oh mein j, was für eine miserabel geschriebene zusammenfassung von breaking bad von stefan kuzmany. das fällt vor allem im vergleich zu laura hudsons text auf wired.com auf, der ebenfalls die erste folge des letzten teils der letzten staffel analysiert und interpretiert, statt lediglich ein bisschen nachzuerzählen.
sehr, sehr langer text über laura poitras. spannend, erschütternd und sehr sehr lang. ich habe gerade mal das erste drittel gelesen. /via @wortfeld
gut gedacht und möglicherweise bewahrheitet sich langfristig was michael seemann in der spex und verkürzt ins internet geschrieben hat. sein fazit:
Das Neue Spiel wird anspruchsvoller als das alte. Vor allem müssen wir uns erst selbst in die neue Rolle einfinden. Wir müssen Gewissheiten aufgeben, Sicherheiten abhaken, in vielen Dingen umdenken. Aber das Neue Spiel ist keinesfalls aussichtsloser als das Alte. Im Gegenteil. Alles auf Anfang.
das eingebettete video ist sehr kafkaesque. ein falsches wort und ladar levison fürchtet „in handschellen“ abgeführt zu werden. und was auch klar zu werden scheint: die grossen player, apple, google, yahoo, microsoft haben wahrscheinlich alle scheunentore für die regierung geöffnet. edward snowdens enthüllungen werden sich noch als alptraum für die amerikanische IT-industrie herausstellen. ist das vertrauen erstmal hin, wirds wirklich schwierig.
oh shit. brent simmons meint, dass er leuten die sich nicht so doll um rechtschreibung kümmern, auch in anderen bereichen nicht über den weg traut.
This is not, by the way, some prissy thing about proper manners. Fuck that shit. I'm not trying to squash your voice. This is about quality and trust.
maximillian buddenbohm über das was die überschrift bereits andeutet (essen):
Und falls Sie jetzt morgen an meiner Haustür klingeln und “Wir möchten mit ihnen über Dinkel sprechen" in die Gegensprechanlage säuseln wollen - bemühen Sie sich nicht, es ist sinnlos. Ich bin da nicht mehr missionierbar.
ich komme hin und wieder zu spät zur arbeit, weil ich mir auch so gerne baustellen angucke. leider sind auf dem weg zur arbeit sehr, sehr viele interessante baustellen: die schlossbaustelle, die U5-verlängerung, das neue eingangsgebäude der museumsinsel und 5 andere baustellen rund um den bebel-platz.
toll, die kaltmamsell hat es mit ihren antworten geschafft, dass ich erstmals die fragen des „Proust-Fragebogen für Blogger“ nicht für völlig blödsinnig halte (wegen der unterscheidung von „netz“ und „wirklichkeit“).
beste antwort bisher auf die doofste fragebogenfrage der welt:
Ihr Lieblingsheld in der Wirklichkeit?
Chewbacca.
ausserdem schmeichelt mir der trainer baade in einer seiner antworten sehr. aber das ist nicht der grund für die verlinkung, sondern chewbacca.
In seinem Vortrag versuchte der Kanzleramtsminister, den Eindruck zu erwecken, die Spähaffäre sei vorbei: "Der Vorwurf der vermeintlichen Totalausspähung in Deutschland ist nach den Angaben der NSA, des britischen Dienstes und unserer Nachrichtendienste vom Tisch." In gewisser Weise stimmt das sogar. Denn spätestens mit den verschleiernden Äußerungen von Ronald Pofalla ist am Montag, den 12. August 2013 aus der NSA-Spähaffäre eine Vertuschungsaffäre der Regierung Merkel geworden.
warum lese ich das nicht auf jeder einzelnen webseite mit journalistischem anspruch, wie lächerlich, welt- und realitätsfremd die einschränkung von pofalla ist, wenn er von „deutschem boden“ redet, auf dem ausländische geheimdienste deutsches recht einhielten? das ist in etwa so, als ob ich nach los angeles fahren würde, dort meine meinung über pofalla ins internet schreiben würde und dann zurück in berlin behaupten würde, dass ich pofalla auf deutschen boden niemals beleidigt oder diffamiert hätte. so gesehen dürfte youtube wegen der fehlenden übereinkunft mit der GEMA auch keine musikvideos sperren, da sie ja nicht auf deutschen boden gespeichert sind.
das was die regierung merkel uns hier aufzutischen versucht ist so haarsträubend, dass ich mich wundere, warum die regierungsnasen nicht alle vor scham im boden versinken.
spoilerfreie zusammenfassung warum breaking bad grandios ist:
Dieser Walter White ist einer der faszinierendsten Antihelden der jüngeren Fernsehgeschichte, vor allem aber ist er derjenige mit der außergewöhnlichsten Entwicklung. Don Draper war schon in der ersten Folge von Mad Men ein rauchendes, saufendes und fremdgehendes Arschloch, Tony Soprano schon zu Beginn von The Sopranos ein Mafiaboss, Dexter von Anfang an ein Serienkiller. Whites Entwicklung dagegen ist dramatischer, verstörender - umso verwunderlicher ist es, dass ihn die Zuschauer immer noch nicht hassen.
Die Presse war froh, nach Peer Steinbrück mal ein anderes zahnloses Urzeitwesen observieren zu können und fiel in Scharen in das Örtchen Irsee ein.
der weitere text von heiko werning geht aber nicht um peer steinbrück, sondern eben um reptilien.
alan posener über zeitungen, verlorene leserbindungen und den traum von einem einfachen micropaymentsystem auf artikelbasis. ich hab posener's artikel dort auf starke-meinungen.de (einer der bescheuertesten vorstellbaren namen für eine website) jetzt mal gegen filterbubbleitis abonniert.
davon hat sich das kind in den USA ernährt. wenn ich sowas sehe, wünsche ich mir auch manchmal wieder ein kind zu sein und sowas als hauptnahrungsquelle zu nutzen.
Ähnlich entsetzt zeigte man sich auch bei der SPD. "Da steht überall nur 'WIR' auf den Plakaten, gefolgt von Dingen, die wir dem Wähler selbst eingebrockt haben und nun angeblich bekämpfen wollen", klagt etwa ein Mitglied des Wahlkampfteams.
Wenn man Matthias Matussek in Krömers Late Night sieht, dann merkt man vor allem, dass Matussek sich selbst schwer zurücknehmen kann. Es tat weh, mit anzusehen, wie er sich ständig in den Vordergrund drängen und witziger sein wollte oder zu kontern oder zu versuchen, das Geschehen zu beeinflussen.
