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geschenke

zusage
ich habe heute mehrere geschenke bekommen, über die ich mich sehr gefreut habe.
eine email
Am 16.03.2026 um 15:27 schrieb programme@re-publica.com:
Liebe*r Felix Schwenzel,
Vielen Dank für deine Einreichung für die re:publica 2026.
Wir freuen uns sehr, dir mitzuteilen, dass deine Session "Die Welt ist scheisse — und das ist auch gut so" für das Programm der #rp26 angenommen wurde!
hier hab ich vor zwei monaten meinen vortragsvorschlag veröffentlich. neben der freude überwiegt die furcht vor der arbeit. ich fürchte das bedeutet in den nächsten zwei monaten weniger fernsehen und mehr lesen und schreiben.
neue firmware für unseren staubsauger
gefühlte 10 jahre nach der ankündigung hat dreame unserem x50 das matter-update geschickt. das heisst unter anderem, dass der staubsauger jetzt auch nativ in der apple home.app zu sehen und zu steuern ist. das ging zwar auch schon vorher mit der grossartigen dreame-vacuum custom component, aber jetzt nen ticken einfacher und eben nativ.
eigentlich ist der plan — wie bei aller gut gemachten heimautomatisierung — dass man von dem gerät gar nichts mitbekommt. wenn ich morgens auf den morgenspaziergang gehe und die beifahrerin noch im bett bleibt, fährt der roboter los und putzt zuerst die küche. wenn dann noch zeit ist, probiert er es im bad und wenn da die tür zu ist, den flur. sobald ich nach hause komme oder die beifahrerin aufsteht, fährt er zurück in seine station und macht sich sauber. das klappt soweit auch ganz gut, aber manchmal steht die beifahrerin tagelang früher auf und die küche verdreckt dann. wenn die beifahrerin reinigungen dann mal manuell anstossen wollte, klappte das oft nur holprig, weil meine arbeitsanweisungen (scripte) nicht immer aktuell waren oder der dreame und seine KI einen schlechten tag hatten.
mit dem neuesten firmwareupdate (4.3.9_2199) sieht das nach ersten tests ganz gut aus. er scheint sich ein bisschen selbstsicherer in der wohnung zu bewegen und scheint sich nicht so schnell von störungen aus dem konzept bringen zu lassen. vor allem kann man aber jetzt auch eine reinigung direkt aus der home.app anstossen.
und home assistant beherrscht mittlerweile bei matter-fähigen saugern auch die raumzuordnung und sogar die reinigung einzelner räume lässt sich mit aktionen mit matter starten.
ein eher sisyphosesques geschenk, schenkte mir gestern nacht die matter-integration von home assistant. die matter integration funktioniert im prinzip sehr zuverlässig: docker container hochfahren, integration hinzufügen fertig. aber die teufel stecken wie immer im detail — oder genauer im netzwerk. wenn schon in der doku steht, dass es kompliziert ist, wird’s kompliziert:
Matter is based on IPv6 link-local multicast protocols and thus running the Matter Server (or developing it) is not as straightforward as any other application, mostly due to the bad shape of IPv6 support in various Linux distributions, let alone the IPv6 Neighbor Discovery Protocol, which is required for Thread.
nachdem meine (wenigen) matter geräte jetzt monatelang stabil liefen, verschwanden sie gestern nacht alle. die fehlermeldungen waren kryptisch aber meine coding assistenz schlug irgendwann vor folgendes auf dem docker-host zu machen:
sudo sysctl -w net.ipv6.conf.eno1.accept_ra=1
sudo sysctl -w net.ipv6.conf.eno1.accept_ra_rt_info_max_plen=64
damit ging es dann wieder.
und wenn’s funktioniert, dann ist dieses matter schon toll!
ein buch
die beifahrerin hat mir ein selbstgeschriebenes buch geschenkt. oder genauer, einen ausdruck einer längeren unterhaltung mit chatgpt um (vergeblich) ein geschenk für mich zu finden. das ist sehr lustig, auch weil chatgpt im laufe der unterhaltung alle möglichen sachen vorschlägt, die ich schon lange habe, ein cheap yellow display für wetteranzeige, e-paper displays für status-anzeigen, esp-32 bastelkits, mmw sensoren, hardware buttons für home assistant — oder „Matter-fähige Geräte (neuer Smart-Home-Standard)“.
obwohl, ein stream-deck mini hab ich noch nicht.
mit zunehmendem alter lässt sich der kalendarische alterswechsel immer besser ignorieren.
