Weil die Stadt nicht reich an Sensationen war, entwickelte ich eine Vorliebe für diese Sonderlinge. Einer anderer war Harald. Harald war fast fünfzig Jahre älter als ich und hatte den Teint von frisch angerührtem Zement. Auf dem Kopf trug Harald eine Baskenmütze, die ihn als politischen Dissidenten auswies. So einfach waren die Symbole damals noch.
thomas lückerath hat vor ein paar tagen auf dingensdl.de geschrieben, dass der deutsche itunes store jetzt auch (endlich) aktuelle tv-serien, ein paar tage nach der ausstrahkung im US-fernsehen, in deutschland anbietet. philipp waldhauer hat trotzdem ein paar probleme damit.
7. Wir haben Eheringe aus Holz, die wir nicht tragen. Mein Ring hat 1,20 Euro gekostet. Der meines Mannes 80 Cent. Auf meinem ist eine Blume. Ich finde es völligen Unsinn schweineviel Geld für so etwas wie Ringe auszugeben. Ich erinnere mich auch ohne Ring daran, dass ich verheiratet bin. Mein Mann findet mich unromantisch.
ich muss da auch jetzt, wo ich das zum dritten mal lese, drüber kichern.
etwas neues zu erfinden ist mühsamer scheiss. aber etwas neues zu erfinden und so zu präsentieren als funktioniere es bereits, scheint besonders anstrengend zu sein. aber im ernst: in diesem text von fred vogelstein steht, warum vor 2007 niemand ein iphone-ähnliches telefon auf den markt gebracht hat; die technischen hürden waren so schwierig zu überwinden, dass es fast unmöglich war.
ich erinnere mich noch irgendwann gelesen zu haben, dass das management von blackberry nach der präsentation des ersten iphones dachte das müsse ein fake sein, weil sie sich nicht vorstellen konnten, dass apple die akku-probleme, die mit einer solchen technologie einhergehen, gelöst haben könnte. wie fred vogelstein schreibt, hatten sie das auch nicht. /pxlnv.com
erstaunlich, wie sehr sich die kritiker mit lob überschlagen, für „gravity“, bullocks darstellung und überhaupt. nachdem ich den ersten trailer gesehen habe, dachte ich noch so „öhm“. die neuen trailer sind mir irgendwie zu klaustrophobisch.
aber in dem link gehts um was ganz anderes. /wired.com
thor gegen alex kerner. hannah pilarczyk ist auf spiegel online schonmal extrem begeistert von „rush“. ich habe vor ein paar wochen mal ron howard, den regisseur von rush, bei top-gear gesehen, und wusste, als dort ein erster trailer gezeigt wurde: den film will ich sehen.
helge schneider macht einen auf miley cyrus. bin mal gespannt, wann terry richardson helge schneider durchfotografiert. (ich finde das video schrecklich, aber wegen meiner billigen pointe oben, verlink ich es trotzdem.)
wegen dieser rubrik lohnt es sich meiner meinung nach übrigens dooce.com zu abonnieren. oder wegen dieses tweets, den sie gefunden hat, während sie sich im internet umgeschaut hat:
dieses (kurze) making-of der letzten folge breaking bad kann man nur mit einer nord-amerikanischen IP-adresse ansehen. deshalb bin ich froh, dass bei mir noch so ein black-vpn-router steht. viel zu erfahren gibts aber ohnehin nicht, ausser das bryan cranston (walter white) in der letzten folge mehrere gesichts- und halsprothesen trägt, damit er älter und eingefallener aussieht.
vor acht jahren habe ich mal (erfolglos) versucht wladimir kaminer zum bloggen zu bewegen. und jetzt schreibt er einfach ins internet, so ungefähr seit dem märz dieses jahres — und niemand hat mir bescheid gesagt. soll ich das jetzt von hinten nach vorne durchlesen oder von vorne nach hinten?
Für Menschen, die sich bisher noch nicht mit Markdown beschäftigt haben, wird sich der Charme der hier beschriebenen Methode kaum erschließen.
für menschen wie mich, die ihr essen auf dem herd kochen und braten, erschliesst sich der charme fleisch über einer offenen flamme mit karzinogenen anzureichern und zu garen, auch nicht.
