Meine Empfehlung: Im Netz persönlich zu sein, aber nicht privat.
Je feiner die Maschen gesponnen sind, desto mehr Löcher hat das Netz.
zuerst habe ich den letzten satz falsch gelesen: „ Je feiner die Menschen gesponnen sind, desto mehr Löcher hat das Netz.“ witzigerweise stimmt das auch, je feiner man spinnt oder gesponnen ist, desto besser flutscht man durch die netze.
Ein Staat, der seine eigenen Bürger oder die Bürger fremder Staaten systematisch überwacht, kann sich nicht zugleich als freiheitlicher Rechtsstaat begreifen.
die entscheidende frage ist ja (auch): warum die geheimniskrämerei? warum wurde die metadatensammlung auf vorrat geheimgehalten, wenn sie angeblich verfassungskonform war und ohne grundrechteeingriffe vonstatten ging? ich kann mir nicht vorstellen, dass die geheimhaltung wichtig für ermittlungserfolge sein sollte. ich glaube es sollte vor allem die regierung vor anstrengenden nachfragen und rechtfertigungen schützen. bei uns werden die vorratsdatenspeicherung und bestandsdatenauskunft immerhin in öffentlichen sitzungen debattiert.
sigurdur thordarson war freiwilliger für wikileaks und für das FBI.
(und laut diesem in den artikel eingebetteten angebervideo von thordarson wäre julian assange — zumindest nach hollywood logik — ein guter. er nutz ja nen apple-laptop.)
sean parker hat geheiratet und ist danach in einen (unberechtigten) empörungssturm geraten. die geschichte seiner hochzeit und des medien- und netzzirkus der sich daraus entwickelt hat, schildert und rechtfertigt er in ungefähr 10.000 worten, bzw. fast 60.000 zeichen. das sind fast 40 schreibmaschinenseiten. so berechtigt das ist, was sean parker schreibt und aussagt: wer zum fuck soll das alles lesen?
probleme reicher leute, teil II. (was nicht heissen soll, dass diese probleme nicht auch uns alle angehen, oder genauer alle amerikaner.)
auch wenn ich kein wort verstehe: bizzar und erstaunlich wie wenig wir wissen und wie ungenau die modelle der astro-physiker teilweise sind.
In einer naturphilosophisch geprägten Gesellschaft wie hier in Deutschland, finden Leute einen Süßstoff mit natürlicher Herkunft in der Regel besser als Aspartam.
... sagt der ernährungsmediziner andreas pfeiffer in einem interview mit jens lubbadeh am ende. ich bin nicht ganz sicher was er mit „naturphilosophisch geprägt“ meint. meint er dass viele menschen in deutschland mülltrennung und wassersparen für umweltschutz halten oder das viele menschen es nicht wahrhaben wollen, dass kochen auch eine chemische behandlung von nahrungsmitteln ist? oder dass viele deutsche glauben, dass alles was „natürlich“ oder organisch ist, auch gesund ist? nur was wäre daran philosophisch?
die tonalität und der kindergartensarkasmus von Sascha Pallenberg nervt mitunter gewaltig, aber sein stück zu adblock plus #abp ist wirklich lesenswert. besten dank für die fleissige recherche.
Sachs' Willensvollstrecker Hafter, ehemaliger Partner der Anwaltskanzlei Lenz & Staehelin, will nach einer ersten Prüfung von rechtlichen Schritten gegen die involvierten Zeitungen absehen. Er möchte aber festgehalten haben, dass sich die an der Berichterstattung beteiligten Personen offenbar nicht der Wahrheit verpflichtet fühlten. Demgegenüber hält ein verantwortlicher Redaktor der «Sonntags-Zeitung» fest, man habe Sachs keine Steuerhinterziehung unterstellt. Die Berichterstattung sei korrekt gewesen.
zumindest im falle sachs bleibt von den offshore leaks nicht viel übrig. via bildblog/6vor9
jens weinreich hat sein buch crowd-finanziert bekommen:
Es gibt keinen Grund, in Jubel auszubrechen, aber die letzten zweieinhalb Wochen machen Mut. Ich weiß, dass viele Journalisten, etliche Sportfunktionäre und manche Medienmanager passiv beobachten, was mit diesem Projekt und anderen auf dieser (Krautreporter) und anderen Crowdfunding-Plattformen passiert. Hatte darüber kürzlich in Lausanne ein Gespräch mit dem Präsidenten des Weltverbandes der Sportjournalisten, der mir Glück wünschte, aber auch meinte, so ein Crowdfunding sei ein Zeichen von Schwäche.
