alle geschichten die wir uns erzählen handeln von reisen. das können innere reisen sein, aber auch reisen zu orten. jede reise verändert uns und jede reise in einer geschichte verändert die protagonisten, ihre sicht auf ihre identität, ihre vergangenheit, ihre ziele oder die welt in der sie leben. gute geschichten sollten uns staunen lassen, uns überraschen und mit mehr fragen zurücklassen, als wir vorher hatten. gute geschichten lassen uns nicht nur anders auf die welt oder uns selbst blicken, sondern vor allem tiefer. sie legen schichten frei, die vorher nicht sichtbar waren.
pluribus liegt eine einfache idee, eine art gedankenexperiemnt zugrunde. über die erste staffel hinweg wird aus dieser einfachen idee eine komplexe melange. die einfache idee entfaltet sich zu einem komplizierten, vielschichtigen etwas. die antworten die wir bekommen, werfen immer neue fragen auf.
ich mag serien die nachvollziehbar sind. viele serien bekommen das anfangs gut hin und verlieren mich dann auf der reise oder wenn die protagonisten sich im laufe ihrer reise entscheiden, dass die probleme denen sie begegnen am besten mit faustkämpfen oder schnellen autofahrten zu lösen sind. gute serien lassen mich der reiseroute folgen, ohne mich an die hand zu nehmen.
pluribus hat es geschafft mich an jeder stelle mitzunehmen und nachvollziehbar zu bleiben, obwohl ich mich mit keinem der protagonisten identifizieren konnte. aber die fragen die mir beim zuschauen in den sinn kamen, waren so interessant, dass ich gar nicht genug über die pluribus-welt erfahren konnte. obwohl natürlich jeder aspekt dieser welt sorgfältig konstruiert ist, wirkt nichts daran konstruiert. obwohl alles nachvollziehbar bleibt und man ständig bekannte elemente des geschichtenerzählens erkennt, wird man ständig überrascht.
james baldwin hat mal gesagt:
The purpose of art is to lay bare the questions which have been hidden by the answers.
der zweck von kunst ist es also, fragen blosszulegen, die von den antworten verdeckt werden. insofern hat die erste staffel von pluribus gute arbeit geleistet und schon früh klar gemacht, dass es zwar auch antworten geben wird, aber keine endgültigen. was es gibt sind fragen über fragen, die schicht für schicht freigelegt werden.
was ich sagen will: die erste staffel von pluribus hat mir sehr gut gefallen, die letzte, neunte folge war ein würdiger abschluss. und beim abschluss-cliffhanger habe ich gelacht, einerseits weils witzig war und andererseits weil der cliffhanger so viele neue fragen aufwarf.
zum jahreswechsel gingen die beifahrerin und frida gegen 22 uhr ins bett. ich beschäftigte mich damit mein zigbee-netzwerk mit dem zbt-2 zum laufen zu bringen, was komplizierter und nervenaufreibender war als ich mir wünschte. aber dafür war ich konzentriert und bekam vom lärm draussen nur am rande etwas mit, zum beispiel als die feuerwehr wasser auf einen balkon in der nachbarschaft goss. vielleicht lag es an meiner konzentration aufs debuggen, aber ich bilde mir ein, dass es dieses jahr etwas ruhiger als sonst war. auch der sprengstoffverpackungsmüll auf den strassen schien mir dieses jahr etwas weniger zu sein.
sprengstoffverpackungsmüll am morgen
frida war der krach nicht egal, aber er hielt sie nicht davon ab die nacht durchzuschlafen. gegen 21 uhr machte sie auf sich aufmerksam und liess mich wissen, dass sie etwas wollte. leider gab sie mir keine hinweise was es ist was sie wollte, also bot ich ihr an raus zu gehen. sie blieb dann aber angesichts des lärms in der haustür stehen und obwohl ich sie, in der hoffnung dass sie mal schnell pinkeln würde, zwei meter von der haustür weglocken konnte, wollte sie dann doch lieber wieder rein. obwohl sprengstoff lediglich ein paar metern entfernt von uns gezündet wurde, zeigte sie keine zeichen von panik, wohl aber deutliches missfallen. zu hause stellte sich dann heraus, dass sie essen wollte. eine prall gefüllte futterschale stand für sie schon lange bereit, aber heute wollte sie, dass sich jemand zum essen neben sie setzte. das begleitete futtern befriedigte sie dann und sie blieb bis acht uhr morgens im bett.