Was unterscheidet den Blogger vom Blogger? Der Publizist Magnus Klaue, der auch ab und zu im Freitag seinen Gedanken Lauf lässt, hat sich Notizen gemacht und publiziert.
und „achtermann“ hats für den freitag zusammengefasst und teilzitiert. meine reaktion war lautes gähnen.
wunderbar, sascha lobo als intellektueller in der FAZ, der anderen intellektuellen kräftig und intellektuell auf die füsse tritt. viele absätze sind mit fremdworten gespickt, obwohl sascha lobo am besten ohne fremdworte austeilt:
Strauß beklagt, dass es keine Avantgarde mehr gebe, kaum noch „neue unzugängliche Gärten“ existierten. Er übersieht, dass es beides gibt. Er hat nur offenbar keinen eigenen Zugang mehr dazu. [...] Für die Zugänglichkeit spielt es kaum eine Rolle, ob eine Nadel im Tresor oder im Heuhaufen verborgen ist.
wunderbar unterhaltsamer und affirmativer text für internetfilterblasenbewohner wie mich.
das schönste filterblasenbild der letzten 48 stunden kommt von stefan niggemeier:
Der »Spiegel« behauptet:
Es ist ein trauriger Rekord: Noch bevor sich die neuen Koalitionäre zum ersten Mal getroffen haben, ist der Ruf des Bündnisses bereits lädiert, und die Bürger rechnen schon mal nach, wie viel sie das Wahlergebnis kosten könnte.
Ich vermute, die Autoren glauben das wirklich -- tatsächlich gab es ja zwischen allen Bürgern auf dem Flur des Ressorts eine verblüffende Übereinstimmung in dieser Frage.
ansonsten lässt stefan niggemeier mit zwei oder drei federstrichen die luft aus der spiegel titelgeschichte raus, was sehr unterhaltsam zu lesen ist.
die kunst überschriften zu schreiben, die das lesen des dadrunter stehenden artikels beinahe überflüssig machen beherrschen der postillion und techdirt besonders grossartig. hier nur mal eine auswahl der letzten tage auf techdirt:
die krabbe, weitgehend spoilerfrei über breaking bad:
Zugegeben. Der Hype um Breaking Bad nervt etwas. Jeder empfiehlt die Serie, hält sie für das Beste seit geschnitten Brot und fühlt sich dazu berufen einem die Serie aufzuschwatzen. Damit wurde wohl The Wire abgelöst, die vorher diese Rolle eingenommen hat und das ist dann vielleicht auch ganz gut so (auch wenn die beiden Serien nicht auf einem Niveau spielen).
Nichtsdestotrotz ist der Hype gerechtfertigt. Es gibt momentan keine andere Serie, die sich so konstant auf so hohem Niveau bewegt, wie diese.
mit dem ende ist er, im gegeteil beispielsweise zu mir, nicht so irre zufrieden:
Vince Gilligan schiebt noch eine Episode hinterher, in der Walt aus seinem Unterschlupf hervor kommt und jede offene Storyline mit einem hübschen rosa Schleifchen versieht und und so jeder wichtigen Figur ihre Katharsis gibt.
im text eingebettet ist ein prima super cut von breaking bad, bei dem ich nach dem sehen nicht weiss ob ich die serie nochmal durchgucken soll oder ob ich jetzt gerade alle highlights gesehen habe.
Das Phänomen kann vielleicht jeder von seinen Hobbys oder aus der Arbeitswelt nachvollziehen: Über kurz oder lang glaubt man nur noch, dass die Welt aus den Themen besteht, mit denen man sich selbst beschäftigt.
sehr konkret, sehr bildlich und überzeugend argumentiert.
etwas euphorischer rückblick auf das breaking bad finale. aber immer noch 2000mal besser als alles was man auf spiegel-online dazu lesen kann.
linda holmes sieht das ende von breaking bad ein bisschen differenzierter und ist (nachvollziehbar) ein bisschen enttäuscht. aber sie zieht auch einen schönen vergleich zu fernsehkritik und musikkritik:
I don't listen to a symphony, after all, and say, "I wouldn't have put the trumpets there. That guy is a hack. I hate that guy. I want my money back."
und der beste schlusssatz unter eine kritik jemals lautet:
treffendes tote-hosen-bashing von matthias lohre:
Die Toten Hosen sind die CDU der deutschen Musikindustrie. Die Union lässt zu, dass man sie mit Konservativen verwechselt. Die Toten Hosen lassen zu, dass man sie mit Punks verwechselt. Was Punk ist, dafür gibt es so viele Definitionen wie Unions-Mitglieder. Meine Privatdefinition: Punk ist ein Ausbruch von Energie, ein zielloses Dagegensein, ein stolzes, aber auch blindes Nein, die reflexhafte Ablehnung aller äußeren Anforderungen und Angebote. No future, und die Gegenwart kann mich auch mal. So gesehen, sind die Toten Hosen das Gegenteil von Punk.
ein millionenkonzern belästigt eine kaffeehausbetreiberin juristisch und meint allen ernstes mit solchen aktionen sein image zu schützen. ich sollte wieder anfangen die markenlogos auf meinen sachen abzukleben und wie im öffentlich rechtlichen rundfunk zu leben.
