normalerweise bin ich kein fan von schlechtgelaunten blogs. bei unstory bin ich irgendwie hängengeblieben. diese seite hatte ich jetzt ein paar tage als offenen browser-tab:
Few months ago Cloudflare introduced Markdown for machines:
You get HTML, trackers, cookie banners, popups, and JavaScript. This needs a browser built by thousands of engineers just to show you a paragraph.
Machines get the clean version.
fair point, auch weil es meinem confirmation bias dient. heute hab ich mal ein bisschen weiter auf unstory gelesen. das ist alles sehr schlecht gelaunt aber auch nicht falsch.
Web browsers are not document viewers. They are customer acquisition channels for massive tech ecosystems. They don't serve users, but corporations. AI features, VPNs, crypto wallets, and countless of other nonsense.
… zum besipiel anders beantworten: weil es noch keinen bedarf dafür gab und „wir“ erst jetzt drauf gekommen sind beim nachdenken darüber wie wir es maschinen leichter machen können. das sagt der mensch hinter unstoryan anderer stelle auch (irgendwie):
The people building the human web chose the machine format. The machines moved to the human format.
das eigentliche problem scheint zu sein, dass wir komplexen probleme gerne mit komplexen lösungen begegnen und den blick fürs einfache verlieren. manchmal ist ein perspektivwechsel hilfreich um einfache lösungen zu erkennen. die perspektive von menschen oder maschinen einzunehmen, die bestimmte komplexe dinge nicht können, ist auf jeden fall immer hilfreich.
jedenfalls nehme ich den rat von unstory.eu an und folge ihm nicht, hoffe aber alle paar wochen daran zu denken mal dort vorbei zu schauen.
intheweights.com fragt den eingegebenen namen bei mehreren LLMs ab und extrahiert irgendeine metrik und listet auf, was die modelle zum namen zu sagen haben. sieht aus seien GPT-5.5, GPT-5.4-mini und claude opus 4.8 nah dran, während claude haiku 4.5 mich schon zum journalisten halluziniert und gemni 3.1 lite zum „langjährigen“ co-autoren von nerdcore macht. DeepSeek V4 sieht mich gar als mitgründer von netzpolitik.
GPT-5.5 says German blogger, web developer, and internet personality associated with the blog wirres.net.
GPT-5.4 Mini says German blogger and web developer, known for writing on technology, startups, and internet culture.
Claude Opus 4.8 says German blogger and writer known for his blog 'wirres.net', active in the German-language blogosphere and internet culture scene.
Claude Haiku 4.5 says German journalist and media professional, though limited public recognition without additional context.
Gemini 3.1 Lite says A German blogger, author, and long-time contributor to the tech and culture blog Nerdcore.
Kimi K2 0905 says German blogger and co-founder of the media blog 'wirres.net', known for tech and internet culture commentary.
DeepSeek V4 says German journalist and author, known for tech and media commentary, co-founder of netzpolitik.org.
offensichtlich und abgesehen davon mag ich die spielautomaten-schrift von intheweights.com sehr. und eigentlich mag ich pixel-bilder von „TODAY’S HEAVYWEIGHTS“ auf der startseite auch, ich bin ja schliesslich mit nem C64 aufgewachsen.
aber das was GPT auf meine aufforderung hin aus diesem bild gemacht hat, ist selbst für mich etwas dick aufgetragen. faszinierend ist einzig, dass für das bild 256×256 pixel reichen.
den besten artikel zu künstlicher intelligenz hab ich heute von christian stöcker gelesen.
Micah Nathan bringt am Massachusetts Institute of Technology Leuten das kreative Schreiben bei [und berichtet]: Alle in seinem Workshop hatten KI zum kreativen Schreiben benutzt, was er an ihren Texten merkte. Manche gestanden es tränenreich und sogar voller Selbstekel. Seine Schlussfolgerung: »Die Gefahr besteht nicht darin, dass die KI Autoren ersetzen oder meinen Workshop überflüssig machen wird. Die Gefahr ist, dass die Studierenden sich daran gewöhnen, die Reibung zu überspringen, die vorher ihren Schreibprozess sichtbar machte.«
christian stöcker bringt das problem mit der künstlichen intelligenz auf einen passenden nenner aus der kognitiven psychologie:
den »kognitiven Geizkragen«. In Kurzform: Wir strengen unser Gehirn ungern an. Wenn wir nicht müssen, lassen wir es lieber.
diese denk und lernfaulheit zu überwinden lohne sich, weil lernen, üben oder die „Reibung“ der denkprozesse zu überwinden eben befriedigung verschaffen und türen öffnen. christian stöcker und wahrscheinlich auch die kognitive psychologie plädieren dafür sich mehr anzustrengen, bzw. weniger bequem zu sein:
Dem kognitiven Geizkragen nachzugeben und intellektuelles Outsourcing zu betreiben, mag zwar bequem sein, es macht aber weder klug noch zufrieden.
ich würde gerne „neugier“ ergänzen. ich mache dinge nicht selbst um selbstdisziplin zu üben, sondern meist um meine neugier zu befriedigen. rauszufinden wie etwas genau funktioniert kann ich am besten indem ich es selbst mache. und selbst machen erfordert lernen, üben und wiederholung.
ich habe auch irgendwann erkannt, dass ich gesehenes oder gelesenes besser verstehe und mehr davon habe, wenn ich drüber schreibe. eigentlich würde ich jetzt auch lieber auf dem sofa sitzen und die neue folge house of the dragon gucken als auf dem sofa zu sitzen und über christian stöckers kolumne nachzudenken. aber die neugier, der mitteilungsdrang und das bedürfnis nach (ein bisschen) intellektueller anerkennung treibt mich zum bedürfnisaufschub. das ist auch der wahre grund, warum ich einmal pro jahr einen republica vortrag schreiben möchte: um mir selbst zu beweisen, dass ich in eine materie tief genug einsteigen kann, ohne mich völlig lächerlich zu machen. vorraussetzung ist natürlich, dass das thema, in das ich tiefer einsteigen möchte mich auch interessiert, meine neugier weckt.
ich glaube stefan niggemeier hat auch einen sehr guten text über ki geschrieben. nur leider kann ich ihn nicht lesen, weil ich kein SZ-abo habe.
ersatzweise bietet er an diesen text von ambros waibel in der taz zu lesen. das thema schöpfunghöhe oder tiefe im journalismus geht mir schon lange im kopf rum. constantin seibt hat mal geschrieben:
Das Konzept von komprimierter Zeit ist auch das der Grund, warum Leute gern lesen: Sie machen ein blendendes Geschäft. In einer Minute haben sie eine Stunde fremde Denkarbeit oder mehr gewonnen.
das gefühl „komprimierte Zeit“ zu konsumieren habe ich bei klassichen journalistischen produkten immer weniger. oft spüre ich dieses phänomen aber in bestimmten youtube-kanälen, wo nicht nur mit neuen arten der informations-darreichung experimentiert wird, sondern eben auch merklich viel denkarbeit investiert wird. das kann auch damit zu tun haben, dass erfolgreiche youtube-kanäle das problem der finanzierung gelöst haben (wenn auch auf eine sehr prekäre oder unnachhaltige art) und deshalb kräftig in recherche und kreation investieren können.
das gegenteil, der mangel an spürbarer denkarbeit ist das, was menschen dazu bringt sich von bestimmten darreichungsformen abwenden oder KI-gedöns als schlamperei (slop) bezeichnen.
guter, ausführlicher erklär-artikel von jan montag über die „gute Idee“ ATproto, also das protokoll das hinter blue-, black- oder eurosky steckt.