um halb neun waren die strassen menschenleer und ruhig. ich dachte die ganze zeit: da knallen die knalltüten die ganze nacht um dämonen zu erschrecken und zu vertreiben und checken nicht, dass die dämonen und monster sich denken: na dann schnappen wir uns die seelen halt nicht nachts, sondern vormittags, wenn die eierköppe ruhig im bett liegen.
der spaziergang durch die regberge war dann extrem entspannt, etwas frisch und windig wars, aber die sechs kilometer bewegung taten uns beiden gut.
futterkiste in den rehhbergen, prall gefüllt mit brot für die wildschweine im gehege
ich hab noch ozempic im kühlschrank liegen, 3 oder 4 portionen. seit dem 03.10.2025 hab ich mir keine spritze mehr gesetzt, hatte aber vor weihnachten überlegt mir vor oder nach weihnachten vielleicht nochmal eine zu setzen. dann hab ichs erstmal gelassen und wollte mal schauen was über weihnachten passiert.
es hat sich nach mehreren weihnachtsessen und fünf tagen essen bei meinen eltern gezeigt, dass ich über die feiertage eher abgenommen habe.
den ganzen dezember über schwankte mein gewicht stabil um die 94,5 kg. bei meinen eltern zeigte die waage zwischendurch sogar mal 93,5 kg an, aber die erste wäägung zuhause, auf meiner eigenen waage, zeigte wieder 94,5 kg.
mein gewicht nach tagen im dezember 2025
gestern auf dem rückweg von meinen eltern nach hause haben frida und ich uns ein bicmac-menü bei mcdonalds geteilt. also sie hat ein bisschen rinderhack und ein paar pommes bekommen. das menü war „small“, aber ich mochte die pommes dann doch nicht aufessen. nicht wegen der kalorien, sondern weil sie einfach nicht so gut schmecken, wie das was ich mittlerweile zuhause hinbekomme. gleiches gilt für burger. meine selbstgemachte „bignmac sauce“ und pattis von beyond meat sind einfach leckerer. und aufessen um des aufessens willen, auch wenns nicht wirklich gut schmeckt, hab ich mir abgewöhnt.
aber was mcdonalds bietet ist: dort schmeckt’s (und riecht es) nach früher. es schmeckt nach mcdonalds und dieser geschmack ist an viele positive assoziationen gebunden. aber gestern haben mir der dreiviertel big mac und ein paar pommes gereicht um die nostalgie (und den appetit) zu befriedigen.
andererseits: wo gibt’s das denn sonst noch, dass essen so wie vor 45 jahren1 schmeckt? selbst bei meiner mutter schmeckt’s heute anders als vor 45 jahren. sie probiert ständig neues aus. ein rezept das ich vom diesjährigen weihnachtbesuch mitgenommen habe sind gurkensticks:
1 ungeschälte (bio) gurke in sehr grobe sticks schneiden
2 esslöffel essig (weisser balsamico, der billige von kaufland tut’s auch)
1 teelöffel salz
sehr viel knoblauch, meine mutter hatte pro gurke eine dieser dicken einzel-knollen (soloknoblauch) unter die sticks gequetscht
optional viel frischen dill hinzufügen
alles gut verrühren und mindestens 10 minuten durchziehen lassen
that's it.
bei mcdonalds in ingersleben, wo frida und ich uns das bigmac-menu geteilt haben, wollte eine angestellte frida unbedingt hallo sagen. hat sie dann auch gemacht, während wir an der essensausgabe warteten. als wir wieder aufbrachen und nochmal kurz aufs klo gingen, fing sie uns am ausgang ab und fragte ob sie dem hund etwas geben könne. sie hatte einen burgerkarton mit drei chicken-filets („ohne salz“) und wollte mir den in die hand drücken. abgesehen davon, dass das mengenmässig zwei bis drei tagesportionen für frida wären, verträgt sie huhn nicht besonders gut. deshalb musste ich bedauernd und dankend ablehnen.
(rind verträgt frida eigentlich auch nicht, aber weil die rinderbrühe bei meiner mutter ganz gut vertrug, hatte ich ihr auch vom burger patti abgegeben. normalerweise bekommt und verträgt frida wild.)
ich fand das auf jeden fall herzallerliebst und ehrlichgesagt tragen aus meiner sicht solche erlebnisse auch dazu bei, dass mcdonalds so beliebt ist. durch die konsequente standardisierung (des essens, der mitarbeiter mit migrationshintergrund, der zurückhaltenden gemütlichkeit, des geruchs) ist jedes mcdonalds weltweit eine insel des gewohnten und bekannten in der fremde. der aral-pulse ladepark in ingersleben war kalt, dunkel, in der tiefen sachsen-anhaltinischen provinz, aber direkt hinter der eingangstür von mcdonalds war es warm, hell, vertraut — und freundlich.
