liked > 10

trmnl (od)

felix schwenzel in artikel

wir ha­ben ei­gent­lich mehr als ge­nug bild­schir­me in der woh­nung. aber ich habe mich vor zwei ta­gen von snaz­zy labs, ge­nau­er, die­sem vi­deo, be­quat­schen las­sen das trmnl (og) zu kau­fen.

YouTube Video Vorschaubild youtube-video laden, info, direktlink

die lie­fe­rung war promt (2 tage) und kos­ten­los. der preis nicht so irre güns­tig, al­ler­dings gab’s mit dem re­fe­rer-code von snaz­zy labs 10% ra­batt.

das trmnl ist ein klei­ner epa­per-bild­schirm mit akku und mi­cro­con­trol­ler, ähn­lich dem switch­bot-bil­der­rah­men, nur eben in schwarz-weiss.

was mich über­zeugt hat war das en­ga­ge­ment von trmnl im open source be­reich, von dem im vi­deo viel die rede ist. sprich, wenn ich woll­te könn­te ich das ge­rät auch ohne die trmnl-cloud be­trei­ben, in­dem ich ein­fach ei­nen do­cker con­tai­ner hoch­fah­re (repo) und das trmnl da­mit ver­bin­de, statt der trmnl-cloud.

die ein­rich­tung (mit der cloud) war wie­der mal et­was ha­ke­lig. die cloud schien auch mehr­fach wäh­rend mei­ner ein­rich­tung aus­fäl­le ge­habt zu ha­ben und das trmnl mel­de­te zu­erst mehr­fach, dass es sich nicht mit dem wlan ver­bin­den könn­te — und spä­ter be­klag­te es sich, dass es sich zwar mit dem wlan ver­bin­den, aber nicht mit der api ver­bin­den konn­te.

es gibnt eine viel­zahl von er­wei­te­run­gen mit de­nen man in­hal­te auf das trmnl brin­gen kann. das ein­fachs­te ist plain text, der auf dem dis­play auch sehr kna­ckig und scharf aus­sieht.

bild in großansicht öffnen

als ich die home as­sistant er­wei­te­rung fand war ich sehr er­freut. ich habe schon seit jah­ren nach ei­ner mög­lich­keit ge­sucht screen­shots von home as­sistant da­sh­boards au­to­ma­tisch an­fer­ti­gen zu las­sen. lö­sun­gen gibt’s, aber das war al­les fum­me­lig, auf­wän­dig und bas­te­lig. trmnl hat eine lö­sung ent­wi­ckelt, trmnl-home-as­sistant, die nicht nur von home as­sistant da­sh­boards screen­shots ma­chen kann, son­dern von be­lie­bi­gen web-sei­ten. die kann man dann als jpg, png oder bit­map aus­ge­ben las­sen, für das epa­per-dis­play di­thern las­sen — oder eben nicht. und das al­les in­dem man — mal wie­der — ein­fach ei­nen do­cker-con­tai­ner hoch­fährt: do­cker-com­po­se.yml in der doku.

al­lein für die­se ent­de­ckung hat es sich ge­lohnt > 100 € für das teil aus­zu­ge­ben. wenn ich mal in bas­tel­lau­ne bin wer­de ich da­mit bil­der auf ei­nen cheap yel­low dis­play bea­men. jetzt hab ich erst­mal mei­nen wet­ter-gra­phen aufs trmnl ge­beamt.

links das switchbot epaper-display, rechts ein bild der beifahrerin, unten das trmnl (od)
links das switch­bot epa­per-dis­play, rechts ein bild der bei­fah­re­rin, un­ten das trmnl (od)
oben wolkendecke und sonnenscheindauer, mitte temperatur, unten regenwahrscheinlichkeit und niederschlag laut dwd regenradar
oben wol­ken­de­cke und son­nen­schein­dau­er, mit­te tem­pe­ra­tur, un­ten re­gen­wahr­schein­lich­keit und nie­der­schlag laut dwd re­gen­ra­dar

da las­sen sich noch ei­ni­ge span­nen­de sa­chen draus bas­teln. 


10 jah­re zig­bee (bei uns zu­hau­se)

felix schwenzel in artikel

bild in großansicht öffnen

vor ziem­lich ge­nau 10 jah­ren habe ich die ers­ten bei­den hue LED-bir­nen ge­kauft. von den zwei bir­nen die da­mals im hue-star­ter­set wa­ren lebt eine noch und ist noch im ein­satz. die er­war­tun­gen an LED-leuch­ten lau­ten da­mals: 15 bis 20 jah­re le­bens­dau­er. in der pra­xis freue ich mich dar­über, dass eine von de­nen tat­säch­lich 10 jah­re hält. es zeigt sich lei­der, dass LED-bir­nen teil­wei­se ge­nau so schnell ka­putt­ge­hen (oder lan­ge hal­ten) wie die al­ten glüh­bir­nen. ent­we­der gibt das netz­teil, die ele­tro­nik und manch­mal auch das ge­häu­se auf.

trotz­dem be­reue ich nicht, die gan­ze woh­nung nicht nur auf LED um­ge­stellt zu ha­ben, son­dern zum gröss­ten teil auch auf zig­bee. seit dem ich vor sechs jah­ren die pro­prie­tä­ren hubs von ikea und hue weg­ge­schmis­sen habe und ei­nen ei­ge­nen hub mit zig­bee2mqtt be­trei­be, lässt sich das po­ten­zi­al von zig­bee auch voll aus­schhöp­fen. fum­me­lig und teil­wei­se bug­gy war es trotz­dem ge­le­gent­lich, vor al­lem fie­len im­mer wie­der die tol­len, klei­nen und güns­ti­gen xiao­mi und aqua­ra ge­rät­chen aus dem zig­bee netz und woll­ten neu ge­paart wer­den. aber auch die firm­ware mei­nes zig­bee-ko­or­di­na­tors, also mei­nes DIY-hubs (ein CC26x2R Launch­Pad) zick­te im­mer wie­der mal und hat­te bugs.

aber ins­ge­samt war zig­bee über die jah­re sta­bil, schnell, gut zu er­wei­tern und zu­frie­den­stel­lend. ins­ge­samt sind hier 88 ge­rä­te, da­von 39 bat­te­rie­be­trie­be­ne (sen­so­ren und schal­ter). aber als home as­sistant vor ein paar mo­na­ten ei­nen neu­en, selbst­enmt­wi­ckel­ten, of­fe­nen zig­bee-rou­ter (zbt-2) vor­stell­te, schlug ich zu. das ver­spre­chen von zu­kunfts­fä­hig­keit, ei­ner op­ti­mier­ten an­ten­ne, mo­derns­ter chip­sät­ze und gu­ter per­for­mance ge­fiel mir und bis­her hab ich gute er­fah­run­gen mit der hard­ware (der soft­ware so­wie­so) die home as­sistant baut ge­macht.

die mi­gra­ti­on vom al­ten „hub“ zum neu­en hub war lei­der sehr fum­me­lig, un­ter an­de­rem, weil ich mei­ne 80 ge­rä­te nicht alle neu an­ler­nen woll­te. am ende lief al­les, auch merk­lich sta­bi­ler, aber ein paar ei­gen­ar­ti­ge pro­ble­me blie­ben. so konn­te ich be­stimm­te ge­rä­te ein­fach nicht ins netz­werk hin­zu­fü­gen. der work­around war, dass ich die­se ge­rä­te dann in mein zweit zig­bee-netz hin­zu­füg­te, das ich seit ein paar jah­ren mit dem vor­gän­ger des zbt-2, dem sky-con­nect be­trieb. dort­hin hat­te ich da­mals alle xiao­mi und aqua­ra sen­so­ren aus­ge­la­gert, die im haupt­netz im­mer raus­fie­len, und im klei­nen son­der­netz kei­ne mu­cken mehr mach­ten. ins­ge­samt fand ich das un­be­frei­di­gend und weil ich die­ses wo­chen­en­de sturm­freie bude hat­te und licht­aus­fäl­le nicht be­schimpft wer­den wür­den, ent­schied ich mich mein haupt-zig­bee-netz neu auf­zu­span­nen.

