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Just an FYI: All table salt is sea salt. Mined salt just happens to come from long-buried, evaporated, prehistoric seas.

berlin ist ja vor allem wegen seiner hervorragenden öffentlichen sanitären anlagen bei touristen beliebt.
nytimes.com: Oliver Sacks: Sabbath
oliver sacks, wie der titel bereits verrät, über den sabbath und sein leben.
schottischer whisky
vor ungefähr 20 jahren war ich mal per bus und bahn in schottland. an die reiseroute und die orte die ich besucht habe, erinnere ich mich kaum. ich erinnere mich an edinburgh, ullapool und dass ich eine whisky-brennerei besucht habe. welche das war, weiss ich nicht mehr. ich erinnere mich aber noch an viele details, an die maische-behälter und die probe am ende der destillerie-tour und dass ich dort bemerkte, dass ich whisky nicht besonders mag. aber damals war ich ja auch in meinem zwanzigern. an den geschmack von whisky wurde ich erst in meinem studium langsam herangeführt, durch den vielfachen genuss von whisky-sour und irgendwann mal einer flasche japanischen single malt whiskys, die ein kollege zu irgendeinem anlass mal mit ins büro brachte.
whisky-sour mag ich immer noch, aber auf idee whisky pur zu trinken bin ich in den letzten 12 jahren nicht einmal gekommen.
und dann sind wir im sommer nach schottland gefahren. startpunkt war wieder edinburgh, von dort über fort wiliam auf die insel skye, über ullapool und lochinver richtung inverness und wieder nach edinburgh. auf der insel skye bin in in dunvegan, abends in einem restaurant, zum ersten mal seit 12 jahren auf die idee gekommen einen (single malt) whisky zu bestellen. ich wählte den 10 jahre alten talisker aus, weil der auf skye hergestellt wird und im gegenteil zu den älteren whiskys bezahlbar war.
dem talisker sagt man nach, dass er sehr torfig sei, klärte mich die beifahrerin auf, die sehr viel besser auf die reise vorbereitet war als ich. ich fand den whisky dann aber nicht torfig, sondern eher teerig. ein geruch und geschmack mit dem ich durchaus durchaus positive erinnerungen verbinde, zum beispiel an strandurlaube in meiner kindheit, bei denen ich damals öfter kleine teerstücke auf dem strand oder unter meinen füssen fand. der whisky roch quasi sommerlich, ein bisschen wie von der sonne aufgeweichter asphalt. die beifahrein fand den talisker scheusslich, sie fand den teer/asphalt geruch unerträglich.
ich erkannte aber, dass dieser doch sehr charakteristische geschmack einen riesigen vorteil hatte: jedes mal wenn ich von jetzt an talisker trinken würde, werde ich an dunvegan und die insel skye denken müssen. um diese prägung zu verstärken, haben wir dann natürlich auch die destillerie besucht. unsere bed and breakfast wirtin riet uns zwar von dem besuch ab, man würde dort einen unverschämten eintrittspreis nehmen, der whisky sei ungeniessbar und der whisky im talisker-laden wäre teurer als überall sonst auf der welt — aber das hielt uns nicht vom besuch ab.

die destillerie ist bemerkenswert klein und abgelegen und nur über eine einspurige strasse zu erreichen. wobei die einspurigen strassen in den highlands gar nicht so unüblich sind. glück hatten wir auch mit der führung, die zwar 9 pfund pro person kostete, aber gleich nach unserer ankunft losging. fotografieren war bei talisker fast nirgendwo erlaubt, deshalb habe ich dort auch kaum fotos gemacht. aber die produktion wird einem bei talisker — und allen anderen destillerien die wir besucht haben — sehr detailiert und liebevoll erklärt. bei talisker, aber auch vielen anderen destillerien, wird der gerstenmalz nicht mehr selbst hergestellt. die gerste wird von zulieferern gemälzt (also gewässert und nach 2-3 tagen keimung getrocknet) und danach über torfrauch aromatisiert. bei talsiker, wie gesagt, verhältnismässig stark. aber gemahlen wird der malz bei talisker dann natürlich noch selbst, mit einer einzigen mühle die auch schon seit jahrzehnten fehlerfrei und klaglos ihren dienst verrichte.
