­ter auf un­sto­ry ge­le­sen. das ist al­les sehr schlecht ge­launt aber auch nicht falsch.

ich wür­de die fra­ge war­um web­brow­ser mark­down nicht na­tiv un­ter­stüt­zen (bzw. ren­dern)  …

Web brow­sers are not do­cu­ment view­ers. They are cus­to­mer ac­qui­si­ti­on chan­nels for mas­si­ve tech eco­sys­tems. They don't ser­ve users, but cor­po­ra­ti­ons. AI fea­tures, VPNs, cryp­to wal­lets, and count­less of other non­sen­se.

… zum be­si­pi­el an­ders be­ant­wor­ten: weil es noch kei­nen be­darf da­für gab und „wir“ erst jetzt drauf ge­kom­men sind beim nach­den­ken dar­über wie wir es ma­schi­nen leich­ter ma­chen kön­nen. das sagt der mensch hin­ter un­sto­ry an an­de­rer stel­le auch (ir­gend­wie):

The peo­p­le buil­ding the hu­man web cho­se the ma­chi­ne for­mat. The ma­chi­nes mo­ved to the hu­man for­mat.

das ei­gent­li­che pro­blem scheint zu sein, dass wir kom­ple­xen pro­ble­me ger­ne mit kom­ple­xen lö­sun­gen be­geg­nen und den blick fürs ein­fa­che ver­lie­ren. manch­mal ist ein per­spek­tiv­wech­sel hilf­reich um ein­fa­che lö­sun­gen zu er­ken­nen. die per­spek­ti­ve von men­schen oder ma­schi­nen ein­zu­neh­men, die be­stimm­te kom­ple­xe din­ge nicht kön­nen, ist auf je­den fall im­mer hilf­reich.

je­den­falls neh­me ich den rat von un­sto­ry.eu an und fol­ge ihm nicht, hof­fe aber alle paar wo­chen dar­an zu den­ken mal dort vor­bei zu schau­en.

(ge­fun­den auf bubbles)

nach­trag:

Posts ap­pear and di­s­ap­pear. ASCII text, Eng­lish. No ar­chi­ve, no nost­al­gia. I don't pre­ser­ve things out of cour­te­sy.

tat­säch­lich ver­schwin­den die sei­ten dort ge­le­gent­lich …



kopf­ki­no

felix schwenzel in artikel

heu­te beim mor­gen­spa­zier­gang hat­te ich in­ten­si­ves kopf­ki­no. die film­aus­schnit­te be­stan­den aus er­in­ne­run­gen, die von ein­strö­men­den um­welt­rei­zen aus­ge­löst wur­den. auf dem foot­ball­feld der ber­lin ad­ler plärr­te de­pe­che mode aus den laut­spre­chern. laut­spre­cher die un­ter frei­en him­mel spie­len ha­ben ei­nen ganz cha­rak­te­ris­ti­schen klang. die mu­sik ver­weht ein biss­chen, wab­bert und sam­melt sich ge­le­gent­lich zu echos. vor mei­nem in­ne­ren ohr und auge lie­fen er­in­ne­run­gen, die mich an den his­to­ri­schen jahr­markt in kor­neli­müns­ter1 den­ken lies­sen. auf die­sem jahr­markt habe ich ei­nen teil mei­ner kind­heit ver­bracht. vor mei­ner in­ne­ren nase zog grill- und pony­ge­ruch auf.

das open-air-ge­schrei der eher jün­ge­ren men­schen auf dem weit­läu­fi­gen foot­ball-platz in kom­bi­na­ti­on mit ein paar har­ten son­nen­strah­len auf mei­nemn ge­sicht spül­te dann auch noch er­in­ne­run­gen an die som­mer-zelt­la­ger2 hoch.

ich staun­te wäh­rend des spa­zier­gangs was da al­les in mir aus der ver­gan­gen­heit auf­schwamm. das pas­siert mir nicht im­mer, aber heu­te fan­den die sen­so­ri­sche in­puts wohl ei­nen weg sich in mei­nem kopf aus­zu­brei­ten. ich spiel­te ir­gend­wann so­gar aus­schnit­te ei­nes you­tube-vi­de­os, das ich am vor­abend ge­se­hen hat­te, vor mei­nen in­ne­ren au­gen ab.

wäh­rend ich fri­da be­ob­ach­te­te, mich ge­rü­che, ge­räu­sche, der wind im ge­sicht und in der nase reiz­ten, ein paar son­nen­strah­len, eine küh­le bri­se, was­ser­ge­ruch, kin­der­ge­schrei, open­air laut­spre­cher mei­ne sin­ne sti­mu­lier­ten dach­te ich: schon er­staun­lich, was ich al­les ab­ge­spei­chert habe. ich staun­te auch, dass nur schö­ne er­in­ne­run­gen auf­schwam­men. die er­in­ne­run­gen wa­ren far­ben­froh, po­si­tiv, ein biss­chen nost­al­gisch.

