ich habe mich jetzt tagelang über neue „discovery“ möglichkeiten in der ATmosphere für blogs gefreut. die beiträge aller blogs der welt, die ihre beiträge im standard.site-dokumenten-format veröffentlichen, sehe ich zum beispiel hier aufgelistet: standard-reader.app/discover oder pckt.blog/read oder leaflet.pub/reader.
standard.reader.app listet gerade 5.600 blogs auf die es kennt. als ich heute früh geguckt und einen screenshot gemacht habe, waren es noch 5.500. in 15 stunden kommen offenbar um die 100 blogs dazu. zum grossen teil liegt das wohl an matthias pfefferle und seinem ATmosphere wordpress plugin.
das mit der auffindbarkeit funktioniert auch, eben wurde mir auf standard-reader.app das blog mit der zitrone vorgeschlagen (rivva auch). seit kurzem gibts auf der discovery-seite von standard-reader.app auch filter und suchoptionen. ich finde ständig neuen lesestoff, momentan, naturgemäss, oft techniklastig, hier und hier gerne gelesen.
was dem ganzen noch fehlt ist — natürlich — RSS, aber das kann man sich vielleicht ganz schnell bauen mit der (auch neuen) standard-reader-api.
in meinem RSS-reader, der immer noch meine primäre lesestelle ist, habe ich heute bei waxy.orgbubbles.town entdeckt. eigenbeschreibung für die deutschsprachige variante:
300 unabhängige Blogs. Eine Startseite. Sortiert nach Aktualität und durch deine Votes.
5034 independent, personal blogs. One front page. Ranked by votes and freshness, shaped by you.
ich finde an bubbles alles gut. minimales design, darkmode (automatisch, optional), knappe, aber informative blogprofile mit „folgen“ option, zum folgen und voten anmeldung über ein vorhandenenes mastodon, bzw. fediverse konto und kluge RSS-feed-optionen.
wirklich toll, besonders hat mich gefreut, dass ich mich mit meinem goto-social-konto anmelden konto, das funktioniert sonst anderswo oft nicht, wegen der konzentration auf mastodon. kein wunder, weil der macher, „Ben aus Mülheim an der Ruhr“, auch goto-social für bubbles nutzt. so erklärt er es:
Bubbles veröffentlicht jeden neuen deutschsprachigen Artikel auch im Fediverse über @bubbles_de@social.bubbles.town. Antworten auf diese Posts erscheinen als Kommentare auf Bubbles.
ich stelle fest, die blogrenaissance die ich vor ein paar wochen leise und noch ein bisschen zweifelnd zu beobachten glaubte ist ziemlich real. rivva lebt und wächst, die ökosyteme um activityPub und ATproto sind irre fruchtbar und lassen lauter spannende sachen wachsen, blogplattformen spriessen und die leute schreiben und schreiben ins internet.
standard.site is built to be extended; its own docs say the existing properties “should not be seen as constraints, but rather as starting points.” So going off and building your own thing is the intended move, not a hack. That’s the same energy that makes the whole atmosphere feel vibrant and fast right now. Everyone is shipping new things every day, is finding new creative things to store on PDS. The downside is solutions that don’t talk to each other.
… und das ist genau wie ich es gerade empfinde, die ATmosphere, das fediverse, fühlen sich gerade ungeheuer lebendig und dynamisch an, überall poppen interessante dinge auf, möglicherweise auch durchs vibe-coden beschleunigt.
find ich gut, weiter so, demnächst mehr.
ich habe gemini um eine einschätzung meines textes gebeten. es hat eine gute beobachtung gemacht, die ich gerne zitieren möchte, weil ich den gedanken auch hatte, aber nicht „web 4.0“ schreiben wollte:
Dein Text beschreibt einen „Sommer der Prototypen“. Es fühlt sich an wie das Web von 2004, aber mit den technischen Muskeln von 2026.
mal wieder in den kanal reinfotografiert und dann die bilder umgedreht.
ich muss leider nochmal an einem teil meines publikums vorbeischreiben. das ATmosphere-rabbithole, in dem ich gerade stecke fasziniert mich gerade zu sehr, um das nicht aufzuschreiben.
man sagt ja: wenn man einen hammer in der hand hat, sieht man überall nägel. ich sehe im moment überall das AT-protokoll und die formate, bzw. lexika die dahinterstecken. mich fragen leute was der vorteil des standard.site-formats gegenüber RSS sei. der vergleich geht ein bisschen an der sache vorbei. die frage ist einfach: was sind die sachen die man mit einem protokoll machen kann, was sind die potenziale?
bereits 2002/2003, noch bevor es wordpress gab, hatte ich auf wirres.net bereits RSS (mit volltexten) eingebaut. weil ich potenzial, anwendungsfälle dafür sah — und weil es anwendungsfälle gab. ich weiss nicht ob ich es damals schon nutzte, aber netnewswire, also einen tollen RSS-reader, gabs seit 2002. 99,99% aller menschen interessierten sich damals nicht für RSS (und blogs), aber die die es nutzten fanden es grossartig, weil es grossartig und praktisch war.
mike masnik erinnert sich an das internet von damals, dass es angeblich nicht mehr gibt und von plattformen und apps zerfressen und zerfasert wurde. allerdings mit dem twist, dass das einerseits nicht stimmt, das alte internet ist noch da, und es keimt unter dem plattform-beton gerade wieder auf.
But, as Godier’s piece notes, protocols are… boring. They change slowly (for a good reason, because you need stability to build on). They tend to change by consensus, which is messy. And rather than having billion dollar companies throwing a whole massive engineering team at making everything work, in the protocol world, we rely on constant experimentation by anyone who wants to experiment.
The open web of the nineties didn’t win because the tools were better. It won because a critical mass of people decided that the alternative, a handful of AOL-style walled gardens choosing what everyone saw, was not the future they wanted. Then they built their way out of it. Slowly, unglamorously, in rooms that looked a lot like this one.
Whether atproto ends up being the thing, or a stepping stone to the thing, I don’t know. Nobody in the room claimed to know. But the work is real, the apps are shipping, and the people building them are taking it seriously without taking themselves seriously. That combination is rare, and historically, it’s the one that wins.
das entscheidende und spannende, damals wie heute, sind nicht die grossen visionen, die massenwirksamen apps und plattformen, sondern die greifbareren, jetzt nutzbaren werkzeuge die genutzt, ernsthaft weiterentwickelt werden und funktionieren. die arbeit im maschinenraum ist real. nicht meine, sondern die von tausenden frickelnden menschen, auf deren schultern man sich stellen kann und ihre werkzeuge mitbenutzen kann.
gestern habe ich eine liste von ein paar apps die auf dem AT-protokoll aufsetzen veröffentlicht die funktionieren und mit denen man spannenede sachen machen kann.
bei sill meldet man sich mit seinen bluesky- (oder beliebigen anderen ATproto-) login an und bekommt ohne weiteres zutun eine von seinen bluesky- (oder mastodon-) kontakten kuratierte und gewichtete linkliste.