den ers­ten test führ­te ich mit ei­ner jung­fräu­li­chen, frisch ge­on­boar­de­ten zig­bee2mqtt-in­stal­la­ti­on durch, ich wähl­te ei­nen we­ni­ger be­leg­ten zig­bee-ka­nal und schau­te ob die ge­rä­te die sich vor­her nicht joinen lies­sen jetzt dem netz­werk bei­tra­ten. dass sie es ta­ten war gleich­zei­tig eine gute und eine schlech­te nach­richt. jetzt konn­te ich um die 80 ge­rä­te ma­nu­ell hin­zu­fü­gen und neu kon­fi­gu­rie­ren und hät­te dann am ende ein feh­ler­lo­ses zig­bee-netz.

die gan­ze pro­ze­dur war dann wirk­lich sehr müh­sam, auch weil ich im home as­sistant vie­le der en­ti­ty-ids und na­men neu set­zen muss­te, aber an­de­rer­seits konn­te ich auch ein biss­chen auf­räu­men. tat­säch­lich, nach zwei ta­gen ar­beit, läuft das zig­bee-netz laut zig­bee2mqtt feh­ler­frei, die ein­zi­ge leuch­te die ge­le­gent­lich feh­ler­mel­dung im log ver­ur­sacht ist die 10 jah­re alte hue-bir­ne, die zu ih­rer ver­tei­di­gung aber auch in ei­nem me­tal­le­nen lam­pen­ge­häu­se steckt. an­sons­ten kei­ne feh­ler­mel­dun­gem, time­outs oder un­er­reich­ba­re ge­rä­te.

auch die bei­den neu­en ka­j­plats weiss­spek­trum bir­nen mit 1500 lu­men, die ich kürz­lich ge­kauft habe, sind jetzt im zig­bee-netz. die wer­den ei­gent­lich mit mat­ter aus­ge­lie­fert, spre­chen aber auch zig­bee. weil mein zbt-2 die aber nicht ins zig­be­e­netz auf­neh­men woll­te, habe ich die auch 2-4 wo­chen mit mat­ter be­trie­ben. das lief ei­gent­lich auch sehr gut, mat­ter re­agiert min­dens­tens so schnell wie zig­bee, sub­jek­tiv viel­leicht so­gar ei­nen ti­cken schnel­ler. was mat­ter aber noch fehlt ist eine brauch­ba­re grup­pie­rung auf netz­werk-ebe­ne. bei zig­bee kann man be­lie­big vie­le leuch­ten in eine zig­bee-grup­pe ste­cken und dann mit ei­nem ein­zi­gen broad­cast-be­fehl alle leuch­ten schal­ten, statt jede ein­zel­ne zu schal­ten. bei zwei, drei bir­nen ist das ei­gent­lich egal, aber es fühlt sich ein­fach bes­ser an, alle drei lam­pen im flur mit ei­nem ein­zi­gen be­fehl zu schal­ten und den weiss­wert zu set­zen, statt mit drei­en.

zwi­schen mat­ter und zig­bee kann man üb­ri­gens so um­schal­ten: erst mat­ter zu­rück­set­zen, in­dem man die bir­ne 6 mal aus- und an­schal­tet, da­nach zig­bee zu­rück­set­zen, bzw. in den ver­bin­dungs­mo­dus ver­set­zen mit 12 mal aus- und an­schal­ten.

ner­vig ist, dass von den 10 ver­schie­de­nen her­stel­lern von de­nen ich zig­bee-bir­nen be­sit­ze, je­der eine ei­ge­ne art hat die bir­nen zu re­set­ten, bzw. in den ver­bin­dungs­mo­dus zu ver­set­zen: mal, wie bei ikea, sechs­mal aus und an, manch­mal 5 mal je 5 se­kun­den aus und 5 se­kun­den an und man­che mu­ten ih­ren nut­zern so­gar kom­bi­na­tio­nen aus 5 se­kun­den und 2 se­kun­den schalt­se­quen­zen zu. zum glück gibt’s touch­link, zum bei­spiel mit der 10 jah­re al­ten hue fern­be­die­nung: wenn man die fern­be­die­nung an eine lam­pe hält und an- und aus-tas­ter 10 se­kun­den lang hält, re­set­ten die meis­ten lam­pen sich und ver­bin­den sich neu.

aus­ser­dem ge­lernt, die bin­dings mit de­nen man zum bei­spiel zig­bee-fern­be­die­nun­gen di­rekt mit ei­ner leuch­te ver­bin­den kann, so dass man die auch mit der fern­be­die­nung steu­ern kann, wenn das zig­bee-netz aus­ge­fal­len ist, die­se bin­dun­gen wer­den nicht in zig­bee2mqtt ge­spei­chert, son­dern in den ge­rä­ten selbst. man sieht die­se bin­dings zwar im zig­bee2mqtt-front­end, aber zig­bee2mqtt holt sich die info je­des mal aus dem ge­rä­te­spei­cher. das ist ein biss­chen scha­de, weil ich im­mer die vor­stel­lung hat­te, dass zig­bee2mqtt die­se info si­chert und wenn sie im ge­rät ver­lo­ren ge­hen soll­te, wie­der neu set­zen kann beim „re­kon­fi­gu­rie­ren“. is aber nicht so.

mein fa­zit lau­tet also: ich lie­be und has­se mein zig­bee-netz gleich­zei­tig. ei­ner­seits ist es (bis­her) zu 95% zu­ver­läs­sig ge­we­sen, aber die 5% pro­ble­me kos­ten im­mer noch zu viel zu viel zeit. ich hof­fe mit dem zbt-2 jetzt auf 99,9% zu­ver­läs­sig­keit. mat­ter ist be­reits sehr gut, aber noch nicht ganz so weit um da­mit gros­se net­ze zu ver­wal­ten. der teu­fel und die ar­bei­ten ste­cken da noch in vie­len klei­nen de­tails. bei­de, zig­bee und mat­ter sind des­halb toll, weil man sich da­mit zu 100% her­stel­ler­un­ab­hän­gig ma­chen kann. und al­lein des­halb über­wiegt mei­ne lie­be zu zig­bee — und in ein paar jah­ren si­cher auch zu mat­ter. 



ge­schen­ke

felix schwenzel

Am 16.03.2026 um 15:27 schrieb programme@re-publica.com: Liebe*r Felix Schwenzel, Vielen Dank für deine Einreichung für die re:publica 2026. Wir freuen uns sehr, dir mitzuteilen, dass deine Session „Die Welt ist scheisse — und das ist auch gut so“ für das Programm der #rp26 angenommen wurde!
zu­sa­ge

ich habe heu­te meh­re­re ge­schen­ke be­kom­men, über die ich mich sehr ge­freut habe.

eine email

Am 16.03.2026 um 15:27 schrieb pro­gram­me@re-pu­bli­ca.com:

Lie­be*r Fe­lix Schwen­zel,

Vie­len Dank für dei­ne Ein­rei­chung für die re:pu­bli­ca 2026.