antonia baum macht sich über eine redaktionsinterne vorführung von googles datenbrille lustig. zu recht, aber wie ich finde, ein bisschen zu oberflächlich. immerhin habe ich mal wieder zwei sachen gelernt: google-glass-träger werden es wirklich schwer haben und spott ist eine kunst, die nicht jeder beherrscht.
auch schön, die sendung (habe die zweite gesehen, für die erste hatte ich keine zeit). anke engelke ist hemmungslos authentisch und so wie sie wahrscheinlich auch sonst ist. leider ist der video-player eine katastrophe und die musikeinlagen sind fast durchgängig 3 tacken zu lang. aber anke engelke beim sich unterhalten zuzugucken macht spass.
1) damit ist quote.fm (semi) offiziell tot: wenn superlevel nach über einem jahr nicht mehr quote.fm zum quote-einbetten benutzt, sondern etwas selbstgebasteltes, dann ist das ein ganz schlechtes zeichen. 2) ganz schön kontrovers, dieses GTA V.
ich verlinke astrid herbold immer wieder gerne und mag ihre texte. das ist auch bei diesem text zu googles 15jährigem „geburtstag“ nicht anders.
der kiezneurotiker hat einen schönen nachruf an die piraten geschrieben:
Die Piratenpartei ist durchgenudelt. Jetzt darf sie gehen.
Ich finde dieses Ende sehr schade und ich glaube, der Verlust ist gar nicht hoch genug zu beziffern. Sie wollten es anders machen. Ganz anders. Die Piratenpartei war für mich mal der Frodo der Politik. Ein kleiner Sympath, unsicher, aber lieb, der es besser kann als die Elben, deren Zeit vorbei schien, und der die Orks das Fürchten lehrt.
stimmt. the good wife ist eine der wenigen shows, die das internet einigermassen differenziert darstellen. aber auch sonst eine der wirklich gut gemachten serien.
stefan niggemeier spricht mit seinem ex-chef friedrich küppersbusch über den tagesschaum. in einer frage sagt stefan niggemeier:
In meinem Bekanntenkreis haben viele Leute am Anfang mit der Sendung gefremdelt, aber gesagt, sie haben das Format irgendwann kapiert, sind in den Rhythmus der Sendung gekommen.
bei mir wars umgekehrt. ich mochte das format ziemlich schnell, habe dann aber nach der sommerpause angefangen zu fremdeln.
ausserdem hat friedrich küppersbusch dank des internets entdeckt, dass missverstehen nie auszuschliessen ist:
Wir hatten einen Beitrag, wo wir über die Insolvenz von »Praktiker« geredet haben, der endete damit, dass ich sagte: Wenn es die Manager so verholzen, dann gebt den Betrieb doch der Belegschaft, denn die sind die einzigen, die wirklich wissen, wie der Laden geht. Das fand ich eine ganz luzide Botschaft. Die YouTube-Kommentare aber waren: Wie könnt ihr denn die Mitarbeiter von »Praktiker« so verarschen. [...]
Dass ich eindeutige Aussagen formuliere, und das so missverstanden wird. Da staune ich.
was mir ja noch fehlt ist eine app die ich auf meinem rechner laufen lassen kann, in der ich wie bei einem videorekorder sendungen programmieren kann, die mir die app dann runterlädt. die ehemalige mediathek.app hatte solche funktionen bereits ansatzweise. mein fernsehkonsum ist schon lange nicht durch das fernsehen geprägt, sondern durch das abonnieren von sendungen.
das rezept ist mir von einem freund aus new york empfohlen worden. probier ich gleich mal nächste woche aus, noch gibts frischen mais auf dem markt. (auf der seite der nytimes hab ich 5 minuten gebraucht um das rezept zu finden. es ist in einem video versteckt.)
auch schön, dass der stern knallhart in seinem ressortmuster von 1970 verhaftet bleibt. dieser (zugegebenermassen sehr witzige) kurztest eines angeblich bolzenschneiderresistenten fahrradschlosses ist wie selbstverständlich in das ressort „auto“ einsortiert.
interessant, die zeit ordnet deutschland neu an:
Diese Karte zeigt die deutschen Wahlkreise, neu angeordnet nach Ähnlichkeit im Wahlverhalten — es gilt die Zweitstimme bei der Bundestagswahl 2013.
als ich gerhart baum vor ein paar jahren mal im cafe einstein rumsitzen sah, wäre ich gerne hingegangen um ihm zu sagen, dass ich ihn ganz toll finde. aber vielleicht ist es auch besser, leute im internet zu komplimentieren, als wenn sie gerade einen kaffee trinken wollen.
nur nochmal zur info: die besten kurzzusammenfassungen und interpretationen von breaking bad schreibt laura hudson. die zusammenfassung der vorletzten folge (und alle anderen) sollte man natürlich nur lesen, wenn man sie schon gesehen hat.
