was ist das ge­gen­teil von slop?

ich kann nur mit dem fin­ger drauf zei­gen, das hier ist auf je­den fall das ge­gen­teil von slop, also lie­be­voll, sorg­fäl­tig, fes­selnd, faz­si­nie­rend, le­cker:

eine webseite mit alten filmen als aus­ge­dach­te alte (vintage) buchcover. gibt’s auch als e-book oder kartenset. (via)


hand­auf­le­gen, se­ri­en, lan­ge­wei­le, bü­cher und kar­tons

felix schwenzel in artikel

ges­tern habe ich ein vi­deo ge­se­hen, in dem ge­sagt wur­de, das men­schen und hun­de bein ge­mein­sa­men schlaf in ei­nem bett ihre herz­fre­quenz­va­ria­bi­li­tät (HRV) syn­chro­ni­sie­ren. ob­wohl sich hun­de und men­schen im bett nachts stän­dig ge­gen­sei­tig kurz we­cken, stei­ge trotz­dem die sub­jek­ti­ve schlaf­qua­li­tät.

fri­da lässt sich das na­tür­lich nicht neh­men in un­se­ren bet­ten zu schla­fen, egal ob wir im bett sind oder nicht. aber be­son­ders ger­ne liegt sie na­tür­lich im bett, wenn ei­ner von uns auch drin liegt.

tags­über liegt sie ger­ne bei der bei­fah­re­rin im wohn­zim­mer auf der couch, wäh­rend ich im home of­fice ne­ben­an ar­bei­te. aus­ser wäh­rend mei­ner täg­li­chen ca. 30 mi­nu­ten mi­t­ags­schlaf. die möch­te sie un­be­dingt bei mir ver­brin­gen. das ri­tu­al ist im­mer das glei­che. ich lege mich ge­gen 12 uhr in bett, sie kommt aus dem wohn­zim­mer ge­da­ckelt ge­pu­delt, springt aufs bett, prüft wie ich aus dem mund rie­che und legt sich dann, mit kon­takt zu mei­nen bei­nen, ans fus­sen­de.

ich schla­fe im­mer gut ein, wenn ich mich ins bett lege, egal ob mit­tags oder abends oder spät nachts. aber wenn fri­da ne­ben mir liegt, schla­fe ich noch schnel­ler ein. es ist in der tat er­staun­lich, was für ei­nen be­ru­hi­gen­den ef­fekt ein hund am bein hat. und laut der stu­di­en, die das vi­deo zi­tiert, be­ruht das wohl auf ge­gen­sei­tig­keit. es ist als wür­de man sich ge­gen­sei­tig eine hand auf­le­gen, mit dem un­ter­schied, dass auf­ge­leg­te hän­de sich spä­tens nach 3 mi­nu­ten un­an­ge­nehm oder un­ge­müt­lich an­füh­len. noch er­staun­li­cher, wenn fri­da das bett ver­lässt, zum bei­spiel weil die bei­fah­re­rin sich es­sen macht und sie prü­fen möch­te was es gibt und ob et­was für sie ab­fal­len könn­te, bleibt das ge­fühl, dass fri­da an mei­nem fus­sen­de liegt, wie ein ab­druck be­stehen.


ich fra­ge mich in den letz­ten ta­gen: was ist es ei­gent­lich, was mich in fern­seh­se­ri­en rein­zieht? oder an­ders­rum ge­fragt, war­um lang­wei­len mich die zwei­ten staf­feln man­cher se­ri­en so sehr? ich hab die tage mit der zwei­ten staf­fel the night ma­na­ger an­ge­fan­gen und mä­kel­te in­ner­lich die gan­ze zeit dar­an rum. zwei fol­gen hab ich ge­schafft, mehr geht glau­be ich nicht.

die ers­te fol­ge der zwei­ten staf­fel hi­jack spielt in ber­lin, was mich 2 mi­nu­ten lang ge­freut hat, bis es dann pein­lich wur­de, weil nichts was man dort sieht, mit dem über­ein­stimmt, was ich selbst so in ber­lin sehe oder er­le­be.

die ant­wort auf die rhe­to­ri­sche fra­ge, die ich mir selbst ge­stellt habe, scheint pa­ra­dox, aber viel­leicht ist was dran: wenn ich die ers­te fol­ge ei­ner se­rie an­se­he und al­les was ich sehe ein biss­chen lang­wei­lig ist, weckt das un­ter um­stän­den (vor al­lem wenn die se­rie nicht zu bil­lig aus­sieht) mein in­ter­es­se. ich glau­be wenn eie se­rie zu am­bi­tio­niert und be­müht an­fängt, ent­wick­le ich so­fort wi­der­wil­len. wenn ich hin­ge­gen nor­ma­le leu­te sehe und das was sie ma­chen und was ih­nen pas­siert nach­voll­zie­bar ist, weckt das mein in­ter­es­se (wenn die se­rie nicht zu bil­lig aus­sieht). und tat­säch­lich ist das mög­lich­wei­se die grund­la­ge von gu­tem ge­schich­ten­er­zäh­len. das funk­tio­niert nur, wenn ich mich mit den prot­ago­nis­ten iden­ti­fi­zie­ren kann und da­für braucht es erst­mal nor­ma­li­tät.

id­ris elba als sam nel­son ist in der zwei­ten hi­jack-staf­fel von an­fang an pa­ra­no­id, sieht in je­dem wim­pern­zu­cken der men­schen in der ubahn et­was ver­däch­ti­ges. in der ers­ten staf­fel ist er ein­fach in ein flug­zeugt ge­stie­gen und das hat als span­nungs­bo­gen aus­ge­reicht.

tom hidd­le­s­ton als jo­na­than pine hat in der zwei­ten staf­fel vom night ma­na­ger durch­ge­hend dra­ma­ti­sche flash­backs im kopf­ki­no, die der re­gis­seur uns zu­schau­ern dann brüh­warm auf die au­gen bin­det. wenn das al­les et­was lang­wei­li­ger oder dub­ti­ler in­sze­niert wäre, wie viel span­nen­der hät­te das wer­den kön­nen? über­dra­ma­ti­sie­rung nimmt dem gan­zen dra­ma den schwung.

wenn ich mich recht er­in­ne­re, wa­ren die ers­ten 30 mi­nu­ten der ers­ten fol­ge brea­king bad irre lang­wei­lig. ich sah: das ist nicht bil­lig pro­du­ziert und mein in­ter­es­se war trotz (oder we­gen?) der lan­ge­wei­le ge­weckt. die fol­gen­den es­ka­la­tio­nen wur­zel­ten in so­li­der lan­ge­wei­le und blie­ben des­halb auf eine art nach­voll­zieh­bar. bei bet­ter call saul war die gan­ze ers­te staf­fel lang­wei­lig, da­mit die spä­te­ren es­ka­la­tio­nen in ruhe wur­zeln schla­gen konn­ten. auch bei a knight of the se­ven king­doms blieb es drei oder vier fol­gen lang sehr lang­wei­lig, aber da­für sah al­les sehr schön aus — und ich fand den rest der ers­ten staf­fel gran­di­os.


auf der ar­beit habe ich mich in den letz­ten ta­gen viel mit ta­bel­len­kal­ku­la­ti­on be­schäf­tigt. kon­kre­ter mit goog­le sheets. in ers­ter li­nie ver­su­che ich mir und mei­nem team ein paar werk­zeu­ge zu bau­en um bes­ser und schnel­ler preis­aus­künf­te ge­ben zu kön­nen. da­bei fiel mir auf, wie ar­cha­isch es ei­gent­lich ist, prei­se oder preis­lis­ten auf web­sei­ten oder pdfs als ein­fa­che lis­ten zu ver­öf­fent­li­chen.