Wir freu­en uns sehr, dir mit­zu­tei­len, dass dei­ne Ses­si­on "Die Welt ist scheis­se — und das ist auch gut so" für das Pro­gramm der #rp26 an­ge­nom­men wur­de!

hier hab ich vor zwei mo­na­ten mei­nen vor­trags­vor­schlag ver­öf­fent­lich. ne­ben der freu­de über­wiegt die furcht vor der ar­beit. ich fürch­te das be­deu­tet in den nächs­ten zwei mo­na­ten we­ni­ger fern­se­hen und mehr le­sen und schrei­ben.

neue firm­ware für un­se­ren staub­sau­ger

ge­fühl­te 10 jah­re nach der an­kün­di­gung hat drea­me un­se­rem x50 das mat­ter-up­date ge­schickt. das heisst un­ter an­de­rem, dass der staub­sau­ger jetzt auch na­tiv in der ap­ple home.app zu se­hen und zu steu­ern ist. das ging zwar auch schon vor­her mit der gross­ar­ti­gen drea­me-va­cu­um cus­tom com­po­nent, aber jetzt nen ti­cken ein­fa­cher und eben na­tiv.

ei­gent­lich ist der plan — wie bei al­ler gut ge­mach­ten heim­au­to­ma­ti­sie­rung — dass man von dem ge­rät gar nichts mit­be­kommt. wenn ich mor­gens auf den mor­gen­spa­zier­gang gehe und die bei­fah­re­rin noch im bett bleibt, fährt der ro­bo­ter los und putzt zu­erst die kü­che. wenn dann noch zeit ist, pro­biert er es im bad und wenn da die tür zu ist, den flur. so­bald ich nach hau­se kom­me oder die bei­fah­re­rin auf­steht, fährt er zu­rück in sei­ne sta­ti­on und macht sich sau­ber. das klappt so­weit auch ganz gut, aber manch­mal steht die bei­fah­re­rin ta­ge­lang frü­her auf und die kü­che ver­dreckt dann. wenn die bei­fah­re­rin rei­ni­gun­gen dann mal ma­nu­ell an­stos­sen woll­te, klapp­te das oft nur holp­rig, weil mei­ne ar­beits­an­wei­sun­gen (scrip­te) nicht im­mer ak­tu­ell wa­ren oder der drea­me und sei­ne KI ei­nen schlech­ten tag hat­ten.

mit dem neu­es­ten firm­ware­up­date (4.3.9_2199) sieht das nach ers­ten tests ganz gut aus. er scheint sich ein biss­chen selbst­si­che­rer in der woh­nung zu be­we­gen und scheint sich nicht so schnell von stö­run­gen aus dem kon­zept brin­gen zu las­sen. vor al­lem kann man aber jetzt auch eine rei­ni­gung di­rekt aus der home.app an­stos­sen.

und home as­sistant be­herrscht mitt­ler­wei­le bei mat­ter-fä­hi­gen sau­gern auch die raum­zu­ord­nung und so­gar die rei­ni­gung ein­zel­ner räu­me lässt sich mit ak­tio­nen mit mat­ter star­ten.

ein eher si­sy­pho­ses­ques ge­schenk, schenk­te mir ges­tern nacht die mat­ter-in­te­gra­ti­on von home as­sistant. die mat­ter in­te­gra­ti­on funk­tio­niert im prin­zip sehr zu­ver­läs­sig: do­cker con­tai­ner hoch­fah­ren, in­te­gra­ti­on hin­zu­fü­gen fer­tig. aber die teu­fel ste­cken wie im­mer im de­tail — oder ge­nau­er im netz­werk. wenn schon in der doku steht, dass es kom­pli­ziert ist, wird’s kom­pli­ziert:

Mat­ter is ba­sed on IPv6 link-lo­cal mul­ti­cast pro­to­cols and thus run­ning the Mat­ter Ser­ver (or de­ve­lo­ping it) is not as straight­for­ward as any other ap­pli­ca­ti­on, most­ly due to the bad shape of IPv6 sup­port in va­rious Li­nux dis­tri­bu­ti­ons, let alo­ne the IPv6 Neigh­bor Dis­co­very Pro­to­col, which is re­qui­red for Th­read.

nach­dem mei­ne (we­ni­gen) mat­ter ge­rä­te jetzt mo­na­te­lang sta­bil lie­fen, ver­schwan­den sie ges­tern nacht alle. die feh­ler­mel­dun­gen wa­ren kryp­tisch aber mei­ne co­ding as­sis­tenz schlug ir­gend­wann vor fol­gen­des auf dem do­cker-host zu ma­chen:

sudo sysctl -w net.ipv6.conf.eno1.accept_ra=1
sudo sysctl -w net.ipv6.conf.eno1.accept_ra_rt_info_max_plen=64

da­mit ging es dann wie­der.
und wenn’s funk­tio­niert, dann ist die­ses mat­ter schon toll!

ein buch

die bei­fah­re­rin hat mir ein selbst­ge­schrie­be­nes buch ge­schenkt. oder ge­nau­er, ei­nen aus­druck ei­ner län­ge­ren un­ter­hal­tung mit chatgpt um (ver­geb­lich) ein ge­schenk für mich zu fin­den. das ist sehr lus­tig, auch weil chatgpt im lau­fe der un­ter­hal­tung alle mög­li­chen sa­chen vor­schlägt, die ich schon lan­ge habe, ein cheap yel­low dis­play für wet­ter­an­zei­ge, e-pa­per dis­plays für sta­tus-an­zei­gen, esp-32 bas­tel­kits, mmw sen­so­ren, hard­ware but­tons für home as­sistant — oder „Mat­ter-fä­hi­ge Ge­rä­te (neu­er Smart-Home-Stan­dard)“.

ob­wohl, ein stream-deck mini hab ich noch nicht. 





un­po­pu­lä­re mei­nung

felix schwenzel in notiert

bild in großansicht öffnen

ich fin­de es ganz schlimm, wenn leu­te äus­se­run­gen mit der flos­kel: „un­po­pu­lä­re mei­nung“ und ei­nem dop­pel­punkt er­öff­nen. ich fin­de es schon schlimm, wenn leu­te ihre mei­nung über­haupt mit „mei­ne mei­nung“ la­beln, als pre­fix, suf­fix oder als „mei­ne 2 cent“. ei­ner­seits sind mei­nun­gen ja auch ohne ex­pli­zi­ten hin­weis gut als sol­che er­kenn­bar, an­de­rer­seits habe ich im­mer den ver­dacht, dass die­se flos­keln ei­gent­lich nur an­kün­di­gen sol­len, dass kri­tik oder wi­der­spruch an ei­nem ab­per­len wer­den und man die ei­ge­ne po­si­ti­on nicht be­grün­den möch­te.

je­den­falls schei­ne ich nun selbst eine un­po­pu­lä­re mei­nung zu ha­ben, zu­min­dest nach all dem, was ich in den letz­ten mo­na­ten al­les über app­les neu­es li­quid glass de­sign ge­le­sen und ge­hört habe. ich habe lan­ge ge­war­tet auf tahö tahoe zu ak­tua­li­sie­ren, weil ich so viel schlim­mes dar­über ge­hört habe. wie schreck­lich das trans­pa­renz-ge­döns sei, die icons über­all in den me­nüs, die zu stark ab­ge­run­de­ten ecken, ver­wursch­tel­te icons. aber ko­mi­scher­wei­se füh­le ich mich nach ein, zwei wo­chen ge­wöh­nung ganz wohl im flüs­si­gen glas, so­wohl auf dem mac, als auch auf dem te­le­fon.