2026 wird das jahr an dem ich ernsthaft an meinem bucket-listen-eintrag „klimmzüge“ arbeiten werde. jetzt nach weihnachten werde ich mir eine klimmzugstange kaufen die man im türrahmen einhängen kann. damit trainiere ich das systematisch. mittlerweile weiss ich durch den konsum von schwer erträglichen fitness-videos auf youtube, dass es zu mindestens 50% auf die technik ankommt und es gar nicht mal so einfach ist einen bewegungsablauf hinzubekommen in dem die rückenmuskulatur die arme beim hochziehen unterstützt. und die rückenmuskulatur will auch aufgebaut werden. nicht auf der bucket list, aber fest vorgenommen: täglich 50-100 liegestützen in dreier-einheiten über den tag verteilt mindestens 3 monate durchziehen. früher hab ich 100 schnelle, sloppy liegestützen am stück geschafft, mittlerweile schaff ich von den sloppy liegestützen wieder 30 am stück. aber ich versuche jetzt 20-30 langsame am stück aufzubauen. 8-14 schaffe ich davon im moment, das ist also noch ausbaufähig und durch die hand- und armhaltung auch sehr gut variierbar.
in aachen hat 1978 am markt das erste mcdonalds eröffnet. seit den frühen 80ern ging ich dort relativ regelmässig hin. einmal sind wir auch des restaurants verwiesen worden, weil wir andere gäste mit papierkügelchen aus strohhalmen beschossen haben. big macs esse ich gerne, seitdem ich mitte der 90er 3 tage lang non-stop von tennessee nach washingon state mit dem greyhound-bus gefahren bin. der greyhound hielt gelegentlich an mcdonalds-restaurants und meine enttäuschung war riesig, wenn wir morgens bei mcdonalds hileten und es dort „nur“ frühstück und keinebigmacs gab. ↩
mein ø-gewicht je monat in 2025
mein ø-gewicht von juni bis dezember 2025.
auch wenn mein gewicht im dezember konstant bei 94,5 lag, sind die jahres- und sechs-monats-grafik aus apple health optimistisch. aber der bereich 90-95 kg ist eigentlich ein bereich in dem ich bleiben will. meine klamotten passen mir noch, meine eltern haben erst nach dem dritten bis vierten blick gesehen, dass ich 18 kilo abgenommen habe und die werte die ich erfasse (blutdruck, ruhepuls, caridofitness) haben sich signifikant verbessert. und ich kann auch wieder auf dem rücken schlafen ohne mich selbst durch infernalisches schnarchen selbst zu wecken. und durch die kombination aus bewegung und gewichtsverlust haben sich die krampfadern die sich in den letzten vier, fünf jahren an meinen unterschenkeln vorwagten, wieder alle verdünnisiert.
morgenspaziergang über die felder um karken (ca. 7 km), an adams loinde vorbei, kurz über die grüne grenze in die niederlande und zurück über den (ehemaligen) grenzübergang.
nachdem frida schonmal um halb fünf zum kacken raus musste waren wir zwischen acht und neun uhr zum regulären morgenspaziergang draussen in karken. war auch schön.
stacheldrahtzaun mit gefrorenem raureif
felder und bäume an der rur
steg über die rur
4:50 h, -2° C
johann frenken weg in karken um kurz vor fünf uhr morgens
tichelkamp in karken um kurz vor fünf uhr morgens
zu weihnachten bin ich bei meinen eltern. meine mutter erzählt, mein vater macht das was er immer macht und ich staune, wie die kleinen konflikte, die bei meinen eltern früher gelegentlich eskalierten jetzt einfach abebben. vielleicht ist das ein weiterer positiver aspekt am altern, dass sich das kurzzeitgedächnis verkürzt und man einfach vergisst, über was man sich gerdae aufgeregt hat. apropos älter werden, meine mutter erzählte uns ausladend darüber, dass sie das buch von elke heidenreich über das altern nicht gut fand, aber sehr begeistert von natascha wodins „Die späten Tage“ ist. in „Die späten Tage“ schreibt sie über das altwerden und eine späte grosse liebe. ich muss keins der bücher lesen, weil mir meine mutter bereits alles erzählt hat.
meine mutter erzählt von ihrer freundin vera, die 15 jahre jüngger als sie ist. mittlerweile sind beide alt, meine mutter und vera. im alter verwischen altersunterschiede. und es ist natürlich auch pfiffig jüngere freunde zu haben, das macht sich im alter bezahlt, wenn die gleichaltrigen oder älteren freunde verhärten oder versterben.