[Damit wird] theoretisch möglich […], dass du deine Identität endlich mitnehmen kannst. Überleg dir die Löschung deines Instagram oder Facebook oder X Accounts. Das wars. nicht so jetzt. Hier kann du die App wechseln und trotzdem alles mitnehmen.
auf einem PDS, dem „personal data server“, sind beim ATprotokoll alle daten gesichert, in verschiedenen schichten, die identität, der soziale graph, beiträge, app-daten. der PDS wird von jemandem zentral betrieben, lässt sich aber umziehen, mit allen daten und (im prinzip) auch mit dem benutzernamen. APPs sind im prinzip das schaufenster auf diese daten.
mein PDS liegt derzeit noch bei bluesky, in den USA. weils geht und aus prinzip werde ich den in nächster zeit zu eurosky migrieren. damit sollte sich weder etwas an meinem bluesky-konto ändern, noch auf irgendeinem anderen konto das ich mit meinem ATmosphere-konto nutze (zum beispiel standard-reader, blento, sill oder popfeed).
so einen PDS kann jeder betreiben, allerdings ist das genauso undankbar und viel arbeit, wie einen eigenen mail- oder mastodon-server zu betreiben:
Föderation ist nicht schwer, weil Protokolle schwer sind. Föderation ist schwer, weil Betrieb schwer ist. Updates, Abuse, Spam, DDoS, Moderation, rechtliche Geschichten, Kosten, Backups – das ist nicht romantisch, das ist Alltag. Und dieser Alltag führt fast automatisch dazu, dass sich wieder zentrale Anlaufstellen bilden.
jans fazit, trotzdem und mit einem aufruf zur wachsamkeit:
ATProto ist eine wirklich elegante Idee: Schichten trennen, Identität portabel machen, Apps austauschbar machen. Bluesky hat damit ein Fenster geöffnet.
Aber Fenster sind nur Fenster. Wenn du nicht durchgehst, wird es wieder zugemauert.
und seine kurzfassung um den unterschied zwischen ATproto (atmosphere) und ActityPub (fediverse) zu erklären:
Fediverse = „viele Dörfer, Post wird zwischen Rathäusern ausgetauscht“; ATProto = „du hast dein eigenes Haus (PDS), aber die großen Straßenkarten (Index/AppView) entscheiden, wer dich findet.“
ich würde ergänzen:
fediverse: viele autonome dörfer, die sich auf ein austauschformat geeinigt haben, die daten aber im dorf speichern. atmosphere: grosse datenlagerhäuser die mit glasfaser vernetzt sind, an die sich dörfer, bastler, werkstätten oder konzerne andocken können und geregelten zugriff auf die lagerbestände bekommen und auch selbst lagerfläche anmieten können. die inhalte (fast) aller lagerbestände sind — nach bestimmten regeln — auch wieder für alle anderen zugänglich.
beide protokolle haben ihre vor und nachteile. wir brauchen keine monokulturen, im gegenteil, RSS ist nicht durch activitiPub überflüssig geworden, standard.site wird RSS auch nicht verdrängen. protokolle können nebeneinander existieren, man kann brücken bauen, protokolle könnnen zusammenwachsen oder sich spezialisieren. in beiden genannten protokllen stecken ungehobene potenziale — und das ist das eigentlich spannende.
ich für meinen teil spreche gerne mit allen. ich mag es, wenns ein bisschen kompliziert ist.
p.s.: hier kann man jan montags artikel (wie ich) hochvoten: https://bubbles.town/entry/38217373 (man muss sich nur mit seinem fediverse handle anmelden)
andrew von @theartofstirytelling erklärt nachvollziehbar warum manche geschichten von star trek zeitlose klassiker sind, die in der oberliga der erzählkunst mitspielen. und in einem 5 sekunden-schlenker zeigt er auch, warum das bei den aktuellen inkarnationen der serie oft nicht mehr funktioniert: die funktionieren oft deshalb nicht, weil sie die moralischen konflikte zu offensichtlich und zu eindeutig präsentieren. gute geschichten fordern ihr publikum heraus, indem sie nachvollziehbare gegensätze zeigen und die grenzen zwischen richtig und falsch ausloten.
gleich nachgekocht, auf ne art, und es war gut. vor allem gelernt: für so ein gericht ist es wirklich von vorteil alle zutaten in etwas gleich grosse stücke zu schneiden, die pfanne muss ordentlich heisse sein und alles ständig in bewegung bleiben. dann wird aus dem fried rice sogar ohne reis ein leckeres gericht.
abgesehen davon das federico viticci hier klüg über die neue siri nachdenkt (siehe zitat), hat er ein paar sehr tolle fotos an den artikel geklebt. insbesondere das bild von john ternus und tim cook sieht so ausgedacht aus, dass es fast zu promtig als wahr sein könnte. isses aber nicht.
The new Siri AI is, of course, reminiscent of a chatbot at a surface level. And yet unlike Claude, ChatGPT, or Gemini, the chatbot is not the product here: the chatbot is merely one of the shapes the new Siri AI can take. “It’s a feature, not a product”, Jobs would quip. The new Siri uses a collection of LLMs to deliver a personal assistant experience that, unlike others, can tap into the rich tapestry of device context and app data that other chatbots can’t aspire to. It can work with voice, it can work with text; it can be a glassy bubble in the Dynamic Island, and it can be an app. I saw Siri pull up messages from months prior and compare responses in tables generated on the spot. I saw Siri cross-reference an Apple note against an email and provide a useful response in about five seconds. It was Siri, but it also didn’t feel like Siri.
Be willing to say no in the face of abundance. Be afraid to say yes and proud to say no. Be as proud of what you didn’t do to the codebase, as what you did do to it.
Das Gedankenspiel, was eigentlich anders wäre, wenn Frauen an der Macht wären, führt Ladies First in eine Welt, in der Frauen sich komplett egoistisch verhalten und nur auf ihr eigenes Wohl bedacht sind. Sie übernehmen keine Verantwortung für Sorgearbeit, belegen selbstverständlich alle Führungspositionen, fördern sich nur gegenseitig. Männer betrachten sie als ungleichwertig, als Lustobjekte, die hübsch anzusehen, aber nicht ernstzunehmend sind.