Kurt Krömers Show ist destruktiv, sie sucht keinen Dialog, es ist eine Walze, die ein bisschen planlos über allem hinweg rollt. Inklusive über sich selbst.
mek fand die sendung -- wie ich -- unterhaltsam und löst das problem matusseks mit krömer im vorletzten absatz brilliant auf (ich würde allerdings statt „alphatier“ „möchtegern-alphatier“ sagen). das zitiere ich jetzt aber nicht auch noch, steht ja schon bei mek.
(die sendung mit matussek in der ARD-mediathek ist aber bereits depubliziert worden. ob matussek doch noch vor gericht sein alpha-dings durchgesetzt hat?)
grossartige folge breaking bad (staffel 5, folge 9) und ebenso grossartig und tiefgründig die analyse der folge von laura hudson auf wired.com. auf keinen fall lesen bevor man die neunte folge der fünften staffel gesehen hat! (itunes link us store, de-itunes-store vermutlich ab dienstag)
Das hier ist das offizielle FDP-Foto von Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (eigentlich 62). Weiß jemand, ob es bei Photoshop dafür eine automatische Einstellung "muppetize" oder so gibt?
oder andersrum, der präsidenten-effekt: eine US-präsidentschaft scheint aus einen schwarzen, sympathischen, rhetorisch begeisternden und zuversicht spendenden menschen innerhalb von knapp 5 jahren einen grauen, kafkaesken unsinn erzählenden und misstrauisch machenden bürokraten zu machen.
frédéric valin über rechtschreibfanatiker:
... denn was Bismarck an der Macht hielt, war das Spießertum; und das hat sich heute die dass/das-Diskussion, das wenn/falls-Dilemma und der Rettung von dem Genitiv verschrieben. Das in einem Land, das seine soziale Ungerechtigkeit vor allem durch sein Schulsystem zementiert.
leider enthält der text keine für mich erkennbaren rechtschreibfehler — oder was ich gerne auch ersatzweise nutze: typographische fehler wie beispielsweise die nutzung von zollzeichen als anführungszeichen.
entspanntes, gute übersicht verschaffendes stück von jean-louis gassée über jeff bezos’ kauf der washington post. so waren für mich früher oft die stücke in der zeit: etwas abgehangen, unaufgeregt und einen guten überblick verschaffend.
den befürworter der vorratsdatenspeicherung fällt es schwer die wirksamkeit der vorratsdatenspeicherung zu belegen oder ermittlungen in denen es um terroristische aktivitäten ging zu nennen. von wissenschaftlichen untersuchungen ganz abgesehen.
Have the opponents of data retention already won? While on Twitter many observers highly welcomed the critical questions, applauded the Court and even saw the data retention directive melting away, Rena Tangens, co-founder of Digitalcourage, and a spokesperson for Germany's working group AK Data Retention, said after the hearing: "No, the opponents have not yet won. But the extremely tough questions and harsh tone seem to be good signs. There is hope."
natasha lomas ist vorsichtig optimistisch dass das prinzip „actio et reactio“ auch das überwachungssystem der NSA wieder auf ein vernünftiges mass einpendelt.
Just as our digital interactions and online behaviour can be tracked, parsed and analysed for problematic patterns, pertinent keywords and suspicious connections, so too can the behaviour of governments. Technology is a double-edged sword - which means it's also capable of lifting the lid on the machinery of power-holding institutions like never before. In the case of technology-enabled mass surveillance, the spy becomes the spied upon - as happened the moment Edward Snowden leaked data on the NSA's surveillance programs.
ich konnte mit solchen texten über kunst noch nie viel anfangen. ich lese sie und denke, stimmt wahrscheinlich alles, aber hilft mir das jetzt irgendetwas besser zu verstehen? dabei ist der text von schneede (und wahrscheinlich auch seine anderen texte) nahezu bequem zu lesen, im gegenteil zu so etlichem verkopften kunsttheoretischem schmu den ich in den letzten 25 jahren gelesen habe.
was ich aber eigentlich sagen wollte, und was vielleicht auch schneedes text aussagt: kunst erfährt, erlebt man besser als drüber nachzudenken. ich glaube kunst ist nicht zum verstehen da, sondern zum erleben. genauso wie romane nicht für germanisten oder die analyse geschrieben werden, sondern um einen zu berühren, um einem etwas zu zeigen, was man vorher noch nicht kannte. ein grossteil unserer kultur besteht daraus geschichten zu erzählen, in kunst, literatur oder auch in film und fernsehen. auch hier geht es nicht darum die form oder die intention zu erkennen (auch wenn die sich manchmal sehr leicht erkennen lassen), sondern sich inspiriren zu lassen, etwas zu fühlen, zu lernen oder selbst zu machen.
und das ist auch mein erweiterter kunstbegriff: kunst steckt in allem was menschen so treiben, aber das wirklich wichtige ist auch selbst aktiv zu werden, selbst etwas zu machen, zu schaffen, zu erzählen oder zu zeigen.
die privatisierung von krieg und spionage in den USA ist wirklich besorgniserregend. auch, weil so kaum jemand interesse hat an frieden, datensparsamkeit oder angstfreiheit hat. fehlt eigentlich nur noch das folgende argument um die absurdität dieser konstruktion deutlich zu machen: ob edward snowden schonmal daran gedacht hat, wieviele tausend arbeitsplätze er weltweit in gefahr bringt oder bereits vernichtet hat?
jan böhmermann erzählt, dass dieser 30-sekunden-clip den er für die bundeszentrale für politische bildung aufgenommen hat, der BZpB nicht neutral genug ist:
Hallo, mein Name ist Jan Böhmermann. Sie kennen mich vielleicht als Markus Lanz aus 'Wetten, dass...?' im ZDF. Wenn Sie wollen, dass Ihr gesamter Internetverkehr weiterhin von ausländischen Geheimdiensten überwacht wird, unsere städtischen Kindergärten schlecht ausgestattet bleiben, wenn Sie möchten, dass es in Deutschland keinen Mindestlohn gibt, deutsche Autos noch immer mit Benzin fahren, wie vor 100 Jahren, obwohl es längst anders ginge, also wenn Sie möchten, dass alles so bleibt wie immer, dann gehen Sie am 22. September bitte nicht zur Bundestagswahl. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
mike masnick über die folgen der haltung der us-regierung, dass sie das recht habe auf beliebige daten die amerikanische unternehmen gespeichert haben zuzugreifen:
Still, this kind of thing is showing how these ridiculous surveillance policies from the US government are doing massive harm to US businesses, basically making them either lie to their customers and violate their privacy, or to shut down completely. It's going to drive many, many users to overseas services. Is that really worth it?
sicherheit, verschlüsselung, datensparsamkeit werden jetzt marketingbegriffe wie probiotisch, bio und light. die nächsten 10 jahren werden schrecklich. das hier ist nur der anfang.
schöne tweets. das blackbirdpie plugin habe ich beim nuf wieder zum laufen gebracht, mit der twitter API 1.1. wer das auch gerne testen möchte, nachricht an mich.