witzigerweise erzählte mir meine mutter irgendwann auch von ihren elaborierten pfuschzetteln, an die ich vor ein paar tagen auch denken musste. sie habe die gerade beim aufräumen wiedergefunden und ob ich die vielleicht haben wolle. ich hab sie erstmal fotografiert und dann eingesteckt.
während meine mutter mir ihre gerade aufgeräumten schmuckschatullen zeigt, fällt mein blick auf dieses alte bild meiner mutter und meiner schwester aus den frühen achtzigerjahren.
meine mutter zeigt mir den ersten band der bob-dylan-autobiografie (Chronicles, Band 1). das habe sie sich gekauft, weil es von kathrin passig (und gerhard henschel) übersetzt wurde und sie kathrin passig mal auf der republica kennengelernt oder ich sie ihr vorgestellt habe. ich merke wie wenig ich weiss und freue mich, dass meine mutter ihren geist mit über achtzig besser auf trab hält als ich.
komischerweise werde ich bei meinen eltern nicht nostalgisch. die ganzen alten sachen wecken zwar viele alte erinnerungen, aber irgendwie fallen mir vor allem die neuen sachen auf. dass konflikte zwischen meinen eltern jetzt eher abbebben, als zu eskalieren. wie schön und fotogen die gegend hier in und um heinsberg ist und wie wenig ich das damals offenbar zu schätzen gewusst habe.
am himmel konnte ich hier heute früh mindestens zwanzig flugzeuge sehen. der himmel war riesig und klar und alle flugzeuge zogen kondesnstreifen hinnter sich her. das sieht man zwar auf dem bild nicht wirklich, aber so war es.
mir fallen aber auch ein paar alte dinge auf, oder genauer, wie schnell dinge die kürzlich noch neu waren plötzlich ganz alt wirken. hier im haus sind noch überall diese kompakten neon-lampen verbaut, die ein paar hundert millisekunden brauchen, bevor sie licht abgeben. die waren vor kurzem noch der letzte heisse scheiss. mein vater meint, die halogen-läpchen in seinem badezimmer hielten im durchschnitt gerade mal 2 jahre. diese dinger waren wegen der niedervolt-technik auch mal ein heisser neuer scheiss, mittlerweiel sieht das wohl keiner mehr so. und weil mein vater (zu recht) lieber keine leiter mehr besteigen will, habe ich jetzt wohl alle paar jahre die aufgabe die lämpchen auszutauschen.
frida und ich sind heute zum ersten mal über den karkener friedhof gelaufen. bisher haben wir das nicht gemacht, weil ich mich in der regel an hunde-verbote auf friedhöfen halte. früher bin ich aus desinteresse nie über den karkener friedhof gealufen. heute, auf dem rückweg vom morgenspaziergang, wollte ich aber einen bogen um das mensch-hund-team vor uns machen, in dem der sehr gross gewachsene hund ganz offensichtlich die hosen an hatte und die marschrichtung bestimmte. also sind wir am friedhof abgebogen.
kürzlich habe ich den youtube kanal von chris young entdeckt1. chris young war mal leiter der experimntierküche von heston blumenthal („head development chef“). heston blumenthal ist für seine drei-sterne-partytrick-küche bekannt — oder positiver ausgedrückt: er experimentiert unermüdlich um erinnerungen in serviebare gerichte zu wandeln.
chris young erklärt auf seinem youtube-kanal viele dieser experimente aus der alten zeit, aber auch viele neue. für mich fühlt sich das teilwesie so an, als würde man als kind von einem zauberer aus seinem zauberbuch vorgelesen bekommen. er erklärt auf seinem kanal sozusagen party- und zaubertricks und das ist so spannend, dass es mich nicht stört, dass er sich in seinen videos wie jemand aus der apple-führungsriege anhört, der in durchchoreographierten WWDC-video produktneuheiten vorstellt. tatsächlich lässt er in keinem seiner videos die produkte die er entwickelt hat unerwähnt, aber das stört mich nicht. bemerkenswert ist jedenfalls auch die qualität seiner videos, meistens mit aufwändigen animationen/visualisierungen und in bester qualität gefilmt und vertont.
ich habe den kanal wohl wiederentdeckt, die youtube historie sagt, ich hätte mir bereits im sommer 2024 ein video von ihm angesehen. ↩
dieses video steckt wirklich voll mit guten tipps. einerseits finde ich es wirklich eine gute idee hühnerfont aus grillhänchen zu machen. aber er erklärt auch mehrere methoden die brühe zu klären und eine consommé herzustellen. einer der tricks (eisfiltration) stammt von einem physiker.
