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ge­se­hen

felix schwenzel in notiert

seit an­fang des jah­res habe ich et­was zwang­haft jede se­rie, je­den film und ein paar büh­nen­auf­füh­run­gen die ich ge­se­hen habe auf­ge­schrie­ben. das sind in den letz­ten 5 mo­na­ten un­ge­fähr 200 ein­trä­ge ge­wor­den. rich­tig kon­se­quent war ich al­ler­dings auch nicht, denn theo­re­tisch hät­te ich dann auch zu al­len #rp­ten-vor­trä­gen die ich sah, et­was schrei­ben müs­sen. aus­führ­lich habe ich das dann aber nur für sa­scha lo­bos und rand­all mun­roes auf­tritt ge­tan. letz­te wo­che habe ich mit fie­ber ein paar se­ri­en­fol­gen ein­fach so weg­ge­guckt und statt et­was zu ih­nen auf­zu­schrei­ben oder sie hier fest­zu­hal­ten, habe ich sie ein­fach nur auf wat­ched.li als ge­se­hen mar­kiert. das fühl­te sich ok an und ich for­mu­lie­re mir mei­ne re­gel jetzt ein­fach neu: ich mar­kie­re alle se­ri­en die ich sehe bei wat­ched.li und wenn ich et­was zu sa­gen habe, mach ich auch eine kur­ze no­tiz hier dar­aus — aber eben nur dann wenn ich glau­be et­was sinn­vol­les zu sa­gen zu ha­ben, so wie heu­te zu per­son of in­te­rest s05e04. zu fil­men schrei­be ich nach wie vor eine kurz­kri­tik hier.

mein in­ne­rer zwang zu je­der ge­se­he­nen se­ri­en­fol­ge et­was zu schrei­ben hat­te et­was durch­aus an­ge­neh­mes: schreib­pra­xis und übung. da­bei ent­stan­den we­nig gross­ar­ti­ge tex­te, aber ich hat­te das ge­fühl ei­nen ganz gu­ten fluss zu ent­wi­ckeln und eine ge­wis­se dis­zi­plin, aber noch wich­ti­ger: kei­ne furcht vor dem lee­ren edi­tor­fens­ter zu ha­ben: ein­fach los­schrei­ben, run­ter­schrei­ben was mir ein­fällt, ein paar as­so­zia­ti­ons­ket­ten fol­gen, ein biss­chen nach­fei­len, kür­zen, straf­fen, fer­tig. ich hat­te den ein­druck, dass mir die­se übung auch bei an­de­ren schreib­auf­ga­ben ei­ni­ger­mas­sen half.


per­son of in­te­rest s05e04 (6,741)

felix schwenzel in gesehen

die fol­gen zwei und drei der fünf­ten staf­fel habe ich letz­te wo­che mit leich­tem fie­ber ge­se­hen und war un­ge­fähr so un­be­ein­druckt von ih­nen, wie von der ers­ten fol­ge die­ser staf­fel. das pro­duk­ti­ons­ni­veau die­ser staf­fel ist wirk­lich hundmi­se­ra­bel und wahr­schein­lich wa­ren es auch die vor­he­ri­gen staf­feln. da konn­te mich aber ge­le­gent­lich die hand­lung von der pro­duk­ti­ons­qua­li­tät ab­len­ken.