ges­tern schrieb mir mei­ne mut­ter, der ge­ra­de plötz­lich zwei gute freun­de weg­ge­stor­ben wa­ren, wie schön sie es fand, dass sie mit vol­ker, der ge­ra­de ge­stor­ben ist, noch vor zwei wo­chen beim „por­tu­gie­sen“ es­sen wa­ren und vol­ker, wie im­mer, gut­ge­launt trank und ass und er­zähl­te. das müs­se wohl die­ses car­pe diem („oder so“) sein, von dem alle spre­chen. ich ant­wor­te­te ihr dass ver­meint­lich lang­wei­li­ge oder er­eig­nis­lo­se tage mei­ner mei­nung nach und in die­sem sin­ne auch ok sei­en, müs­se ja nicht al­les eine wil­de ver­gnü­gungs­fahrt sein.

heu­te fällt mir auf, die­ses car­pe diem kann man auch im kopf­ki­no ma­chen. so kann auch ein lang­wei­li­ger mor­gen­spa­zier­gang zu ei­ner wil­den ver­gnü­gungs­fahrt wer­den. ich bin mir auch si­cher dass ich mit die­ser er­fah­rung nicht al­lein war und es fri­da ganz ähn­lich ging. ihre sen­so­rik ge­gen­über um­welt­rei­zen und ge­rü­chen dürf­te um ei­ni­ges bun­ter und dif­fe­ren­zier­ter sein und ich will nicht wis­sen was für ein kopf­ki­no in ih­rem kopf ab­geht, wenn sie sich durch die um­welt schnüf­felt.

zu­hau­se muss­te ich na­tür­lich gleich in mei­ner al­ten, ana­lo­gen fo­to­kis­te kra­men. da­bei fiel mir auf, die bil­der die ich vor­her im kopf hat­te wa­ren bun­ter, le­ben­di­ger, mehr­di­men­sio­na­ler als die auf dem fo­to­pa­pier. zu­mal mir da­bei auch auf­fiel, wie zu­rück­hal­tend wir da­mals mit der an­zahl fo­tos wa­ren. 36 bil­der hat­ten die fil­me da­mals, da knippst man nicht wie wild rum.

beim blät­termn in der fo­to­kis­te fie­len ir dann aber noch zwei fo­tos aus mei­nem stu­den­ten­zim­mer in die hand. stras­sen­lärm, vor al­lem höl­lisch laut klap­pern­de LKW, we­cken nor­ma­ler­wei­se er­in­ne­run­gen an die­ses zim­mer das di­rekt an ei­ner der haupt­ein­fall­stras­sen des stutt­gar­ter kes­sels lag (heil­bron­ner stras­se). auch der ge­ruch des zim­mer-öl­ofens hat sich bei mir ein­ge­brannt, wird aber sel­ten aus­ge­löst weil man öl heut­zu­ta­ge ja fast nur noch völl­stän­dig und russ­frei ver­brennt und in sei­nem un­ver­brann­tem ag­gre­gat­zu­stand kaum noch be­geg­net.


  1. eine fo­to­ga­le­rie des his­to­ri­schen jahr­markts in kor­neli­müns­ter auf com­mons.wi­ki­me­dia.org, die­ses und die­ses und die­ses un die­ses foto tref­fen mei­ne 80er-jah­rer-er­in­ne­run­gen ganz gut. ↩︎

  2. die zelt­la­ger wa­ren sehr li­be­ral und wur­den da­mals vom li­be­ra­len ju­gend­werk aa­chen und hei­ner jütt­ner or­ga­ni­sis­ert. die zelt­la­ger gabs wohl noch län­ger oder gibts ge­ge­be­nen­falls im­mer noch. ich hab, wenn ich mich recht er­in­ne­re, an meh­re­ren zelt­la­gern zwi­schen 1981 und 1986 teil­ge­nom­men und sehr viel über den ver­ant­wor­tungs­vol­len um­gang mit ta­bak und al­ko­hol ge­lernt. ↩︎

mit route …

im­mer an die le­sen­den den­ken …

felix schwenzel in über wirres

trotz ver­schie­dens­ter me­tri­ken die ich hier er­fas­se habe ich we­nig ah­nung wo­her mein pu­bli­kum kommt, was es er­war­tet, was den men­schen ge­fällt oder miss­fällt. alle was ich habe sind ah­nun­gen. des­halb ge­stal­te ich den gan­zen scheiss hier fast aus­schliess­lich so, wie ich es mag wenn ich web­sei­ten be­su­che.

ich mag mi­ni­ma­lis­ti­sche web­sei­ten, bei de­nen die in­hal­te im vor­der­grund ste­hen und nicht das bei­werk, die mich nicht nach coo­kie- oder track­ing-zu­stim­mung fra­gen, die re­la­tiv schnell la­den, im desk­top brow­ser ge­nau so gut funk­tio­nie­ren wie auf dem te­le­fon oder ta­blet, die ich per RSS oder im rea­der-mo­dus le­sen kann, die dunk­len hin­ter­grund ha­ben (wenn ich das will). spon­tan fal­len mir als vor­bil­der dar­ing-fire­ball und das couch­blog ein. wenn ich et­was län­ger nach­den­ke fal­len mir auch nur das couch­blog und dar­ing-fire­ball ein. wenn ich dann auf mei­ne blogrol­le schaue, fal­len mir ein paar mehr ein kon­ne­xus.net, flo­ri­an.pho­to, eay.cc, vowe.net, knus­per­ma­gi­er.de oder an­mut­und­de­mut.de.