die details die einem die tour-guides so erzählen, sind natürlich von vorne bis hinten darauf ausgerichtet dem besucher ein narrativ in den kopf zu setzen, dass er dann in seinem kopf abspielen kann, wenn er den entsprechenden whisky trinkt. so behauptete unsere tour-führerin, dass für bestimmte produktionsschritte ausschliesslich regenwasser benutzt würde und in einem besonders trockenen sommer sogar die produktion für ein paar tage gestoppt wurde, weil man diese produktionsschritte eben nur mit dem wasser das man „schon immer“ verwendet habe durchführen wollte. was mir aber vor allem im gedächnis blieb — bei jeder einzelnen destillerie die wir besucht haben — sind die unterschiedlichen gerüche. der geruch bei den maische-kesseln, in denen der zucker in mehreren schritten aus dem malz ausgewaschen wird (das ergibt dann die „würze“), der geruch der fermentierungs- oder gärungsbehälter, in denen dem die würze von hefen zu einer art bier umgewandelt wird. wikipedia:
Die entstehende Gärbrühe (wash) hat einen Alkoholgehalt von sechs bis zehn Prozent und ist mit einem starken Bier ohne Hopfen vergleichbar.
der geruch der destillierkessel und um den spirit safe, durch den das destillat zur steuerlichen erfassung fliesst und um die brände vom qualitativ minderwertigen vorlauf und nachlauf zu trennen. der geruch der brände in den destillierräumen ist wunderbar, fast unangenehm intensiv.

destillieranlage bei #glenfiddich.
viele destillierien verbieten dort fotos aus „sicherheitsgründen“, weil die besucher angeblich vom alkoholgehalt in der luft und der hitze der brennblasen umgehauen werden könnten. in einer der vier destillerien die wir besucht haben (benromach) liess uns der tour-führer an den verschiedenen destillaten riechen, einmal am vorlauf, einmal am nachlauf und einmal am mittellauf (middle cut, heart). vor- und nachlauf rochen (naturgemäss) weniger gut, aber im mittellauf, der nach mindestens 3 jahren reife dann whisky genannt werden darf, roch man bereits deutlich den geist des whiskys. der tour-führer schlug vor etwas vom mittellauf-brand auf den handflächen zu verteilen, den alkohol verfliegen zu lassen und dann an den händen zu riechen. erstaunlicherweise konnte man an diesem destillat bereits herbe eichennoten erkennen, auch ein bisschen leder- und fruchtspuren — whisky-geruch eben. das roch jedenfalls so gut, dass ich mir vornahm, sollte ich mich jemals wieder glattrasieren, whisky künftig als rasierwasser zu benutzen.
unverständlich fand ich, warum man bei talisker auf einen gang in die fasslager verzichtete. wir konnten lediglich einen blick durch eine glasscheibe auf eins der hergerichteten lagerhäuser werfen.

später bei glen moray und glenfiddich zeigte sich, dass der gang in die lager olfaktorisch das tollste erlebnis ist. da aus den whisky-fässern, die fast alle aus eichenholz bestehen und zum grössten teil importierte, einmal gebrauchte, amerikanische bourbon-fässer sind, pro jahr etwa 2-3 prozent whisky verdunsten, riechen die lagerhäuser entsprechend intensiv und angenehm nach whisky. alkohol-produzenten nennen das den angel’s share, also den anteil der engel. sehr schön esoterisch.
all diese geruchserlebnisse haben das potenzial aus whisky-verachtern liebhaber zu machen, die besucher sozusagen mit whisky, durch die nase, anzufixen. bei glen moray und glenfiddich ging man sogar so weit uns besucher in ein paar fässer reinriechen zu lassen.

bei benromach konnten wir auch die gemälzte, getrocknete und geräucherte gerste probieren — und in allen destillerien konnte man natürlich auch, am ende der führung, das fertige produkt probieren. ich nicht wirklich, weil ich ja fahren musste. auf die fahrer-situation war eigentlich nur glenfiddich vorbereitet, die fahrer bekamen für den preis der führung eine mini-flasche 12 jahre alten glenfiddich geschenkt. natürlich habe ich die whiskys doch alle ein ganz klein bisschen probiert.

grosszügiges probiergelage bei glenfiddich. etwas stillos fand ich, dass man zum whisky leitungswasser statt des viel gelobten quellwassers (das in jedem produktionsschritt genutzt werde) serviert. ach, das quellwasser wird auch nicht zur destillatskühlung und gerstenquellung genutzt.
wie oben in der bildunterschrift angedeutet, die destillerien legen sehr grossen wert auf das wasser, das sie für die whisky-herstellung verwenden. allerdings dann eben doch nicht in jedem produktionsschritt — und auch nicht bei der verkostung. alle destillerien empfehlen nämlich dem whisky ein paar tropfen wasser zuzufügen, weil sich der geschmack dann besser entfalte (ungekühlt soll man den whisky sowieso trinken). nur: keine einzige destillerie schenkte zur verkostung das jeweils verwendete quellwasser aus.