so, da ha­ben wirs: jetzt hab ich ein ge­fühl ge­äus­sert, ohne es wei­ter be­grün­den zu wol­len. fer­tig ist mei­ne un­po­pu­lä­re mei­nung, die ei­gent­lich nur so ein ge­fühl ist. 



ist de­pu­bi­zie­ren bil­dungs­feind­lich?

felix schwenzel in notiert

beim me­di­en­log­gen und beim tra­cken der sen­dung mit der maus von ges­tern, ist mir auf­ge­fal­len, wie ab­surd die pra­xis des de­pu­bli­zie­rens bei un­se­ren öf­fent­lich recht­li­chen sen­dern und de­ren me­dia­the­ken ist.

die sen­dung mit der maus ist mit klas­si­schen track­ing web­sites trakt, imdb oder thetvdb.com kaum sinn­voll zu ver­fol­gen. ein­zig fern­seh­se­ri­en.de hat eine ak­zep­ta­ble über­sicht über die sen­dun­gen mit der maus. wo­bei die ein­zel­nen ein­trä­ge dort auch nur aus ein paar me­ta­da­ten (im­mer­hin gut ge­pflegt) und pres­se­mit­tei­lun­gen der ARD be­stehen.

wie schön wäre es, wenn die per­ma­link­sei­ten ein­zel­ner sen­dun­gen, wie die vom 22.02.2026 tat­säch­lich per­ma­nent wä­ren? statt­des­sen wird die sei­te, zu­sam­men mit dem vi­deo, am 30.03.2026 wie­der ver­schwin­den.

wenn ich es rich­tig ver­ste­he, ha­ben wir in deutsch­land kein öf­fent­li­ches, bzw. im web zu­gäng­li­ches ar­chiv des deut­schen fern­se­hens (und der sen­dung mit der maus), weil ver­le­ger und kom­mer­zie­le un­ter­hal­tungs und in­for­ma­ti­ons­an­bie­ter der mei­nung sind, dass so­was schlecht für ihr ge­schäfts­mo­dell sei. der po­li­ti­sche kom­pro­miss, der hier be­steht, be­deu­tet, dass ein dau­er­haf­tes ar­chiv ge­setz­lich aus­drück­lich un­ter­sagt ist, weil die öf­fent­lich recht­li­chen sonst den markt un­an­ge­mes­sen be­ein­trächt­gen wür­den. na gut, es gibt auch noch rech­te­fra­gen, da eine sen­dung mit der maus in den acht­zi­gern wahr­schein­lich nur die rech­te mit den au­toren, mo­de­ra­to­ren oder kom­po­nis­ten der mu­sik für die tv-aus­strah­lung ge­klärt hat.

aber trotz­dem, wie ab­surd: ein kul­tur­gut wie „die sen­dung mit der maus“, das von der ge­sell­schaft mit fern­seh­ge­büh­ren fi­nan­ziert wur­de, ist für die ge­sell­schaft di­gi­tal nicht als ar­chiv ver­füg­bar. was für eine bil­dungs­lü­cke, bzw. was für ein schatz das wäre, stün­de uns eine ge­pfleg­te bi­blio­thek der fern­seh­ge­schich­te zur ver­fü­gung, statt ge­le­gent­lich pri­vat auf you­tube hoch­ge­la­de­ner schnip­sel aus der öf­fent­lich recht­li­chen his­to­rie.

das ist na­tür­lich auch be­son­ders ab­surd, wenn es jetzt po­li­ti­sche am­bi­tio­nen gibt so­cial me­dia für jun­ge men­schen zu ver­bie­ten, aber gleich­zei­tig edu­ca­tio­nal me­dia für jun­ge men­schen auch nicht so rich­tig zu er­lau­ben. ich weiss dass ein ar­chiv des öf­fent­lich recht­li­chen fern­se­hen kei­ne al­ter­na­ti­ve zu so­cial me­dia ist, aber es wäre ein zei­chen: bil­dung ist uns als ge­sell­schaft so wich­tig, dass kom­mer­zi­el­le in­ter­es­sen die­sem ziel nicht im weg ste­hen dür­fen. statt­des­sen lau­tet das si­gnal: bil­dung gibt’s nur hin­ter be­zahl­schran­ken, als abo, als in-app-kauf. wir wol­len die wirt­schaft nicht mit öf­fent­lich-recht­li­chen-in­hal­ten schwä­chen und neh­men da­für in kauf, das bil­dungs­ni­v­au der ge­sell­schaft zu schwä­chen. 



riv­va un­ter­stüt­zen

felix schwenzel in artikel

bild in großansicht öffnen

tl;dr: un­ter­stützt riv­va!


ich bin nicht si­cher ob es ein doo­fer ver­gleich ist, aber ich zie­he ihn trotz­dem. und zwar ein le­cker­chen-ver­gleich.

le­cker­chen sind für die hun­de­er­zie­hung ein wich­ti­ges werk­zeug. auch wenn fri­da un­ser ers­ter hund ist und ich kei­ne ah­nung von hun­de­er­zie­hung hat­te, war mei­ne ers­te er­zie­hungs-ak­ti­on fri­da bei­zu­brin­gen le­cker­chen auf­zu­fan­gen, die ich ihr zu­wer­fe. fri­da hat so in ih­rem ers­ten hal­ben le­bens­jahr fast die hälf­te ih­res re­gu­lä­ren tro­cken­fut­ters von mir in ein­zel­stück­chen zu­ge­wor­fen be­kom­men. mo­na­te­lang. das war gut um ihre re­ak­ti­ons­fä­hig­keit zu trai­nie­ren, aber es hat ihr auch ein ge­fühl ver­mit­telt, dass der auf­ent­halt an mei­ner lin­ken sei­te ir­gend­wie gut und rich­tig ist.

mitt­ler­wei­le ver­ste­hen fri­da und ich uns auch ohne le­cker­chen, sie er­kennt an mei­nen lau­ten, ges­ten, mei­ner kör­per­hal­tung, ob ich et­was gut fin­de oder eher nicht. trotz­dem habe ich imemr noch, fast im­mer, le­cker­chen da­bei und be­loh­ne al­les was sie aus mei­ner sicht rich­tig macht. wenn sie ein­fach an krä­hen oder tau­ben vor­bei­läuft ohne auf­re­gung zu zei­gen (was ihr mitt­ler­wei­le leicht fällt): lercker­chen. wenn sie sich beim war­ten an ei­ner ro­ten am­pel an mein lin­kes bein drückt: le­cker­chen. wenn sie ein eich­hörn­chen sieht und es nicht ja­gen möch­te (was ihr schwer fällt): le­cker­chen.

der witz ist al­ler­dings: die le­cker­chen an sich, sind für fri­da gar nicht das in­ter­es­san­te. es ist die ges­te. ein le­cker­chen ver­stärkt nur noch­mal das das was ich mit mei­nen lau­ten, mei­nen ges­ten, mei­ner kör­per­hal­tung oh­ne­hin schon aus­drü­cke: ich find gut was du machst, das kannst du ge­nau so wei­ter ma­chen.

hun­de sind sehr gut im er­ken­nen von in­ten­ti­on. wir men­schen auch. on­line, wenn ges­ten, mi­mik und kör­per­hal­tung feh­len, wird es für uns men­schen manch­mal schwe­rer in­ten­ti­on zu er­ken­nen oder in­ten­ti­on aus­zu­drü­cken.