bei margin meldet man sich mit seinen bluesky-login an und sieht bookmarks, anmerkungen oder hervorhebungen von textbasiertem zeug aus dem internet von allen menschen in der ATmosphere — und sicher auch irgendwann eine filtermöglichlichkeit auf menschen denen man folgt.
mein sifa-profil zeigt ohne weiteres zutun von mir auch meine bei popfeed als gesehen markierten serien und filme an.
das tolle am AT-protokoll ist, dass sich dienste und menschen auf basis dieses protokolls — und seiner (beliebig) erweiterbaren, strukturierten lexika — verbinden können. eine gemeinsame, offene, gestalbare sprache ist die basis von gemeinschaft.
man muss meine (aktuelle) begeisterung für protokolle nicht teilen. ich interessiere mich zum beispiel sehr wenig für den CAN bus oder das OBD-II protokoll. aber ich weiss, dass man mit ihnen spannende sachen mit autos machen kann. vor allem weiss ich, dass standardtisierte, offene protokolle jede technologie soweit voranbringen können, dass sie für jedermann und jederfrau nutzen bringen. kaum jemand interessiert sich für TCP/IP, http oder SSL, aber mittlerweile nutzten sie fast alle und freuen sich darüber, ohne zu wissen worüber sie sich freuen.
für mich ist wirres.net die quelle der wahrheit. nicht in dem sinn, dass alles was hier geschrieben steht stimmt, sondern das alles was ich ins internet schreibe und poste seine heimat hier hat. ich veröffentliche hier und verteile anderswohin. in ausnahmen veröffentliche ich auch anderswo, aber dann hole ich es auch wieder hierher. dafür gibts die beiden indieweb-begriffe POSSE und PESOS, aber das ist egal, weil das grundprinzip wichtiger ist, als wie man es nennt. der entscheidende punkt ist, dass ich einerseits hier alles an einer stelle beisamen und persistiert haben möchte und andererseits aber auch die menschen dort erreichen möchte wo sie gerade sind.
meiner mutter schicke ich automatisiert jeden artikel per mail. technikartikel wie diesen ignoriert sie einfach, zu langen, pseudophilosophischen texten schreibt sie mir fast immer zurück.
ich weiss dass (relativ) wenig menschen lust haben wirres.net in ihrem browser aufrufen, es aber gerne im RSS-reader ihrer wahl lesen. deshalb stelle ich RSS-feeds zur verfügung und gebe mir grosse mühe dass sie gut funktionieren und keine (oder wenig) einschränkungen zum original haben.
selfies poste ich weiterhin in kopie auf instagram, weil die menschen auf instagram aus mir unbekannten gründen gerne selfies und blumen sehen.
fotos und links zu manchen längeren artikeln poste ich auf bluesky und mastondon, weil es dort menschen gibt, die gerne auf diese art daran erinnert werden, dass ich ins internet schreibe und fotos poste.
filme und rezensionen zu filmen kopiere ich gelegentlich auch auf letterboxed, weil es dort (vielleicht) leute gibt die sie auf wirres.net nicht gefunden hätten und sich (vielleicht) über meine rezension freuen.
ich mache wieder checkins mit swarm, weils geht und es für mich der einfachste weg ist fotos mit text auf wirres.net zu posten (mit ownyourswarm). gelegentlich favt auch jemand checkins von mir auf swarm.
die liste kann ich fast beliebig weiterführen, der entscheidende punkt ist, dass die gezielte verteilung meiner inhalte im internet einerseits anderen entgegegnkommt und andererseits für mich die beschäftigung mit interessantem technik-gedöns bedeutet.
artikel im volltext mit dem standard.site protokoll in die ATmosphere zu blasen ersetzt RSS nicht. aber es eröffnet neue potenziale der entdeckbarkeit, von empfehlungs- und interaktionsmöglichkeiten. wenn ich einem RSS feed folge weiss das niemand. wenn ich einer standard.site publikation folge, wie zum beispiel nicos couchblog, sieht man das hier oder auch hier.
wenn ich ein bookmark in meinen river werfe sieht das kaum jemand. man kann die bookmarks zwar per RSS abonnieren (oder alles, wirklich alle abonnieren), aber vielleicht ist es ja besser dieses bookmark auch in einer dezidierten bookmarkanwendung finden zu können. hier zum beispiel. oder hier. wenn man sich mit seinem bluesky-login dort angemeldet, kann man mein bookmark kommentieren, weiterverteilen, faven oder selbst sichern.
das verteilen meiner artikel oder bookmarks ist und war nicht kompliziert. ausser schreibzugriff auf mein (bluesky) PDS (per app-passwort) brauche ich nichts weiter. kirby schickt dann ziemlich leichtgewichtige json-blobs an den PDS und fertig. obwohl margin.at keine ausgewachsene API hat, kann ich dort bookmarks, anmerkungen oder markierungen einfach (per knopfdruck) aus meinen ohnehin vorhandenen bookmarks auf wirres.net senden. ich brauche keine margin.at-app, das AT-protokoll reicht. wobei eine margin-app (fürs handy) gibts eh nicht, wohl aber eine chrome extension. die brauche ich dank des protokolls nicht zum anlegen von bookmarks, aber sie ist trotdem toll, weil zitate die ich ins bookmark kopiere, dann mit der extension in chrome auch auf der seite markiert werden.
diese markierung wäre dann auch sichtbar für jemanden der bei margin.at angemeldet ist und die chrome extension installiert hat.
ich weiss, alles technische, komplizierte spielereien deren nutzen zweifelhaft oder zumindest nicht sonderlich weit verbreitet ist. null relevanz. aber so viel potenzial.
um nochmal das zitat von tim trautmann von oben zu wiederholen:
Whether atproto ends up being the thing, or a stepping stone to the thing, I don't know.
weiss niemand, ob das zu was führt oder jemals von normalen menschen adaptiert wird. aber interessant ohne ende isses schon — und es funktioniert.
die überschrift („ich will keine APPs, ich will APIs“) habe ich ein bisschen im text vernachlässigt. das hole ich jetzt nach.
mir ist das schon seit vielen jahren aufgefallen, dass viele hersteller von sachen glauben, dass ihre sachen eine app brauchen. in der praxis geht das oft völlig am bedarf vorbei. bei der heimautomatisierung setzt sich (j sei dank) langsam die erkenntnis durch, dass es keinen sinn macht wenn der kühlschrank, die spülmaschine, der airfryer, der staubsaugerroboter und die lichter jeweils eine eigene app haben. langsam setzt sich (dank matter) die erkenntnis durch, dass offnene protokolle der weg sind, mit denen technisch komplexe sachen irgendwann mal akzeptanz finden können.
mit protokollen kann ich mit den sachen entweder machen was ich will oder etablierte, stabile systeme eines herstellers meiner wahl nutzen. im fall von heimautomatisierung zum beispiel home assistant, homekit, google home oder dieses alexa-gedöns.
