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foto des zugefrorenen möwensee beim morgenspaziergang. im hintergrund leuchtet der himmel orangeblau

zu­ge­fro­re­ner mö­wen­see

ich hab mich heu­te früh ge­fragt, war­um das was­ser in den bäu­men bei die­ser sau­käl­te nicht ge­friert und die bäu­me nicht auf­plat­zen. die fra­ge kön­nen of­fen­bar klü­ge­re men­schen als ich be­ant­wor­ten, freund­li­cher­wei­se hat mir ein LLM der wahl das kurz zu­sam­men­ge­fasst (es sind meh­re­re mass­nah­men die bäu­mer er­grei­fen, von „zu­cker“ als frost­schutz­mit­tel, ge­ziel­ter ent­wäs­se­rung, su­per­coo­ling, an­pas­sung der zell­mem­bra­nen und vi­tri­fi­zie­rung. manch­mal klappts mit den mass­nah­men nicht schnell ge­nug, dann gibts auch mal frost­bruch).

aber laut dem neu­en vi­deo von kurz­ge­sagt über bäu­me, wis­sen wir im­mer noch lan­ge nicht al­les über bäu­me.

But the more we’ve lear­ned over the last few de­ca­des, the clea­rer one thing has be­co­me: Trees are just so in­cre­di­bly wild. And we have so much more to learn.

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vor­her auf wir­res.net: ali­ens (wenn man sich bäu­me ge­nau an­guckt, kommt man ei­gent­lich aus dem stau­nen nicht mehr her­aus.)


vor ein paar ta­gen „sen­de­te“ mar­ques brown­lee die­ses vi­deo, das die grös­sen- oder bes­ser mi­cro­ver­hält­nis­se in mi­cro­chips ziem­lich gut vi­sua­li­si­ert und il­lus­triert. zu­erst hat­te ich kei­ne lust das vi­deo zu se­hen, weil das co­ver so sehr nach ap­ple-ste­alth-mar­ke­ting aus­sah. aber: never judge a you­tube vi­deo by it’s co­ver. das ist wohl al­les ohne app­les hil­fe ent­stan­den, wohl aber mit hil­fe von epic spa­ce­man.

je­den­falls, ganz ähn­lich wie die vi­sua­li­sie­rung der jahr­mil­lio­nen erd­ge­schich­te der cor­ri­dor crew kürz­lich, ist das vi­deo vol­ler aha-ef­fek­te und vi­sua­li­si­ert die un­glaub­li­chen in­ge­nieur-leis­tun­gen der halb­lei­ter­her­stel­lung be­ein­dru­ckend gut.

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wäh­rend ich mar­ques brown­lee da­bei zu­sah wie er in mi­cro­chips rum lief, dach­te ich vor al­lem: wie kön­nen wir über­haupt so win­zi­ge struk­tu­ren schaf­fen, die ge­ra­de mal die brei­te von ein paar si­li­kon-ato­men ha­ben? und wie schaf­fen wir die­se lei­ter­plat­ten zu be­lich­ten, wenn die wel­len­län­ge des EUV lichts ei­gent­lich viel grös­ser ist, als die struk­tu­ren die da­mit be­lich­tet wer­den? die ent­wor­ten lie­fer­te ein paar tage spä­ter die­ses vi­deo von ve­ri­ta­si­um.

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ve­ri­ta­si­um er­klärt die un­glaub­li­che ge­schich­te hin­ter der mo­der­nen „3nm“ und „2nm“ chip-her­stel­lung. al­lein für die ge­ne­rie­rung des lichts die­ser mehr als 400 mil­lio­nen dol­lar teu­ren ma­schi­ne wa­ren mehr als 30 jah­re for­schung nö­tig und so gut wie nie­mand hielt es über­haupt für mö­gich die­ses licht im rönt­gen-spek­trum („ex­tre­me ul­tra­vio­let“) in aus­rei­chen­der stär­ke her­zu­stel­len. al­les was in die­sem vi­deo zu se­hen ist ist un­glaub­lich und ex­trem fas­zi­nie­rend. und das al­les, da­mit wir auf im­mer klei­ne­ren ge­rä­ten mit bild­schirm doom-scrol­len kön­nen oder uns fra­gen von LLMs be­ant­wor­ten las­sen kön­nen.


nach­trag:
bo­nus watch: Wha­t's Ac­tual­ly In­si­de Your Pho­ne's Brain? von epic spa­ce­man. die­ses gan­ze mi­cro-chip-ge­döns sprengt in ge­wis­ser wei­se jeg­li­che vor­stel­lungs­kraft. aber die­se drei vi­de­os ver­su­chen es doch ir­gend­wie ver­ständ­lich und nach­voll­zieh­bar zu ma­chen.


kürz­lich habe ich den you­tube ka­nal von chris young ent­deckt1. chris young war mal lei­ter der ex­pe­rimn­tier­kü­che von hes­ton blu­men­thal („head de­ve­lo­p­ment chef“). hes­ton blu­men­thal ist für sei­ne drei-ster­ne-par­ty­trick-kü­che be­kannt — oder po­si­ti­ver aus­ge­drückt: er ex­pe­ri­men­tiert un­er­müd­lich um er­in­ne­run­gen in ser­vie­ba­re ge­rich­te zu wan­deln.

chris young er­klärt auf sei­nem you­tube-ka­nal vie­le die­ser ex­pe­ri­men­te aus der al­ten zeit, aber auch vie­le neue. für mich fühlt sich das teil­we­sie so an, als wür­de man als kind von ei­nem zau­be­rer aus sei­nem zau­ber­buch vor­ge­le­sen be­kom­men. er er­klärt auf sei­nem ka­nal so­zu­sa­gen par­ty- und zau­ber­tricks und das ist so span­nend, dass es mich nicht stört, dass er sich in sei­nen vi­de­os wie je­mand aus der ap­ple-füh­rungs­rie­ge an­hört, der in durch­cho­reo­gra­phier­ten WWDC-vi­deo pro­dukt­neu­hei­ten vor­stellt. tat­säch­lich lässt er in kei­nem sei­ner vi­de­os die pro­duk­te die er ent­wi­ckelt hat un­er­wähnt, aber das stört mich nicht. be­mer­kens­wert ist je­den­falls auch die qua­li­tät sei­ner vi­de­os, meis­tens mit auf­wän­di­gen ani­ma­tio­nen/vi­sua­li­sie­run­gen und in bes­ter qua­li­tät ge­filmt und ver­tont.


  1. ich habe den ka­nal wohl wie­der­ent­deckt, die you­tube his­to­rie sagt, ich hät­te mir be­reits im som­mer 2024 ein vi­deo von ihm an­ge­se­hen. 


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mir ist weih­nach­ten seit vie­len jah­ren ziem­lich egal. ge­schen­ke ver­wei­ge ich auch seit jah­ren, weil ich sie nicht brau­che oder mir das was ich brau­che „un­ter dem jahr“ kau­fe. ich ver­schen­ke auch nichts, aus­ser ich wer­de dar­um ge­be­ten. ich habe zwar vie­le po­si­ti­ve er­in­ne­run­gen an mei­ne kind­heit und weih­nach­ten, vor al­lem din­ge die mit ge­rü­chen zu­sam­men­hän­gen, aber ich re­agie­re auf tan­nen­duft, ker­zen- oder leb­ku­chen­ge­ruch schon lan­ge nicht mehr emo­tio­nal oder nost­al­gisch. weil ich all­ge­mein ger­ne ko­che, für mich oder an­de­re, ko­che ich auch zu weih­nach­ten ger­ne. mei­ner mut­ter ha­ben mei­ne schwes­ter und ich be­reits vor zwan­zig jah­ren den koch­löf­fel zu weih­nach­ten ab­ge­nom­men weil die kom­bi­na­ti­on des weih­nachts­stress und der weih­nachts­es­sen-zu­be­rei­tungs­ko­or­di­nie­rung sie zu sehr stress­te.

weil mich weih­nach­ten nicht stresst, ich kei­ner­lei er­war­tun­gen, hoff­nun­gen oder nost­al­gi­schen ge­füh­le mit der weih­nachts­zeit ver­bin­de, spü­re ich ei­ner­seits kei­nen stress und kann mich an­de­rer­seits so gut an die wün­sche und er­war­tun­gen der an­de­ren an­pas­sen, dass ich auch sel­ten in kon­flik­te ge­ra­te. ich in­ves­tie­re emo­tio­nal und geis­tig so we­nig in die weih­nachts­zeit, dass ich auch seit jah­ren zu weih­nach­ten und zwi­schen den jah­ren kei­nen ur­laub neh­me.

trotz­dem woll­te ich jetzt noch­mal wis­sen um was es in die­ser zeit ei­gent­lich geht. also habe ich mich dumm ge­stellt und ge­mi­ni ge­fragt:

was ist ei­gent­lich das mot­to von weih­nach­ten? ir­gend­was mit lie­be? kannst du das kon­zis in ei­nem ab­satz zu­sam­men­fas­sen um was es geht?

und ich fin­de die ant­wort ei­gent­lich ganz schön:

Das Mot­to von Weih­nach­ten lässt sich als „Licht­blick in der Dun­kel­heit“ zu­sam­men­fas­sen. Ur­sprüng­lich die christ­li­che Fei­er der Hoff­nung durch die Ge­burt Jesu, steht heu­te uni­ver­sell das „Fest der Lie­be“ im Zen­trum – was kon­kret die be­wuss­te Hin­wen­dung zum Nächs­ten be­deu­tet. Es geht um das In­ne­hal­ten in der dun­kels­ten Zeit des Jah­res, um ech­te Ge­mein­schaft, Groß­zü­gig­keit und die Er­kennt­nis, dass Mit­ge­fühl die stärks­te Ant­wort auf Käl­te und Iso­la­ti­on ist. Im Kern ist es das Ver­spre­chen, dass Frie­den mög­lich ist, wenn wir uns auf das be­sin­nen, was uns ver­bin­det.

