sowohl jean-marie ayikpe, als auch alexandra bendzko gehen davon aus, dass ihren wählerinnen ein sauberer wedding wichtig ist. ich kann nur sagen: hier steht gelegentlich müll rum und vom gehweg würde ich — im gegenteil zu frida — nicht essen, aber insgesamt kann ich mich hier nicht beklagen. die BSR ist hier sehr aktiv. worüber ich mich freuen würde wäre verkehrsberuhigung, mehr poller und drempel, mehr absperrungen weniger autoparkplätze.
gestern fiel mir beim besuch bei meq auf, wie schön die schriftart ist die er sich ausgesucht hat — zumindest im logo, bzw. dem motto („es regnet“).
alles schön, das hochgezogene e, das breitbeinige n, das geschwungene g. gross gesetzt sind schöne schriftarten besonders schön.
dann fiel mir auf, was mich schon lange auf mequito.org stört: die kleine schrift. und die zu fetten und zu dicht anliegenden unterstriche für links.
dann fiel mir ein, dass ich seit dem christophboecken.de für mich im dark mode nicht mehr lesbar war — weil christoph offensichtklich den dark mode nicht getestet hat und nirgendwo eine kontaktmnöglichkeitz hinterlassen hat — dass ich jedenfalls seitdem ich das gemerkt habe die chrome extension stylus instaliert habe, um websiten css-stile nach gutdünken umdefinieren zu können (und bei christoph wieder lesen kann).
also hab ich ein bisschen an meqs stylesheet rumgedreht und finde das jetzt noch schöner.
das css, das ich verwende, packe ich in die beilage.
nachtrag 16.08.2026: christoph hat den dark mode repariert und markus sein css nach meinen vorschlägen angepasst.
momentan wird allüberall dieser artikel von katie baker empfohlen, in dem es um die tiefgreifenden veränderungen der google-suche in richtung KI-antworten geht und wie sehr websites die sich auf suchmaschinentraffic verlassen haben und dafür optimiert haben, darunter leiden.
Last month, Bouliane was one of the guests on an NPR segment about the changes to Google; he told the hosts that his traffic was down 75 percent since AI Overviews was launched in 2024. Another guest, Amanda Natividad of SparkToro, offered a sobering stat (well, unless you’re a product manager at Google) about “zero-click” rates these days. “Sixty-eight percent of all U.S. Google searches end without a click,” she said—meaning that users get what they need directly in the search page (or just get distracted, I guess) without having to visit any outside sites. That’s an increase from 45 percent a decade ago. Another grim figure, per The Telegraph: While appearing first in Google search results used to mean getting a click 27 percent of the time, that number drops to 11 percent when there’s an AI Overview up top.
ich habe mir mal meine matomo zahlen angesehen. matomo nutze ich seit 2010 (damals noch als piwik). google hatte mindestens ein jahrzehnt den ruf sehr blogaffin zu sein. google mochte damals seiten die regelmässig aktiualisiert wurden und lebendig erschienen. ich kann mich an zeiten erinnern, zu denen beiträge von mir 2 minuten nach der veröffentlichung bereits in sucherergebnisseiten auftauchten.
mit dem einzug von frida bei uns vor sechs jahren und technischen problemen mit meinem uralt-CMS liess meine postingfrequenz stark nach und ich verlor google’s gunst.
seit ich im april 2025 diese website neugestartet habe, habe ich mich in der gunst von google langsam wieder hochgearbeitet. im juni 2025 schickte mir google um die zwei besucher pro tag vorbei. mittlerweile sind es so um die 60 besucher täglich. aktuell zeigt matomo 7000 besucher die mir google dieses jahr bereits geschickt hat. hochgerechnet dürften das mindestens 12.000 besucher dieses jahr werden. damit bin ich fast wieder auf dem niveau der jahre 2013 bis 2018.