in der vor­he­ri­gen ver­si­on vom couch­blog hab ich erst­mals vom 512kb.club ge­hört. ich glau­be nico hat das 512kb.club-ban­ner in der ak­tu­el­len (wie­der) word­press-ver­si­on run­ter­ge­nom­men, weil er sich nicht mehr qua­li­fi­ziert. ich qua­li­fi­zier­te mich nicht mal an­satz­we­sie mit ei­ner start­sei­te, die in­iti­al 3-7mb da­ten lädt. aber jetzt doch, mit mei­ner mi­ni­mal­ver­si­on die wahr­schein­lich noch ganz gut op­ti­mier­bar ist und im prin­zip aus mark­down da­tei­en be­steht, die per ja­va­script zu html ge­zau­bert wer­den:

wir­res.net/in­dex.md.html ist ge­ra­de mal 190kb gross. und sie ent­hält trotz­dem links zu über 700 ar­ti­keln die dann auch je­weils nicht viel mehr als 70 bis 480kb la­den (je nach­dem ob und wie­vie­le fo­tos ein­ge­bet­tet sind).

ich habe so eine ah­nung dass mein an­ge­bot von mark­down-ver­sio­nen oder ei­ner mi­ni­ma­lis­ti­schen ver­si­on so gut wie nie­man­den in­ter­es­si­ert. aber ich denk ja nicht nur an mensch­li­che be­su­cher, son­dern auch an au­to­ma­ten. ich sehe täg­lich 400 bis 1500 ein­zel­ne ab­ru­fe von mark­down-ver­sio­nen mei­ner bei­trä­ge. ob sich das gan­ze ge­we­se um sol­che op­ti­mie­run­gen lohnt ist eine an­de­re fra­ge. aber die­se fra­ge stellt sich ja auch beim ver­fas­sen von tex­ten oder kom­men­ta­ren. man weiss nie ob’s ir­gend­wem ge­fällt und wenn ja wie­viel.

des­halb bleibt mir nicht viel an­de­res üb­rig als mich zu be­mü­hen und ge­le­gent­lich an die lsen­den zu den­ken. heu­te habe ich noch­mal an die le­sen­den ge­dacht. beim goog­le page speed test mei­ner mi­ni­mal-über­sicht­sei­te …

page speed insights für https://wirres.net/index.md.html (100% leistung, 96% barrierefreiheit, 100% best practices, 91% seo, 3/3 agentisches browsing)

… sah ich heu­te näm­lich et­was neu­es: „agen­ti­sches brow­sen“. ein punkt von drei­en gibts für:

Wenn dei­ne llms.txt-Da­tei nicht den Emp­feh­lun­gen ent­spricht, kön­nen Lar­ge Lan­guage Mo­dels mög­li­cher­wei­se nicht nach­voll­zie­hen, wie dei­ne Web­site ge­crawlt oder für das Trai­ning ver­wen­det wer­den soll. Die llms.txt-Da­tei muss eine Mark­down-Da­tei sein, die min­des­tens eine H1-Über­schrift ent­hält.

die hab ich den llms dann gleich mal ge­baut: wir­res.net/llms.txt
und wo ich ge­ra­de da­bei war auch noch eine hu­mans.txt: wir­res.net/hu­mans.txt

ich wei­ge­re mich ja mei­ne web­sei­te nach goog­le vor­ga­ben aus­zu­rich­ten, aber ge­le­gent­lich den emp­feh­lun­gen die die page speed in­sight aus­spre­chen zu fol­gen kann sich doch loh­nen (für die in­de­xier­bar­keit, aber auch le­sen­den-freund­lich­keit). für die auf­find­bar­keit von wir­res.net in der goog­le-su­che lohnt es sich mo­men­tan le­dig­lich für re­zep­te.

bing hat bis­her mei­ne re­zep­te (gröss­ten­teils) tap­fer igno­riert. in den web­mas­ter tools emp­fiehlt bing sehr ein­dring­lich in­dex now zu nut­zen. weil das von mir ein­ge­setz­te seo-plug­in das ei­gent­lich kann, habe ich das schon vor vie­len mo­na­ten ak­ti­viert.

das pro­blem war nur: hat nicht funk­tio­niert. die­se wo­che habe ich das mal de­bug­ged und re­pa­riert. und seit ich jetzt bei je­dem neu­en oder ge­än­der­ten ar­ti­kel bing und den bei in­dex-now an­ge­schlos­se­nen such­ma­schi­nen ei­nen ping sen­de, fin­det man bei ei­ner su­che nach „was­ser­mel­do­nen­sa­lat ot­to­lenghi“ auch wir­res.net ganz oben.