Kann schon sein. Aber schwach ist doch derzeit ein großer Teil der Branche, oder?
man kann jens weinreich und sein projekt natürlich weiter unterstützen. eine überfinanzierung hilft (auch) gegen schwäche.
sascha lobo mit der entscheidenden analogie zur grundrechte-abwägung:
Selbst als Bürgerrechtsaficionado wird man zugestehen müssen, dass die Abwägung Sicherheit versus Freiheit alles andere als simpel ist. Umso wichtiger, dass dieser Vorgang im politischen Bewusstsein darüber geschieht, was auf dem Spiel steht: die Aushöhlung oder gar Abschaffung zentraler Grundrechte im digitalen Raum. Und nicht das Fun-Gefühl der Unbeschwertheit. Die Abwägung aber zwischen Menschenleben und Eingriff in persönliche Rechte und Freiheiten ist kein Neuland - im Gegenteil. Die Freiheit des motorisierten Individualverkehrs, quasi das Recht, ein Automobil zu führen, kostet allein in Deutschland jährlich rund viertausend Tote. Zwar taugt der Straßenverkehr nur sehr eingeschränkt als Vorbild für das Internet. Aber das Beispiel zeigt, dass zum Schutz von Menschenleben eben nicht alles irgendwie Realisierbare getan wird, sondern dass Freiheiten und selbst Kosten eine Rolle spielen.
johnny sollte dann schon konsequent weiterdenken und sagen: die welt ist kaputt. was dann aber irgendwie total nach 80erjahre klänge, aber auch ein völlig legitimer gedanke, wenn man nicht die augen vor dem elend, der ungerechtigkeit, ungleichverteilung und grausamkeit der welt verschliesst. aber dann vergisst man auch schnell die guten seiten der welt, die freude, die liebe, den austausch, die inspiration, die schönheit.
ich glaube wie wir die welt sehen hat auch immer mit der brille die wir tragen zu tun: rosa-rot oder blut-rot gefärbt, randlos oder mit hipster-rand, gleitsicht oder nur zum lesen. die brille sucht man sich selbst aus.
gute sendung. die vom 25. juni aber auch. ich mag die mischung aus quatschigkeit und differenzierender ernsthaftigkeit und wenn küppersbusch sich einigermassen vorbereitet, klappt es auch mit der flüssigkeit des vortrags. auch neu: die letzten zwei sendungen hatte ich nicht den eindruck, dass er total erschöpft und unausgeschlafen ist.
was mich immer noch irritiert ist die trashigkeit der sendung und des studios. und das was fehlt: tempowechsel, stimmwechsel, abwechslung, humor abseits des wortwitzes und des um-die-ecke-denkens (aka „bruhaha“).
und wenn stefan niggemeier sich fragt, warum die sendung nicht viel viraler funktioniert ist die erklärung glaube ich die ziemlich spitze und alte zielgruppe. ich kann mich irren, aber ich kann mir beim besten willen nur wenige unter 35jährige vorstellen, die sich für die sendung begeistern. aber auch bei den ü35 hats die sendung schwer (zum beispiel bei uns im haushalt).
Pascale Honore enjoyed watching her sons surf but couldn't participate because she's been a paraplegic for the past 18 years. But then Tyron Swan, a friend of her sons, duct taped her to his back and took her out on his board.
wie würde man das auf deutsch sagen? tyron swan klebte sich pascale honore auf den rücken? befestigte? klebebandete? fesselte? abgesehen davon, schöner film. surfen scheint auch auf den rücken geklebt grossen spass zu machen.
sehr witzig. login ist nicht nötig um die entscheidende antwort zu lesen. zwei beispiele:
Facebook - the world needs yet another Myspace or Friendster except several years late. We'll only open it up to a few thousand overworked, anti-social, Ivy Leaguers. Everyone else will then join since Harvard students are so cool.
Google - we are building the world's 20th search engine at a time when most of the others have been abandoned as being commoditized money losers. We'll strip out all of the ad-supported news and portal features so you won't be distracted from using the free search stuff.
penn und teller lästern über gott, mutter teresa, den dalai lama und mahatma gandhi (sendungstitel: „Holier Than Thou“). in der sendung nennen sie den präsidenten der katholischen liga für religiöse und bürgerliche rechte william donahue „asshole“ und weder für muter teresa, den dalai lama noch gandhi haben sie freundlichere worte. das wird (und hat) vielen nicht gefallen, aber es ist amüsant und alles andere als an den haaren herbeigezogen. und es ist wohlgemerkt bereits 8 jahre alt.
CBS hat das video, das stefan laurin eingebettet hat, bereits gesperrt. hier gibt es noch eine funktionierende version der sendung — und wenn die nicht mehr funktioniert, eine dreiteilige version auf youtube: teil 1, teil 2, teil 3.
der pirat carsten dobschat empfiehlt „nicht die Schnüffler-Parteien CDU, CSU, SPD, FDP und Grüne“ zu wählen. und ich tendiere dazu ihm zuzustimmen.
Das ist praktisch, weil es wohl in keiner anderen westlichen Demokratie ausreicht, dass am Ende des Kommunikationsstrangs ein Nichtbrite sitzt, um flächendeckend und ohne richterliche Genehmigung die Kommunikation ihre eigenen Bürger und die "befreundeter" Nationen ausspionieren zu dürfen, indem sie die transnationalen Glasfaserkabel in den Meeren anzapft.
egal ob angela merkel, bzw. die deutsche regierung etwas wusste oder nichts wusste, beides wäre katastrophal, einerseits ein ausdruck von erstaunlicher demokratieverachtung, andererseits ein ausdruck von grenzenloser inkompetenz und ahnungslosigkeit. mich wundert es, warum sich daran nicht gerade 200 journalisten die finger wund dran schreiben.