ein grosser anteil der referer kommen über rezeptsuchen. obwohl auch rezeptseiten-betreiber laut katie baker über rückgängige zahlen klagen, scheint google rezeptsuchende weiterhin sehr gerne zu rezepten im web zu schicken, bzw. rezeptseiten nach wie vor mit sehr vielen besuchern zu „belohnen“. ich bin da nicht allein.
die frage die im raum steht, ob google das „offene netz“ zerstöre, wird jetzt oft gestellt. ich bin mir da nicht so sicher. früher™ war keinesfalls alles besser. aggressive suchmaschinenoptimierung hat bei mir regelmässig sehr viel mehr negative emotionen ausgelöst, als das was google da gerade veranstaltet. und: mir ist es ehrlichgesagt egal ob google besucher für ein rezept hierher schickt oder das rezept (mit ordentlicher quellenangabe) auf der suchergebnisseite anzeigt.
ich gebe mir grosse mühe rezepte die ich hier veröffentliche gut zugänglich, lesbar oder zum beispiel in rezept-apps exportierbar zu machen. wenig macht mich so aggressiv wie rezeptseiten im web, auf denen man erstmal drei banner wegklicken muss und dann sechs kilometer scrollen muss, um ans rezept zu kommen. rezepte sind zum kopieren, sammeln, weitergeben, empfehlen und vor allem wiederfinden da. das wiederfinden ist der grund, warum ich rezepte anfangs überhaupt ins internet schrob: um die guten sachen schnell wiederzufinden. mittlerweile finde ich alles in mela1, weil ich da alles reinspeichere und mela gleichzeitig auch als reader-app nutzen kann um das ganze brimborium auf rezeptseiten auszublenden.
ganz am ende von katie bakers artikel schreibt sie:
Back in 2000, four years before Google’s IPO, cofounder Larry Page mused in an interview that “artificial intelligence would be the ultimate version of Google.” In his vision, “It would understand everything on the web. It would understand exactly what you wanted, and it would give you the right thing.” Google Search as we thought we knew it feels broken, now that they’ve gone and changed the formula. But maybe all this time it’s been rounding into its final form, just as the elders foresaw.
ich erinner mich noch wie ich in den frühen 2000ern mal mit mario sixtus über marissa mayer plauderte, googles angestellte nummer 20. die hatte sich im studium unter anderem auf künstliche intelligenz spezialisiert. das heisst auch, dass google im prinzip seit 20, 25 jahren das web mit KI aufbereitet hat. vor dem aufkommen von large language models waren das noch andere KI-geschmacksrichtungen, aber überraschend ist die entwicklung von google zur heutigen KI-lastigen ausprägung nicht wirklich.
ego suche nach felix schwenzel bei kagi
was auch klar ist: google kommt den vorlieben der menschen, die google benutzen, entgegen. so richtig verabscheuen scheinen die nutzenden die KI-vorschauen in der google suche nicht. sollten google messen, dass die anzahl der nutzenden abnimmt, würden sie wahrscheinlich sehr schnell gegensteuern.
trotzdem habe ich mir vorgenommen jetzt für eine weile mal eine andere standard-suchmaschine zu nutzen. kagi.com ist ja vielgelobt und auch wenn mein erster eindruck nicht berauschend2 ist, will ich das mal ausprobieren.
wer will kann meine rezepte auch als RSS in mela abonnieren (feed) ↑︎
kagi.com hat wirres.net nach eigenen angaben zuletzt 2008 indexiert zeigt verwirrende kalenderdaten neben den suchergebnissen an. ↑︎
Blogs sind ein wenig aus der Mode gekommen und damit auch die Lesungen, die noch vor zwanzig Jahren zahlreich in verschiedenen Städten stattgefunden haben. Aber es gibt sie noch, die Menschen, die seit über zwanzig Jahren ins Internet schreiben, weshalb es Zeit wird, dass die Bloggenden wieder live vorlesen und zwar in München.
retro find ich (in diesem fall) gut. die location hört sich sensationell an. im box-ring lesen. und vorlesen find ich auch gut und wo heutzutage ja angeblich neimand mehr selbst liest passt das ja auch wie die faust aufs auge. ich würde gerne hin, wenn münchen nicht so weit weg wäre.
