ich finde es ganz schlimm, wenn leute äusserungen mit der floskel: „unpopuläre meinung“ und einem doppelpunkt eröffnen. ich finde es schon schlimm, wenn leute ihre meinung überhaupt mit „meine meinung“ labeln, als prefix, suffix oder als „meine 2 cent“. einerseits sind meinungen ja auch ohne expliziten hinweis gut als solche erkennbar, andererseits habe ich immer den verdacht, dass diese floskeln eigentlich nur ankündigen sollen, dass kritik oder widerspruch an einem abperlen werden und man die eigene position nicht begründen möchte.
jedenfalls scheine ich nun selbst eine unpopuläre meinung zu haben, zumindest nach all dem, was ich in den letzten monaten alle über apples neues liquid glass design gelesen und gehört habe. ich habe lange gewartet auf tahö tahoe zu aktualisieren, weil ich so viel schlimmes darüber gehört habe. wie schrecklich das transparenz-gedöns sei, die icons überall in den menües, die zu stark abgerundeten ecken, verwurschtelte icons. aber komischerweise fühle ich mich nach ein, zwei wochen gewöhnung ganz wohl im flüssigen glas, sowohl auf dem mac, als auch auf dem telefon.
so, da haben wirs: jetzt hab ich ein gefühl das ich habe geäussert, ohne es weiter begründen zu wollen. fertig ist meine unpopuläre meinung, die eigentlich nur so ein gefühl ist.
vor ein paar wochen habe ich einen newsletter gebaut, der nichts anderes macht als inhalte meines rss-feeds morgens um 6 uhr zu versenden. die idee war, dass e-mail zugänglicher ist als rss und so zum beispiel meine mutter sich den newsletter abonnieren könnte. den artikel las sie dann auch, aboonnierte sich den newsletter und kämpfte sich sogar durch den double opt-in. sie war und blieb die einzige abonnentin.
am 20. februar hörte der newsletter auf zu senden. heute habe ich das bemerkt. der grund:
Unser automatisiertes System zur Missbrauchsprävention Omnivore, hat deinen Account mit dem Benutzernamen wirres.net (Benutzer-ID:248██████) überprüft. Es hat Inhalte oder Aktionen festgestellt, die im Widerspruch zu Abschnitt 18 unserer Standard-Nutzungsbedingungen und unserer Richtlinie zur zulässigen Nutzung (mailchimp.com/legal/acceptable_use) stehen.
mailchimp findet es aus unerfindlichen gründen also verdächtig, dass ich meiner mutter die inhalte meiner webseite schicke. ich finde das nur insofern bedauerlich, weil ich einiges an arbeit ins styling des newsletters gesteckt hatte. andererseits ist mir das ziemlich schnuppe, dass mailchimp offenbar schlecht trainierte automatisierte ki-systeme für ordnung sorgen lässt. menschen oder firmen, die mit solchen marketing tools ihr geld verdienen, sollte das zu bedenken geben. wenn bei mailchimp bereits harmlose tagebuch-texte zur account sperrung führen können — ohne dass da nochmal jemand einen prüfenden blick drauf wirft. die begründing und einspruchsmöglichkeiten erscheinen mir auch mindestens undurchsichtig.
selber machen ist dann wohl auch hier einfach besser. da sich ganz offensichtlich ohnehin niemand ausser meiner mutter für einen RSS-newsletter interessiert, hab ich mir eben rss2email angeschaut. das kann ich nach einem einfachen sudo apt install rss2mail auf meinem home-server laufen lassen und auf den ersten blick funktioniert das ziemlich gut. mails versendet es über eins meiner vorhandenen smtp-konten und die aus dem rss generierten mails sehen schon standardmssig ganz gut aus. mehr als eine handvoll empfänger werde ich damit nicht bedienen können, aber das will ja offensichtlich ohnehin niemand.
noch ein bisschen CSS-zauberei und dann werde ich den rss-push-bedarf meiner mutter mit rss2email befriedigen können und mailchimp kann mich mal. für den fall, dass sich jemand rss2mail selbst installieren möchte, die CSS vorlage die ich benutze kopiere ich in die beilage.
ein highlight aus marty supreme hab ich fast vergessen: penn jillette von penn & teller spielt dort mit und auch wenn der auftritt nur kurz war, fand ich ihn brilliant besetzt. davon möchte ich mehr sehen.