Die Staatsanwältin stellt das Verfahren ein. Als Stalker gilt nur, wer „die Lebensgestaltung des Opfers schwerwiegend beeinträchtigt“. Das Verhalten des Mannes sei aber höchstens „unschön und/oder lästig“. Schließlich könne die Bloggerin das Problem selbst lösen - „durch Schließung des Blogs“.
via johannes mirus auf facebook, der auch empfiehlt, die kommentare unter dem artikel nicht zu lesen.
In der DDR gingen Menschen, die sich unbeobachtet von der Stasi unterhalten wollten, in den Wald oder in einen Park und sprachen unter vier Augen miteinander. Wer heute unbeobachtet bleiben möchte, sollte vielleicht nicht im Internet miteinander reden.
ich fürchte ludwig greven, dessen drei erwachsene kinder nicht mehr bei ihm leben, meint das ernst. als ob man sich im wald, mit einem alu-hut auf dem kopf weniger verdächtig machen würde, als wenn man emails oder chats verschlüsselte.
Es wäre höchste Zeit, zumindest einmal laut über Reformen nachdenken zu dürfen - ohne gleich vom beleidigten ARD-aktuell-Chef eins mitgegeben zu kriegen. Derzeit sieht es so aus als sei das tabu: Die "Tagesschau" darf sich nicht ändern, weil sie die "Tagesschau" ist.
volker zastrow dekonstruiert peer steinbrück so sehr, dass steinbrück sich, zumindest bei lesern dieses textes, nicht mehr erholen dürfte:
Angeblich ist sein ganzes Problem, dass er nur noch als knorriger, kantiger, kauziger, kotzender Kerl dargestellt und wahrgenommen wird.
In Wirklichkeit ist sein Problem, dass ihm nicht mehr viele die Kompetenz fürs Kanzleramt zutrauen.
stefan brändle fasst zusammen, was in jean-baptiste malets buch über seine erfahrungen im amazon-lager stehen könnte. es scheint so, als biete amazon in seinen lagern keine traumjobs und optimiere auch hier alles zu seinen gunsten. aber dann wirds quatschig:
Malet rechnet allerdings vor, dass der traditionelle Buchhandel „18 mal mehr Stellen schaffen würde als der Internetversand, dessen Flaggschiff heute Amazon ist“. Indirekt zerstöre das öffentliche Geld also mehr Arbeitsplätze in herkömmlichen Buchhandlungen, als es bei Amazon schaffe.
wenn man bagger verbieten würde, könnte man millionen menschen schaufel-arbeitsplätze verschaffen. und statt betonwerke über öffentliche aufträge zu stützen, sollte man die rekonstruktion des berliner schlosses für alle künftigen öffentlichen bauten zum vorbild nehmen. denn mit solchen historischen fassaden könnten hunderten von steinmetzen nachhaltige arbeitsplätze verschafft werden.
OK, ich gebe zu, manchmal ist aus-differenzieren auch mist. der obama von 2007 redet klar und deutlich (und nicht undifferenziert), der obama von 2013 windet sich rhetorisch.
die frage ist mittlerweile eher: welche bürgerrechte sind eigentlich noch nicht durch die argumente terrorabwehr und sicherheit durchlöchert?
mal wieder ein guter text von stefan schulz, nachdem er in den letzten monaten eher bemühte, schwerfällige und unausgewogene texte abgeliefert hat:
Zweitens darf die individuelle Entscheidung darüber, ob man Daten verschlüssele, nicht davon abhängig gemacht werden, ob man etwas zu verbergen habe. Nur Floskeln und Grüße werden auf Postkarten verschickt, alles Weitere gehört in einen Briefumschlag, den erst der Empfänger öffnen darf und nicht bereits der Postbote und der Pförtner. Ebenso gehört der private Computer abgeschlossen, wie auch eine Wohnungstür abgeschlossen wird. Es handelt sich dabei um Selbstverständlichkeiten, die keinen Wandel im Bewusstsein erfordern, sondern nur einen kurzen Moment Aufmerksamkeit.
mal was ganz anderes: ich habe mich dieser tage öfter gefragt, wer von denjenigen die sich übers merkels #neuland-ausspruch lustig gemacht haben, ihr emails verschlüsseln können. oder ihre webseiten auch über SSL/https gesichert anbieten. wenn dieses internet kein neuland mehr ist, müsste doch eigentlich auch jeder ehemalige pionier wissen, wie man sich dort sicher und unbeobachtet bewegen kann.
Seit mittlerweile dreizehn Jahren konsumiere ich die richtig guten Fernsehserien wie es Weinliebhaber mit einem edlen Tropfen machen. Sie geniessen ihn in Maßen. So wie auf ein Glas Wein nicht sofort zwölf weitere folgen sollten, läuft bei mir nach einer Serienepisode die nächstfolgende niemals im Anschluss, bevor sie nicht ausreichend Zeit hatte, um in Würde zu sacken.
ich bin ja eher der binge watcher -- wobei ich mich gerade frage, wie man das wohl am besten übersetzt. binge kann man mit gelage übersetzen, binge-drinking mit komasaufen. ein buying binge ist ein kaufrausch.
könnte man binge-watching also übersetzen mit:
man muss das in aller deutlichkeit sagen, youtube hält das monopol bei den stets und überall und idiotensicher funktionierenden videoplayern.