ich has­se es, wenn bei­trä­ge in blogs mit ei­nem call to ac­tion en­den. das riecht so llm-ig oder seo-ig. aber es wür­de mich wirk­lich sehr in­ter­es­sie­ren was dir, lie­ber le­ser, lie­be le­se­rin an wir­res.net fehlt oder dich nervt. die au­to­ma­ten ge­ben mir be­reit­wil­lig aus­kunft dar­über. aber die hu­mans eher we­nig. aber da mich jetzt alle hu­mans mit ak­ti­vier­tem ja­va­script mit leich­tig­keit in den kom­men­ta­ren er­hel­len oder be­schimp­fen kön­nen, wür­de ich mich über feed­back sehr freu­en.


das wich­ti­ge schwimmt

felix schwenzel in artikel

ein korbstuhl der kpfüber im berliner schifffahrtskanal schwimmt. man sieht in der reflektion des wassers den sehr blauen himmel.

ich wünsch­te ich könn­te das john ir­ving zi­tat „sor­row floats“ öf­ter be­nut­zen, aber es passt nie und nir­gend­wo.

das ge­nia­le an „sor­row floats“ ist das bild­haf­te, der nach sei­nem tod aus­ge­stopf­te fa­mi­li­en­la­bra­dor sor­row, der nach ei­nem flug­zeug­un­glück ir­gend­wo zwi­schen den trüm­mern treibt. und gleich­zei­tig ist „sor­row floats“ eine me­ta­pher da­für, dass trau­er nie ganz ver­schwin­det und im­mer wie­der zwi­schen trüm­mern auf­taucht.

aber es ist eben nicht nur die trau­er die schwimmt, ei­gent­lich ist es al­les wich­ti­ge. das mei­ne ich zu­min­dest im lau­fe der jah­re im­mer wie­der be­ob­ach­tet zu ha­ben. und wenn ich schon nicht mein le­ben nach die­ser er­kennt­nis aus­rich­te, so habe ich zu­min­dest mei­nen me­di­en­kon­sum da­nach aus­ge­rich­tet.

lei­der hört sich „im­portance floats“ nicht halb so gut an wie „sor­row floats“.

je­den­falls muss­te ich da heu­te wie­der dran den­ken, weil ich ge­ra­de hier und da lese, dass man­che leu­te von ih­rem RSS rea­der ge­stresst sind. klar, le­sen soll­te kein stress sein und RSS zu le­sen erst recht nicht.

die app cur­rent hat sich zur auf­ga­be ge­macht das le­sen von rss feeds wie­der schön zu ma­chen:

Every RSS rea­der tre­ats your feeds as a to-do list. Cur­rent does­n't.

The­re are no un­read counts. No badge of phan­tom ob­li­ga­ti­on. Just a ri­ver.

New ar­tic­les flow in at the top. Old ones drift down­stream. Not­hing is owed.

ich hab cur­rent ge­kauft und aus­pro­biert aber mir war das zu stres­sig. cur­rent ver­such­te mich wie ein gut­mei­nen­der on­kel, der nichts von mir weiss, da­bei zu un­ter­stüt­zen „wert­vol­le“ feeds zu iden­ti­fi­zie­ren (von „aut­hors“) und aus mei­nen ver­meint­li­chen le­se­ge­wohn­hei­ten fil­ter zu bau­en.

ich habe ge­merkt: mei­ne ei­ge­nen, ein­ge­bau­ten fil­ter funk­tio­nie­ren ganz gut ohne app-hil­fe und dass mich eine on­ke­li­ge app nervt, die stän­dig in mei­ne ge­wohn­hei­ten grätscht.

ich habe auf ei­nem as­te­ro­iden (von uber­space) mi­ni­flux in­stal­liert und nut­ze ent­we­der das web­front­end von mi­ni­flux oder den ree­der clas­sic auf dem te­le­fon um mei­ne 435 feeds zu le­sen. das oben drü­ber „un­ge­le­sen 7238“ steht ist mir egal. ich lese das was oben steht zu­erst und sprin­ge wei­ter, wenn mich we­der die über­schrift, noch die ers­ten paar sät­ze in­ter­es­sie­ren.

das ist nicht an­ders als frü­her die ta­ges- oder wo­chen­zei­tung zu le­sen. da la­gen auch meh­re­re hun­dert ar­ti­kel vor mir und wenn mich we­der die über­schrift, noch die ers­ten paar sät­ze in­ter­es­sie­ren, sprang ich wei­ter in die nächs­te spal­te oder sei­te.

war­um soll­te mich das stres­sen wenn ich ein paar hun­dert un­ge­le­se­ne ar­ti­kel vor mir lie­gen habe? ge­le­gent­lich hab ich zei­tun­gen in der mit­te auf­ge­schla­gen oder am ende, weil ich wuss­te dass dort ka­te­go­rien the­men oder ko­lum­nen la­gen die mich in­ter­es­sier­ten.

so ma­che ich das auch mit RSS. ein paar blogs, ein paar au­toren habe ich ir­gend­wann in ei­nen ord­ner ge­legt, den ich, wenn mir da­nach ist, ge­zielt an­steu­ern und le­sen kann.

sonst gehe ich aus­schliess­lich um­ge­kehrt chro­no­lo­gisch vor. ich lese das un­ge­le­se­ne und sprin­ge mit der tas­ta­tur (j/k) oder wisch­ges­ten wei­ter.