als ich vor 23 jahren anfing mit einem content managment system ins internet zu schreiben, war ich in vielerlei hinsicht ein bisschen naiv. auch was die nutzung von bildern angeht. wenn schlechte witze (arnold schwarzegger hat schrankfarbene haare) die nutzung eines bildes erforderten, suchte ich mir ein bild und benutzte es. 2002 wurden urheberrechtsverstösse eher selten geahndet und google war gerade mal 4 jahre alt.
spätestens zu zeiten von marions kochbuch (die älteren werden sich erinnern) fing ich an mein archiv für suchmaschinen zu verrammeln. bei artikeln die älter waren als 5 jahre verbot ich die suchmaschinen indexierung. das hat soweit gut geklapt. in den > 20 jahren in denen ich ins internet schrieb habe ich zwar die eine oder andere abmahnung bekommen, aber nie wegen urheberrechtverstössen. bis heute. ein foto von arnold schwarzenegger das seit 20 jahren im web rumlag, ausgeschlossen von suchmaschinen-indexierung und ungesehen von jeder menschenseele, wurde doch von irgendeinem rechteinhaber gefunden. die seite, auf der das bild laut anwaltsschreiben zu sehen gewesen sei, war von der suchmaschinenindexierung ausgeschlossen und damit im prinzip unsichtbar. ich weiss zwar, dass ethisch fragwürdige crawler sich nicht an robots.txt anweisungen halten, aber dass möglicherweise für die durchsetzung von urheberrechten auch solche anweisungen ignoriert werden, scheint neu zu sein.
die 250 € habe ich überwiesen, das bild gelöscht und den artikel entfernt und gleichzeitig habe ich alle bilder von artikeln die älter als 2010 sind mit thumbhash bildern ersetzt. thumhashs sind „very compact representations of an image“, die gerade mal ein paar byte gross sind. die nutze ich schon länger fürs lazyloading, man bekommt die also zu sehen wenn man wirres.net mit einer sehr langsamen internetverbindung besucht. ansonsten sieht man die nur selten. hier eine beispielseite aus meinem archiv.
die riesenmaschine macht das schon lange so mit bildern, deren rechtelage ungeklärt ist: einfach weglassen.
aber nur wegen eines anwaltschreibens soll mein archiv nicht weniger bunt sein. deshalb finde ich meine lösung, bilder erstmal pauschal auf wenige bunte byte zu reduzieren sehr schön. und artikel mit bildern, über deren rechte ich mir im klaren bin (zum beispiel weil ich die bilder selbst aufgenommen habe), kann ich von der thumbhashisierung ausnehmen, aber das ist ein manueller vorgang.
so hat die abmahnung auch was gutes: ein schönes neues feature, von dem ich aus dem maschinenraum berichten kann.
es gibt auch sonst einiges neues aus dem maschinenraum. zum beispiel neue feeds für den river, die favoriten, bookmarks oder was ich gesehen habe (alle feeds sind autodiscoverable oder hier aufgelistet). unter /alles sieht man jetzt auch wieder wirklich alles, ebenso im alles-feed. auch im archiv sieht man beiträge, favs, bookmarks und gesehenes jetzt einzeln aufgeschlüsselt — oder eben als alles.
das logbuch meines medienkonsums, das ich dieses jahr führen möchte habe ich um die youtube sehzeiten erweitert. derzeit steht mein medienkonsum bei ca. 70 stunden pro monat die ich vor der glotze verbringe. ich bin mal gespannt wie sich das oder ob sich das über das jahr verändert.
und apropos gewohnheiten, die man offenbar mit zunehmensdem alter liebgewinnt, mal schauen ob mir entwicklung der gewohnheit gelingt, diesen baum ein jahr lang jeden tag zu fotografieren.
Carrey sei »mit seiner Partnerin, seiner Tochter, seinem Enkel und zwölf engen Freunden und Familienmitgliedern« nach Paris gekommen, schreibt Caulier. Auch der langjährige Publizist des Schauspielers sei dabei gewesen. »Ich erinnere mich nur an seine Großzügigkeit, seine Freundlichkeit, seine Güte und seine Eleganz.«
manchmal wünscht man sich dann doch, dass journalisten hier und da KI nutzen, wenn sie aus englischsprachigen quellen abschreiben.
der publicist eines schaupielers ist nämlich keinesfalls ein „Publizist“, sondern ein PR-agent oder presseagent. medienberater oder sprecher kann man auch sagen. immerhin hat man im artikel keinen disclaimer untergebracht.
neues vorhaben, nachdem ich mit diesem checkin auf swarm zum „mayor“ der bürgerwiese geworden bin: jeden tag (an dem ich an der bürgerwiese vorbeikomme) ein bild und einen checkin an diesem baum. das ist langweilig, aber ergibt bestimmt ne schöne serie.