auch eine andere komponente die den geschmack des whiskys entscheidend beeinflussen dürfte wurde bei keiner einzigen führung über eine erwähnung hinaus weiter erklärt: die hefe die den gerstenzucker in alkohol, bzw. bier umwandelt. klar scheint zu sein, dass alle destillerien brauereihefe verwenden, aber ob sie bestimmte hefefamilien oder mischungen verwenden, ob die hefen genetisch modifiziert sind, wie sie hergestellt werden — darüber redet keiner. das informativste was ich zu diesem thema finden konnte war dieser artikel auf whiskyscience.blogspot.com. kompliziertes thema, aber bei einem produkt das nur aus 3 zutaten (gerste, wasser, hefe) und gelegentlich torf-rauch hergestellt wird, ist das eigentümlich.
wo wir waren:
- talisker (google-karte): abgelegene destillerie, sehr gute führung, leider ohne lager-besichtigung und ohne fotoerlaubnis. zu probieren gabs 10 ml talisker storm, die whiskys im angeschlossenen laden waren nicht günstig, mit tourticket (9 pfund) gäbe es aber 4 pfund rabatt auf den einkauf.
- benromach (google-karte): eher unschön im gewerbegebiet von forres gelegene, sehr kleine destillerie mit nur 3 personen in der produktion. der whisky den die besitzerfamilie hier herstellen möchte soll klassisch, wie vor den den 60er jahren schmecken. zu probieren gabs nen 10 jahre alten single malt mit sehr leichter torf-note, den ich eher unspektakulär fand, wahrscheinlich weil ich das narrativ und die lage der destillerie eher unspektakulär fand. die tour-tickets kosteten 6 pfund, die führung war eine der besseren, vor allem wegen dem riechenlassen an den bränden. das image-video am anfang der führung war grässlich (kann man hier sehen).
- glen moray (google-karte): landschaftlich wunderbar gelegene, sehr fotogene, alte destillerie, die einzige in der wir keinen eintritt zahlen mussten und überall fotografieren durften. das lagerhaus das wir besichtigen durften roch sensationell und man liess uns auch in fässer reinriechen. zur verkostung gab es 4 verschiedene sorten, die vierte sorte war eine torfrauch- (peat) lastige sonderedition (ohne altersangabe), die ich sehr verführerisch fand, einerseits wegen des geschmacks, andererseits, weil die sonderedition nur in grossbritanien vertrieben würde.
- glenfiddich (google-karte): grösste unabhängige destillerie die wir besucht haben, möglicherweise auch in ganz schottland. wenn ich es recht verstanden habe, macht glenfiddich fast alles selbst, auch die abfüllung. die tour und das besuchermanagement war mit abstand am professionellsten und sehr detailreich und liebevoll. besonders detailliert wurde die vermählung der in verschiedenen fässern gereiften spirits erklärt, also der vorgang in dem die whiskys, die in verschiedenen fassarten gereift sind, vermischt (vermählt) werden. insbesondere auf das solera-verfahren ist man bei glenfiddich sehr stolz, zu dem sich ein kellermeister bei einem besuch von spanischen sherry-kellereien inspirieren hat lassen. horst lüning erklärt das verfahren in seinem video zum 15 jahre alten glenfiddich solera ganz gut. hier gabs auch vier sorten zu probieren.
in schottland haben wir keinen whisky gekauft. sowohl der wechselkurs des pfunds, die preise der destillerien, als auch unsere angst vor gepäckübergewicht sprachen dagegen. tatsächlich waren die beiden sorten die wir haben wollten bei amazon am günstigsten und auch per prime zu bekommen:
- [-werbelink] talisker storm. die beifahrerin fand den im gegenteil zum regulären talisker angenehmer und nicht so torfig/teerig. ich mag den auch sehr gerne, auch wenn ich mir irgendwann mal den regulären, torfigeren talisker leisten werde.
- [-werbelink] glen moray classic port cask finish. den hatten wir bei glen moray probiert und beide für angenehm ausgewogen befunden und tatsächlich eine spur fruchtigen portweinanklang drin gefunden. mich erinnert er jedenfalls in geschmack und duft, an den sehr angenehmen moment, in dem ich meine nase in ein (mit whisky gefülltes) portweinfass bei glen moray gesteckt habe.
ich bin wirklich kein whisky-kenner, aber ich kenne jetzt ein paar whiskys. so wie die whisky-herstellung in vielen aspekten leicht esoterisch anmutet und sich beinahe zwanghaft traditionell darstellt, so kann ich mir jetzt jedes glas whisky mit meinen erinnerungen aufladen. das klappt übrigens auch ganz gut mit portwein, nachdem ich mir vor ziemlich genau 26 jahren einen ziemlich guten schwipps in diversen portwein-kellereien angetrunken hatte. mit (abgerissenem) baguette und bestimmten käsesorten klappt das auch, da muss ich immer an strandurlaub in frankreich denken.
- über die herstellung von whisky erfährt man alles wichtige in der wikipedia.