ich habe ein paar mo­nat­li­che abos, die für sich ge­nom­men eher klein und un­be­deu­tend sind, von de­nen ich mir al­ler­dings ein­bil­de, da­mit auch wert­schät­zung für die zum aus­druck zu brin­gen, an die ich die­se klei­nen mo­nat­li­chen be­trä­ge zah­le. wie bei fri­da könn­te ich die­se wert­schä­zung auch an­ders zum aus­druck brin­gen, freund­li­che emails oder blog­bei­trä­ge schrei­ben oder emp­feh­lun­gen aus­spre­chen; das wür­de wahr­schein­lich eine ähn­li­che wir­kung ha­ben.

und trotz­dem fin­de ich, dass die re­gel­mäs­si­ge zah­lung von klei­nen, aber re­gel­mäs­si­gen be­trä­gen eine wich­ti­ge und rich­tu­ge ges­te ist. des­halb zah­le ich (zum bei­spiel) der wi­ki­pe­dia, netz­po­li­tik, über­me­di­en, dem gu­ten in­ter­net, home-as­sistant, dem plötz­blog und riv­va re­gel­mäs­sig mo­na­ti­che be­trä­ge zwi­schen ei­nem und zehn euro. ich kau­fe ge­le­gent­lich apps die ich nicht un­be­dingt brau­che, aber un­ter­stüt­zens­wert fin­de, ich ma­che ge­le­gent­lich bei open source pro­jek­ten ein­mal­zah­lun­gen, wenns ein­fach geht und mir die pro­jek­te, war­um auch im­mer, ge­fal­len.

das sind ei­ner­seits al­les pea­nuts, kei­ne welt­be­we­gen­den be­trä­ge von de­nen je­mand le­ben könn­te, aber eben auch je­weils eine ges­te. eine ges­te die sagt: ich fin­de gut was ihr macht, macht von mir aus ge­nau so wei­ter.

und ich fin­de riv­va seit sei­ner ge­burts­stun­de so nütz­lich, dass ich be­reits seit sie­ben jah­ren mit klei­nen fi­nan­zi­el­len ges­ten wild ges­ti­ku­lie­re.

of­fen­sicht­lich den­ken nicht alle so wie ich. das ist ei­ner­seits gut so, aber an­de­rer­seits auch ein biss­chen trau­rig, zu­min­dest wenn ich mir die­sen screen­shot von der riv­va-un­ter­stüt­zer­sei­te auf ste­ady an­se­he.

bild in großansicht öffnen

21 leu­te? ich bin si­cher, dass sich in deutsch­land mehr als 21 leu­te fin­den die frank west­phal sa­gen wür­den: „ich fin­de gut was du machst, macht bit­te ge­nau so wei­ter und ger­ne auch dar­über hin­aus.“ (ich weiss, ins­ge­samt un­ter­stüt­zen frank mehr als 21 leu­te.)

spä­tes­tens jetzt, wo frank sein spen­den­auf­ruf­ban­ner von oben auf der den riv­va-sei­ten nach un­ten ver­la­gert hat, müss­ten ihm ei­gent­lich al­lein schon des­we­gen ganz vie­le leu­te eine fünf-euro-ges­te ent­ge­gen­schleu­dern.

vie­le leu­te, ich auch, stel­len der­zeit fest, dass es eine klei­ne blog-re­nais­sance gibt. ich kann aus er­fah­rung be­rich­ten, dass die ers­te wel­le von blogs vor ~15 jah­ren auch zu ei­nem gros­sen teil auf diens­te zu­rück­zu­füh­ren war, die die ver­net­zung von blogs un­ter­stüz­ten: tech­no­ra­ti.com als blog­such­ma­schi­ne und tag-ag­gre­ga­tor, der goog­le rea­der mit so­zia­len funk­tio­nen, mit de­nen man blog­bei­trä­ge mit ei­ner ein­fa­chen klick-ges­te an­de­ren in den feed agg­re­gie­ren konn­te. der frü­he er­folg von blogs da­mals™ wäre ohne die­se und ein paar an­de­re diens­te kaum mög­lich ge­we­sen.

was ich sa­gen will: die re­vo­lu­ti­on braucht werk­zeu­ge. und die re­nais­sance erst recht. und ohne riv­va siehts in sa­chen sicht­bar­keit für vie­le blogs düs­ter aus. oder an­ders ge­sagt: wer das blog­gen liebt, soll­te riv­va auch (ein biss­chen) lie­ben und das auch mit der ei­nen oder an­de­ren ges­te zei­gen.

wel­che ges­ten mög­lich sind hat frank hier selbst auf­ge­schrie­ben, ich emp­feh­le je­der und je­dem sich ein ste­ady-kon­to ein­zu­rich­ten, dann kann man ne­ben riv­va, auch das eine oder an­de­re pro­jekt mit klei­nen fi­nan­zi­el­len ges­ten un­ter­stüt­zen. oder wie frank zu sei­nem pay­pal-kon­to sagt:

Jetzt eine Mün­ze in die Bord­kas­se wer­fen!

 


manch­mal über­ra­sche ich mich selbst mit eas­ter­eggs, die ich in home as­sistant ver­steckt habe (und of­fen­sicht­lich wie­der ver­ges­sen habe).

ich: hey snips, wie spät?
home as­sistant: hey siri, wie spät?
siri: es ist elf uhr sechs­und­fünf­zig. 


mast­o­don

felix schwenzel in artikel

bei hei­ko, wahr­schein­lich beim rum­kli­cken in sei­nem auf kir­by mi­grier­ten blog, hab ich vor ein paar ta­gen die­sen al­ten tweet trööt von sa­scha lob ge­fun­den.

(via)

ich fin­de nach drei jah­ren kann man sa­schas aus­sa­ge noch­mal eva­lu­ie­ren. im gros­sen und gan­zen gilt sa­schas aus­sa­ge wohl noch. mast­o­don scheint twit­ters platz we­der ein­ge­nom­men zu ha­ben, noch auf dem weg da­hin zu sein. an­de­rer­seits kann man aber auch sa­gen, dass „x“ eben­so we­nig twit­ters platz ein­ge­nom­men hat — und th­reads und blues­ky auch nicht.

mei­ne ver­mu­tung ist, dass kei­ne platt­form, oder kein so­zia­les netz­werk, je­mals wie­der die glo­ba­le öf­fent­lich­keit her­stel­len wird, die twit­ter ein­mal her­ge­stellt ha­ben mag. ganz ähn­lich wie es wahr­schein­lich nie wie­der eine sen­dung ge­ben wird, die an ei­nem abend 18 mil­lio­nen men­schen in DACH vor dem bild­schirm ver­sam­melt, wie es 1999 noch wet­ten, dass…? konn­te.

auch wenn die er­folg­reicchs­ten vi­de­os, zum bei­spiel von kurz­ge­sagt, zwi­schen 20 und 30 mil­lio­nen views auf you­tube er­rei­chen, ist das un­term strich wohl nicht ver­gleich­bar mit der reich­wei­te und durch­schlags­kraft von fern­seh­sen­dun­gen in der gu­ten al­ten fern­seh­zeit.

jetzt könn­te ich sa­gen: mast­o­don ist eben nicht ver­gleich­bar mit twit­ter oder al­les ist eben an­ders, oder wie sa­scha es vor 3 jah­ren sag­te: „So­cial Net­works müs­sen sich stän­dig wei­ter­ent­wi­ckeln“ und ent­wi­ckeln sich eben stän­dig wei­ter. in­sta­gram ist nicht mehr das in­sta­gram das es vor 10 jah­ren war, x ist kein twit­ter mehr und wer nutzt ei­gent­lich noch face­book?