dieses video könnte man durchaus als KI 101 bezeichnen. der gast dieser folge startalk mit neil degrasse tyson und seinen beiden sidekicks ist geoffrey hinton, der letztes jahr für seine grundlagenforschung zu neuronalen netzwerken den physik nobelpreis bekommen hat. er erklärt ein paar der grundlagen kündtlicher neuronaler netzwerke und warum er denkt dass KIs bereits denken. zu den grundlagen fand ich folgendes faszinierend:
das menschliche gehirn hat ungeführ 100 trillionen (noronale) verbindungen. wenn man das mit dem zeitraum den wir leben vergleicht (um die 2,5-3 milliarden sekunden), kann man sagen: wir haben sehr viele verbindungen, aber wenig erfahrung.
bei den neuronalen netzen die wir derzeit zu bauen imstnde sind ist das umgekehrt. sie haben ca. 1 milliarde verbindungen (viele LLMs haben sehr viel weniger weniger), was ungefähr 1% der verbindungen sind, die menschen haben. dafür haben diese künstlichen neuronalen netze und LLMs viele tausend mal mehr erfahrenungen.
die grenzen an die heutuge LLMs stossen hängen (laut geoffrey hinton) vor allem damit zusammen, dass sie auf erfahrungen basieren die wir aufgeschrieben haben. eine go KI, die aus erfahrungen echter go-experten/meister gelernt hatte, war immer etwas schlechter als die menschlichen experten. unschöagbar wurden diese KI-systeme als sie anfingen gegen sich selbst zu spielen, sich ihre erfahrungen also selbst beigebracht haben. das dürfte auch de weg sein, wie LLMs klüger werden, meint geoffrey hinton.
wirklich sehenswert, wenn man KI abseits des hypes und gegen-hypes etwas besser verstehen möchte.
der artikel ist hinter der spiegel-bezahlwand, aber ich habe das gerne gelesen und hätte lust die hälfte des artikels hier zu zitieren. besonders faszinierend, wie grönland, oder allgemein die arktis und antarktis uns die grenzen unserer modernen welt und technologie zeigen.
»Grönland ist ein fremder Planet aus Eis«, sagt Rasmussen […] Rasmussen mag es nicht, wenn Leute sagen, man könne die Hunde, die Schlitten und die Soldaten bald durch Drohnen, Schneemobile und Helikopter ersetzen. Drohnen bräuchten Akkus, die sich in der Kälte entladen. Schneemobile würden zwischen den Felsen stecken bleiben, Helikopter bräuchten Benzin, unter arktischen Bedingungen könnten sie etwas mehr als eine Stunde in eine Richtung fliegen, bevor sie umkehren müssten, sonst ginge ihnen der Sprit aus.
patroullien mit menschen und hunden hingegen funktionieren ganz gut. sie sind oft monatelang unterwegs.
Der Einsatz bei Sirius dauert gewöhnlich zwei Jahre, es gibt in dieser Zeit keine Heimatbesuche. Manche Veteranen nehmen nach ihrer Rückkehr in wenigen Wochen 15 Kilo zu, da sie sich noch genauso fettreich ernähren wie in der Arktis. Zwei Jahre draußen, sagt Mikkelsen, und man brauche zwei Jahre, um wieder anzukommen. In Grönland hatte er nichts gebraucht außer Essen, Schlaf, Gemeinschaft. Zurück in der Zivilisation, fehlte alles, und zugleich war alles zu viel. Man könne kein Leben mehr führen wie davor. Nach Grönland, sagt Mikkelsen, fange man wieder von vorn an.
monatelang im nichts unterwegs sein, in absoluter stille, in absoluter freiheit und immer kurz davor, dass einen die natur umbringt.
Die Stille, sagt Mikkelsen, sei so stark, dass sie lärmt, dass man davon aufwache. Man höre den eigenen Atem, das Atmen der Hunde, irgendwann das Blut im Kopf. Gedanken kommen zur Ruhe, weil es keine Impulse von außen gibt.
das erschreckende an KI scheint mir in erster linie zu sein, dass es menschen und formen gibt die sich tatsächlich auf die antworten und schlussfolgerungen dieser systeme verlassen und die entscheidungen dieser systeme von menschen nicht überstimmt (oder nchvollzogen) werden können. damit scheinen wir einen kritischen kipppunkt zu überschreiten und legen bereits jetzt potenziell existenzielle entscheidungen in die hände von black boxes. damit kafkaeskisieren wir die welt mindestens um den faktor 2.