- was wirklich spass macht: horst lüning von whisky.de bei seinen verkostungen zuzuhören, die unter fast allen whiskys die er verkauft platziert sind. hier zum beispiel seine verkostung meines favoriten, dem 10 jährigen talisker.
- hier erklärt horst lüning die herstellung von schottischen whisky.
[nachtrag 18.08.2015]
auf den tipp von daniel in den kommentaren habe ich mir gestern die video-führung durch die laphroaig destillerie angesehen und eine flasche 10 jahre alten laphroaig gekauft (whisky.de-store, mit verkostungs-video). schmeckt toll, ich mag das warme, erdige, gar nicht teerige und auch gar nicht so rauchige. und, oh wunder, der beifahrerin schmeckt er auch. dem kind schmecken weder talisker, noch der laphroaig, dafür aber der glen moray port cask.
herzdamengeschichten.de: Woanders – diesmal mit Schlüsseln, Sylt, Shirts und anderem
maximailian buddenbohm:
Feuilleton: Ein Artikel über E-Books auf dem Handy. Ich kann nicht nachvollziehen, warum man auf dem Handy nicht konzentriert lesen können sollte. Ich lese gerne und oft auf dem Handy Bücher, das ist gar kein Problem. Die Konzentration ist eine Frage des Textes und meiner Stimmung, nicht des Mediums. Man muss eben lesen wollen. Und wer als Jugendlicher Reclambücher unter der Bettdecke gelesen hat, wie es sich gehört, der kann ja wohl auch auf einem Handy lesen. Echtjetztmal.
genau!
spiegel.de: Nostalgie: Hallo, hier ist Norbert
norbert blüm ruft nummern aus seinem telefonbuch an:
Er reist zu Genscher – „Hans-Dietrich, wie geht's dir denn?“ Genscher hat sich eine Prellung am Rückenwirbel zugezogen, als er die Entfernung zwischen Gesäß und Stuhl nicht richtig eingeschätzt hat.
„Ja, mach dir nichts draus, Hans-Dietrich, du hast einfach mehr Ahnung von Politik als von Physik.“
(via)
sz-magazin.sueddeutsche.de: Der Verkehrspsychologe Jörg-Michael Sohn im Interview
der verkehrspsychologe jörg-michael sohn:
Sie selbst haben kein Auto. Warum nicht?
Die meisten Autofahrer unterschätzen die Zeit, die sie brauchen, um das Mobilitätskonzept eigenes Auto zu erhalten. Berechnen Sie einmal, wie viel Zeit Sie im Auto, mit dem Auto und für das Auto verbringen. Zur Fahrtzeit kommt die Zeit für Tanken, Waschen, Anmelden, Werkstattchecks. Nicht zu vergessen: die Arbeitszeit, die Sie aufwenden müssen, um sich das Auto leisten zu können. Addieren Sie das alles und verrechnen es mit der Fahrleistung pro Jahr, dann erhalten Sie je nach Wagenklasse und Einkommen eine Durchschnittsgeschwindigkeit zwischen drei und 27 Kilometer pro Stunde. Für mich als Nicht-Autofahrer entfällt das alles. Ich steige aufs Fahrrad und kann sofort losfahren.
das gilt für städte — oder die schweiz. ich kenne ein paar schweizer die tatsächlich keinen führerschein brauchen und doch, mit ihrem generalabonnement in jeden winkel der schweiz kommen. gleiches gilt für grosse deutsche städte. die sind vom öffentlichen nahverkehr meist so gut erschlossen, dass ein auto eher eine belastung und zeitschleuder ist. aber sobald man in entlegeneren ländlichen gebieten wohnt ist man ohne auto demobilisiert.
ich bin übrigens ein grosser fan des nachtfahrens. nachts zu fahren kommt den mythen und bildern der auto-werbung noch am nächsten. leider isses dann dunkel und nachts muss man auch meist nirgendwo hin fahren.
ich möchte ausserdem jörg-michael sohn widersprechen, wenn er sagt, dass selbstfahrende autos sich seiner meinung nach nie durchsetzen werden. ich glaube, dass selbstfahrende autos mittelfristig dazu führen werden, den indidualverkehr in städten radikal zu verändern. ein verbot von individuellen menschen-gesteuerten autos wird sich in absehbarer zeit und bei entsprechenden (selbstfahrenden) alternativen durchsetzen lassen. ob sich dass dann auch auf gebiete ausserhalb urbaner räume ausweiten lässt muss man sehen. aber in städten sehe ich das durchaus als einen akzepttablen weg, städte wieder attraktiver zu machen.
die gefallenen des zweiten weltkriegs
grossartige, extrem aufwändige visualisierung und einordnung der toten des zweiten weltkriegs von neil halloran. ich fand die daten-illustration so grandios, dass ich der aufforderung am ende des videos nachgekommen bin, bei gefallen den vorgeschlagenen eintrittspreis zu bezahlen. das kann man hier machen, dort gibt es auch eine „interaktive“ version.
