aufregen → reklamieren

die ursprünglichen kommentare sind leider gelöscht.

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da ich teilnehmer am amazon affiliate-programm bin, bekomme ich hin und wieder post von amazon, in der ich auf partnernetz-aktionen hingeweisen werde. vor einer weile bekam ich eine mail, in der mir eine relativ gute vergütung für partnerlinks zu neuen kindle-modellen angeboten wurde. amazon partnerlinks funktionieren, soweit ich das verstanden habe, wie folgt: man linkt auf ein produkt bei amazon.de und hängt seine partner-id an den link. amazon generiert einem, wenn man möchte, auch solche links, damit man hinterher genau auswerten kann, welche „kampagnen“ oder welche links die meisten verkäufe generiert haben.
diese links generieren einnahmen, wenn sie jemand klickt und auf amazon.de etwas kauft. das funktioniert 24 stunden lang oder solange, bis derjenige der den werbelink geklickt hat, einen anderen werbelink mit amazon-partner-id geklickt hat. dann bekommt der zuletzt geklickte partner die einnahmen. der letzte link, oder wie der profi das sagt, der letzte cookie, zählt. wichtig ist: für den käufer ist der artikel gleich teuer — egal ob über einen partnerlink gekauft wird oder ob man einfach so auf die amazon-seite geht. amazon knappst die werbeprämie, die bei ungefähr 5 prozent liegt (variert je nach produkt oder umsatz den man generiert), vom eignen umsatz ab.
ich habe früher hin und wieder solche einen partnerlinks in blogartikeln benutzt, nur war mir das irgendwann zu doof, links in blogartikeln zu haben, die einen vor- oder nachgestellten [werbelink]-hinweis haben. vor zwei monaten habe ich das zum ersten mal seit jahren wieder gemacht, weil ich mir dachte, dass das produkt über ich schreibe von vielen leuten gesucht werden wird und so einige besucher von google anspülen wird. meine rechnung ging auf, seit zwei monaten klicken und kaufen regelmässig leute sachen über den amazon-link in dem artikel. zuletzt wurde über diesen link sogar ein blauer, im dunkeln leuchtender und battereiebetriebener butt-plug gekauft.
nachdem ich die mach-doch-mal-werbung-für-den-kindle-mail von amazon bekommen habe, sah ich in meinen timelines auf twitter und facebook plötzlich lauter werbetreibende. an vorderster front — natürlich — nico lumma, gleich mit zwei reklametweets (eins und zwei):
der einfache Kindle für €25 - ein prima Schnäppchen! amazon.de/gp/product/B00…
konstantin winkler, der als moderator bei @SPORT1fm und social media manager arbeitet war auf seinem „privaten account“ auch fleissig (eins und zwei), nilz hitze, dirk olbertz, jens blond, alle warben für den kindle ohne einen hinweis, dass ihre tweets werbung sind und sie bei einem kauf eine finanzielle vergütung bekommen würden. dass es auch anders geht zeigte markus angermeier (@kosmar):
son’ normales kindle kostet jetzt ja schon weniger als ein teures buch link.to.it/1cr11cz #anzeige
auch auf seiner webseite weist markus angermeier darauf hin, dass er an affiliate programmen teilnimmt:
Einige Links führen zu Amazon, iTunes oder anderen Händlern oder Dienstleistern. Dabei handelt es sich zum Teil um sogenannte Affiliate-Links. Dies bedeutet, dass mir ein geringer Teil Ihres eventuellen Einkaufswertes als Provision gutgeschrieben wird. Ich erfahre dabei auch teilweise welche Artikel gekauft wurden, jedoch nicht von wem.
das macht allerdings auch nico lumma, sowohl in seinem impressum als auch mit einem widget von seinem affiliate-dienstleister yieldkit, dass eine offenlegungsseite für seine programm-teilnehmen bereitstellt.
na und?
wenn mir leute denen ich auf twitter oder facebook folge oder die ich persönlich kenne werbung vor den latz knallen, ohne dazu zu sagen, dass sie werbung betreiben dann fühl ich mich verarscht. das reicht dann manchmal schon, um einen blogartikel zu schreiben.
bevor ich diesen artikel schrieb, habe ich auf facebook gefragt, warum manche blogger oder twitterer hin und wieder amazon-links mit ihrer partner-id veröffentlichen, ohne diese als werbung zu kennzeichnen. der grundtenor der antworten war, wie ich vermutet habe, vor allem faulheit: „och, zu umständlich“ oder „stimmt, die zu kennzeichnen wäre besser“. jörg kantel hat meine frage gleich zum anlass genommen das für künftige links zu ändern. viele wiesen darauf hin dass sie in der regel kennzeichnen und anne schüßler schrieb: „Manchmal kennzeichne ich, manchmal nicht. Wenn nicht, dann aus reiner Faulheit […].“ eine „nicht bloggende Amazonkundin“ gab zu, dass sie den funktionsmechanismus gar nicht kennt und nicht wusste, dass, wenn man beispielsweise einen buchlink zu amazon gelangt, auch andere einkäufe bei amazon (auch von drittanbietern) dem ursprünglichen partner zugute kommen.
einigen war die kennzeichnung dieser werbelinks schnuppe, weil sie den amazonkunden ja nichts kosten würden oder weil das doch eh jeder wisse, dass viele blogger solche links verwenden um ein kleines zubrot zu verdienen. oder mario sixtus, der schrieb:
Wenn ein Blogger seinen Lesern ein Buch empfiehlt oder Musik, oder ein technisches Schnickschnack-Dings, dann gehe ich davon aus, dass er das tut, weil er dieses Buch, Musik, Schnickschnack toll findet. Wenn er dann auf Amazon linkt, wo ich das Dings bestellen kann, dann ist es mir egal, ob der Blogger daran etwas verdient oder nicht.