ich weiss nicht was ich faszinierender findeen soll: dass es fürher schon uhren gab, die man im Dunkeln ablesen konnte oder die mechanik dieser uhr.
die ersten paar staffeln for all mankind fand ich überragend gut. staffel 4, mit dem schlecht gealterten ed baldwin war zwar nicht schlecht, nervte mich aber zunehmend mit überdramatisierungen und überflüssigen, schlecht nachvollziehbaren schlenkern. dieser teaser deutet an, dass die macher der serie gefallen am überdramatisieren gefunden haben. eigentlich soll ein teaser ja lust auf eine serie machen, mir hat es die lust auf die fünfte stafel gleich verdorben. ich werde es aber wohl trotzdem schauen.
eine website auf der man ohne anmeldung, auch mobiil, einfach bilder hochladen kann sie geotaggen kann. find ich gut, nicht weil ich dem ordnungsamt gerne müll melden würde, sondern, weil das technisch brilliant simpel gelöst ist. so wie like buttons auch funktionieren sollten — ohne eine datenspur zu hinterlassen oder einen login erfordern sollten — kann man hier einfach bilder hochladen. eigentlich ist das indieweb.
den artikel steht hinter der bezahlschranke, aber die frage „Wird man krank, wenn man mit nassen Haaren rausgeht?“ lässt sich kurz und knapp beantworten: nein.
der frühling ist metereologisch und phytologisch da!
morgenspaziergang von der jungfernheide, an der spree entlang, zum spandauer damm.
bis jetzt war die gaststätte „tunnel eck“, wenn wir an ihr vorbeiliefen, immer geschlossen. jetzt ist sie auch leergeräumt.
möglicherweise war ich im dezember etwas neben der kappe, in weihnachtsstimmung oder betrunken. jedenfalls scheine ich um den 18. dezember bei switchbot einen „AI Art Frame“ für 120 € (inklusive lieferkosten) bestellt zu haben. ich hatte das komplett vergessen, bis gestern eine email auftauchte, die ich zuerst für phishing hielt: „A shipment from order #EU61371 is on the way“
heute kam das teil an und es ist ein bilderrahmen mit einem bunten, nicht besonders hoch auflösenden e-ink-display. der bildschirm misst 18,5 cm in der diagonale, der ganze rahmen misst ca. 33 cm (7,3") in der diagonale. das kann man zwar schon auf der produktseite erahnen, aber als ich es in echt sah, war es schon ein bisschen enttäuschend einen rahmen gekauft zu haben, bei dem das passpartout mehr als doppelt so gross ist wie die bildfläche.
ähnlich wie beim light mode auf webseiten, fand ich den weissen passpartout etwas aggressiv. aus unerfindlichen gründen wurden gleich vier identische, weisse passpartouts mitgelifert. ich hab das passpartout einfach rausgenommen und damit sieht das erträglich aus.
der rahmen kann mit der switchbot-app bespielt werden und wie alle apps ist sie etwas, naja, speziell. aber nachdem ich mich ihrem willen gebeugt habe und mich bei switchbot registriert hatte, verhielt sie sich kooperativ und liess mich blder aus meiner mediathek auf den rahmen hochladen. der erste eindruck der bilder auf dem e-ink-display: ein bisschen blass. auf den zweiten blick auch etwas grob auflösend.
aber, um das positive hervorzuheben, mit etwas abstand fällt das grobpixelige nicht mehr auf, nur noch die blässe. ich finde das teil auch deshalb gut, weil es einen akku hat der angeblich sogar 2 jahre halten soll. ist der akku leer, nimmt man das bild ab und lädt den akku mit usb-c. auch home assistant hat den rahmen gleich per bluetooth gefunden und bietet neben dem akku-stand, die funktionen „nächstes bild“ und „vorheriges bild“ an.