wedium hat den schuss offenbar nicht gehört. wedium, das ich seit der republica „testen“ darf, erscheint mir als das langweiligste, verschlossenste und nutzloseste „soziale Netzwerk“ der welt.
im web ist wedium nicht zugänglich, beiträge sind auch nicht ausserhalb der app teilbar. der share-button in der app kopiert lediglich eine url des beitragsbildes. ich kann auf ios noch nicht mal aus der photos-app ein bild per share-button zu wedium sharen. nicht eine schnittstelle habe ich in der beta-version der app gesehen.
aber das ist neben dem „sozialen“ der ganze witz an einer netzwerk app: dass man sie vernetzen kann, dass man mit APIs spielen kann, potenziale ausloten kann, dass man als nutzer die app besser machen kann, indem man mit auf dem netzwerk rumhackt. völlig unverständlich, dass man bei wedium glaubt nicht nur das rad netzwerk neu erfinden kann, sondern dass man es auch von null auf besser machen könne.
so überwältigt ich in den letzten paar tagen vom AT-protokoll war, davor ganz ähnlich vom fediverse und activityPub fasziniert war, so unterwältigt bin ich von wedium.
wenn wedium schon das marketing verkackt, wie soll das dann erst mit der eigentlichen maschine klappen? bei der konkurenz? also konkret den grossen (über-) mächtigen plattformen und den vielen kleinen, spannenden, lebhaften und dynamischen projekten, die auf offenen protokollen aufsetzen.
spannende zeiten, aber höchstwahrscheinlich nicht für wedium.
mit seinem ATmosphere login (zum beispiel dem von bluesky) kann man sich bei sehr vielen diensten anmelden. die daten dieser dienste werden teilweise bei diesen diensten gespeichert, aber hauptsächlich auf dem zum AT-login gehörenden PDS (personal data server). auf einem bluesky-PDS werden zum beispiel alle meine bluesky-beiträge gespeichert: pdsls.dev
weil ich mich zum testen in den letzten tagen bei sehr vielen dieser ATmosphere-diensten angemeldet habe, liste ich die hier mal auf, damit ich auch selbst den überblick behalte.
hier kann man (allen existierenden) standard.site beiträgen folgen, sie liken und teilen. wie ein RSS reader, ohne RSS. was ich sehr mag: rendert meine beiträge die ich auf dem PDS sichere sauber.
Reader für standard.site dokumente und RSS. rendert markdown nicht sauber, fühlt sich etwas sluggish und überladen an und ist derzeit nicht offen für anmeldungen. trotzdem vielversprechend.
reader der links aus bluesky-beiträgen und eigenen quellen zu einem feed aggregiert:
Sill finds the most popular links in your Bluesky and Mastodon feeds to give you a clear picture of what’s happening. It does this by watching your timelines for links that people post, and then aggregates them by the number of people who shared each link.
medienaktivitätstracker für filme (aber auch bücher, spilee, fernehen und musik). gerade erst angemeldet. wenn ich einen weg finde meinen medienkonsum den ich hier tracke dorthin zu aggregieren, mach ich da auch mit. wirkt auch etwas sluggish und buggy.
andrew von @theartofstirytelling erklärt nachvollziehbar warum manche geschichten von star trek zeitlose klassiker sind, die in der oberliga der erzählkunst mitspielen. und in einem 5 sekunden-schlenker zeigt er auch, warum das bei den aktuellen inkarnationen der serie oft nicht mehr funktioniert: die funktionieren oft deshalb nicht, weil sie die moralischen konflikte zu offensichtlich und zu eindeutig präsentieren. gute geschichten fordern ihr publikum heraus, indem sie nachvollziehbare gegensätze zeigen und die grenzen zwischen richtig und falsch ausloten.
gleich nachgekocht, auf ne art, und es war gut. vor allem gelernt: für so ein gericht ist es wirklich von vorteil alle zutaten in etwas gleich grosse stücke zu schneiden, die pfanne muss ordentlich heisse sein und alles ständig in bewegung bleiben. dann wird aus dem fried rice sogar ohne reis ein leckeres gericht.
abgesehen davon das federico viticci hier klüg über die neue siri nachdenkt (siehe zitat), hat er ein paar sehr tolle fotos an den artikel geklebt. insbesondere das bild von john ternus und tim cook sieht so ausgedacht aus, dass es fast zu promtig als wahr sein könnte. isses aber nicht.
The new Siri AI is, of course, reminiscent of a chatbot at a surface level. And yet unlike Claude, ChatGPT, or Gemini, the chatbot is not the product here: the chatbot is merely one of the shapes the new Siri AI can take. “It’s a feature, not a product”, Jobs would quip. The new Siri uses a collection of LLMs to deliver a personal assistant experience that, unlike others, can tap into the rich tapestry of device context and app data that other chatbots can’t aspire to. It can work with voice, it can work with text; it can be a glassy bubble in the Dynamic Island, and it can be an app. I saw Siri pull up messages from months prior and compare responses in tables generated on the spot. I saw Siri cross-reference an Apple note against an email and provide a useful response in about five seconds. It was Siri, but it also didn’t feel like Siri.
Be willing to say no in the face of abundance. Be afraid to say yes and proud to say no. Be as proud of what you didn’t do to the codebase, as what you did do to it.
Das Gedankenspiel, was eigentlich anders wäre, wenn Frauen an der Macht wären, führt Ladies First in eine Welt, in der Frauen sich komplett egoistisch verhalten und nur auf ihr eigenes Wohl bedacht sind. Sie übernehmen keine Verantwortung für Sorgearbeit, belegen selbstverständlich alle Führungspositionen, fördern sich nur gegenseitig. Männer betrachten sie als ungleichwertig, als Lustobjekte, die hübsch anzusehen, aber nicht ernstzunehmend sind.
Selbst als Spiegel des Patriarchats wäre das äußerst plump und vielleicht in den 1950ern als gelungene Satire durchgegangen.
der titel von HotD staffel 3 hat auf deutsch 6 silben („siegen oder sterben“), während er auf englisch 3 hat („win or die“). verspricht trotzdem langweilig zu werden:
wieder mal an der spree entlang und durch die gartensiedlungen am ruhwald. angenehm unwarm, meisten wolkig bedeckt, insgesamt standen am ende 9 kilometer gehen auf der uhr.
vor ungefähr 35 jahren wurde während eines strandurlaubs unser auto aufgebrochen und ein paar sachen daraus geklaut. soweit ich mich erinnere, war nichts wichtiges oder wertvolles dabei, wir hatten ja nichts damals. aber auch mein adressbuch verschwand an diesem tag und das war sehr schmerzhaft. seitdem führe ich meine adressbücher nur noch redundant, ich habe seitdem immer ein backup. in den späten achtziger jahren waren das wahrscheinlich noch photokopien, aber seitdem ich zugriff auf einen PC und drucker hatte, führte ich meine kontakte mit computerhilfe. mein mobiles adressbuch bestand viele jahre aus gefalteten, klein bedruckten DIN-A4-blättern. meine adressen erfasste ich dann, glaube ich, mitte der neunziger jahre für den palm-pilot erstmals strukturiert. seitdem leben meine adressen in irgendeinem computer und sind immer irgendwo gesichert.