man ver­gisst ja schnell, dass chro­no­lo­gie be­reits eine form von ku­ra­tie­rung ist. die zeit sorgt da­für, dass wich­ti­ges wie­der auf­taucht und das be­lang­lo­se vor­bei treibt.

apro­pos zeit. ich habe vor vie­len jah­ren, als nach­rich­ten noch mehr­heit­lich auf pa­pier ver­trie­ben wur­den, mal be­haup­tet, dass die welt bes­ser wäre wenn es nur wo­chen­zei­tun­gen gäbe (qua­si). wenn nach­rich­ten ein biss­chen ge­trock­net sind und ihre atem­lo­sig­keit nach­lässt, wenn der oder die eine oder an­de­re au­torin zeit hat­te nach­zu­den­ken, ge­win­nen nach­rich­ten an in­ter­ess­anz und das wich­ti­ge bleibt, schwimmt auf.

wenn zei­tun­gen das äqui­va­lent zum feed-rea­der sind, dann wä­ren ma­ga­zi­ne das äqui­va­lent zu in­sta­gram oder tik­tok. die ma­ga­zin-ma­cher ha­ben auch schon da­mals ver­sucht die le­sen­den emo­tio­nal zu pa­cken, zu skan­da­li­sie­ren und über­spit­zen. doom­scrol­ling nann­te man da­mals ein­fach blät­tern.

aber ich kom­me vom the­ma ab. was ich an mei­ner chro­no­lo­gi­schen samm­lung von über 400 quel­len so sehr mag ist ge­ra­de die an­zahl der un­ge­le­se­nen bei­trä­ge. be­un­ru­higt bin ich, wenn mein feed­rea­der leer wäre.

der un­ge­le­sen-zäh­ler ist kei­ne auf­for­de­rung, son­dern ent­span­nen­des weis­ses rau­schen.

wenn ich mal tie­fer mei­nen selbst „ku­ra­tie­ren“ nach­rich­ten­strom ein­stei­ge (und da­bei nicht ein­schla­fe oder mir was bes­se­res ein­fällt) und ein­fach im­mer wei­ter lese, be­stä­tigt sich ir­gend­wann die the­se von oben. das in­ter­es­san­te, das wich­ti­ge war oben, nach un­ten wird meis­tens lang­wei­li­ger und ich den­ke zu­neh­mend: „kenn ich schon.“ oder „schon an­ders­wo drü­ber ge­le­sen“

mög­li­cher­wei­se ist die sicht auf ei­nen strom auch ein­fach mit et­was di­stanz bes­ser, als wenn man mitt­drin steht. si­cher ist: wenn man die strö­me auch mal an sich vor­bei­zie­hen lässt, ver­passt man trotz­dem nix.


man­che din­ge schei­nen sich nicht zu än­dern. ich sehe im­mer wie­der el­tern mit ih­ren kin­dern, die vor müll­au­tos oder bau­stel­len ste­hen blei­ben, weil die kin­der die müll­wa­gen, bau­ma­schi­nen oder die müll­ar­bei­ter oder bau­ar­bei­ter fas­zi­niert be­ob­ach­ten (wol­len). geht mir auch oft noch so: ich fra­ge mich wie die müll­men­schen in ber­lin von den hun­der­ten haus­tür­schlüs­seln, die sie in ei­nem rie­si­gen bün­del mit sich her­um­tra­gen, den rich­ti­gen fin­den. bau­stel­len und gros­se ma­schi­nen sehe ich mir wei­ter­hin ger­ne an. bau­stel­len sind ja qua­si real-life-wim­mel­bil­der.

ge­nau­so fas­zi­niert, wie ich mir ge­le­gent­lich wim­mel­si­tua­tio­nen an­se­he, bin ich ir­ri­tiert dar­über, dass so we­ni­ge men­schen die ins in­ter­net schrei­ben selbst­ge­mach­te ani­mier­te bil­der be­nut­zen. ich mein: je­des ipho­ne hat live-bil­der stan­dard­mäs­sig ak­ti­viert. das heisst bei ei­nem foto, nimmt das ipho­ne vor­her und nach­her ein paar se­kun­den­bruch­tei­le vi­deo mit auf, die man, wenn man will zu ei­ner end­los­schlei­fe um­wan­deln kann, ider so ei­nem „ab­pral­ler“. man kann auch eine lang­zeit­be­lich­tung da­mit si­mu­lie­ren.

sehr, sehr vie­le men­schen ha­ben sol­che bil­der also auf ih­ren te­le­fo­nen, aber im in­ter­net sieht man die trotz­dem sel­ten bis nie. war­um?

ich pos­te sol­che bil­der re­gel­mäs­sig mit dem hash­tag #live fo­tos und vor ei­ner wei­le habe ich so­gar er­klärt wie ich das ma­che, bzw. dass ich ne­ben ei­ner mp4-end­los­schlei­fe auch fall­back-gifs baue um die end­los­schlei­fen auch im RSS feed an­zei­gen zu kön­nen. ich hab so­gar mal eine sei­te er­stellt, die alle bei­trä­ge auf­lis­tet die (ech­te) gifs ver­wen­den. das hat­te ich völ­lig ver­ges­sen, funk­tio­niert aber.