der witz ist al­ler­dings, mast­o­don hat für mich den platz von twit­ter über­nom­men. ich nut­ze mast­o­don ge­nau so, wie ich vor ein paar jah­ren twit­ter ge­nutzt habe.

ich lese ge­le­gent­lich in mei­ner time­line, aber nicht öf­ter als ein, zwei­mal täg­lich. mei­ne „öf­fent­lich­keit“ fand nie in der twit­ter-time­line statt, ge­nau­so wie sie jetzt nicht in der mast­o­don-time­line statt­fin­det. mei­ne öf­fent­lich­keit habe ich mir selbst in mei­nem RSS-rea­der zu­sam­men­ku­ra­tiert. ge­le­gent­lich scrol­le ich auch län­ger in mei­ner mast­o­don-time­line und ich freue mich, wenn ich in­ter­es­san­tes ent­de­cke, aber das sind dann eben zu­falls­fun­de oder din­ge die auf­schwim­men, die ich auch an­ders­wo ge­fun­den hät­te.

ich pos­te täg­lich ein, zwei mal auf mast­o­don, meis­ten din­ge die ich vor­her ins blog ge­schrie­ben habe, oft fo­tos. ge­le­gent­lich ent­wi­ckeln sich um ein­zel­ne post von mir kon­ver­sa­tio­nen und ich gebe mir mühe auf ant­wor­ten oder kom­men­ta­re zu re­agie­ren.

na­tür­lich nut­ze ich mast­o­don auch in der hoff­nung öf­fent­lich­keit, auf­merk­sam­keit für mei­ne bei­trä­ge her­zu­stel­len. al­ler­dings weiss ich auch, dass das eher sel­ten funk­tio­niert, so wie das frü­her auch auf twit­ter war. hier mal ein like, mit et­was glück mal ein boost. manch­mal tref­fe ich ei­nen nerv und bei­trä­ge mul­ti­pli­zie­ren (boos­ten, ret­wee­ten) sich et­was wei­ter. auch das war auf twit­ter nicht an­ders.

viel­leicht kann man das am bes­ten mit ei­nem bild be­schrei­ben, was twit­ter für mich war und mast­o­don für mich heu­te ist: schauf­nes­ter in ei­ner ein­kaufs­stras­se. ich gehe nicht stän­dig ein­kau­fen, aber wenn ich ein­kau­fen gehe, schaue ich mir die aus­la­gen an­de­rer an. manch­mal er­hascht eine aus­la­ge mei­ne auf­merk­sam­keit und ich blei­be ste­hen. viel­leicht ma­che ich ein foto, viel­leicht gehe ich in den la­den und rede mit den in­ha­bern des schau­fens­ters. meis­ten lauf ich ein­fach durch oder küm­me­re mich um mein ei­ge­nes schau­fens­ter. ich geb mir mühe selbst eine schö­ne aus­la­ge zu ha­ben, aber ich weiss, dass die meis­ten an mei­ner aus­la­ge vor­bei­ge­hen — so wie ich es bei an­de­ren tue. umso er­freu­ter bin ich, wenn ge­le­gent­lich ein paar leu­te vor mei­ner aus­la­ge ste­hen­blei­ben oder so­gar an­de­re leu­te her­bei­ru­fen. ge­le­gent­lich pas­siert das und wenn es mal in­ter­es­se an mei­nem la­den gibt, gebe ich mir mühe prä­sent zu sein und ge­ge­be­nen­falls fra­gen zu be­ant­wor­ten oder die aus­la­ge zu er­klä­ren.

städ­te än­dern sich stän­dig, ge­nau wie so­zia­le netz­wer­ke. das muss auch nicht im­mer eine wei­ter­ent­wick­lung sein, das kann auch eine re­gres­si­on sein. in städ­ten schät­ze ich des­halb auch oft die din­ge, die sich nicht än­dern. knei­pen, re­stau­rants, lä­den, die aus der zeit ge­fal­len sind, seit jahr­zehn­ten un­ver­än­dert.

mast­o­don ist ein biss­chen wie eine alte stamm­knei­pe. die knei­pe muss­te ge­le­gent­lich um­zie­hen, aber das stamm-pu­bli­kum folg­te ihr zu gros­sen tei­len. neue leu­te kom­men jetzt auch wie­der mehr, aber die stim­mung, der vibe ist un­ver­än­dert und ver­traut.

ja mast­o­don ist nach wie vor „fil­ter­bla­sig“ und hy­per­lo­kal. es ist im­mer noch kom­pli­ziert und die be­die­nung er­for­dert eine lern­kur­ve. al­les in selbst­be­die­nung mit furcht­bar kom­pli­zier­ten ap­pa­ra­ten. man kann auch sei­ne ei­ge­nen ap­pa­ra­te mit­brin­gen und ein­stöp­seln. das pu­bli­kum ist ver­traut und grund­sätz­lich sym­pa­thisch. manch­mal rich­tet sich die auf­merk­sam­keit kurz auf ei­nen selbst, meis­tens kann man kom­for­ta­bel in der men­ge ein­fach rum­hän­gen. oder nach hau­se ge­hen.

viel­leicht ist das auch das bes­te an mast­o­don: es ist un­auf­ge­regt, es bie­tet kei­ne gros­se show, es liegt eher ru­hig in ei­ner sei­ten­stras­se. ich weiss ich ver­pas­se nichts, wenn ich zu­hau­se blei­be, aber wenn ich da bin is­ses ver­traut und an­ge­nehm und wenn man hin­schaut pas­siert auch mal was span­nen­des, viel­elicht auch nur in ei­nem klei­nen ne­ben­raum. schrei­häl­se und dep­pen ver­ir­ren sich sel­ten zu mast­o­don, weil es ih­nen zu lang­wei­lig er­scheint und die büh­ne zu klein ist.

und wie so oft hat sa­scha lobo gleich­zei­tig 100% recht und liegt doch ganz leicht da­ne­ben. 


mut­ti

felix schwenzel in gekocht

wir sind gros­se dis­coun­ter fans. ger­ne im­mer die güns­ti­gen do­sen­to­ma­ten, die schme­cken auch in ganz güns­tig min­des­tens so gut wie sugo aus fri­schen treib­haus-to­ma­ten. jahr­zehn­te­lang ha­ben wir im­mer die ganz güns­ti­gen do­sen­to­ma­ten ge­kauft.

vor ein paar wo­chen er­wähn­te eine freun­din der bei­fah­re­rin, dass es bei ih­nen im­mer nu­deln mit to­ma­ten­sos­se aus mut­ti-do­sen­to­ma­ten gäbe.

also kauf­te die bei­fah­re­rin zwei do­sen mut­ti-to­ma­ten. gut zwei bis drei­mal so teu­er wie der dis­coun­ter-preis — aber, lei­der, merk­lich sehr viel le­cke­rer, sä­mi­ger, fruch­ti­ger, süs­ser als un­se­re bis­he­ri­gen do­sen­to­ma­ten.

mir ist das ei­gent­lich nicht recht, weil ich ger­ne be­haup­te dass die qua­li­tät von dis­coun­ter-pro­duk­ten min­des­tens so gut ist, wenn nicht so­gar bes­ser, als die von mar­ken­pro­duk­ten. das gibt’s auch in jour­na­lis­tisch auf­ge­ar­bei­tet beim SWR: „(Mar­ke vs. No-Name-Pro­duk­te – was ist bes­ser?)“. aber in die­sem fall blei­ben wir jetzt lei­der mal bei der mar­ke. 

foto einer dose gehackter tomaten der marke „mutti“
eine dose mut­ti auf dem bo­den, da­mits schön aus­sieht

nach­trag und klas­si­ker aus dem ar­chiv

felix schwenzel in favoriten

YouTube Video Vorschaubild youtube-video laden, info, direktlink

vor ein paar tagen habe ich eine kurze doku zu pottwalen verlinkt, dieser clip von „Nights­hift – Kurz­ge­sagt After Dark“ ergänzt das thema se­hens­wert aus der his­to­ri­schen per­spek­ti­ve.


das habe ich heu­te mit mei­ner an-die­sem-tag-funk­ti­on (in der bei­la­ge) wie­der­ge­fun­den. qua­si ein klas­si­ker. 