das fin­de ich schön und so funk­tio­niert weih­nach­ten für mich ei­gent­lich auch: man trifft sich mit freun­den oder be­kann­ten — oder eben ver­wand­ten — zum es­sen und ver­sucht die zeit mög­lichst har­mo­nisch und kon­flik­frei mit­ein­an­der zu ver­brin­gen. mal klappt das gut, mal klappt das we­ni­ger gut — und wenn es mal nicht klappt, pro­biert man es spä­ter (nächs­tes jahr) noch­mal. auch wenn das mit dem frie­den die er­war­tungs­hal­tung viel­leicht et­was zu hoch schraubt und des­halb das po­ten­zi­al für ent­täu­schun­gen birgt, fin­de ich ge­mi­nis de­fi­ni­ti­on von be­sinn­lich­keit ganz schön: dar­auf ach­ten, was uns ver­bin­det, statt auf das was uns trennt.

hier im in­ter­net ver­bin­den uns links und weil lin­k­lie­be (of­fen­bar) zur jah­res­zeit passt, ver­tei­le ich da­von jetzt ein biss­chen. ob­wohl auch hier ein pro­fa­ner grund da­hin­ter steckt, ich habe in den letz­ten ta­gen ge­le­gent­lich in blogs von leu­ten ge­le­sen die ich zwar ken­ne, aber aus ir­gend­wel­chen grün­den nicht re­gel­mäs­sig oder per RSS fol­ge. in mei­nem feed­rea­der hab ich das be­reits kor­ri­giert und jetzt auch hier (aber lin­k­lie­be gibt’s auch an keu­te die ich nicht per­sön­lich ken­ne):

ich hab al­les von ole reiss­mann durch­ab­on­niert (per RSS), al­les sehr deep-dive-iges le­se­ver­gnü­gen. ei­ner­seits sei­ne KI und jour­na­lis­mus links, blog­ein­trä­ge und sein the­fu­ture news­let­ter.

al­les sehr emp­feh­lens­wert und in er­fri­schen­dem, kla­ren de­sign, dass mich ein we­nig nei­disch macht.

bei ole un­ter an­de­rem die­sen bei­trag von mar­cus olang’ gefnden: „I Don't Wri­te Like ChatGPT. ChatGPT Wri­tes Like Me.

My wri­ting does share some DNA with the out­put of a lar­ge lan­guage mo­del. We both have a ten­den­cy towards struc­tu­red, ba­lan­ced sen­ten­ces. We both have a fond­ness for tran­si­tio­nal phra­ses to en­su­re the lo­gi­cal flow is never in doubt. We both de­ploy the oc­ca­sio­nal (and now ap­par­ent­ly in­cri­mi­na­ting) hy­phen or semi-co­lon or em-dash to con­nect re­la­ted thoughts with a touch more ele­gan­ce than a simp­le full stop.

The­re’s a gro­wing com­mu­ni­ty (cult?) of self-pro­clai­med AI de­tec­ti­ves, who have de­si­gned and de­tail­ed what they con­sider tells, and ar­med their fol­lo­wers with a check­list of ro­bo­tic tells. Does a pie­ce of text use words like ‘fur­ther­mo­re’, ‘mo­reo­ver’, ‘con­se­quent­ly’, ‘other­wi­se’ or ‘thus­ly’? Does it build its ar­gu­ments using per­fect­ly par­al­lel struc­tures, such as the clas­sic “It is not only X, but also Y”? Does it ar­ran­ge its key points into neat, lo­gi­cal tri­plets for ma­xi­mum rhe­to­ri­cal im­pact?

To the­se de­tec­ti­ves of di­gi­tal in­au­then­ti­ci­ty, I say: Fri­end, wel­co­me to a ty­pi­cal Tues­day in a Ke­n­yan class­room, board­room, or in­tra-of­fice Teams chat. The very things you iden­ti­fy as the fin­ger­prints of the ma­chi­ne are, in fact, the fos­sil re­cords of our edu­ca­ti­on.

der witz, so­zu­sa­gen, ist, dass LLMs und wir ei­gent­lich auf den glei­chen schul­tern ste­hen. un­se­re spra­che wur­de auch trai­niert mit klas­si­schen, for­ma­len tex­ten, mit al­ter und neu­er li­te­ra­tur. wir schöp­fen alle aus dem glei­chen brun­nen, LLMs und men­schen.

clau­dia klin­ger schreibt, so­weit ich weiss, schon im­mer ins in­ter­net. frag mich nicht war­um ich sie nicht abon­niert hat­te. ge­le­gent­lich stol­pe­re ich über riv­va oder an­de­re über bei­trä­ge von ihr. so auch heu­te und die­ser ar­ti­kel über ein KI-vi­deo von gerd sco­bel: Kri­tik: Sco­bel und die „em­pha­ti­sche KI“

das ist eine durch­aus kri­ti­sche aber eben auch nach­voll­zieh­ba­re aus­ein­an­der­set­zung und ich hab das ger­ne ge­le­sen, ge­nau wie ich den aus­flug zum floh­markt am box­ha­ge­ner platz nach­voll­zie­hen kann.

char­lie hat heu­te fri­da fo­to­gra­fiert.

foto von unserem kleinpudel frida vor einem weihnachtsbaum von @charliebrocker

das ist das in­sta­gram-ac­count der bei­fah­re­rin. sie hat in letz­ter zeit ein paar se­ri­en ver­öf­fent­licht, die ich sehr wit­zig fin­de: ku­li­na­rik & gas­tro­no­mie 1/2, ku­li­na­rik & gas­tro­no­mie 2/2, te­le­fon, par­ty­ti­me!

ja­son kott­ke hab ich na­tür­lich abon­niert, aber je­des Mal wenn ich auf die web­sei­te kom­me bin ich über­rascht und ver­wirrt. ne­ben den bei­trä­gen sind auch im­mer ir­gend­wel­che wid­gets in der time­line, sei­ne „ak­ti­ven“ kom­men­tar­strän­ge, „mei­ne“ kom­men­tar­strän­ge … aber heu­te habe ich auch ein wid­get ge­se­hen (das man nicht ver­lin­ken kann) das „kdo ro­lo­dex · a list of kind­red spi­rits, fri­ends, open web en­thu­si­asts, role mo­dels, fel­low tra­ve­lers, and col­la­bo­ra­tors“ über­schrie­ben ist. da­drin links auf blogs oder so­cial me­dia pro­fi­le die ja­son kott­ke of­fen­bar schätzt. also qua­si eine rol­len­de blogrol­le. ei­gent­lich sehr schön.

auch ger­ne ge­le­sen, der ge­schen­klink hier auf ei­nen ar­ti­kel von adam frank: The Truth Phy­sics Can No Lon­ger Igno­re (wenn der ge­schen­klink über mich nicht funk­tio­niert: um­weg über kott­ke.org)

der in­halt er­in­nert mich stark an das was ich kürz­lich bei mei­nen über­le­gun­gen zu ei­nem mög­li­chen re­pu­bli­ca vor­trag auf­ge­schrie­ben habe. al­les da­bei: emer­genz, teil­chen­phy­sik.

ich ba­cke zwar kaum noch, aber kaum je­mand gibt sich mit sei­nen re­zep­ten so viel mühe wie lutz geiss­ler. kann man nicht oft ge­nug emp­feh­len da ge­le­gent­lich rein­zu­gu­cken und ge­ge­be­nen­falls auch zu un­ter­stüt­zen.


mein va­ter war mal arzt und so­weit ich mit­be­kom­men habe, auch ein ganz gu­ter arzt. was ich an ihm im­mer be­wun­dert habe, war die fä­hig­keit sei­ne gren­zen ein­zu­schät­zen, bzw. sich und sei­ne fä­hig­kei­ten nicht zu über­schät­zen. oder an­ders aus­ge­drückt: er war sich der kom­ple­xi­tät von si­tua­tio­nen be­wusst und zu vor­sich­tig und er­fah­ren, um zu glau­ben, alle si­tua­tio­nen an­ge­mes­sen ein­zu­schät­zen. ich wür­de ger­ne be­haup­ten, dass ich die­se fä­hig­keit auch habe. soll­te ich sie ha­ben, ist die mo­ti­va­ti­on aber aus­schliess­lich vor­sicht und nicht weis­heit. aber viel­leicht braucht man gar kei­ne weis­heit, um wei­se zu han­deln.

was ich aus dem so­kra­tes spruch: „ich weiss, dass ich nichts weiss“ al­ler­dings im­mer als ma­xi­me für mich selbst ab­ge­lei­tet habe, ist de­mut. de­mut ge­gen­über der kom­ple­xi­tät der welt. und die er­fah­rung, die man un­wei­ger­lich in den jah­ren sam­melt, be­stä­tigt im­mer wie­der: es ist kom­pli­zier­ter als man denkt, auch und ge­ra­de wenn’s ein­fach ist.

dass das mit dem rich­tig lie­gen, dem wis­sen, der wahr­heit wirk­lich kom­plex und schwirig ist, zeigt ve­ri­ta­si­um in die­sem vi­deo. es ist er­nüch­ternd zu se­hen, wie falsch wir lie­gen kön­nen und zeigt wie wich­tig es ist, sei­ne gren­zen zu ken­nen. als ich das vi­deo vor ein paar wo­chen ge­se­hen habe, hab ich mir die­se zi­ta­te raus­ge­schrie­ben:

If we want to be­co­me more ac­cu­ra­te, we should ca­pi­ta­li­ze on the wis­dom of the crowd by lis­tening more to others. In par­ti­cu­lar, we should lis­ten to peo­p­le who dis­agree with us. Un­der­stan­ding the best ar­gu­ments of your cri­tics, and un­der­stan­ding what in­for­ma­ti­on tho­se who dis­agree with you have that you lack, is very hel­pful for ma­king bet­ter de­cis­i­ons.

The best-ca­li­bra­ted peo­p­le aren’t tho­se who know the most; they’re the ones who know what they don’t know. True wis­dom lies not in be­ing cer­tain, but in kno­wing the li­mits of your own cer­tain­ty.