also ich hab keine lust die ganze zeit zu zählen. und bis wieviel?
schöner sonnenuntergang
nachtrag 20:45: frida und ich sind heute um 19:30 uhr nochmal in die rehberge gegangen. wir waren nicht die einzigen, die diese idee hatten. ausser uns wollten offenbar noch einige andere die parzielle sonnenfinsternis heute abend sehen.
sehen konnte man nicht viel, ausser dass sich das licht merklich veränderte, es wurde anders dunkel als sonst, gedimmter. alles sehr friedlich und schön.
nachtrag 13.08.2026: koltack weist darauf hin, dass man die verdeckte sonne in den kamerareflexionen sieht (ein winziges, leicht grünliches bild)
ich habe irgenwann gemerkt, dass man pesto aus fast allem herstellen kann. kräuter oder gekochtes gemüse mit nüssen, parmesan und öl schmecken immer. das hier schmeckt besonders lecker.
wenns schneller gehen soll, kann man die „grundlage“ auch weglassen und einfach das pesto mit nudeln vermengen.
zutaten
pesto
3 rote beten (oder eine grosse)
3 knoblauchzehen
75 g mandeln
1 zitrone (saft und abgeriebene schale) oder eine halbe eingelegte zitrone
40 g parmesan (oder mehr)
80 ml olivenöl
nudeln
250 g spaghetti
grundlage
1 grosse scharlotte
2 knoblauchzehen in scheiben geschnitten
olivenöl
ergibt: 2 portionen
zubereitung
pesto
rote beete kochen, dämpfen oder im ofen rösten (ich dämpfe sie mit der schale 40-60 minuten im dampfgarer). danach schälen und in grobe würfel schneiden.
rote bete stücken mit 3 knobklauchzehen, 75 g mandeln, dem zitronensaft und der schale der zitrone, 40 g parmesan und 60 ml olivenöl pürieren. wie immer bei pesto: mehr parmesan und öl nach gefühl.
nudeln
spaghetti in salzwasser kochen, ein, zwei tassen vom kochwasser aufheben.
in einer pfanne die in ringe oder scheiben geschnittene scharlotte und knoblauch in öl andünsten, danach mit nudelwasser und pesto zu einer sosse rühren und mit den nudeln vermischen. nach dem transfer auf teller kann man das noch mit petersilie oder zitronenzesten und zusätzlichem parmesan dekorieren.
beim bildblog wies lorenz meyer heute auf dieses 40 minuten lange video hin. das video ist über synchronsprecher und wie sie sich von KI bedroht fühlen.
ich habe mich durch das ganze video gequält und kann es nicht empfehlen. aber wenn ich über das video schreibe, dachte ich, muss ich da durch.
ich bin kein fan von synchronisation, im gegenteil. ich vermeide so gut ich kann. in den letzten 20 jahren ist mir das dank des technischen fortschritts auch ganz gut gelungen. die ersten 30 jahre meines lebens war ich der synchronisation von filmen und fernsehserien hilflos und alternativlos ausgeliefert. jeder film, jede fernsehserie wurde konsequent mit deutschen stimmen überbügelt.
serienauswahl in meiner DVDthek um das jahr 2007 herum
mit dem aufkommen der DVD wurden originalversionen leichter zugänglich. wenn ich mich recht erinnere, wandelten sich videotheken so um 2003 bis 2005 langsam aber sicher zu DVDtheken und mit DVDs hatte ich endlich eine wahl mir filme und serien auch endlich im original anzuschauen.
auf eine art bin ich den 30 jahren zwangssynchronisation dankbar. alles was ich in den ersten 30 jahren an medien konsumiert habe, kann ich jetzt nochmal völlig neu im original entdecken. vor einem jahr hab ich mir alle folgen der muppet show angesehen, davor magnum PI. vor 15 jahren war ich erstaunt darüber was für eine weiche, ernste, sympathische stimme eddie murphy hat und dass er eben kein affiger schreihals ist.