Photo by felix schwenzel in Berlin-Charlottenbourg. Keine Fotobeschreibung verfügbar..

don‘t shit whe­re you eat, sofa ist aber ok i guess.

ursprünglich veröffentlicht am 01.02.2023


bild in großansicht öffnen

ei­gent­lich soll­te man aus pro­test kon­se­quent auf der stras­se lau­fen. die wahr­schein­lich­keit, dass ei­nem ein auto die kno­chen bricht, ist im ber­li­ner win­ter ver­mut­lich ge­rin­ger als das ri­si­ko, sich auf dem auf den geh­we­gen aus­lie­gen­den eis zu zer­le­gen. 


ho­sen­trä­ger

felix schwenzel in bilder

ich hab mir die bei­fah­re­rin hat mir ho­sen­trä­ger ge­kauft. mei­ne ers­ten ho­sen­trä­ger seit un­ge­fähr 25 jah­ren. bis nach dem stu­di­um hab ich im­mer ho­sen­trä­ger ge­tra­gen, kei­ne ah­nung war­um ich ir­gend­wann an­ge­fan­gen habe ei­nen gür­tel zu tra­gen. der gür­tel nerv­te mich in den letz­ten mo­na­ten zu­neh­mend, weil er aus al­len mei­nen ho­sen so­zu­sa­gen bund­fal­ten­ho­sen mach­te.

das ein­zi­ge foto, das ich fin­den konn­te auf dem ich ho­sen­trä­ger tra­ge ist eins aus lyon aus dem jahr 2003 (hier schon­mal ge­pos­tet). man sieht auch nur die schnal­len der ho­sen­trä­ger.

foto auf eienr brücke in lyon, peter ist von hinten zu sehen, wie er sich bückt und zwischen seinen beinen in die kamera guckt, ich mache einen kopfstand und trage hosenträger, jeans, cowboystiefel und ein jacket mit weste

wenn ich hier schon bei der na­bel­schau bin, kann ich auch noch­was zu mei­nem ge­wicht schrei­ben. über die letz­ten mo­na­te hat sich mein ge­wicht im durch­schnitt sta­bil bei 94 ki­lo­gramm ge­hal­ten, mit ganz leich­ter ten­denz nach un­ten. heu­te stand zum ers­ten mal seit vie­len, vie­len jah­ren eine 92 vor dem kom­ma auf der waa­ge. ge­wichts­ver­lust 1 kg/3 mo­na­te, nicht viel, aber bes­ser als plus. und na­tür­lich mal schau­en, wie es 18 mo­na­te nach dem ab­set­zen von se­maglut­id aus­sieht.

ich esse (und ko­che) wei­ter­hin al­les, was sich die bei­fah­re­rin wünscht, sei es sa­lat, ra­clette, nu­deln mit to­ma­ten­sos­se, ofen­ge­mü­se und zur darm­spie­ge­lung auch mal wie­der „streich­wurst“ mit toast, weils so in der darm­ent­lee­rungs­an­lei­tung stand. nur eben klei­ne­re por­tio­nen und nix süs­ses aus­ser mei­nen täg­li­chen tk-frucht­quark, den ich mit süss­stoff süs­se und sehr ge­nies­se. mein ap­pe­tit ist (na­tür­lich) merk­lich grös­ser als zu se­maglut­id-zei­ten und die por­tio­nen dem­ent­sp­re­chend auch nen ti­cken grös­ser, aber ich den­ke der brin­ger ist viel ge­mü­se, we­nig bis nichts süs­ses und stark re­du­zier­ter al­ko­hol­kon­sum mit we­ni­gen aus­nah­men, zu­letzt weih­nach­ten.

das mit dem mus­kel­auf­bau ist auch eher schlep­pend, das re­gel­mäs­si­ge trai­ning (klimm­zü­ge und lie­ge­stüt­zen) wur­de durch eine heim­tü­cki­sche at­ta­cke ei­nes töd­li­chen män­ner­schnup­fens und ge­le­gent­li­che lust­lo­sig­keit un­ter­bro­chen, aber er­staun­li­cher­wei­se schaf­fe ich mit hil­fe mei­ner bi­zep­se jetzt ein bis zwei 85-pro­zen­ti­ge klimm­zü­ge. bei al­len an­de­ren hand-/arm­hal­tun­gen kom­me ich ge­ra­de mal 30% weit hoch. da ruft die rü­cken­mus­ku­la­tur laut ver­nehm­lich: „bau mich wei­ter auf!“ 


wer hät­te ge­dacht, dass mei­ne selbst aus­ge­dach­te recht­schrei­bung und zei­chen­set­zung ein­mal zu ei­nem uni­que sel­ling point wer­den — nur weil sich das netz mit LLM-glatt-ko­ri­gier­ten oder ver­fass­ten tex­ten füllt. 


ei­ne mi­schung aus al­bert ein­stein und clint east­wood

felix schwenzel in notiert

das ist ein le­bens­lauf den emma thomp­son für hugh lau­rie für de­ren da­ma­li­gen thea­ter­ver­ein (cam­bridge foot­lights) schrieb. der voll­text steht in der alt-be­schrei­bung des bilds, aber die­sen satz mag ich sehr ger­ne:

A cross bet­ween Al­bert Ein­stein and Clint East­wood, Hugh is ugly and stu­pid.

1981 President of Footlights, Hugh is also a Cambridge Rowing Blue; indeed, he rowed in the 1980 Boat Race when Cambridge lost by five feet, and If you want to endear yourself to him this fact is weil worth shouting out during the show. A cross between Albert Einstein and Clint Eastwood, Hugh is ugly and stupid. He plays a mean guitar and a rather setfish harmonica.