fra­gen an die hie rmit­le­sen­den:

  • habt ihr „live fo­tos“ auf eu­rem ipho­ne/eu­rer ka­me­ra ak­ti­viert?
  • er­stellt ihr in der fo­to­me­dia­thek ge­le­gent­lich auch end­los­schlei­fen oder ab­pral­ler?
  • wollt ihr die nicht der welt zei­gen?


da­ten­schutz, er­klä­rung, is­so und so

felix schwenzel in über wirres

we­gen des neu­en kom­men­tar­sys­tems habe ich ge­dacht, ich müs­se noch­mal mei­ne da­ten­schutz­er­klä­rung an­se­hen und ge­ge­be­nen­falls er­gän­zen. statt mir halb­wis­sen zu­sam­men­zu­goog­len habe ich die hil­fe von chatgpt und gem­ni­ni in an­spruch ge­nom­men um mit de­ren halb­wis­sen die an­mer­kun­gen zum da­ten­schutz ein biss­chen um­zu­for­mu­lie­ren, zu kür­zen und vor al­lem ver­ständ­li­cher zu ma­chen. ich fin­de das ist ganz gut ge­lun­gen. da­nach habe ich cur­sor die er­klä­rung noch­mal au­di­tie­ren las­sen und noch ein paar ganz gute hin­wei­se er­hal­ten.

isso setzt beim kom­men­tie­ren tat­säch­lich ei­nen coo­kie. der au­then­ti­fi­ziert die kom­men­tie­ren­den 15 mi­nu­ten lang ge­gen die isso-API, da­mit die ih­ren kom­men­tar edi­tie­ren oder lö­schen kön­nen. pfif­fig und für so­was — nicht zum tra­cken — sind die din­ger ja auch mal er­fun­den wor­den.

aus­ser­dem dar­an er­in­nert wor­den, dass ich tat­säch­lich an ei­ner stel­le die kom­plet­te IP-adres­se von be­su­chen­den ver­ar­bei­te: für den shit­vo­te nut­ze ich tat­säch­lich die un­ge­kürz­te IP adres­se der be­su­chen­den um ei­nen hash zu er­rech­nen und dop­pel-shit-vo­tes (in an­sät­zen) zu ver­hin­dern. sonst sind die IPv4 adres­sen über­all um zwei ok­tet­te ge­kürzt und die IPv6 adres­sen auf ein /48-prä­fix ge­kürzt.


aus den kom­men­ta­ren 30.06.2026

felix schwenzel in notiert

das funk­tio­niert tat­säch­lich rei­bungs­los, also völ­lig trans­pa­rent, zum bei­spiel auf die­sem €-ar­ti­kel auf sued­deut­sche.de, den ich vor­her nicht le­sen konn­te. 10 € bi­blio­theksge­bühr gut an­ge­legt.

nied­rig­schwel­li­ge­re kom­men­ta­re an­zu­bie­ten fängt an sich be­zahlt zu ma­chen.


da muss­te ich ges­tern doch ein biss­chen la­chen: co­lin fur­ze be­rich­tet, dass es in sei­nen tun­neln un­ter sei­nem gar­ten woh­li­ge 18°C hat. wenn er in sei­nem un­ter­ir­di­schen bun­ker sitzt und for­mel 1 schaut, muss er ge­le­gent­lich den heiz­lüf­ter an­ma­chen.


14 jah­re bre­via @wir­res.net

felix schwenzel in notiert

zu­fäl­lig auf den 14 jah­re al­ten ar­ti­kel ge­stos­sen, in dem ich schrei­be, dass ich ab jetzt die bre­via nut­ze: wir­res.net/ar­tic­les/6145

wit­zi­ger­wei­se dach­te ich da­mals, dass ich der bre­via ir­gend­wann über­t­drüs­sig wür­de. das ge­gen­teil ist der fall. ich mag die schrift nach wie vor sehr, sehr ger­ne und fin­de sie wei­ter­hin sehr frisch. die kom­men­ta­to­ren von da­mals (ja, nur män­ner) wa­ren nicht soo be­geis­tert1. aber da­mals gabs auch noch anti-ali­a­sing um schrif­ten zu glät­ten und ich habe die ab­sät­ze da­mals mit 14,4px ge­r­en­dert, also eher klein.

weil ich jetzt re­la­tiv nied­rig­schwel­lig zu­gäng­li­che kom­men­ta­re habe, bin ich mal ge­spannt ob hier le­sen­de die bre­via im­mer noch so scheis­se fin­den wie da­mals und ob ich der ein­zi­ge bin bei dem ex­tre­me bre­via-ge­wöh­nungs­ef­fek­te ein­tre­ten.


beim kom­men­tie­ren die email op­tio­nal zu ma­chen scheint gut zu funk­tio­nie­ren, zu­min­dest in dem sinn, dass es die schwel­le hier zu kom­men­tie­ren stark zu sen­ken scheint. so­gar un­ter mei­nem was­ser­me­lo­nen­sa­lat-re­zept, das am sonn­tag fast ein­hun­dert be­su­cher von goog­le rü­ber­ge­schickt be­kam, ist ein kom­men­tar auf­ge­schla­gen.


auch 14 jah­re her: das ers­te mal, dass ich von „darm mit charme“ hör­te: wir­res.net/ar­tic­les/6218 (mit ei­nem in mei­nem hu­mor­ver­ständ­nis wit­zi­gen kom­men­tar drun­ter.)

giu­lia en­ders hab ich zu­letzt bei ho­tel mat­ze ge­se­hen und war fas­zi­niert, dass sie im­mer noch so mit­reis­send über den mensch­li­chen kör­per und geist re­det, dass ihre eu­pho­rie un­wei­ger­lich über­schwappt und an­steckt.