mir kam der ge­dan­ke, dass ja ei­gent­lich jede oder je­der die vor ei­ner kauf­ent­sch­ei­dung ste­hen in ir­gend­ei­ner form prei­se und op­tio­nen ver­glei­chen wol­len oder müs­sen. war­um kann man das al­les nicht in­ter­ak­tiv wie bei ei­ner ta­bel­len­kal­ku­la­ti­on ma­chen? wenn ich ei­nen com­pu­ter kau­feh will, war­um in der preis­lis­te statt „16 GB RAM“ hin­zu­schrei­ben, ein aus­wahl­me­nü mit 16, 32, 64 oder 128 GB RAM an­bie­ten, und die sum­me dann dy­na­misch be­rech­nen? war­um sta­ti­sche ta­bel­len lay­ou­ten, wenn man ge­nau­so gut dy­na­mi­sche te­bel­len ver­öf­fent­li­chen könn­te und die kun­den so lan­ge an den op­tio­nen dre­hen kön­nen, bis es ih­nen passt? das muss ja auch nicht ex­klu­siv sein, man kann ja bei­des ver­öf­fent­li­chen.

der sta­tus quo ist ja der­zeit, dass fir­men ihre preis­lis­ten auf­wän­dig in ei­ner ta­bel­len­kal­ku­la­ti­on ent­wi­ckeln, dar­aus auf­wän­di­ge preis­lis­ten ab­lei­ten und die kun­den die­se preis­lis­ten dann wie­der für den ei­gen­ge­brauch in eine in­ter­ak­ti­ve ta­bel­len­kal­ku­la­ti­on um­wan­deln? wenn fried­rich merz jam­mern wür­de dass sta­ti­sche oder pdf-preis­lis­ten die pro­duk­ti­vi­tät un­se­rer öko­no­mie läh­men wür­den, dann gäbe es auch mal was wo ich ihm aus­nahm­se­wei­se zu­stim­men könn­te.


ges­tern habe ich an­ge­fan­gen die­ses buch zu le­sen. liest sich gut, ob­wohl ich stän­dig ein­ge­schla­fen bin (nicht we­gen des buchs, son­dern weil ich so ger­ne schla­fe). ich habe ich mehr als die hälf­te an ei­nem nach­mit­tag ge­le­sen. beim le­sen dach­te ich: „das sind doch al­les blog­bei­trä­ge!“ weil chris­ti­an han­ne zwei ka­pi­tel in sei­nem blog / auf sei­ner web­sei­te ver­öf­fent­lich hat, stimmt der ge­dan­ke also min­des­tens ein biss­chen („Fear and Loathing auf dem El­tern­sprech­tag“, „Epi­log“).

ich denk beim le­sen von bü­chern trotz­dem im­mer: war­um ei­gent­lich tex­te auf pa­pier dru­cken oder in ein e-book-da­tei­for­mat pres­sen? hat das fi­nan­zi­el­le grün­de? oder ha­ben bü­cher wirk­lich im­mer noch eine bes­se­re re­pu­ta­ti­on als tex­te im web? die ge­mein­frei­en klas­si­ker füh­len sich doch auch im pro­jekt-gu­ten­berg.org wohl?

oder ist es es die hap­tik? das ge­fühl et­was kau­fen zu kön­nen, was man dann in der hand hal­ten kann? ich für mei­nen teil könn­te gut da­mit le­ben ein buch zu kau­fen und dann statt es ei­nes bu­ches eine url ge­schickt zu be­kom­men auf der ich das am rech­ner oder dem te­le­fon le­sen kann. ich fin­de das hap­tisch aus­rei­chend. oder man ver­schickt bü­cher als klei­ne pap­kar­ten die auf der ei­nen sei­te das buch-co­ver auf­ge­druckt ha­ben und auf der an­de­ren sei­te ei­nen qr code mit der url, wo man das buch dann im web le­sen kann.

wer ger­ne zeigt was er ge­ra­de liest, kann die papp­kar­te hin­ten aufs te­le­fon kle­ben. für be­son­ders hoch­wer­ti­gen kar­ton kann man das dopp­le­te be­zah­len (hard­co­ver), die bil­li­ge ver­si­on (ta­schen­buch) ist auf dün­nem kar­ton ge­druckt. hard­co­ver könn­ten kreis­för­mi­ge ma­gne­te ein­ge­ar­bei­tet ha­ben, die dann an magsafe oder qi2 ma­gnet­rin­ge am han­dy an­klip­sen.

war­um ein buch nicht ein­fach wie eine web­sei­te mit be­zahl­schran­ke ver­öf­fent­li­chen? über­me­di­en ver­öf­fent­licht je­den tag (?) ei­nen ar­ti­kel und packt sie für eine wei­le ex­klu­siv hin­ter eine ste­ady be­zahl­schran­ke. war­um soll­te man das nicht auch mit ei­nem buch ma­chen? wenn das buch neu ist zah­le ich 12 euro und jede wo­che — oder je­den tag — kommt ein neu­es ka­pi­tel. sind alle ka­pi­tel er­schie­nen kau­fen 12 euro den zu­gang zum gan­zen buch. zah­le ich ein paar euro mehr be­kom­me ich ei­nen be­druck­ten kar­ton den ich mir ans te­le­fon hef­ten kann, an die wand hän­gen oder ins re­gal stel­len oder sta­peln kann.

für men­schen die ohne strom le­sen wol­len kann man na­tür­lich im­mer noch eine klei­ne auf­la­ge auf pa­pier aus­dru­cken oder den text in ein e-book-for­mat statt html pres­sen. ich mag es mitt­ler­wei­le wirk­lich am liebs­ten, wenn mich buch­sta­ben von ei­ner web­sei­te an­leuch­ten.

buch­sta­ben mit son­nen-, ker­zen- oder lam­pen­licht selbst zu be­leuch­ten regt kei­ne ge­füh­le in mir an. oder hab ich was über­se­hen, was aus­ge­druck­te buch­sta­ben zwi­schen papp­de­ckeln oder e-book-da­tei-for­ma­te so spe­zi­ell macht, dass nie­mand ein „buch“ als web­sei­te ver­öf­fent­li­chen mag?


sti­cky tof­fee pud­ding nach fallow im air­fry­er

felix schwenzel in rezepte

als ich die­ses vi­deo sah, woll­te ich es gleich nach­ko­chen. hat ein paar tage ge­dau­ert, hat sich aber ge­lohnt. die bei­fah­re­rin fand es auch le­cker, ob­wohl es sehr wür­zig ist. die zu­be­rei­tung im air­fry­er, in ei­ner back­pa­pier­scha­le, hat funk­tio­niert, aber wir müs­sen glau­be ich mal eine pas­sen­de back­form für den air­fry­er kau­fen …

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das ist eine sehr, sehr leckere salzige süss­spei­se nach fallow im airfryer gebacken. aufwand ist über­schau­bar, das ess­ver­gnü­gen ist sehr, sehr gross.

sticky toffee pudding nach fallow im airfryer

zutaten

    für den teig

    • 175 g datteln
    • 100 ml kaffee
    • 100 ml wasser
    • 1 tl vanilleextrakt
    • 50 g rindernierenfett oder ersatzeise kokosfett
    • 1 prise salz
    • 175 g zuckerrübensirup
    • 2 eier
    • 175 g weizenmehl (550)
    • 1 tl backpulver
    • 1 tl natron

    für die sauce

    • 250 g schlagsahne
    • 80 g dunkler muscovado-zucker (oder kokosblütenzucker)
    • 80 g butter

    zubereitung

      für den teig

      1. die datteln grob hacken, zwei drittel der datteln in eine schale geben. ein drittel zur seite stellen.