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p.s.: ich weiss, dass es dun­ning-kru­ger-ef­fekt heisst. aber dia­ne-kru­ger-ef­fekt ist wit­zi­ger.


bestiarium: zentaur

eine rede von cory doc­to­row an der uni­ver­si­ty of wa­shing­ton in der er ver­sucht zu er­klä­ren was wir tun kön­nen, um die AI bubble zum plat­zen zu brin­gen. spoi­ler:

To pop the bubble, we have to ham­mer on the forces that crea­ted the bubble: the myth that AI can do your job, espe­ci­al­ly if you get high wa­ges that your boss can claw back; the un­der­stan­ding that growth com­pa­nies need a suc­ces­si­on of ever-more-out­lan­dish bubbles to stay ali­ve; the fact that workers and the pu­blic they ser­ve are on one side of this fight, and bos­ses and their in­ves­tors are on the other side.

cory doc­to­row lei­tet das al­les sehr schön her, gibt sich mühe alle zu er­klä­ren, wes­halb es sich dop­pelt lohnt die rede nach­zu­le­sen. liest sich ab­ge­se­hen da­von auch sehr an­ge­nehm, weil er nicht pau­schal ge­gen KI häm­mert, son­dern sehr über­zeu­gend dif­fe­ren­ziert. die es­senz, war­um KI un­se­re jobs nicht über­neh­men kann:

The AI can't do your job, but an AI sa­les­man can con­vin­ce your boss to fire you and re­place you with an AI that can't do your job.

ein wei­te­rer teil sei­ner her­lei­tung ist die sa­che mit den cen­tau­ren:

In au­to­ma­ti­on theo­ry, a "cen­taur" is a per­son who is as­sis­ted by a ma­chi­ne. You'­re a hu­man head be­ing car­ri­ed around on a ti­re­less ro­bot body. Dri­ving a car makes you a cen­taur, and so does using au­to­com­ple­te.

And ob­vious­ly, a re­ver­se cen­taur is ma­chi­ne head on a hu­man body, a per­son who is ser­ving as a squis­hy meat ap­pen­da­ge for an un­ca­ring ma­chi­ne.

als zen­taur kann man theo­re­tisch und prak­tisch bes­se­re er­geb­nis­se er­rei­chen als mit AI al­lein. aber ge­nau das ist eben nicht der in­halt der der­zei­ti­gen ai bubble.

The pro­mi­se of AI – the pro­mi­se AI com­pa­nies make to in­ves­tors – is that the­re will be AIs that can do your job, and when your boss fires you and re­places you with AI, he will keep half of your sala­ry for hims­elf, and give the other half to the AI com­pa­ny.

Tha­t's it.

Tha­t's the $13T growth sto­ry that Mor­ganSt­an­ley is tel­ling. It's why big in­ves­tors and in­sti­tu­tio­nals are gi­ving AI com­pa­nies hundreds of bil­li­ons of dol­lars.

der an­de­re schlüs­sel, das ver­ständ­nis da­für, das auf das wachs­tum aus­ge­rich­te­te un­ter­neh­men bla­sen, bubbles pro­du­zie­ren müs­sen war mir schon klar, aber erst dem le­sen von doc­to­rows rede noch kla­rer:

This is the pa­ra­dox of the growth stock. While you are gro­wing to do­mi­na­ti­on, the mar­ket loves you, but once you achie­ve do­mi­nan­ce, the mar­ket lops 75% or more off your va­lue in a sin­gle stro­ke if they don't trust your pri­cing power.

Which is why growth stock com­pa­nies are al­ways de­spe­ra­te­ly pum­ping up one bubble or an­o­ther, spen­ding bil­li­ons to hype the pi­vot to vi­deo, or cryp­to­cur­ren­cy, or NFTs, or Me­ta­ver­se, or AI.

aber wie ge­sagt; lie­ber selbst le­sen als mei­ne plump ex­tra­hier­ten sound­bi­tes.

auch das war von an­fang an klar, der gan­ze me­ta­ver­se-blöd­sinn war ein ver­such von mark zu­cker­berg sei­nen in­ves­to­ren ei­nen wachs­tums­bä­ren auf­zu­bin­den. lei­der war das me­ta­ver­se-ge­döns zu lang­wei­lig, um ir­gend­wen hin­ter dem ofen her­vor zu lo­cken.

umso wit­zi­ger, jetzt, ein paar jah­re spä­ter, noch­mal zu le­sen, was mark zu­cker­berg da­mals schrieb:

But all of our pro­ducts, in­clu­ding our apps, now share a new vi­si­on: to help bring the me­ta­ver­se to life. And now we have a name that re­flects the breadth of what we do.

From now on, we will be me­ta­ver­se-first, not Face­book-first. That me­ans that over time you won’t need a Face­book ac­count to use our other ser­vices. As our new brand starts show­ing up in our pro­ducts, I hope peo­p­le around the world come to know the Meta brand and the fu­ture we stand for.

aber „from now on“ wer­den erst­mal 10 bis 30 pro­zent der an­ge­stell­ten der meta me­ta­ver­se-ab­tei­lung ent­las­sen.

ein vi­deo der cor­ri­dor crew über „er­zwun­ge­ne per­spek­ti­ve“, die sie für ei­nen der bes­ten spe­zi­al-ef­fek­te der film­ge­schich­te hal­ten. teil­wei­se ist die bei­geis­te­rung der cor­ri­dor crew an­ste­ckend, teil­wei­se ist das wie­der et­was an­stren­gend.

mir fiel aber im lau­fe des vi­de­os mal wie­der auf, wie wich­tig es ist, al­les was man weiss zu tei­len. zu zei­gen, zu er­klä­ren wie man es macht — und zwar mit sorg­falt und eu­pho­rie. das ist war­um das prin­zip der sen­dung mit der maus der bes­te bil­dungs­mo­tor ist, der in deutsch­land je­mals er­fun­den wur­de. das ist, war­um ich you­tube lie­be. das ist war­um ich die zau­ber­bü­cher von penn und tel­ler als kind lieb­te und ihre sen­dun­gen als al­ter mann lie­be. an­de­ren zu zei­gen wie man zau­bert, ent­zau­bert die zau­be­rei nicht, son­dern hat nach­wuchs­zau­be­rer zur fol­ge, weckt neu­gier, öff­net per­spek­ti­ven.

je­den­falls kann man hier der cor­ri­dor crew da­bei zu­se­hen, wie sie den an­geb­lich gröss­ten ka­me­ra-ef­fekt al­ler zei­ten nach­bau­en.

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seth go­din er­klärt car­ria­ge, oder wie ich es über­set­zen wür­de zu­gang. er emp­fiehlt net­flix nach der fu­si­on mit war­ner brot­hers, sich ein paar schei­ben von you­tube ab­zu­schnei­den:

The so­lu­ti­on, one that Net­flix would pro­ba­b­ly be­ne­fit from, is to of­fer to ad­opt more of a You­Tube ap­proach to car­ria­ge–al­low an­yo­ne who pro­du­ces vi­deo con­tent to show it on Net­flix. Pay them ba­sed on views. As we’ve seen with You­Tube, crea­tors don’t mind if the­re’s just one place to be seen, as long as car­ria­ge is available fair­ly.

zu­gang zum pu­bli­kum war in der ge­schich­te sel­ten fair oder kos­ten­los. und auch wenn you­tube ei­nem mega-un­ter­neh­men ge­hört, dem man äus­serst vor­sich­tig und kri­tisch ge­gen­über­ste­hen soll­te, öff­net you­tube uns al­len, theo­re­tisch, un­ge­ahn­te zu­gangs-po­ten­zia­le. die hoff­nung so­et­was fö­de­riert ab­bil­den zu kön­nen wür­de ich (noch) nicht als ge­sch­ei­tert an­se­hen, aber doch als ein ni­schen­phä­no­men. ich hab nichts ge­gen ni­schen und lebe ger­ne in ni­schen, aber vor dem mas­sen­pu­bli­kum sit­zen im­mer ir­gend­wel­che gate­kee­per. und die, die im mo­ment dort sit­zen, sind zu­min­dest ak­tu­ell we­ni­ger er­starrt, als die, die bis­her dort sas­sen.

ben thomp­son sagt im prin­zip das glei­che wie seth go­din, nur mit sehr viel mehr wor­ten und an­de­ren schwer­punk­ten. eine in­ter­es­san­te be­ob­ach­tung von ben thomp­son: net­flix kann den wert von in­hal­ten er­hö­hen, durch sei­nen (hart er­ar­bei­te­ten) zu­gang zu ei­nem glo­ba­len pu­bli­kum. so hat net­flix li­ber­ty me­dia die for­mel 1 in den USA ver­gol­det, mit dem irre er­folg­rei­chen „For­mu­la 1: Dri­ve to Sur­vi­ve“. 2018 hat li­ber­ty me­dia die au­strah­lungs­rech­te noch ver­schenkt, jetzt wur­den sie an ap­ple ver­kauft, für jähr­lich 150 mil­lio­nen dol­lar pro jahr.