ich hole so weit nach anno dazumal aus, um zu begründen, warum die ersten smartphones mich von anfang an begeisterten und ich sie tatsächlich smart fand. weil vorher war das mit adressen und terminen einfach mist. man sollte die filo- oder papierfaxen zu denen wir damals gezwungen waren nicht verherrlichen. selbst das primitivste smartphone damals (bei mir unter anderem der palm pre) war um längen praktischer und smarter als der vorherige papierkram.
mein smartphone weiss einiges über mich: alle meine adressen, meine termine, meinen aufenthaltsort, mit wem ich telefoniere und schreibe. natürlich weiss mein telefon das alles nicht, sondern es speichert diese daten erstmal nur. der prozess, diese informationen zu echtem wissen umzuwandeln, steckt noch ziemlich am anfang.
mir fiel damals auf, dass diese zentrale aggregation von daten (oder digitale sammelwut) eigentlich auch nichts neues war. leute, die es sich leisten konnten, hatten schon immer assistenten oder diener, die das für sie erledigten.
ein guter butler (oder assistent) sollte meine kontakte, korrespondenz-metadaten und termine kennen, jederzeit meinen aufenthaltsort so genau wie möglich bestimmen können und so viel wie möglich über meine vorlieben und abneigungen wissen. diese daten sollte sich ein butler auch gut merken können, damit ihm das alles nicht jeden morgen neu erklärt werden muss.
mittlerweile sind smartphones und unsere anderen digitalen helfer sehr viel weiter als vor 13 jahren. wir erfassen und speichern noch mehr unserer daten auf ihnen, es fallen unmengen an metadaten an und die möglichkeiten, diese daten mit software zu verknüpfen, wurden im laufe der jahre immer besser. und jetzt stehen alle in den startlöchern und wollen diesen datenschatz mit künstlicher intelligenz aufbereiten, verknüpfen und auswerten. vorgeblich zu unserem nutzen und vorteil.
damals wie heute stellt sich vor allem die frage der loyalität: ist mein smartphone loyal? von butlern erwarten wir nicht nur loyalität, sondern auch diskretion. im prinzip erwarten wir das auch von unseren digitalen assistenten. in den jugendjahren unserer smartphones wurde dieses vertrauen gelegentlich gebrochen, wenn man irgendwann erfuhr, dass bei der anmeldung bei einem online-dienst auch gleich unser adressbuch auf die server dieses online-dienstes übertragen wurde.
mittlerweile haben die smartphone-hersteller an der loyalität ihrer produkte und den möglichkeiten der loyalitätskontrolle gearbeitet. moderne smartphones weisen darauf hin, wenn fremde zugriff auf persönliche daten erlangen wollen, und fragen bei uns nach. teilweise so oft, dass wir uns schon wieder assistenten wünschen, die diese anfragen automatisch und in unserem sinn beantworten würden. aber grundsätzlich haben die meisten menschen mittlerweile ein mittelgut begründetes vertrauen in die loyalität ihrer elektronischen helfer. bis auf die tatsache, um im bild zu bleiben, dass diese helfer oder butler alle amerikaner sind und deshalb etwas unberechenbar sind. aber das ist ein anderes problem als das, über das ich eigentlich schreiben wollte.
das problem ist künstliche intelligenz (KI). viele menschen (ich auch) erhoffen sich praktische vorteile davon, wenn sie KI-systemen zugriff auf all ihre daten geben. viele stöpseln sich mit openclaw oder anderen programmierknechten systeme zusammen, die zugriff auf all ihre daten bekommen und auch noch in ihrem namen handeln können. bildlich gesprochen ist die technologische lage momentan so, als ob sich die strassen plötzlich überall mit kobolden füllen, die uns versprechen, alle möglichen aufgaben für uns zu erledigen, kostenlos günstig und schnell. damit sie gut für uns arbeiten können, öffnen wir nicht nur unser haus und unsere wohnungstüren, sondern entfernen oft gleich alle schlösser und türen komplett, damit die kobolde ungestört arbeiten können.
das ist das gute recht aller erwachsenen menschen, so zu handeln, und wir werden alle sehr viel aus den erfahrungen mit den kobolden lernen, was passiert wenn sie autonom agieren oder wenn sie laienhaft mit scripten wie openclaw instruiert werden.
apple hat anfang der woche seine vorstellungen formuliert, wie die zusammenarbeit mit diesen kobolden aussehen soll. apple sucht die kobolde für uns aus und will sie rigoros auf unseren apple-telefonen einsperren. den schlüssel zu den kobolden will apple auf dem iphone nicht aus der hand geben. auf dem mac dürfen wir nach wie vor machen, was wir wollen, und beliebig kobolde einlassen. auf das iphone dürfen nur apple-approved kobolde in den daten wühlen.
die gesetzgeber in der europäischen union finden das nicht gut und meinen, dass auch andere kobolde im iphone in daten wühlen dürfen sollten. apple sagt, das ginge gar nicht, weil man nur die eigenen, ausgewählten amerikanischen kobolde kontrollieren könne. apple sagt (mit ganz anderen worten), dass man die kobolde derzeit einfach einmauert, um türen, fenster, einlass- und ausgangskontrollen, überwachung und kobold-auswahlkriterien zu konzipieren und zu bauen, brauche man noch mindestens 18 monate.
deshalb gibts jetzt wohl in der EU mindestens zwei jahre lang keine kobolde auf iphones.
ich hätte gerne mit den apple-kobolden auf meinem iphone rumgespielt. aber noch lieber hätte ich ein iphone, auf dem ich wie auf meinem mac das machen kann, was ich will. ein system, auf dem ich, wenn ich mal kobolde einlade, genau beobachten kann, was die kobolde machen, und sie jederzeit wieder rausschmeissen kann oder ihnen feingranular bestimmte rechte geben kann, wenn es mir mal experimentierfreudig zumute ist. aber apple will das momentan nicht auf iphones und ipads machen und wehrt sich mit händen und füssen und viel schlüpfriger resilienz gegen gesetze, die das eigentlich so vorsehen.
ich schreibe gerne am publikum vorbei. also nicht absichtlich, sondern weil ich mich selten frage, was könnte lesende interessieren und lieber genau das schreibe was mich gerade fasziniert, interessiert oder beschäftigt. ich teile gerne und hoffe damit im besten fall andere anzuregen oder dass sie neue perspektiven finden. gelegentlich andere auf neue ideen zu bringen oder ein kleines stück zu bewegen, zähle ich als erfolgserlebnis. das ist nicht messbar, aber gelegentlich bekomme ich es doch mit und freue mich.
es betrübt mich aber andererseits auch nicht, wenn sich ausser mir niemand für das grossartige standard.site-format interessiert oder wie ich kurzurls oder weiterleitungen baue. da überwiegt viel mehr die selbstbefriedigung durch neufeatureritis und neugierbefriedigung.