auch die grünen winden sich. mir ist die wahl zwischen den übeln zur bundestagswahl noch nie so schwer gefallen wie dieses jahr. ich hätte nie gedacht, dass ich das jemals denken würde, aber mir ist momentan die partei der nichtwähler am nächsten.
auf der verlinkten seite kann man die episode 10 von vice auf HBO natürlich nicht sehen, aber dort sind ein paar fotos der vice-reise nach nord-korea verlinkt, ein hollywoodreporter.com-artikel in dem der CEO und der dings von vice erklären wie sie dennis rodman nach nord-korea geschickt haben.
die folge aus nord-korea war sehr verstörend, auf sehr vielen ebenen, aber man sollte sie sehen, wenn man im intrenet mal über sie stolpert. meine lieblingsszene war aus dembekanntencomputerraum, in dem ein nordkoreanischer statist minutenlang auf die google-startseite starrte.
regional - bio - fair ist nicht alles. saisonal ist auch ein knackpunkt:
Nachhaltiger Anbau liegt aber auch in den Händen der Verbraucher: Wer mit gutem Gewissen reife Früchte essen möchte, muss sich nach der Saison richten. Nicht nach der im Supermarkt - sondern nach der da draußen.
die sofort-kultur die sich im internet ausbreitet ist nicht nur technologisch bedingt. alle wollen alles immer haben. ich glaube nach slow-food und slow-media muss auch mal sowas wie eine „aktiv-warten“ bewegung an den start.
abgesehen davon, musste ich eben daran denken wie jemand versucht andere leute davon zu überzeugen, dass tomaten die auf scheisse oder mist gewachsen sind, besser schmecken, als welche die auf kokosfasern und nährlösung gewachsen sind. /herzdamengeschichten.de
Status verleiht heute nicht mehr der schlichte Besitz von Dingen, sondern die Art, wie man sie benutzt. In einer Informationsgesellschaft bezieht man Status und Selbstbewußtsein nicht aus der Verkleidung oder der Rechenstärke von Computern, sondern aus der Eleganz, mit der man sich durch den Informationsozean bewegt und der Art, wie man kommuniziert.
(Via Oliver M. Piecha in der Jungle World) FAZ-Korrespondent Rainer Hermann hat neulich ein Haupt- und Staatsinterview mit dem syrischen Präsidenten Bashar al-Assad geführt. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sanafand es so instruktiv und objektiv, dass sie es gleich auf Englisch ins Netz stellte. Aber kann es sein, dass eine Passage im Deutschen unterdrückt wurde? "Interviewer: Mr President, thank you very much. I have been greatly influenced by your personality and your vision; I hope Europe and the West will benefit from this interview and look at you and your country differently.
President Assad: Thank you very much and welcome again to Syria."
wie absurd es heutzutage ist von qualitätsjournalismus zu sprechen, sieht man spätestens wenn man diesen text zuende gelesen hat. da gibts dann den spiegel, der, wie man es gewohnt ist, „viele Halb- und Viertelwahrheiten mit einigen echten Fakten und einigem puren Unsinn vermischt“ und, um irgendeine bescheuerte these plausibel zu machen, alles zuspitzt, studien tendenziös interpretiert und alles differenzierende weglässt. und dann gibts irgendeine bloggerin die sich die mühe macht ein paar der spiegel-quellen nachzulesen und diffenziert zu interpretieren und das dann differenziert und umfangreich aufschreibt.
und dann fällt es einem wie schuppen von den augen: mit qualitätsjournalismus meinen die leute, die für etablierte medien arbeiten, eigentlich „weniger schlechten journalismus“.
drmutti:
Aber der Glaube an die gute alte Zeit sitzt nun einmal tief. Nur mit Härte und Strenge erzielt man Bildungserfolge, oder? Kinder müssen gezwungen werden! Und stures Einpauken hat den SPIEGEL-Autorinnen doch auch nicht geschadet? Ich bin mir da nicht so sicher. Ich wünsche mir bald einen Artikel zur “Journalismus-Katastrophe: Warum unsere Journalisten zwar orthografisch korrekt, aber inhaltlich falsch schreiben".
der neue (östereichische) CEO der (schweizer) NZZ-mediengruppe in seinem antrittinterview:
Wenn es nicht passt, sollte man auch wieder gehen, sonst verlieren alle nur Zeit.
nicht schlecht, gleich im antrittsinterview zu klären, wie man mit strategischen differenzen in der führungsetage umzugehen gedenkt: einfach wieder gehen.
thomas katzensteiner und astrid maier über die samwer-brüder:
Die Strategie der Samwers ist simpel: Die Bevölkerung in einer angepeilten Region muss nur groß genug sein, die Wirtschaft stabil wachsen und das Internet sich schnell verbreiten, dann sind die meisten Grundbedingungen für eine Eroberung schon erfüllt. "Die Vorbereitung auf einen Markteintritt kommt ungefähr einer fünfminütigen Wikipedia-Recherche gleich", berichtet ein Wegbegleiter.
ich plädiere dafür das adjektiv samwer in den duden aufzunehmen. samwer bedeutet das gegeteil von solide.
sascha lobo hat ein interview mit marion gleiß marusha gelesen. kurz vor ende verzweifelt er:
Ab hier müsste man jetzt eigentlich ausnahmslos jeden Satz zitieren, weil das Interview am Anfang gaga ist, in der Mitte megagaga und zum Schluß hin gigagaga mit Tendenz zur Teragagaheit. Aber das geht nicht, weil. Weil. Weil es gesundheitsgefährdend ist. Monty Pythons tödlichster Witz der Welt wurde als Techno-DJane wiedergeboren.