Ich habe keine Lust, mich öffentlich als „hintervotziges Arschloch“ und „Puffgänger“ bezeichnen zu lassen.
matussek erklärt warum er gegen krömer klagt. und warum er uncool ist. und ein spielverderber. und dann erklärt er, dass er hinterfotziges arschloch lieber mit v schreibt und nicht so genannt werden will. eigentümlicherweise macht es ihm nichts aus, wenn der halbe „Mediensauhaufen“ darüber berichtet, dass krömer ihn in der sendung die am samstag ausgestrahlt werden wird, ein „hinterfotziges arschloch“ nennen wird. wo ist da der unterschied? achso. es geht ihm gar nicht um satisfaktion, sondern um deutschland:
Es geht mir ums Prinzip. Auch darum herauszufinden, was wir in Deutschland unter Unterhaltung verstehen.
aber dann zeigt er seine ignoranz, als er sagt:
Ich empfehle dringend, sich andere Late-Nights reinzuziehen, Formate wie die Daily Show mit Jon Stewart, die besonders die junge Zielgruppe binden - die sind tatsächlich unterhaltsam und intelligent, ohne „Arschloch“ und Puff-Witze.
offenbar kennt er jon stewart nicht so gut. der nannte vor einer weile hugh grant „HUGH CUNT“ und „big pain in the ass“. stewart ist bekannt dafür, in der show zu fluchen und zu schimpfen, dass die zensoren wunde beep-finger bekommen. achegal.
ruth berger erklärt das es komplizierter ist als man es manchmal glaubt:
Ein Vegetarier, der neben viel Gemüse und Obst reichlich Milchprodukte verzehrt, ernährt sich nach alledem klar weniger klimafreundlich und weniger flächenschonend als ein Klimamuffel, der Nutellabrot, Wurstbrot, Brathähnchen, Kartoffelchips und Wiener Schnitzel liebt, sich aber bei Milchprodukten zurückhält. Die primären Klimasünder unter den Nahrungsmitteln sind eben nicht fleischliche Produkte an sich. Es sind Nahrungsmittel vom Rind (oder anderen Wiederkäuern), ganz gleich, ob in Fleisch- oder Milchform, denn die beiden Nutzungsformen sind nicht trennbar. Man kann allgemein leider nicht davon ausgehen, dass eine als gesund geltende Ernärung auch klimafreundlich oder ressourcenschonend ist.
Jeder, der sich mit Merkel angelegt und verloren hat, weiß um die Doppelgesichtigkeit dieser Kanzlerin. Die Liste der Gescheiterten ist lang: Edmund Stoiber, Roland Koch, Norbert Röttgen, Friedrich Merz. Die kennen das.
ich finde die liste die nelles aufzählt nicht besonders lang. eher kurz.
constantin seibt anlysiert die zeitungskrise:
Die Hilflosigkeit der Presse lässt sich doppelt erklären. Erstens: Hundert Jahre Erfolg. Bis 2001 waren Zeitungen sichere Gelddruckmaschinen in einem geschützten Markt - die Eintrittskosten für Konkurrenten waren enorm, die Kunden treu.
und löst sie aber auch gleich darauf:
Kurz, die Zeitung von morgen braucht: den kühnen Blick auf die großen Fragen von heute.
ladar levison, der seinen email-dienst gerade eingestellt hat, offenbar um die daten seiner benutzer nicht herausgeben zu müssen meint:
This experience has taught me one very important lesson: without congressional action or a strong judicial precedent, I would _strongly_ recommend against anyone trusting their private data to a company with physical ties to the United States.
markus henkel zieht ein paar dienste die er nutzt zu anderen dienstleistern um, komme („Mist“) von google aber noch nicht los. das noch schreibt er dabei wie seine verzweiflung in anführungszeichen und bewertet seinen aktionismus danach selbst wie folgt:
Ja, ich bin ein Typ, der radikale Veränderungen sucht.
Im November 2006 tun sich vier Männer zusammen, um den Suhrkamp Verlag zu erobern. Einer davon ist Hans Barlach. Bis heute kämpft er als Minderheitsgesellschafter erbittert gegen die Verlegerin von Suhrkamp, Ulla Unseld-Berkéwicz. Der Verlag steckt jetzt in einem Insolvenzverfahren - und steht damit am Rande des Abgrunds. Neue Quellen zeigen, wie es dazu kam.
bodo mrozek, thomas e. schmidt und adam soboczynski erklären detailiert was hinter der krise des suhrkamp-verlages steckt — verständlich oder nachvollziehbar ist es trotzdem nicht.
marcel weiss in einem kommentar in einem insgesammt ganz interessanten diskussionsstrang:
Wer also für ein starkes Urheberrecht ist, ist vielleicht für die Kreativen von Gestern, aber mit Sicherheit nicht für die von heute und erst recht nicht für die von morgen, deren Handlungsspielräume enorm eingeschränkt werden. Das ist nur ein Aspekt von vielen. Ich wünschte, es würden sich mehr Kreativschaffende, die sich in die Debatte einschalten wollen, damit auseinandersetzen, statt mit einem plumpen "Ihr wollt mir doch nur mein Geld wegnehmen" um die Ecke zu kommen.
torsten kleinz ist, sehr zu recht, von stephen colbert begeistert. auch wenn er sich, wie er selbst sagt, etwas von colbert hat blenden lassen.
Der BND gibt massenhaft Metadaten an die NSA. Alles rechtens, so die Regierung: Deutsche seien nicht betroffen. Doch daran gibt es Zweifel.
der witz des jahres. der BND kann deutsche filtern!
jens arne männig hat einen deprimierend weitsichtigen hunderzwanzig jahre alten text über den parlamentarismus des französischen soziologen gustave le bon ausgegraben:
Trotz aller Schwierigkeiten ihrer Arbeitsweise bilden die Parlamentsversammlungen die beste Regierungsform, die die Völker bisher gefunden haben, um sich vor allem möglichst aus dem Joch persönlicher Tyrannei zu befreien. [...]