ix und meine mutter in den achtzigern
unpopuläre meinung

ich finde es ganz schlimm, wenn leute äusserungen mit der floskel: „unpopuläre meinung“ und einem doppelpunkt eröffnen. ich finde es schon schlimm, wenn leute ihre meinung überhaupt mit „meine meinung“ labeln, als prefix, suffix oder als „meine 2 cent“. einerseits sind meinungen ja auch ohne expliziten hinweis gut als solche erkennbar, andererseits habe ich immer den verdacht, dass diese floskeln eigentlich nur ankündigen sollen, dass kritik oder widerspruch an einem abperlen werden und man die eigene position nicht begründen möchte.
jedenfalls scheine ich nun selbst eine unpopuläre meinung zu haben, zumindest nach all dem, was ich in den letzten monaten alles über apples neues liquid glass design gelesen und gehört habe. ich habe lange gewartet auf tahö tahoe zu aktualisieren, weil ich so viel schlimmes darüber gehört habe. wie schrecklich das transparenz-gedöns sei, die icons überall in den menüs, die zu stark abgerundeten ecken, verwurschtelte icons. aber komischerweise fühle ich mich nach ein, zwei wochen gewöhnung ganz wohl im flüssigen glas, sowohl auf dem mac, als auch auf dem telefon.
so, da haben wirs: jetzt hab ich ein gefühl geäussert, ohne es weiter begründen zu wollen. fertig ist meine unpopuläre meinung, die eigentlich nur so ein gefühl ist.
ist depubizieren bildungsfeindlich?
beim medienloggen und beim tracken der sendung mit der maus von gestern, ist mir aufgefallen, wie absurd die praxis des depublizierens bei unseren öffentlich rechtlichen sendern und deren mediatheken ist.
die sendung mit der maus ist mit klassischen tracking websites trakt, imdb oder thetvdb.com kaum sinnvoll zu verfolgen. einzig fernsehserien.de hat eine akzeptable übersicht über die sendungen mit der maus. wobei die einzelnen einträge dort auch nur aus ein paar metadaten (immerhin gut gepflegt) und pressemitteilungen der ARD bestehen.
wie schön wäre es, wenn die permalinkseiten einzelner sendungen, wie die vom 22.02.2026 tatsächlich permanent wären? stattdessen wird die seite, zusammen mit dem video, am 30.03.2026 wieder verschwinden.
wenn ich es richtig verstehe, haben wir in deutschland kein öffentliches, bzw. im web zugängliches archiv des deutschen fernsehens (und der sendung mit der maus), weil verleger und kommerziele unterhaltungs und informationsanbieter der meinung sind, dass sowas schlecht für ihr geschäftsmodell sei. der politische kompromiss, der hier besteht, bedeutet, dass ein dauerhaftes archiv gesetzlich ausdrücklich untersagt ist, weil die öffentlich rechtlichen sonst den markt unangemessen beeinträchtgen würden. na gut, es gibt auch noch rechtefragen, da eine sendung mit der maus in den achtzigern wahrscheinlich nur die rechte mit den autoren, moderatoren oder komponisten der musik für die tv-ausstrahlung geklärt hat.
aber trotzdem, wie absurd: ein kulturgut wie „die sendung mit der maus“, das von der gesellschaft mit fernsehgebühren finanziert wurde, ist für die gesellschaft digital nicht als archiv verfügbar. was für eine bildungslücke, bzw. was für ein schatz das wäre, stünde uns eine gepflegte bibliothek der fernsehgeschichte zur verfügung, statt gelegentlich privat auf youtube hochgeladener schnipsel aus der öffentlich rechtlichen historie.
das ist natürlich auch besonders absurd, wenn es jetzt politische ambitionen gibt social media für junge menschen zu verbieten, aber gleichzeitig educational media für junge menschen auch nicht so richtig zu erlauben. ich weiss dass ein archiv des öffentlich rechtlichen fernsehen keine alternative zu social media ist, aber es wäre ein zeichen: bildung ist uns als gesellschaft so wichtig, dass kommerzielle interessen diesem ziel nicht im weg stehen dürfen. stattdessen lautet das signal: bildung gibt’s nur hinter bezahlschranken, als abo, als in-app-kauf. wir wollen die wirtschaft nicht mit öffentlich-rechtlichen-inhalten schwächen und nehmen dafür in kauf, das bildungsnivau der gesellschaft zu schwächen.
rivva unterstützen

tl;dr: unterstützt rivva!
ich bin nicht sicher ob es ein doofer vergleich ist, aber ich ziehe ihn trotzdem. und zwar ein leckerchen-vergleich.
leckerchen sind für die hundeerziehung ein wichtiges werkzeug. auch wenn frida unser erster hund ist und ich keine ahnung von hundeerziehung hatte, war meine erste erziehungs-aktion frida beizubringen leckerchen aufzufangen, die ich ihr zuwerfe. frida hat so in ihrem ersten halben lebensjahr fast die hälfte ihres regulären trockenfutters von mir in einzelstückchen zugeworfen bekommen. monatelang. das war gut um ihre reaktionsfähigkeit zu trainieren, aber es hat ihr auch ein gefühl vermittelt, dass der aufenthalt an meiner linken seite irgendwie gut und richtig ist.