Jetzt kommt der Satz, für den ich aus der SPD ausgetreten bin:
Ich möchte nicht, dass Peer Steinbrück Bundeskanzler wird - weil ich ihn wegen der zynischen, „der Zweck heiligt die Mittel“-pragmatischen, die sozialdemokratischen Tugenden verachtenden Entscheidungen, die er hier unter Druck trifft, für ungeeignet halte, das Land zu führen.
welche entscheidungen das sind, hat michalis pantelouris gut nachvollziehbar aufgeschrieben.
Denn in diesem ganz bestimmten Fall kann ich nicht schweigen. Ich kämpfe seit Jahren öffentlich gegen Typen wie Rolf Kleine. Ich kann nicht monatelang darüber schweigen, dass ein Mann, der dann auch mit meiner Unterstützung Kanzler der Bundesrepublik werden will, sich einen Mann ins Team holt, der genau das tut, was ich bekämpfe.
bettina böttinger spricht mit gertrud und peer steinbrück. gertrud steinbrück: „gattin? das wort ist mir zu biologisch.“ etwas lang, fast 35 minuten lang völlig unpolitisch, aber trotzdem amüsant. und sympathisch. steinbrück würde ich sogar wählen, wenn da nicht ein riesengrosses problem mit drei buchstaben hinter stehen würde: die SPD. und dieser steinbrück-sprecher. /mathias richel
sehr schön, acht bloggerportraits von ole reißmann, fast ohne die üblichen verdächtgen. wenn das ding im print erschienen wäre, hätte ole reißmann auch einen fotographen losschicken können. so musste er offenbar die blogger um bildmaterial bitte.
sehr schön, silke burmesters rede beim netzwerk-recherche-dings kürzlich. bei minute 7 macht sich über thomas tuma lustig:
Aber, woran hat Thomas Tuma uns jüngst erinnert? Wir dürfen uns nicht mit einer Sache gemein machen. Bloß nicht für etwas kämpfen, sich einsetzen, an das man glaubt. Schon gar nicht für ein demokratisches Grundrecht wie freie Medien oder Gleichberechtigung. Das kommt für einen Mann wie vom Spiegel früher oder später schon von allein. Der Forderung, auf Engagement zu verzichten, geht nicht nur die naive Annahme voraus, es gäbe eine objektive Themenwahl, die Abspaltung des Ichs von dem, was man schreibt, sie ist auch Bullshit.
irgendwas mit slow media und dem slow media manifest. ich hatte nicht die geduld das zu lesen, aber hamish mckenzie hatte auch nicht die geduld das zu schreiben:
The irony is that I wrote this post in a great hurry, taking two hours from conception to publication.
nico brünjes erklärt warum es mit der bezahlung im internet noch nicht so recht funktioniert:
Bezahlung im Internet muss einfach, schnell, sicher und vertrauenswürdig ablaufen, zwischen Geschäftspartnern, die sich gegenseitig vertrauen und respektieren. Und das Angebot muss natürlich auch stimmen.
cory doctorow sagt er habe es schon immer gesagt und sagt es erneut, privatsphäre hat nichts mit geheimnissen zu tun, sondern mit dem recht unbeobachtet zu sein — wenn man das will:
You should care about privacy because privacy isn't secrecy. I know what you do in the toilet, but that doesn't mean you don't want to close the door when you go in the stall.
Der Prozess ist wunderschön, und wie [Gerhard Richter] am Anfang in einem Ausschnitt eine Doku aus den 60ern sagt:
Man wird als Maler immer gefragt, was man sich dabei gedacht hat, aber das ist ja eben falsch. Malerei ist eben eine andere Form des Denkens, eine die sich nicht in Worte formen läßt. Es ist das Wesen der Malerei, dass sie eben nur ein Bild ist.
eine ziemlich gute the daily show-folge mit john oliver, der urlaubsvertretung von jon stewart. am anfang gehts fast nur um bigotterie, im gespräch mit fareed zakaria gehts um aussenpolitik und ein paar sehr kluge sachen rund um kolonialismus, den irak und syrien und militärischen interventionen.
das ist ein blogartikel über veröffentlichung von dokumenten, in denen ein britischer staatssekretär davon erzählt wie churchill und stalin sich bei einem treffen im august 1942 zuerst nicht einigen konnten, nach einem gemeinsamen besäufnis gegen ein uhr morgens aber ziemlich einig waren. erwähnt wurde das ganze in der daily show mit john oliver und fareed zakaria. fareed zakaria meinte der daily telegraph hätte die story exklusiv gehabt, aber soweit ich sehe war das nationalarchiv einen tag früher. die huffington post hat dann einen tag später nachgezogen.
jens weinreich möchte ein buch über das internationale olympische komitee schreiben das ich sehr gerne lesen würde. das ioc, die olympiaden interessieren mich zwar nur sehr am rande, aber wenn jens weinreich drüber schreibt schmeckts ganz sicher.
von den benötigten €10.000 hat jens weinreich auf krautreporter.de bereits ungefähr die hälfte gesammelt. ich würde das sehr buch gerne lesen und hab €20 gegeben.