      2. kaffee, wasser und vanille in einen topf geben und zum kochen bringen. sobald die flüs­sig­keit kocht über die datteln geben und 30 minuten ziehen lassen.

      3. während die datteln ziehen das gehackte fett, das zu­cker­rü­ben­sit­up und die eier in einen mixer geben und etwas mixen. ich habe die ein­ge­weich­ten datteln nach 15 minuten samt flüs­sig­keit da­zu­ge­ge­ben und nochmal kurz mit dem mixer gepulst.

      4. die flüssige dat­tel­mas­se in eine rühr­schüs­sel geben und das mehl, natron, salz und das letzte drittel der Datteln vor­sich­tig un­ter­he­ben. nicht zu kräftig rühren, nicht mixen; im video wird darauf hin­ge­wie­sen, dass wir hier keine glu­ten­bil­dung haben wollen.

      5. die gefaltete masse in eine back­scha­le umfüllen und 55 minuten bei 170°C im ofen backen, oder wie ich, in ein behältnis, das in den airfryer passt umfüllen. im airfryer roch es nach 10 minuten bei 170° leicht an­ge­brannt, deshalb hab ich auf 130°C und später auf 120°C run­ter­ge­stellt. also 10 minuten bei 170°, 30 minuten bei 130° und die rest­li­chen 15 minuten bei 120°C.

        Schritt 5

      für die sauce

      1. während der pudding backt, alle zutaten für die sauce (ausser der sojasauce) in einen topf geben und bei mittlerer hitze rühren, bis die butter ge­schmol­zen ist und der zucker sich aufgelöst hat. weiter rühren bis die sauce leicht eindickt und etwas dunkler wird.

      2. sobald die kon­sis­tenz passt (eine schicht auf der rückseite eines löffeln bleibt) kommt die „ge­heim­zu­tat“, die sojasauce dazu. ich hatte für die sauce bereits salzige butter benutzt, weshalb ich mich mit der sojasauce etwas zu­rück­ge­hal­ten habe und sie pipetiert habe: drei pipetten haben meiner meinung nach gereicht.

      3. wenn der teig zum pudding geworden ist, den teig noch warm und in der backform mit reichlich löchern versehen und mit einem drittel bis der hälfte der sauce begiessen. das habe ich andertalb stunden so stehen gelassen

        Schritt 8

      servieren

      1. ich habe ein paar esslöffel der sauce der auf­ge­wärm­ten sauce auf einem teller verteilt, ein gross­zü­gi­ges stück des teigs in die sosse gestellt und 20 sekunden in der mi­kro­wel­le auf­ge­wärmt. dann oben ein loch mit clotted cream füllen, noch mehr sosse drüber und essen.


      mor­gen­spa­zier­gang 08.03.2026

      felix schwenzel in bilder

      foto von ein paar gehwegplatten die sich durch die nutzung teilweise zur seite verschioben haben

      tek­to­ni­o­sche plat­ten

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      ja, schon schade, dass man heut­zu­ta­ge keine altbauten mehr baut.

      aber im ernst, ich habe das alles mal über­flo­gen und das interview mit dem ar­chi­tek­ten angesehen. auch wenn mir die ar­chi­tek­tur auf den ersten blick nicht wirklich zusagt und of­fen­sicht­lich alles mit der vorgabe geplant wurde, bloss nicht anzuecken und keine grossen ex­pe­rie­men­te zu amchen, ist es vor allem eins nicht: protzig oder aggressiv. das sieht genauso lang­wei­lig und ver­dich­tet wie der rest der stadt aus. ich kann mich da beim besten willen nicht drüber aufregen.

      was mich al­ler­dings be­ein­druckt hat ist die qualität der vi­sua­li­sie­run­gen. man erkennt gerade noch, dass es vi­sua­li­sie­run­gen sind, aber das licht und die texturen sind schon extrem rea­lis­tisch. so rea­lis­tisch, dass ich dachte: wow ist das lang­wei­lig, ge­wöhn­lich und eng. und nach spä­tes­tens 5 jahren nutzung, wenn der schmutz der stadt sich auf der fassade abgesetzt hat, sieht das wahr­schein­lich bereits aus wie ein leicht her­un­ter­ge­kom­me­ner altbau.

      und über ei­gen­tums­woh­nun­gen denke ich spä­tes­tens seit mpfs artikel darüber, wie scheisse er miete bezahlen findet, ganz anders als noch vor ein paar jahren: https://mequito.org/stories/15146

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      reis­pa­pier schin­ken-ei-und-kä­se-din­ger

      felix schwenzel in rezepte

      seit­dem ich die­ses vi­deo von mi­keg ge­se­hen habe, woll­te ich die reis­pa­pier-din­ger die er nach ei­nem tik­tok-re­zept im air­fry­er ge­ba­cken hat­te nach­bau­en (ab 3:37 mi­nu­ten).

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      heu­te hab ich mir reis­pa­pier ge­kauft und die din­ger mal, leicht mo­di­fi­ziert nach­ge­macht.

      reispapier schinken, ei und käse rollen

      das original enthält kein gemüse und sehr viel mehr käse, aber auch mit gar nicht mal so viel käse und etwas chinakohl waren die ganz lecker. durch den crunch der kruste auch etwas leckerer als pures rührei mit kohl, schinken und käse. mit viel mehr käse dürfte das ganze noch sehr viel leckerer werden.

      reispapier schinken, ei und käse rollen

      zutaten

      • 3 eier
      • 3 scheiben schwarzwälder schinken (oder anderer schinken oder speck)
      • 3 scheiben cheddar, gewürfelt (oder andere käse und vor allem mehr)
      • 1 handvoll chinakohl (oder jedes andere feingeschnetzelte gemüse — oder keins)
      • 2 eier
      • 4 reispapier blätter

      zubereitung

        vorbereitung

        1. käse würfeln oder reiben, kohl klein­ha­cken, schinken würfeln, eier auf­schla­gen.

          Schritt 1

        füllung

        1. den schinken in etwas fett anbraten, die eier schaumig schlagen und zusammen mit dem kohl zum schinken geben. nicht zu doll anbraten, das zeug kommt noch in den ofen.

          Schritt 2

        rollen bauen

        1. zwei weitere eier auf­schla­gen (eins hat nicht gereicht) und schaumig rühren und auf einen teller geben. 4 reis­pa­pie­re von beiden seiten im ei ein­wei­chen und über­lap­pend auf einer saubere fläche auslegen

        2. eiermasse und käse auf dem reis­pa­pier verteilen.

          Schritt 4
        3. das zu­sam­men­rol­len ist schwie­ri­ger als ich dachtem, weil das reis­pa­pier an der ar­beits­flä­che klebte. aber auch ein­ge­weicht ist das reis­pa­pier ziemlich stabil und ich habe es mit nur einem kleinen loch geschafft eine rolle zu formen und die dann zu eienr schnecke gedreht.

          Schritt 5

        backen

        1. die schnecke bei 190°C 8-10 minuten in den airfryer. danach wenden (oder auch nicht) und nochmal 3-6 minuten bei 190°C in den airfryer.

