vom fdp-parteitag: „stimmungsgeladener parteitag“ (teil 2)

(ursprünglich im „wahlblog“ veröffentlicht)
der parteitag eröffnet sich. auf dem weg zum plenum bekommt man parfümproben, silikonarmbändchen („freiheit und verantwortung“) und ein flugblatt von den jungen liberalen („freche freiheit“). im saal sieht man viele junge menschen denen eine grosse karriere bevorsteht. entsprechend kleiden sie sich auch. man sieht auch viele ältere menschen die so auszusehen versuchen, als ob sie eine grosse karriere hinter sich hätten. ausserdem sieht man viele leute die aussehen wie journalisten, angeblich so viele wie noch nie.
irgendeine schnarchnase mit einer schnarchstimme begrüsst schnarchig alle delegierten und wiederholt mantraartig für alle bundesländer und special-interest-gruppen die formel „wir begrüssen die parteifreunde und parteifreunde aus irgendwoher die gekommen sind, um mit uns für den neuanfang zu kämpfen.“ danach begrüsst er das parteipräsidium, vergisst aber diesmal die zwanzigfach wiederholte formel „die mit uns für den neuanfang kämpfen“. jetzt geht die dralle ans mikro. neue frisur, ein paar kilo dazu, aber immer noch keinen redenschreiber: „liebe parteifreunde und parteifreunde.“ die sagen das wirklich alle so bei der fdp. nicht „liebe parteifreundinnen und parteifreunde“. ist das so ne art pc-bashing? bin ich taub? oder nuscheln die dralle und die schnarchnase?
jetzt fällt mir auch ein wie die dralle heisst; pieper. ein paar journalisten hier in der presselounge lachen sie gerade aus. wieder verstehe ich nicht genau warum. ich ahne es, ihre stimme ist unerträglich, überschlägt sich ständig und sie hat ihre rede offenbar selbst geschrieben („das ist doch was wir brauchen, wir brauchen eine vorreiterrolle“). jetzt nennt sie müntefering „müntelfering“. und piepert und stottert sich weiter durch ihre rede: „wir brauchen mehr arbeit!“ — aha. ganz klar. die fdp fühlt sich nicht ganz ausgelastet. haben die nicht alle ne kanzlei oder ne praxis zum mehr arbeiten? ich versteh das alles nicht. was wollen die eigentlich?
ach ja freuen auf mehr arbeit und für den neuanfang kämpfen.