  1. ja, ich habe die al­ten dis­qus kom­men­ta­re in isso im­por­tiert (6732 kom­men­ta­re un­ter 1511 bei­trä­gen) ↩︎


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end­mar­ken, fuck­ing home­pod, bat­te­rien, the agen­cy und for­mel1

felix schwenzel in artikel

ich be­nutz­te mei­nen home­pod ei­gent­lich nur für zwei din­ge und al­lei­ne we­gen die­ser bei­den din­ge mag ich mei­nen home­pod sehr, sehr ger­ne. bis heu­te.

die eine sa­che für die ich die siri im home­pod ger­ne nut­ze ist zu fra­gen: „wie spät?“ die an­de­re sa­che gin­ge wahr­schein­lich auch mit je­dem an­de­ren der 5 ver­netz­ten laut­spre­cher bei mir im zim­mer, aber ich las­se es den home­pod ma­chen: bei ei­nem for­mel-eins-ren­nen, fünf mi­nu­ten vor start ein for­mel-eins-wrooooom-ge­räusch ab­spie­len.

seit heu­te fängt siri selb­stän­dig an mu­sik ab­zu­spie­len. lei­se, aber im­mer wie­der. da sich home­pods nicht wirk­lich de­bug­gen oder be­fra­gen las­sen was sie zur je­wei­li­gen ak­ti­on ge­bracht hat, steh eich völ­lig auf dem schlauch. ich habe zwi­schen­zeit­lich al­les ab­ge­schal­tet was ich in ver­dacht hat­te, mein ipho­ne, home as­sistant, mein lap­top blue­tooth, die kli­ma­an­la­ge — nichts hilft.

aber zum au­to­ma­ti­sie­ren habe ich ja home as­sistant. eine klei­ne au­to­ma­ti­on schal­tet die mu­sik jetzt aus, so­bald die mu­sik star­tet.

alias: fucking homepod aus
descrip­ti­on: ""
triggers:
  - trigger: media_player.started_playing
    target:
      entity_id: media_player.homepod
    options:
      behavior: each
      for: "00:00:00"
conditions:
  - condition: state
    entity_id: media_player.homepod
    state:
      - music
    attribute: media_content_type
actions:
  - action: media_player.media_stop
    metadata: {}
    target:
      entity_id: media_player.homepod
    data: {}
mode: single

das funk­tio­niert, auch wenns kei­ne lö­sung ist. wenn ich in den nächs­ten ta­gen nicht raus­be­kom­me was oder wer das ver­ur­sacht, muss der home­pod tem­po­rär ster­ben (strom­los wer­den). im­mer­hin habe ich aus­ge­schlos­sen, dass der home­pod das rau­schen der kli­ma­an­la­ge als sprach­be­feh­le in­ter­pre­tiert.


apro­pos for­mel 1, das guck ich ja ge­le­gent­lich ger­ne und fah­re da­für ger­ne mit ei­nem vir­tu­el­len pri­va­ten netz­werk nach ös­te­re­eich. das ren­nen heu­te in ös­te­reich konn­te zwar nicht viel mehr als dreis­sig pro­zent mei­ner auf­merk­sam­keit bin­den, war aber trotz­dem ganz span­nend. aber wirk­lich toll wa­ren die droh­nen­auf­nah­men, nicht mit der üb­li­chen droh­nen-vo­gel­per­spek­ti­ve, son­dern eine droh­ne, die den au­tos mit bis zu 300 km/h im tief­flug hin­ter­her­flog. kei­ne ah­nung was man ma­chen muss um für so­was bei ei­ner ver­an­stal­tung mit pu­bli­kum eine ge­neh­mi­gung zu be­kom­men, aber ös­te­reich hat­te ja noch kein ramm­stein. die bil­der wa­ren aber tat­säch­lich be­ein­dru­ckend.


beim spie­gel habe ich das schon öf­ter ge­se­hen: end­mar­ken. wenn ein spie­gel-ar­ti­kel zu­en­de ist, klascht der spie­gel ein logo-„S“ an den letz­ten ab­satz.

das kann ich auch, dach­te ich mir und klat­sche jetzt ei­nen hau­fen scheis­se, mei­nen shit-vote, bzw. „ich mag die­sen scheiss!“-but­ton an den letz­ten ab­satz — oder je nach­dem, wenn ein bei­trag nicht mit ei­nem ab­satz en­det, auch da­drun­ter.