das funktioniert sicherlich bei vielen blogs die man im laufe der zeit kennengelernt hat und zu deren autoren man ein gewisses vertrauen aufgebaut hat. so bin ich mir beispielsweise sehr, sehr sicher, dass anke gröner wirklich nur bücher verlinkt und empfiehlt, die sie toll findet (anke gröner benutzt manchmal eine partner-id, kennzeichnet diese aber nicht gesondert), genau wie isabel bogdan (linkt zu amazon, aber soweit ich sehe ohne partner-id). maximilian buddenbohm kennzeichnet seine amazon-partner-links nicht, verlinkt aber eh nur seine eigenen bücher in der seitenleiste und benutzt die partner-id „nicht mehr“ in artikeln. seine eigenen bücher verlinkt auch thilo baum, der mir erstmals während einer wortmeldung auf der republica auffiel, in der er darauf hinwies wie wichtig es für blogger sei, sich an die vorschriften des telemediengesetzes zu halten. auf eine kennzeichnung von amazon-partnerlinks als werbung verzichtet er aber aus nicht ersichtlichen gründen. vielleicht steht dazu nichts im telemediengesetz. christoph koch passt bücher-links in den gastbeiträgen der „mein medien-menü“-kategorie an, damit sie seine amazon partner-id tragen. die links selbst kennzeichnet er nicht, aber in seinem impressum steht ein hinweis auf die teilnahme am amazon partner-programm.
witzigerweise ist genau das eine der vorraussetzungen für die teilnahme am amazon-partnerprogram: amazon verlangt von teilnehmern an seinem partnerprogramm, dass sie auf ihrer webseite „deutlich lesbar“ folgendes angeben „müssen“:
„[Bitte fügen Sie hier Ihren Namen ein] ist Teilnehmer des Partnerprogramms von Amazon EU, das zur Bereitstellung eines Mediums für Websites konzipiert wurde, mittels dessen durch die Platzierung von Werbeanzeigen und Links zu [bitte fügen Sie hier den zutreffenden Namen der Website ein (Amazon.co.uk / Javari.co.uk / Local.Amazon.co.uk / Amazon.de / Javari.de / de.BuyVIP.com / Amazon.fr / Javari.fr / Amazon.it / it.BuyVIP.com / Amazon.es / es.BuyVIP.com )] Werbekostenerstattung verdient werden kann.“
wie gesagt, einige teilnehmer an diesem partnerprogramm machen das.
moeyskitchen.com, mobilegeeks.de, das upload-magazin.de. manche, wie spreeblick.de, netzwertig.com, kennzeichnen die links als werbe- oder partnerlinks, haben aber den hinweis weggelassen oder selbst formuliert. thomas knüwer legt auf gotorio zwar grossen wert darauf extra darauf hinzuweisen, dass er und seine koautoren nicht käuflich sind („Reisen, Restaurantbesuche, Shoppingtouren sind selbst bezahlt - denn wir sind nicht käuflich.“), verzichtet aber darauf, die fleissig eingesetzten affiliate-links als einnahmequelle anzugeben oder als werbung zu kennzeichnen.
nicht vergessen sollte man leute wie caschy, die zwar ein gutgehendes gadget-blog haben, aber vollkommen auf affiliate-links verzichten (beispiel). [siehe]
ein anderes problem könnte sein, dass private blogs, die solche amazon-partnerlinks verwenden als gewerblich (und eben nicht mehr privat) angesehen werden müssen. amazon macht genau das zur voraussetzung zur teilnahme am partnerprogramm:
Aufgrund von geltenden Preisvorschriften für Bücher dürfen sich nur gewerbliche Unternehmen anmelden, um für die deutsche Amazon-Website zu werben.
das mag jetzt alles ziemlich erbsenzählerisch klingen, ist aber nicht so gemeint. von mir aus kann jeder seine twitter-account oder sein blog mit werbung vollknallen wie er oder sie es will — aber ohne einen hinweis auf die natur der sache fühlt sich das dem leser (oder follower oder facebookfreund) gegenüber ziemlich respektlos an. das formaljuristische, ob im impressum eine zauberformel aus den amazon-partnerprogramm-teilnahmebedingungen steht oder ob die datenschutzerklärung einer website der prüfung eines juristen standhält ist mir herzlich egal (meine eigene datenschutzerklärung weist grosse juristische lücken auf und die amazon partnernetz zauberformel habe ich auch erst seit einer woche im impressum). mir gehts eher um die haltung: was ich weiss, sollte der leser auch wissen.
und eigentlich ist das auch das einzige was mich an fehlender kennzeichnung von werbung stört: die mangelnde transparenz, oder genauer, dass die möglichkeit besteht, das weglassen einer nicht ganz unrelevanten information potenziell als versuchte täuschung missverstanden werden kann.
kurz gesagt: warum sollte ich als blogger etwas tun, das möglicherweise das vertrauen meiner leser in mich zerstört oder trübt? ehrlichgesagt bin ich da auch etwas überempfindlich, ich reagiere sogar auf aprilscherze empfindlich, weil ich es grundsätzlich nicht so irre lustig finde, andere zu täuschen oder zu belügen. aber das ist ein anderes thema.
markus bertling hat einen ziemlich eleganten weg formuliert, wie man amazon affiliate links per CSS ziemlich einfach und automatisch kennzeichnen kann (von mir etwas vereinfacht):
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eben, nach ungefähr 6 jahren, war ix mal wieder in einer sendung von radio trackback. „blogger privat¹“, nennen die die rubrik. in dem moment in dem teresa sickert mich anrief, fing die waschmaschine an zu schleudern, keine ahnung was das zu bedeuten hat. früher, wenn mich radio-leute anrufen wollten, bin ich immer raus auf die strasse gegangen, weil ich erstens kein festnetz hatte, zweitens schlechten mobil-empfang in der wohnung (o₂) und drittens sehr viel echo in der wohnung hatte. jetzt hab ich festnetz und ne waschmaschine.
hier das protokoll der sendung, an das, soweit ich weiss, später die sendung als podcast angehängt wird hier der podcast.
empfohlen für die nächste sendung habe ich übrigens smilla dankert. und die klassikerin anke gröner auch, weil teresa sickert auch noch einen zweiten vorschlag wollte. wenn ich noch einen dritten blogger empfehlen hätte sollen, wärs der kiezneurotiker geworden.