Las Zenow: Manchmal habe ich den Eindruck, dass uns im Zuge der Digitalisierung Rechte weggenommen werden, anstatt das wir die Freiheit, welche diese Technologie uns bietet, voll ausschöpfen können. DRM ist ein gutes Beispiel dafür.
Mit digitalen Büchern können wir viel mehr Dinge tun als mit ihren physischen Pendants. Zum Beispiel können wir die Bücher an verschiedenen Orten gleichzeitig haben oder wir können selbst wählen, wie der Inhalt dargestellt wird. DRM beschneidet uns nicht nur von diesen neuen Möglichkeiten; wir verlieren zudem auch den Vorteil der gedruckten Versionen, so können wir die Bücher beispielsweise nicht mehr an unsere Freunde verleihen.
Mit DRM sind wir nicht länger Eigentümer unserer Bücher.
witzig an diesem video finde ich auch die gleichgültigkeit der familienmitglieder. bis auf manchmal, da erschrickt sich die frau ganz furchtbar.
das tolle an, beispielsweise, der neuen kompass-app in iOS7 ist, dass die app nicht mehr aussieht wie ein kompass, sondern dass sich das iphone in einen kompass verwandelt. und: früher war das kalibrieren des kompass ein horror. was soll ich machen? achten in die luft zeichnen? wie lange? warum? jetzt ist das kalibrieren des kompass wie ein spiel und ich frue mich jedesmal, wenn der kalibriert werden muss.
ich wünsch mir so sehr, mal für die huffington post schreiben zu dürfen!
ist das nicht toll? da schreibt man einfach rein und tausende von menschen können einen potenziell lesen. warum hat das niemand schon vor 15 jahren erfunden?
die fritzbox-meldungen die ich auf facebook mitbekomme, sind entweder meldungen dass es ein firmwareupdate mit vielen neuen features gibt oder das fritzboxen von den angriffen auf router, über die die presse berichtet, nicht betroffen sind.
ich bin mal gespannt wie die presseabteilung reagiert, wenn tatsächlich mal fritzboxen betroffen sind.
so isses. eine oder zwei durchsichtige scheiben aus zerbrechlichem material sollen wohnungen sichern? die sicherheitsschlösser an unseren wohnungstüren sind übrigens auch schon längst gehackt.
frank zimmer erklärt woher der hass auf die FDP kommt und schliesst so:
Diese Partei braucht's nicht. Verkneifen wir uns aber den inneren Autokorso. Das Missmanagement der FDP-Spitze kostet immerhin mehrere hundert Arbeitsplätze.
ich glaube da reden jetzt alle drüber. wolfgang michal zum beispiel. oder meine halbe facebook- und twitter-timeline. aber, wie immer, argumentiert stefan niggemeier besonders überzeugend.
meine beiden stimmen haben verloren: die piraten auf bundesebene schlechter als als die FDP und özcan mutlu scheint in mitte kein direktmandat bekommen zu haben. so macht wählen keinen spass.
das war absehbar. was mich wundert ist, dass apple beim thema telefon sichern und verschlüsseln keine intelligenteren (software) lösungen anbietet. warum kann ich nur einstellen ob sich mein iphone nie, sofort oder nach 1, 2, 3, 4 oder 5 minuten sperrt? warum kann ich es nicht per schüttelgeste sperren? soetws, eine schüttelgeste oder eine art panikschalter liesse sich dann auch benutzen um das telefon sicher zu verschliessen, also dass es sich nur noch mit fingerabdruck und passcode öffnen liess. für den alltag ohne grenzübertritt oder begegnungen mit der staatsgewalt, liesse sich dann der finger als schnellöffner nutzen.
Die Vorratsdatenspeicherung kommt wieder. Mit stolzgeschwellter Brust und ohne Beweise.
wobei die frage ist, welches gesetz in den letzten jahren mit beweisen und nicht mit vermutungen oder hoffnungen formuliert wurde -- gerade im bereich innere sicherheit.
um mal johnny ive zu paraphrasieren: minimalismus ist nicht vornhemlich das weglassen von ornament und überflüssigem müll, sondern die erkenntnis wie sachen besser funktionieren können, wenn man überflüssiges weglässt. der schwierige part ist, herauszufinden was man weglassen kann und was nicht.
dabei fällt mir nochetwas ganz anderes ein: auf dem online ad summit, habe ich den vortrag eines wahrnehmungspsychologen gesehen, der darauf hinwies, dass man die wahrnehmbarkeit von werbung mit bewegungen und animationen steigern kann. bewegung suggeriere dem benutzer unbewusst gefahr, weshalb er dann reflexartig die potenzielle gefahrenquelle prüfe.