aus­ser­dem habe ich den ar­ti­kel-fuss („foo­ter“), die kom­men­tar-sek­ti­on und die bei­la­ge ein biss­chen neu ge­ord­net, in der hoff­nung dass da­mit auch men­schen die nicht ich sind die funk­ti­on und den sinn (ein biss­chen) be­grei­fen. wenn nicht, ist auch nicht so schlimm, so­lan­ge mei­ne tex­te (ein biss­chen) ver­ständ­lich sind.


auch wit­zig (für mich) mei­ne mut­ter, die jetzt ja ein welt­ers­te und -ein­zi­ge wir­res.net-bei­trä­ge per email be­kommt, mein­te sie hät­te die letz­ten ar­ti­kel nicht ge­le­sen. dass habe ich ehr­lich­ge­sagt auch nicht an­ders er­war­tet, dass mein rei­gen an tech­ni­schen deep-di­ves ins AT­pro­to­koll, av­ti­vi­ty­pub, bubbles und mei­ne ma­schi­nen­raum-ge­schich­ten an ei­nem teil des pu­bli­kums vor­bei­ge­hen und dass die­ses pu­bli­kum ge­nau das tut, wei­ter­blät­tern („scrol­len“). das ist das schö­ne am in­ter­net: man kann den mas­sen­ge­schmack igno­rie­ren und ganz vie­le ni­schen­in­ter­es­sen („long tail“) be­die­nen und das ge­ziel­te igno­rie­ren funk­tio­niert.


apro­pos home as­sistant und au­to­ma­ti­sie­run­gen: pha­sen­wei­se habe ich mich da­mit ge­nau­so ma­nisch be­schäf­tigt, wie ich mich der­zeit ma­nisch mit die­ser web­site be­schäf­ti­ge. aber home as­sistant ist so freund­lich, dass es auch ohne mei­ne auf­merk­sam­keit mo­na­te­lang zu­ver­läs­sig funk­tio­niert. selbst ge­le­gent­lich leer­lau­fen­de bat­te­rien brin­gen das sys­tem und die sen­so­rik nicht zum er­lie­gen, auch weil ich vie­les red­un­dant auf­ge­setzt habe. trotz­dem habe ich der au­to­ma­ti­schen woh­nung heu­te noch­mal et­was auf­merk­sam­keit ge­schenkt, up­dates ein­ge­spielt, ka­put­tak­tua­li­sier­tes („brea­king ch­an­ges“) ge­fixt, bat­te­rien ge­tauscht und über-op­ti­mis­ti­sche-sen­sor-wert-va­li­die­run­gen, bzw. glät­tung. als ich die auf­ge­setzt habe, konn­te ich mir nicht vor­stel­len, dass am hof­fens­ter tem­pe­ra­tu­ren > 27°C auf­tre­ten (das ist im­mer im schat­ten). pus­te­ku­chen, in den letz­ten ta­genm gings öf­ter drü­ber. des­halb hat mei­ne sen­sor his­to­rie jetzt ab­ge­flach­te kur­ven und durch die fil­ter-an­pas­sung ein paar falsch­mes­sun­gen/aus­reis­ser nach un­ten.

home assistant screenshot von der temperaturaufzeichnung unseres thermometers im hoffenster

the agen­cy staf­fel 2 hat mich in den ers­ten paar fol­gen mit 4 par­al­le­len hand­lungs­strän­gen to­tal über­for­dert. aber mit je­der fol­ge ver­ste­he und fin­de ichs bes­ser. die ab­ge­fuckt­heit von ge­heim­dienst­ar­beit bringt die se­rie wirk­lich gut rü­ber, vor al­lem im ge­gen­teil zu den 2000 an­de­ren fil­men und se­ri­en die ge­heim­dienst­ar­beit ger­ne äs­the­ti­sie­ren, ri­di­küli­sie­ren oder glo­ri­fi­zie­ren. das macht the agen­cy zwar auch, sonst wäre es ja nicht eine fik­tio­na­le un­ter­hal­tungs­sen­dung, son­dern eine „true po­li­ti­cal crime“-se­rie auf net­flix.


das kli­ma­an­la­gen-/wär­me­pum­pen-rab­bit­ho­le, in das mar­kus kürz­lich ge­fal­len ist, habe ich ge­ra­de noch ver­mie­den. die bei­fah­re­rin hat vor ein paar jah­ren eine mo­bi­le, klei­ne kli­ma­an­la­ge für ihr ate­lier ge­kauft, die jetzt in mei­nem zim­mer steht und es auf er­träg­li­che 24,5°C kühlt. sie hat jetzt zwar auch in­ter­es­se an ei­nem wei­te­ren ge­rät an­ge­mel­det, weil die tem­pe­ra­tu­ren in ih­rem zim­mer jetzt auch auf über 25°C klet­tern. und mei­ne el­tern wol­len auch eine. und da soll ich dann so­wohl be­ra­ten als auch mon­tie­ren. aber das konn­te ich al­les gut in den win­ter schie­ben weil man jetzt oh­ne­hin nichts der­ar­ti­ges kau­fen kann.