und, über­ra­schung!, die­se vier­te fol­ge, die auf deutsch 6.741 lau­ten müss­te, konn­te mich wie­der ei­ni­ger­mas­sen für die se­rie ein­neh­men. um zu er­klä­ren war­um, muss ich jetzt ein biss­chen hand­lung an­deu­ten, bzw. ver­ra­ten (spoi­ler­alarm!). denn in die­ser fol­ge pas­sie­ren din­ge, die tat­säch­lich über­ra­schend und un­er­war­tet sind, bei­na­he so wie bei game of thro­nes: es ster­ben fi­gu­ren, von de­nen man es nicht er­war­tet hät­te, dass die se­ri­en­ma­cher ohne sie aus­kom­men wür­den. und auch der rest der ge­schich­te ist schön zwie­bel­ar­tig er­zählt, alle 5 mi­nu­ten löst sich eine wei­te­re schicht und ent­hüllt die dar­un­ter­lie­gen­de. das er­zähl­mus­ter, der dra­ma­tur­gi­sche hand­werks­kniff kam mir ir­gend­wie be­kannt vor und als ich län­ger dar­über nach­dach­te (eine mi­nu­te), fiel mir auch ein wo­her: aus per­son of in­te­rest. die va­ri­anz in der er­zäh­lung war also gross ge­nug, dass ich nicht gleich drauf kam, also ist al­les gut. es hat sich so­zu­sa­gen ge­lohnt die drei ers­ten, mie­sen fol­gen durch­zu­ste­hen (de­nen ich al­len nur ei­nen ★ ge­ben wür­de), denn die­se fol­ge ver­dient gan­ze drei.


Photo by felix schwenzel in Berlin-Wedding, Seestraße. Keine Fotobeschreibung verfügbar..

bloo­dy con­tai­ner

(ge­nau be­trach­tet klemmt da ein space in­va­der un­ter dem con­tai­ner.)


mos­kau 1/5

felix schwenzel in artikel

wenn ich schlech­te lau­ne be­kom­me, ist das ein un­trüg­li­ches zei­chen, dass ix krank wer­de. diens­tag letz­te wo­che war es so­weit. kei­ne ah­nung wo­her die grip­pe­vi­ren, die ich jetzt fast ein gan­zes jahr er­folg­reich ver­mie­den hat­te, her­ka­men. mon­tag war noch al­les ok. es gab re­la­tiv viel druck im büro, aber nicht so viel, dass er mei­ne wit­zel­sucht merk­lich brem­sen konn­te. in der nacht zum diens­tag lief und krib­bel­te die nase et­was, und ich konn­te mich die gan­ze nacht nicht ent­schei­den ob ich schon schlief oder noch wach war. um 3 ent­schied ich mich nach reif­li­cher über­le­gung, dass ich nicht ein­schla­fen konn­te, schenk­te mir ei­nen whis­ky ein und guck­te eine stun­de lang zu, wie sich jon ste­wart mit da­vid axel­rod un­ter­hielt.

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zwi­schen­durch muss­te ich an den bes­ten, oder ge­nau­er, den ein­zig gu­ten april­scherz je­mals, den­ken, in dem jes­se bar­ron über eine an­geb­lich ver­ges­se­ne Tra­di­ti­on des „seg­men­tier­ten“ schlafs fa­bu­lier­te. ich lie­be die nacht­stun­den, die ruhe, den zwi­schen­zu­stand in dem sich al­les und vor al­lem man selbst be­fin­det. nur lei­der bin ich meis­tens zu müde, um ein paar stun­den die­ser be­son­de­ren zeit zu nut­zen — und so scheint es auch den meis­ten an­de­ren men­schen zu ge­hen. trotz­dem bin ich im­mer noch von der seg­ment­schlaf-idee von jes­se bar­ron be­geis­tert (die ich nach wie vor für ei­nen april­scherz hal­te, auch wenn sie ei­nen ei­ge­nen wi­ki­pe­dia­ein­trag hat).

in der nacht zum diens­tag war ich nicht müde, son­dern ein­fach ne­ben der kap­pe. ich woll­te es mir nur nicht so recht ein­ge­ste­hen — was üb­ri­gens eine mei­ner lieb­lings-me­tho­den ist, krank­hei­ten zu be­kämp­fen: igno­rie­ren, in der hoff­nung dass sie weg­ge­hen.