Sie bergen eigentlich nur zwei ernstliche Gefahren in sich: die übermäßige Verschwendung der Finanzen und die zunehmende Beschränkung der persönlichen Freiheit.
stefan schulz redet mit dirk baecker und der sagt viele kluge dinge. mir gefällt der optimismus der aus seiner letzten antwort tropft:
Stefan Schulz: Brauchen wir neue politische Visionen? Und von wem?
Dirk Baecker: Wir sind schon mit Priestern, Intellektuellen, Wissenschaftlern und Pädagogen fertig geworden. Sogar Manager haben wir inzwischen auf ihr rechtes Maß reduziert, von Soziologen ganz zu schweigen. Die eine oder andere mediale Aufregung hilft bei diesem Geschäft der Steigerung und Reduktion von Deutungsansprüchen ja durchaus. Wenn es uns gelingt, an Schulen und Universitäten nicht nur Sprachen, Mathematik und Naturwissenschaften, sondern auch Ökonomie, Politik und Informatik auf einem anspruchsvoll neugierigen Niveau zu unterrichten, mache ich mir auch um den politischen Nachwuchs keine Sorgen. Denn dann wird man erkennen, dass die faszinierenden Handlungsfelder direkt vor der Haustür liegen. Neue politische Visionen brauchen wir nicht. Gute Schulen tun es auch.
sensationell. vollzitat von rené auf nerdcore. unbedingt hinklicken und dort die aufzeichnung sehen.
Nachtrag zum Frankenburger gestern: Mark Post von der Maastricht University hatte auf einer TED-Konferenz in Haarlem im Detail erklärt, wie man einen Hamburger in einer Petrischale züchtet.
This hamburger contains 60 billion cells. Now, that's a lot. You need to culture a lot of cells. You need to somehow find a way to do that efficiently because, remember, we have to be more efficient than the cow or the pig...
It has to be efficient and it has to also be meat. Not some kind of substitute. We have more than enough substitutes from vegetable proteins. It needs really to be meat. Nothing less, nothing more...
It takes about 7-8 weeks to grow a muscle fiber, and so, also 7-8 weeks to grow a hamburger. You could do it at home if you like ... If you have the right materials, it's very, very easy to do. And in fact [the] stem cells ... they survive freeze-drying, so you could envision that over the Internet we would eventually sell little, sort of, tea bags of stem cells -- from tuna, from tiger, from cows, from pigs, from whatever animal you could imagine. Then, in the comfort of your own kitchen, you could grow your own tissue. You would have to know what you want to eat 8 weeks in advance -- because it takes a while.
witzig: im amerikanischen fernsehen informiert man sich über die nachrichtenlage, indem man comedy-nachrichten ansieht oder fernsehserien wie the good wife ansieht. die geschichte des richters der bestechungsgelder von einem privaten gefängnis annahm war zumindest in the good wife mal thema.
schöner merksatz zur späteren eigenen verwendung:
... mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln auf vielfältigen Wegen mit großer Beharrlichkeit und Sorgfalt, aber auch mit der gebotenen Ruhe sehr zielstrebig ...
Ergebnisse aus der NSA-Überwachung und anderen geheimdienstlichen Aktivitäten der USA fließen keineswegs nur in die Terrorbekämpfung. Vielmehr werden Daten der NSA auch in normalen Kriminalfällen verwendet, enthüllt die Nachrichtenagentur Reuters.
der titel auf der seite lautet: „Steinmeier hat angefangen“ — das illustriert das niveau der debatte ganz gut: kindergartenniveau.
mein erster gedanke dazu war auch auf kindergartenniveau: möglicherweise brauchen die grünen und die SPD noch ein paar jahre opposition um zu sinnen zu kommen. in regierungsverantwortung sind sie zumindest genau so inkompetent und gefährlich (für bürgerrechte) wie die merkel witztruppe.
alles drin. ein journalist sagt bereits 1991, dass sie im internet kein geld verdienen wollten — aber wohl auch nicht viel verlieren würden (*möööp*). ein leser bemerkt wie leicht sich die inhalte der zeitung speichern liessen und dass das sicher die zukunft der interaktion mit medien sein würde. und später, frei nach passigs standardsituationen der technologiekritik, weist die moderatoring darauf hin, dass das alles zu langsam, zu teuer und deshalb natürlich keine konkurenz für die gedruckte zeitung sei.
Und deutsche Verfassungsschützer sind so arglos, dass sie sogar die Buchstaben in den Abkürzungen verschiedener Geheimorganisationen verwechseln und neben der NSA offenbar auch jahrelang mit dem NSU kooperierten. Aber das ist vielleicht auch schon zu viel gesagt und ich nehme es hiermit vorsichtshalber - ausdrücklich nicht unter Folter - wieder zurück.
jens weinreich zitiert aus einem buch von 1991 von brigitte berendonk in dem, leicht ironisch, folgende massnahmen empfohlen werden um dopingkrisenkommunikation zu betreiben:
Hier also Berendonks “Goldener Zehn-Punkte Plan zum Schutz des diskreten Anabolismus”:
Aussitzen. Ruhe, Gelassenheit, keine Emotionen. Es sei denn gegen Störenfriede, Selbstbezichtiger, Nestbeschmutzer, Wahrheitsfanatiker und Moralisten - d. h. Doping-Gegner. Gründung vertraulicher Kommissionen, die außer allgemeinen Feststellungen und Pressemeldungen schon nichts zustande bringen werden, das Staats- und Sportsräson gefährden könnte. Hearings vor dem Sportausschuss des Bundestages, möglichst als geschlossene Gesellschaft von Duldern und stillen Teilhabern des Dopings. Viele Anti-Doping-Grundsatzerklärungen (grundsätzlich unverbindlich) von NOK, DSB, den Sportverbänden bis zum Sportärztebund; noch besser ist eine Charte (natürlich Magna), das bringt wieder Ruhe ins Volk, genau wie 1977. Tägliche Pressemeldungen über viele negative Dopingkontrollen. Bundesverdienstkreuze, silberne Lorbeerblätter und anderes staatliches Suppengewürz für verdiente Mitglieder der geheimen Dopingfamilie. Öffentliche Gruppenbilder – mit oder ohne Dope-Damen: der Bundespräsident stellt sich vor die gedopten Sportler, NOK-Präsident Daume hinter die dopenden Ärzte. Verwirrspiele mit Sportgerichtsverfahren, seit 1977 besonders bewährt. Die Sportjournalisten wählen eine über 21-Meter-Kugelstoßerin zur (ungedopten) Sportlerin des Jahres – wie 1977, und die Kameraleute des Fernsehens werden instruiert, bei Nahaufnahmen von Spitzensportlerinnen verräterische Steroid-Akne zu vermeiden.
das funktioniert auch in vielen anderen bereichen der politik.