1) WTF?

ich bin mal gespannt, welcher blogger als erstes leistungsschutzrechte gegen hubert jobateys huffington-post gelten machen wird. ich fände das, obwohl ich eine schwere jura-allergie habe, sehr amüsant. möglich müsste das ja sein, wenn verleger jetzt sogar für satzfetzen ihrer kritiker auf buchrücken schutzgeld erpressen¹ wollen.
als ich das schrieb, fiel mir ein, hat cherno jobatey eigentlich nochmal was in die huffington post geschrieben? hat er, schon das zweite stück.
über der autorenseite von cherno jobatey steht:
Begann bei der taz. Gesellenzeit beim Frühstücksfernsehen (20 Jahre). Schreibt für viele Publikationen von Wirtschaftswoche bis Zeit.
schreibt für die zeit? laut zeit-archiv stimmt das:
müsste das aber nicht korrekter heissen: … schrob für die zeit?
als ich cherno jobateys artikel von heute 14:34 uhr (!) las, fragte ich mich: was kann der mann eigentlich, ausser floskelreich zu plaudern?
(dieser artkel war mal ein facebook-status)
1) den text hinter dem link relativiert, bzw. differenziert wolfgang michal auf carta
das hat isabelle bogdan zwar alles geschrieben, aber eben nicht in eine liste. sie hat sich stattdessen entschieden, die eitelkeit, das selbstdarstellertum und die ICHigkeit solcher listen ironisch und schlechtgelaunt mit einer total uneitlen liste aufzubrechen.
mir scheint das sowieso ein neuer trend in meinen filterblasen zu sein, wenn man den kommentarspalten glauben schenken darf: sehr viele leser fühlen sich von schlecht gelaunten und miesepetrigen texten glänzend unterhalten. zum beispiel ingrid, die „die tendenziell peinliche Selbstauskunfterei“ in listen von isa „adäquat und unterhaltsam“ kommentiert sieht.
abgesehen davon habe ich heute gelernt, unter jede miesepeterei folgendes zu schreiben: das ist sonst gar nicht meine art.
mich hat zwar keiner gefragt (und ich frage auch niemanden, dieses stöckchen aufzuheben), aber ich dachte mir, ich könnte auch mal zwanzig fakten über mich aufschreiben, so wie das das nuf, die kaltmamsell, anne schüssler und johannes mirus (und viele andere) getan haben. und weil nico lumma mich auch was gefragt hat, kann ich vielleicht gleich zwei fliegen erschlagen.
ein paar fragen von nico lumma sind jetzt unbeantwortet geblieben. das liegt unter anderem daran, dass ich auf manche fragen keine antworten habe. ich weiss nicht, welchen vorteil politiker haben, die social media benutzen — oder ob sie einen vorteil haben. ich weiss auch nicht, ob ich ein einzelnes lieblingsblog benennen könnte. die die ich gut finde, habe ich aufgelistet — wahrscheinlich fehlen da auch noch ein paar. ich weiss auch nicht, wer dringend mit dem bloggen anfangen sollte, ausser die, die etwas zu sagen haben. aber die merken es meisten irgendwann selbst. wie zum beispiel wladimir kaminer. tweets schreibe ich immer vor, bevor ich sie abschicke. manchmal lasse ich sie auch noch ein paar tage liegen. und die grenzen der transparenz sind bei mir fliessend. kommt halt drauf an.
friedrichstrasse ecke dorotheenstrasse: an der roten ampel touristen, passanten und ein sehr grossgewachsener polizist in paradeuniform. von hinten sieht er ein bisschen aus wie tom selleck in blue bloods. einen schnurrbart hat er auch, allerdings grau meliert, mit nach oben gezwirbelten enden. die hosen sind etwas hochwässrig, aber der anzug makellos. vorne hängt ein messingfarbenes namensschild mit seinem nachnamen, auf dem kopf trägt er eine der etwas albernen, blauen schirmmützen mit amerikanischem einschlag. obwohl der polizist in seine paradeuniform aus den wartenden an der ampel herausragt wie ein murmeltier mit schirmmütze, wagt es auf der gegenüberliegenden seite jemand bei rot die dorotheenstrasse zu überqueren. der polizist erklärt dem mann, dass er bei rot über die ampel gegangen sei und dass das verboten sei, belässt es aber bei der ermahnung.
an der mittelstrasse ist wieder rot. ein mann neben dem polizisten will bei rot die menschenleere und autolose strasse überqueren. der polizist in paradeuniform hält den mann an der schulter fest und zeigt mit dem zeigefinger auf die rote ampel.
zufrieden und mit federndem schritt verschwindet der paradepolizist kurz darauf im u-bahneingang der station französische strasse. keine pointe.
auf dem weg nachhause habe ich heute kurz darüber nachgedacht, warum smartphones smart sein sollen. zu klugheit gehört ja erstmal wissen. mein smartphone weiss einiges über mich: alle meine adressen, meine termine, meinen aufenthaltsort, mit wem ich telefoniere und schreibe. natürlich weiss mein telefon das alles nicht, sondern es speichert diese daten erstmal nur. der prozess diese informationen zu echtem wissen umwandeln, steckt noch ziemlich am anfang. software- und telefonhersteller versuchen durch die verknüpfung der daten die über mich vorliegen mit anderen datenquellen und dahinprogrammierter logik, intelligenz zu simulieren. so stellt google now mutmassungen darüber an, wo ich hin möchte oder was ich suchen könnte. ich kann mittlerweile meinem telefon auch einfach sagen, es solle meine frau anrufen oder mich nach hause dirigieren.