im video oben machen einige deutsche synchronsprecher darauf aufmerksam, dass das was sie tun kunst sei. dem möchte ich nicht widersprechen, aber diese kunst ist eine kunst mit der ich nichts zu tun haben will. so wie ich nicht auf ein auf ein death metal konzert gehen möchte oder in die oper. ich habe nichts dagegen wenn synchronsprecher ihrer kunst nachgehen, solange sie mich mit ihrer kunst in ruhe lassen. da sie mich 30 jahre meines lebens nicht in ruhe damit gelassen haben, habe ich in dieser zeit — und danach — allerdings ein emotionales meinungsbild über diese kunst entwickelt. kurz gesagt: ich ertrage diese stimmen nicht, weil sie so glatt und gleichzeitig überzeichnet, gestelzt und aufgetragen sind. kein mensch auf der welt redet so, wie synchronsprecher reden. ich denke im kunstkontext ist das auch OK, niemand singt so wie opernsingende singen, niemand malt so wie malerinnen malen, niemand tanzt so wie ballettänzerinnen tanzen.
der witz ist: als ich vor einer weile mal testweise die stimme der chatgpt-app aktiviert habe, dachte ich sofort an synchronsprecher: viel zu viel pathos, emotion, mühe. alles etwas zu doll aufgedreht und eine durchgängige nuschel-phobie.
im video sagt peter flechtner, der unter anderem ben affleck synchronisiert, an einer stelle:
ich glaube die leute werden irgendwann auch genervt sein wieder von den ki stimmen.
das glaube ich auch, aber ich glaube auch das viele leute von den synchronstimmen genervt sind. bestimmt nicht alle, im gegenteil, ganz offensichtlich mögen die viele auch, aber ich fand es frappierend wie in dem video die ganze zeit darauf hingewiesen wird wie scheisse und parasitär KI ist, aber kaum darüber geredet wird, dass synchronisierung das original verzerrt und uminterpretiert. ich vermute, dass viele filmemacher synchronisation ihrer werke nur wegen knebelvertriebsverträgen zulassen. ich kann mir zumindest nicht vorstellen, dass jemand der jahrelang für einen directors cut kämpft es toll findet, wenn das werk dann nochmal von synchronstudios neu interpretiert wird.
hollywoodschauspieler sind offenbar zu professionell um sich on the record negativ über synchronisation auszulassen. jodie foster hat in einem interview mal darauf hingewiesen, dass sie sich selbst in französisch synchronisiert. das sei ein schwieriger, anstrengender job.
So, I wish more actors could do it, but I got to tell you it's really hard. It's really hard.
aber sie weist auch darauf hin, dass die filme eben uminterpretiert werden:
I was […] supervising the Italian and the German and the Spanish and all of that. It was so interesting to see how all the different romance languages would interpret and how the character changes in some ways in all those languages.
jodie foster findet das auf eine art aufregend, ich find es eher schade. viele leute finden es auch aufregend ihre autos tiefer zu legen oder spoiler dranzukleben oder kaffee mit sprühsahne zu trinken. ich finde meistens das original aufregend genug.
wenn es tatsächlich so ist, dass die menschen ihre synchronstimmen lieben, darauf weisen die synchronsprecher und sprecherinnen mehrfach im video hin, dann gibt es ja eigentlich keinen grund zur sorge für die branche. dann lehnt die mehrheit artifizielle stimmen ab und die grossen streaminganbieter, filmstudios, vermarkter müssen nachziehen und weiter schauspieler fürs synchroniseren zahlen.
meine vermutung ist allerdings dass es den meisten menschen egal ist. zumindest den menschen die jetzt schon synchronisierte filme und serien akzeptieren oder dem original (mit untertiteln) vorziehen. die von den synchronsprechern vielbeschworene „deutsche synchronsprecher-kultur“ hat über viele jahrzehnte im wörtlichen sinne das original marginalisiert und entwertet. warum sollte sich diese mehrheit — der das original egal ist — jetzt plötzlich dafür interessieren, ob die stimmen original, kunst oder KI sind?