ich bin ja sonst ein grosser freund davon brühe in rezepten mit wasser zu ersetzten, aber das letzte risotto das ich mit selbstgemachten font gemacht hatte war schon merklich besser als die wasser-variante. die variante von chris young werde ich demnöächst aber sicher ausprobieren.
chris young promoted hier (natürlich) auch seine eigenen sous-vide-geräte, aber weil mich sous vide oder steaks und filets momentan nicht besonders interessieren, habe ich nur die technischen-aspekte im video bewundert und spüre keinen drang da irgendwas von nachzumachen.
hier erklärt chris young den gar nicht mal so einfachen weg zu einem 7eleven-slurpee. ehrlichgesagt habe ich noch nie das bedürfnis verspürt sowas zu mir zu nehmen, aber testen muss ich das jetzt doch mal (irgendwann).
auch den kaffee der sowohl heiss, als auch kalt ist werde ich wohl nie nachbauen, aber der zauber um dahin zu kommen und was chris young über die entwicklung erzählt ist schon spannend.
morgenrunde durch karken und werlo. es war kalt, der sonnenaufgang spektakulär und viele häuser öffneten ihre rolladen in genau dem moment, an dem wir an ihnen vorbeigingen. eine frau verliess 300 meter vor uns ihr haus, sammelte ein bisschen müll auf und schmiss ihn zu den nachbarn in den vorgarten. ordnung muss sein. schön hier.
derek muller erzählt wie veritasium von einer ein-mann-show zu einem richtig grossen laden geworden ist — und trotz (oder wegen) investoren-geldern besser geworden ist. nachvollziehbar, sympathisch und die ein paar der jüngeren veritasium-videos sind bereits klassiker.
andy wilman, der ehemalige produzent von top gear, grand tour und clarksons farm über die geschichte von top gear, jeremy clarksons qualitäten und die BBC-bürokratie.
langweiliger und weniger gut gescriptet und gespielt als die eigentliche serie, kann man sich aber mal reinbziehen, wenn man die erste staffel zuende geschaut hat.
in ihrem „The Complete Christmas Dinner (Ultimate Chef Guide)“-video zeigen die küchenchefs des restaurant fallow, jack croft und will murray, wie sie ein komplettes britisches weihnachtsessen zubereiten. ich habe in diesem video (und anderen von fallow) viele kleine tipps gesehen die sich in meinem küchenalltag als sehr hilfreich erwiesen haben. und ich habe mir das rotkohl-rezept aus diesem video extrahieren lassen und am heiligabend nachgekocht (zusammen mit selbstgemachten kartoffelklössen und rouladen).
rezept für rotkohl nach fallow
die zubereitung des rotkohls dauert zwiwschen 2 und 3 stunden, aber das ergebnis war toll: tiefrote farbe, süsslich-tiefer geschmack, perfekte konsistenz und glanz — aber nicht ganz kalorienarm.
den kohl vierteln, die äusseren blätter entfernen und den kohl in feine streifen schneiden oder hobeln. ich hab das freihand mit dem messer gemacht und habe versucht sehr dünne streifen zu schneiden, was dann pi mal daumen zu 2 mm dicken streifen führte.
dünsten in apfelsaft:
den geschnittenen kohl direkt mit den 330 ml Apfelsaft in einen grossen topf geben. den deckel aufsetzen und bei mittlerer bis hoher hitze garen. das ziel ist es, die feuchtigkeit aus dem kohl zu ziehen und ihn weich zu dämpfen. das dauert ungefähr 20-30 minuten.
würzen:
sobald der kohl zusammengefallen ist, den deckel abnehmen. jetzt den rotwein und die gewürze (ingwer, zimt, muskat) hinzufügen. eine gute prise salz und etwas zucker dazugeben.
reduzieren:
den kohl ohne deckel weiterköcheln lassen (insgesamt dauert die garzeit im video etwa andertalb stunden), bis die flüssigkeit fast vollständig reduziert ist.
insgesamt sind die angegebenen mengen flüssigkeit relativ niedrig. solange der kohl dampft ist alles in ordnung. ich habe während der garzeit ein zwei mal ein paar schlücke rotwein zugegeben, weil mir der kohl zwischendurch beinahe zu trocken aussah. ich glaube der lohn dieses balanceakts ist, dass die farbe des kohls tiefrot bleibt, weil er eben nicht in flüssigkeit schwimmt, die die farbe auswäscht.