gefunden bei wait but why.
linksammlung vom 16.08.2015
welt.de: Ai Weiwei: Warum wir den Künstler nicht mehr verstehen
oh wei, oh wei. wenn der galerist eines künstlers seinen künstler wie schales sauerbier anpreisen muss, dann wird’s schnell peinlich. auch wenn andreas rosenfelder und ronja von rönne hier recht tendenziös über ai weiwei schreiben:
„Wir appellieren an die deutsche Öffentlichkeit“, so warnte der Berliner Galerist Alexander Ochs als Sprecher von Ai Weiweis Freundeskreis schon letzte Woche die Medien, „ihn in Zukunft als herausragenden Künstler wahrzunehmen und nicht als politischen Aktivisten.“
Man wünscht ja keinem Künstler der Welt, dass sein Galerist es für nötig hält, die Leute per Dekret dazu aufzufordern, ihn als bedeutenden Künstler zu betrachten, erst recht nicht als herausragenden. Und natürlich bewirkt ein solcher Aufruf das Gegenteil – er macht erst recht darauf aufmerksam, dass der Künstler Ai Weiwei jetzt keinen mehr interessiert. Als Künstler war Ai Weiwei deshalb so irrsinnig erfolgreich, weil seine in den Westen verschifften Kunstwerke dort als politische Schmuggelware erschienen – ein Gegengeschäft zu all den nach China exportierten VWs und Maschinen, gut für die moralische Außenhandelsbilanz. Aber je mehr Großproduktionen in Großauflagen Ai Weiwei aus Peking an die Museen der Welt verkaufte, desto weniger nahm man seine Ästhetik ernst. Sein Geschäftsmodell basierte am Ende ganz auf seiner Glaubwürdigkeit als staatlich geprüfter Dissident. Und genau diese Glaubwürdigkeit steht schon nach ein paar sonnigen Tagen in Deutschland auf dem Spiel.
bei christian y. schmidt gefunden. apropos christian y. schmidt; das was er hier auf facebook kommentiert und verlinkt, lohnt sich auch zu lesen:
(ursprünglich veröffentlicht am 16.08.2015 11:32)
jezebel.com: Sharon Stone On Her Abrasiveness: 'I Have Brain Damage...Deal With It'
der link behandelt einen artikel rund um (einen klick entfernte, harmlose) nacktbilder von sharon stone. normalerweise verlinke ich solche clickbait und aufmerksamkeitserschleicher ja nicht, aber das begleitende portrait/interview auf harpers basar mit sharon stone ist ziemlich gut. stone hatte 2001, nach einem schlaganfall ein hirn-aneurysma, nach dessen operation sie schwere motorische und rhetorische störungen bekam:
“It almost feels like my entire DNA changed. My brain isn’t sitting where it used to, my body type changed, and even my food allergies are different.” On the plus side, “I became more emotionally intelligent. I chose to work very hard to open up other parts of my mind. Now I’m stronger. And I can be abrasively direct. That scares people, but I think that’s not my problem.” She laughs. “It’s like, I have brain damage; you’ll just have to deal with it.”
ich fands lesenswert, und rochus wolf offenbar auch, denn der hat’s mir empfohlen.
(ursprünglich veröffentlicht am 16.08.2015 08:10)
zoebeck.wordpress.com: Flucht
ein freund von zoe beck, der „der im Moment noch anonym bleiben möchte“, hat einen text über die situation und die geschichte von syrien geschrieben, der unbedingt lesenswert ist:
1 – Der Status Quo, der casus bellum
In sämtlichen vom IS besetzten Regionen, ob im Irak, in Syrien, Libyen etc. ist die Situation so entsetzlich grausam, dass die wenigen Überlebenden, welche ihre Angehörigen verloren, einfach a) zu sehr mit dem eigenen Überleben beschäftigt sind und b) so abgestumpft und c) so hoffnungslos, dass die wirklichen Wehklagen gar keinen Einzug in unsere Medien finden. Wer allerdings vom tatsächlichen Wirkungsgrad der Abschlachtungsorgien des IS nicht so wirklich überzeugt ist, kann über Beirut, Amman oder Antalya gerne in diese Regionen einreisen und sich ein Bild machen. Ein One Way Ticket ist dabei anzuraten, denn dass herkömmliche Mitteleuropäer im Bürgerkrieg verschleppt, ermordet oder als Kanonefutter eingesetzt werden, ist nicht auszuschließen. Den Rest erledigen mörderische 40 bis 50 Grad Hitze, massiver Wassermangel, Nahrungsmangel und Epidemien. Aber gehen wir davon aus, dass der normale Mitteleuropäer das überlebt, weil er noch selbst Armeedienst geleistet hat, über topographische, sprachliche und medizinische Kenntnisse verfügt: Das, was er / sie dort sieht, wird so wenig begreiflich und erklärbar sein, dass einem im wahrsten Sinne die Worte fehlen. Schweigen. Trauma. Unfallopfer auf deutschen Autobahnen, nicht zu reden von Mißbrauchsopfern sprechen teils bis zum Lebensende nicht vom erlebten Leid, trotz Traumatherapeuten, Ärzten, Psychologen etc. pp., welche Hilfe leisten.
