alles
kurzfassung: was wir über süssstoff zu wissen meinen basiert fast alles auf missverständnissen, mythenbildung. wer es nicht übertreibt ist mit süssstoff mindestens so sicher unterwegs wie mit bananen, alkohol oder rotem fleisch.
Die hartnäckigsten Mythen ranken sich um den Süßstoff Aspartam. Bereits in den Neunzigerjahren befeuerten Tierexperimente die Theorie, dass der Stoff Krebs auslösen könnte. Weitere Untersuchungen widerlegten diese Vermutungen jedoch eindeutig. Als die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) Aspartam 2023 als »möglicherweise krebserregend« einstufte, gab es eine neue Eskalationsstufe mit entsprechenden Schlagzeilen.
Der eigentliche Befund verschwand hingegen im Kleingedruckten: Die Einstufung beschreibt, dass es eben keinen Nachweis einer krebserregenden Wirkung beim Menschen gibt. In derselben Kategorie landen auch eingelegtes Gemüse, die in Kaffee oder Basilikum enthaltene Kaffeesäure oder Safrol aus Bananen und Pfeffer. Substanzen, die erwiesenermaßen oder wahrscheinlich krebserregend sind, findet man in den Risikogruppen 1 und 2A – also etwa Wurst, Alkohol, rotes Fleisch und Acrylamid aus Bratkartoffeln und selbst gebackenen Plätzchen.
[…]
Was aber ist mit dem Körpergewicht? Lange Zeit wurde argumentiert, Süßstoffe würden das Gehirn »verwirren«. Weil Süße ohne Kalorien komme, esse man später mehr und nehme letztlich sogar zu. Die Theorie klingt zunächst plausibel. Sie hat nur einen entscheidenden Nachteil: Die Fakten machen nicht mit.
[…]
Meine Empfehlung ist daher, Süßstoffe weder zu verteufeln noch zu glorifizieren – sondern sie dort einzusetzen, wo es sinnvoll ist.
ich verzichte ja seitdem ich mal kurz semagludid genommen habe auf zucker. gelegentlich trinke ich eine flasche club mate mit zucker über drei tage verteilt. die süssstoff-variante schmeckt scheusslich. coke zero mag ich, aber softdrinks (und obstsäfte) trinke ich eh nie, ausser ich bin mal bei mcdonalds.
was ich mir jeden tag leiste ist eine grosse portion magerquark mit gefrieobst, sahne und flüssigem süssstoff. das hält mich 4-6 stunden pappsatt und zufrieden. kein heisshunger nach dem süsstoff, kein unterzucker oder blutzucker flashes oder crashes.
spiegel.de: Klimaanlage im Kulturkampf: Wer erklärt den Rechten, dass Klimaanlagen Wärmepumpen sind?
Die Leute, die gestern noch behauptet haben, die Erhitzung sei kein Problem, erklären jetzt die Leute für doof, die sich nicht auf die Erhitzung vorbereitet haben. Und die Leute, die gestern noch die Wärmepumpe verteufelt haben, erklären jetzt ausgerechnet die für doof, die seit Jahren für Klimaanlagen werben – denn Klimaanlagen sind Wärmepumpen. Man kann heute ein dummes Haus bauen: mit Gasheizung. Oder ein schlaues: mit Wärmepumpe/Klimaanlage. Aber auch in einer kleinen Mietwohnung lassen sich Balkonkraftwerk und Klimagerät kombinieren.
technorati 2.0
frank bohrt seit ner weile rivva.de auf. seit einer kurzen weile treffen sich im hintergrund ein paar (auf steady) unterstützende und diskutieren feature-wünsche und ideen mit frank.
einer meiner vorschläge in unserem kleinen wiki-garten/forum war eine „primitiv-blogsuchmaschine“ à la rivva.de/tag/spinat — also eine seite die alle blogbeiträge listet die mit spinat verschöagwortet sind. heute nach dem mittagsschlaf dachte ich kurz dass man dafür eine firehose, also strom in dem alle blogbeiträge schwimmen benötigt. rivva hat das (vermute ich mal) in form einer umfangreichen datenbank. dann fiel mir ein, auch in dewr ATmosphere gibts das: alle beiträge die auch mit mit standard.site protokoll veröffentlicht wurden sind teil der AT-protokoll firehose.