ohne von vor-weihnachtsstimmung beseelt zu sein finde ich die 120 euro ein bisschen heftig, aber selbst bauen mit dieser verarbeitungsqualität und einem akku traue ich mir auch nicht wirklich zu. oder umgekehrt; wenn ich das selbst gebaut hätte, würde ich es genau so bauen — wenn ich’s könnte. nur mit einem kleinerem passpartout-bereich. von daher bin ich ganz zufrieden. weitere pluspunkte:
gut verarbeitet (lässt sich auseinandernehmen, relativ stabiler alu-rahmen, innenleben mit elektronik und akku unzugänglich verklebt)
usb-a auf usb-c ladegerät und kabel mitgeliefert
viele befestigungsoptionen und kleinteile dafür mitgeliefert
sicher verpackt, mit viel altapapier, wenig plastikmüll
relativ flach, sieht nicht „bastelig“ aus
völlig überflüssig ist (natürlich) das ai im namen „SwitchBot AI Art Frame“. man kann zwar irgendwelche filter über die hochgeladenen bilder laufen lassen und „everyday photo“ so angeblich in „classic artwork“ verwandeln, aber das kann man sich genau so gut in den hintern stecken. ich habe den titel dieses artikels deshalb zu „switchbot bilderrahmen“ normalisiert.
gestern habe ich vier folgen drive to survive weggebinged. einerseits erstaunlich, wie schnell dieses formel-1-gedöns langweilig wird, andererseits fasziniert mich die serie immer wieder. was sind das für verträge, die netflix diese stalking-artige nähe zu den fahrern erlaubt? george russel bei der morgentoilette zuzusehen ist weniger spannend als die tatsache, dass george russel eine filmcrew in sein badezimmer lässt. oder die unbarmherzigkeit die sich netflix erlauben kann: du hast gerade nach zwei rennen deinen sitz bei red bull verloren? dann setz dich erstmal mal bei uns vor die kamera und zeig der welt wie elendig du dich fühlst, aber wechsel vorher noch dein hemd.
als ich flavio briatore sah, musste ich googeln: „did flavio briatore have a stroke?“ (hatte er nicht)
die greisenhaftigkeit des 75-jährigen briatore, gepaart mit seiner machtfülle bei alpine und seiner demonstrativen rücksichtslosigkeit, ergeben eine irritierende mischung, die für mich keinen sinn ergibt. das wirkt fast so absurd, wie in einem formel-1-film einen fahrer von einem 62 jährigen schauspieler spielen zu lassen.
interessant ist auch, wer sich der inszenierung verweigert. helmut marko von red bull spricht in der regel mit jedem, aber in den ersten viereinhalb folgen musste sich netflix mit aufgeschnappten soundbites von marko zufriedengeben. christian horner hingegen spricht gefühlt alle 10 minuten zu jeden thema in die netflix-kamera.
in sachen rhetorik ist drive to survive ein lehrstück. die unwahrheit zu sagen kann sich in der modernen formel 1 niemand mehr leisten. kameras der formel 1, von netflix, fernsehteams aus aller welt und von privateuten erfassen im wahrsten sinne des wortes jeden furz. spin, eigenlob und gekonntes verschweigen sind die rhetorischen werkzeuge, mit denen man vor den kameras von netflix zu bestehen versucht.
am faszinierensten für mich ist, schon seit ein paar jahren, wie gut trainiert und ausgebildet die unfassbar jungen fahrer sind. natürlich können sie alle gut fahren, aber sie sind offenbar auch im umgang mit den medien und netflix perfekt trainiert. sie sprechen alle fliessend englisch, wenn auch gelegentlich mit schwerem akzent, sie sind analytisch, offenbar überducrhschnittlich intelligent und verlieren niemals ihre contenance — als hätten sie alle genetisches material von niki lauda in ihr genom transplantiert.
was man bei drive to survive kaum sieht: bescheidenheit. mit einer bermerkenswerten ausnahme: jonathan wheatley, in der aktuellen staffel noch teamchef von sauber, jetzt teamchef von audi. wheatley ist so bescheiden und freundlich, dass ich in der 2026er saison mindestens einen halben daumen für audi drücken werde, in der hoffnung, dass wheatly erneut zeigt, dass man auch ohne arschlochigkeit erfolgreich sein kann.
gestern beim morgenspaziergang wieder an dem baum voller kormorane vorbeispaziert. und die sonne soll jetzt laut wetterbericht midestens eine ganze woche bei uns bleiben.
der monat ist noch nicht vorbei, aber ich glaube ich kann den februar jetzt schon mal statistisch auswerten. und zwar, wie viel zeit ich vor der glotze verbringe. ich glaube für den februar habe ich so ziemlich alle filme und serien die ich geschaut habe erfasst. das sind in summe 27 stunden die ich vor der glotze verbracht habe. allerdings ist mir gestern noch eingefallen: was mach ich mit youtube?
gemini meint es gäbe keine einfache methode die zeit, die ich mit youtube-videos verbringe, per api abzufragen. also bin ich meinen youtube-verlauf durchgegangen und habe für jedes video und jeden tag die zeit notiert, die ich geschätzt damit verbracht habe. abgebrochene videos oder videos in denen ich viel übersprungen habe, flossen entsprechend in diese schätzung ein. im februar waren das bis jetzt nochmal 31 stunden.