2 – Das Thema WLAN, Smartphone etc.
Es ist richtig, dass nicht jeder in einer Kriegsregion sofort Zugang zu Elektrizität und technischem Zubehör hat. Aber viele eben doch. Dort, wo Militär ist, ist immer auch Strom. Liegt in der Natur der Sache. Es gibt einfach auch mehr Waffen als Brot. Liegt auch in der Natur des Krieges. Sprich, es ist tatsächlich einfacher, ein Smartphone aufzuladen, selbst an der Batterie eines ausgebrannten Jeeps, als Trinkwasser zu besorgen.
weiterlesen auf zoebeck.wordpress.com …
(ursprünglich veröffentlicht am 15.08.2015 20:22)
zeit.de: Prostitution: Sex ist auch nur eine Dienstleistung
gut differenziert von sophie elmenthaler:
Amnesty International hat eine gute Entscheidung getroffen. Zunächst einmal hat die Organisation ihren Beschluss nach Beratungen und Gesprächen mit Sexarbeiterinnen aus verschiedenen Ländern gefasst. Das heißt, sie hat sich wirklich angehört, welche Bedürfnisse Frauen im Prostitutionsgewerbe haben, anstatt über ihren Kopf hinweg zu reden. Amnesty International hat beschlossen, zwischen Zwangsprostitution und freiwilliger Sexarbeit sorgfältig zu unterscheiden. Unter anderem deshalb, weil so erst Strukturen entstehen, die es erleichtern, Zwangsprostitution anzuzeigen und sichtbar zu machen, da die Opfer nicht mehr kriminalisiert werden.
schön finde ich auch (keine ironie), dass sophie elmenthaler das argument, „keine emanzipierte, richtige Frau würde freiwillig Sex gegen Geld haben“ wollen, einmal sexistisch nennt und das später dann so relativiert:
Sexarbeit ist oft lukrativer als andere Jobs. Wer sich einmal anschaut, was Friseurinnen, Altenpflegerinnen oder Callcenter-Agentinnen verdienen, sollte sich nicht darüber aufregen, dass Frauen sich in anderen Gewerbezweigen umschauen. Insofern ist vielleicht doch etwas dran an der Behauptung, dass viele Frauen nicht wirklich freiwillig Sexarbeiterinnen sind.
so zu argumentieren lässt raum zum nachdenken. für diese art zu argumentieren gibt’s bestimmt auch nen rhetorisches fachwort, oder?
(ursprünglich veröffentlicht am 15.08.2015 20:09)
sehr toller lesetipp, bzw. blogtipp, bzw. hinweis auf eine tolle website von konrad lischka. nämlich auf . dort schreibt tim urban alle paar tage oder wochen lange texte zu themen die ihn interessieren oder über die er stolpert und dann so lange recherchiert, bis er zufrieden ist. ein paar texte habe ich jetzt schon gelesen, unter anderem diesen hier über das fermi-paradoxon (wikipedia: „Das Fermi-Paradoxon […] hinterfragt die Wahrscheinlichkeit intelligenten außerirdischen Lebens.“) oder diesen hier über mich (und dich).
(ursprünglich veröffentlicht am 15.08.2015 13:37)
welt.de: Ai Weiwei: Warum wir den Künstler nicht mehr verstehen
oh wei, oh wei. wenn der galerist eines künstlers seinen künstler wie schales sauerbier anpreisen muss, dann wird’s schnell peinlich. auch wenn andreas rosenfelder und ronja von rönne hier recht tendenziös über ai weiwei schreiben:
„Wir appellieren an die deutsche Öffentlichkeit“, so warnte der Berliner Galerist Alexander Ochs als Sprecher von Ai Weiweis Freundeskreis schon letzte Woche die Medien, „ihn in Zukunft als herausragenden Künstler wahrzunehmen und nicht als politischen Aktivisten.“
Man wünscht ja keinem Künstler der Welt, dass sein Galerist es für nötig hält, die Leute per Dekret dazu aufzufordern, ihn als bedeutenden Künstler zu betrachten, erst recht nicht als herausragenden. Und natürlich bewirkt ein solcher Aufruf das Gegenteil – er macht erst recht darauf aufmerksam, dass der Künstler Ai Weiwei jetzt keinen mehr interessiert. Als Künstler war Ai Weiwei deshalb so irrsinnig erfolgreich, weil seine in den Westen verschifften Kunstwerke dort als politische Schmuggelware erschienen – ein Gegengeschäft zu all den nach China exportierten VWs und Maschinen, gut für die moralische Außenhandelsbilanz. Aber je mehr Großproduktionen in Großauflagen Ai Weiwei aus Peking an die Museen der Welt verkaufte, desto weniger nahm man seine Ästhetik ernst. Sein Geschäftsmodell basierte am Ende ganz auf seiner Glaubwürdigkeit als staatlich geprüfter Dissident. Und genau diese Glaubwürdigkeit steht schon nach ein paar sonnigen Tagen in Deutschland auf dem Spiel.