In fact, this is the most iro­nic capst­one to Net­flix’s rise and the mis­gui­ded cha­se by stu­di­os see­king to re­pli­ca­te their suc­cess: the lat­ter thought that con­tent mat­te­red most, but in truth gre­at con­tent — and again, KPop De­mon Hun­ters is le­gi­ti­m­ate­ly good — needs dis­tri­bu­ti­on and “free” ac­cess in the most con­ve­ni­ent way pos­si­ble to pro­ve its worth. To put it an­o­ther way, KPop De­mon Hun­ters is suc­cee­ding on its own me­rits, but tho­se me­rits only ever had a chan­ce to mat­ter be­cau­se they were ac­ces­si­ble on the lar­gest strea­ming ser­vice.

ich glau­be um das jahr 2000 her­um habe ich fünf jah­re fast nichts an­de­res ge­hört als air. moon sa­fa­ri, the vir­gin sui­ci­des, 10.000 hz le­gend, pre­miers sym­ptô­mes rauf und run­ten, tag für tag. dann 20 jah­re lang nicht mehr ge­hört. und jetzt hab ich das „tiny desk kon­zert“ von air ge­se­hen und ge­hört.

er­schüt­ternd wie ver­traut das al­les klingt, wie fas­zi­nie­rend die har­mo­ni­schen dis­har­mo­nien, die klei­nen me­lo­die-schwen­ker nach wie vor sind, wel­che as­so­zia­tio­nen und er­in­ne­run­gen das al­les weckt. weil die mu­sik von air im­mer noch so zu­gäng­lich ist, frag­te ich mich kurz, ob das viel­leicht seicht ist, aber nach kur­zem nach­den­ken ent­schied ich mich die mu­sik eher wie ei­nen ru­hi­gen see zu se­hen von dem man gar nicht weiss, ob er seicht oder tief ist und wo das ei­gent­lich auch egal ist, weil der see auch ohne das wis­sen um sei­ne be­schaf­fen­heit schön ist. (via)

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lässt sich me­lan­cho­lie schal­ten — und hoff­nung auch?

felix schwenzel in artikel

draus­sen ist es für zwei tage noch­mal mil­der, nächs­te wo­che sieht’s wie­der bit­ter­kalt aus. son­ne liess sich auf dem mor­gen­spa­zier­gang kei­ne bli­cken.

weitwinkelfoto vom plötzensee, aufgenommen am südufer. es ist diesig und grau, der see ganz ruhig, im hintergrund sieht man wasservögel.
plöt­zen­see heu­te früh

ich hab wie­der gute lau­ne, seit sich fri­das darm be­ru­higt hat. das gan­ze durch­fall­ge­döns hängt wohl mit ih­rer läu­fig­keit zu­sam­men. der tier­arzt emp­fahl uns (am te­le­fon) irh nied­rig do­sier­te (hu­ma­ne) bus­co­pan zu ge­ben. mit dem be­ru­hi­gen der krämp­fe, be­ru­hig­te sich auch der darm und der kot fes­tigt sich lang­sam wie­der.

selfie, ganz offensichtlich war ich schon länger nicht mehr beim friseur. der bart ist zu lang, die haare spriessen verloren auf dem kopf rum.
ich heu­te früh gut ge­launt

die gute lau­ne sieht man mir nicht an, ist aber so.

of­fen­sicht­lich muss ich wie­der zum fri­seur, oder ge­nau­er, zur bild­haue­rin. die bild­haue­rin hat mir ver­spro­chen mir heu­te die haa­re zu ma­chen, in­so­fern ist das jetzt ein vor­her-bild, das nach­her-bild wird mor­gen vom mor­gen­spa­zier­gang nach­ge­lie­fert. mit die­ser an­kün­di­gung setz ich mich selbst ge­konnt un­ter druck, denn in den letz­ten wo­chen hat­te ich kei­ne lust auf den haar­schnei­de auf­wand und hab die ak­ti­on im­mer wie­der ver­scho­ben. jetzt is­ses an­ge­kün­digt und ich muss durch, auch wenn ich kei­ne lust auf haa­re­schnei­den habe. die bild­haue­rin hat ko­mi­scher­wei­se im­mer lust haa­re zu schnei­den. mei­ne oder ihre, die vom kind oder vom hund.

das vi­deo von mor­ris­seys ers­tem solo-kon­zert das dirk hes­se hier ver­linkt hat ver­setz­te mich in ei­nen ei­gen­ar­ti­gen ge­müts­zu­stand. das kann ei­ner­seits an der mu­sik der smit­hs und mor­ris­sey lie­gen, ist aber auch ein ge­fühl das mich zu­ver­läs­sig seit 40 jah­ren packt, wenn ich zeit­ge­nös­si­sche mu­sik­vi­de­os sehe. mein vor­herr­schen­des ge­fühl beim be­trach­ten hip­per, fröh­li­cher, gut­aus­sehn­der, tan­zen­der men­schen ist: hab ich was ver­passt? ver­pas­se ich ge­ra­de was? war­um will ich auch so sein? will ich so sein? kann ich so sein? wer­de ich so sein? ex­akt die glei­chen ge­füh­le und fra­gen ka­men auch jetzt bei mir auf: hab ich was ver­passt da­mals? war da was?

ab­ge­se­hen da­von: er­staun­lich wie zu­ver­läs­sig man me­lan­cho­li­sche ge­füh­le mit den smit­hs/mor­ris­sey an und ab­schal­ten kann. ma­gi­sche mu­sik auf ne art.

hier in ei­nem ne­ben­satz ge­le­sen, dass die le­bens­ge­fähr­tin des schock­wel­len­rei­ters vor über ei­nem jahr ver­stor­ben ist. das tut mir sehr leid, weil ich zwar nicht al­les was der schock­wel­len­rei­ter schreibt ver­ste­he oder nach­voll­zie­hen kann, aber durch­aus mit­be­kom­men habe dass die bei­den ein en­ges und gut funk­tio­nie­ren­des team ge­we­sen sein müs­sen.

ich muss­te dann auch wie­der an den ges­tern ver­link­ten xkcd 3172 den­ken, wo er (im alt-text [sic!]) fragt und ant­wor­tet:

"Want to feel old?" "Yes."

der spruch nie­mand will alt wer­den, aber alle wol­len lan­ge le­ben ist zwar be­reits ein biss­chen aus­ge­lei­ert, hat aber was. un­ab­hän­gig da­von muss­te ich heu­te beim mor­gen­spa­zier­gang dar­an den­ken wie vie­le men­schen ich re­gel­mäs­sig mit ih­rem hund sehe und teil­wei­se, durch fri­da in­spi­riert, auch mit ih­nen plau­de­re — und wie vie­le die­ser men­schen ich nie wie­der sehe, so­bald ihr hund ver­stor­ben ist. men­schen, de­ren hun­de ver­ster­ben, ver­schwin­den (in mei­ner wahr­neh­mung) von der stras­se.

ich moch­te im­mer schon hun­de, hab mich aber im­mer der an­schaf­fung ei­nes hun­des wi­der­setzt, weil ich die ver­ant­wor­tung scheu­te und den nach spä­tes­tens 15 jah­ren ein­tre­ten­den tod des hun­des fürch­te­te. jetzt ge­nies­se ich die ver­ant­wor­tung, aber fürch­te den tod von fri­da um so mehr. sie hat zwar noch vie­le jah­re vor sich, aber die vor­stel­lung mich mor­gens nicht mehr zu ei­nem spa­zier­gang mo­ti­vie­ren zu kön­nen und nicht mehr auf der stras­se ge­se­hen zu wer­den be­sorgt mich. aber viel­leicht habe ich heu­te früh auch ein­fach nur zu viel mor­ris­sey ge­hört.

ich hab ja kei­ne ah­nung wie man po­li­tisch mit do­nald trump um­ge­hen soll­te, bzw. wie man wah­len ge­gen ihn ge­win­nen könn­te. das habe ich ge­mein­sam mit ei­nem gross­teil der welt­be­völ­ke­rung und vie­len wahl­stra­te­gen.

sa­scha lobo weist in sei­ne ko­lum­ne da­auf hin, wie man es auf kei­nen fall ma­chen soll­te, mit nor­ma­li­sie­rung. da ist be­stimmt et­was dran, das pro­blem ist al­ler­dings, dass do­nald trump das mit der nor­ma­li­sie­rung (und der mo­bi­li­sie­rung sei­ner ba­sis) auch ganz al­lei­ne kann. er nutzt na­tür­lich jede ge­le­gen­heit sich sym­pa­thisch und brom­an­tic dar­zu­stel­len, aber sei­ne men­schen­ver­ach­ten­de, ras­sis­ti­sche po­li­tik hat er aus ei­ge­ner kraft und mit der in­stru­men­ta­li­sie­rung der me­di­en nor­ma­li­si­ert.

was mir bei der kri­tik von sa­scha lobo an new yorks nächs­tem bür­ger­meis­ter zohr­an mamda­ni fehlt ist die tat­sa­che, dass mamda­ni die wahl in new york im prin­zip ge­gen do­nald trump ge­won­nen hat. der hat­te sich im vor­feld mas­siv ein­ge­schal­tet und vor mamda­ni nicht nur ge­warnt, son­dern auch ver­gel­tung für eine „fal­sche“ wahl an­ge­droht. mamd­a­nis re­zept ge­gen trump war nicht ihn ei­nen fa­schis­ten zu nen­nen, son­dern eine bes­se­re al­ter­na­ti­ve zu skiz­zie­ren, wege zu wäh­len von de­nen wahl­stra­te­gen und ko­lum­nis­ten ab­ra­ten, aber an die er of­fen­sicht­lich selbst glaubt. mike mas­nick hat das vor 4 wo­chen schön ana­ly­si­ert:

He didn’t shy away from his sup­port for trans New Yor­kers or im­mi­grants. He stood side by side with them proud­ly th­roug­hout the cam­paign. He didn’t play down his own re­li­gi­on, back­ground, or po­li­cy ide­as, even as some of them chal­len­ged De­mo­cra­tic Par­ty or­tho­do­xy.

The con­trast couldn’t be star­ker. On one side, you had an­o­ther ver­si­on of the po­li­tics of cy­ni­cal spi­te and tra­di­tio­nal po­li­ti­cal back­room king-ma­king—An­drew Cuo­mo’s cam­paign, ba­cked by at least $22 mil­li­on from 28 dif­fe­rent bil­li­onaires, run­ning at­tack ads cal­ling Mamda­ni a dan­ge­rous ra­di­cal, ques­tio­ning whe­ther he “un­ders­tood New York cul­tu­re” be­cau­se he was born in Ugan­da, and quite li­te­ral­ly sug­gest­ing he would cheer for an­o­ther 9/11. Pure go­ver­nan­ce-by-ba­se­l­ess con­cern trol­ling, op­ti­mi­zed to ge­ne­ra­te fear and an­ger.