ich mag rezepte mit wenig zutaten — oder besser gesagt: rezepte mit wenigen zutaten schmecken oft am besten. erstaunlichstes beispiel: die gurkensticks mit knoblauch und essig und salz. dieses rezept ist auch sehr zutatenarm und trotzdem äusserst lecker und variabel.
zutaten
2 rote bete (ca. 450 g)
1 zwiebel
35 ml essig
20 ml rotwein
10 ml rapsöl
salz
gewürze (optional)
4 el brühe
5 pfefferkörner
4 ganze nelken
0,5 tl tl gemahlende koriandersamen
ergibt: 2 portionen
zubereitung
rote bete gar kochen (ich lege sie ungeschält 40-60 minuten in den dampfgarer). danach abkühlen lassen und schälen und in feine scheiben schneiden oder hobeln.
zwiebel sehr fein würfeln und zusammen mit dem rotwein und dem essig vermengen. salzen und pfeffern nach geschmack und wer lust auf eine weihnachtkliche oder glühwein-note hat fügt noch nelken oder koriandr hinzu. statt brühe gehen auch auch wasser und salz oder etwas wasser und instantbrühenpulver.
mindestens eine stunde oder über nacht im kühlschrank durchziehen lassen. das öl soll laut originalrezept erst zum schluss hinzugefügt werden. ist aber nicht schlimm wenns vorher drin ist.
optional: mit zerkrümelten oder gewürfelten feta bestreuen.
gestern nachmittag, vor dem spazierengehen, hatte ich den impuls mit frida zu einem mcdonald’s zu spazieren um dort pommes zu essen. ich wandelte meinen appetit auf pommes dann aber schnell in den plan um, nochmal am pommes aus dem airfryer-rezept zu feilen.
leider habe ich die rauhigkeit der oberfläche auch dieses mal nicht so hinbekommen wie ich es wollte, die pommes waren knusprig und luftig, aber trotzdem nicht so wie ich wollte. der kritische punkt ist das blanchieren. ich glaube ich war hier immer noch zu ungeduldig.
ich weiss nicht ob die spd immer noch mit einem würfel wirbt, aber als ich heute auf diesen dpd-lieferwagen zuging, sah ich das vor meinem inneren auge.
das bild habe ich selbst mit pixelmator gephotoshopped. das original ist in der beilage.
relief im goethepark, beinahe zu genderfluid, um zu sagen, ob wolfgang oder wolfgard goethe.
nachdem ich vor ein paar tagen im 2005er archiv dieser webseite gewühlt habe und drüber geschrieben habe, konnte ich in den letzten tagen einen 20 jahren alten punkt von meiner tofoliste streichen: die beiträge die ich damals ins wahlblog.de geschrieben habe auf wirres.net kopieren.
weil das schnell unübersichtlich wurde habe ich eine sammlungsseite verfasst, die das alles bündelt: sammlung #wahl05
sammlungen sind eine idee die mir frank westphal mindestens einmal ins ohr gelegt hat. die sammlungsseite habe ich als einfachen blogbeitrag angelegt, aber alle in ihr erwähnten oder relevanten beiträge linken auf den artikelseiten wieder zurück auf die sammlung (beispiel). so eine art kontext-klammer finde ich gut.
weil ich gerade dabei war zu schauen was ich sonst noch so über parteitage schrieb, fiel mir auf wie nötig solche übersichtseiten sind. ich erinnerte mich, dass ich in den folgejahren noch ein paar mal auf parteitagen war und darüber schrieb. aber so richtig zurechtgefunden habe ich mich in meinem archiv nicht. also habe ich das mal etwas sortiert und für die anderen parteitage eine eigene sammlung angelegt: sammlung parteitage
in der #wahl05 sammlung schrieb ich, dass ich zwar das archiv aufgeräumt und etwas strukturiert habe, die wahlblogseiten aber weiterhin für suchmaschinen indexierung sperre:
das archiv dient meinem privatvergnügen und ich empfehle niemandem den alten scheiss von mir zu lesen (obwohl es teilweise ganz amüsant zu lesen ist).