Die G-10-Kommission mag es nicht so sehen, aber für mich ist mittlerweile klar: die parlamentarische Kontrolle der Geheimdienste funktioniert nicht. Allein schon aus demokratisch-technokratischer Sicht: Dass sich der NSA dem GCHQ mal eben 100 Millionen Pfund zukommen lässt und die Haushaltspolitiker beider Seiten des Atlantiks merken nichts davon — das ist eine rote Karte. Das Budgetrecht des Parlaments ist eine Keimzelle der Demokratie. In Deutschland wurde der Absolutismus durch die Bürokratie abgeschafft, nicht durch Revolutionen. Dass Parlamente den Königen das Haushaltsrecht entzogen, war das Ende der meisten Könige in Deutschland.
Es läuft doch alles nach Gesetz. Irgendein Gesetz. Irgendwo. Die das Gesetz beschlossen, kennen es vielleicht nicht — egal. Die Dienste haben vielleicht nicht recht, aber sie haben das Recht. Sie müssen sich nicht schämen, müssen nicht Abbitte leisten. Sie müssen sich nicht ändern. Denn niemand zwingt sie.
das ist die crux. wenn gesetze im geheimen willkürlich ausgelegt werden — oder von der regierung nicht beachtet werden — herrscht de fakto willkür. alles mögliche wird der parlamentarischen und ausserparlamentarischen kontrolle entzogen und die verantwortung mag niemand mehr wahrnehmen. das system verselbstständigt und bläst sich auf. man könnte zu dem schluss kommen, dass wir in einer welt der willkür leben. aber dafür in sicherheit, es sei denn wir begeben uns in den strassenverkehr oder blasen auf der pfeife.
das was man nicht versteht zu ignorieren ist nicht nur programmiertechnisch eine gute strategie, sondern auch um durchs leben zu kommen oder um beispielsweise filme oder fernsehserien im original anzusehen. aber neben „Ignore what you don't understand“ sagt dave winer dann auch noch eine andere merkenswerte wahrheit: „When you make something look like something it isn't people get confused.“
roberto j. de lapuente echauffiert sich herrlich über das wetter und die „berufsbedingt immer fröhlichen Arschlöcher“ die das wetter ansagen. /@J_Kachelmann
josef zorn spricht mit charlotte roche über den dickdarm und die verfilmung der feuchtgebiete. beide sind sehr begeistert von dem film, was ich beiden auch abnehme und im interview sogar ein bisschen nachvollziehen kann, aber als ich den trailer gesehen habe, habe ich gemerkt, dass der film wohl sowas von nichts für mich ist. /clipboard.benjaminnickel.com
warum google benutzerdaten nicht verschlüsselt auf seinen servern speichert, so dass weder google, noch irgendwelche regierungen oder geheimdienste oder polizeibehörden darauf zugreifen können? weil google die daten dann selbst nicht mehr für werbung auswerten kann. das ist der deal:
At public events, Vint Cerf, a Google employee who was an early architect of the Internet, has said that encrypting information while it is stored would prevent Google from showing the right online advertisements to users.
wie rené doch noch zu seinem DSL kam. ohne die assistentin der geschäftsführung von vodafone scheint es aber so gut wie unmöglich DSL von vodafone geschaltet zu bekommen.
wenn man bedenkt, wie microsoft mit geheimdiensten zusammenarbeitet und denen — streng nach gesetz natürlich — zugriff auf alle möglichen daten gewährt, wie kann dann ein noch bei einigermassen vernunftsbegabter mensch sich eine xbox one kaufen, deren kamera und mikrofon ständig eingeschaltet sind und auf befehle warten. sowas funktioniert nur, wenn die kunden vertrauen zu dem jeweiligen unternehmen hat. aber wie soll man microsoft denn bitte vertrauen?
Nachtrag: Die SPD-Pressestelle legt Wert auf die Feststellung, dass der auf dem Plakat abgebildete Mann ein Hausmeister ist, kein Gebäudereiniger.
bildunterschrift unter einem bild von jupp darchinger:
Helmut Schmidt am Berg: Der Ex-Kanzler, Rudolf Augstein, Erich Böhme und Wolfgang Kaden (v.r.n.l). Darchinger machte dieses Bild anlässlich eines SPIEGEL-Gesprächs 1974 am Brahmsee. Bei Bier und Sonne ergriff ein leicht aufgekratzter Augstein zur Axt, mit der Schmidt sonst sein Holz hackte, und tat so, als ob er Schmidt erschlagen wolle. Ein Leibwächter des Kanzlers berichtete später, dass er bereits die Waffe gezogen und entsichert hatte und nur deshalb nicht feuerte, weil zwei Kollegen Augsteins in der Schussbahn standen.
sehr gute übersetzung der verbalakrobatik der amerikanischen geheimdienste und regierung, leider völlig unironisch und eher wütendmachen.
michael arrington über eine geschichte im atlantic wire über ein ehepaar das getrennt, aber zeitgleich nach schnellkochtopf und rucksäcken googelte und kurz darauf die polizei vor der tür stehen hatte:
We are so fucked.
man kann für google nur hoffen, dass die überwachung mit irgendwas wie xkeyscore durchgeführt wurde und google nicht alle die nach bestimmten schlüsselwörtern suchen bei den behörden anschwärzt.
[nachtrag 02.08.2013] offenbar hat die firma in der einer der verdächtgten gearbeitet hat die „verdächtigen“ suchanfragen an die behörden gemeldet.
statt mossad-experte wäre es angemessener von einem journalisten der sich ziemlich gut mit dem israelischen geheimdiensten auskennt zu sprechen, aber trotzdem ist das ein erhellendes gespräch das richard gutjahr mit ronen bergman geführt hat. ich mag, dass bergman keinen aluhut trägt:
Viele Menschen glauben, sie werden verfolgt und reden gerne darüber. Ich denke, da ist oft viel Übertreibung im Spiel, gemixt mit einer Prise Narzissmus und Paranoia. Jeder, der sich in der Welt der Geheimdienste auch nur ein bisschen auskennt, weiß, wie viel Ressourcen eine solche Überwachung bindet und wie aufwendig es ist, das dadurch gewonnene Material hinterher auszuwerten.