On the other side, you had so­meone who said “this is who I am, this is what I be­lie­ve in, and here’s my po­si­ti­ve vi­si­on for ma­king your li­ves bet­ter.” Free bu­ses. Uni­ver­sal child­ca­re. Fro­zen rent for rent-sta­bi­li­zed apart­ments. City-run gro­cery stores in food de­serts. Simp­le, clear po­li­ci­es that peo­p­le could un­der­stand and see them­sel­ves be­ne­fiting from.

ich fand je­den­falls den text von mas­nick (und auch den fol­gen­den link) hoff­nungs­stif­ten­der, also sa­scha lo­bos ko­lum­ne. schon klar, dass sa­scha lobo sei­ne ko­lum­ne nicht zum stif­ten von hoff­nung schreibt, aber eine ana­ly­se von zohr­an mamda­ni wahl­er­folg hät­te ich dies­mal lie­ber ge­le­sen, als die­se feh­ler­ana­ly­se und ge­sin­nungs­spe­ku­la­ti­on.

What we see, I think, are a bunch of rich guys who have been co­mic­al­ly out of touch with nor­mal peo­p­le for many de­ca­des, and more re­cent­ly have blow­tor­ched their brains into a smo­king pile of ash on Elon Musk’s Twit­ter/X and in va­rious group chats. It’s why they got so work­ed up about Mamda­ni in the first place—the New York City ma­yoral­ty is not some om­ni­po­tent of­fice, and the­re are a do­zen ways to hem it in at the sta­te and lo­cal le­vel if they so wis­hed. What the­se olig­archs spent to stop Mamda­ni feels like less on an an­nu­al ba­sis than he wants them to pay for a bet­ter fu­ture for all New Yor­kers, a joke Mamda­ni hims­elf has made.

(via kott­ke)



200 ta­ge blog­gen

felix schwenzel in über wirres

ich habs vor 50 ta­gen schon ge­schrie­ben, die über­schrift ist quatsch und es ist auch das letz­te mal, dass ich drauf hin­wei­se. je­den tag was ins in­ter­net zu schrei­ben oder zu ver­öf­fent­li­chen ist ja ganz of­fen­bar nicht schwer, sonst hät­te ich es nicht ge­schafft. ich mach das jetzt (wei­ter) je­den tag, ohne drauf hin­zu­wei­sen. so macht freerk das schliess­lich auch auf sei­nem elch­ge­weih.de:

je­den Tag et­was auf­schrei­ben

ich lese im elch­ge­weih ger­ne und ich fin­de es wit­zig wie das mit der dis­co­vera­bi­li­ty heut­zu­ta­ge (im­mer noch) funk­tio­niert. je­mand er­wähnt ei­nen, man sieht sich oder sieht sich nicht, guckt kurz, freut sich, mag was der oder die an­de­re schreibt und rein in den feed-rea­der oder an­ders­wo ge­folgt.

aber viel­leicht mach ich es doch, dass ich alle 100 tage oder so ei­nen sta­tus­be­richt in ei­ge­ner sa­che ab­ge­be. ob­wohl ins in­ter­net schrei­ben ja ei­gent­lich eh nichts an­de­res ist als ei­nen sta­tus-be­richt in ei­ge­ner sa­che ab­zu­ge­ben.

aber ich könn­te die be­su­cher­zah­len nen­nen. die sind eher auf dem ab­stei­gen­den ast.

matomo (besucherstatistik) screenshot mit monatlichen besucherzahlen. von märz bis august steigend (august 6500 besucher), seitdem eher sinkend: im oktober ca. 5700

oder aus dem ma­schi­nen­raum schrei­ben was ich in den letz­ten ta­gen und wo­chen an­ge­passt oder ver­bes­sert oder um­ge­setzt habe. da­von ist mein lieb­lings­fea­ture, dass ich für ein­zel­ne ele­men­te in ar­ti­keln aus­wäh­len kann ob sie im RSS feed ge­zeigt wer­den — oder um­ge­kehrt, im web auf­tau­chen oder nicht. so kann ich qua­si ge­hei­me bot­schaf­ten, oder fra­gen an mei­ne rss-le­ser im ar­ti­kel-RSS ver­öf­fent­li­chen. zu­letzt hat­te ich mich ge­fragt, ob html-ta­bel­len über­all so scheis­se aus­se­hen wie bei mir im in der ree­der clas­sic app. es sieht so aus, als hät­ten die meis­ten RSS rea­der et­was css an bord, um ta­bel­len ein biss­chen zu sty­len. gut.

auf das „sty­ling“ oder bes­ser die funk­ti­ons­fä­hig­keit des RSS-feeds ver­su­chen ich sehr zu ach­ten. ich has­se es wenn mir word­press-blogs statt em­beds oder film­chen im feed sa­gen, ich sol­le ja­va­script ak­ti­vie­ren oder mei­nen „con­sent“ ab­ge­ben, um be­stimm­te in­hal­te zu se­hen. des­halb bet­te ich you­tube fil­me im RSS mit dem da­ten­schutz­frei­en you­tube em­bed-code ein, was mei­ner er­fah­rung nach meis­tens funk­tio­niert, bet­te lo­ka­le vi­de­os auch so ein, dass sie funk­tio­nie­ren müss­ten und gebe mir mühe bei spie­le­rei­en wie dem jux­ta­po­se play­er im RSS pas­sen­den er­satz be­reit­zu­stel­len (de­gra­de graceful­ly).

wenn mir das mal nicht ge­lingt, freu ich mich über freund­li­che hin­wei­se, aber auch über wüs­te be­schimp­fun­gen.

an­sons­ten habe ich in den letz­ten ta­gen an mei­ner such­ma­schi­nen-de­op­ti­mie­rung ge­ar­bei­tet. schon seit ge­rau­mer zeit schlies­se ich such­ma­schi­nen­in­de­xie­rung bei ar­ti­keln die äl­ter als 5 jah­re sind aus. das ist gar nicht mal so ein­fach. wenn man über­sichts­sei­ten kom­plett aus­schliesst wird goog­le sehr kie­big, des­halb las­se ich die ers­ten 5 über­sichts­sei­ten in­de­xie­ren, den rest ver­bie­te ich. re­zep­te und be­stimm­te ar­ti­kel las­se ich nach 5 jah­ren in­de­xier­bar, aber die mar­kie­re ich ma­nu­ell. das habe ich frü­her mit ei­ge­nem code ge­macht, jetzt hilft mir der kir­by seo plug­in da­bei. der hilft auch bei der er­stel­lung ei­ner site­map.xml da­tei, die den glei­chen re­geln folgt. mit dem plug­in habe ich auch ein biss­chen dar­an ge­ar­bei­tet die sei­ten­ti­tel, sei­ten­be­schrei­bun­gen und open graph vor­la­gen aus­sa­ge­kräf­ti­ger zu ma­chen und das al­les vor al­lem et­was zen­tra­ler, fein­gra­nu­la­rer und über­sicht­li­cher zu steu­ern.

der (das?) plug­in ge­fällt mir so gut, dass ich schon jetzt eine li­zenz für die 2.0er ver­si­on ge­kauft habe, ob­wohl die noch gar nicht re­leased ist.

aus­ser­dem schreib ich jetzt ver­mehrt in mark­down. dan­ke an fa­bi­an mi­cha­els kir­by-mark­down-field-plug­in. das er­mög­licht mir sehr ef­fi­zi­en­tes schrei­ben, al­ler­dings muss­te ich ein biss­chen im plug­in quell­code rum­patchen, be­vor das ales so funk­tio­nier­te, wie ich mir das vor­stel­le.

zu den view tran­si­ti­ons habe ich ja schon ge­schrie­ben, zu mei­nem er­stau­nen hat sich noch nie­mad dar­über be­klagt. ich fin­de es (noch) ganz toll, mal schau­en wie lan­ge mei­ne be­geis­te­rung hält.

und sonst so? ich habe mich über die all­ge­mei­ne er­mun­te­rung von tho­mas gi­gold recht­schrieb­feh­ler zu ma­chen sehr ge­freut. ei­gent­lich soll­te das ein rant ge­gen KI nut­zung in blogs sein, aber ich lese auch aus rants lie­ber das po­si­ti­ve raus und ver­gess den wü­ten­den rest.

Ich sag nicht, dass du "ver­zich­ten" sollst. Lass die KI dein Lek­tor sein. Aber ein Lek­tor ist ein Rat­ge­ber. Dazu ge­hört, dass du den auch igno­rie­ren kannst. Sind Recht­schreib- und Gram­ma­tik­feh­ler wirk­lich der­ma­ßen schlimm? Für mich be­ginnt der Ein­griff tat­säch­lich schon beim Satz­bau, denn schon der zeigt Per­sön­lich­keit. Lasst uns die Un­per­fek­ti­on viel mehr wie­der raus­keh­ren und ge­nie­ßen.

der (face­book) like but­ton wird zum zom­bie, auch gut: pi­xel envy:

As far as I can tell, the Face­book SDK will con­ti­nue to run in the back­ground do­ing all sorts pri­va­cy-ho­sti­le things. The best time to re­mo­ve that Ja­va­Script packa­ge from your web­site or app was, like, at least ten ye­ars ago; the next best time is right now.

und sonst? no­tiz an mich selbst: wei­ter­ma­chen — aber vor­her noch ein laub­tep­pich-foto vom #mor­gen­spa­zier­gang.

foto vom morgenspauiergang: es sieht sehr herbstlich aus und das laub bildet orangene laubteppiche unter den bäumen.


nach­trag 09.11.2025:
ich habs nach zwei ver­su­chen zu­en­de ge­schaut. an­fangs war Play Dir­ty noch ganz un­ter­halt­sam, aber ei­gent­lich war es schon ein är­ger­nis. wäh­rend ich bei john wick das te­le­spiel-ar­ti­ge tö­ten von men­schen ge­ra­de noch so weg­abs­tra­hie­ren kann, fiel es mir bei Play Dir­ty im ver­lauf der bal­le­rei im­mer schwe­rer. är­ger­lich fand ich, dass das im film auch noch the­ma­ti­si­ert und ra­tio­na­li­si­ert wur­de. am ende war am film wirk­lich nichts er­freu­li­ches oder lus­ti­ges mehr üb­rig. salz­lo­se bal­ler­mann­sup­pe.