Die Antwort ist ganz klar: nein. Und das nicht nur, weil viele tatsächlich ihren Adblocker abgeschaltet haben, wofür wir jedem Einzelnen danken wollen. Sondern auch, weil eine konstruktive Diskussion mit unseren Lesern entstanden ist - über störende und weniger störende Werbeformen und über alternative Bezahlmodelle. Sie hat dazu geführt, dass wir einige Werbungen abschalten lassen haben, vieles hinterfragt haben und über Verschiedenes mit unseren Werbepartnern diskutieren. Durch die Ergebnisse unserer kleinen Umfrage wissen wir jetzt außerdem etwas mehr darüber, wie es um die Zahlungsbereitschaft unserer Leser bestellt ist.
was fehlt: was haben die sz, die zeit online, spiegel online und die anderen beteiligten aus der aktion gelernt? haben sie etwas gelernt? und wenn ja, warum teilen sie es nicht. warum fragen sie nicht?
stefan winterbauer erklärt den erfolg von buzzfeed und auch wenn er dabei „visuell“ mit „optisch“ verwechselt hat er das überzeugend aufgeschrieben. wenn der artikel „Was Medien von Meedia lernen können“ überschrieben wäre, hätte er übrigens sehr viel kürzer ausfallen können.
schöne geschichte, allerdings frage ich mich was das „ausgerechnet ein deutscher“ in der überschrift soll. und warum vice das veröffentlichungsdatum nicht auf der seite, sondern nur im quelltext (2013-06-13 11:38:00) angibt.
Was ich auf einen Server von Microsoft, Apple, Google oder Facebook legen ist nicht sicher, ist nicht privat. Das kann, das darf 2013 keine neue Einsicht sein. Jede andere Position ist im besten Fall romantisch, im Normalfall Fall naiv und im schlimmsten Fall sogar grob fahrlässig.
und: das was im netz passiert, passiert zum grossen teil, weil es geht. wir laden filme und musik runter, weils geht, wir verbinden uns mit anderen leuten, weils geht. und umgekehrt werden daten gesammelt und ausgewertet, weils geht.
was fehlt sind rückkoppellungen die unser tun und die folgen (für uns und andere) erkennbar machen. wir sind vergleichbar mit einem kind das an ein aquarium klopft (weils geht), aber keine möglichkeit zu erkennen hat, wie sich das von innen, für die fische anfühlt. bekäme das kind sensorisches feedback zu seinem klopfen, wäre das ganze ein ganz anderer prozess.
Meinungen werden entsetzlich überschätzt, das ganze Herummeinen wird viel zu hoch gehängt, besonders in diversen Blogs zur Zeit. Über Meinungen kann man nur streiten, wenn man den Humor und die Selbstironie behält, und sonst sollte man um Gottes willen die Klappe halten, denn womöglich meint man morgen etwas anderes. Meinungen sind Spielzeug, man kann sie drehen und wenden und zack, sehen sie anders aus. Sie verfärben sich je nach Wissensstand, Gesellschaft und Umgebung, es lohnt nicht, sich deswegen an die Kehle zu gehen.
ich finde das wunderbar auf den punkt gebracht.
john gruber findet ios7 habe luft nach oben, ist aber grundsätzlich sehr gegeistert und begründet das auch nachvollziehbar:
There's a sense of place, depth, and spatiality in iOS 7 that makes it feel like hardware. A real thing, not pixels rendered on glass. It's as though Ive has brought the same design goals that have always informed Apple's hardware to software. And here, his team isn't limited by physics. Planes can have zero thickness. But it's a system, in the truest sense of the word.
angenehmes rumdifferenzieren zur ios-7 kritik und zu allgemeinen ios-design-problemen von frank chimero:
Interface designers for the iPhone have an unusual problem: the phone is so successful, the designers' target audience is practically everyone. How do you even begin to design for that?
craig hockenberry liefert alle erklärungen dazu, warum ios7 so scheisse over the top ausssieht, es aber trotzdem keinen grund gibt sich zu sorgen:
Like with Aqua, these fundamental changes in how things work will stick around for a long time. We may complain about how things look in the short term, but improvements in usability will be something that we value much more in the long term.
marcel weiss hat die anhebung der drosselgeschwindigkeit bereits als mögliches taktisches manöver der drosselkom im april vorhergesehen. und wiederholt den entscheidenden punkt:
Das Problem ist nicht die Drosselung selbst, sondern die Folge der Drosselung: Die Ungleichbehandlung von Webangeboten, weil die Telekom Wegezoll für 'Managed Services' anbietet, die von der Drosselung befreit werden.