          Schritt 6

        mor­gen­spa­zier­gang 07.03.2026

        felix schwenzel in bilder

        foto vom berlin spandauer schifffahrtskanal. die bäume sind kahl, das wasser glitzert

        mor­gen­spa­zier­gang war kühl, aber son­nig. fri­da und ich und alle de­nen wir be­geg­net sind wa­ren gut ge­launt. heu­te mal auf mei­nen pace ge­ach­tet und ver­sucht un­ter 9'50"/km zu blei­ben. nur am baum ne kur­ze pau­se ge­macht.

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        kürz­lich auf riv­va

        felix schwenzel in notiert

        was kürz­lich auf riv­va stand

        zwei überschriften die auf rivva standen: „Honor hat das dunnste Tablet der Welt vorgestellt“ und „OpenClaw und die Dummheit der Menschen“

        und was ich aus­ver­se­hen ge­le­sen habe.

        zwei überschriften die ich ausversehen auf rivva gelesen habe: „Honor hat das dümmste Tablet der Welt vorgestellt“ und „OpenClaw und die Dünnheit der Menschen“

        wenn ich böse wäre, würde ich schreiben: thomas knüwer arbeitet jetzt für die republica und braucht offenbar geld. bin ich aber nicht mehr (böse), nur noch doof. tat­säch­lich finde ich das was thomas knüwer hier macht ein in­ter­es­san­tes ex­pe­ri­ment: er fährt nach texas zur sxsw und statt nur drüber zu bloggen, schreibt er einen täglichen news­let­ter für den er auf steady um etwas fi­nan­zi­el­le un­ter­stüt­zung bittet.

        steady hat sich zu einem kleinen moloch ent­wi­ckelt. über steady kann man die titanic, das plötzblog, über­me­di­en, rivva und 2.833 andere projekte oder „Me­di­en­ma­cher:innen“ un­ter­stüt­zen. meinen news­let­ter hätte ich dort auch ein­ge­rich­tet, un­ter­stüt­ze steady rss-zu-news­let­ter-kon­ver­tie­rung. statt­des­sen habe ich mir dort auch eine „un­ter­stüt­zer­sei­te“ ein­ge­rich­tet, auf der man sich ein gutes (3 €/monat), sehr gutes (5 €/monat) oder super gutes gefühl (10 €/monat) kaufen kann. das dort ein­ge­nom­me geld würde ich dann auch wiederum dafür verwenden mir ein gutes gefühl zu kaufen — obwohl ich bezweifle dass das ver­spre­chen von guten gefühlen viele in­ter­es­sen­ten findet.

        thomas knüwers news­let­ter­an­ge­bot hingegen scheint interesse zu wecken. nach einem tag bereits 40 zahlende mit­glie­der. ich finde die trans­pa­renz die steady bietet (wenn der oder die me­di­en­ma­chen­de das will) sehr lo­bens­wert und bin gespannt wie das ex­pe­rie­ment ausgeht, auch wenn ich kein grosser fan von be­zahl­schran­ken bin und auch für schran­ken­lo­se angebote zahlen würde.


        ich habe zuerst nur die zitate gelesen, die volker weber aus barbara geyers text ex­tra­hiert hat und eine replik im kopf for­mu­liert. dann fiel mir auf, dass das äusserst denkfaul ist und las barbara geyers text. der text gefiel mir, aber meine replik bleibt die gleiche. einer der haupt­ge­dan­ken in barbara geyers text ist dieser:

        Ich nenne dieses Phänomen die KI-Fach­kom­pe­tenz­schwel­le. Eine Grenze des Vor­wis­sens, unterhalb derer KI-Nutzung nicht nur wir­kungs­los wird, sondern kon­tra­pro­duk­tiv.

        kri­ti­sches denken allein reiche nicht, man müsse schon sub­stan­zi­el­les wissen mit­brin­gen, um KI produktiv, nutz­brin­gend zu nutzen — sagt barbara geyer. ich würde darauf antworten, dass das auch alles eine hal­tungs­fra­ge ist. für mich ist der weg zu wissen neugier, also eine haltung (so wie kri­ti­sches denken auch eine haltung ist). neugier führt dazu, dass ich mich mit einfachen antworten, egal woher die kommen, nicht zufrieden gebe, sondern verstehen möchte und im besten fall etwas so tief verstehen möchte, dass ich es selbst machen oder anderen erklären kann.

        wer neugierig ist gibt sich nicht mit wohl­klin­gen­den antworten eines lehrers, pro­fes­sors, eltern, buchs, videos oder einer KI zufrieden. neugier in­spi­riert zum tiefer, weiter fragen. dum­mer­wei­se kann man neugier nicht (wirklich) lehren (oft im gegenteil), neugier kann man aber wecken, entfachen.

        wit­zi­ger­wei­se habe ich gerade heute beim mor­gen­spa­zier­gang an meinen kunst­leh­rer in der siebten oder achten klasse zu­rück­ge­dacht. herr schiefer hiess er und alles was er uns an aufgaben antrug, entfachte neugier und aha-er­leb­nis­se in mir. wir haben grau­stu­fen­bil­der aus punkten gemalt, be­nutz­ba­re stühle aus pappe gebaut, dioramen im schuh­a­kar­ton mit guck­lö­chern gebastelt.

        bei herrn schiefer habe ich kein kri­ti­sches denken bei­gebracht bekommen, aber er hat neugier in mir geweckt, die dann auf dem weg auch kri­ti­sches denken aus­bil­de­te und dann lang­fris­tig zu einer anhäufung gröss­ten­teils unnützen wissens in mir geführt hat.

        was ich sagen will: wenn man KI nur zur ge­ne­rie­rung von antworten nutzt, wird ki schnell kon­tra­pro­duk­tiv. wenn man KI zur ge­ne­rie­rung weiterer fragen nutzt kann man mit KI un­ter­stüt­zung sehr viel lernen.



        ja, man könnte sein blog auch zuhause hosten. wojtek po­wier­tow­ski zeigt wie er es macht. ich finde das wahn­sin­nig in­ter­es­sant, aber bin froh dass es auch anders geht.


        heiko ist auf dem richtigen weg: man muss seinem RSS sehr viel auf­merk­sam­keit und liebe schenken um damit die auf­merk­sam­keit der RSS lesenden (ein bisschen) zu belohnen. denn RSS leser und le­se­rin­nen sind die besten und treuesten begleiter aller die ins internet schreiben.


        Attention taken to its highest degree, is the same thing as prayer.