Ru­les don’t make works of art, works of art make ru­les.
-- Clau­de De­bus­sy

hier ge­fun­den (da­vid hart­ley über nir­va­na’s smells like teen spi­rit, „The song that bro­ke every song­wri­ting rule“, gan­zes vi­deo ist sehr se­hens­wert)

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Nan­cy, De­cem­ber 28, 1944 (via)

an­mer­kung aus dem ma­schi­nen­raum: die bad­ges oben an den links sind hin­wei­se auf die html-struk­tur, die ich so an­ge­passt habe, dass sie se­man­tisch like-of, re­post-of oder re­p­ly-to im sin­ne der in­die­web-kon­ven­tio­nen ent­spre­chen. theo­re­tisch ist es da­mit mög­lich ent­spre­chen­de pings/web­men­ti­ons auf den ver­link­ten sei­ten zu hin­ter­las­sen. ge­tes­tet hae ich das ein­mal hier, was dann ei­nen like bei aa­ron pare­cki hin­ter­las­sen hat. ob und wie das al­les funk­tio­niert, muss ich noch wei­ter tes­ten.



ruby tan­doh ist von ei­ner „The Gre­at Bri­tish Bake Off“ teil­neh­me­rin, zur koch­buch­au­to­rin und ko­lum­nis­ton ge­wor­den. ihr ko­lum­ne im new yor­ker über ein paar in­nen­an­sich­ten des bake off liest sich gut und fasst und er­klärt den phä­no­me­na­len er­folgt der sen­dung ganz gut zu­sam­men. ein biss­chen scha­de fin­de ich, dass sie nichts über das ak­tu­el­le mo­de­ra­to­ren-duo schreibt⁽¹⁾, aber das kann ich ja dann ma­chen: ich fin­de noel fiel­ding und ali­son ham­mond ganz gran­di­os und lieb­lich. matt lu­cas, vor ein paar jah­ren, fand ich un­er­träg­lich, aber ge­ra­de der kon­trast zu ihm, macht noel und ali­son so lie­bens­wert. zu ruby tan­doh zeit wa­ren mel gie­droyc und sue per­kins die mo­de­ra­to­rin­nen und ruby tan­doh be­schreibt, wie sich die mo­de­ra­to­rin­nen ge­le­gent­lich schüt­zend vor die teil­neh­men­den war­fen und all zu pein­li­che auf­nah­men für die pro­du­zen­ten rui­nier­ten.

ich bin auch sehr froh, dass die pro­du­zen­ten die pein­li­chen heim-vi­deo-por­traits der teil­neh­men­den nicht mehr ma­chen. das for­mat ist aufs we­sent­li­che ein­ge­dampft, drei chal­lenges, ge­konnt zu­sam­men­ge­schnit­ten und sonst nix. die sen­dung ist bes­te un­ter­hal­tung ohne je­den be­zug zur ak­tue­len welt­la­ge, po­li­tik­frei und in je­der hin­sicht freund­lich.

(1): laut wi­ki­pe­dia er­trägt ruby tan­doh die ti­tel­me­lo­die nicht mehr und kann die sen­dung nicht merh se­hen, auch wenn sie die sen­dung wei­ter­hin schätzt. (via)

KI-Dia­lo­ge bil­den ei­nen Zwi­schen­raum, in dem ich Ge­dan­ken aus­den­ken kann, be­vor ich sie in ei­ner an­ge­mes­se­nen Form mit­tei­len kann.

geht mir auch oft so, oft öff­nen die dia­lo­ge mit der KI neue per­spek­ti­ven und in­spi­rie­ren im wei­tes­ten sinn. beim pro­gram­mie­ren zum bei­spiel, wenn die KI sich in ein pro­blem ver­beisst und es nicht schafft über den tel­ler­rand zu schau­en, be­kom­me ich oft die bes­ten ide­em. ge­mein­sam ein pro­blem, eine idee zu be­ar­bei­ten hilft, auch wenn das ge­gen­über nichts wirk­lich hilf­rei­ches sagt. aber ge­ra­de das ist oft hilf­reich.

ste­fan nig­ge­mei­er:

Die NZZ wirbt für Abos ge­ra­de mit Slo­gans wie „Für Kul­tur ohne Kampf“ und „Für Den­ken ohne Schwarz-Weiss“. Das sind ge­ra­de­zu aber­wit­zig fal­sche Ver­spre­chen an­ge­sichts ih­rer Be­geis­te­rung, mit der sie täg­lich bis an die Zäh­ne mit Schwarz-Weiß-Den­ken be­waff­net in den Kul­tur­kampf nicht nur um den öf­fent­lich-recht­li­chen Rund­funk zieht.

le­sens­wert, wie im­mer, lei­der (noch?) hin­ter der über­me­di­en-pay­wall.

mich er­in­nert die ge­schich­te dar­an, dass un­ser ge­schichts­leh­rer dmals in der 12ten oder 13ten klas­se na­he­leg­te kon­ser­va­ti­ve me­di­en zu le­sen. im un­tericht ar­bei­te­ten wir ge­mein­sam ko­lum­nen durch und ich fand die aus­ein­an­der­set­zung und die kon­struk­ti­ve ar­beit am wi­der­spruch sehr an­re­gend. seit sich kon­ser­va­ti­ve vor al­lem durch wei­ner­lich­keit und dem ver­brei­ten von ge­fühl­ten wahr­hei­ten ver­schrie­ben ha­ben, macht das kei­nen spass mehr. ich glau­be aber, ste­fan nig­ge­mei­er macht das spass.

viel­leicht et­was weit her­ge­holt, aber in die­sem vi­deo kann man pil­zen beim den­ken zu­schau­en. mehr da­von bei bio­ni­cand­the­wires.com und you­tube.

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ko­gni­ti­ve ver­zer­run­gen

felix schwenzel in artikel

ma­xi­mi­li­an bud­den­bohm war so freund­lich auf die wi­ki­pe­dia-lis­te der ko­gni­ti­ven ver­zer­run­gen hin­zu­wei­sen, spe­zi­ell die „trut­hahn il­lu­si­on“. ein trut­hanh, der bis zu sei­ner schlach­tung täg­lich ge­füt­tert und um­sorgt wird, ist in der re­gel ziem­lich über­rascht von sei­ner schlach­tung. in ers­ter li­nie, weil er die zu­kunft aus sei­nen ver­gan­ge­nen er­fah­run­gen ex­tra­po­liert hat und die rah­men­be­din­gun­gen sei­nes da­seins nicht (er) kann­te. ich kann mich sehr gut mit die­sem trut­hahn iden­ti­fi­zie­ren, weil auch ich an das gute im men­schen glau­be, auch wenn ich die­se über­zeu­gung nicht aus­schliess­lich aus mei­nen ver­gan­ge­nen er­fah­run­gen ex­tra­po­lie­re. wenn ich mich recht er­in­ne­re bin ich zu die­ser über­zeu­gung auch ge­kom­men, weil ich mich in der ver­gan­gen­heit in­ten­siv mit ver­schie­de­nen phi­lo­so­phen, erich fromm und mei­nen el­tern be­schäf­tigt habe.

in letz­ter zeit wer­de ich auch im­mer wie­der als teil­neh­mer in work­shops mit ko­gni­ti­ven ver­zer­run­gen kon­fron­tiert. ei­ner­seits fin­de ich das gut, weil man nie ge­nug über sei­ne, über men­schn­li­che un­zu­läng­lich­kei­ten er­fah­ren kann, an­de­rer­seits bin ich scho­ckiert wie lieb­los die­ses durch und durch fa­zi­nie­ren­de the­ma im­mer wie­der auf­be­rei­tet wird.

zum bei­spiel kur­siert die­ser quark seit ge­fühlt 20 oder 30 jah­ren (wahr­schein­lich seit 2003) durchs in­ter­net:

Gmä­eß eneir Sut­ide eneir el­g­nih­cesn Uvi­nis­te­rät, ist es nchit wi­tih­cg, in wle­cehr Rne­flog­h­eie die Bstach­uebn in en­eim Wort snid, das ez­ni­ige was wc­thi­ig ist, ist, dsas der est­re und der lezt­te Bstabchue an der ri­tih­cegn Pstoii­on snid. Der Rset knan ein tto­aelr Bsin­öldn sien. Tedztorm knan man ihn onhe Pe­mo­bl­re lseen. Das ist so, wiel wir nciht jeedn Bstach­uebn en­ze­lin leesn, sn­de­ron das Wrot als gseatems.

ich habe mich schon da­mals mehr über die idio­ti­sche pseu­do-quel­len­an­ga­be auf­ge­regt, als fa­zin­i­na­ti­on über un­se­re fä­hig­kei­ten zur mus­ter­er­ken­nung und rausch­un­ter­drü­ckung zu ver­spü­ren. je­den­falls schwor ich mir ir­gend­wann, dass ich vor­trä­ge oder work­shops die mir die­ses aus­ge­lutsch­te meme prä­sen­tie­ren so­fort ver­las­sen oder min­des­tens doof fin­den wür­de. ge­nau­so üb­ri­gens wie ich je­den work­shop oder vor­trag so­fort doof fin­den wür­de, der die le­gen­de mit den frö­schen wei­ter­ver­brei­tet.

in den letz­ten bei­den work­shops, an de­nen ich al­lein im sep­tem­ber teil­nahm, hat­ten bei­de je­weils eine fo­lie mit dem „jum­ble let­ters meme“. ver­las­sen konn­te ich bei­de work­shops nicht, weil sie im rah­men mei­nes jobs qua­si pflicht­ver­an­stal­tun­gen (und im gan­zen auch gar nicht mal so schlecht) wa­ren.

apro­pos ko­gni­ti­ve ver­zer­run­gen: ich war bis eben der fes­ten über­zeu­gung, dass ich das meme aus mei­nem re­pu­bli­ca vor­trag 2015 zur ko­gni­ti­ven dis­so­nanz aus­ge­las­sen habe. nach­gu­cken zeig­te mir dann, dass ich es doch be­nutzt ha­ben, auch wenn ich es nur 11 se­kun­den zeig­te und drü­ber hin­weg bürs­te­te.