mittlerweile verstehen frida und ich uns auch ohne leckerchen, sie erkennt an meinen lauten, gesten, meiner körperhaltung, ob ich etwas gut finde oder eher nicht. trotzdem habe ich imemr noch, fast immer, leckerchen dabei und belohne alles was sie aus meiner sicht richtig macht. wenn sie einfach an krähen oder tauben vorbeiläuft ohne aufregung zu zeigen (was ihr mittlerweile leicht fällt): lerckerchen. wenn sie sich beim warten an einer roten ampel an mein linkes bein drückt: leckerchen. wenn sie ein eichhörnchen sieht und es nicht jagen möchte (was ihr schwer fällt): leckerchen.
der witz ist allerdings: die leckerchen an sich, sind für frida gar nicht das interessante. es ist die geste. ein leckerchen verstärkt nur nochmal das das was ich mit meinen lauten, meinen gesten, meiner körperhaltung ohnehin schon ausdrücke: ich find gut was du machst, das kannst du genau so weiter machen.
hunde sind sehr gut im erkennen von intention. wir menschen auch. online, wenn gesten, mimik und körperhaltung fehlen, wird es für uns menschen manchmal schwerer intention zu erkennen oder intention auszudrücken.
ich habe ein paar monatliche abos, die für sich genommen eher klein und unbedeutend sind, von denen ich mir allerdings einbilde, damit auch wertschätzung für die zum ausdruck zu bringen, an die ich diese kleinen monatlichen beträge zahle. wie bei frida könnte ich diese wertschäzung auch anders zum ausdruck bringen, freundliche emails oder blogbeiträge schreiben oder empfehlungen aussprechen; das würde wahrscheinlich eine ähnliche wirkung haben.
und trotzdem finde ich, dass die regelmässige zahlung von kleinen, aber regelmässigen beträgen eine wichtige und richtuge geste ist. deshalb zahle ich (zum beispiel) der wikipedia, netzpolitik, übermedien, dem guten internet, home-assistant, dem plötzblog und rivva regelmässig monatiche beträge zwischen einem und zehn euro. ich kaufe gelegentlich apps die ich nicht unbedingt brauche, aber unterstützenswert finde, ich mache gelegentlich bei open source projekten einmalzahlungen, wenns einfach geht und mir die projekte, warum auch immer, gefallen.
das sind einerseits alles peanuts, keine weltbewegenden beträge von denen jemand leben könnte, aber eben auch jeweils eine geste. eine geste die sagt: ich finde gut was ihr macht, macht von mir aus genau so weiter.
und ich finde rivva seit seiner geburtsstunde so nützlich, dass ich bereits seit sieben jahren mit kleinen finanziellen gesten wild gestikuliere.
offensichtlich denken nicht alle so wie ich. das ist einerseits gut so, aber andererseits auch ein bisschen traurig, zumindest wenn ich mir diesen screenshot von der rivva-unterstützerseite auf steady ansehe.

21 leute? ich bin sicher, dass sich in deutschland mehr als 21 leute finden die frank westphal sagen würden: „ich finde gut was du machst, macht bitte genau so weiter und gerne auch darüber hinaus.“ (ich weiss, insgesamt unterstützen frank mehr als 21 leute.)
spätestens jetzt, wo frank sein spendenaufrufbanner von oben auf der den rivva-seiten nach unten verlagert hat, müssten ihm eigentlich allein schon deswegen ganz viele leute eine fünf-euro-geste entgegenschleudern.
viele leute, ich auch, stellen derzeit fest, dass es eine kleine blog-renaissance gibt. ich kann aus erfahrung berichten, dass die erste welle von blogs vor ~15 jahren auch zu einem grossen teil auf dienste zurückzuführen war, die die vernetzung von blogs unterstüzten: technorati.com als blogsuchmaschine und tag-aggregator, der google reader mit sozialen funktionen, mit denen man blogbeiträge mit einer einfachen klick-geste anderen in den feed aggregieren konnte. der frühe erfolg von blogs damals™ wäre ohne diese und ein paar andere dienste kaum möglich gewesen.
was ich sagen will: die revolution braucht werkzeuge. und die renaissance erst recht. und ohne rivva siehts in sachen sichtbarkeit für viele blogs düster aus. oder anders gesagt: wer das bloggen liebt, sollte rivva auch (ein bisschen) lieben und das auch mit der einen oder anderen geste zeigen.