glanz-finish:
ganz am ende wird das ganze (kleine) glas johannisbeergelee untergerührt. das vertieft die rote farbe nochmal und verleiht dem kohl glanz. für die säure noch einen kräftigen schuss Essig hinzufügen. im video wird nochmal mit einer weiteren portion zucker abgeschmeckt, darauf habe ich verzichtet.
den kohl mit dem essig und dem gelee nochmal aufkochen und kurz einkochen lassen. man kann danach den kohl mit einem deckel abdecken und später wieder aufwärmen — oder ihn gleich servieren.
mir ist weihnachten seit vielen jahren ziemlich egal. geschenke verweige ich auch seit jahren, weil ich sie nicht brauche oder mir das was ich brauche „unter dem jahr“ kaufe. ich verschenke auch nichts, ausser ich werde darum gebeten. ich habe zwar viele positive erinnerungen an meine kindheit und weihnachten, vor allem dinge die mit gerüchen zusammenhängen, aber ich reagiere auf tannenduft, kerzen- oder lebkuchengeruch schon lange nicht mehr emotional oder nostalgisch. weil ich allgemein gerne koche, für mich oder andere, koche ich auch zu weihnachten gerne. meiner mutter haben meine schwester und ich bereits vor zwanzig jahren den kochlöffel zu weihnachten abgenommen weil die kombination des weihnachtsstress und der weihnachtsessen-zubereitungskoordinierung sie zu sehr stresste.
weil mich weihnachten nicht stresst, ich keinerlei erwartungen, hoffnungen oder nostalgischen gefühle mit der weihnachtszeit verbinde, spüre ich einerseits keinen stress und kann mich andererseits so gut an die wünsche und erwartungen der anderen anpassen, dass ich auch selten in konflikte gerate. ich investiere emotional und geistig so wenig in die weihnachtszeit, dass ich auch seit jahren zu weihnachten und zwischen den jahren keinen urlaub nehme.
trotzdem wollte ich jetzt nochmal wissen um was es in dieser zeit eigentlich geht. also habe ich mich dumm gestellt und gemini gefragt:
was ist eigentlich das motto von weihnachten? irgendwas mit liebe? kannst du das konzis in einem absatz zusammenfassen um was es geht?
und ich finde die antwort eigentlich ganz schön:
Das Motto von Weihnachten lässt sich als „Lichtblick in der Dunkelheit“ zusammenfassen. Ursprünglich die christliche Feier der Hoffnung durch die Geburt Jesu, steht heute universell das „Fest der Liebe“ im Zentrum – was konkret die bewusste Hinwendung zum Nächsten bedeutet. Es geht um das Innehalten in der dunkelsten Zeit des Jahres, um echte Gemeinschaft, Großzügigkeit und die Erkenntnis, dass Mitgefühl die stärkste Antwort auf Kälte und Isolation ist. Im Kern ist es das Versprechen, dass Frieden möglich ist, wenn wir uns auf das besinnen, was uns verbindet.
das finde ich schön und so funktioniert weihnachten für mich eigentlich auch: man trifft sich mit freunden oder bekannten — oder eben verwandten — zum essen und versucht die zeit möglichst harmonisch und konflikfrei miteinander zu verbringen. mal klappt das gut, mal klappt das weniger gut — und wenn es mal nicht klappt, probiert man es später (nächstes jahr) nochmal. auch wenn das mit dem frieden die erwartungshaltung vielleicht etwas zu hoch schraubt und deshalb das potenzial für enttäuschungen birgt, finde ich geminis definition von besinnlichkeit ganz schön: darauf achten, was uns verbindet, statt auf das was uns trennt.
hier im internet verbinden uns links und weil linkliebe (offenbar) zur jahreszeit passt, verteile ich davon jetzt ein bisschen. obwohl auch hier ein profaner grund dahinter steckt, ich habe in den letzten tagen gelegentlich in blogs von leuten gelesen die ich zwar kenne, aber aus irgendwelchen gründen nicht regelmässig oder per RSS folge. in meinem feedreader hab ich das bereits korrigiert und jetzt auch hier (aber linkliebe gibt’s auch an keute die ich nicht persönlich kenne):
My writing does share some DNA with the output of a large language model. We both have a tendency towards structured, balanced sentences. We both have a fondness for transitional phrases to ensure the logical flow is never in doubt. We both deploy the occasional (and now apparently incriminating) hyphen or semi-colon or em-dash to connect related thoughts with a touch more elegance than a simple full stop.
There’s a growing community (cult?) of self-proclaimed AI detectives, who have designed and detailed what they consider tells, and armed their followers with a checklist of robotic tells. Does a piece of text use words like ‘furthermore’, ‘moreover’, ‘consequently’, ‘otherwise’ or ‘thusly’? Does it build its arguments using perfectly parallel structures, such as the classic “It is not only X, but also Y”? Does it arrange its key points into neat, logical triplets for maximum rhetorical impact?