so wie ich vor 20 jahren schrieb, würde ich heute nicht mehr schreiben, aber in 20 jahren werde ich das sicher nochmal interessiert lesen. so wie ich es jetzt, 20 jahre später auch nochmal (fast) alles gelesen habe. aber sonst muss das wirklich keine(r) lesen, auch wenns geht.
frida hat einen empfindlichen darm. bei jeder futterumstellung kriegt sie dünnschiss — bis sich irgendwann ihre verdauung stabilisiert. es gibt auch viele gemüse und fleischsorten an die sie sich nicht gewöhnt. wegen fridas fragiler verdauung ist die qualität von fridas stuhlgang ein ständiges thema zwischen mir und der beifahrerin.
normale menschen würden nach dem morgenspaziergang berichten: „kacki war super“ (oder die konsistenz beschreiben, wenns nicht so super war). ich kann mir naürlich nicht verkneifen jeden tag den gleichen gag zu machen: „kacki war super! [kurze pause] das von frida auch!“
natürlich ist der eigentliche gag die wiederholung und die konsistenz der darbietung.
jedenfallls ist das kacki von frida seit monaten bombig gut. morgens kommen zuerst feste köttel raus (ich nenne sie „den pfropfen“) und danch weitere würste mit immer weicher werdender konsistenz. sie kackt sich sozusagen jeden morgen auf der bristol-stuhlformenskala1 von typ 1 bis typ 4.
My first thought upon reading this was, What a load of shit. Then I realized, well, yes, literally.
der load of shit sind äusserungen zu ernährung und stuhlgang von sean o’mara die in einem NYT-artikel zitiert werden.
At one point in our conversation he pulled up the Bristol Stool Chart, which ranges from Type 1 (“separate, hard pellets”) to Type 7 (“watery, no solid pieces”). O’Mara is consistently delivering Type 4 (“smooth, soft, like a snake”), with pointed ends, indicative of healthy rectal function, he told me. “When you start eating healthy, you don’t need toilet paper,” he claimed. “Animals in the wild have no residual stool on their anus.
seit ich meine ernährung auf zuckerfrei, viel gemüse, TK-obst, sehr wenig fleisch, viel öl, hülsenfrüchte, röstaromen und umami umgestellt habe, kann ich o'maras beobachtung teilweise bestätigen, muss ihr aber zugleich heftig widersprechen: die stuhlgänge einiger wildtiere in den rehbergen haben hundertprozentig spuren an deren anussen hinterlassen!
gleiches, aber anderes thema: ganz stimmt „kein zucker“ natürlich nicht. seit dem semaglutid ist mein appetit auf süsses meistens nonexistenz, bzw. lässt sich (absurderweise) mit ein paar gesalzenen nüssen wirksam stillen, sollte er mal kurz aufflammen. und der milchzucker in meiner morgenlatte meinem morgenkaffee mit milch ist natürlich auch zucker, ganauso wie der zucker in manchen asiatischen saucen die ich gelegentlich noch benutze. aber ich scheine mich vom zucker extrem entwöhnt zu haben, wie ich kürzlich merkte als das kind, das gerade zu besuch war, uns und seiner freundin ein paar macarons backte. natürlich musste ich einen probieren. er war sehr lecker, aber danach habe ich zum erstenmal seit monaten magenschmerzen bekommen.
ich finde jimmy carr wahnsinnig unsympathisch. aber auch witzig. seine moderation des britischen lol (last one laughing) war gut und witzig. er lacht komisch. obwohl ich ihn unsympathisch finde, mag ich ihn.
das ist ein phänomen, das ich im alter öfter erlebe. ich muss leute nicht mögen um sie zu mögen. vielleicht isses aber auch nicht das alter, sondern die briten. zum beispiel die briten im britischen lol: sehen komisch aus, sind nicht wirklich sympathisch aber sind doch alle irgendwie liebenswert.