gelegentlich scheint es aber doch überschneidungen zwischen den interessen des publikums und mir zu geben, sagen mir zumindest meine besucherzahlen. dieses rezept hat in den letzten 6 monaten über 3000 lesende gezählt. wer nach spitzkohl und airfryer googelt, findet es ganz oben im suchergebnis. wenn man davon ausgeht, dass google einigermassen weiss wonach menschen suchen, dann sieht es so aus als ob sich menschen (laut google) ausschliesslich für rezepte von mir interessieren. ich habe ungefähr 40 rezepte und fast alle tauchen mit bestimmten wortkombinationen ganz weit vorne bei google auf.
gurkensticks
gurkensalat mälzer
spitzkohl airfryer
melonensalat ottolenghi
sticky toffee fallow
rotkohl fallow
schwarzbrot sonnenblumenkerne
schwarzbrot plötzblog
röstzwiebel spaghetti
schneller brokkoli dominique woolf
schneller brokkoli oliver
bulgur pilaw ottolenghi
bulgur pilaw
rosenkohl-risotto nach ottolenghi
rosenkohl-risotto ottolenghi
gerade gestern habe ich wieder irgendwo gelesen, dass die grässlichen langen texte die man bei fast allen internet-rezepten findet, eine suchmaschinenoptimierung sind. glaub ich nicht, aber was google offenbar sehr liebt, sind rezepte die mit json-ld und schema.org angereichert sind.
auch wenn das publikum und google mich nach mehr rezepten fragt: mach ich nicht. ich schreib weiter über langweiligen technik kram und die obskuren dinge, für die ich mich gerade zufällig interessiere, logge meinen medienkonsum, den niemand wissen will und produziere hintergrundrauschen, das niemand sieht.
Since 2023-05-01, removing the staging.bsky.app/profile part of Bluesky URLs to his posts will redirect to the canonical post on aaronparecki.com. For example
ich „syndiziere“ (mit dem indieconnector) nicht alle, aber viele meiner beiträge von wirres.net zu mastodon und bluesky. zum beispiel ist der beitrag „currywurst“ auch auf bkluesky.
leider sind die jeweiligen IDs 3mn3kzvtns72d (bluesky) oder 01KSWYPT075VEG8SEYF91ABR7X (mastodon/GTS) nicht viel kürzer als die artikel ID die kirby angelegt hat: mqmwcyaybdffzdty.
aber so richtig kurz waren die nicht gerade, deshalb bin ich zu meinen alten kurz-url-muster zurückgekehrt: mein vorheriges CMS ezpublish hat die artikel-id einfach hochgezählt. bei alten artikeln habe ich das beibehalten und das funktioniert wie eh und je, auch das alte articleview-url-muster:
ich mag keine lamentos und deshalb werde ich mich auch nicht, zum beispiel, dem lamento, dass niemand mehr liest anschliessen. aber mir ist aufgefallen, dass wir uns sehr wenig wundern.
zunächst kann man sich ja schon allein über die schönheit des wortes „wundern“ freuen. wenn man ein wunder erlebt oder empfindet, wundert man sich. dann ist es wahrscheinlich auch so, dass der mangel am wundern bestimmt auch nichts neues ist. uns erscheint ja nach einer gewissen zeit der gewöhnung alles um uns herum als normal. anders kann man wahrscheinlich auch nicht bei sinnen bleiben und deshalb nennt man diese gewöhnung ja auch sozialisation. ohne sozialisation, also gewöhnung an den alltag, an die umwelt, wären wir wahrscheinlich permanent überfordert.
aber genau genommen, mangelt es nicht an dingen über die es sich zu wundern lohnt. mir fiel das heute früh beim morgenspaziergang auf, als ich (unter anderem) auch mal kurz an meine letzte darmspiegelung denken musste. der wohnte ich bei vollem bewusstsein bei und verfolgte sie verwundert auf dem fernseher. heute früh dachte ich, dass wir ja mittlerweile erstaunlich viel davon verstehen wie menschliche körper funktionieren, aber gleichzeitig auch nicht.
was für ein wunder, dass sich aus zellen, einer eizelle und einem spermium, kohlenhydraten, wasser, luft und viel liebe so ein komplexes geflecht aus zellen bildet, dass mit ein bisschen wartung achtzig, neunzig jahre lang funktionsfähig bleibt? wir haben das über tausende jahre beobachtet und angefangen zu verstehen, aber verwunderlich ist das weiterhin.
irgendwo habe ich aufgeschnappt, dass wissenschaft eine viel bessere methode ist als religion um an wunder zu glauben. jede wissenschaftliche frage die wir klären, wirft immer neue fragen und wunderlichkeiten auf. es ist soviel spannender sich in gedanken über schwarze löcher und das ende der zeit in der singularität zu verlieren, als sich gedanken über die jungfräulichkeit von maria oder die vermeintliche auferstehung eines leichnams vor 2020 jahren zu wundern.
als wir frida vor 6 jahren bei der züchterin abgeholt haben, hat sie sich auch über alles gewundert, aber ständiger körperkontakt, eine unersättliche jugendliche neugier und viel schlaf haben ihr geholfen diese druckbetankung mit eindrücken zu verarbeiten. so dürfte das bei uns alle in den ersten lebensjahren auch gewesen sein, aber es ist gut, wenn man da nochmal dran erinnert wird.
ich vergesse das wundern auch immer wieder. was mich gelegentlich triggert und in einen zustand des staunens versetzt, sind technische details die ich entdecke und mich unnötig stark beschäftigen. wie jetzt zum beispiel in den letzten tagen, dass ich mit ein bisschen json einfach ganze artikel, inklusive bilder und metadaten in die welt blasen kann, die auch lesbar bleiben, wenn ich mein blog kaputt-optimiere oder irgendwann nicht mehr bezahlen kann.
aber wie gesagt, das soll kein lamento sein, sondern nur eine erinnerung daran, wie aufregend es sein kann, sich gelegetlich über vermeintliche selbstverständlichkeiten zu wundern.
der von volker verlinkte artikel von tyler jagt hat den titel: „My Students Can’t Read“ und geht darum, dass jede generation von lehrkräften darüber klagen würde, das ihre studierenden nicht lesen könnten. tyler jagt meint das sei immer übertrieben gewesen, aber jetzt könne man das auch mit daten belegen.
was ich witzig fand: über dem artikel ist ein player eingebettet, der dafür sorgen soll, dass man den artikel nicht lesen muss, sondern ihn sich vorlesen lassen kann.
das ist schon sehr, sehr witzig.
der player lädt über archive.li nicht, aber wenn man auf die originalseite des artikels auf chronicle.com geht, kann man den artikel weder lesen, noch anhören, sondern muss sich erstmal anmelden. nach der anmeldung konnte ich den artikel immer noch nicht lesen, weil chronicle.com wollte, dass ich mein pi.hole deaktivier.