das muss man sich mal auf der zunge zergehen lassen: das geschäftsmodel der meisten onlinemedien basiert darauf, die benutzer ständig in panik zu versetzen. und die psychologen, die der industrie bei der optimierung der „werbewahrnehmung“ helfen, lassen nicht mal ansatzweise bedenken bei der präsentation dieser erkenntnisse erkennen.
wenn die werbeindustrie weiter lediglich die aufmerksamkeit misst, die ihre werbemittel erreichen, dann ist man dort demnächst wahrscheinlich auch bald der meinung, dass es eine gute idee sein könnte, konsumenten auf der strasse zu ohrfeigen. das garantiert dann maximale „werbewahrnehmung“ und aufmerksamkeit.
Unsere Medien, diejenigen, die für sich beanspruchen, “Qualitätsjournalismus" zu machen und zu definieren, sind keine Institutionen, die für die Gesamtheit der Gesellschaft sprechen. Es sind Männermedien, nicht, weil sie Frauen explizit ausschließen würden, sondern weil sie faktisch ohne Frauen auskommen und sich - wie aus dem Konzept der Medientage ganz offensichtlich wird - in ihrer Selbstanalyse auch für die Ansichten von Frauen nicht interessieren.
ein etwas radikalerer text von antje schrupp, der trotzdem durch seine gelassenheit besticht. wie übrigens fast alle texte von antje schrupp.
das nuf macht sich gedanken über werbung und erfindet produkte für männer, die den blödsinn entlarven, der für frauen angeboten wird:
Das Duschgel Eichelfresh. Penis-Anti-Odor! Eine Hoden-Peeling-Creme, die makellose Reinheit verspricht? Ein Freshness-Spray, das man nach jedem Toilettengang aufsprühen kann?
tolles, langes interview mit klaus stuttmann:
Ich wollte aber ursprünglich Künstler werden. Nur habe ich die Kunst irgendwann nicht mehr verstanden. Ich konnte mit der abstrakten Kunst nichts anfangen. Dann habe ich Kunstgeschichte studiert, weil ich dachte, dass ich ich sie vielleicht über die Theorie bzw. die Wissenschaft verstehen könnte.
schöne idee, der ich konzeptionell keine chance gebe. denn zu meiner überraschung gehen normale menschen, also menschen die sich nicht 24/7 mit technik beschäftigen, davon aus, dass ein telefon länger als 4 jahre hält. meine grossmutter hat ihr festnetztelefon um die 20 jahre benutzt. menschen die sich ein gerät für 5 bis 700 euro kaufen, erwarten dass es auch in 5 oder 10 jahren noch funktioniert.
das konzept eines modularen smartfones müsste eine sehr, sehr lange abwärtskompatibilität der einzelnen „bloks“ garantieren. sonst ist es ja witzlos von erweiterbarkeit oder resourcenschonung zu reden. das ist aber in einer zeit in der elektronische komponenten so rasend schnell weiterentwickelt und miniaturisiert werden schwer vorstellbar.
alles völlig unverständlich, aber die möglichkeit, dass unser universum aus einem schwarzen loch in einem vierdimensioanlen universum entstanden sein könnte ist faszinierend, erklärt aber genausowenig über den ursprung der welt, wie alle anderen theorien. ich glaube die beste erklärung für die entstehung des universums lautet nach wie vor: „PLING! plötzlich war es da.“
ich mag iOS7. vor allem wie ich mit einem hintergrundbild die theme-farben und damit die stimmung des telefons komplett verändern kann. und iOS7 hat mein 4S wieder etwas menschlicher gemacht: gestern habe ich mein itelefon zum erstenmal ruckeln gesehen.
was aber ein grossartiger witz ist: die apple freunde.app ist immer noch in leder eingenäht. apropos skeuomorphismus: sind die karten-metaphern in safari.app und erinnerungen.app nicht auch eine skeuomorphische nachahmung der bürowirklichkeit?
ein text über brennesseln als köstlichkeit, inklusive rezept für ein brennessel-soufflé. nachdem kürzlich unser experiment mit einem bund löwenzahn in die hose gegangen ist, werde ich das nicht ausprobieren. aber ich ich werde es ausdrucken, für eine zeit ohne strom und gas und supermärkte. dann werde ich ausprobieren, ob man soufflé auch im lagerfeuer backen kann.
smilla dankert hat sich an eine promenade in ostende gesetzt und dort menschen fotografiert die vorbeigekommen sind. ich glaube ja, dass der blick aufs meer uns menschen schwer emotionalisiert oder romantisiert. das meer ist die grösste natürliche projektsfläche für träume und hoffnungen und sehnsüchte der welt.
