vom links­par­tei­tag: la­fon­taine re­det und re­det und re­det (teil 5)

felix schwenzel in artikel, teil der sammlung: #wahl05

(ur­sprüng­lich im „wahl­blog“ ver­öf­fent­licht)

la­fon­taine hat sich ans red­ner­pult ge­stellt. mit ihm eine meu­te von ca. 60 pres­se­leu­ten, die ihn an­gu­cken, fil­men und fo­to­gra­fie­ren.**

la­fon­tai­nes an­zug sitzt haut­eng. ich ver­mu­te er hat ei­nen al­ten, be­reits et­was ab­ge­tra­ge­nen an­zug aus dem klei­der­schrank ge­kramt. aber der knall­enge sitz hat den vor­teil, dass er la­fon­tai­nes beim re­den das bauch­ein­zie­hen leich­ter macht. das fas­zi­nie­ren­de an la­fon­tai­nes rede, alle paar sät­ze taucht das wort „ich“ auf. da scheint sich eine neue spiel­art im lin­ken spek­trum ab­zu­zeich­nen: so­zia­lich**mus.

eben fiel mir auf, dass la­fon­taine nicht nur sei­ne ver­gan­gen­heit in der bun­des­re­gie­rung und sei­nen bauch zu ka­schie­ren ver­sucht, nein er ver­sucht auch eine rie­si­ge glat­ze auf sei­nem haupt zu ka­schie­ren. im fern­se­hen fällt ei­nem das gar nicht auf, da sieht man nur eine ko­mi­sche fri­sur. in echt of­fen­bart sich das gan­ze haa­ri­ge elend, viel­leicht ist es ja auch pro­gram­ma­tisch ge­meint: ich habe zwar nichts auf dem kopf, aber wenn ich wo­an­ders mei­ne haa­re wach­sen las­se, kann ich das ver­de­cken. po­li­tisch ist die glat­ze der bun­des­haus­halt und sein de­fi­zit, die sei­ten­haa­re mas­si­ve steu­er­erhö­hun­gen die dann das haus­halts­de­fi­zit mit ei­nem kamm­strich ka­schie­ren.

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in­ter­es­sant ist auch, wie be­weg­lich la­fon­taine ist. er beugt sich vor, stützt sich mit dem lin­ken el­len­bo­gen ab, fuch­telt mit den ar­men und dem zei­ge­fin­ger und er wa­ckelt stän­dig mit dem kopf, manch­mal nickt er sich selbst zu. die rech­te hand wan­dert manch­mal in die ho­sen­ta­sche.

fremd­ar­bei­ter hat er bis jetzt nicht ge­sagt. noch nicht­ein­mal in an­füh­rungs­zei­chen. ach. jetzt doch. er mo­niert, dass alle das wort be­nut­zen dür­fen (faz, spie­gel, usw), nur er selbst nicht. wie ge­mein.

be­son­ders gut ge­fällt al­len an­we­sen­den la­fon­tai­nes schluss­wort: „mei­ne zeit ist zu­en­de, de­halb, mei­ne freun­de, noch ein paar wor­te zum schluss.“ (wahr­schein­lich falsch zi­tiert, trotz­dem schön, die­se selbst­be­wuss­te, selbst­kri­ti­sche hal­tung)

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