bei christian y. schmidt gefunden. apropos christian y. schmidt; das was er hier auf facebook kommentiert und verlinkt, lohnt sich auch zu lesen:
jezebel.com: Sharon Stone On Her Abrasiveness: 'I Have Brain Damage...Deal With It'
der link behandelt einen artikel rund um (einen klick entfernte, harmlose) nacktbilder von sharon stone. normalerweise verlinke ich solche clickbait und aufmerksamkeitserschleicher ja nicht, aber das begleitende portrait/interview auf harpers basar mit sharon stone ist ziemlich gut. stone hatte 2001, nach einem schlaganfall ein hirn-aneurysma, nach dessen operation sie schwere motorische und rhetorische störungen bekam:
“It almost feels like my entire DNA changed. My brain isn’t sitting where it used to, my body type changed, and even my food allergies are different.” On the plus side, “I became more emotionally intelligent. I chose to work very hard to open up other parts of my mind. Now I’m stronger. And I can be abrasively direct. That scares people, but I think that’s not my problem.” She laughs. “It’s like, I have brain damage; you’ll just have to deal with it.”
ich fands lesenswert, und rochus wolf offenbar auch, denn der hat’s mir empfohlen.
ich fand katz delicatessen zum pastrami-essen super (die beifahrerin nicht): katzsdelicatessen.com/
circle tour rund um manhatten (mit dem boot) soll toll sein, wir haben aus termingründen nur den drittel-circle gemacht.
highline ist wunderschön, leider überlaufen: www.thehighline.org/
moma.org war bisher bei jedem besuch toll, auch wenns ab & an zu besuch in berlin ist, lohnt’s sich meiner meinung.
einmal mit der staten island ferry nach staten island und zurück. kost nix, lohnt sich trotzdem. vorher haben wir bei einem strassenhändler geschältes und geschnittenes obst gekauft und auf der fähre gekauft.
das 9/11 memorial ist extrem beeindruckend.
jeden tag in einem anderen diner frühstücken. foursquare kann einem da gute tipps geben. überhaupt foursquare, fand ich in nyc sehr, sehr hilfreich. auch google maps, dass einem auch die geheimnisse der bus- und ubahn-linien erklärt.
unbedingt einmal nach cony-island und durch brighton beach laufen (das russische viertel von nyc): de.wikipedia.org/wiki/Brighton_Beach
ich bin grosser freund des bahn- und bus-assistierten rumlaufens, aber nyc ist erstaunlich fahradfreundlich geworden, lohnt sich also auch mal eine tour mit dem fahrrad zu unternehmen.
unbedingt einmal den ganzen broadway rauf oder runterlaufen.
eine pay as you go sim-karte fürs handy kaufen: wirres.net/7254
ansonsten: wirres.net/7256
flukt (2012)

kurzkritik: kill bill fury road auf norwegisch, ohne autos, im mittelalter und in kurz (und gut).
länger: relativ kurzer, norwegischer low-budget-film, der eigentlich allen gefallen sollte die quentin tarantinos rachedramen mögen oder die das verfolgungsdrama des aktuellen mad max-films mochten.
im norwegischen original gibt’s den film aus unerfindlichen gründen nicht beim deutschen netflix. dort läuft er nur deutsch synchronisiert. für den norwegischen original-track muss man auf netflix USA ausweichen (hab ich gemacht, fands super).
die zwei trailer zum film, die ich auf youtube gefunden habe, geben die stimmung im film einigermassen wieder, spoilern aber für meinen geschmack etwas doll. ich würde empfehlen den film ohne grosse erwartungen anzugucken, ohne die trailer anzugucken: trailer 1, trailer 2.
bei amazon kann man den film kaufen oder leihen, mit untertiteln.
filmseiten bei der imdb und rotten tomatoes.