Casey's habits underscore a new reality for this networked generation: Social networks -- and the gadgets they run on -- aren't a distraction from real life, but a crucial extension of it.
das ist wirklich faszinierend zu lesen, beinahe wie eine dokumentation über die ureinwohner von papua-neuguinea. ausserdem bin ix froh, dass ich kein teenager mehr bin (ich bin jetzt kaffeetrinker). /guardiantech
Man muss jetzt Strafe zahlen, wenn man die „Bild“-Zeitung lesen möchte.
ich fand die erste sendung etwas zäh und steif. nicht schlecht, aber wie ein kommentator drunter schrieb, mit luft nach oben. diese zweite sendung fluppte schon viel besser, bzw. hatte schon weniger luft nach oben. ein paar gags sassen, einige davon waren sogar richtig gut und die einspieler und zusammenschnitte waren wunderbar gemein. beruhigenderweise hat friedrich küppersbusch auch ein, zweimal seine augen geöffnet, was mich von der sorge befreite, dass sie in der sendung zuwachsen würden.
woran ich mich auch langsam gewöhne ist die irritierende heiner-geißlerigkeit und diese tief verwurzelte old-schooligkeit von küppersbusch. er sagt den sendungstitel an, er sagt guten abend, obwohl die sendung(glaube ich) bereits nachmittags online steht weil die sendung (theoretisch) um 21 uhr aufgezeichnet wird und ich sie mir heute früh angesehen habe, aber von normalen menchen natürlich erst morgens angesehen wird. er weist darauf hin, dass er sich im gebührenfinanzierten fernsehen befinde und er redet (am rande) von etwas, dass ich seit 30 jahren nicht mehr gehört habe: der montan-mitbestimmung.
woran ich mich wahrscheinlich in den nächsten 100 tagen nicht gewöhnen werde, ist das raufaser-büro das als studio benutzt wird. mir ist das ein paar stufen zu trashig und lieblos. auch der stets eine halbe sekunde zu spät geschnittene seitenblick mit glühbirne wird mich in den nächsten 100 tagen regelmässig zum „warum?“-denken bringen.
das ist so schön, dass ich es (beinahe) komplett zitieren möchte:
Ich will Angreifbarkeit, Inkonsequenz, Sinnlosigkeit, Sich-aus-dem-Fenster-lehnen, Das-Herz-auf-der-Haut-tragen und Sich-selber-unangespitzt-in-den-Boden-rammen. Ich will bis ans Ende der Fahnenstange und dann weiterklettern. Ich will missverstanden werden. Ich will unverstehbar sein. Ich will die Tausenddeutigkeit. Ich will die Provokation bis ins Hysterische treiben. Ich will jeden Tag bereuen. Ich will mich verurteilen und an mir zweifeln. Ich will die Selbstzerfleischung, meinen Verstand auf Messersschneide zwischen Irrsinn und Kalkulation herbei inszenieren. Ich will die Menschen so sehr lieben, dass ich aus dem Weinen nicht mehr raus komme. Ich will endlose Gnade und Barmherzigkeit, will niederknien und mich unterwerfen. Ich will bedingungslos scheitern. Manche Fehler kann man gar nicht oft genug machen. Ich will Verfall und Irrtum, Zögern und Hadern. Ich will Schwäche und Angst. Ich will das Unfertige und Halbgare, das Untalentierte und Stümpferhafte. Ich will Flausen. Ich will Müdigkeit und Erschöpfung. Ich will die Kapitulation und den Untergang! Ich will im Herzen der Finsterniss und in den elysischen Feldern wandeln.
kommen zwei polizisten vorbei und fragen ein CSU-mitglied, ob sie ihren letzten tweet über ein anderes CSU-mitglied löschen könnte. so könnte auch ein witz in der hörzu anfangen.
nochmal was mit teenagern und sozialen netzwerken. im prinzip gehts um die gleiche studie über „soziale Steganographie“ von danah boyd, zu der ich schon vor nem monat terziär-literatur verlinkt habe.
Die Kanzlerin ließ ihren Sprecher sogar erklären, man könne davon ausgehen, dass sie das Thema bei einem Treffen mit Obama anschneiden werde. Vielleicht! Anschneiden! So emotional für Bürgerrechte kämpfend hat man Merkel lange nicht mehr erleben dürfen.
The 29-year-old source behind the biggest intelligence leak in the NSA's history explains his motives, his uncertain future and why he never intended on hiding in the shadows
eindeutig die story des tages (gestern). und es wird noch einiges mehr zur überwachungs-praxis der NSA kommen.
ich bin gespannt ob johnny haeusler nicht nur den text, in dem (unter anderem) robert basic (und ich) als „Arschlöcher“, „ewig arme Würstchen“ und mobbingverharmloser dargestellt werden, als „berührend“, „ehrlich“ und „authentisch“ empfiehlt, sondern auch diesen text verlinkt, in dem robert basic (unter anderem) darauf hinweist, dass er ein mensch ist (wenn auch einer mit limitiertem talent für sprache):
Habt Ihr vollends den Arsch offen zu glauben, mir würde es nicht leid tun? Ich mich nicht bis heute bodenlos schämen für diesen Mist? Ich ein Herz aus Beton und Eisen haben, der damit auch noch kokettiert? Nur weil ihr aus wenigen Sätzen den Scheiß herauslesen wollt, weil ich stellvertrend für andere Blogger nicht die Kunst des gelobten Wortes beherrsche? Habt Ihr vollends den Arsch offen zu glauben, ich würde Mobbing gut heißen, mich nicht um meinen Sohn und andere Schüler kümmern, die darunter leiden?
der text ist übrigens auch einer der ersten basic-artikel seit längerer zeit, die ich verstehe (auch wenn der text ein starkes redaktionsbedürfnis in mir weckt).