russell brand schreibt im guardian über seinen auftritt bei den GQ award vor ein paar tagen und spannt den bogen schön weit auf:
For example, if you can't criticise Hugo Boss at the GQ awards because they own the event, do you think it is significant that energy companies donate to the Tory party? Will that affect government policy? Will the relationships that "politician of the year" Boris Johnson has with City bankers - he took many more meetings with them than public servants in his first term as mayor - influence the way he runs our capital?
weder beim vertuschen noch beim aufklären ist die regierung erfolgreich. da kann man sich doch nur wünschen, dass die bundesregierung ihre erfolgreiche legislatur nochmal um 4 jahre verlängert, damit wir dann vielleicht mal rausbekommen, was die eigentlich können.
katharina nocun, die politische geschäftsführerin der piratenpartei, meint, „die Mauern der Monopolisten“ seien das „einzieg Hinderniss“ auf dem weg in paradies der dezentralen datenhaltung im internet. deshalb müssten „Facebook und Co.“ offene schnittstellen „für die Kommunikation ins Netzwerk herein und aus dem Netzwerk heraus anbieten, Standards offen legen und vollständige Datenportabilität garantieren.“
stefan sichermann hat keinen bock sich einen möglichen lead-award selbst abzuholen und verlost die einladung zur lead-award-preisverleihung. das ist die bewerbung die nach einem leservotum gewonnen hat:
Anna T.: Ich arbeite da direkt nebenan. Außerdem war der einzige Preis, den ich in meinem ganzen Leben je gewonnen habe, ein Malset beim Schülerzeitungs-Karikaturenwettbewerb in der fünften Klasse. Ich habe nur gewonnen, weil ich die einzige Teilnehmerin war. Und die Karikatur hatte mein Bruder für mich gemalt. Ich habe also Erfahrung im Annehmen von Preisen, für die ich rein gar nichts getan habe. Außerdem sehe ich gut aus.
vor sechs jahren war das buffet beim lead-award übrigens ganz hervorragend. wer kiloweise garnelen in sich stopfen mag ist dort bestens aufgehoben.
wir sollten dem arbeitgeber von alexander svensson sehr dankbar sein, das er ihm ab und zu zeit lässt für sein blog. dafür zahle ich gerne rundfunkgebühren.
In Berlins Osten siecht der stillgelegte Spreepark dahin. Immer wieder gab es Versuche die DDR-Freizeitanlage wieder zu eröffnen. Doch Behördenchaos und Inkompetenz stoppten alle Pläne.
am ende ihrer linkliste hat anke gröner einen werbespot eingebettet, der seltsam faszinierend ist. der spot ist völlig sinnlos, aber die musik ist treibend, die bilder schnell und schön und eigenartigerweise reicht genau das bereits aus, dass ich JETZT SCHON VODAFONE-WERBUNG VERLINKE!
Die Machtmechanik funktionierte bisher so: Jeden neuen Anschlag oder Anschlagsversuch irgendwo auf der Welt nutzten die Dienste und ihre Verbündeten in der Politik dazu, ihre Befugnisse auszuweiten. Nun ist das System aber überdreht. Alle Regeln der parlamentarischen Demokratie, sämtliche Gesetze und Verfassungsbestimmungen scheinen gebrochen und ignoriert, sämtliche Datenbanken und Betriebssysteme geknackt. Die NSA ist offenbar überall.
soetwas zu legalisieren ist ein guter grund für eine reform des urheberrechts einzutreten. soweit ich das sehe ist das, zumindest in deutschland, total illegal.
sehr schöne gedankensammlung rund um die NSA-spähaffäre, die laut torsten kleinz eigentlich auch keine spähaffäre ist, sondern eine speicheraffäre. aber erklären sie das mal einem! ach ja. torsten kleinz erklärts, so wie wir das auch allen anderen erklären sollten. (via)
erinnert mich an die geschichte mit dem frosch und dem wasser das so langsam erhitzt wird, dass er es nicht merkt (was im übrigen quatsch ist): selbst wenn man jemanden sieht, der in 5 minuten um 60 jahre altert, sieht man kaum die unterschiede und veränderungen.
plötzlich sieht man eine alte person. wie morgens im spiegel.
wie in den letzten wochen, müht sich sascha lobo in seiner kolumne am NSA-skandal ab. mir scheint, dass dieses thema ihn enorm ermüdet und er seine müdigkeit mit etwas mehr aggressivität als üblich kompensiert. die ermüdet wiederum den leser (mich).