Selbst als Spiegel des Patriarchats wäre das äußerst plump und vielleicht in den 1950ern als gelungene Satire durchgegangen.
der von volker verlinkte artikel von tyler jagt hat den titel: „My Students Can’t Read“ und geht darum, dass jede generation von lehrkräften darüber klagen würde, das ihre studierenden nicht lesen könnten. tyler jagt meint das sei immer übertrieben gewesen, aber jetzt könne man das auch mit daten belegen.
was ich witzig fand: über dem artikel ist ein player eingebettet, der dafür sorgen soll, dass man den artikel nicht lesen muss, sondern ihn sich vorlesen lassen kann.
das ist schon sehr, sehr witzig.
der player lädt über archive.li nicht, aber wenn man auf die originalseite des artikels auf chronicle.com geht, kann man den artikel weder lesen, noch anhören, sondern muss sich erstmal anmelden. nach der anmeldung konnte ich den artikel immer noch nicht lesen, weil chronicle.com wollte, dass ich mein pi.hole deaktivier.
das ist ein untrügliches zeichen für einen weiteren grund, dass angeblich niemand mehr liest: weil einem das lesen zunehmend schwer gemacht wird.
es sind nicht nur die telefone, algorithmischen feeds oder LLMs, sondern auch die unfähigkeit und der unwille texte überhaupt ablenklungsfrei zum lesen anzubieten.
ich muss beim lamentieren darüber, dass niemand mehr lesen kann, auch immer an neil postman denken. der hat das ende der lesekultur schon alles vor 40 jahren postuliert (SNCNR). ein paar hundert jahre vorher wurde das lesen noch als schädlich eingestuft, zumindest dann, wenn alte weisse männer den lesetext nicht für hochwertig genug hielten. jetzt wirds lesen und denken zum „luxusgut“:
In July 2025, the journalist Mary Harrington argued in The New York Times that “thinking is becoming a luxury good.”
die bild zeitung ist jetzt über 70 jahre alt. zumindest in den 60er und 70er jahren hatte die bild ein vielfaches, teils ein fünf bis 20 faches der auflage von zeitungen und zeitschriften mit etwas längeren texten und normal grossen buchstaben. ich glaube zu behaupten, dass lesen auf eine gewisse art immer schon ein luxusgut war ist nicht übertrieben.
dazu kommt, dass lesen meiner meinung nach sowohl überschätzt, als auch interschätzt wird. mit der fähigkeit zu lesen konnte man sich immer schon grosse vorteile verschaffen. oder gute unterhaltung. mittlerweile (eigentlich aber auch schon immer) kann man auch ohne zu lesen vorteile und wissen und unterhaltung sowieso verschaffen.
ich habe dem lesen viel zu verdanken, aber gelernt habe ich neben dem lesen schon immer auch visuell, verbal oder haptisch. die fähigkeit zu denken oder sich auszukennen allein an lesebefähig festzumachen ist auf jeden fall etwas kurz gegriffen. das mag in akademischen oder wissenschaftlichen bereichen anders sein und was tyler jagt und diverse studien beobachten wird im jeweiligen kontext sicher alles stimmen, aber vor generalisierungen sollte man sich immer hüten (pun intented).
die überschrift habe ich mir bei der eule geborgt, bzw. beim rivva verweis auf ebendiesen artikel. weil das was ich hier jetzt mache, links auf interessante webseiten setzen, die ich zum lesen empfehle, ist ja in der tat nichts anderes als trainingsdaten fürs menschliche gehirn anzubieten.
bei rivva habe ich heute einen link auf die fliegenden bretter gefunden, wo über eine mögliche zuckersteuer philosophiert wird: Zucker steuern?
das habe ich gerne gelesen und dann noch ein bisschen dort weitergeklickt und mich dann in den links (trainingsdaten fürs gehirn der lesenden) die dort angeboten wurden verloren. hängengeblieben sind unter anderem diese beiden:
ich kann mit theater nicht viel anfangen, das ist mir oft zu prätentiös und wichtigtuerisch. aber das was die theaterregisseurin angela richter hier über das theaterpublikum resümiert, trifft ein paar relevante nägel auf den kopf.
Vielleicht erklärt das auch, warum das Theaterpublikum sich so verändert hat. Das alte Publikum war gebildet genug, sich beleidigen zu lassen. Das neue Publikum ist moralisch genug, sich bestätigt fühlen zu wollen. Das ist ein Unterschied.
Die alten Silberrücken in den roten Samtsesseln hatten etwas, das heute selten geworden ist: Gelassenheit gegenüber Kunst. Sie wussten, dass Theater ein Ort der Rollen ist – nicht der moralischen Bekenntnisse. Dass Figuren Dinge sagen dürfen, die Menschen nicht sagen würden. Dass Provokation kein moralischer Unfall ist, sondern ein ästhetisches Mittel.
keine ahnung warum das noch nicht der fall war, aber die fliegenden bretter sind dann gleich in meinem feedreader (trainingsdaten fürs mein gehirn) gelandet.
ich habe das glaube ich schon öfter mal hier erzählt, dass mein feedreader seit vielen jahren, eigentlich seit schon immer, meine hauptsächliche informationsquelle ist. viele der feeds die ich abonniert habe rauschen sehr stark (z.b. cashys blog), aber einerseits bekomme ich dort stets das das mit was ich mitbekommen will und zweitens lassen sich einzelne einträge in einer guten feed-lese-software auch einfach und schnell überspringen. ich habe über 400 feeds abonniert und meistens eine dreistellige zahl an ungelesenen einträgen. aber seit jahren funktioniert es gut, nur das oben aufschwimmende zu beachten. bei meiner arbeits-email-inbox ist das genauso: das wichtigste schwimmt immer obenauf, emails weiter unten sind meistens schon erledigt oder weniger wichtig.
aber viel wichtiger ist dieser aspekt, der für alles, aber eben vor allem für das auch im internet lesen gilt:
As usual turns out the best recommendation algorithm is another human being with great taste!
im techniktagebuch nochmal das thema bahn. mir ist das gelegentlich auch aufgefallen, dass sich die sachen die aus zuglautsprechern kommen manchmal falsch anhören …
Diese fehlende Präposition — die fehlt doch schon seit mindestens 20 Jahren in den Bahnansagen?
… aber mittlerweile glaube ich mehr und mehr, dass es richtig oder original ohnehin nicht gibt. warum soll man nur als muttersprachlerin die sprache nach gutdünken modifizieren dürfen? ich denke mir ständig neue worte aus oder nutze worte die sich andere ausgedacht haben und mir gefallen und dabei ist es mir egal ob das richtig oder korrekt ist. ich mag nicht „der blog“ sagen, aber warum sollte das falsch sein, nur weil ich etwas anderes präferiere oder weil man sich vor 30 jahren mal einig war, dass es „das blog“ sei? wenn man etwas 20 jahre lang auf eine bestimmte art sagt und die leute es verstehen und sich daran gewöhnt haben, ist es vielleicht nicht wirklich, wirklich richtig, aber eben auch nicht falsch.
ich bin nicht nur froh, dass sprache sich ständig ändert, ich glaube das ist auch unaufhaltsam und wahrscheinlich auch ein durch und durch unregulierter demokratischer prozess. was vielen gefällt, leicht von der zunge oder der feder geht, bleibt. was niemand mehr sagen will geht.
oder das ewige gewese um original italienische pizza, echte pasta bolognese, original thai, echtes sushi. alles quark, weil alle küchenstile der welt sich ständig kreuzbestäuben und fusionieren. was sprachliche oder kulinarische nostalgiker gerne vergessen: das wahre, das damals schöne war irgendwann auch mal was radikal neues oder gar „falsch“ und völlig untraditionell. etwas pathetischer drückte es gustav mahler (laut flavio manzoni) aus:
Tradition ist nicht das Anbeten der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers.
wenn diese gedankengänge zu kompliziert, kontrovers waren, dieses video strömt eine grosse ruhe aus. alles fügt sich, alles passt, alles ist schön.
stephen colbert hat nur noch ein paar wochen, bevor seine late-night-sendung eingestampft wird. ich fand seine late-night-sendung immer ganz okay, aber ein fan war ich nie. gelegentlich stolperte ich auf youtube über sendungsausschnitte, und gelegentlich war das eben okay. während ich von letterman und ferguson nie genug bekommen konnte, reichten mir die schnipsel von colbert. bei kimmel finde ich das ganz ähnlich, haut mich meistens nicht von den socken.