vor ein paar tagen habe ich diesen schlimmen podcast mit jimmy carr und katherine ryan gesehen. das gespräch ist sehr inspirierend für fremdschäm-aficionados, aber weil beide es schaffen ihre peinlichen haltungen und ansichten auf verschiedenen metaebenen zu reflektieren habe ich bis minute 40 durchgehalten.
peinlicherweise teile ich einige ansichten von jimmy carr und eine idee gefiel mir besonders gut. sinngemäss lautet sie:
What could you do today that you tomorrow would be happy you did?
das ist in der tat ein wunderbares werkzeug zur selbtmanipulation. meine, sehr viel primitivere, version dieser idee resultierte aus einer beobachtung: wenn man schokolade oder süssigkeiten an einem absurden ort lagert, schafft man es manchmal sie zu vergessen und seinem zukünftigen ich eine grosse freude zu machen, wenn es die süssigkeit wieder findet.
mir hilft diese idee auch gelegentlich weniger zu essen. denn alles was ich auf dem teller oder der schüssel lasse, über das kann ich mich dann am nächsten tag beim resteessen zum frühstück freuen.
die frage, was man für sein morgiges ich heute tun könnte, über das es sich morgen freuen würde, scheint jimmy carr bei jeder gelegenheit zu wiederholen. zum beispiel bei diesem aufttritt in frankfurt. dort zeigt sich jimmy carrs stärke, die vielleicht auch sein schwäche ist. er ist nicht nur vorbereitet witzig, sondern auch spontan witzig und ernst. er schafft es nicht nur mit zwischenrufern souverän umzugehen, er kultiviert und organisiert in seinen shows offenbar sogar das zwischenrufen. dabei wandelt er relativ gekonnt zwischen witzig, ernst und beleididigend. aber irgendwann erschien mir carrs ernste seite dann so pathetisch, dass ich auch das video vom franfurter auftritt schliessen musste.
vielleicht ist geplante ambivalenz heutzutage die eigentliche kunst?
beim stöbern im archiv gestern einen alten quicktime VR film gefunden. mit QTVR konnte man damals panoramen sphärisch darstellen oder objekte drehen. das liess sich damals auch mit einem quicktime plugin im browser im web darstellen. mittlerweile kann noch nicht mal mehr macos solche filem darstellen.
mit object2vr und der hilfe von cursor habe ich das wieder rekostruiert, bzw. reanimiert: ix bewegt.
ich gehöre nicht zu den leuten die die alten zeiten im internet vermissen. ich finde das internet so wie es ist immer noch gut. ist halt noch unübersichtlicher geworden. 2005 war das internet kleiner, aber auch schon gross und unübersichtlich.
2005 hatte sascha lobo noch keinen irokesen und erklärte anderen das internet noch nicht. das hat 2005 mario sixtus getan, zum beispiel hier in der zeit.
im artikel lässt er doc searls blogs erklären:
»Bloggen ist wie Schneebälle einen Hang herunterrollen, manche bleiben liegen, andere rollen weiter, manche werden sogar riesig«, sagt Searls. Ein einziger inspirierter Eintrag kann in der Welt der Blogs eine Eigendynamik ohnegleichen entwickeln. Daher gilt die Blogosphäre als Frühwarnsystem für Themen, Trends und manchmal sogar Nachrichten. »Blogs sind Gespräche«, persifliert sich Searls selbst. Mit der Phrase »Märkte sind Gespräche« hatte er vor sechs Jahren die Grundlage des Cluetrain Manifests gelegt.
heute sind blogs nur noch schneeflocken.
2004 hatten „der ehemalige MTV-Moderator Adam Curry zusammen mit dem Web-Entwickler und Blog-Guru Dave Winer eine Methode, Audiodateien zeitversetzt und automatisiert in den Speicher von MP3-Spielern zu übermitteln“ ersonnen. so lange ist das schon her.
weil 2005 das wort „social media“ noch nicht geläifig war, schrieb mario sixtus damals von einem „humanisiertem netz“, damals bestand die hoffnung, dass das internet von menschen geprägt werden könne. kommunikation, zusammenarbeit, vertrauen und persönliche beziehungen würden sich in und um blogs bündeln — so die hoffnung.