das ist ein untrügliches zeichen für einen weiteren grund, dass angeblich niemand mehr liest: weil einem das lesen zunehmend schwer gemacht wird.
es sind nicht nur die telefone, algorithmischen feeds oder LLMs, sondern auch die unfähigkeit und der unwille texte überhaupt ablenklungsfrei zum lesen anzubieten.
ich muss beim lamentieren darüber, dass niemand mehr lesen kann, auch immer an neil postman denken. der hat das ende der lesekultur schon alles vor 40 jahren postuliert (SNCNR). ein paar hundert jahre vorher wurde das lesen noch als schädlich eingestuft, zumindest dann, wenn alte weisse männer den lesetext nicht für hochwertig genug hielten. jetzt wirds lesen und denken zum „luxusgut“:
In July 2025, the journalist Mary Harrington argued in The New York Times that “thinking is becoming a luxury good.”
die bild zeitung ist jetzt über 70 jahre alt. zumindest in den 60er und 70er jahren hatte die bild ein vielfaches, teils ein fünf bis 20 faches der auflage von zeitungen und zeitschriften mit etwas längeren texten und normal grossen buchstaben. ich glaube zu behaupten, dass lesen auf eine gewisse art immer schon ein luxusgut war ist nicht übertrieben.
dazu kommt, dass lesen meiner meinung nach sowohl überschätzt, als auch interschätzt wird. mit der fähigkeit zu lesen konnte man sich immer schon grosse vorteile verschaffen. oder gute unterhaltung. mittlerweile (eigentlich aber auch schon immer) kann man auch ohne zu lesen vorteile und wissen und unterhaltung sowieso verschaffen.
ich habe dem lesen viel zu verdanken, aber gelernt habe ich neben dem lesen schon immer auch visuell, verbal oder haptisch. die fähigkeit zu denken oder sich auszukennen allein an lesebefähig festzumachen ist auf jeden fall etwas kurz gegriffen. das mag in akademischen oder wissenschaftlichen bereichen anders sein und was tyler jagt und diverse studien beobachten wird im jeweiligen kontext sicher alles stimmen, aber vor generalisierungen sollte man sich immer hüten (pun intented).
ich will nicht übertreiben, aber wenn ich potenzial sehe, sehe ich potenzial. die beschäftigung mit dem #standard.site-gedöns hat jetzt dazu geführt, dass ich artikel hier oder hier sehen oder hier finden kann. also quasi überall wo man das AT-protokoll und standard.site-schemata spricht.
das protokoll, aber auch die implementierung von beispielsweise der standard-reader.app hat alles was der google reader damals™ konnte: feeds folgen, menschen folgen und abonnieren, weiter-empfehlen und teilen. derzeit ist die anmeldung relativ exklusiv über bluesky, aber das protokoll dahinter ist offen und es sollte entsprechend auch irgendwann alternativen oder erweiterungen geben. und natürlich ist auch das standards.site-format noch nicht besonders verbreitet, aber matthias pfefferle und automatic arbeiten daran, dass alle wordpressblogs das können wenn sie wollten.
und es ist schön zu sehen, wie sich dinge manchmal fügen. vor dem wochenende habe ich mir eine markdown-ausgabe für beiträge gebaut, jetzt nutze ich markdown um (neue) beiträge im markdown-volltext in die ATmosphere zu blasen.
das ist ein veritables rabbit hole in das ich mit dem standard.site-gedöne gestern gefallen bin.
ich habe gelernt, dass es neben dem fediverse auch eine ATmosphere gibt, hinter dem fediverse steckt das activity-pub protokoll und hinter der ATmosphere steckt das AT-protokoll. und nachdem ich mich gestern durch die spezifikationen und umsetzungsoptionen gewühlt habe, zeigt sich, dass die ATmosphere bereits gut mit inhalten aus wordpress-blogs gefüllt ist, weil der umtriebige matthias pfefferle nicht nur das activity-pub protokoll in form eines wordpress-plugins einem breiten blog-publikum zugänglich gemacht hat, sondern auch einen plugin namens wordpress-atmosphere baut. wer das nutzt und konfiguriert hat landet in der ATmosphere firehose.
ich habe mich mal imn der standard-reader.app angemeldet und ein paar abos gesetzt. dort findet man alle blogs die ihre beiträge im standard.site-format im AT-protokoll veröffentlichen oder anteasern.
ich bin ein viel zu grosser fan von RSS um RSS in naher zukunft abzuschreiben, aber dieses neue format auf basis des AT-protokolls ist schon „RSS done right“, wie ich gestern irgendwo gelesen habe. neue beiträge müssen nicht abgerufen werden, sondern werden gepusht, die nutzung mit einem client hat das potenzial kindereinfach zu sein und die inhalte in die ATmosphere zu blasen ist dank matthias pfefferle (für wordpress-nutzende) auch kinderleicht. ich hab weiter RSS, aber jetzt auch was im AT-protokoll. nächster schritt: auch mit volltext. dann steige ich aber für ein paar wochen aus dem rabbit hole aus und schau mir die entwicklung dann später nochmal an.
das ist ein sehr dankbarer und einfacher salat aus ottolenghis nopi. man kann einfach alle zutaten zusamenschmeissen und verrühren oder die melone auf einem teller oder einer schale drappieren und mit dem dressing dressen und dem feta bestreuen. genauso kann man beliebige zutaten weglassen. mehr geht auch immer, ich glaube wir nehmen immer mindestens 250 g feta.
schmeckt immer.
wir haben heute den basilikum weggelassen und statt einer chili, sambal olek genommen. kräuter hatten wir heute nur minze, getrockneten thymian und rosmarin. auf die eingelegten zitronen aus dem arabischen supermarkt (oder mit etwas vorlauf selbstgemacht), möchten wir allerdings ungern verzichten.
zutaten
1 kleine wassermelone
50 ml olivenöl
1 mittelgroße rote chilischote (in dünne ringe geschnitten) oder 1 el sambal olek
1 kleine knoblauchzehe (oder mehr)
3 thymianzweige (oder getrockneter thymian)
1 rosmarinzweig (oder getrocknet)
25 g eingelegte zitronen
25 schwarze Kalamaza-Oliven (100g)
grobes meersalz und schwarzer pfeffer
100 g feta
10 g basilikumblätter
10 g minzblätter
zubereitung
wassermelone schälen und in würfel schneiden und in schalen oder teller verteilen.
aus den restlichen zutaten, ausser dem feta, ein dressing rühren. knoblauch quetschen, eingelegte zitronen in feine streifen doer würfelchen schneiden, oliven auch kleinschneiden, frische kräuter sehr fein schneiden, getrocknete kräuter ein bisschen verreiben.
dressing auf den melonenstücken verteilen, feta darüber krümeln oder vorher in würfel schneiden und dann über der melone verteilen.
hier und hier hatte ich den salat schonmal gepostet. aber ehrlichgesagt tun die alten fotos dem salat etwas unrecht.
bei maurice habe ich vor ein paar stunden diesen artikel gelesen: IndieConnector und standard.site. standard.site? nie gehört, also hab ich angefangen mich einzulesen und LLMs meines vertrauens um erklärungshilfe gebeten.
bevor ich die frage was das eigentlich genau ist beantwortet, bzw. verstanden hatte, fragte ich chatGPT wie ich das nutzen könnte. ich verstehe technisches gedöns am besten während des machens. also habe ich mich an der doku entlanggehangelt und erstmal in einem „PDS“ einen site.standard.publication eintrag (record) angelegt.