und dann versaut er auch noch ein wunderbares bild mit einem unsagbar bescheuerten und verächtlichen spitznamen den er für angela merkel benutzt (anführungszeichen hätten es nicht gerettet):
Das Schauspiel, das die Regierung aufführt, ist keine politische Haltung, sondern Kadavergehorsam wider die Wahrheit: Wir sagen nichts, weil es laut Mutti nichts zu sagen gibt. Das Haus brennt, und Merkels Feuerwehr stellt Schilder auf, dass der Brand nie stattfand und darüber hinaus längst gelöscht sei.
aber vielleicht überreagiere ich ja auch und sascha erklärt mir, dass „mutti“ gar kein argumentum ad hominem ist?
das ist schon ein bisschen unheimlich, wie briten und amerikaner die grundrechte an ihren grenzübergängen nicht nur von ausländern, sondern auch den eigenen bürgern in der pfeiffe rauchen. boingboing hat das gleiche nochmal auf englisch.
was mir nach der vorletzten kurt krömer show mit kathrin sass auffiel (der entscheidende ausschnitt auf youtube bei ca. minute 9:17): gerhard schröder hatte nicht nur keine gefärbten haare, sondern trug auch (ganz bestimmt) nie slipeinlagen unter den armen. ich bin mir 100%ig sicher, gerhard schröder schwitzt einfach nie.
Es ist eine tragische Logik, dass Kreative sich selbst den Boden entziehen. Die Gebiete, wo sie hingehen, werden interessant und damit aufgewertet und teurer.
und:
Radikale Formen des Protests sind immer ein Symptom auch für mangelnde Kommunikation über den auch strategischen Stellenwert von Vielfalt in der Stadt. Wie wollen wir eigentlich leben - und vor allem arbeiten.
man könnte meinen, klaus wowereit regiert wie angela merkel: bräsig und ist-doch-alles-in-ordnung-mässig.
die riesenmaschine hat bestimmt einen mechanismus, die art kommentare die anatol stefanowitsch hier vorstellt als „stilistisch zu mangelhaft“ zu monieren.
ziemlich witzig und radikal; der grossartige russel brand lässt die luft aus einem aufgeblasenen event und wird danach angeblich aus der after-show-party herauskomplimentiert. ein paar hintergründe zum „eklat“ im stern (erstaunlich linkreich und gar nicht mal so sternmies wie man das gewohnt ist) und zur nazi-vergangenheit von hugo boss bei der süddeutschen: „Mode mit brauner Vergangenheit“.
ein langer text von stefan schulz zu NSA und diesem spionage-gedöns. ich habe den text (noch) nicht ganz gelesen, aber bereits im oberen drittel gefällt mir die stelle an der stefan schulz eine verbindung der amerikanischen geheimdienste mit den uns allen bekannten privaten dienstleistern herstellt die in den letzten jahren eine menge know-how im umgang mit datenmassen erworben haben — und offenbar auch keine hemmungen haben, dieses know-how auch gegen gutes geld mit den geheimdiensten zu teilen. dass amazon damit de facto ein rüstungskonzern ist, lasse ich mir in den nächsten wochen nochmal auf der zunge zergehen.
diesen text von frank rieger hab ix auch (noch) nicht ganz gelesen. fängt aber gut an:
Es ist ein kleiner Halbsatz in der Verkündung des Endes des NSA-Skandals durch Kanzleramtschef Ronald Pofalla, der den Verlust der politischen Kontrolle über die Geheimdienste offenbart. Pofalla zitierte aus einem NSA-Papier, das der deutschen Regierung helfen sollte: „Die NSA hält sich an alle Abkommen, die mit der deutschen Bundesregierung, vertreten durch die deutschen Nachrichtendienste, geschlossen wurden, und hat sich auch in der Vergangenheit stets daran gehalten.“ Nicht etwa die Regierung verhandelt hier, die Dienste machen alles unter sich aus. Was genau vereinbart wurde, welchen technischen Zugriff die NSA auf die Systeme unserer Dienste und deutsche und europäische Datenströme erhalten hat - das geht niemanden außerhalb des kleinen Zirkels der Eingeweihten etwas an. Schon gar nicht die Politiker, die von den Geheimdiensten immer als unzuverlässige Kantonisten gesehen werden.
die taz stellt philip rösler ein paar fragen und die FDP verweigert danach die autorisierung:
Das Interview werde nicht freigegeben, weil Rösler sein asiatisches Äußeres im Wahlkampf nicht zum Thema machen wolle.
die fragen an rösler thematisieren zu einem grossen teil philip röslers aussehen und röslers private erfahrungen mit rassismus. ruhrbaron martin niewendick nennt die fragen „grenzdebil“. mich erinnert das fragemuster auch fatal an das beckmann-muster „wie fühlt man sich bei [hier irgendwas emotionales einsetzen]“.