als ste­wart und axel­rod mit dem ge­spräch fer­tig wa­ren und sich den pu­bli­kums­fra­gen wid­me­ten, kam die bei­fah­re­rin aus dem bett und frag­te mich was ich in der kü­che täte: „ich gu­cke fern­se­hen …“ sie über­zeug­te mich, es noch­mal mit dem schla­fen zu pro­bie­ren — und tat­säch­lich schlief ich dann bis halb neun ganz gut durch, ging ins büro und ver­such­te dann mei­ne her­auf­zie­hen­de grip­pe dort wei­ter zu igno­rie­ren, bzw. dort ab­zu­war­ten, dass sie sich als hef­ti­ge heu­schnup­fen­at­ta­cke oder quer­sit­zen­der furz oder so her­aus­stel­len wür­de. das funk­tio­nier­te lei­der nicht. am nach­mit­tag wa­ren sich die kol­le­gin­nen ei­nig, dass ich so scheis­se aus­sä­he, dass ich schleu­nigst nach­hau­se müss­te.

zu­hau­se schlief ich dann mehr oder we­ni­ger 16 stun­den durch und ver­such­te am nächs­ten mor­gen wie­der ge­sund zu spie­len und ein biss­chen zu mi­kro­ma­na­gen, mails an kun­den und das team zu schrei­ben und die vie­le ar­beit aus dem bett her­aus auf­zu­tei­len. lei­der stell­te sich her­aus, dass mir nur eine ein­zi­ge in­tel­lek­tu­el­le fä­hig­keit blieb: ich konn­te her­vor­ra­gend lö­cher in die wand star­ren und mit et­was mehr an­stren­gung, mit hil­fe ei­nes bild­schirms, in die fer­ne se­hen.

im lau­fe des ta­ges woll­te ich mir dann noch eine wei­te­re mei­nung zu mei­nem ge­sund­heits­zu­stand ein­ho­len und lief zu mei­ner haus­ärz­tin. die be­stä­tig­te den ein­druck mei­nes um­felds (dass ich krank sei und auch so aus­sä­he), schrieb mich bis zum ende der wo­che krank und warn­te mich aus­drück­lich in den nächs­ten ta­gen ein flug­zeug zu be­tre­ten. das war in­so­fern be­dau­er­lich, weil wir be­reits vor mo­na­ten ein ver­län­ger­tes wo­chen­en­de in mos­kau ge­plant hat­ten, was dank ei­gen­ar­ti­ger visa-re­geln und ho­tel­bu­chungs­re­geln ein or­ga­ni­sa­to­ri­scher höl­len­ritt war.

ich war ge­neigt der haus­ärz­tin zu­zu­stim­men, denn auf dem rück­flug aus schott­land habe ich eine neue flug­angst ent­wi­ckelt: die angst vor man­gel­haf­tem druck­aus­gleich. in den letz­ten ta­gen in schott­land hat­te ich mich näm­lich er­käl­tet und mich dann nichts­ah­nend ins flug­zeug ge­setzt. dank der er­käl­tung funk­tio­nier­te der druck­aus­gleich in den oh­ren nicht mehr, was bei der lan­dung zu höl­li­schen schmer­zen we­gen über­druck in den oh­ren führ­te. spä­ter, zu spät für den schott­land­heim­flug, las ich, dass man die fol­gen mit ab­schwel­len­den na­sen­trop­fen et­was ab­mil­dern kön­ne, mich be­glei­te­te der oh­ren-über­druck dann zu­hau­se noch ein paar tage.

weil ich das al­les nicht noch ein­mal er­le­ben woll­te, war ich kurz da­vor auf die ärz­tin zu hö­ren und die rei­se ab­zu­sa­gen und das wo­chen­en­de über lie­ber zu­hau­se lö­cher in wand zu star­ren, als mich noch­mal mit ge­schwol­le­nen schleim­häu­ten in ein flug­zeug zu set­zen.