To these detectives of digital inauthenticity, I say: Friend, welcome to a typical Tuesday in a Kenyan classroom, boardroom, or intra-office Teams chat. The very things you identify as the fingerprints of the machine are, in fact, the fossil records of our education.
der witz, sozusagen, ist, dass LLMs und wir eigentlich auf den gleichen schultern stehen. unsere sprache wurde auch trainiert mit klassischen, formalen texten, mit alter und neuer literatur. wir schöpfen alle aus dem gleichen brunnen, LLMs und menschen.
claudia klinger schreibt, soweit ich weiss, schon immer ins internet. frag mich nicht warum ich sie nicht abonniert hatte. gelegentlich stolpere ich über rivva oder andere über beiträge von ihr. so auch heute und dieser artikel über ein KI-video von gerd scobel: Kritik: Scobel und die „emphatische KI“
das ist eine durchaus kritische aber eben auch nachvollziehbare auseinandersetzung und ich hab das gerne gelesen, genau wie ich den ausflug zum flohmarkt am boxhagener platz nachvollziehen kann.
jason kottke hab ich natürlich abonniert, aber jedes Mal wenn ich auf die webseite komme bin ich überrascht und verwirrt. neben den beiträgen sind auch immer irgendwelche widgets in der timeline, seine „aktiven“ kommentarstränge, „meine“ kommentarstränge … aber heute habe ich auch ein widget gesehen (das man nicht verlinken kann) das „kdo rolodex · a list of kindred spirits, friends, open web enthusiasts, role models, fellow travelers, and collaborators“ überschrieben ist. dadrin links auf blogs oder social media profile die jason kottke offenbar schätzt. also quasi eine rollende blogrolle. eigentlich sehr schön.
ich backe zwar kaum noch, aber kaum jemand gibt sich mit seinen rezepten so viel mühe wie lutz geissler. kann man nicht oft genug empfehlen da gelegentlich reinzugucken und gegebenenfalls auch zu unterstützen.
ich bin zunehmend genervt von den ganzen erklärbären und erklärbärinnen, die jeweils drei bis acht theorien haben, wie pluribus enden könnte und was sich da eigentlich gerade vor unser aller augen abspielt. jede kleinigkeit wird analysiert und youtube ist voll von menschen, die behaupten jetzt genau zu wissen wie pluribus endet und dass vince gilligan uns das schon in folge x gesagt hat und wir nur nicht genau hingeschaut haben. immerhin erinnere ich mich so, dass das schöne am fernsehen das sehen ist. während youtubende meinen, wahrscheinlich nicht ganz zu unrecht, dass sie die ganze zeit sprechen müssen, ist es doch schön in pluribus selbst einfach zusehen zu können wie sich die sachen entwickeln — und dort manchmal über mehrer minuten hinweg einfach nix gesagt wird.
geschichten erzählt bekommen ist unterhaltsamer als geschichten erklärt zu bekommen. dinge nicht zu verstehen kann auch schön sein, erst recht wenn man sich dann später selbst ein gegebenenfalls unvollständiges oder krakeliges bild ausmalen kann.
jedenfalls hab ich diese achte folge (natürlich) wieder gerne gesehen. und auch wenn wir mittlerweile viel über carol und das kollektiv wissen, ist genau so klar, dass beide für überraschungen gut sind und mehr im schilde führen als sie jeweils zugegeben. in dieser folge erfährt man viel über das bisher unbekannte oder nur angedeute leben des kollektivs — und wie sie kommunizieren, dass sie haustiere nicht halten, aber sich um sie kümmern und vor allem, dass sie lange nicht alles wissen.
als ich vorgestern das jüngste knives out-dings sah, musste ich an pluribus denken. denn beide, carol und das kollektiv, lügen nicht — aber eben nur in dem sinne, wie father jud das klug umschrieben hat:
You can always be honest by not saying the unhonest part. -- Father Jud Duplenticy in Wake Up, Dead Man: A Knives Out Mystery
ich muss mich auch korrigieren. möglicherweise bin ich gar nicht genervt von den erklärbären und erklärbärinnen, die versuchen die rätsel zu lösen und theorien konstruieren. ich glaube mir ist es egal, vor allem was im staffelfinale passieren wird. es wird ohne frage unterhaltsam und auf irgendeine art faszinierend sein. wir werden wieder ein bisschen mehr erfahren und zum nachdenken bekommen, aber ganz gewiss nicht alles erklärt bekommen. dafür sind viel zu viele samen gesäät, die gilligan und sein team ganz sicher weiterverfolgen wollen. und ich bin noch nicht mal ganz sicher, dass man sich im writers room schon einig ist, wo die serien in den folgenden staffeln genau hingehen wird. das ist das eigentlich tolle an dieser serie, die geduldige aussaat und das versprechen auf eine reichhaltige ernte irgendwann.