soweit ist das alles natürlich nichts neues. mir fiel aber auf, dass das problem mit der datensammelwut, also das sammeln von informationen über eine person, eigentlich gar nicht so neu ist. im prinzip gibt es diese situation schon viele hundert jahre. ein butler muss zum beispiel, wenn er ein guter butler sein will, so viel wie möglich über seinen chef wissen. vor allem sollte er so viel privates wie möglich wissen. auch ein guter butler (oder assistent) sollte meine kontakte, korrespondenz-metadaten und termine kennen, jederzeit meinen aufenthaltsort so genau wie möglich bestimmen können und so viel wie möglich über meine vorlieben und abneigungen wissen. diese daten sollte sich ein butler auch gut merken können, damit ihm das alles nicht jeden morgen neu erklärt werden muss.
ein guter butler geht also, von berufs wegen, einer manischen datensammelwut nach. ausserdem bügelt und faltet er, wie ein gutes smartphone, jeden morgen die zeitung. die probleme, die wir heute (unter anderem) mit smartphones haben sind also keineswegs neu. zum beispiel die frage, welche daten sammelt das ding über mich? ist mein smartphone loyal und verschwiegen, bzw. schützt es die daten die es über mich sammelt, oder tratscht es die bei jeder gelegenheit aus? diese fragen haben sich in den letzten jahrhunderten sicherlich auch schon unzählige adelige oder privilegierte gestellt. und wir jetzt eben auch.
vielleicht wäre das gar keine schlechte idee, die eine oder andere gepflogenheit oder tabu das sich im verhältnis von privilegierten und ihren dienern oder assistenten in den jahrhunderten herausgebildet hat, auch auf technik anzuwenden. vielleicht sollten wir von geräten, die uns dienen oder das leben leichter machen sollen, nicht nur reibungsloses funktionieren und einfache bedienbarkeit erwarten, sondern eben auch verschwiegenheit, diskretion und loyalität?
wenn wir über die technik, die wir derzeit nutzen, sei es in form von tragbaren geräten oder diensten, die auf geräten dritter laufen und die uns über das netz verbunden helfen unser leben zu organisieren, in den kategorien von loyalität und aufrichtigkeit nachdenken, kommen wir vielelicht zu ganz neuen schlussfolgerungen oder narrativen?
dann sind nachlässlichkeiten oder kooperationen von grossen und kleinen dienstleistern mit polizei und geheimdiensten vielleicht eben kein abstrakten datenschutzlücken mehr, sondern empörende fälle von illoyalität und vertrauensbrüche.
andererseits ist loyalität auch ein teures gut. ein butler kostet in deutschland etwa €6000 im monat. da nimmt man vielleicht auch mal einen für €60 im monat, der seinen job einigermassen erfüllt, aber dafür ständig nach hause telefoniert. aber muss loyalität wirklich teuer sein oder nur für privilegierte erreichbar sein?
auf spiegel online gefunden : eine beeindruckend anschauliche visualisierung des geplanten baufortschritts der nächsten 13 jahre der basilika sagrada família von antoni gaudí in barcelona.
ich frage mich allerdings wie das passieren kann, dass ein verein der einen solchen aufwand in die produktion einer visualisierung steckt, nur 3 euro fünfzig für die musikalische untermalung dieser visualisierung übrig hat. die musik, mit der das video unterlegt ist, kenne ich (glaube ich) aus fünfzig anderen werbeclips. aber wenn man das video stummgeschaltet ansieht, dann geht’s.
superlevel lässt sich künftig von vice vermarkten (die auch nerdcore.de vermarkten). fabu scherzt über seine autoren:
Die werte Autorenschaft leistet hervorragende Arbeit und hat sich noch nie darüber beschwert, lediglich mit Gummibärchen, Rabattmarken und sexuellen Gefälligkeiten entlohnt zu werden.
bisher war superlevel, wie ich, auch bei stilanzeigen. jetzt eben stillose werbung. aber:
Zahlreiche Menschen haben mit Werbung im Internet oder speziell in Blogs ein Problem. Ich kann das durchaus nachvollziehen, aber es interessiert mich nur peripher. Weder habe ich Lust darauf, die Einbindung von Werbung immer und immer wieder zu rechtfertigen, noch möchte ich etwaige Kritiker ignorieren. Aus dem Grund werden wir jedem Besucher (!) die Möglichkeit bieten, die Werbung auf Superlevel seitenübergreifend zu deaktivieren. Fakt ist nämlich, dass wir lieber auf Werbeeinblendungen statt auf Leser verzichten. Wer sich also bewusst für ein Abschalten der Werbung auf Superlevel entscheidet, bekommt ganz offiziell und ohne Murren unseren Segen.
ich biete das ebenfalls seit ca. 9 jahren an (worauf ich im schnitt alle 4 jahre hinweise). werbung auf wirres.net abschalten geht mit der taste w, dem menü rechts (taste y) oder über die wirres.net-einstellungsseite. die einstellung wird mit einem cookie gespeichert, der zwei wochen lang hält.
jahrelang hat (glaube ich) keiner verstanden, warum ich das anbiete. vielleicht auch, weil ich es nicht so gut begründet habe wie fabu. ich glaube übrigens auch, dass es der werbeindsutrie und den publishern gut getan hätte adblocker selbst zu erfinden. bei superlevel in den kommentaren zeichnet sich zumindest eine grosse akzeptanz ab. allerdings vor allem, weil superlevel.de super ist und weil alle hoffen, dass die autoren dort ohne sexuelle gefälligkeiten besser schreiben.
ich habe an einer stelle zwei stellen wirklich tränen gelacht. muss man sich mal vorstellen, ich sitze in der küche, gucke tierfilme und lache. die beifahrerin war jedenfalls ein bisschen irritiert.