üb­ri­gens fällt mir jetzt auch auf, dass ich im ers­ten ab­satz die tat­sa­che, dass ma­xi­mi­li­an bud­den­bohm ei­nen be­stimm­ten link in sei­nem blog pos­te­te mit „er war so freund­lich“ um­schrieb. ich glau­be es ist kei­ne ko­gni­ti­ve ver­zer­rung tex­te und links zu tei­len als freund­li­chen akt zu be­schrei­ben.

und apro­pos freund­lich; ich lese viel zu ger­ne (und schnell) als dass ich mir je­mals die au­dio-auf­zeich­nun­gen von mar­kus (mek) an­hö­re, die er zu (fast) je­dem bei­trag hin­zu­fügt. aus­ser heu­te, da liess ich mir den text von mar­kus vor­le­sen. das fand ich auch sehr freund­lich (von ihm) und auch eine an­ge­neh­me mi­schung von la­ko­nisch und sal­bungs­voll, pro­fes­sio­nell und un­per­fekt.


kon­stan­tin will ein paar tage ohne han­dy aus­kom­men.

Te­le­fon ist schon toll. Ei­nen Tisch re­ser­vie­ren, El­tern an­ru­fen, San­dra an­ru­fen, das ist schon prak­tisch. Han­dy ist noch prak­ti­scher. Fest­net­ze ver­bin­den Orte mit­ein­an­der. Han­dies ver­bin­den Men­schen.

es lohnt sich (na­tür­lich) die no­ti­zen dazu bei kon­stan­tin selbst zu le­sen.

mir fiel auf, dass mir bei kon­stan­tin eine blät­ter-funk­ti­on fehlt. wenn ich bei „Tag 2“ rein­sprin­ge, wäre es schön eine dort ei­nen bei­trag zu­rück oder vor sprin­gen zu kön­nen. für zu­hau­se für wir­res.net habe ich mir das so ge­baut, dass ich ne­ben den ←/→ but­tons auch die tas­ten j/k be­nut­zen kann. da­mit kann ich von je­der bei­trags­sei­te chro­no­lo­gisch ei­nen bei­trag vor und zu­rück sprin­gen.


die sa­che mit der of­fen­heit

felix schwenzel in artikel

mike mas­nick ge­wohnt aus­führ­lich, in ca. 2400 wor­ten, über die ten­denz das „of­fe­ne web“ mehr und mehr zu ver­ram­meln:

Across the tech po­li­cy world, peo­p­le who spent de­ca­des fight­ing for an open, ac­ces­si­ble in­ter­net are now chee­ring as that same in­ter­net gets lo­cked down, wal­led off, and rest­ric­ted. Their re­aso­ning? If it hurts AI com­pa­nies, it must be good.

ich bin da ei­ner­seits bei mike mas­nick, an­de­rer­seits … naja, is halt al­les nicht so ein­fach.

ei­ner mei­ner mu­sik­leh­rer, den ich ex­trem doof und un­sym­pa­thisch fand, sag­te mal: „wer nach al­len sei­ten of­fen ist, kann nicht ganz dicht sein.“ im wort­wört­li­chen sin­ne stim­me ich die­sem satz ohne zu zö­gern zu, er stimmt se­man­tisch und py­si­ka­lisch auch. viel­leicht stimmt er aber auch im über­tra­ge­nen sinn? ich ver­mu­te of­fen­heit ist wie gift; es kommt halt auf die do­sis an. kürz­lich habe ich ge­lernt, dass air­pods aus ak­kus­ti­schen grün­den of­fen sein müs­sen, also luft ein-und aus­las­sen müs­sen, an­de­rer­seits aber was­ser draus­sen hal­ten müs­sen. so sind air­pods zwar nach al­len sei­ten of­fen, aber trotz­dem ziem­lich dicht (zu­min­dest nach IPX4).

auf das „of­fe­ne web“ be­zo­gen wür­de ich sa­gen, dass ich es na­tür­lich toll fin­den wür­de wenn in­sta­gram oder mei­net­we­gen auch face­book, goog­le et al of­fe­ne APIs an­bie­ten wür­den, wenn es kei­ne pay­walls ge­ben wür­de oder ich mei­ne lieb­lings­se­ri­en nicht nur emp­feh­len, son­dern auch ver­lin­ken oder gleich hier ein­bet­ten könn­te wie you­tube vi­de­os. ich fän­de es toll wenn we­nigs­tens die öf­fent­lich recht­li­chen sen­der ihre sen­dun­gen mit per­ma­nent links ver­se­hen wür­den die, in­klu­si­ve der mp4-vi­deo­da­tei­en län­ger als 2 mo­na­te gleich blei­ben wür­den. wenn die sen­dung mit der maus ihr sen­d­ung­ar­chiv of­fen im in­ter­net ste­hen ha­ben wür­de. das wür­de ich al­les be­grüs­sen.

aber ge­nau­so ver­ste­he ich, dass über­all in­ter­es­sen ab­ge­wo­gen wer­den, dass ge­schäfts­mo­del­le oder die fä­hig­keit ho­no­ra­re oder ge­häl­ter aus­zu­zah­len, auch im­mer mit ei­ner ein­schrän­kung der of­fen­heit ein­her­ge­hen und es auch schon im­mer ta­ten. nicht dass ich dazu et­was wüss­te, aber was wäre das berg­hain mit ei­ner of­fe­nen tür? manch­mal ent­steht of­fen­heit erst hin­ter ge­schlos­se­nen tü­ren. manch­mal will man luft rein und raus­las­sen, aber feuch­tig­keit draus­sen hal­ten.


ich habe laut ma­to­mo pro tag, an nor­ma­len ta­gen, an de­nen kein an­de­res blog be­su­cher hier­her­schau­felt, so um die 150 bis 200 be­su­cher (uni­que vi­sits). laut cloud­fla­re habe ich in den letz­ten 24 stun­den ca. 7000 uni­que vi­sits ge­habt. wenn ich rich­tig ge­rech­net habe, sind also 97% mei­ner be­su­cher bots, craw­ler oder nut­zer die ja­va­script ab­ge­schal­tet ha­ben oder ma­to­mo blo­cken. vie­le da­von sind si­cher­lich ganz le­gi­tim hier, rss feeds che­cken, sei­ten für die su­che in­de­xie­ren oder um gros­se sparch­mo­del­le zu trai­nie­ren. ich bin da of­fen und schlies­se nie­man­den aus — aus­ser auf sei­ten die äl­ter als 5 jah­re sind. die möch­te ich nicht in­de­xiert ha­ben, weil ich kei­ne lust habe we­gen ei­nes screen­shots oder bil­des des­sen rech­te nicht zu 100% ge­klärt sind post zu be­kom­men. mei­ne of­fen­heit hat also auch gren­zen, man­che aus tech­ni­schen grün­den, man­che weil ich mir da mal was über­legt habe und da­nach nie wie­der in fra­ge ge­stellt habe, man­che aus un­acht­sam­keit.

un­ten im fuss mei­ner web­sei­te steht, dass mei­ne in­hal­te ei­ner (ver­al­te­ten) crea­ti­ve com­mons li­zenz un­ter­lie­gen. die ist so of­fen, dass je­der ar­ti­kel und bil­der von mir neh­men kann und sie tei­len und be­ar­bei­ten darf, so­lan­ge sie mei­nen na­men nen­nen und die wei­ter­ga­be un­ter den glei­chen be­din­gun­gen li­zen­zie­ren wie ich. das ist wohl sehr of­fen, aber eben auch ein biss­chen ver­schlos­sen.

in ame­ri­ka, zu­min­dest auf dem land, las­sen fast alle men­schen ihre tü­ren of­fen. gleich­zei­tig muss man da­mit rech­nen, dass man er­schos­sen wird, wenn man im länd­li­chen ame­ri­ka ein frem­des grund­stück oder haus be­tritt. mein freund hei­ner schloss sei­ne erd­ge­schoss-woh­nung, zu­min­dest den hin­ter­ein­gang, auch nie ab. die woh­nung hat troz­dem nie je­mand be­tre­ten, der sie nicht be­tre­ten soll­te. das liegt wahr­schein­lich auch dar­an, dass auch fast nie­mand das dorf (gi­chen­bach), in dem die woh­nung lag, je­mals be­tre­ten hat. die woh­nungs­tür der bei­fah­re­rin hin­ge­gen, die im­mer ge­schlos­sen war, wur­de ein­mal von ei­nem ver­wirr­ten und be­trun­ke­nem voll­idio­ten ein­ge­tre­ten, aus kei­nem nach­voll­zieh­ba­rem grund.

off­ne­heit, so viel kann man wohl sa­gen, ist kom­pli­ziert und es kommt im­mer auf den kon­text oder die lage an. ob das nun im web ist oder dem rest der welt. trotz­dem hat mike mas­nick na­tür­lich in al­len punk­ten recht und ihr könnt den den text ru­hig mal le­sen.


ges­tern habe ich epi­co­re.de re­ak­ti­viert. de­ak­ti­viert hat­te ich es vor ein paar jah­ren, wie ei­ni­ge an­de­re word­press-sei­ten die mir ir­gend­wie zu­ge­fal­len sind und um die ich mich mal küm­mer­te, weil mich word­press in den wahn­sinn trieb und stän­di­ge pfle­ge brauch­te. schlim­mer noch, weil die sites stän­dig ge­hackt wur­den und man word­press, wie ein klei­nes kind, nie län­ger als zehn mi­nu­ten al­lei­ne las­sen konn­te. die lö­sung kam mir ges­tern in den sinn: den gan­zen word­press-mist in eine sta­ti­sche site um­wan­deln, dann kann sie zu ar­chäo­lo­gi­schen zwe­cken ein­fach rum­lie­gen. sim­ply sta­tic macht aus den zwölf schril­lio­nen php sei­ten ei­ner word­press-in­stal­la­ti­on ein paar html-sei­ten. das ist dann nicht mehr dy­na­misch, aber wozu soll eine sei­te, auf der seit 2007 nichts mehr pas­siert, noch dy­na­misch sein?

je­den­falls fie­len mir dann wie­der die brain­f­arts vor die füs­se. seit ich in mei­nem ar­chiv und im web.ar­chi­ve.org stö­be­re, hab ich ein paar mal an joschua ge­dacht. des­sen schreib­stil habe ich da­mals sehr be­wun­dert, ei­ner­seits weil mich die schrei­be be­rühr­te und trotz­dem kei­ne spur von pa­thos hat­te.

da­mals emp­fahl ich brain­f­arts auf epi­co­re mit die­sen wor­ten:

joschu­as ge­schich­ten gra­ben sich fast im­mer tief ins ge­däch­nis ein. man­che lan­den beim le­sen am steiss­bein und krib­beln dort lei­se. wäre ich ein idi­ot wür­de ich die ge­schich­ten als „mor­bi­de“ be­zeich­nen. viel­leicht bin ich ein idi­ot.

nicht alle von joschu­as bei­trä­gen auf brain­f­arts.de las­sen sich auf ar­chi­ve.org fin­den. hier sind ein paar, die ich wie­der­fand, sor­tiert nach mei­nem gut­dün­ken.