im letzten halben jahr war ich allgemein zunehmend genervt von der verwurstung und länglichen aufbereitung von trumps schwachsinn. ich finde es natürlich grandios, dass trump so dünnhäutig ist, dass er von witzen über ihn genervt ist und sich nicht zu schade ist, mit seinen kleinen händen zurückzuboxen und seine speichelleckenden untergebenen auf colbert, kimmel und sonstwen, der oder die es wagt, sich über ihn lustig zu machen, zu hetzen. ich habe keine lust mehr, donald trump überhaupt noch aufmerksamkeit zu schenken.
ich habe ein bisschen das gefühl, dass aufmerksamkeit für donald trump das ist, was zeit für die grauen männer in momo ist. in michael endes erzählung können die grauen männer den menschen die zeit stehlen, indem sie die menschen davon überzeugen, zeit sparen zu müssen. wie die grauen männer mit der zeit macht donald trump mit der aufmerksamkeit, die er uns stiehlt, nichts besonderes oder sinnvolles — ausser im rampenlicht zu existieren und anderen menschen die laune oder die existenzgrundlage zu zerstören.
um bei dem bild zu bleiben: die zeit, die wir durchs sparen an die grauen männer verlieren, hält uns, genau wie die aufmerksamkeit, die wir donald trump schenken, davon ab, die zeit etwas sinnvollem zu widmen und unsere aufmerksamkeit auf etwas konstruktives, schönes, sinnstiftendes zu lenken.
jedenfalls fand ich es sehr wohltuend, stephen colbert dabei zuzusehen, wie er barack obama interviewt und sich von ihm durch obamas noch zu eröffnende presidential library center führen lässt. ex-präsidenten werden mit abstand zum amt ja ohnehin immer sympathischer, aber obama ist so sympathisch, dass ich ihn knuddeln möchte. und stephen colbert ist teilweise wirklich witzig, so witzig, dass ich ein paarmal laut lachen musste. und auf gewisse weise ist das was obama sagt auch erbaulich, optimistisch stimmend und eben nicht vollgesogen mit der endzeit- und angstinduzierenden rhetorik der populisten-faschisten, die uns seit jahren zunehmend auf allen wahrnehmungskanälen überschwemmt. deshalb: colbert bei obama fand ich sehenswert.
Kurz: Das öffentliche, textbasierte Social Media ist weiter auf dem absteigenden Ast. Für Freaks gibt es die Möglichkeit, zu bloggen, aber insgesamt verschiebt sich das Ganze dann doch eher in die privaten Kanäle.
je länger ich über das ins-internet-schreiben, neue kommunikationsformen oder öffentliche und private kanäle sozialer kommunikation nachdenke, desto mehr frage ich mich ob wir das mit den „privaten kanälen“ nicht eklatant falsch einschätzen, bzw. das potenzial dieses öffentlich nicht besonders gut sichtbaren kommunikationskanals unterschätzen.
ich würde zum beispiel behaupten, dass sich die reichweite öffentlicher „leitmedien“ wie faz, spiegel, zeit oder bild über die letzten 30 jahre gar nicht mal so krass verändert hat. ja, die werbeeinnahmen sind ins internet diffundiert, aber wenn man sich abo-zahlen aus den 90er jahren ansieht, dann mögen medien wie der spiegel oder die bild zwar die eine oder andere debatte geprägt haben, aber das — wie auch jetzt — mit einer relativ geringen reichweite im vergleich zu bewegtbild, audio oder „privaten“ kanälen.
oder anders gesagt: text war schon immer ein nischenphänomen. und diese privaten kanäle wurden wahrscheinlich auch schon immer ein bisschen unterschätzt. um meine steile these weiter auszubauen: während sich die reichweiten der „öffentlichen“ kanäle in den letzten 30 jahren nicht wirklich signifikant verändert haben, haben die privaten kanäle in den letzten jahren einerseits viel an sichtbarkeit, aber auch an effizienz gewonnen.
ich erinnere mich an die jamba-geschichte von spreeblick vor > 20 jahren (wie die zeit vergeht!). johnny haeusler schrieb damals wenig schmeichelhaftes über das geschäftsmodel des klingelton-anbieters jamba und die geschichte ging viral. ich erinnere mich aber auch daran, dass eine der treibenden kräfte hinter der viralität des spreeblick-artikels damals im dunkeln lag, also besucher nicht hauptsächlich von anderen blogs oder webseiten kamen, sondern aus dem „nichts“. die geschichte wurde ganz offenbar vor allem über „private kannäle“ verbreitet, also via email oder messenger (icq, aim).
diese „dunkle“ (also nicht ohne weiteres trackbare) vernetzung durch „private kanäle“ sollte man gerade in der heutigen (sozial-) medienlandschaft nicht unterschätzen. ob wir freaks, also ins internetschreibende, da eine signifikante rolle spielen ist eine ganz andere frage (höchtswahrscheinlich nicht).
Die Welt: „Der Artikel beschreibt, wie günstige Drohnen die klassische militärische Überlegenheit in der Luft verändern. Während teure Abwehrsysteme wie die MIM-104 Patriot Millionen kosten, sind einfache Drohnen extrem billig – wodurch Angriffe wirtschaftlich im Vorteil sind.
ich bin ja ein großer freund der behauptung, dass viele entwicklungen und phänomene unserer zeit eigentlich gar nicht neu sind, sondern altbekannte vorgänge in neuem anstrich oder mit anderem technologischem unterbau. ohne hier eine besondere expertise vortäuschen zu wollen: kriege sind, soweit ich es mitbekommen habe, noch nie alleine mit technologischer oder ökonomischer übermacht zu gewinnen gewesen. das haben die amerikaner in vietnam erfahren, nur dass der vietkong dort statt drohnen menschen eingesetzt hat, um das ökonomische gleichgewicht des krieges zu seinen gunsten zu kippen.
wo kriegsherren (das wort braucht man derzeit wahrscheinlich nicht zu gendern) oder der widerstand gegen invasoren heute drohnen einsetzen, wurden früher menschenschwärme oder sabotageakte genutzt. in afghanistan und im irak waren improvisierte sprengfallen der widerstandsgruppen die drohnen der 2000er; die kamikazeflieger der japaner im zweiten weltkrieg sind die konzeptionellen urgroßväter der heutigen drohnen. drohnen sind in diesem sinne die konsequente fortführung von guerilla-taktiken mit digitalen mitteln.
es bleibt — mehr oder weniger — auch beim krieg alles beim alten: krieg ist scheisse und im prinzip auch nicht zu gewinnen. ökonomisch lohnt sich der scheiss kaum noch und zivilisatorisch oder moralisch sowieso nicht. egal wie übermächtig man sich fühlt, egal wie „günstig“ drohnen oder widerstand auch sind oder werden: am ende ist der preis von krieg immer um ein vielfaches höher als der wert des friedens vorher. nur leider erinnern sich die entscheidenden deppen da nie dran.
sehr gute app enmpfehlung von eay.cc: On This Day Rewind die app macht nicht viel anderes als fotos anzuzeigen die in den vorjahren dieses tages aufgenommen wurden (und in der iphone bildmediathek sind). 365 × x tage sind zwar ein her zufälliger, willkürlicher parameter, aber immer gut um eine erinnerung zu wecken. hier auf wirres.net habe ich diese funktion auch in jeder artikel-beilage.