        — Simone Weil


        un­po­pu­lä­re mei­nung

        felix schwenzel in notiert

        ich fin­de es ganz schlimm, wenn leu­te äus­se­run­gen mit der flos­kel: „un­po­pu­lä­re mei­nung“ und ei­nem dop­pel­punkt er­öff­nen. ich fin­de es schon schlimm, wenn leu­te ihre mei­nung über­haupt mit „mei­ne mei­nung“ la­beln, als pre­fix, suf­fix oder als „mei­ne 2 cent“. ei­ner­seits sind mei­nun­gen ja auch ohne ex­pli­zi­ten hin­weis gut als sol­che er­kenn­bar, an­de­rer­seits habe ich im­mer den ver­dacht, dass die­se flos­keln ei­gent­lich nur an­kün­di­gen sol­len, dass kri­tik oder wi­der­spruch an ei­nem ab­per­len wer­den und man die ei­ge­ne po­si­ti­on nicht be­grün­den möch­te.

        je­den­falls schei­ne ich nun selbst eine un­po­pu­lä­re mei­nung zu ha­ben, zu­min­dest nach all dem, was ich in den letz­ten mo­na­ten al­les über app­les neu­es li­quid glass de­sign ge­le­sen und ge­hört habe. ich habe lan­ge ge­war­tet auf tahö tahoe zu ak­tua­li­sie­ren, weil ich so viel schlim­mes dar­über ge­hört habe. wie schreck­lich das trans­pa­renz-ge­döns sei, die icons über­all in den me­nüs, die zu stark ab­ge­run­de­ten ecken, ver­wursch­tel­te icons. aber ko­mi­scher­wei­se füh­le ich mich nach ein, zwei wo­chen ge­wöh­nung ganz wohl im flüs­si­gen glas, so­wohl auf dem mac, als auch auf dem te­le­fon.

        so, da ha­ben wirs: jetzt hab ich ein ge­fühl ge­äus­sert, ohne es wei­ter be­grün­den zu wol­len. fer­tig ist mei­ne un­po­pu­lä­re mei­nung, die ei­gent­lich nur so ein ge­fühl ist.


        af­fi­ger news­let­ter­an­bie­ter

        felix schwenzel in notiert

        screenshot einer mail, die ich von mailchimp erhalten habe. betreff: „Verstoß gegen die zulässige Nutzung festgestellt“

        vor ein paar wo­chen habe ich ei­nen news­let­ter ge­baut, der nichts an­de­res macht als in­hal­te mei­nes rss-feeds mor­gens um 6 uhr zu ver­sen­den. die idee war, dass e-mail zu­gäng­li­cher ist als rss und so zum bei­spiel mei­ne mut­ter sich den news­let­ter abon­nie­ren könn­te. den ar­ti­kel las sie dann auch, aboon­nier­te sich den news­let­ter und kämpf­te sich so­gar durch den dou­ble opt-in. sie war und blieb die ein­zi­ge abon­nen­tin.

        am 20. fe­bru­ar hör­te der news­let­ter auf zu sen­den. heu­te habe ich das be­merkt. der grund:

        Un­ser au­to­ma­ti­sier­tes Sys­tem zur Miss­brauchs­prä­ven­ti­on Om­ni­vo­re, hat dei­nen Ac­count mit dem Be­nut­zer­na­men wir­res.net (Be­nut­zer-ID:248██████) über­prüft. Es hat In­hal­te oder Ak­tio­nen fest­ge­stellt, die im Wi­der­spruch zu Ab­schnitt 18 un­se­rer Stan­dard-Nut­zungs­be­din­gun­gen und un­se­rer Richt­li­nie zur zu­läs­si­gen Nut­zung (mailchimp.com/le­gal/ac­cep­ta­ble_use) ste­hen.

        Der Ac­count wur­de de­ak­ti­viert. Du kannst dich je­der­zeit an­mel­den, um dei­ne Ac­count-Da­ten zu ex­por­tie­ren und zu si­chern (https://mailchimp.com/help/ex­port-back-up-data/), Be­rich­te her­un­ter­zu­la­den oder dei­nen Ac­count dau­er­haft zu schlie­ßen (https://mailchimp .com/help/clo­se-an-ac­count/).

        mailchimp fin­det es aus un­er­find­li­chen grün­den also ver­däch­tig, dass ich mei­ner mut­ter die in­hal­te mei­ner web­sei­te schi­cke. ich fin­de das nur in­so­fern be­dau­er­lich, weil ich ei­ni­ges an ar­beit ins sty­ling des news­let­ters ge­steckt hat­te. an­de­rer­seits ist mir das ziem­lich schnup­pe, dass mailchimp of­fen­bar schlecht trai­nier­te au­to­ma­ti­sier­te ki-sys­te­me für ord­nung sor­gen lässt. men­schen oder fir­men, die mit sol­chen mar­ke­ting tools ihr geld ver­die­nen, soll­te das zu be­den­ken ge­ben. wenn bei mailchimp be­reits harm­lo­se ta­ge­buch-tex­te zur ac­count sper­rung füh­ren kön­nen — ohne dass da noch­mal je­mand ei­nen prü­fen­den blick drauf wirft. die be­grün­ding und ein­spruchs­mög­lich­kei­ten er­sch­ei­nen mir auch min­des­tens un­durch­sich­tig.

        sel­ber ma­chen ist dann wohl auch hier ein­fach bes­ser. da sich ganz of­fen­sicht­lich oh­ne­hin nie­mand aus­ser mei­ner mut­ter für ei­nen RSS-news­let­ter in­ter­es­si­ert, hab ich mir eben rss2email an­ge­schaut. das kann ich nach ei­nem ein­fa­chen sudo apt install rss2mail auf mei­nem home-ser­ver lau­fen las­sen und auf den ers­ten blick funk­tio­niert das ziem­lich gut. mails ver­sen­det es über eins mei­ner vor­han­de­nen smtp-kon­ten und die aus dem rss ge­ne­rier­ten mails se­hen schon stan­dardms­sig ganz gut aus. mehr als eine hand­voll emp­fän­ger wer­de ich da­mit nicht be­die­nen kön­nen, aber das will ja of­fen­sicht­lich oh­ne­hin nie­mand.

        noch ein biss­chen CSS-zau­be­rei und dann wer­de ich den rss-push-be­darf mei­ner mut­ter mit rss2email be­frie­di­gen kön­nen und mailchimp kann mich mal. für den fall, dass sich je­mand rss2mail selbst in­stal­lie­ren möch­te, die CSS vor­la­ge die ich be­nut­ze ko­pie­re ich in die bei­la­ge.


        ein high­light aus mar­ty su­pre­me hab ich fast ver­ges­sen: penn jil­let­te von penn & tel­ler spielt dort mit und auch wenn der auf­tritt nur kurz war, fand ich ihn bril­li­ant be­setzt. da­von möch­te ich mehr se­hen.


        ab­mah­nung, aus dem ma­schi­nen­raum

        felix schwenzel in über wirres

        als ich vor 23 jah­ren an­fing mit ei­nem con­tent ma­nag­ment sys­tem ins in­ter­net zu schrei­ben, war ich in vie­ler­lei hin­sicht ein biss­chen naiv. auch was die nut­zung von bil­dern an­geht. wenn schlech­te wit­ze (ar­nold schwar­zeg­ger hat schrank­far­be­ne haa­re) die nut­zung ei­nes bil­des er­for­der­ten, such­te ich mir ein bild und be­nutz­te es. 2002 wur­den ur­he­ber­rechts­ver­stös­se eher sel­ten ge­ahn­det und goog­le war ge­ra­de mal 4 jah­re alt.