(joschua hat nach den brain­f­arts noch ein paar jah­re auf me­di­ku­la als mi­cha­el wei­ter­ge­b­loggt)


„Du musst die Leu­te in den Blog brin­gen“, oder so. Mit sol­chen Sprü­chen ka­men ir­gend­wel­che SEO-Leu­te im­mer da­her. Die quas­sel­ten ei­nen da­her, dass es doch hals­bre­che­risch sei, die Ar­ti­kel voll­stän­dig in den RSS-Feed zu klat­schen. Denn dann hat ja nie­mand mehr Grund, sich auf den Blog zu ver­ir­ren. Und da man ja hier den Blog le­sen soll, war die Er­kennt­nis, in den Ein­stel­lun­gen von Word­Press den RSS-Feed zu ver­kür­zen.

2016 habe ich noch face­book ge­nutzt und war ehr­lich­ge­sagt von face­books idee für in­stant ar­tic­les, die in dem jahr vor­ge­stellt wur­den, be­geis­tert. ich kann mich schon gar nicht mehr an die tech­ni­sche um­set­zung er­in­nern, aber so­bald es mög­lich war, rüs­te­te ich in­stant ar­tic­les auf die­ser sei­te nach.

die fol­ge war, dass wir­res.net ar­ti­kel die auf face­book ge­teilt wur­den di­rekt im face­book oder der face­book app ge­r­en­dert wur­den. ein be­such auf wir­res.net war also gar nicht mehr nö­tig. mir war es schon da­mals egal wo mei­ne ar­ti­kel ge­le­sen wur­den, wich­tig war mir, dass sie ge­le­sen wur­den. ich glau­be das war auch nie an­ders, mein feed war im­mer un­ge­kürzt, bzw. ich emp­fand die ein­stel­lung, dass ar­ti­kel ge­fäl­ligst auf der ur­sprungs­sei­te ge­le­sen wer­den soll­ten schon im­mer als zu­mu­tung. ich war schon im­mer selbst hef­ti­ger RSS nut­zer, ei­ner­seits um über­haupt ei­nen über­blick über hun­der­te quel­len de­nen ich fol­ge zu be­hal­ten, an­de­rer­seits um auch off­line le­sen zu kön­nen. denn in­ter­net war da­mals™ kei­nes­falls über­all ver­füg­bar. die welt war vor 10, 15, 20 jah­ren in sa­chen in­ter­net mehr funk­loch als al­les an­de­re.

ich habe zwar schon im­mer den wunsch mei­ner le­ser und le­se­rin­nen nach bes­se­rer or­tho­gra­phie igno­riert, aber nie den wunsch da­nach wir­res.net so und wo zu le­sen wie es ih­nen passt. des­halb habe ich kurz nach den in­stant ar­tic­les von face­book auch bei den APM sei­ten von goog­le mit­ge­macht. war­um soll­ten mei­ne ar­ti­kel nicht auch di­rekt bei goog­le les­bar sein, wenn das schnel­ler und bes­ser les­a­bar ist?

ich glau­be üb­ri­gens auch nicht, dass ir­gend­wel­che SEO-Leu­te pre­dig­ten RSS feeds zu kür­zen, um leu­te auf die eig­nen sei­ten zu ho­len, das wa­ren wahr­schein­lich eher wer­be­ver­mark­ter. pa­ge­views sind eher ir­rele­vant für such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung. wo sie zäh­len ist bei wer­bung. die hat­te ich ge­le­gent­lich auch hier auf der sei­te, aber auch hier fand ich es wich­ti­ger wir­res.net auch wer­be­frei le­sen zu kön­nen, als le­sen­den vor­zu­schrei­ben, wie wir­res.net kon­su­miert wer­den soll.

ab­ge­se­hen da­von sind ge­kürz­te RSS feeds heu­te auch kein pro­blem mehr. ich fol­ge ca­schys blog seit jah­ren mit dem ge­kürz­ten RSS feed. die kür­zung stört mich nicht, weil ich 80% der ar­ti­kel oh­ne­hin nicht wei­ter le­sen will als bis zum ende des teasers und an­de­rer­seits bie­ten die meis­ten feed-rea­der mitt­ler­wei­le eine funk­ti­on zum nach­la­den des voll­tex­tes an. so kann ich zur not, wenn mich mal eine ar­ti­kel bei ca­schys blog in­ter­es­siert, die­sen ar­ti­kel auch im feed rea­der le­sen — ohne wer­bung, ohne lärm.


mor­gen­spa­zier­gang, ta­ge­buch 31.08.2025

felix schwenzel in notiert

um halb fünf auf­ge­wacht, in die kü­che ge­setzt und ein biss­chen am blog rum­ge­schraubt. ich habe ge­se­hen, dass @bud­den­bohm auch früh am blog schraubt und mich ge­freut. dann ka­men die bei­fah­re­rin und fri­da in die kü­che und wir ent­schlos­sen uns wort­los uns wie­der alle ins bett zu le­gen. fri­da leg­te sich mit kon­takt ne­ben mich, ich schlief auch wie­der ein, aber je­des Mal wenn ich die au­gen kurz öff­ne­te, lag fri­das kopf wei­ter in rich­tung bett­kan­te. als sie ihn über die bett­kan­te hän­gen liess, wuss­te ich ihre ge­duld war auf­ge­braucht und sie woll­te los. war ja aich schon halb acht.

zum spa­zier­gang ver­gass ich das te­le­fon und konn­te kei­ne fo­tos ma­chen, was leicht be­dau­er­lich ist, weil die stim­mung sehr an­ge­nehm war. es lag noch et­was nach­küh­le in der luft, der him­mel war schon recht hell und da, wo die son­ne schon an den häu­sern vor­bei in die stras­sen grei­fen konn­te, fing die schmut­zi­ge stadt an zu strah­len und glän­zen. wäh­rend­des­sen wa­ren die stras­sen aus­ge­stor­ben wie in der nacht.

wir gin­gen auch am „kom­bi­bad see­stras­se“ vor­bei, des­sen aus­sen­be­reich schon mit äl­te­ren men­schen gut ge­füllt war. die kom­bi­na­ti­on der was­ser­ab­lauf­ge­räu­sche, des chlor­ge­ruchts, der glanz­lich­ter auf dem blau­en was­ser und des son­nen­scheins lies­sen mich pom­mes-ge­ruch her­bei­hal­li­zu­nie­ren.

das zi­tat des ta­ges kommt von nick clegg, der im guar­di­an ge­gen tech bros aus­teilt, aus­ser sei­nen kum­pel mark zu­cker­berg.

If you’re ac­cus­to­med to pri­vi­le­ge, equa­li­ty feels like op­pres­si­on.

aus­ser­dem mit gros­sem in­ter­es­se lenn­art schütz’ re­cher­che über ab­spiel­ge­schwin­dig­kei­ten von fil­men und se­ri­en im tech­nik­ta­ge­buch ge­le­sen

DVDs wer­den mit 25 fps […] ab­ge­spielt, das er­gibt bei 99 Mi­nu­ten ca. 148.500 Frames. Rech­net man die­se An­zahl Frames auf 24 fps zu­rück - der üb­li­chen Frame­ra­te für Ki­no­fil­me - lan­det man bei 103 Mi­nu­ten. […] Das hat ganz ba­nal zur Fol­ge, dass man beim hei­mi­schen Schau­en von Ki­no­fil­men ein paar Mi­nu­ten frü­her fer­tig ist.

auch ger­ne im tech­nik­ta­ge­buch ge­le­sen: kath­rin pas­sig, ge­wohnt prag­ma­tisch, über AI.


am nach­mit­tag am dong xuan cen­ter ge­ges­sen, ich fands le­cker und be­frie­di­gend, fri­da lang­wei­lig und die bei­fah­re­rin zu laut und teu­er. vor­her for­mel1 im rtl live­stream ge­schaut, nach dem es­sen den zu­sam­men­fas­sungs­schnitt des ren­nens von sky auf you­tube ge­se­hen. ich muss sa­gen, so eine zu­sam­men­fas­sung spart or­dent­lich zeit und bei den zu­sam­men­fas­sun­gen schla­fe ich nicht ein. wenn ich ein ren­nen „live“ schaue (der zeit­ver­satz der live über­tra­gung per rtl+ be­trägt 45 se­kun­den) schla­fe ich im­mer ein.


Wenn ich da dann durchs Bild lat­sche, dann sagt die fast all­wis­sen­de [KI] viel­leicht zu den Rei­sen­den: „Im Hin­ter­grund ein Blog­ger, der schreibt nach­her über sie.“ Und dann gu­cken die sich wahr­schein­lich alle miss­trau­isch um, die aus den Rei­se­grüpp­chen, und ma­chen erst ein­mal gar nix mehr. Si­cher­heits­hal­ber.