… und das führt mich dann zum beispiel zu posts wie diesem von vor genau 10 jahren:
If Donald Trump replaces Obama it only further proves Orange Is The New Black
Ich bekomme immer mal wieder Rückmeldungen, von wegen: dein Newsletter ist ja ganz interessant, aber viiieel zu lang. Wer soll das alles denn lesen?
Ali Hackalife macht sich deswegen die Mühe, jeden Newsletter einzulesen, als Service. Für 5 Euro pro Monat kann man sich den Krasse Links Newsletter jetzt als Podcast abonnieren (Ali und ich teilen uns die Einnahmen). Krasse Links No 79 ist bereits im Kasten.
zuerst dachte ich: toll, wenn jemand sich bereitfindet etwas als service für mich zu lesen. dann, als ich verstand, dass der service nicht bedeutet, dass ali hackalife texte für mich liest, sondern krasse links vorliest, damit ich sie mir anhören kann, da dachte ich: wäre doch praktisch wenn sich das jemand für mich anhören könnte und dann eine zusammenfassung davon schreiben könnte, damit ich mir das nicht alles selbst anhören muss.
ich denke jetzt aber, dass es das einfachste ist, wenn ich die krassen links von mspro selbst lese. zumal ich das gerne mache.
Das Thema ist vor allem deshalb wichtig, weil Speicher gerade extrem teuer und knapp geworden ist und man mit derlei Techniken größere Modelle in wesentlich weniger RAM pressen kann.
erinnert mich an die alten zeiten, als es noch den „RAM Doubler“ auf dem mac gab:
RAM Doubler compressed less-used memory contents of background applications, and recovered free memory for use by the foreground application. Only when all free physical memory was occupied, would it start writing swap files to disk, like virtual memory.
die stelle an der thomas knüwer in seinem bericht aus austin über nicht so autonome roboter schreibt und ein video von einem ferngesteuereten rizzbot einbettet, hatte ich schon in seinem newsletter gelesen. hier schrieb er nun:
Oberflächlich betrachtet, ist die Zukunft in Austin schon da. Selbstfahrende Waymo-Taxis gibt es en masse, eine Hand voll von Tesla sind auch in der Stadt, der Konzern präsentierte (stehend, nicht fahrend) sein erstes Robotaxi. Auch begegnen einem ständig die Lieferroboter des heimischen Unternehmens AVRide, dass bald ebenfalls autonom fahrende Taxis auf Basis des Hyundai Ioniq 5 anbieten will.
Und dann begegnet einem der Rizzbot, der Passanten duschbeleidigt und einem vorbeirollenden Bierbike (hier sind die Dinger also gelandet) den Mittelfinger zeigt:
Allein, man darf nicht zu genau hinschauen. Dann blättert die glänzende Zukunftsfassade ab: [youtube direktlink]
Natürlich wurde der Rizzbot ferngesteuert, sein Lenker war nur wenige Meter entfernt.
Das Tesla-Robotaxi ist niemals in dieser Gestalt brauchbar für den Taxi-Betrieb.
Die Zahl der Unfallmeldungen für Robotaxis lässt in Austin Stimmen laut werden, ob man ihren Einsatz nicht wieder verbieten sollte.
Wer ein Waymo nutzt, kommt oft nicht dort an, wo er gerne würde. Meines setzte mich 3 Gehminuten vom Ziel ab, mein WG-Mitbewohner Richard kam auf 6 Minuten.
das video hatte ich mir noch nicht angesehen. mir fiel dazu spontan ein: nicht nur der rizzbot wurde ferngesteuert, sondern auch einen bewaffneter sicherheitsmann, der dem rizzbot auf schritt und tritt folgte. ausserdem: erstaunlich wie elegant und federnd das teil läuft. und, wenn die fernsteuerung gut gemacht wird, können ferngesteuerte roboter grandios, unterhaltsam und tatsächlich schlagfertig sein: siehe geoff peterson.
und ich dachte (wieder), dass wir ganz offensichtlich noch weit weg von autonomen robotern sind, aber potenziell voll im goldenen zeitaltzer der zentauren.
den artikel habe ich nur überflogen und zwischenüberschriften gelesen, einerseits weil ich web-pessimistisches nicht besonders gerne lese (auch wenn die beschriebenen gefahren alle real sind) und andererseits weil mir das was ich las zu raunend war.
aber wirklich bemerkenswert fand ich, dass das aufmacherbild in anil dashs artikel wie die tunnel von colin furze aussehen.
Ich finde, wir sollten nicht mehr von sozialen Medien reden, denn es geht ja gar nicht mehr um unser soziales Umfeld, also darum, wem wir folgen. Wir sehen das, was uns dem Algorithmus zufolge interessiert und unsere Aufmerksamkeit möglichst lange bindet. Deshalb finde ich den Begriff algorithmische Medien treffender. Und die bevorzugen eben polarisierende, zugespitzte Inhalte.
den artikel kann man bei christoph-koch.net und brandeins.de nicht zuende lesen ohne zu bezahlen, aber das interview zeigt, dass es sich lohnen könnte nochmal geld für die brandeins auszugeben.
wenn ich böse wäre, würde ich schreiben: thomas knüwer arbeitet jetzt für die republica und braucht offenbar geld. bin ich aber nicht mehr (böse), nur noch doof. tatsächlich finde ich das was thomas knüwer hier macht ein interessantes experiment: er fährt nach texas zur sxsw und statt nur drüber zu bloggen, schreibt er einen täglichen newsletter für den er auf steady um etwas finanzielle unterstützung bittet.
steady hat sich zu einem kleinen moloch entwickelt. über steady kann man die titanic, das plötzblog, übermedien, rivva und 2.833 andere projekte oder „Medienmacher:innen“ unterstützen. meinen newsletter hätte ich dort auch eingerichtet, unterstütze steady rss-zu-newsletter-konvertierung. stattdessen habe ich mir dort auch eine „unterstützerseite“ eingerichtet, auf der man sich ein gutes (3 €/monat), sehr gutes (5 €/monat) oder super gutes gefühl (10 €/monat) kaufen kann. das dort eingenomme geld würde ich dann auch wiederum dafür verwenden mir ein gutes gefühl zu kaufen — obwohl ich bezweifle dass das versprechen von guten gefühlen viele interessenten findet.
thomas knüwers newsletterangebot hingegen scheint interesse zu wecken. nach einem tag bereits 40 zahlende mitglieder. ich finde die transparenz die steady bietet (wenn der oder die medienmachende das will) sehr lobenswert und bin gespannt wie das experiement ausgeht, auch wenn ich kein grosser fan von bezahlschranken bin und auch für schrankenlose angebote zahlen würde.
ich habe zuerst nur die zitate gelesen, die volker weber aus barbara geyers text extrahiert hat und eine replik im kopf formuliert. dann fiel mir auf, dass das äusserst denkfaul ist und las barbara geyers text. der text gefiel mir, aber meine replik bleibt die gleiche. einer der hauptgedanken in barbara geyers text ist dieser:
Ich nenne dieses Phänomen die KI-Fachkompetenzschwelle. Eine Grenze des Vorwissens, unterhalb derer KI-Nutzung nicht nur wirkungslos wird, sondern kontraproduktiv.