damit habe ich im februar ungefähr 58 stunden vor der glotze verbracht. das sind 15 % meiner verfügbaren freizeit, die ich mit youtube, filmen oder serien verbracht habe.
gestern habe ich ein ted-video von rebecca okamoto gesehen, in dem sie erklärt, wie man sich in 20 oder weniger worten so vorstellt, dass man einen bleibenden eindruck hinterlässt. ich fand das video schlimm und habe es deshalb nicht geliked und deshalb taucht es hier auch nicht auf, aber es ist doch etwas hängengeblieben, mit dem ich die zeit, die ich vor der glotze verbringe, rationalisieren kann: ich lese und sehe das internet leer, um kuratierte empfehlungen weiterzugeben, die anderen freude und mehrwert bringen.
wie und ob ich die youtube-zeiten in meinem medienlog verarbeite oder zeige, weiss ich noch nicht. da die zeiten über den januar und februar recht ähnlich verteilt sind, kann ich im ø von 75 minuten youtube pro tag ausgehen, wenn mir um die schätzung meiner screentime geht. das akkurat pro tag zu loggen hat ja keinen wirklichen mehrwert. aber ich überlege noch, ob und was da sinn ergibt.
die matomo-statistiken zeigen: wer regelmässig schreibt, wird auch gelesen. vorletzten und diesen monat waren es um die 7000 (unique) pageviews, im letzten monat gab es einen kleinen ausreisser nach oben. konstante besucherlieferanten sind buddenbohm-und-soehne.de (400-600 pro monat) und rivva (100-200 pro monat).
monatliche matomo statistik von wirres.net
die zahl der pageviews im RSS (um die 13.000/monat) korreliert natürlich mit der anzahl der veröffentlichten artikel. das waren in den letzten 10 monaten immer um die 60 (übersicht), also 2 pro tag. seit januar kommen monatlich ca. 80 likes und 50-60 lesezeichen dazu, die ich veröffentiche.
beim ø-gewicht geht’s weiter ganz leicht abwärts, auch wenn ich gefühlt im januar und februar zwischen 94 und 92 kilo feststecke. der durchschnitt sagt: es geht weiter abwärts. wohlgemerkt, ohne ozempic und ohne explizite „diät“. ich verzichte nur auf süsses und esse weniger brot, bzw. insgesamt etwas weniger.
beim training war ich bei liegenstützen ziemlich faul, dafür gelang mir vor einer woche zum ersten mal ein sauberer klimmzug von ganz unten bis unter das kinn. ich habe aber so ein gefühl, dass ich im märz berichten kann, dass ich 2-3 am stück schaffe.
natürlich ist es eine schnapsidee, filme oder serien hier tracken zu wollen. wenn ich wollte, könnte ich das alles bei trakt machen. trakt arbeitet mit einem leicht obskuren dritt-dienst zusammen (younify.tv) um die historie des gesehenen von netflix auszulesen. tatsächlich kann man damit die historie aller grossen streaming-angebote abgreifen — wenn man younify.tv genug vertrauen entgegenbringt und (vollen) zugriff auf diese dienste gewährt. mein vertrauen hat vor ein paar jahren nur dafür gereicht, younify.tv zugriff auf mein netflix-konnto zu gewähren, weshalb ich jetzt einen teil meiner netflix-historie auch in trakt habe.
der vorteil ist, dass ich die von younify.tv abgegriffenen daten, jetzt auch wieder über die trakt-api selbst abgreifen kann, zum beispiel mit diesem script. mit ein zwei weiteren phyton scripten kann ich deshalb jetzt auch automatisch auf netflix gesehenes hier loggen.
schnapsidee hin oder her, sowohl trakt als auch ich wissen, dass die schnapsidee alles gesehene zu loggen, nur funktioniert, wenn es vorwiegend automatisch geht. wenn da nicht die vertrauensfrage wäre. ein datenleck bei trakt von 2014, das trakt erst 2019 offenlegte, zeigt, dass es nicht angebracht ist, trakt 100% vertrauen zu schenken. wenn ich mich recht erinnere hab ich die verbindung zwischen trakt und plex schon vor 2019 gekappt, weil mir das einen ticken zu unheimlich war, meine plex-historie ungefiltert in trakt zu leiten. bei netflix hielten sich meine bedenken in grenzen.