        spä­tes­tens zu zei­ten von ma­ri­ons koch­buch (die äl­te­ren wer­den sich er­in­nern) fing ich an mein ar­chiv für such­ma­schi­nen zu ver­ram­meln. bei ar­ti­keln die äl­ter wa­ren als 5 jah­re ver­bot ich die such­ma­schi­nen in­de­xie­rung. das hat so­weit gut ge­klapt. in den > 20 jah­ren in de­nen ich ins in­ter­net schrieb habe ich zwar die eine oder an­de­re ab­mah­nung be­kom­men, aber nie we­gen ur­he­ber­recht­ver­stös­sen. bis heu­te. ein foto von ar­nold schwar­zen­eg­ger das seit 20 jah­ren im web rum­lag, aus­ge­schlos­sen von such­ma­schi­nen-in­de­xie­rung und un­ge­se­hen von je­der men­schen­see­le, wur­de doch von ir­gend­ei­nem rech­te­inha­ber ge­fun­den. die sei­te, auf der das bild laut an­walts­schrei­ben zu se­hen ge­we­sen sei, war von der such­ma­schi­nen­in­de­xie­rung aus­ge­schlos­sen und da­mit im prin­zip un­sicht­bar. ich weiss zwar, dass ethisch frag­wür­di­ge craw­ler sich nicht an ro­bots.txt an­wei­sun­gen hal­ten, aber dass mög­li­cher­wei­se für die durch­set­zung von ur­he­ber­rech­ten auch sol­che an­wei­sun­gen igno­riert wer­den, scheint neu zu sein.

        die 250 € habe ich über­wie­sen, das bild ge­löscht und den ar­ti­kel ent­fernt und gleich­zei­tig habe ich alle bil­der von ar­ti­keln die äl­ter als 2010 sind mit th­umb­hash bil­dern er­setzt. th­um­hashs sind „very com­pact re­pre­sen­ta­ti­ons of an image“, die ge­ra­de mal ein paar byte gross sind. die nut­ze ich schon län­ger fürs la­zy­loa­ding, man be­kommt die also zu se­hen wenn man wir­res.net mit ei­ner sehr lang­sa­men in­ter­net­ver­bin­dung be­sucht. an­sons­ten sieht man die nur sel­ten. hier eine bei­spiel­sei­te aus mei­nem ar­chiv.

        screenshot aus meinem archiv, die bilder sind weiter bunt, aber gethumbhashed, also sehr, sehr unscharf.

        die rie­sen­ma­schi­ne macht das schon lan­ge so mit bil­dern, de­ren rech­te­la­ge un­ge­klärt ist: ein­fach weg­las­sen.

        screenshot von der riesenmaschine.de, bilder mit ungeklärten urheberrechten (also fast alle) werden einfach weggelassen.

        aber nur we­gen ei­nes an­walt­schrei­bens soll mein ar­chiv nicht we­ni­ger bunt sein. des­halb fin­de ich mei­ne lö­sung, bil­der erst­mal pau­schal auf we­ni­ge bun­te byte zu re­du­zie­ren sehr schön. und ar­ti­kel mit bil­dern, über de­ren rech­te ich mir im kla­ren bin (zum bei­spiel weil ich die bil­der selbst auf­ge­nom­men habe), kann ich von der th­umb­hash­i­sie­rung aus­neh­men, aber das ist ein ma­nu­el­ler vor­gang.

        so hat die ab­mah­nung auch was gu­tes: ein schö­nes neu­es fea­ture, von dem ich aus dem ma­schi­nen­raum be­rich­ten kann.


        es gibt auch sonst ei­ni­ges neu­es aus dem ma­schi­nen­raum. zum bei­spiel neue feeds für den ri­ver, die fa­vo­ri­ten, book­marks oder was ich ge­se­hen habe (alle feeds sind au­to­dis­co­vera­ble oder hier auf­ge­lis­tet). un­ter /al­les sieht man jetzt auch wie­der wirk­lich al­les, eben­so im al­les-feed. auch im ar­chiv sieht man bei­trä­ge, favs, book­marks und ge­se­he­nes jetzt ein­zeln auf­ge­schlüs­selt — oder eben als al­les.

        bei­spiel für ges­tern: al­les, bei­trä­ge, favs, book­marks, ge­se­hen.

        das log­buch mei­nes me­di­en­kon­sums, das ich die­ses jahr füh­ren möch­te habe ich um die you­tube seh­zei­ten er­wei­tert. der­zeit steht mein me­di­en­kon­sum bei ca. 70 stun­den pro mo­nat die ich vor der glot­ze ver­brin­ge. ich bin mal ge­spannt wie sich das oder ob sich das über das jahr ver­än­dert.

        und apro­pos ge­wohn­hei­ten, die man of­fen­bar mit zu­neh­mens­dem al­ter lieb­ge­winnt, mal schau­en ob mir ent­wick­lung der ge­wohn­heit ge­lingt, die­sen baum ein jahr lang je­den tag zu fo­to­gra­fie­ren.



        manch­mal wünscht man sich dann doch, dass jour­na­lis­ten hier und da KI nut­zen, wenn sie aus eng­lisch­spra­chi­gen quel­len ab­schrei­ben.

        der pu­bli­cist ei­nes schau­pie­lers ist näm­lich kei­nes­falls ein „Pu­bli­zist“, son­dern ein PR-agent oder pres­se­agent. me­di­en­be­ra­ter oder spre­cher kann man auch sa­gen. im­mer­hin hat man im ar­ti­kel kei­nen dis­clai­mer un­ter­ge­bracht.


        bür­ger­wie­se

        felix schwenzel in checkins

        neu­es vor­ha­ben, nach­dem ich mit die­sem che­ckin auf swarm zum „ma­yor“ der bür­ger­wie­se ge­wor­den bin: je­den tag (an dem ich an der bür­ger­wie­se vor­bei­kom­me) ein bild und ei­nen che­ckin an die­sem baum. das ist lang­wei­lig, aber er­gibt be­stimmt ne schö­ne se­rie.


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        dieses video könnte man durchaus als KI 101 be­zeich­nen. der gast dieser folge startalk mit neil degrasse tyson und seinen beiden sidekicks ist geoffrey hinton, der letztes jahr für seine grund­la­gen­for­schung zu neu­ro­na­len netz­wer­ken den physik no­bel­preis bekommen hat. er erklärt ein paar der grund­la­gen kündt­li­cher neu­ro­na­ler netzwerke und warum er denkt dass KIs bereits denken. zu den grund­la­gen fand ich folgendes fas­zi­nie­rend:

        das mensch­li­che gehirn hat ungeführ 100 tril­lio­nen (noronale) ver­bin­dun­gen. wenn man das mit dem zeitraum den wir leben ver­gleicht (um die 2,5-3 mil­li­ar­den sekunden), kann man sagen: wir haben sehr viele ver­bin­dun­gen, aber wenig erfahrung.

        bei den neu­ro­na­len netzen die wir derzeit zu bauen imstnde sind ist das umgekehrt. sie haben ca. 1 milliarde ver­bin­dun­gen (viele LLMs haben sehr viel weniger weniger), was ungefähr 1% der ver­bin­dun­gen sind, die menschen haben. dafür haben diese künst­li­chen neu­ro­na­len netze und LLMs viele tausend mal mehr er­fah­re­nun­gen.

        die grenzen an die heutuge LLMs stossen hängen (laut geoffrey hinton) vor allem damit zusammen, dass sie auf er­fah­run­gen basieren die wir auf­ge­schrie­ben haben. eine go KI, die aus er­fah­run­gen echter go-experten/meister gelernt hatte, war immer etwas schlech­ter als die mensch­li­chen experten. un­schöag­bar wurden diese KI-systeme als sie anfingen gegen sich selbst zu spielen, sich ihre er­fah­run­gen also selbst bei­gebracht haben. das dürfte auch de weg sein, wie LLMs klüger werden, meint geoffrey hinton.

        wirklich se­hens­wert, wenn man KI abseits des hypes und gegen-hypes etwas besser verstehen möchte.

        der artikel ist hinter der spiegel-be­zahl­wand, aber ich habe das gerne gelesen und hätte lust die hälfte des artikels hier zu zitieren. besonders fas­zi­nie­rend, wie grönland, oder allgemein die arktis und antarktis uns die grenzen unserer modernen welt und tech­no­lo­gie zeigen.