gestern haben wir beim essen in der firma über politik geredet. die ausgangsfrage die über dem essen schwebte war: wer sind eigentliche diese CDU-wähler? die meisten die am tisch sassen kennen keine. ich kenne eine CDU-wählerin aus der neunten und zehnten klasse. ich glaube sie ist sogar CDU-mitglied. möglicherweise wählt mein vater die CDU. sonst fällt mir auch keiner ein. aber ausserhalb unserer sozialen- und filterblasen muss es sehr viele geben. wenn es nach dem zweitstimmenergebnis geht, leben wir in einer schwarzen republik:
don dahlmann weist ebenfalls darauf hin, dass das ergebnis der union keinesfalls historisch sei, es sei der normalfall in deutschland:
Der SPD ist es nur 1972 (Willy Brandt) und 1998 (Schröder) gelungen, mehr Stimmen als die CDU zu holen. Wir leben in einem Land, in dem die konservative CDU den breitesten Konsens abbildet. Und das schon immer.
das wahlergebis zeigt, dass die deutschen mehrheitlich zufrieden mit der regierungspolitik sind und kein allzu grosses bedürfnis nach veränderung verspüren. beim mittagessen kamen wir dann auf die frage, warum das so sei und ob man die menschen nicht besser aufklären müsste über die missstände in der republik.
ich vermute man kann das am besten mit einem bild illustrieren. ich finde es zum beispiel sehr angenehm in einer stadt zu wohnen, in der eine ungeheure vielfalt herrscht, in der türken, polen, russen, spanier oder amerikaner dicht gedrängt zusammenwohnen, in der man aufs auto verzichten und wenn man glück hat eine günstige altbauwohnung bekommen kann. eine stadt in der man nachts bis in die puppen ausgehen und einkaufen kann und in der die nachbarn nichts über meine vergangenheit oder meinen beruf oder meine freunde wissen. ich lebe hier in dieser stadt mit vielen menschen zusammen die diese freiheiten schätzen und den preis dafür (hoche dichte, lärm, durcheinander, ständige veränderung) sehr gerne zahlen.
ich kann mir allerdings schwer vorstellen einen bauern, der zufrieden mit seiner familie in der röhn auf seinem eigenen hof lebt, mercedes fährt und seine kinder in gersfeld auf die schule schickt, über die vorzüge meines lebensstil „aufzuklären“. noch schwerer würde es wohl, wenn ich ihm klarzumachen versuchte, warum die netzneutralität wichtig sei. ich kann mir durchaus vorstellen diese themen verständlich und überzeugend aufzuarbeiten und beispielsweise mit powerpoint oder keynote unterhaltsam zu präsentieren, aber die hoffnung ihn „aufzuklären“ oder ihn davon zu überzeugen, auch meinen lebensstil in erwägung zu ziehen werde ich mir wohl abschminken müssen. auch von der dringlichkeit bürger- oder grundrechte in der stofflichen welt und dem internet zu erhalten und zu stärken, werde ich jemanden der nachts noch nichteinmal die haustüre abschliesst, wirklich schwer überzeugen können.
[nachtrag 28.09.2013: was im vorherigen absatz steht soll nicht bedeuten, dass ich glaube ein rhön-bauer verstehe bestimmte politische themen nicht, was ich vor allem sagen will: viele themen die ich wichtig finde interessieren einen rhönbauern nicht, vor allem auch, weil sie seine lebenswirklichkeit nicht berühren. und: ich halte die hoffnung leute mit anderen politischen ansichten aufklären zu können für ziemlich bescheuert und arrogant. deshalb steht das wort fast durchgängig in anführungszeichen.]
ich habe dann beim essen gefragt, was denn die wirklich drängenden themen sind, dinge die die menschen emotional aufwühlen. beim umweltschutz fiel niemanden etwas ein, was sich die merkel-regierung nicht schon in grossbuchstaben auf die fahnen geschrieben hätte. bewahrung der schöpfung, energiewende, klimawandel steht gleichberechtigt auf schwarzen, roten und grünen fahnen. den grünen fahnenträgern fällt es sichtlich schwer sich thematisch gegen die schwarzen abzusetzen. auf den schwarzen fahnen stehen mittlerweile sogar die worte mindestlohn und steuererhöhungen. es gibt kaum ein thema das die merkel-regierung nicht schon umarmt und in watte gepackt hat und mit dem man noch mehrheiten mobilisieren oder polarisieren könnte. ausnahme sind natürlich aufgeklärte filterblasen-bewohner (wie du und ich), die dafür sorgen dass die schwarze karte oben ein paar bunte einsprengsel in den traditionellen filterblasen-ballungsräumen bekommt.
das ergebnis der bundestagswahl hat auch nichts mit dem versagen des journalismus oder der „netzgemeinde“ zu tun. es damit zu tun, dass keines der themen das journalisten oder netzbewohner für drängend halten, irgendwen ausserhalb von berlin, diversen filterblasen und ballungsräumen emotional berührt. die themen die wir netzbewohner, journalisten oder städter für drängend halten (meiner meinung durchaus zu recht), sind dem otto-normal-bürger nach wie vor zu abstrakt oder zu weit entfernt, um davon emotional berührt zu werden.
oder anders gesagt: was interessiert den bauern in der rhön das schicksal von edward snowden oder das von unzähligen dunkelhäutigen menschen die opfer von racial profiling oder fremdenfeindlichen übergriffen werden oder die menschen oder journalisten deren laptops an den grenzen gefilzt oder beschlagnahmt werden?