mit meinem selbstgebauten plex/tautulli-zu-kirby-exporter behalte ich die kontrolle und der import in die öffentliche liste klappt auch ohne drittanbieter ganz gut, fast vollautomatisch. ich muss nur noch eine wertung nachtragen.
und auch wenn ich bei der netflix → younify.tv → trakt.tv → wirres.net konstruktion weniger bis keine kontrolle habe, wollte ich diese automatisierungs-pipeline jetzt testen. dafür musste ich mir natürlich irgendeinen scheiss auf netflix ansehen.
also hab ich mir die erste folge being gordon ramsay angesehen. ich vermute das wird weder so erfolgreich wie netflixchefs table noch so ein hit wie drive to survive — auch wenn das strickmuster ähnlich ist. beim überfliegen der kritiken ist eine überschrift hängengeblieben, der ich direkt zustimmen möchte: gordon ramsay should not be so boring.
jedenfalls funktioniert der sync zwischen netflix, younify.tv, trakt.tv und wirres.net/kirby, wenn auch mit leichter verzögerung.
zum thema ex- und importe: ich habe auch ein script gefunden, mit dem sich die daten aus tautulli, also plex, mit letterboxd syncen lassen. damit habe ich jetzt lücken meiner film-timeline auf letterboxd geschlossen, auch wenn die timeline der filme die ich jemals sah auf letterboxd immer noch lücken in den letzten 10 jahren hat. schliesslich schau ich filme ja nicht nur auf plex, sondern auch auf amazon prime, im kino (gelegentlich) oder netflix. aber weils geht, weil ich daten jetzt aus plex und netflix rausbekomme, erscheint es mir logisch meine film-historie erstmal auf letterboxd zu vervollständigen. dann kann ich sie auch wieder hierher holen. aber bevor ich das mache sammel ich hier, bis auf ein paar ausnahmen — zu testzwecken — erstmal vornehmlich in 2026 gesehenes und gelesenes.
mit so einer „datenbank“ für gesehenenes und gelesenes setze ich mich übrigens auch geschickt selbst unter zugzwang. jetzt muss ich auch mal wieder ein buch lesen, damit ich es loggen kann. und damit schliesst sich der zirkel: ausgehen um drüber schreiben zu können, scheisse auf netflix schauen, ums zu prüfen ob es automatisch geloggt wird. morgens spazieren gehen um das wetter zu fotografieren und fotos und .gpx-tracks zu posten, kochen um rezepte maschinenlesbar zu veröffentlichen, schlafen, um zu sehen, wie gut der schlaftracker funktioniert. (b)loggen weil’s geht.
heute beim morgenspaziergang ein foto von der traurigen bürgerwiese gemacht und dabei gar nicht bemerkt (erst zuhause, beim bilder-sichten), wie eine wolke auf dem weg vor uns vorbeiwabberte.
Vor acht Jahren (tagebuch)bloggte ich in Sätzen mit zwei Worten – eine spielerische Modifikation – über einige Sonntage. Die Tage in dieser Kürze zu beschreiben fiel mir nicht leicht da die Worte im Text möglichst nicht wiederholt werden sollten. Das ging stockend von der Hand. Vielleicht werde ich die Schreibübung in unregelmäßigen Abständen wiederholen.
… und das macht er dann auch und ich finde es gut.
die sendung mit der maus ist mit klassischen tracking websites trakt, imdb oder thetvdb.com kaum sinnvoll zu verfolgen. einzig fernsehserien.de hat eine akzeptable übersicht über die sendungen mit der maus. wobei die einzelnen einträge dort auch nur aus ein paar metadaten (immerhin gut gepflegt) und pressemitteilungen der ARD bestehen.
wie schön wäre es, wenn die permalinkseiten einzelner sendungen, wie die vom 22.02.2026 tatsächlich permanent wären? stattdessen wird die seite, zusammen mit dem video, am 30.03.2026 wieder verschwinden.
wenn ich es richtig verstehe, haben wir in deutschland kein öffentliches, bzw. im web zugängliches archiv des deutschen fernsehens (und der sendung mit der maus), weil verleger und kommerziele unterhaltungs und informationsanbieter der meinung sind, dass sowas schlecht für ihr geschäftsmodell sei. der politische kompromiss, der hier besteht, bedeutet, dass ein dauerhaftes archiv gesetzlich ausdrücklich untersagt ist, weil die öffentlich rechtlichen sonst den markt unangemessen beeinträchtgen würden. na gut, es gibt auch noch rechtefragen, da eine sendung mit der maus in den achtzigern wahrscheinlich nur die rechte mit den autoren, moderatoren oder komponisten der musik für die tv-ausstrahlung geklärt hat.