weil ich mich am ende dann doch an­ders ent­schied, und mich mit na­sen­trop­fen und schmerz­mit­teln voll­ge­pumpt doch ins flug­zeug nach mos­kau setz­te, kann ich in den nächs­ten ta­gen an die­ser stel­le und dem hash­tag #mos­kau noch drei bis vier wei­te­re ar­ti­kel über un­se­ren kurz­be­such in mos­kau ver­öf­fent­li­chen. zur ein­stim­mung dazu ein sym­bol­bild, dass die wi­der­sprüch­lich­keit von mos­kau (oder russ­land) ganz gut zu­sam­men­fasst:

brun­nen der völ­ker­freund­schaft auf dem aus­stel­lungs­ge­län­de der er­run­gen­schaf­ten der volks­wirt­schaft aus der so­wjet­zeit, mit ei­nem wlan-hot­spot und ei­nem trans­men­schen im hin­ter­grund.

mos­kau, 13. mai 2016

felix schwenzel in gesehen

foto vom himmel über moskau, man sieht stromleitungen, die den himmel zerschneiden.

der him­mel ist seit ta­gen wol­ken­los, rich­tig warm wird es trotz­dem nicht — kalt aber auch nicht. mos­kau ist — wie new york — eine stadt der ex­tre­me, nur das som­mer­wet­ter ist of­fen­bar al­les an­de­re als ex­trem. wet­ter­ex­tre­me über­lässt mos­kau of­fen­bar dem win­ter. trotz­dem ist mos­kau atem­be­rau­bend, ich weiss nur nicht ge­nau war­um: lags an mei­nem schnup­fen, oder dar­an, dass mos­kau eine der stau­bigs­ten städ­te ist, die ich je ge­se­hen habe? al­les, wirk­lich al­les, ist mit staub be­deckt. die haupt­stras­sen wer­den täg­lich ent­staubt und mit hil­fe von gros­sen, was­ser­wer­fen­den last­wa­gen ge­wäs­sert. wich­ti­ge denk­mä­ler wer­den re­gel­mäs­sig, per hand staub­ge­wischt. kann aber auch sein, dass die stadt eine gros­se aus­wahl pol­len be­reit­hält, und der mos­kau­er staub zu ei­nem gros­sen teil aus pol­len be­steht. von oben be­trach­tet be­steht mos­kau aus enor­men grün- und wald­flä­chen, in die ge­wal­ti­ge be­ton­flä­chen ge­legt wur­den.

der mos­kau­er him­mel ist durch­zo­gen von ka­beln, selbst die zahl­rei­chen hoch­häu­ser, be­zie­hen ih­ren strom aus ka­beln, mit de­nen sie un­ter­ein­an­der und mit dem bo­den ver­spannt zu sein schei­nen.



Photo by felix schwenzel in RIX Riga Airport. Keine Fotobeschreibung verfügbar..

in #riga raus aus dem flug­zeug, zum drit­ten mal heu­te fil­zen las­sen, was­ser ab­ge­ben, pass­kon­trol­le, neu­es was­ser kau­fen und dann wie­der ins ex­akt glei­che flug­zeug stei­gen. füh­le mich jetzt sehr si­cher.





Photo by felix schwenzel in Moscow, Russia. Keine Fotobeschreibung verfügbar..

wenn man in #mos­kau viel #me­tro fährt, könn­te man den ein­druck be­kom­men, dass die zeit des kom­mu­nis­mus ganz schnaff­te war.


das schlimms­te er­leb­nis un­se­res wo­chen­en­des in #mos­kau war der on­line-che­ckin bei #air­bal­tic mit ei­nem win­dows-com­pu­ter der sich nur mit bild­schirm­be­rüh­run­gen be­die­nen liess. in chi­na wird das si­cher als fol­ter­me­tho­de ge­schätzt, ich fra­ge mich, wie so­et­was heut­zu­ta­ge noch mög­lich ist.


Photo by felix schwenzel in Arbat Street. Keine Fotobeschreibung verfügbar..

für €16 hät­ten wir die pu­tin-dose mit­ge­nom­men, aber €116 war dann doch zu viel.