        »Grönland ist ein fremder Planet aus Eis«, sagt Rasmussen […] Rasmussen mag es nicht, wenn Leute sagen, man könne die Hunde, die Schlitten und die Soldaten bald durch Drohnen, Schnee­mo­bi­le und He­li­ko­pter ersetzen. Drohnen bräuchten Akkus, die sich in der Kälte entladen. Schnee­mo­bi­le würden zwischen den Felsen stecken bleiben, He­li­ko­pter bräuchten Benzin, unter ark­ti­schen Be­din­gun­gen könnten sie etwas mehr als eine Stunde in eine Richtung fliegen, bevor sie umkehren müssten, sonst ginge ihnen der Sprit aus.

        pa­troul­li­en mit menschen und hunden hingegen funk­tio­nie­ren ganz gut. sie sind oft mo­na­te­lang unterwegs.

        Der Einsatz bei Sirius dauert ge­wöhn­lich zwei Jahre, es gibt in dieser Zeit keine Hei­mat­be­su­che. Manche Veteranen nehmen nach ihrer Rückkehr in wenigen Wochen 15 Kilo zu, da sie sich noch genauso fettreich ernähren wie in der Arktis. Zwei Jahre draußen, sagt Mikkelsen, und man brauche zwei Jahre, um wieder an­zu­kom­men. In Grönland hatte er nichts gebraucht außer Essen, Schlaf, Ge­mein­schaft. Zurück in der Zi­vi­li­sa­ti­on, fehlte alles, und zugleich war alles zu viel. Man könne kein Leben mehr führen wie davor. Nach Grönland, sagt Mikkelsen, fange man wieder von vorn an.

        mo­na­te­lang im nichts unterwegs sein, in absoluter stille, in absoluter freiheit und immer kurz davor, dass einen die natur umbringt.

        Die Stille, sagt Mikkelsen, sei so stark, dass sie lärmt, dass man davon aufwache. Man höre den eigenen Atem, das Atmen der Hunde, ir­gend­wann das Blut im Kopf. Gedanken kommen zur Ruhe, weil es keine Impulse von außen gibt.

        das er­schre­cken­de an KI scheint mir in erster linie zu sein, dass es menschen und formen gibt die sich tat­säch­lich auf die antworten und schluss­fol­ge­run­gen dieser systeme verlassen und die ent­schei­dun­gen dieser systeme von menschen nicht über­stimmt (oder nch­voll­zo­gen) werden können. damit scheinen wir einen kri­ti­schen kipppunkt zu über­schrei­ten und legen bereits jetzt po­ten­zi­ell exis­ten­zi­el­le ent­schei­dun­gen in die hände von black boxes. damit kaf­ka­es­ki­sie­ren wir die welt min­des­tens um den faktor 2.

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        DIY perks baut eine sehr, sehr helle ta­chen­lam­pe und es macht (mir) — wie immer — sehr grosses vergnügen dabei zu­zu­schau­en.

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        ich weiss nicht was ich fas­zi­nie­ren­der findeen soll: dass es fürher schon uhren gab, die man im Dunkeln ablesen konnte oder die mechanik dieser uhr.

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        die ersten paar staffeln for all mankind fand ich über­ra­gend gut. staffel 4, mit dem schlecht ge­al­ter­ten ed baldwin war zwar nicht schlecht, nervte mich aber zunehmend mit über­dra­ma­ti­sie­run­gen und über­flüs­si­gen, schlecht nach­voll­zieh­ba­ren schlen­kern. dieser teaser deutet an, dass die macher der serie gefallen am über­dra­ma­ti­sie­ren gefunden haben. ei­gent­lich soll ein teaser ja lust auf eine serie machen, mir hat es die lust auf die fünfte stafel gleich verdorben. ich werde es aber wohl trotzdem schauen.

        eindeutig auf meiner bucket-list: mas­sen­pro­duk­ti­on von kimchi.

        eine website auf der man ohne anmeldung, auch mobiil, einfach bilder hochladen kann sie geotaggen kann. find ich gut, nicht weil ich dem ord­nungs­amt gerne müll melden würde, sondern, weil das technisch brilliant simpel gelöst ist. so wie like buttons auch funk­tio­nie­ren sollten — ohne eine datenspur zu hin­ter­las­sen oder einen login erfordern sollten — kann man hier einfach bilder hochladen. ei­gent­lich ist das indieweb.

        den artikel steht hinter der be­zahl­schran­ke, aber die frage „Wird man krank, wenn man mit nassen Haaren rausgeht?“ lässt sich kurz und knapp be­ant­wor­ten: nein.


        nahaufmahme von ein paar aus dem gelben boden spriessenden blumenkeimen. im hintergrund, leicht unscharf, sieht man kahle bäume.

        der früh­ling ist me­ter­eo­lo­gisch und phy­to­lo­gisch da!


        mor­gen­spa­zier­gang von der jung­fern­hei­de, an der spree ent­lang, zum span­dau­er damm.

        bis jetzt war die gast­stät­te „tun­nel eck“, wenn wir an ihr vor­bei­lie­fen, im­mer ge­schlos­sen. jetzt ist sie auch leer­ge­räumt.

        gotham

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        switch­bot bil­der­rah­men

        felix schwenzel in rezensionen

        foto von der switchbot „ai art frame“ verpackung.

        mög­li­cher­wei­se war ich im de­zem­ber et­was ne­ben der kap­pe, in weih­nachts­stim­mung oder be­trun­ken. je­den­falls schei­ne ich um den 18. de­zem­ber bei switch­bot ei­nen „AI Art Frame“ für 120 € (in­klu­si­ve lie­fer­kos­ten) be­stellt zu ha­ben. ich hat­te das kom­plett ver­ges­sen, bis ges­tern eine email auf­tauch­te, die ich zu­erst für phis­hing hielt: „A ship­ment from or­der #EU61371 is on the way“

        heu­te kam das teil an und es ist ein bil­der­rah­men mit ei­nem bun­ten, nicht be­son­ders hoch auf­lö­sen­den e-ink-dis­play. der bild­schirm misst 18,5 cm in der dia­go­na­le, der gan­ze rah­men misst ca. 33 cm (7,3") in der dia­go­na­le. das kann man zwar schon auf der pro­dukt­sei­te er­ah­nen, aber als ich es in echt sah, war es schon ein biss­chen ent­täu­schend ei­nen rah­men ge­kauft zu ha­ben, bei dem das pass­par­tout mehr als dop­pelt so gross ist wie die bild­flä­che.