(screen­shot aus der gra­ham nor­ton show, you­tube link) 



ich sehe in mei­ner „blogrol­le“ und mei­nem feed­rea­der, dass sehr vie­le men­schen aus mei­ner blog­bla­se jetzt wie­der re­gel­mäs­sig oder gar täg­lich ins in­ter­net schrei­ben.

zum bei­spiel schreibt anke grö­ner die­ses jahr je­den tag und das freut mich sehr, nach­dem es dort lan­ge sehr ru­hig war.

oder eay.cc der laut sei­nem ar­chiv 2025 im ø alle zwei tage schrob, jetzt auch min­des­tens täg­lich.

oder nico, 20 tage am stück.

tho­mas gi­gold hat sich vor­ge­nom­men „7× blog­gen in der Wo­che“ und bis jetzt lo­cker durch­ge­hal­ten.

ma­xi­mil­li­an bud­den­bohm (aka bud­den­blum) macht das glau­be ich schon seit 10-20 ewig­kei­ten ohne mit der wim­per zu zu­cken, ge­nau wie die kalt­mam­sell, ob­wohl ich bei ihr ge­ra­de ein wim­pern­zu­cken be­ob­ach­tet habe.

auch sehr schön, dass der knsu­per­ma­gi­er jetzt auch (wie­der?) täg­lich schreibt und of­fen­bar spass da­bei hat.

ben_, kon­stan­tin, meq (aka mpf) und herr­paul_ ma­chen das al­ler­dings auch schon — glau­be ich — seit ewig­kei­ten.

auch wenn ich anje noch nicht so lan­ge fol­ge, aber seit ich ichs tue kommt täg­lich ein bei­trag.

je­den­falls freut mich das aus­nahms­wei­se mal sehr teil ei­nes trends zu sein. ak­tu­ell ist mein streak bei 271 ta­gen, das heißt seit dem 26.04.2025 habe ich je­den tag min­des­tens ei­nen bei­trag ver­öf­fent­licht. ei­ni­ge der bei­trä­ge be­stehen vor­wie­gend aus bild-/bi­när da­tei­en und me­ta­da­ten, aber ich glau­be ich habe auch ziem­lich viel ge­schrie­ben. wer das lie­ber ein biss­chen vor­ge­fil­tert ha­ben möch­te: un­ter /top gibt nur die bei­trä­ge die min­des­tens 10 „li­kes“ (oder 25 oder 50) be­kom­men ha­ben. für den 10er-fil­ter gibt’s auch RSS.

was mich aber be­son­ders freut: täg­lich ins in­ter­net zu schrei­ben fühlt sich auch nach 271 ta­gen gut und ger­ne an.


 

nach­trag 23.01.2026:

Für mich Anlass, meine eigene Blog­his­to­rie einmal nach­zu­schla­gen und ich habe dabei fest­ge­stellt, dass auf diesem Blog seit dem 9.10.2015 jeden Tag ein Beitrag er­schie­nen ist. Wenn man das als Serie durch­num­me­riert, dann sind das bis heute immerhin 3.758 Beiträge ohne Un­ter­bre­chung.

anje schreibt vor allem auch, was sie dazu ver­an­lass­te über 10 jahre täglich einen beitrag zu schreiben und zu ver­öf­fent­li­chen. gerne gelesen.


darm­spie­ge­lung

felix schwenzel in notiert

weil mei­ne haus­ärz­tin es mir vor­schlug, habe ich mir vor ei­nem hal­ben jahr ei­nen ter­min zur darm­spie­ge­lung von der bei­fah­re­rin or­ga­ni­sie­ren las­sen. am diens­tag war es so­weit.

zur vor­be­rei­tung der darm­spie­ge­lung muss man den darm (na­tür­lich) erst­mal lee­ren. am tag vor der un­ter­su­chung darf man ab neun uhr nichts mehr es­sen, fünf tage vor­her muss­te ich be­reits auf ker­ne, nüs­se und alle voll­kör­ni­ge ver­zich­ten. ei­nen tag vor­her muss man ziem­lich ek­li­ge ab­führ­flüs­sig­keit trin­ken. das hat­te ich noch in schlech­ter er­in­ne­rung von mei­nen vor­he­ri­gen darm­spie­ge­lun­gen. aber da die an­lei­tung dar­auf hin­wies, dass ich zwei­mal ei­nen hal­ben li­ter von dem zeug „lang­sam, in klei­nen schlü­cken“, über eine stun­de ver­teilt trin­ken soll, war das dann ziem­lich ent­spannt. aus­ser­dem emp­fahl die an­lei­tung dazu auch noch ei­nen hal­ben li­ter kla­res was­ser zu trin­ken, da­mit war es dann fast ein ver­gnü­gen.

durch die zeit­li­che ent­zer­rung der darm­rei­ni­gungs­flüs­sig­keits­auf­nah­me, lief auch das ent­lee­ren des darms re­la­tiv ge­sit­tet ab. mir fiel auf, wie ho­me­of­fice, ist auch home­dar­ment­lee­rung sehr viel an­ge­neh­mer als in ei­nem war­te­zim­mer oder kran­ken­haus.

für die ko­lo­sko­pie selbst hat­te ich mir vor­ge­nom­men auf eine be­täu­bung oder „schlaf­sprit­ze“ zu ver­zich­ten. mei­ne bis­he­ri­gen darm­spie­ge­lun­gen hat­te ich auch alle ohne be­täu­bung ge­macht und auch wenn ich mich dar­an er­in­ne­re dass das nicht be­son­ders an­ge­nehm war, vor al­lem wenns um die kur­ven geht und luft in den darm ge­pumpt wird, woll­te ich es die­ses mal auch so ma­chen. al­lein schon das gan­ze ge­we­se mit ab­ho­len las­sen, auf­wach­raum und den rest­li­chen tag nicht ganz bei mir sein zu kön­nen hielt mich schon da­von ab mich be­täu­ben zu las­sen.

ich muss sa­gen: an­ge­nehm ist das nicht, aber schlim­mer als ein quer­sit­zen­der furz ist es auch nicht. und ich konn­te so auch mal wie­der in mich rein­gu­cken und small­talk mit den an­we­sen­den ma­chen. un­ter­wegs fand der arzt ein paar po­ly­pen, die er ein­fach ab­schnitt und die ab­schnit­te dann raus­zog zur his­to­lo­gi­schen un­ter­su­chung. die rei­se durch den darm ging bis zum dünn­darm und dau­er­te so um die 10 mi­nu­ten.

für die darm­rei­ni­gung woll­te mir der arzt nicht die best­no­te ge­ben, aber die sicht war schon ziem­lich klar. ich war wie­der be­geis­tert wie auf­ge­räumt es in mir aus­sieht. und die tech­nik! das en­do­skop kann mit ei­nem was­ser­strahl die darm­wän­de ab­zu­sprit­zen, die lin­se war nicht eine se­kun­de be­schla­gen oder ver­schmiert, das bild war durch­ge­hend kris­tal­klar. ir­gend­wie scheint die tech­nik ins­ge­samt fort­schrit­te ge­macht zu ha­ben, denn auch die mör­der­blä­hun­gen die ich nach den letz­ten un­ter­su­chun­gen die­ser art hat­te, blie­ben dies­mal aus.

in drei jah­ren soll ich wie­der­kom­men um noch­mal ei­nen blick auf die po­ly­pen zu wer­fen. freu ich mich nicht un­be­dingt drauf, aber im prin­zip wür­de ich schon sa­gen: ger­ne wie­der.

die wich­tigs­te er­kennt­nis habe ich nach­träg­lich ge­won­nen, war mir in der form noch gar nicht klar: das was ich esse braucht un­ge­fähr 23 stun­den, bis die res­te wie­der aus­ge­schie­den wer­den. ich dach­te ei­gent­lich dass ich mir mit der ver­dau­ung mehr zeit neh­me.


apro­pos darm, ich glau­be die­ses „hand­werks­kunst“ vi­deo, in dem man ei­nem chir­ur­gen bei ei­ner darm­ope­ra­ti­on zu­se­hen kann, hat­te ich schon mal emp­foh­len. am fas­zi­nie­ren­s­ten fin­de ich die äs­the­tik des ein­griffs und des mensch­li­chen in­nen­le­bens. da ist ei­gent­lich nichts ek­li­ges zu se­hen und auch das aus­ei­an­der­schnei­den und wie­der zu­sam­men­fü­gen des darms sieht bei­na­he tri­vi­al ein­fach und un­spek­ta­ku­lär aus.