Foodwatch zeigt sich empört: "Es gibt Produkte, für die Claus Hipp nicht mit seinem Namen stehen will - die verkauft er dann eben einfach unter dem Namen Bebivita", sagt Oliver Huizinga, Experte für Lebensmittelwerbung bei der Organisation. "Man möchte es Herrn Hipp so gern abnehmen, dass es nicht nur um Profit, sondern wirklich auch um die Gesundheit der Kinder geht - die Produktpolitik bei der Tochterfirma Bebivita legt eher den gegenteiligen Eindruck nahe."
ich fand diese tees schon als kind widerlich. wer so einen müll für kinder verkauft sollte mit heftiger verachtung belohnt werden.
die SPD hat im laufe der letzen jahrzehnte so ziemlich alle „überwachungsgesetze“ mitgetragen. ich kann mich des eindrucks nicht erwehren, dass auch die SPD lieber den staatsapparat stärkt, als die bürgerrechte. ausser natürlich im wahlkampf. /burcks.de
SPD und linke sind offenbar nicht in der lage, die eigenen ansprüche auch in die praxis umzusetzen. deshalb ist die forderung der SPD-landesgeschäftsführer von mecklenburg-vorpommern marcus unbenannt (der heisst wirklich so) logischerweise: diese ansprüche müssen in gesetze gegossen werden, damit sich auch die SPD konsequent dran halten kann.
Merkels Antwort auf die Finanzkrise lautet bis heute: marktkonforme Demokratie. Ihre Antwort auf die Prism-Affäre: systemkonforme Bürger. Aber wollen wir diese Bürger, diese Deutschen, wirklich sein?
[Innenminister Hans-Peter Friedrich] wollte verschleiern, dass er erstens nicht die Sicherheit der Bürger meint und dass Sicherheit zweitens gar kein Grundrecht ist. Unsere Grundrechte sind sogenannte Abwehrrechte: Sie sollen den einzelnen und damit per se schwachen Bürger vor der Macht des Staates und seiner Organe schützen. Daher ist im Grundgesetz oft von Freiheit die Rede, aber kaum von Sicherheit.
michael obert berichtet über afrikanische flüchtlinge, menschenhändler und -quäler aus dem sinai. nicht besonders angenehm zu lesen:
»Wird irgendwo im Nahen Osten auch nur ein einziger Europäer entführt«, sagt Abdel auf dem Beifahrersitz, »dann geht ein Aufschrei durch die Medien und alle Hebel werden in Bewegung gesetzt, um die Geisel zu befreien - aber bei Tausenden von Afrikanern sieht die Welt weg und lässt sie krepieren.«
Tatsächlich sehen die Europäische Union und auch Deutschland, der drittgrößte Handelspartner Ägyptens, dem Foltern und Morden auf dem Sinai bisher weitgehend tatenlos zu. Die Bundesregierung ist laut eigener Auskunft auf eine Kleine Anfrage im Bundestag im Oktober 2012 bestens über die grausamen Verbrechen der Beduinen informiert, dennoch sprachen deutsche Politiker beim Staatsbesuch des mittlerweile gestürzten ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi in Berlin kürzlich lieber über Wirtschaftsabkommen, Schuldenerlass, Entwicklungshilfe und Tourismus. In Angela Merkels abschließender Presseerklärung zu Mursis Besuch erwähnte die Bundeskanzlerin den grausamen Menschenhandel auf dem Sinai mit keinem Wort.
falls sich jemand fragt -- und die frage höre ich oft -- wie qualitätsjournalismus aussieht, hier kann man ihn finden. ich würde für diesen artikel gerne ein paar euro zahlen. das geht aber nicht. in der navigation der seite steht zur auswahl „Mitmachen“. dort wird mir ein „Gewinnspiel“, ein „Klickspiel“, ein „Kreuzworträtsel“ und „Leserbriefe“ angeboten. also mal sehen was der shop bietet. da steht ein „Cocktail Jahresbuch“ zur auswahl. und ein buch mit dem titel „Sagen Sie jetzt nichts“. ah; das aktuelle heft 29 kann ich für 2 euro bestellen. nach drei klicks werde ich aufgefordert ein konto anzulegen. OK. ich darf sogar per rechnung zahlen. gut. trotzdem, warum wird meine zahlungsbereitschaft mit papier bestraft?
wie die bildzeitung arbeitet. und warum ich die bild zeitung und ihre macher verachte. zumindest habe ich auch kein mitleid mit entlassenen springern.
Kartoffelsalat: Not potato salad, but potatoes in mayonnaise. Heringsalat: Not herring salad, but bits of herring in mayonnaise Nordseekrabbensalat: These delicious North Sea prawns aren't served on a bed of lamb's lettuce, but in mayonnaise. Fleischsalat: Not meat salad, but strips of meat in mayonnaise.
mal ein ganz anderes thema. das wort douchebag bedeutet streng übersetzt, intimduschen-beutel. eine douche bag ist also ein beutel in dem sich flüssigkeit für eine intimdusche befindet. ich hätte mir gewünscht, dass man es auch mit einlaufbeutel hätte übersetzen können, aber bei der recherche bin ich auf ein wort gestossen, dass ich künftig gerne als schimpfwort benutzen würde: ballondarmrohr.
der text hinter dem link oben ist übrigens ganz grosser und arroganter blödsinn.
This is the inspiring story of hafid from dubai, the douchebag who stole my phone. he forgot to switch off the camera upload function, that’s why we will enjoy a deep insight into his life.
was für profis. hintertüren für geheimdienste in windows und skype, windows 8, tablets die sich nicht verkaufen lassen. die füsse in die sich microsoft konstant schiesst sind schon so löchrig, dass man sich wundert dass microsoft noch steht.
unter anderem via netzfilmblog . abzüge der bilder kann man auch kaufen . ich find die super. aber am supersten finde ich, wie wach und optimistisch hal lasko mit seinen 97 jahren ist. solche menschen nehmen mir die angst vorm alter.
anatol stefanowitsch ist mitglied der piratenpartei und denkt hier laut darüber nach, ob er „die Piratenpartei bei der Bundestagswahl wählen oder sogar im Wahlkampf unterstützen soll“.
was barack obama von seiner change.gov-seite löschen liess:
Protect Whistleblowers: Often the best source of information about waste, fraud, and abuse in government is an existing government employee committed to public integrity and willing to speak out. Such acts of courage and patriotism, which can sometimes save lives and often save taxpayer dollars, should be encouraged rather than stifled. We need to empower federal employees as watchdogs of wrongdoing and partners in performance. Barack Obama will strengthen whistleblower laws to protect federal workers who expose waste, fraud, and abuse of authority in government. Obama will ensure that federal agencies expedite the process for reviewing whistleblower claims and whistleblowers have full access to courts and due process.