kritisches denken allein reiche nicht, man müsse schon substanzielles wissen mitbringen, um KI produktiv, nutzbringend zu nutzen — sagt barbara geyer. ich würde darauf antworten, dass das auch alles eine haltungsfrage ist. für mich ist der weg zu wissen neugier, also eine haltung (so wie kritisches denken auch eine haltung ist). neugier führt dazu, dass ich mich mit einfachen antworten, egal woher die kommen, nicht zufrieden gebe, sondern verstehen möchte und im besten fall etwas so tief verstehen möchte, dass ich es selbst machen oder anderen erklären kann.
wer neugierig ist gibt sich nicht mit wohlklingenden antworten eines lehrers, professors, eltern, buchs, videos oder einer KI zufrieden. neugier inspiriert zum tiefer, weiter fragen. dummerweise kann man neugier nicht (wirklich) lehren (oft im gegenteil), neugier kann man aber wecken, entfachen.
witzigerweise habe ich gerade heute beim morgenspaziergang an meinen kunstlehrer in der siebten oder achten klasse zurückgedacht. herr schiefer hiess er und alles was er uns an aufgaben antrug, entfachte neugier und aha-erlebnisse in mir. wir haben graustufenbilder aus punkten gemalt, benutzbare stühle aus pappe gebaut, dioramen im schuhakarton mit gucklöchern gebastelt.
bei herrn schiefer habe ich kein kritisches denken beigebracht bekommen, aber er hat neugier in mir geweckt, die dann auf dem weg auch kritisches denken ausbildete und dann langfristig zu einer anhäufung grösstenteils unnützen wissens in mir geführt hat.
was ich sagen will: wenn man KI nur zur generierung von antworten nutzt, wird ki schnell kontraproduktiv. wenn man KI zur generierung weiterer fragen nutzt kann man mit KI unterstützung sehr viel lernen.
ja, man könnte sein blog auch zuhause hosten. wojtek powiertowski zeigt wie er es macht. ich finde das wahnsinnig interessant, aber bin froh dass es auch anders geht.
heiko ist auf dem richtigen weg: man muss seinem RSS sehr viel aufmerksamkeit und liebe schenken um damit die aufmerksamkeit der RSS lesenden (ein bisschen) zu belohnen. denn RSS leser und leserinnen sind die besten und treuesten begleiter aller die ins internet schreiben.
dieses video könnte man durchaus als KI 101 bezeichnen. der gast dieser folge startalk mit neil degrasse tyson und seinen beiden sidekicks ist geoffrey hinton, der letztes jahr für seine grundlagenforschung zu neuronalen netzwerken den physik nobelpreis bekommen hat. er erklärt ein paar der grundlagen kündtlicher neuronaler netzwerke und warum er denkt dass KIs bereits denken. zu den grundlagen fand ich folgendes faszinierend:
das menschliche gehirn hat ungeführ 100 trillionen (noronale) verbindungen. wenn man das mit dem zeitraum den wir leben vergleicht (um die 2,5-3 milliarden sekunden), kann man sagen: wir haben sehr viele verbindungen, aber wenig erfahrung.
bei den neuronalen netzen die wir derzeit zu bauen imstnde sind ist das umgekehrt. sie haben ca. 1 milliarde verbindungen (viele LLMs haben sehr viel weniger weniger), was ungefähr 1% der verbindungen sind, die menschen haben. dafür haben diese künstlichen neuronalen netze und LLMs viele tausend mal mehr erfahrenungen.
die grenzen an die heutuge LLMs stossen hängen (laut geoffrey hinton) vor allem damit zusammen, dass sie auf erfahrungen basieren die wir aufgeschrieben haben. eine go KI, die aus erfahrungen echter go-experten/meister gelernt hatte, war immer etwas schlechter als die menschlichen experten. unschöagbar wurden diese KI-systeme als sie anfingen gegen sich selbst zu spielen, sich ihre erfahrungen also selbst beigebracht haben. das dürfte auch de weg sein, wie LLMs klüger werden, meint geoffrey hinton.
wirklich sehenswert, wenn man KI abseits des hypes und gegen-hypes etwas besser verstehen möchte.
der artikel ist hinter der spiegel-bezahlwand, aber ich habe das gerne gelesen und hätte lust die hälfte des artikels hier zu zitieren. besonders faszinierend, wie grönland, oder allgemein die arktis und antarktis uns die grenzen unserer modernen welt und technologie zeigen.
»Grönland ist ein fremder Planet aus Eis«, sagt Rasmussen […] Rasmussen mag es nicht, wenn Leute sagen, man könne die Hunde, die Schlitten und die Soldaten bald durch Drohnen, Schneemobile und Helikopter ersetzen. Drohnen bräuchten Akkus, die sich in der Kälte entladen. Schneemobile würden zwischen den Felsen stecken bleiben, Helikopter bräuchten Benzin, unter arktischen Bedingungen könnten sie etwas mehr als eine Stunde in eine Richtung fliegen, bevor sie umkehren müssten, sonst ginge ihnen der Sprit aus.
patroullien mit menschen und hunden hingegen funktionieren ganz gut. sie sind oft monatelang unterwegs.
Der Einsatz bei Sirius dauert gewöhnlich zwei Jahre, es gibt in dieser Zeit keine Heimatbesuche. Manche Veteranen nehmen nach ihrer Rückkehr in wenigen Wochen 15 Kilo zu, da sie sich noch genauso fettreich ernähren wie in der Arktis. Zwei Jahre draußen, sagt Mikkelsen, und man brauche zwei Jahre, um wieder anzukommen. In Grönland hatte er nichts gebraucht außer Essen, Schlaf, Gemeinschaft. Zurück in der Zivilisation, fehlte alles, und zugleich war alles zu viel. Man könne kein Leben mehr führen wie davor. Nach Grönland, sagt Mikkelsen, fange man wieder von vorn an.
monatelang im nichts unterwegs sein, in absoluter stille, in absoluter freiheit und immer kurz davor, dass einen die natur umbringt.
Die Stille, sagt Mikkelsen, sei so stark, dass sie lärmt, dass man davon aufwache. Man höre den eigenen Atem, das Atmen der Hunde, irgendwann das Blut im Kopf. Gedanken kommen zur Ruhe, weil es keine Impulse von außen gibt.
das erschreckende an KI scheint mir in erster linie zu sein, dass es menschen und formen gibt die sich tatsächlich auf die antworten und schlussfolgerungen dieser systeme verlassen und die entscheidungen dieser systeme von menschen nicht überstimmt (oder nchvollzogen) werden können. damit scheinen wir einen kritischen kipppunkt zu überschreiten und legen bereits jetzt potenziell existenzielle entscheidungen in die hände von black boxes. damit kafkaeskisieren wir die welt mindestens um den faktor 2.
ich weiss nicht was ich faszinierender findeen soll: dass es fürher schon uhren gab, die man im Dunkeln ablesen konnte oder die mechanik dieser uhr.
die ersten paar staffeln for all mankind fand ich überragend gut. staffel 4, mit dem schlecht gealterten ed baldwin war zwar nicht schlecht, nervte mich aber zunehmend mit überdramatisierungen und überflüssigen, schlecht nachvollziehbaren schlenkern. dieser teaser deutet an, dass die macher der serie gefallen am überdramatisieren gefunden haben. eigentlich soll ein teaser ja lust auf eine serie machen, mir hat es die lust auf die fünfte stafel gleich verdorben. ich werde es aber wohl trotzdem schauen.
eine website auf der man ohne anmeldung, auch mobiil, einfach bilder hochladen kann sie geotaggen kann. find ich gut, nicht weil ich dem ordnungsamt gerne müll melden würde, sondern, weil das technisch brilliant simpel gelöst ist. so wie like buttons auch funktionieren sollten — ohne eine datenspur zu hinterlassen oder einen login erfordern sollten — kann man hier einfach bilder hochladen. eigentlich ist das indieweb.
den artikel steht hinter der bezahlschranke, aber die frage „Wird man krank, wenn man mit nassen Haaren rausgeht?“ lässt sich kurz und knapp beantworten: nein.