als weihnachtsgeschenk sendet appletv das staffelfinal übrigens am heiligabend. das freut mich ungemein.
anmerkung: ich habe diesen artikel durch ungeschicklichkeit etwas zu früh veröffentlicht, als ich noch gar nicht fertig war. deshalb konnte man mit quasi beim scheiben zusehen. jetzt ist der artikel aber fertig.
zum morgenspaziergang vom wedding zum s-bahnhof jungfernheide gefahren und dann wieder mal am westhafenkanal langgelaufen. dabei sind wir zwar nicht unter sieben, aber unter sechs brücken gelaufen. mindestens zwei brücken haben wir unterfahren. passt also. unterwegs hat es die ganze zeit leicht genieselt und es war um die 7° C warm.
zwei brücken
gestern die achte sendung mit der carol etwas verspätet geguckt, mehr dazu später. die sendung mit der maus habe ich drei wochen lang verpasst. ist mir erst heute aufgefallen. muss daran liegen, dass in der vorweihnachtszeit die zeit zu schnell vorbeigeht — und damit auch die sonntage. in einer der verpassten sendungen hab ich gesehen wie kontaktlinsen hergestellt werden, das war fast so wie my mechanics beim schraubendrehen und polieren zuzusehen.
gestern abend hab ich pommes im airfryer so hinbekommen, wie ich sie gerne mag. auch dazu späer mehr, vorab vielleicht schon so viel: vorher, wie im ultimativen pommes-rezept von heston blumenthal, gründlich wässern und waschen und 10-15 minuten vorkochen. was ich in einem fallows-video gelernt habe, die pommes nach dem vorkochen und leichtem abkühlen sanft misshandeln (siehe 6:11 minuten in „ultimate chef guide to cooking christmas diner“). so aufgeraut und vorgekocht dann mit reichlich olivenöl eingeschmiert bei 180° C 20-30 minuten in den airfryer und gelegentlich wenden. die grundidee hat funktioniert: rauhe, knusprige oberfläche, weicher, cremiger kern. meine ungeduld hat dafür gesorgt, dass sie nur hellgelb, statt goldbraun waren, aber so ist das auf jeden fall unaufwändiger als mit dem frittieren — und doch akzeptabel.
das ist ja auch ein grosser teil meiner motivation ins internet zu schreiben. das weiterzugeben was ich einfach so oder dank der giganten, auf deren schulter ich gelegentlich stehen darf, gelernt habe.
dazu wollte ich auch, nachdem ich im spiegel gesehen habe, dass sie dort auch regelmässig ihren heizungsthermostat-test wiederholen, ein update zu meinen tado-thermostaten schreiben. meine tado-steuerung habe ich vor zwei jahren auf komplett lokal umgestellt, hauptmotivation war in allen räumen raum-thermometer statt der in die thermostate eingebauten temperatursensoren zu nutzen. tado sieht vor, dass man sich für 99 € einen tado-funktemperatursensor kauft. das haben wir fürs wohnzimmer gemacht (und das klappt auch super), aber im bad, schlaf- und kinderzimmer übernehmen nun 9,99 € sensoren diese aufgabe. dafür muss man aber die steuerung auf lokal, bzw. homekit umstellen und die regelkreisläufe auch komplett lokal laufen lassen. funktioniert seit 2 jahren einwandfrei, artikel dazu folgt.
kürzlich im fernsehturm thees fnordberg kennengelernt. das sternensplitter-gedicht gefällt mir und die perspektiven von ausserirdischen sind ja ohnehin immer interessant. obwohl mich ja kürzlich auch der verdacht beschlich, dass die heiopeis im weissen haus vielleicht von so einer art ausserirdischen, inversen pluribus-virus befallen sind, der den teil ihres geistes deaktiviert, der für empathie und mitgefühl (ausser mit sich selbst) zuständig ist. paucis statt pluribus.
das ist zwar nicht weihnachtlich gemeint, wirkte aber heute früh weihnachtlich auf mich.
das hingegen ist weihnachtlich gemeint: unsere weihnachtseiche, in den rehbergen von der beifahrerin vom boden gehoben und bei uns im wohnzimmer wiederauferstanden. ganz nach dem jahreszeitlichen motto.