nachdem aus dem netz ein empörungsschwall über die taz kippt, äussert sich sebastian heiser im taz hausblog zu den vorwürfen. heiser kann „diese Kritik“ an den fragen der taz „nicht nachvollziehen“. ich schon — und was mich selbst überrascht, ich kann die weigerung der FDP das interview zu autorisieren sehr gut nachvollziehen.
super fotostrecke mit fotos aus dieter leistners buch korea -- korea. auffällig: die ubahn in pjöngjang fährt mit den gleichen wagen wie die berliner ubahn.
das nuf über ihre verzweiflung und ratlosigkeit in der aktuellen politischen lage. sehr lesenswert und vor allem genau der richtige schlusssatz. actio et reactio:
Vielleicht ist das der Kern von Demokratie. Politische Verantwortung zu übernehmen. Für sich und auch für die Zukunft der eigenen Kinder.
vielleicht ist es das was wir viel mehr tun sollten: versuchen verantwortung zu übernehmen. aber vorher nochmal piraten wählen, um ganz klar zu machen: so gehts nicht weiter, wir müssen auch mal in andere richtungen denken.
sehr witzig. die offizielle verteidigung verschlüsselungen im grossen stil zu knacken, oder es zumindest mit allen möglichen mitteln zu versuchen, fängt so an:
It should hardly be surprising that our intelligence agencies seek ways to counteract our adversaries' use of encryption. Throughout history, nations have used encryption to protect their secrets, and today, terrorists, cybercriminals, human traffickers and others also use code to hide their activities. Our intelligence community would not be doing its job if we did not try to counter that.
und wer sind die anderen? wir sind die anderen.
Elektrisch zusammengezogen ist die Welt nur mehr ein Dorf. Die elektrische Geschwindigkeit, mit der alle sozialen und politischen Funktionen in einer plötzlichen Implosion koordiniert werden, hat die Verantwortung des Menschen in erhöhtem Maß bewußt werden lassen. ... Es ist dies das Zeitalter der Angst, weil die elektrische Implosion uns ohne Rücksicht auf 'Standpunkte' zum Engagement und zur sozialen Teilnahme zwingt.
überhaupt, mir gefällt das glaserei-format bei der NZZ besser als bei der stuttgarter zeitung, damals.
Die rasante Ausdifferenzierung von Handlungs- und Identitätsoptionen bei gleichzeitiger kettenreaktionsgleicher Vervielfältigung und Radikalisierung der moralischen Positionen und Agenden macht das Internet zu einem finanzamtartigen Raum - unangenehm, undurchschaubar und daher gefühlt willkürlich und unmenschlich.
trolle und arschlöcher sind finde ich das geringere problem. richtig unangenehm wirds, wenn selbst skeptische, vernünftige und differenzierende menschen sich von irgendwelchen oberflächlichen, tendenziösen oder sogar bösartigen interpretationen emotional aufladen lassen und jedes skepsis und differenzierung fahren lassen.
letztendlich sind aber auch die vernünftigsten menschen und vor allem auch die, die sich selbst intellektuell nennen würden, emotionsgeil. für öffentliche debatten oder diskussionen ist das aber oft gift.
wir brauchen mehr ent-en im netz. mehr entschleunigung, mehr entemotionalisierung, mehr entboulevardisierung. mehr argumentieren, weniger gackern.
mir gefällt vor allem das dpa-symbolbild am anfang des artikels, das eindeutig zeigt, dass es menschen gibt, die beruflich gegenstände vor bildern auf computermonitoren fotografieren.
victor borge war sehr witzig, aber teilweise auch etwas sehr langatmig. aufmerksam wurde ich darauf, weil mich mein vater auf diese borge-nummer hinweisen wollte.
„wie kann ich das video denn teilen?“ — „einfach die url, also die adresse markieren, kopieren und ...“ — „was ist eine url?“ — „die adresse, oben, da wo ich gerade mit der maus rumwackle“ — „was meinst du mit markieren?“
ich habe das erklären von copy & paste und des konzepts der zwischenablage dann zum wiederholten male aufgegeben und ihm gezeigt wie man ein video mit drei klicks auf facebook teilen kann. und mir hat dieses erlebnis ein weiteres mal den erfolg von facebook und iOS plausibel gemacht.
4. Das besserwisserische Auftreten des Spitzenpersonals, das sich immmer im Besitz der höheren Moral wähnt und auch so gebärdet. Und jugendliche Frische strahlt die Führungsriege auch nicht aus.
grace hopper hat den ersten bug in einem computer entdeckt, ist sehr unterhaltsam, war am 2. oktober 1986 80 jahre alt und erklärt david letterman die nanosekunde. sehr grandios!