so traurig das klingt, aber mehrheitlich lassen sich viele menschen wohl eher von einer PKW-maut für ausländer (sprich östereicher und schweizer) berühren oder sich von unions-spindoktoren einreden, dass die grünen für spiessige bevormundung stünden. dass die CSU-regierung in bayern gleichzeitig für eins der strengsten nichtrauchergesetze im lande verantwortlich ist, stört die aufregung dann kaum. abgesehen davon, dass sich kaum ein unionspolitiker vorstellen kann, wie eine politik aussehen könnte, in der menschen mit abweichender sexualität oder rauschbedürfnissen nicht spiessig und ewiggestrig bevormundet werden, steht das C in der CDU/CSU ja bereits seit vielen hundert jahren für den fleischlosen freitag, an den sich viele kantinen bereits seit dekaden halten. tatsache ist aber: die union hat ständig themen im köcher mit denen sie die gefühlsklaviatur von sehr viel mehr wählern manipulieren bespielen kann als ihre gegner.
ich habe kürzlich gelernt, dass wir von grundrechten sprechen sollten und nicht von bürgerrechten. ich frage mich allerdings noch ob ich jetzt auch das wort „bürgerrechtler“ aus meinem vokabular streichen soll und von „grundrechtlern“ reden soll? ich habe auch gelernt, dass intellektuelles haarespalten und durchanalysieren zwar grossen spass macht und stimuliert, aber niemanden ausser ein paar bloggern, journalisten und stadtbewohner interessiert.
was fehlt, um die themen der netzpolitik, der freiheit und der grundrechte nach vorne zu bringen oder zu einem wahlentscheidenden thema zu machen, so wie vor 20 oder 30 jahren die umweltpolitik, ist nicht aufklärung oder bessere vermittlung, sondern emotionale aufladung. was bei der umweltpolitik in den letzten 40 jahren auch zu starken überdramatisierungen geführt hat, an denen wir bis heute zu knabbern haben (beispielsweise die wasserwerke).
diese dramatisierung kann nicht synthetisch erzeugt werden, sondern nur durch — das hört sich jetzt leicht dramatisch an — konkrete opfer, im sinne von menschlichen schicksalen und identifikationsfiguren. edward snowden ist ein anfang, aber leider ein sehr schwer vermittelbarer — zumindest in deutschland. ähnlich übrigens wie murat kurnaz oder gustl mollath. keines dieser schicksale hat die mehrheit der wähler so weit berührt, dass sie daraus konsequenzen an der wahlurne gezogen hätten — im gegenteil. aber trotzdem glaube ich fest daran (und ich irre gerne und oft), dass es schicksale von menschen sein werden, die themen wie netzpolitik und grundrechte soweit dramatisieren können, dass sie irgendwann doch bei der mehrheit der bevölkerung ankommen. bei der umweltpolitik hat es übrigens mal gereicht um die 3 millionen menschen zu berühren um einen wechsel herbei zu führen.
was ich eigentlich sagen will: neben den wahrnehmungsstörungen der ballungsraum- und berlin-filterblasen ist das hauptproblem das einem politikwechsel entgegensteht mal in einem völlig anderen zusammenhang von bill clinton ausgesprochen worden: „it’s the economy, stupid!“
interessante reaktionen hier in den kommentaren, auf twitter und facebook; ich finde ja, dass ich auf wesentliche reduziert, ungefähr folgendes geschrieben habe: in unserer urbanen ballungsraum-filterblase erkennen wir nicht, dass sich kaum jemand für die von uns hochpriorisierten themen interessiert und erst recht nicht von uns belehren („aufgeklären“) lassen will. darauf als reaktion zu schreiben: „merkt ihr eigentlich nicht, dass euch in eurer filterblase niemand zuhört?“ oder mich als arroganten, besserwisserischen oder blasierten schnösel darzustellen, erstaunt mich dann doch erheblich. aber weil ich mich vielleicht in der tat für erst- oder oberflächlich-leser missverständlich ausgedrückt habe, habe ich oben einen nachtrag in eckigen klammern nachgetragen.
vom online ad summit letzte woche in köln (ich schrob bereits ein bisschen drüber) sind jetzt die folien und ein paar bilder bei flickr online. ich habe meinen vortrag (den ich mit apple keynote gebaut hatte) mal versucht als blogartikel in html aufzuarbeiten. so am stück aufgeschrieben sieht man mal wieviel man in knapp 25 minuten so wegredet, wie lang das in buchstaben ist, nämlich ungefähr 3100 worte.
in den letzten tagen habe ich nochmal über eine meiner steilen thesen nachgedacht. auf den ersten blick scheint sie eher absurd, aber je länger ich drüber nachdenke, desto mehr sinn ergibt sie (glaube ich). ich habe mich gefragt, ob es nicht eine gute idee gewesen wäre (oder nach wie vor ist), wenn die werbeindustrie adblocker anböte. genau betrachtet macht das unternehmen evidon, dass unter anderem dienstleistungen für die werbeindustrie anbietet, genau das: es bietet ghostery an.
die möglichkeiten die mir für den vortrag eingefallen sind (datengewinnung, einen draht zum nutzer, einfaches, gezieltes whitelisting) sind noch sehr ausbaufähig und in den letzten tagen sind mir noch mindestens 3 weitere gute gründe für so eine herangehensweise eingefallen. aber dazu vielleicht demnächst mal mehr.
nach drei jahren bin ich diese woche mal wieder in köln gewesen. ich wurde eingeladen einen vortrag zu halten, über werbung im internet. im vorfeld hatte ich mich schon irre gefreut, weil ralph caspers, einer der moderatoren und mitmacher der sendung mit der maus, die veranstaltung moderieren sollte. und dann das:
ich so zu ralph caspers: »grosser fan!« ralph caspers so: »gleichfalls!«
muss jetzt aufpassen nicht vor stolz zu platzen.
was ralph caspers dann auch noch geditot hat.
nachdem jetzt also geklärt ist, dass ralph caspers und ich gegenseitig fans sind, muss ich aber noch einen drauf setzen. weil ich nämlich finde, dass er nicht nur ein super fernsehmoderator ist, sondern auch ein super veranstaltungsmoderator.