bis jetzt veröffentlichen lediglich vorratsdatenspeicherungsgegner ihre „metadaten“. die die sagen, dass das alles harmlos sei zieren sich durchgängig ihre harmlosen daten zu veröffentlichen.
was safari im „kinderschutzmodus“ so alles blockt:
BLOCKED: “Child Pornography Prevention Programs" BLOCKED: “Rick Santorum" BLOCKED: “Weiner Sex Scandal" BLOCKED: “TechCrunch.com" BLOCKED: “Dick Costolo" (CEO of Twitter) BLOCKED: “Jefferson sex with slaves" BLOCKED: “Tumblr's porn problem" BLOCKED: “Sexual reconstructive surgery" BLOCKED: “How to tell my boyfriend I don't want to have sex" BLOCKED: “How to put on a condom" BLOCKED: “Pussy Riot" BLOCKED: “Adult Film Industry and expansion of broadband“
stefan niggemeier mit einem guten letzten punkt:
In den USA, wo der Talk mit Prominenten vor allem in den Late-Night-Shows stattfindet, gibt es einen klaren Anspruch: Es muss unterhaltsam sein. Das ist schwer genug.
craig ferguson (über den stefan niggemeier nicht spricht) mag ich deshalb so gerne, weil er mit den konventionen bricht. naja. er versuchts zumindest indem er seine nicht funktionierenden konventionsbrüche ritualisiert. so hatte er zumindest mal den schwulen-roboter-sidekick an seiner seite eingeführt um sich über talkshow-sidekicks lustig zu machen -- bis er merkte das (gute) sidekicks das wichtigste an einer talkshow sind. und unterhaltsam sind.
ulrike knöfel über (nicht vorhandene) status von frauen in der kunst:
Als der Künstler Georg Baselitz im SPIEGEL vor kurzem die Ansicht äußerte, Frauen malten nicht so gut wie Männer, löste das in amerikanischen Kunst-Blogs eine Debatte aus, ebenso im nahen Österreich, auch die Briten zürnten. In Deutschland nahm man das so hin.
älteres interview (2009) mit rebecca niazi-shahabi über ihr buch „Bündnispartner gesucht“, in dem sie versucht in der SPD, der FDP, der CDU, der linken und bei den grünen männer kennenzulernen. wenig überraschend, bei den linken fehlt ihr der humor. sogar in der CDU werde mehr gelacht. und:
Gerade die Parteien, die sich für Gerechtigkeit und Soziales starkmachen, gehen besonders mies miteinander um, abweichende Meinungen tolerieren sie gar nicht. Im Großen setzen sie sich für die Schwachen ein, aber im Kleinen hört die Solidarität bei vielen auf.
ich finde die texte die der kiezneurotiker gestern verlinkt hat und von denen er hellauf begeistert ist nur so lala. obwohl, der von sunflower22a und ein paar andere sind schon super. also rüber und alles durchklicken.
ausserdem, frisch kopiert vom kiezneurotiker, links zu den #StopWatchingUs-demos heute:
Das zeigt sich auch an der aktuellen Nachricht, dass CIA und NSA Internetanbieter energisch zur Herausgabe der SSL-Schlüssel für “sichere" Verbindungen" drängen. Damit könnten diese Behörden problemlos auch alle Online-Geschäfte vom Banking bis zur einfachen Bestellung abschnorcheln - obwohl sich der Nutzer “sicher" fühlt. Oder zumindest davon ausgeht, dass ihm noch ein Rest von Privatsphäre verblieben ist.
So nebenher würde auch der Besitz von Passwörtern abfallen. Nicht weniger als ein Sesam-Öffne-Dich für alle Onlineaktivitäten.
ich weiss nicht warum die verabschiedung des gesetzes zur bestandsdatenauskunft so wenig echo in deutschland hervorgerufen hat. aber dieses gesetzt verpflichtet anbieter „zur Herausgabe von PIN und PUK oder Passwörtern an Polizei, Zoll und Geheimdienste.“ wie absurd ist das denn bitte, wenn ich eine ordnungswidrigkeit begehe, kann die polizei bereits zugang zu meinen privatesten daten bekommen? da kann man tatsächlich zunehmend fassungslos werden.
auf mich wirkt das was gauck der zeit über das NSA-gedöns sagt, als ob gauck die welt durch eine panzerglasscheibe betrachte. so als ob er im zoo sei und drei wochen später, als er an den besuch zurückdenkt „Beunruhigung“ über die aggressivität einiger paviane auf dem affenfelsen äussert: „Wir müssen dafür sorgen, dass auch Pavianweibchen etwas von den Nüssen abbekommen, die wohlmeinende Besucher den possierlichen Tieren zuwerfen. Auch auf dem Affenfelsen müssen wir die Grenzen beachten, die wir für erforderlich halten.“
wolfgang luenenbuerger über ein usb-stick grosses dings von google und das ende der mangelmedien.
ich glaube wolfgang luenenbuerger hat recht damit, dass bereits die möglichkeit youtube einfach auf dem grossen schirm zu bringen disruptiv wirken könnte. ich hatte vor ein paar jahren das aha-erlebnis dazu. damals war ich bei einem freund und der hatte noch einen röhrenfernseher. daran angeschlossen war ein mac mini. wir haben irgendwas im fernsehen gesehen und aus irgendeinem grund sind wir plötzlich auf die sesamstrasse und elmo gekommen. dem freund fiel ein talkshow-auftritt von elmo zusammen mit seinem gehirn kevin clash ein. also haben wir mit der fernbedienung in den AV-kanal gewechselt, haben mit der (kabellosen) maus den browser auf dem mac mni gestartet und auf youtube mit der (kabellosen) tatstur nach „kevin clash talkshow“ gesucht.
dann aber im vollbild diesen auftritt im fernseher zu sehen war das erste aha erlebnis: wie geil ist das denn, auf dem grossen bildschirm zu sehen was einem gerade einfällt.
das zweite aha-erlebnis war dann eine folge dschungel-camp auf rtl-now.de zu sehen. ohne sie vorher aufgezeichnet zu haben, auf dem fernseher, einfach so.
beides, aber vor allem das youtube-video auf dem grossen schirm, hat damals klick bei mir gemacht. wer wollte das nicht unbedingt haben, wenn das einfach und unkompliziert ginge? am besten mit einem knopfdruck?