PDS ist ein personal data server, also ein server auf dem meine daten für das AT-protokoll liegen. in meinem fall ist der bluesky-server der einzige AT-protokoll server den ich derzeit nutze. da ich mit der web-app von bluesky nicht auf die site.standard oder irgendwelceh anderen einträge schreibend zugreifen kann, nutze ich pdsls.dev. dort kann ich mich mit meinen bluesky-konto authentifizieren und dann einträge anlegen und editieren.
später habe ich dann gesehen, dass mat marquis den prozess hier genau erklärt hat: Implementing Standard.Site
aber ich habe mich da mit LLM-hilfe erstmal selbst durchgehangelt. so sehen meine einträge bei pdsls.dev aus.
pdsls.dev eintragslste
unterwegs habe ich dann langsam verstanden was das ganze soll.
site.standards.publication verknüpft wirres.net mit meiner bluesky identität (@wirres.net)
ich kann blogeinträge im AT-protokoll registrieren und damit mit meiner bluesky identität verknüpfen
hört sich erstamal unspektakulär an und ist es auch. der direkt sichtbare nutzen ist eine extra zeile bei der link-vorschau.
link-vorschau mit extra icon und „wirres.net von @wirres.net“ zusatz
im prinzip kann ich meine blogbeiträge jetzt ins AT-protokoll auf den bluesky-server kopieren. praktisch übermittle ich momentan nur ein paar metadaten von neuen artikeln, aber mit dem veröffentlichen eines neuen artikels kann ich genauso gut den volltext mitschicken. ob und wer das dann konsumiert ist eine andere frage, aber die artikel sind dann, wie RSS, mit den entsprechenden clients konsumierbar.
warum das relevant ist, oder warum mich das interessiert, erklärt steve dylan:
Thankfully, atproto is paving a different path. Instead of using the old platforms owned by the 1%, people are building solutions that are owned by everyone. One community built solution is Standard.site, a set of JSON schemas known as lexicons that finally give hope to solving the content distribution problem. When a blog, or any app for that matter, uses the Standard.site lexicons, the published content can be indexed by just about anyone. That index can be used to build so many mechanisms for distribution, and none of it is controlled by one individual or organization. You can control how you explore and consume that content.
ich bin ja der überzeugung dass jeder meine inhalte so lesen soll wie er oder sie es will — und vor allem wo er oder sie das will. um meine beiträge zu lesen muss niemand im browser auf wirres.net vorbeikommen. rss reicht. als man bei facebook (vor vielen jahren) instant articles veröffentlichen konnte, hab ich das gemacht und man konnte wirres.net in der facebook-app oder website lesen. würde es einfacher gehen oder würde noch irgendwer medium.com nutzen, würde ich alle meine artikel dorthin syndizieren — aber da ist ja, soweit ich sehe, neimand mehr. die quelle ist immer hier auf wirres.net, korrekturen, edits oder ergönzungen werden automatisch per RSS weitergegeben und so verspricht auch das standard.site-protokoll zu funktionieren. finde ich also gut und spiele da ab jetzt mit rum.
mal schauen wo das hinführt, auf jeden fall sind solche technologien für das offene web gut und spannend.
nachtrag 08.06.2026:
wenn ich meine blogposts ins AT-protokoll kopiere, was ich bis jetzt nur mit den metadaten mache, sind sie öffentlich zugänglich und mit entsprechenden clients auffindbar. das hab ich oben ja schon geschrieben. und so sieht das dann für die beiden beiträge, mit denen ich das bisher gemacht habe, aus, hier auf pckt.blog, docs.surf und standard-search
standard-reader.app ist wie ein RSS-reader für publikationen die per standard.site veröffentlichen. man meldet sich mit seinem bluesky-konto an (bzw. dem AT-protokoll handle) und kann dann einzelnen publikationen folgen oder suchen.
frida ist nach ihrer läufigkeit extrem entspannt, hat mich bis fast 8 uhr schlafen lassen, danach geduldig eine stunde gewartet während ich zwei kaffee trank und dann nochmal 30 minuten im auto gesessen vor der ersten blasenentleerung.
weil das auto leer war, sind wir ausnahmsweise und seit monaten erstmals wieder mit dem auto spazieren gefahren, zum laden zum lidl an der rummelsburger bucht und dort die halbinsel umrundet. fridas entspanntheit setze sich den ganzen spaziergang fort. weil sie nach ihrer läufigkeit für rüden noch interessant riecht, sie aber kein interesse mehr an rüden hat, erklärte sie das auch allen interessierten rüden — geduldig und angemessen, auch mehrfach. den ganzen vormittag über freute ich mich darüber, was für einen tollen hund wir haben. auf dem weg zur bucht rief mich meine mutter an und liess mich wissen, dass sie die ganze nacht nicht schlafen konnte, weil sie sich so darüber freute, was für eine tolle 16-jährige enkelin sie hat. vorher hatte ihr die enkelin geschrieben, dass sie sich sehr darüber freue, was für eine tolle oma sie habe. man könnte meinen es sei wonnerstag, dabei ist es nur sonntag.
in der spree, bzw. um die insel der jugend schwanmmen heute hunderte menschen. zuhause recherchiert: berlin triatlon
ich habe mich sehr gefreut spazieren gehen zu können und nicht schwimmen oder rennen zu müssen …
an der renate wird eine typisch berliner sitation beschrieben.
DEAR FUTURE NEIGHBORS. PLEASE KEEP IN MIND: THIS CORNER HAS BEEN DEDICATED TO CULTURE, MUSIC AND ARTS FOR MANY YEARS. THE SOUND BELONGS TO THIS AREA AND SHOULD BE TAKEN INTO ACCOUNT BEFORE BUYING OR RENTING SPACES HERE.
menschen ziehen in eine gegend weil sie irgendwie hip und in ist und merken dann, dass es ihnen zu laut ist und wünschen sich dann, dass es dort dann mit ihrer ankunft weniger hip und in wird.
ich kann mich an ein berlin erinnern, das voller verlassener orte war, die sich dann irgendwelche leute zu eigen gemacht haben und dort sachen veranstaltet haben. so war es auch in stuttgart. der kleine schlossplatz war ein trauriger, verlasseneer ort der nach urin roch und von menschen nach möglichkeit gemieden wurde. bis pauls boutique und später das switzerland dort öffneten. damit war der kleine schlossplatz plötzlich tag und nacht ein angesagter und gut besuchter ort der ein bisschen nach urin roch.