Naveen sammelt seine eigenen Daten wieder ein und bietet sie als eigene >Personal API< an. Über seine Motivation schreibt er: »as a part of all these experiences, i've always been curious about the idea of a personal API - a 'quantified naveen' - that would expose all of the information i knew about myself in a clean, open document.«
das erinnere ihn an reclaim.fm. mich auch. gute idee.
3) "Medvedev will marry Lyudmila but will divorce her after four years, and Putin will remarry her," quipped another tweet. This is a reference to the constitutional ploy Putin used to remain president after serving two terms by ceding the Kremlin to Dmitry Medvedev for a four-year interregnum before returning to the Kremlin. The Russian Constitution restricts presidents to two "consecutive" terms.
Viel feiner wäre es doch, das Konzept der Normalität in Frage zu stellen und zu akzeptieren, dass dumme, schöne, häßliche, witzige, pathetische, kluge, wütende, fröhliche, sanfte, stille, selbstironische, laute und hochbegabte Menschen eine Daseinsberechtigung ohne Bewertung haben. Man muss nicht ihr Freund werden, sich nicht mit ihnen fraternisieren, es reicht völlig aus, einfach zu akzeptieren, dass es sie gibt.
Der einzige Ort, wo es in Deutschland Handtücher mit zwei Schlaufen gibt, heißt meines Wissens Ikea. Wegen solcher Sachen ist Ikea noch erfolgreicher als Joop.
wenn martenstein nicht über politik und korrektheit schreibt, sondern aus seinem badezimmer berichtet, ist er richtig witzig.
ausserdem überlege ich, ob ich meine artikel jetzt auch mit zusammenfassenden überschriften in der dritten person versehen soll.
In den Selbstbeteiligungs-Angeboten des Internet ist immer Kirmes. Die Blumenmänner nennen sich Publizisten, Experten oder Humoristen und benutzen stumpfe Syllogismen, um in der, dem Medium eigenen kurzen Aufmerksamkeitsspanne, möglichst schnell Reaktionen auszulösen. Wenn, dann und immer wenn. Alle, die; Leute, die und jeder, der. Kein Bild zu grob, kein Verhalten, aus dem sich nicht auch ein geringschätziges Etikett ableiten ließe. Keine Aussage zu alt, um ihre fehlende Originalität nicht als gelerntes Muster erleichtert wahrzunehmen: Same as it ever was, same as it ever was.
mir ist aufgefallen, dass peter breuer ziemlich oft blog-artikel löscht. wenn ich mich recht erinnere macht er das auch gelegentlich mit twitter-accounts. was ich auf sehr vielen ebenen schade finde. diesen artikel hab ich mir einfach mal abgespeichert.
kai biermann erklärt die aktuellen enthüllungen zur NSA, aber auch ein paar „leaks“ aus der vergangenheit und wie die behörden versuchen whistleblower einzuschüchtern. (könnte sich mal jemand eine sinnvolle übersetzung für whistleblower ausdenken?)
am donnerstag spekulierte michael arrington über die wahrheitsbeugung von google, facebook, apple, yahoo und anderen high-tech-firmen durch juristische sprachtricks, teilweise ausgeführt von deren CEOs. fast alle sagten in etwa:
nein, die regierung hat keinen direkten zugriff auf unsere server (was die übermittlung von daten an die geheimdienste nicht ausschliesst)
wir geben daten nur nach gerichtlichen anordnungen heraus (was auch bedeuten kann, dass man täglich 50tausend datensätze auf gerichtliche anordnung an die NSA weitergibt)
das perfide an dieser sprachakrobatik ist natürlich, dass man sie irreleiten soll; hängen bleiben soll „wir geben keine daten weiter“ indem man ledigliche einen spezialfall explizit ausschliesst.
gestern verlinkte arrington dann diesen artikel der new york times, der diese sprachakrobatik nochmal im detail beschreibt und fragt sich, warum „diese leute“ es nicht schaffen die wahrheit zu sagen:
In case you missed it, Miller spells it out for you: “While handing over data in response to a legitimate FISA request is a legal requirement, making it easier for the government to get the information is not."
Or to put it another way, who the hell needs “direct access" or “back doors" when companies are building “secure portals" for them instead?
We could quibble all day about whether these men lied (no), or simply misled (yes). But what I really want to know is this:
What has these people, among the wealthiest on the planet, so scared that they find themselves engaging in these verbal gymnastics to avoid telling a simple truth?
Tight security restrictions at Thursday's Google shareholder meeting led even the company's much-hyped Google Glass technology to be banned, infuriating a consumer watchdog group who accused the tech giant of hypocrisy.
rené walter hat shepard faires obama-poster aktualisiert und jede menge links zum „Überwachungsmonster PRISM“ gesammelt und kommentiert.