der online ad summit, den ralph caspers am dienstag moderierte, ist jetzt nicht so die art veranstaltung, auf der gute laune und fröhlichkeit im vordergrund stehen. aber trotzdem hat ralph caspers es ab dem ersten satz seiner moderation geschafft mir ein lächeln aufs gesicht zu zaubern. er ist wirklich witzig. dazu kommt, dass er wirklich ahnung vom internet hat. das sage ich nicht nur, weil er wirres.net kennt und in seinem adblocker gewhitelistet hat, sondern weil torsten kleinz das gesagt hat:
Letztens habe ich ihn auf irgendeiner Web-Konferenz moderieren gesehen. Und er hatte tatsächlich Ahnung von was er sprach. UND: Er kann moderieren. Ohne sich konstant selbst auf die Schulter zu klopfen. In der Kombination ein Novum.
ich weiss zwar nicht ob ein kompetenter und gleichzeitig unprätentiöser moderator wirklich ein novum ist, aber ich weiss, dass ralph caspers beides ist.
was ich aber eigentlich sagen wollte: ich kann ralph caspers ohne einschränkung als moderator empfehlen. ich kann mir vorstellen, dass er so ungefähr jede veranstaltung bereichert.
webtrekk ist jetzt offenbar im porno-business #ichkaufdasnicht #dmexco /cc @marthadear pic.twitter.com/HBOxIGBBzy
auf der dmexco soll angeblich noch schlechterer mobiltelefon-empfang herrschen als auf der repuplica. das kann ich nicht bestätigen, zumindest am ersten tag war ich auf der demexco immer bestens verbunden. allerdings traf die dmexco als messe so gar nicht meinen nerv.
es waren zwar irgendwie alle da die die beiden worte internet und geld schonmal in einem satz laut ausgesprochen haben oder sich zum ziel gesetzt haben leute im internet zu zählen, auszumessen oder zu verarschen, aber nach dem querlesen von drei hallen habe ich die veranstaltung wieder verlassen und bin lieber ein bisschen durch die innenstadt von köln geschlendert. in der innenstadt ist das essen auch etwas günstiger als auf der dmexco und weniger warteschlangen-verseucht. kann aber auch sein, dass die aushänge an den dmexco-asia buden ein witz waren. weil 9 euro für fettige asia-nudeln mit alibi-gemüse im karton, kann ja niemand ernsthaft verlangen.
ich hab dann zwar in der innenstadt auch 9 euro ausgegeben, aber das war einerseits frisch zubereitet, thailändisch und mit einer schorle serviert. im pik thai in der wolfstrasse.
im manufactum-laden ist auch alles messe-teuer, aber weil ich gehört habe, dass das brot das dort verkauft wird überagend toll sein soll, habe ich dort mal einen (grossen) viertel-laib zum probieren gekauft. ich hoffe das brot funktioniert besser als die klemmenden klingelschalter von manufactum.
die abende in köln habe ich mit alten freunden verbracht, die ich teilweise 8 jahre nicht gesehen habe. freunde in köln zu haben ist aus vielen gründen sehr schön. man kann sie besuchen, mit ihnen essen oder essen gehen und kölsch oder wasser trinken, aber man kann unter umständen auch bei ihnen übernachten, wenn zu messe-zeiten die verbleibenen hotelzimmer bei 300 bis 600 euro pro übernachtung losgehen und zimmerpreise von über tausend euro nicht ungewöhlich sind. sehr angetan war ich von der küche des alteburger hofs. dort habe ich mir eine schlachtplatte für 14 euro bestellt die sehr exquisit und zivilisiert war. gar nicht so wie man sich deutsche schlachtplatten vorstellt, brutal, fett und fleischtriefend. sondern fein portionierte kleine köstlichkeiten mit ein bisschen kartoffelsalat, ein bisschen sauerkraut-wurst-salat, etwas pastete, etwas fischtartar und ein paar köstlichkeiten die ich nicht erkennen konnte, die aber toll waren.
am tag vorher hatte ich in deutz noch das vergnügen beim mexikaner, der sich in den letzten 15 jahren nicht einen deut verändert hat, meinen persönlichen klassiker zu essen; den spinatsalat des cafe especial.
am donnerstag bin ich auf dem weg zum bahnhof an der kölner stadtbibliothek vorbeigelaufen und habe mich gleich in die eingangshalle verliebt, in der unter anderem ein terminal stand, auf dem man ausländische presse lesen könnte, zwei kugelsessel mit anmontierten ipads und ganz viele corbussier-sesselchen. ausserdem hing im fenster ein plakat, auf dem unter anderem stand: „webcomics — die notwendigkeit zu bloggen“
ein bisschen habe ich mich in dieser woche wieder daran erinnert, wie schön es ist in köln zu wohnen. aber berlin ist auch toll.
(bild oben: flurbeleuchtung mit sternenhimmel)
ich bin mir nicht sicher ob man die befähigung zum amt des bundeskanzlers davon abhängig machen sollte, wie sich diejenige oder derjenige auf fotos inszeniert. oder ob man von der abwesenheit menschlicher regungen eine besonders gute regierungsfähigkeit — oder das gegenteil — ableiten kann.
i was invited as an audience member for BBC world news’ world have your say (WHYS) broadcast which was sent live from 12:00 to 13:00 GMT, which is confusingly 14:00 to 15:00 berlin time¹. the audience drippled in from around 12:30 (german time) until close to the beginning of the broadcast. probably because nobody was told ahead of time, that rehearsals were planned to start around 12:30. at least i wasn’t told before.
and of course, everybody must have heard that, making television involves a lot of waiting. or as the moderator ros atkins put it during the rehearsal: »now you get a glimpse of how much work it takes, to make something look normal on TV.« when i twittered this image during the rehearsal, i learned that my iphone tries to auto correct »atkins« to »stalin«. i hope iOS does that only when you put it into german language mode.