aber trotzdem, wie absurd: ein kulturgut wie „die sendung mit der maus“, das von der gesellschaft mit fernsehgebühren finanziert wurde, ist für die gesellschaft digital nicht als archiv verfügbar. was für eine bildungslücke, bzw. was für ein schatz das wäre, stünde uns eine gepflegte bibliothek der fernsehgeschichte zur verfügung, statt gelegentlich privat auf youtube hochgeladener schnipsel aus der öffentlich rechtlichen historie.
das ist natürlich auch besonders absurd, wenn es jetzt politische ambitionen gibt social media für junge menschen zu verbieten, aber gleichzeitig educational media für junge menschen auch nicht so richtig zu erlauben. ich weiss dass ein archiv des öffentlich rechtlichen fernsehen keine alternative zu social media ist, aber es wäre ein zeichen: bildung ist uns als gesellschaft so wichtig, dass kommerzielle interessen diesem ziel nicht im weg stehen dürfen. stattdessen lautet das signal: bildung gibt’s nur hinter bezahlschranken, als abo, als in-app-kauf. wir wollen die wirtschaft nicht mit öffentlich-rechtlichen-inhalten schwächen und nehmen dafür in kauf, das bildungsnivau der gesellschaft zu schwächen.
dust bunny gesehen. ich weiss nicht was das war, aber es war wirklich gut. und ich habe auch ziemlich oft gelacht.
der film hielt mich die ganze zeit über on the edge of my seat, aber nicht wegen des spannungsbogen, sondern weil das was man zu sehen bekam so unverständlich schien, dass ich weitergucken musste um zu erfahren was da eigentlich los war. es war jedenfalls keine sekunde langweilig.
man könnte vielleicht sagen, das was man zu sehen bekam war eine wilde mischung aus pipi langstrumpf und leon der profi?
mein dank an coldheat.de, dessen empfehlung ich gefolgt bin.
heute in der sendung mit der maus eine folge von trudes tier, die ich schonmal gesehen hatte. dieses mal musste ich aber mehrfach lachen. vielleicht habe ich auch schon beim letzten mal gelacht, aber ich erinnere mich nicht.
die folge setzt sich ziemlich klug mit aberglauben auseinander, beinahe philosophisch. am ende ist wie immer das tier das klügere, weil es bemerkt, dass die wirkung des „glückslauch“ eigentlich nur eine projektion war, die aber übergangsweise half innere kraft zu entwickeln.
die folge scheint dauerhaft (frei von depublikation) auf kika.de zu liegen, aber der einfachheit halber bette ich sie hier mit youtube (vom @diemaus kanal) ein.
dieses video könnte man durchaus als KI 101 bezeichnen. der gast dieser folge startalk mit neil degrasse tyson und seinen beiden sidekicks ist geoffrey hinton, der letztes jahr für seine grundlagenforschung zu neuronalen netzwerken den physik nobelpreis bekommen hat. er erklärt ein paar der grundlagen kündtlicher neuronaler netzwerke und warum er denkt dass KIs bereits denken. zu den grundlagen fand ich folgendes faszinierend:
das menschliche gehirn hat ungeführ 100 trillionen (noronale) verbindungen. wenn man das mit dem zeitraum den wir leben vergleicht (um die 2,5-3 milliarden sekunden), kann man sagen: wir haben sehr viele verbindungen, aber wenig erfahrung.
bei den neuronalen netzen die wir derzeit zu bauen imstnde sind ist das umgekehrt. sie haben ca. 1 milliarde verbindungen (viele LLMs haben sehr viel weniger weniger), was ungefähr 1% der verbindungen sind, die menschen haben. dafür haben diese künstlichen neuronalen netze und LLMs viele tausend mal mehr erfahrenungen.
die grenzen an die heutuge LLMs stossen hängen (laut geoffrey hinton) vor allem damit zusammen, dass sie auf erfahrungen basieren die wir aufgeschrieben haben. eine go KI, die aus erfahrungen echter go-experten/meister gelernt hatte, war immer etwas schlechter als die menschlichen experten. unschöagbar wurden diese KI-systeme als sie anfingen gegen sich selbst zu spielen, sich ihre erfahrungen also selbst beigebracht haben. das dürfte auch de weg sein, wie LLMs klüger werden, meint geoffrey hinton.
wirklich sehenswert, wenn man KI abseits des hypes und gegen-hypes etwas besser verstehen möchte.