zoebeck.wordpress.com: Flucht
ein freund von zoe beck, der „der im Moment noch anonym bleiben möchte“, hat einen text über die situation und die geschichte von syrien geschrieben, der unbedingt lesenswert ist:
1 – Der Status Quo, der casus bellum
In sämtlichen vom IS besetzten Regionen, ob im Irak, in Syrien, Libyen etc. ist die Situation so entsetzlich grausam, dass die wenigen Überlebenden, welche ihre Angehörigen verloren, einfach a) zu sehr mit dem eigenen Überleben beschäftigt sind und b) so abgestumpft und c) so hoffnungslos, dass die wirklichen Wehklagen gar keinen Einzug in unsere Medien finden. Wer allerdings vom tatsächlichen Wirkungsgrad der Abschlachtungsorgien des IS nicht so wirklich überzeugt ist, kann über Beirut, Amman oder Antalya gerne in diese Regionen einreisen und sich ein Bild machen. Ein One Way Ticket ist dabei anzuraten, denn dass herkömmliche Mitteleuropäer im Bürgerkrieg verschleppt, ermordet oder als Kanonefutter eingesetzt werden, ist nicht auszuschließen. Den Rest erledigen mörderische 40 bis 50 Grad Hitze, massiver Wassermangel, Nahrungsmangel und Epidemien. Aber gehen wir davon aus, dass der normale Mitteleuropäer das überlebt, weil er noch selbst Armeedienst geleistet hat, über topographische, sprachliche und medizinische Kenntnisse verfügt: Das, was er / sie dort sieht, wird so wenig begreiflich und erklärbar sein, dass einem im wahrsten Sinne die Worte fehlen. Schweigen. Trauma. Unfallopfer auf deutschen Autobahnen, nicht zu reden von Mißbrauchsopfern sprechen teils bis zum Lebensende nicht vom erlebten Leid, trotz Traumatherapeuten, Ärzten, Psychologen etc. pp., welche Hilfe leisten.
2 – Das Thema WLAN, Smartphone etc.
Es ist richtig, dass nicht jeder in einer Kriegsregion sofort Zugang zu Elektrizität und technischem Zubehör hat. Aber viele eben doch. Dort, wo Militär ist, ist immer auch Strom. Liegt in der Natur der Sache. Es gibt einfach auch mehr Waffen als Brot. Liegt auch in der Natur des Krieges. Sprich, es ist tatsächlich einfacher, ein Smartphone aufzuladen, selbst an der Batterie eines ausgebrannten Jeeps, als Trinkwasser zu besorgen.
weiterlesen auf zoebeck.wordpress.com …
zeit.de: Prostitution: Sex ist auch nur eine Dienstleistung
gut differenziert von sophie elmenthaler:
Amnesty International hat eine gute Entscheidung getroffen. Zunächst einmal hat die Organisation ihren Beschluss nach Beratungen und Gesprächen mit Sexarbeiterinnen aus verschiedenen Ländern gefasst. Das heißt, sie hat sich wirklich angehört, welche Bedürfnisse Frauen im Prostitutionsgewerbe haben, anstatt über ihren Kopf hinweg zu reden. Amnesty International hat beschlossen, zwischen Zwangsprostitution und freiwilliger Sexarbeit sorgfältig zu unterscheiden. Unter anderem deshalb, weil so erst Strukturen entstehen, die es erleichtern, Zwangsprostitution anzuzeigen und sichtbar zu machen, da die Opfer nicht mehr kriminalisiert werden.
schön finde ich auch (keine ironie), dass sophie elmenthaler das argument, „keine emanzipierte, richtige Frau würde freiwillig Sex gegen Geld haben“ wollen, einmal sexistisch nennt und das später dann so relativiert:
Sexarbeit ist oft lukrativer als andere Jobs. Wer sich einmal anschaut, was Friseurinnen, Altenpflegerinnen oder Callcenter-Agentinnen verdienen, sollte sich nicht darüber aufregen, dass Frauen sich in anderen Gewerbezweigen umschauen. Insofern ist vielleicht doch etwas dran an der Behauptung, dass viele Frauen nicht wirklich freiwillig Sexarbeiterinnen sind.
so zu argumentieren lässt raum zum nachdenken. für diese art zu argumentieren gibt’s bestimmt auch nen rhetorisches fachwort, oder?
sehr toller lesetipp, bzw. blogtipp, bzw. hinweis auf eine tolle website von konrad lischka. nämlich auf . dort schreibt tim urban alle paar tage oder wochen lange texte zu themen die ihn interessieren oder über die er stolpert und dann so lange recherchiert, bis er zufrieden ist. ein paar texte habe ich jetzt schon gelesen, unter anderem diesen hier über das fermi-paradoxon (wikipedia: „Das Fermi-Paradoxon […] hinterfragt die Wahrscheinlichkeit intelligenten außerirdischen Lebens.“) oder diesen hier über mich (und dich).