Vor acht Jahren (tagebuch)bloggte ich in Sätzen mit zwei Worten – eine spielerische Modifikation – über einige Sonntage. Die Tage in dieser Kürze zu beschreiben fiel mir nicht leicht da die Worte im Text möglichst nicht wiederholt werden sollten. Das ging stockend von der Hand. Vielleicht werde ich die Schreibübung in unregelmäßigen Abständen wiederholen.
… und das macht er dann auch und ich finde es gut.
The river is what's here right now. You scroll through it, save what you want to keep, and let the rest go.
current ist ein RSS reader mit nem neuen dreh, eben diesem river und artikeln die eine lebensdauer haben und dann aus dem blick verschwinden. find ich gut, will ich mal ausprobieren, auch wenn ich kein problem, keinen stress mit der klassischen präsentation von RSS-readern habe die einfach stumpf umgekehrt chronologisch und zusaätzlch (vielleicht) nach kategorien ihren inhalt zeigen.
aber die definition des river gefällt mir. einerseits weil ich denke das blogs genau so funktionieren, artikel, links, notizen poppen auf, altern, rutschen nach unten, aus dem sichtfeld. wenn man möchte kann man den fluss befahren und expeditionen in die vergangenheit unternehmen, in die tiefe gehen oder auch völlig abzweigen. (via)
Diese Verschiebung ist medientheoretisch nicht neu. Wir haben sie bereits bei Suchmaschinen erlebt, die Inhalte nicht mehr vermittelten, sondern ersetzten, indem sie Zusammenfassungen an die Stelle der Quelle setzten. Mit LLMs wird dieser Schritt radikalisiert: Aus der Verweisstruktur des Netzes wird eine Extraktionslogik. Texte werden nicht mehr gelesen, sondern ausgebeutet, ihr Kontext verschwindet im Antwortformat.
Keine pseudokluge, weil angelesene Wiedergabe von fremden Positionen, sondern das Abarbeiten am eigenen Unverständnis. Die Konfrontation mit Fragen anstatt die Suche nach der einen Antwort, die es eh nicht gibt. […] Lesen [ist] eben immer mehr ist als Lesen: Fragen stellen, nachdenken, Positionen überdenken. […]
When phone cameras got good enough, portrait photographers scolded people who took their own headshots.
And when the Mac got pretty good at typesetting, professional designers pointed out that people who can’t tell a font from a typeface and don’t care about kerning should avoid it.
Professional translators bring humanity and insight to transforming writing from one language to another, but many people continue to use Google Translate…
Here’s the thing: the translators take their own headshots. Web designers often use translation software. And life coaches build their own websites with Squarespace and put their own selfies on Linkedin. We all make our own decisions, and most of the time, we use tech to do it ourselves.
When phone cameras got good enough, portrait photographers scolded people who took their own headshots.
And when the Mac got pretty good at typesetting, professional designers pointed out that people who can’t tell a font from a typeface and don’t care about kerning should avoid it.
Professional translators bring humanity and insight to transforming writing from one language to another, but many people continue to use Google Translate…
Here’s the thing: the translators take their own headshots. Web designers often use translation software. And life coaches build their own websites with Squarespace and put their own selfies on Linkedin. We all make our own decisions, and most of the time, we use tech to do it ourselves.
Ich verfasse aber Texte und Sätze, weil ich mich ausdrücken will, weil ich etwas mitteilen will. Wenn das eine generative KI für mich macht, dann würde ich einfach Content produzieren, meine persönliche Ebene ginge darin verloren, mein Gedankengang, meine Idee, meine Formulierung und eventuell auch meine Fehler. Content muss nicht verwerflich sein, aber das will ich dann nicht als meinen Ausdruck darstellen. Vermutlich ist mein Wunsch, authentisch zu sein, größer als der Wunsch, Content zu produzieren. Und das will ich auch von anderen Leuten. Ich will authentische Leute um mich herum, keine Hüllen, die nur etwas darstellen.
da stimme ich natürlich einerseits hundertprozentig zu, weil der sinn des schreibens für mich in erster linie eine art verdaungsvorgang ist, quasi die allmähliche verfertigung der gedanken beim bloggen. das schreiben ist das ziel, nicht der text. ich glaube so ähnlich, habe ich das auch schon hundertfach hier aufgeschrieben und möglicherweise wird das thema für hier lesende auch langsam langweilig — obwohl ich ja der meinung bin, dass es nichts schadet, wenn man weiss oder dabei zusieht, wie die wurst gemacht wird.
andererseits kann die generative KI etwas, was ich nicht kann, bzw. nicht können will: strukturiert, prägnant und optimiert auf den punkt kommen. ich war vor ein paar tagen ziemlich erstaunt darüber, was chatGPT aus meinem text über „elaborierte kulturtexte“ gemacht hat, nachdem es behaupt hatte, den text mit einer „klareren These, sauberer Struktur und weniger Behauptungsschlenkern“ schreiben zu können.
ich habe die textversion von chatGPT in die beilage kopiert und muss sagen: ja, der text, den chatGPT aus meiner vorlage gebaut hat, ist sauberer strukturiert und mehr auf den punkt als meiner. aber so, in aufzählungen, thesen und im oberchecker-tonfall, möchte ich selbst gar nicht schreiben. diese art zu schreiben ist eigentlich genau das, wogegen ich mich nicht erst seit generativer textgenerierung, sondern seit meiner schulzeit auflehne.
unter dem gleichen text hat jemand noch einen anderen gedanken kommentiert, den ich nicht nachvollziehen kann:
dass es unter den alten gatekeepern auch nicht besser war oder sogar schlimmer, hast du vor 20 jahren auch schon geschrieben. ist das problem nicht eher, dass das offene web nicht mehr das ist, was es vor 20 jahren war?
ich habe eher das gegenteilige gefühl, dass sich das offene web seit 20, 30 jahren eigentlich nicht im wesentlichen verändert hat. zumindest das was „man“, was ich dadrin so mache hat sich seit 30 jahren eigentlich nicht grossartig verändert. meine erste „homepage“ von 1986/97 sah im prinzip bereits aus wie diese seiten, auf denen ich heute schreibe.
das potenzial des offenen webs hat sich aus meiner sicht nicht verändert. das gallische dorf wurde vielleicht von grossen plattformen und attraktiven silos umbaut, aber im gallischen dorf kann man ungestört weiterleben, wie vor 20-30 jahren — auch wenn viele der jungen leute landflucht begangen haben. das gallische dorf im netz hat auch den vorteil, dass es nicht an einen ort gebunden ist, sondern eben nur an protokolle — und die sind, bis auf kleine anpassungen — seit jahren stabil und für jede nutzbar.
in diesem zusammenhang habe ich mich über dieses stück internet-archäologie über die cool site of the day von 1994 sehr gefreut:
das ist bemerkenswert unkritisch, auch wenn ich das meiste was dort beschrieben wird und aus studien zitiert wird, aus eigener erfahrung bestätigen kann. so war mein vorherrschendes gefühl, als ich ozempic im august und september genommen habe, dass das semaglutid (der wirkstoff von ozempic) den kreislauf von appetit und sättigung eingerenkt, wiederhergestellt hat. ich habe gelernt wieder besser auf die signale meines körpers zu hören, bzw. das semaglutid hat das rauschen und die übersteuerung der signale neu kalibriert und für mich wieder verständlich gemacht hat. mein appetit auf süssspeisen ist weiterhin exakt auf null, ohne dass ich das gefühl habe, auf etwas verzichten zu müssen.