2005 fand ich, dass dieser artikel von mario sixtus der „beste artikel über blogs (ever)“ sei. so hab ich das damals aufgeschrieben in einem artikel den ich über ein interview schrieb, das marin majica damals mit mir gefürhrt hat.
er wollte mich interviewen, wir trafen uns um 18 uhr im starbucks am hackeschen markt. er kam fünf minuten zu spät, aber ich schleimbeutel lobte ihn für seine pünktlichkeit. ich wurde, parteitagsgestählt, gleich investigativ: „lesen sie blogs? welche?“. er log mich an: „ja. ein paar.“ na gut ein paar blogs kannte er, aber von jamba und spreeblick hatte er noch nix gehört. ich trug ihm mit meiner unverbesserlichen arroganz auf das zu googlen und drückte ihm den besten artikel über blogs (ever) in die hand, den ich zufällig (wirklich), ausgedruckt, dabei hatte.
marin majica interessierte sich damals für mich, weil im (bundetags-) wahlkampf 2005 die damalige blogplattform um nico lumma blogg.de ein wahlblog organisisrte, dass ein paar blogger, unter anderem mich, zu parteitagen schickte. mit ein bisschen pressearbeit machte das damals eine kleine welle in der journalistenwelt.
das pressecho zu mir hab ich damals hier festgehalten: respektlos?
Bei einem Treffen in einem Berliner Café demonstriert Schwenzel ganz nebenbei seine Arbeitsmethoden. Ungefragt macht er mit dem Handy ein Foto des Gegenübers, das er direkt in seinen Blog lädt. "Flickrn" heißt das, benannt nach der dafür benutzten Software Flickr. Am Nachmittag wird er noch einen Kommentar zu dem Gespräch mit dem Journalisten dazustellen. Für den ist das gewöhnungsbedürftig: beschrieben zu sein, bevor man selbst beschreibt.
Auch dass Lafontaine so häufig das Wort „ich“ verwendete, wurde von Schwenzel kommentiert: „Da scheint sich eine neue Spielart im linken Spektrum abzuzeichnen: Sozialichmus.“
so war das damals: das internet steckte noch voller hoffnungsfroh stimmendem potenzial und man konnte aufmerksamkeit erregen, indem man einfach ins internet schrob.
von der prognostizierten humanisierung des netzes ist im grösseren masstab — ausser podcasts — nicht mehr allzuviel übrig. aber vielleicht ja doch, nur eben etwas anders als wir uns das damals vorgestellt haben. das internet besteht nach wie vor vor allem aus menschen, mit all seinen vor- und nachteilen.
vielleicht sollten wir wieder mehr darüber nachdenken wie wir die aufmerksamkeitsströme wieder humanisieren und aus den klauen der grossen plattformen und algorithmen befreien — oder unsere kleinen, übersichtlichen resonanzräume ausbauen, wie ich es vor ein paar monaten mal hier skizziert habe: elaborierte kulturtexte
unter den linden, zwichen ca. 1890 und 1900 (quelle)
an dem bild oben finde ich faszinierend, dass unter den linden wie in einem alten western aussieht. was ja auch nicht völlig abwegig ist, weil es die gleiche epoche ist, so um die vorletzte jahrhundertwende. und wenn man sich den google streetview aus der gleichen perspektive anschaut, fällt einerseits auf, dass die vermeintlich historischen strassenlaternen zumindest nicht die version aus den 1890ern imitieren und dass heute deutlich weniger pferdegespanne unterwegs sind als damals.
viktoriapark berlin zwischen ca. 1890 und 1900 (quelle)
dieses bild vom wasserfall im viktoriapark setze ich mir hier als reminder irgendwann ein foto aus der gleichen perspektive zu machen. obwohl dieses bild schon ziemlich nah dran kommt.