so kann zum besipiel standard-reader.app alle standard.site blogbeiträge durchsuchen (andere auf dem AT-protokoll aufbauende aps können das auch). aber offenbar geht auch das hier:
→ standard-reader.app/tag/markdown
umlaute funktionieren auch
→ standard-reader.app/tag/geräusche
tags mit leerzeichen gehen auch
→ standard-reader.app/tag/es geht voran
das ist noch alles ziemlich leer und primitiv, aber ein anfang, ein potenzielles technorati 2.0.
p.s.: am standard.site-format kann man als wordpress-blogger einfach mit dem atmosphere-plugin teilnehmen, so wie das johannes, markus, nico oder die zitrone gemacht haben.
p.p.s.: über die tag-suche nach „technorati“ diesen artikel von 2022 gefunden, der die geschichte von technorati etwas ausleuchtet: The Technorati Generation
wie sehen denn die absoluten suchmaschjinen-zugriffszahlen aus? ich sehe du nutzt schema.org markup (json-ld), aber ohne expliiten rezept markup. schickt google trotzdem viele besucher?
standard-reader.app review
ein feuerwerk von features, ich habe den eindruck es werden von tag zu tag mehr. ich bin beeindruckt wie sauber standard-reader.app standard.site-artikel rendert, auch meine, die ich per markdown ins PDS werfe. selbst markdown-fussnoten werden sdauber gerendert.
die folgen-funktionen, menschen, publikationen folgen und empfehlen zu können erinnert mich an die guten zeiten des google readers. hier besteht wirklich die chance, etwas ähnliches (wieder) aufzubauen. standard-reader.app ist meine standard-standard.site-reader app. ich verlinke standard-reader.app unter jedem artikel von mir (als syndication link), der auch auch im standard.site-format vorliegt.
ich wünschte mehr deutschsprachige menschen würden die empfehlungs- und folgen funktionen vom standard-reader nutzen. das wäre (wieder) ein fest fürs bloggen.
[english version]
it's a feature bonanza. i get the impression there are more every day.
i'm impressed by how cleanly standard-reader.app renders standard.site articles — even the one that i throw into the PDS just as fancyless markdown. it even renders markdown footnotes properly.
the ability to follow people and publications, and to recommend them, reminds me of the good old days of google reader. there's a real opportunity here to build something like that again.
standard-reader.app has become my default standard.site reader. i link to it below every article (as syndication link) i publish that is also available in standard.site format.
i wish more german-speaking people would use the recommendation and follow features in standard-reader. it could be glorious days for blogging (again).
ursprünglich veröffentlich auf atstore.fyi
„Don't follow me. I am lost.“
normalerweise bin ich kein fan von schlechtgelaunten blogs. bei unstory bin ich irgendwie hängengeblieben. diese seite hatte ich jetzt ein paar tage als offenen browser-tab:
Few months ago Cloudflare introduced Markdown for machines:
You get HTML, trackers, cookie banners, popups, and JavaScript. This needs a browser built by thousands of engineers just to show you a paragraph.
Machines get the clean version.
fair point, auch weil es meinem confirmation bias dient. heute hab ich mal ein bisschen weiter auf unstory gelesen. das ist alles sehr schlecht gelaunt aber auch nicht falsch.
ich würde die frage warum webbrowser markdown nicht nativ unterstützen (bzw. rendern) …
Web browsers are not document viewers. They are customer acquisition channels for massive tech ecosystems. They don't serve users, but corporations. AI features, VPNs, crypto wallets, and countless of other nonsense.
… zum besipiel anders beantworten: weil es noch keinen bedarf dafür gab und „wir“ erst jetzt drauf gekommen sind beim nachdenken darüber wie wir es maschinen leichter machen können. das sagt der mensch hinter unstory an anderer stelle auch (irgendwie):
The people building the human web chose the machine format. The machines moved to the human format.
das eigentliche problem scheint zu sein, dass wir komplexen probleme gerne mit komplexen lösungen begegnen und den blick fürs einfache verlieren. manchmal ist ein perspektivwechsel hilfreich um einfache lösungen zu erkennen. die perspektive von menschen oder maschinen einzunehmen, die bestimmte komplexe dinge nicht können, ist auf jeden fall immer hilfreich.
jedenfalls nehme ich den rat von unstory.eu an und folge ihm nicht, hoffe aber alle paar wochen daran zu denken mal dort vorbei zu schauen.
nachtrag:
Posts appear and disappear. ASCII text, English. No archive, no nostalgia. I don't preserve things out of courtesy.