die verlassenen und reclaimten orte in berlin sind alle aus meinem blickfeld verschwunden, mit ein paar ausnahmen die sich institutionalisiert haben. aber ich bin sicher, dass es diese orte weiterhin noch gibt und dass sie, so wie es sein muss, immer weiterziehen.
apropos ruhe: auf eine art bin ich übrigens froh, dass bei uns vor der tür die benzin-assis ihre motoren in der (theoretischen) fahrradstrasse aufheulen lassen um (sehr) laute fehlzündungen zu provozieren. den ganzen tag über, aber am liebsten nach mitternacht. solange diese assis hier noch wohnen und fahren, stemmt der wedding sich noch gegen die gentrifizierung. und das ist irgendwie auch gut so.
der wolkenberg neben dem treptower park tower erinnerte mich eben an den mount rainier in washington state, den man in tacoma und in seattle vonfast überall aus sehen kann.
ich habe ein paar kleinigkeiten am layout und an den funktionen von wirres.net angepasst. ich fand den fuss meiner artikelseiten zwar immer ganz ok und er orientierte sich auch an meinen vorherigen designs, aber links und buttons waren insbesodnere auf dem handy immer sehr fuselig zu treffen. deshalb hab ich dort alles erstmal etwas entzerrt.
artikel-fuss vorher und nachher
im fuss sind ausserdem zwei buttons dazugekommenm; einer zum kopieren der artikel-url (die man sich auch aus der adressleiste oder dem datumslink holen kann) und einmal ein „.md kopieren“ button. wenn man den klickt, bekommt man den quelltext der seite im markdown format. ich habe gelesen LLMs mögen das und von mir aus können sie gerne meine artikel in markdown, statt html lesen. aber ich glaube der button kann auch für menschen nützlich sein. wenn ich andere zitiere ist copy und paste des text kein problem. wenn der zitierte text aber links enthält, muss ich die immer händisch räuberkopieren. mit einem wysiwyg-editor ist das kein problem, aber ich mag kein wysiwyg. ich mag und schreibe in markdown. naja, jedenfalls kann man sich das mit dem button in die zwischenablage kopieren oder auch einfach an die artikel-adresse ein „.md“ hängen:
das geht für fast alle artikel und meistens klappt ganz gut. theoretisch kann ich mir jetzt ein kleines script schrieben (lassen), dass alle beliebten artikel als .md-dateien in ein verzeichnis kopiert und daraus eine pdf oder ein epub erzeugen. oder die bots, die hier ohnehin immer vorbeikommen, freuen sich.
ausserdem habe ich einen „kommentieren“ button hinzugefügt, der auf die kommenatr-sektion in der beilage verlinkt. auch das eingabe-formular habe ich etwas entzerrt, weil es mobil eine zumutung war. ausserdem sind die system-texte die das kommenatrmodul (danke maurice) versendet jetzt deutsch.
die „kurzurl“ ist nicht sonderlich kurz, aber eindeutig und in kirby schon bei jedem artikel dabei: es ist die artikel-ID. funktioniert, aber ich bin unsicher ob ich das jemals nutzen werde.
die „ask chatgpt“ und „ask claude“ buttons habe ich von hacks/hacker (via). wenn man die klickt und in einem der beiden chatbots eingeloggt ist, kann man sich das selbst-lesen meiner artikel sparen und chatGPT oder claude lesen lassen. ich weiss auch nicht ob das praktisch ist, aber auch das funktioniert und das allein reicht mir erstmal. kost ja nix.
obwohl, kostet schon was. zeit und auch geld. meine hosting-kosten sind im letzten monat von 0 auf ca. 40 euro hochgegangen. obwohl ich auch noch den android auf uberspace wo wirres.net früher lief nicht gelöscht habe und der auich nochwas kostet. mein programmierhelfer und debugger cursor kostet auch so um die 30 euro pro monat. werbung will ich hier nicht mehr machen und leser nach geld fragen auch nicht. obwohl das theoretisch und praktisch bereits möglich ist. aber wenn ich mir ansehe wie wenig unterstützung ein tolles projekt wie rivva bei steady bekommt, glaube ich nicht das ein projekt wie dieses hier irgendwen zur geldbörse greifen lassen würde.
ach ja. einige bereiche die hier in der vergangenheit etwas zäh liefen, sind jetzt durch strategisches caching merklich flotter geworden, insbesondere meine bilder-übersicht, oder die baum-bilder.
kirby und alle plugins sind jetzt auch auf dem neuesten stand. das updaten finde ich immer etwas nervenaufreibend, aber wie (bisher) immer, hat das reibungslos und unfallfrei geklappt. kirby ist toll ♥️
ich bin ein grosser fan vom invertieren, es macht manchmal dinge sichtbar, die vorher schwer zu erkennen waren. „Ladies First“ auf netflix macht genau das, aus männlichem chauvinismus und arschlochigkeit werden weiblicher chauvinismus und arschlochigkeit. das macht einige dinge sichtbar und ist gut für ein paar lacher und kreative details. alexandra zykunov findet das nachvollziehbar gut:
Dabei passieren diese Szenen so beiläufig, die Dialoge werden so alltäglich in die Geschichte eingewoben, dass man als Zuschauerin aus dem heftigen Nicken nicht mehr herauskommt. Weil das alles für Millionen von Frauen total alltäglich ist. Was den Film allein schon aufgrund dieser Detailverliebtheit zu einem Meisterinnenwerk macht.
mein gedanke, als ich nach 40 oder 50 minuten auf die stop taste drückte, war: ist mir ein bisschen zu platt um das zuende zu schauen. aber offensichtlich ist plattheit und unsubtilität manchmal das mittel der wahl und erfüllt seinen zweck.
ich hätte mir einen etwas anderen film gewünscht, einer der gedankenspiele durchspielt, wie es besser geht oder einer der zeigt, dass frauen es besser machen würden und dominanz anders als mit arschlochigkeit ausüben. der barbiefilm 2023 hat nach meiner wahrnehmung seine fühler in diese richtung ausgestreckt.
ich finde es besser mit gutem oder besserem beispiel voranzugehen, als das schlechte zur kenntlichmachung zu imitieren. übertragen, aber nicht begrenzt auf beispielsweise hundeerziehung wäre das: statt zurückzubellen entspannt und pragmatisch zu bleiben, einfühlen statt dominieren, souveränität statt chauvinismus, sog statt druck.
andrew von @theartofstirytelling erklärt nachvollziehbar warum manche geschichten von star trek zeitlose klassiker sind, die in der oberliga der erzählkunst mitspielen. und in einem 5 sekunden-schlenker zeigt er auch, warum das bei den aktuellen inkarnationen der serie oft nicht mehr funktioniert: die funktionieren oft deshalb nicht, weil sie die moralischen konflikte zu offensichtlich und zu eindeutig präsentieren. gute geschichten fordern ihr publikum heraus, indem sie nachvollziehbare gegensätze zeigen und die grenzen zwischen richtig und falsch ausloten.