… vernetzung, aggregation, empfehlungen und zielgruppen finden. ich merke es immer wieder wie hilfreich konstantins „dynamische blogrolle“ ist (sein „reader.konnexus.net“). ich folge zwar einem grossteil seiner quellen, aber ein kurzer besuch lässt interessantes meist einen ticken früher oben aufschwimmen, als es in meinem eigenen (RSS) reader geschieht.
heute, gerade, habe ich bei konstantin diesen kurzen longread von cory doctorow „gefunden“ und gelesen:
es zeigt sich: menschliches verhalten vorauszusehen ist komplizierter als man so denkt, aber soziolaogen haben in unserer welt eine gute datenlage und insgesamt günstige forschungsbedingungen. und wenn man der frage nachgeht, warum sich in online-communities oft redundante gruppen bilden, dass man mal wieder auf ein trilema stösst.
The conversational trilemma – the unresolvable need for scale, trust and information – has been with us since the earliest days of online socializing.
hier schreibt @alexmatzkeit sehr differenziert und nachvollziehbar über seine KI nutzung und streift dabei auch ein paar aspekte, die bei diskussionen über KI oft übersehen werden. sehr gerne gelesen.
gaussian splats könnten das nächste grosse ding in sachen visualisierung, spezial effekte und 3D-animation werden. auf die gefahr hin das falsch verstanden zu haben, das sind gaussian splats in meinen worten: statt polygone aus einem scan zu bauen und zu schleifen und gegebenenfalls mit texturen zu belegen, stellen gaussian splats eher farbwerte in einem dreidimensionalen raum dar. sie verkectten sich zu einer repräsentation, die die texturen bereits beinhaltet. sie sind sehr viel leichtgewichtiger als 3D-modelle aus polygonen und können aus den gleichen scan berechnet werden.
auch ahnungslose menschen wie ich können in diesem video ein ganz gutes verständnis davon bekommen, was gaussian splats eigentlich sind und warum sie so viel potenzial haben.
@MendItMark versucht ein altes autoradio aus einem ferarri zu reparieren ich schaue ihm dabei sehr gerne zu. das hier ist der erste teil (teil 2).
gestern machte ai;dr die runde. @dave_minnigerode hat das naheliegende möglicherweise erstmals aufgeschrieben, nämlich das er einen text nicht lesen mochte, nicht weil er zu lang war (too long, didn’t read, tl;dr), sondern weil er zu sehr nach ki/ai roch (ai;dr).
während tl;dr ein eher freundlicher hinweis ist, den man sogar vorsorglich kontern kann, indem man einem langen text ein tl;dr mit einer kurz-zusammenfassung voransetzt oder anhängt, ist ai;dr eine eher unfreundliche kategorisierung wie „slop“. bei zu langen texten besteht die chance, dass man sich von einem tl;dr doch noch zum lesen entschliesst, ai;dr erklärt einen text definitiv als unlesbar.
gestern habe ich mir auf youtube etwas angesehen, das definitiv ohne die beteiligung von ki entstanden ist, zu lang, sehr langweilig und bis auf einen groben ablaufplan, völlig ungescriptet war.
an dieser „was bin ich?“ sendung von 1976 ist alles schrecklich, die intro, die intromusik, die witze von robert lembke, der ton, das timing, die masken, die frisuren. und doch ist es grossartig, weil es zeigt, wie extrem sich unsere erwartungen an unterhaltung in den letzten 50 jahren gewandelt haben.
die sendung zeigt, dass wir uns zwar immer authentizität wünschen, authentizität aber auch zu dick aufgetragen sein kann und wir uns dann doch dramturgische straffung wünschen. oder ein paar autoren im hintergrund die textvorschläge auf einen telepromter spielen könnten, vielleicht ein paar visuelle effekte und entschlossenere schnitte.
jedenfalls, obwohl alles an was bin ich? too long, too boring, too old ist, lohnt es sich das mal zu gucken und durchzustehen. selbst der auftritt von otto ist eher mau.
sehr gerne gelesen habe ich hingegen diese ausgabe von THEFUTURE von ole reissmann.
aus dem „journalist’s system prompt that tells Claude to hallucinate less“ kopiere ich mir auf jeden fall schon mal diesen teil in meine textvorlagen:
Don't compliment me.
mittlerweile ertrage ich das geschmeichel von LLMs nicht mehr, zum beispiel wenn ich ihnen texte zum gegenlesen oder korrigieren gebe. vielleicht hilft’s diesen satz in die defaults aufzunehmen.
wer hätte das gedacht, dass computer uns dazu bringen uns komplimente zu verbitten.
ein etwas atemlos begeisterter jordan golson zeigt das von jony ive’s „love from“ design-studio gestaltete benutzerinterface des neuen elektrischen ferrari. die witzigste stelle ist, als golson nach 8 minuten euphorie über die kleinsten details des tachos und lenkrads am sitz des neuen ferrari vorbeigeht und sagt:
it’s a seat … whatever
… und weitergeht um die einzelteile des tachos und lenkrads zu begrapschen.
ich komme mit den touch-schaltern in unserem auto gut klar. kann man sicherlich besser machen, aber man bekommt eben wofür man bezahlt und solange es funktioniert kann ich mich auch das das unfreundlichste design gewöhnen. es bleibt trotzdem zu hoffen, dass in künftigen auto-generationen die design ideen von jony ive und seinem team hemmungslos geklaut werden. digital ist gut wo digital gut ist, aber haptik ist manchmal auch gut und wie man die beiden so kombiniert, dass sie befriedigen scheint das ive-design eindrucksvoll zu demonstrieren.
sportrodel? ich würde das eienn bob nennen, aber gut. wie so oft habe ich, bevor ich das video gesehen habe, gedacht: laaangweilig. aber die details, wie thomas egger einzelteile fertigt, verleimt, verklebt und zusammen fügt ist dann doch durch und durch faszinierend. ich hatte danach das gefühl viel gelernt zu haben. nur mein interesse selbst so einen bob haben zu wollen (oder zu bauen) ist weiterhin bei exakt null.
andrew von @theartofstirytelling erklärt nachvollziehbar warum manche geschichten von star trek zeitlose klassiker sind, die in der oberliga der erzählkunst mitspielen. und in einem 5 sekunden-schlenker zeigt er auch, warum das bei den aktuellen inkarnationen der serie oft nicht mehr funktioniert: die funktionieren oft deshalb nicht, weil sie die moralischen konflikte zu offensichtlich und zu eindeutig präsentieren. gute geschichten fordern ihr publikum heraus, indem sie nachvollziehbare gegensätze zeigen und die grenzen zwischen richtig und falsch ausloten.