        ähn­lich wie beim light mode auf web­sei­ten, fand ich den weis­sen pass­par­tout et­was ag­gres­siv. aus un­er­find­li­chen grün­den wur­den gleich vier iden­ti­sche, weis­se pass­par­touts mit­ge­li­f­ert. ich hab das pass­par­tout ein­fach raus­ge­nom­men und da­mit sieht das er­träg­lich aus.

        foto von der wand meines zimmers mit zwei bildern, eins davon ist der switchbot-rahmen mit einem portrait unseres pudels frida. sieht aus der entfernung ganz gut aus.

        der rah­men kann mit der switch­bot-app be­spielt wer­den und wie alle apps ist sie et­was, naja, spe­zi­ell. aber nach­dem ich mich ih­rem wil­len ge­beugt habe und mich bei switch­bot re­gis­triert hat­te, ver­hielt sie sich ko­ope­ra­tiv und liess mich blder aus mei­ner me­dia­thek auf den rah­men hoch­la­den. der ers­te ein­druck der bil­der auf dem e-ink-dis­play: ein biss­chen blass. auf den zwei­ten blick auch et­was grob auf­lö­send.

        nahaufnahme des switchbot-„art displays“. man sieht dass die auflösung nicht besonders hoch ist und viele artefakte hat. aus etwas entfernung fällt das aber nicht auf.

        aber, um das po­si­ti­ve her­vor­zu­he­ben, mit et­was ab­stand fällt das grob­pi­xeli­ge nicht mehr auf, nur noch die bläs­se. ich fin­de das teil auch des­halb gut, weil es ei­nen akku hat der an­geb­lich so­gar 2 jah­re hal­ten soll. ist der akku leer, nimmt man das bild ab und lädt den akku mit usb-c. auch home as­sistant hat den rah­men gleich per blue­tooth ge­fun­den und bie­tet ne­ben dem akku-stand, die funk­tio­nen „nächs­tes bild“ und „vor­he­ri­ges bild“ an.

        ohne von vor-weih­nachts­stim­mung be­seelt zu sein fin­de ich die 120 euro ein biss­chen hef­tig, aber selbst bau­en mit die­ser ver­ar­bei­tungs­qua­li­tät und ei­nem akku traue ich mir auch nicht wirk­lich zu. oder um­ge­kehrt; wenn ich das selbst ge­baut hät­te, wür­de ich es ge­nau so bau­en — wenn ich’s könn­te. nur mit ei­nem klei­ne­rem pass­par­tout-be­reich. von da­her bin ich ganz zu­frie­den. wei­te­re plus­punk­te:

        • gut ver­ar­bei­tet (lässt sich aus­ein­an­der­neh­men, re­la­tiv sta­bi­ler alu-rah­men, in­nen­le­ben mit elek­tro­nik und akku un­zu­gäng­lich ver­klebt)
        • usb-a auf usb-c la­de­ge­rät und ka­bel mit­ge­lie­fert
        • vie­le be­fes­ti­gungs­op­tio­nen und klein­tei­le da­für mit­ge­lie­fert
        • si­cher ver­packt, mit viel alta­pa­pier, we­nig plas­tik­müll
        • re­la­tiv flach, sieht nicht „bas­te­lig“ aus

        völ­lig über­flüs­sig ist (na­tür­lich) das ai im na­men „Switch­Bot AI Art Frame“. man kann zwar ir­gend­wel­che fil­ter über die hoch­ge­la­de­nen bil­der lau­fen las­sen und „ever­y­day pho­to“ so an­geb­lich in „clas­sic art­work“ ver­wan­deln, aber das kann man sich ge­nau so gut in den hin­tern ste­cken. ich habe den ti­tel die­ses ar­ti­kels des­halb zu „switch­bot bil­der­rah­men“ nor­ma­li­si­ert.


        über­le­bens­fah­re­rei

        felix schwenzel in gesehen

        screenshot von netflix.com von „drive to survive“

        ges­tern habe ich vier fol­gen dri­ve to sur­vi­ve weg­ge­bin­ged. ei­ner­seits er­staun­lich, wie schnell die­ses for­mel-1-ge­döns lang­wei­lig wird, an­de­rer­seits fas­zi­niert mich die se­rie im­mer wie­der. was sind das für ver­trä­ge, die net­flix die­se stal­king-ar­ti­ge nähe zu den fah­rern er­laubt? ge­or­ge rus­sel bei der mor­gen­toi­let­te zu­zu­se­hen ist we­ni­ger span­nend als die tat­sa­che, dass ge­or­ge rus­sel eine film­crew in sein ba­de­zim­mer lässt. oder die un­barm­her­zig­keit die sich net­flix er­lau­ben kann: du hast ge­ra­de nach zwei ren­nen dei­nen sitz bei red bull ver­lo­ren? dann setz dich erst­mal mal bei uns vor die ka­me­ra und zeig der welt wie elen­dig du dich fühlst, aber wech­sel vor­her noch dein hemd.

        als ich fla­vio bria­to­re sah, muss­te ich goo­geln: „did fla­vio bria­to­re have a stro­ke?“ (hat­te er nicht)

        die grei­sen­haf­tig­keit des 75-jäh­ri­gen bria­to­re, ge­paart mit sei­ner macht­fül­le bei al­pi­ne und sei­ner de­mons­tra­ti­ven rück­sichts­lo­sig­keit, er­ge­ben eine ir­ri­tie­ren­de mi­schung, die für mich kei­nen sinn er­gibt. das wirkt fast so ab­surd, wie in ei­nem for­mel-1-film ei­nen fah­rer von ei­nem 62 jäh­ri­gen schau­spie­ler spie­len zu las­sen.

        in­ter­es­sant ist auch, wer sich der in­sze­nie­rung ver­wei­gert. hel­mut mar­ko von red bull spricht in der re­gel mit je­dem, aber in den ers­ten vier­ein­halb fol­gen muss­te sich net­flix mit auf­ge­schnapp­ten sound­bi­tes von mar­ko zu­frie­den­ge­ben. chris­ti­an hor­ner hin­ge­gen spricht ge­fühlt alle 10 mi­nu­ten zu je­den the­ma in die net­flix-ka­me­ra.

        in sa­chen rhe­to­rik ist dri­ve to sur­vi­ve ein lehr­stück. die un­wahr­heit zu sa­gen kann sich in der mo­der­nen for­mel 1 nie­mand mehr leis­ten. ka­me­ras der for­mel 1, von net­flix, fern­seh­teams aus al­ler welt und von pri­va­teu­ten er­fas­sen im wahrs­ten sin­ne des wor­tes je­den furz. spin, ei­gen­lob und ge­konn­tes ver­schwei­gen sind die rhe­to­ri­schen werk­zeu­ge, mit de­nen man vor den ka­me­ras von net­flix zu be­stehen ver­sucht.

        am fas­zi­nie­ren­s­ten für mich ist, schon seit ein paar jah­ren, wie gut trai­niert und aus­ge­bil­det die un­fass­bar jun­gen fah­rer sind. na­tür­lich kön­nen sie alle gut fah­ren, aber sie sind of­fen­bar auch im um­gang mit den me­di­en und net­flix per­fekt trai­niert. sie spre­chen alle flies­send eng­lisch, wenn auch ge­le­gent­lich mit schwe­rem ak­zent, sie sind ana­ly­tisch, of­fen­bar über­du­crhschnitt­lich in­tel­li­gent und ver­lie­ren nie­mals ihre con­ten­an­ce — als hät­ten sie alle ge­ne­ti­sches ma­te­ri­al von niki lau­da in ihr ge­nom trans­plan­tiert.

        was man bei dri­ve to sur­vi­ve kaum sieht: be­sch­ei­den­heit. mit ei­ner ber­mer­kens­wer­ten aus­nah­me: jo­na­than wheat­ley, in der ak­tu­el­len staf­fel noch team­chef von sau­ber, jetzt team­chef von audi. wheat­ley ist so be­sch­ei­den und freund­lich, dass ich in der 2026er sai­son min­des­tens ei­nen hal­ben dau­men für audi drü­cken wer­de, in der hoff­nung, dass wheat­ly er­neut zeigt, dass man auch ohne arsch­lochig­keit er­folg­reich sein kann.