ich glaube genau das ist der entscheidende, richtungsweisende punkt sein wird: der eine klick. einfachheit in dem sinne, dass ich nicht erst eine fernbedienung in die hand nehmen muss, nicht erst auf einen mac mini oder ein apple tv oder eine settopbox umschalten muss (oder eine DVD irgendwo reinschieben muss), sondern einfach das sehen kann was ich will oder wonach ich gerade gesucht habe oder was ich gerade will.
ehrlichgesagt kommen beide geräte, das google dings und das apple dings dem schon beide sehr nah. das war vor ein paar wochen mein drittes aha-erlebnis: ich las im bett auf meinem handy davon, dass sascha lobo bei illner war und beamte das dann einfach aus der dort verlinkten 2DF-mediathek auf meine neues apple-tv und sah es mir mit der beifahrerin an.
gewinnen wird am ende die firma, die es schafft live-, mediatheken-, youtube- und web-fernsehen so zu bündeln, dass es meine eltern bedienen können und wollen. konzeptionell kommt das google dings dem auf jeden fall schon näher als das derzeitige apple-tv. (crosspost von hier)
das ist der erste satz von john f. nebels artikel über irgendwas, der jetzt seit mindestens 24 stunden so da drüben steht:
Die anlasslose Massenüberwachung, die durch Prism und Tempora aufgedeckt wurde, hat jetzt endlich auf Seiten von Bürgerrechtsorganisationen politische Forderungen hervorgebracht.
fällt ausser mir niemandem auf, wie blödsinnig der satz formuliert ist? andererseits taugt die satzkonstruktion dann doch wieder zu ganz hübschen fingerübungen in dada:
das massenweise vollscheissen von berliner bürgersteigen, das durch die berliner hundebesitzer aufgedeckt wurde, hat jetzt endlich auf seiten von bloggern wütende blogartikel hervorgebracht.
achim schaffrinna erkennt auf einem wahlplakat der grünen nicht den bezug von „hello kita“ zu „hello kitty“ und fragt sich später in den kommentaren, ob diese anspielung wohl „mehrheitlich“ erkennbar ist. gerade bei diesem motiv ist das aber egal, weil das plakat auch funktioniert (→ grüne sind irgendwie für kitas), wenn man den witz nicht kapiert.
während ich die geschichte um die norwegerin marte dalelv so verfolgt habe, hab ich mich auch gefragt wie die polizei und staatsanwaltschaft in dubai wohl gastarbeiterinnen aus südostasien behandeln, wenn man schon mit einer norwegerin so verächtlich umgeht.
so bekommt dubai jetzt endlich auch mal ein bisschen weltweite aufmerksamkeit, wobei die aufmerksamkeit wahrscheinlich nicht ganz im sinne des tourismus- und stadtmarketing-amt von dubai ist. dort möchte man sicher lieber jubelperserarien von eigens eingeflogenen jubelkielern hören und nichts über die offene frauenverachtung bei den strafverfolgungsbehörden.
es gibt wirklich nichts einfacheres als pesto herzustellen. was gut funktioniert ist so einen basilkum supermarktblumentopf ohne die erde und den kunstoff in einen mixer zu werfen, dazu 100 gramm nüsse (ich nehme oft und gerne walnüsse, cashews gehen auch und natürlich auch pinienkerne), 100 gramm etwas zerkleinerter parmesan, 3-4 knoblauchzehen und 100 bis 150 ml olivenöl. das macht sich dann im mixer quasi selbst und hält sich mit olivenöl aufgefüllt auch ein paar tage im kühlschrank.
komplizierte, fast philosophische materie: wem gehören meine adressbucheinträge? facebook meint, sie könnten damit machen was sie wollen. die leute die in meinem adressbuch stehen, könnten aber auch ein recht an ihren daten haben. facebook geht aber meiner meinung nach definitiv zu weit, wenn sie glauben sie könnten mit daten die ich ihnen anvertraue machen was sie wollen. gegenüber packetstormsecurity.com hat facebook aber genau diese ansicht vertreten.
jochen wegner über den zustand und die zukunft von zeit.de. ich bin übrigens nicht nur fanboy von wegner, sondern war auch fanboy von wolfgang blau.
heute, donnerstag abend, steh ich da auf der bühne. daran hat mich gestern mein wecker erinnert. was gut ist, sonst hätte es womöglich vergessen. bin sehr gespannt auf rebecca niazi-shahabi die dort um 2030 uhr anfängt, bevor ich das publikum ab 2180 uhr vollstotterestammle.
Ich hoffe, dass sich in Kürze noch viele andere kluge Menschen zu Wort melden werden, um den Ernst der Lage zu verdeutlichen. Das hilft sicher dabei, Unglauben und Resignation in legitimen Protest zu verwandeln. Acta wurde auf der Straße verhindert. Das sollte mit dem nötigen Anschub bei Prism und Tempora ebenfalls möglich sein.
roland sinniert über das video und einen artikel über die autistin carly fleischmann und erklärt, angenhem weit ausholend, warum er „einige Bauchschmerzen“ damit hat.
die telekom scheint den amerikanischen geheimdiensten zuzuarbeiten. die frage ist, mit welchen geheimdiensten und wo arbeiten sie noch zusammen und warum erfahren die kunden nichts davon?
in diesem artikel von kurt sagatz und sonja alvarez schwingt ein bisschen empörung mit, dass die kunst- und satirefreiheit das alles decken soll:
Doch bereits bei der Begrüßung des Publizisten ließ TV-Anarchist Krömer - so wird er beworben - sämtliche Gepflogenheiten eines guten Gastgebers vermissen. Er bezeichnete den streitlustigen Journalisten als „hinterfotziges Arschloch“ - es sollte nicht der letzte Tiefschlag bleiben.
ich finde diese staffel krömer ziemlich vielversprechend. auf der gäste liste stehen neben matthias matussek und mary roos „noch die Ludolfs, Katrin Sass, The Boss Hoss, Claudia Roth, Reiner Calmund, Silly, Mark Benecke, Henryk M. Broder“ auf der gästeliste.
in diesem artikel von peter von becker schwingt ein bisschen empörung mit, dass nicht alles was jonathan meese macht von der kunst und satirefreiheit gedeckt sein soll:
Der Fall Meese ist nur ein Witz. Jener Gruß [...] war ein satirischer Akt bei einer Veranstaltung zum Thema „Größenwahn und Kunstwelt“. Das gehört zur Kunstfreiheit und nicht vor Gericht.
Der Künstler möchte Ihnen nichts „damit sagen“. Ich bin der Künstler. Sie sind mir egal. Sie sind ein Narzisst, wenn Sie glauben, ich hätte das Bild für Sie gemalt.