vom fdp-par­tei­tag: „stim­mungs­ge­la­de­ner par­tei­tag“ (teil 2)

felix schwenzel in artikel

(ur­sprüng­lich im „wahl­blog“ ver­öf­fent­licht)

der par­tei­tag er­öff­net sich. auf dem weg zum ple­num be­kommt man par­füm­pro­ben, si­li­kon­arm­bänd­chen („frei­heit und ver­ant­wor­tung“) und ein flug­blatt von den jun­gen li­be­ra­len („fre­che frei­heit“). im saal sieht man vie­le jun­ge men­schen de­nen eine gros­se kar­rie­re be­vor­steht. ent­spre­chend klei­den sie sich auch. man sieht auch vie­le äl­te­re men­schen die so aus­zu­se­hen ver­su­chen, als ob sie eine gros­se kar­rie­re hin­ter sich hät­ten. aus­ser­dem sieht man vie­le leu­te die aus­se­hen wie jour­na­lis­ten, an­geb­lich so vie­le wie noch nie.

ir­gend­ei­ne schnarch­na­se mit ei­ner schnarch­stim­me be­grüsst schnar­chig alle de­le­gier­ten und wie­der­holt man­tra­ar­tig für alle bun­des­län­der und spe­cial-in­te­rest-grup­pen die for­mel „wir be­grüs­sen die par­tei­freun­de und par­tei­freun­de aus ir­gend­wo­her die ge­kom­men sind, um mit uns für den neu­an­fang zu kämp­fen.“ da­nach be­grüsst er das par­tei­prä­si­di­um, ver­gisst aber dies­mal die zwan­zig­fach wie­der­hol­te for­mel „die mit uns für den neu­an­fang kämp­fen“. jetzt geht die dral­le ans mi­kro. neue fri­sur, ein paar kilo dazu, aber im­mer noch kei­nen re­den­schrei­ber: „lie­be par­tei­freun­de und par­tei­freun­de.“ die sa­gen das wirk­lich alle so bei der fdp. nicht „lie­be par­tei­freun­din­nen und par­tei­freun­de“. ist das so ne art pc-bas­hing? bin ich taub? oder nu­scheln die dral­le und die schnarch­na­se?

jetzt fällt mir auch ein wie die dral­le heisst; pie­per. ein paar jour­na­lis­ten hier in der pres­se­lounge la­chen sie ge­ra­de aus. wie­der ver­ste­he ich nicht ge­nau war­um. ich ahne es, ihre stim­me ist un­er­träg­lich, über­schlägt sich stän­dig und sie hat ihre rede of­fen­bar selbst ge­schrie­ben („das ist doch was wir brau­chen, wir brau­chen eine vor­rei­ter­rol­le“). jetzt nennt sie mün­te­fe­ring „mün­tel­fe­ring“. und pie­pert und stot­tert sich wei­ter durch ihre rede: „wir brau­chen mehr ar­beit!“ — aha. ganz klar. die fdp fühlt sich nicht ganz aus­ge­las­tet. ha­ben die nicht alle ne kanz­lei oder ne pra­xis zum mehr ar­bei­ten? ich ver­steh das al­les nicht. was wol­len die ei­gent­lich?

ach ja freu­en auf mehr ar­beit und für den neu­an­fang kämp­fen.

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