tatsächlich verschwinden die seiten dort gelegentlich …
kopfkino
heute beim morgenspaziergang hatte ich intensives kopfkino. die filmausschnitte bestanden aus erinnerungen, die von einströmenden umweltreizen ausgelöst wurden. auf dem footballfeld der berlin adler plärrte depeche mode aus den lautsprechern. lautsprecher die unter freien himmel spielen haben einen ganz charakteristischen klang. die musik verweht ein bisschen, wabbert und sammelt sich gelegentlich zu echos. vor meinem inneren ohr und auge liefen erinnerungen, die mich an den historischen jahrmarkt in kornelimünster1 denken liessen. auf diesem jahrmarkt habe ich einen teil meiner kindheit verbracht. vor meiner inneren nase zog grill- und ponygeruch auf.
das open-air-geschrei der eher jüngeren menschen auf dem weitläufigen football-platz in kombination mit ein paar harten sonnenstrahlen auf meinemn gesicht spülte dann auch noch erinnerungen an die sommer-zeltlager2 hoch.
ich staunte während des spaziergangs was da alles in mir aus der vergangenheit aufschwamm. das passiert mir nicht immer, aber heute fanden die sensorische inputs wohl einen weg sich in meinem kopf auszubreiten. ich spielte irgendwann sogar ausschnitte eines youtube-videos, das ich am vorabend gesehen hatte, vor meinen inneren augen ab.
während ich frida beobachtete, mich gerüche, geräusche, der wind im gesicht und in der nase reizten, ein paar sonnenstrahlen, eine kühle brise, wassergeruch, kindergeschrei, openair lautsprecher meine sinne stimulierten dachte ich: schon erstaunlich, was ich alles abgespeichert habe. ich staunte auch, dass nur schöne erinnerungen aufschwammen. die erinnerungen waren farbenfroh, positiv, ein bisschen nostalgisch.
gestern schrieb mir meine mutter, der gerade plötzlich zwei gute freunde weggestorben waren, wie schön sie es fand, dass sie mit volker, der gerade gestorben ist, noch vor zwei wochen beim „portugiesen“ essen waren und volker, wie immer, gutgelaunt trank und ass und erzählte. das müsse wohl dieses carpe diem („oder so“) sein, von dem alle sprechen. ich antwortete ihr dass vermeintlich langweilige oder ereignislose tage meiner meinung nach und in diesem sinne auch ok seien, müsse ja nicht alles eine wilde vergnügungsfahrt sein.
heute fällt mir auf, dieses carpe diem kann man auch im kopfkino machen. so kann auch ein langweiliger morgenspaziergang zu einer wilden vergnügungsfahrt werden. ich bin mir auch sicher dass ich mit dieser erfahrung nicht allein war und es frida ganz ähnlich ging. ihre sensorik gegenüber umweltreizen und gerüchen dürfte um einiges bunter und differenzierter sein und ich will nicht wissen was für ein kopfkino in ihrem kopf abgeht, wenn sie sich durch die umwelt schnüffelt.
zuhause musste ich natürlich gleich in meiner alten, analogen fotokiste kramen. dabei fiel mir auf, die bilder die ich vorher im kopf hatte waren bunter, lebendiger, mehrdimensionaler als die auf dem fotopapier. zumal mir dabei auch auffiel, wie zurückhaltend wir damals mit der anzahl fotos waren. 36 bilder hatten die filme damals, da knippst man nicht wie wild rum.
beim blättermn in der fotokiste fielen ir dann aber noch zwei fotos aus meinem studentenzimmer in die hand. strassenlärm, vor allem höllisch laut klappernde LKW, wecken normalerweise erinnerungen an dieses zimmer das direkt an einer der haupteinfallstrassen des stuttgarter kessels lag (heilbronner strasse). auch der geruch des zimmer-ölofens hat sich bei mir eingebrannt, wird aber selten ausgelöst weil man öl heutzutage ja fast nur noch völlständig und russfrei verbrennt und in seinem unverbranntem aggregatzustand kaum noch begegnet.
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eine fotogalerie des historischen jahrmarkts in kornelimünster auf commons.wikimedia.org, dieses und dieses und dieses un dieses foto treffen meine 80er-jahrer-erinnerungen ganz gut. ↩︎
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die zeltlager waren sehr liberal und wurden damals vom liberalen jugendwerk aachen und heiner jüttner organisisert. die zeltlager gabs wohl noch länger oder gibts gegebenenfalls immer noch. ich hab, wenn ich mich recht erinnere, an mehreren zeltlagern zwischen 1981 und 1986 teilgenommen und sehr viel über den
verantwortungsvollenumgang mit tabak und alkohol gelernt. ↩︎