i really liked how ros atkins conducted the audience during the broadcast. watching TV, watching the finished product almost always makes me feel being a moderator or presenter is like a piece of cake. everything seems to be quite natural on TV, even the most ridiculous set.
but being present on the set and seeing what has to be taken into account, how many loose ends have to be tied together to make it a pleasant expierience for the viewer is kind of awe-striking. it doesn’t feel natural talking into a camera, standing in the middle of a room full of people you hardly know that stare at you, having someone talking into your earpiece while you talk and listen or read on an ipad that is strapped to your hand.
again, i liked how ros atkins presented and moderated the discussion. if you haven’t seen it, in a couple of days it will be on youtube. thats at least what ros promised. and he really seems to be a sincere guy, here it is:
ros atkins and i met once before to film some scraps of a converation about germany which were used to put together a teaser for the broadcast. the teaser was send at least once on BBC world news before the broadcast. i got 8 seconds of speaking time (see the whole clip or a still-image) after waiting an hour for the team and chatting half an hour with ros. which was a pleasure and worth the while for 8 seconds of world-wide fame.
i was seated in one of the front rows, which i found kind of flattering. sitting there, ros asked me one of the more annoying questions he already asked me on monday. he asked if there hasn’t passed enough time since world war 2 for germany, so that it could return to a normal role in foreign policy. i didn’t say all of this, but i was wondering what a »normal« role would look like. and i also do hope, that even if a very long time passes, that germany won’t return to a foreign policy that wants to »punish« people or foreign governments. i was actually quite upset by a remark by german zeit newspaper journalist mariam lau, who said that she was »ashamed« of the german government, that didn’t sign a syria-resolution on the same day as other european governments and that »we« had to punish the syrian government. i really don’t know how »punishing« syria with military action (probably meaning massive airstrikes) would help anyone, let alone the syrian people, who would flee the country in large numbers. as far as i know (correct me if i’m wrong) there haven’t been any airstrikes that successfully removed a brutal regime in the last couple of centuries. and don’t say hiroshima and nagasaki, which took a huge count of civilian lives and that i wouldn’t dare to call »airstrikes«.
so however that punishment would look like, i have no clue how that would help anybody, except for the warm feeling that you get if you can say: »look, at least we did something and didn’t just sit around.« in germany we like to call that shopping-window politics. so if »normal« foreign policy means that, then i’d say, no thank you, i’m not convinced.
what i really liked about the programme was the diversity of the audience. that was a really good job by the WHYS team. people of color, germans with roots in other countries, conservatives, liberals, a politician, professors, experts on economy and me. may be the number of journalists was a little to high, but at least the political corners were balanced. may be they shouldn’t have balanced it as far as they did and even invite a journalist from the »bild«-newspaper. at least i got a chance to object to him (didn’t get his name). he tried to make a point that any economic government intervention or economic development scheme is bad. because journalists from »bild« believe (or want to believe) that the government is incapable of doing things right. except, of course, if it’s about protecting newspapers from competition (see »leistungsschutzrecht« (looked it up: ancillary copyright law) or depublicising content from public TV) or if it’s about intelligence services. these issue, says the »bild«-newspaper, are handled and excecuted perfecty by the government. i was wondering aloud if they also think that german streets and autobahns would be better managed in private hands. so i tried to make my last point and say, that i believe that the government should invest much more in infrastructure or at least stimulate massive development of the german infrastructure. especially concerning the internet, but also railroads and energy production.
i really liked the discussion, especially because there were almost no politicians present. i would really like german TV to pick up on that kind of discussion. normal people discussing on live TV with a little help of a moderator. i am dreadfully bored by german talkshows, but enjoyed »world have your say« a lot. by the way, i was also amazed how many germans speak english in a pleasant way. and i was appalled by how i struggled with the language. if i watch american TV shows i almost feel like a native speaker. so i had to learn, what a big difference there is between listening to english and actually talking english. let alone writing.
1) englisch? ich finde das ausnahmsweise mal angemessen. und weil ich beim englisch schreiben auch mal in einem wörterbuch nachschlagen kann, fluppt das worte-finden auch hoffentlich etwas besser als eben im fernsehen.
[nachtrag 13.09.2013]
das dradio über die sendung am mittwoch, auf deutsch: „Der Blick der Anderen“ (via @BBCRosAtkins)
[nachtrag 14.09.2013]
youtube-video oben eingebettet.
morgen mittag um 13 uhr sendet der BBC world news service die sendung „world have your say“ aus berlin eine diskussion über deutschland:
With under a fortnight to the election, World Have Your Say is live from the German Historical Museum in Berlin to find out how Germans see their place in the world in 2013. How does the rest of the planet see Germany? Should the world learn to be a bit more German? In which direction will this election take Germany? And is Angela Merkel the best person to continue to lead it?
es sind ein paar (um die hundert) deutsche eingeladen, unter anderem auch ich. wer dort wann oder wie etwas sagen wird weiss ich nicht. gestreamt wird die sendung wegen ähnlich blöder britischer mediengesetze wie in deutschland nicht, aber über satellit sollte BBC world news zu empfangen sein. ausschnitte könnten irgendwann im whys-youtube-kanal aufschlagen, aber vielleicht auch nicht. aber ich werde von dort mit meinem telefon tweets und bilder senden.
[nachtrag 11.09.2013]
in einem kleinen teaser der derzeit auf BBC world news versendet wird darf ich auch einen halben satz sagen, nämlich, dass wir deutschen sehr wahrscheinlich nicht in den krieg gegen irgendwen ziehen werden.
typisch fernsehen: 8 sekunden fernsehen zu produzieren können auch schnell mal anderthalb stunden produktionszeit kosten (warten, filmen und plaudern). hier ist der ganze clip zu sehen.
der moderator ros atkins meinte bei der probe, die aufzeichnung würde auch auf youtube veröffentlicht (und noch ein paar mal neu versendet).
hier mein veranstaltungsbericht (auf englisch).