welche gesten möglich sind hat frank hier selbst aufgeschrieben, ich empfehle jeder und jedem sich ein steady-konto einzurichten, dann kann man neben rivva, auch das eine oder andere projekt mit kleinen finanziellen gesten unterstützen. oder wie frank zu seinem paypal-konto sagt:
manchmal überrasche ich mich selbst mit eastereggs, die ich in home assistant versteckt habe (und offensichtlich wieder vergessen habe).
ich: hey snips, wie spät?
home assistant: hey siri, wie spät?
siri: es ist elf uhr sechsundfünfzig.
mastodon
bei heiko, wahrscheinlich beim rumklicken in seinem auf kirby migrierten blog, hab ich vor ein paar tagen diesen alten tweet trööt von sascha lob gefunden.
ich finde nach drei jahren kann man saschas aussage nochmal evaluieren. im grossen und ganzen gilt saschas aussage wohl noch. mastodon scheint twitters platz weder eingenommen zu haben, noch auf dem weg dahin zu sein. andererseits kann man aber auch sagen, dass „x“ ebenso wenig twitters platz eingenommen hat — und threads und bluesky auch nicht.
meine vermutung ist, dass keine plattform, oder kein soziales netzwerk, jemals wieder die globale öffentlichkeit herstellen wird, die twitter einmal hergestellt haben mag. ganz ähnlich wie es wahrscheinlich nie wieder eine sendung geben wird, die an einem abend 18 millionen menschen in DACH vor dem bildschirm versammelt, wie es 1999 noch wetten, dass…? konnte.
auch wenn die erfolgreicchsten videos, zum beispiel von kurzgesagt, zwischen 20 und 30 millionen views auf youtube erreichen, ist das unterm strich wohl nicht vergleichbar mit der reichweite und durchschlagskraft von fernsehsendungen in der guten alten fernsehzeit.
jetzt könnte ich sagen: mastodon ist eben nicht vergleichbar mit twitter oder alles ist eben anders, oder wie sascha es vor 3 jahren sagte: „Social Networks müssen sich ständig weiterentwickeln“ und entwickeln sich eben ständig weiter. instagram ist nicht mehr das instagram das es vor 10 jahren war, x ist kein twitter mehr und wer nutzt eigentlich noch facebook?
der witz ist allerdings, mastodon hat für mich den platz von twitter übernommen. ich nutze mastodon genau so, wie ich vor ein paar jahren twitter genutzt habe.
ich lese gelegentlich in meiner timeline, aber nicht öfter als ein, zweimal täglich. meine „öffentlichkeit“ fand nie in der twitter-timeline statt, genauso wie sie jetzt nicht in der mastodon-timeline stattfindet. meine öffentlichkeit habe ich mir selbst in meinem RSS-reader zusammenkuratiert. gelegentlich scrolle ich auch länger in meiner mastodon-timeline und ich freue mich, wenn ich interessantes entdecke, aber das sind dann eben zufallsfunde oder dinge die aufschwimmen, die ich auch anderswo gefunden hätte.
ich poste täglich ein, zwei mal auf mastodon, meisten dinge die ich vorher ins blog geschrieben habe, oft fotos. gelegentlich entwickeln sich um einzelne post von mir konversationen und ich gebe mir mühe auf antworten oder kommentare zu reagieren.
natürlich nutze ich mastodon auch in der hoffnung öffentlichkeit, aufmerksamkeit für meine beiträge herzustellen. allerdings weiss ich auch, dass das eher selten funktioniert, so wie das früher auch auf twitter war. hier mal ein like, mit etwas glück mal ein boost. manchmal treffe ich einen nerv und beiträge multiplizieren (boosten, retweeten) sich etwas weiter. auch das war auf twitter nicht anders.
vielleicht kann man das am besten mit einem bild beschreiben, was twitter für mich war und mastodon für mich heute ist: schaufnester in einer einkaufsstrasse. ich gehe nicht ständig einkaufen, aber wenn ich einkaufen gehe, schaue ich mir die auslagen anderer an. manchmal erhascht eine auslage meine aufmerksamkeit und ich bleibe stehen. vielleicht mache ich ein foto, vielleicht gehe ich in den laden und rede mit den inhabern des schaufensters. meisten lauf ich einfach durch oder kümmere mich um mein eigenes schaufenster. ich geb mir mühe selbst eine schöne auslage zu haben, aber ich weiss, dass die meisten an meiner auslage vorbeigehen — so wie ich es bei anderen tue. umso erfreuter bin ich, wenn gelegentlich ein paar leute vor meiner auslage stehenbleiben oder sogar andere leute herbeirufen. gelegentlich passiert das und wenn es mal interesse an meinem laden gibt, gebe ich mir mühe präsent zu sein und gegebenenfalls fragen zu beantworten oder die auslage zu erklären.
städte ändern sich ständig, genau wie soziale netzwerke. das muss auch nicht immer eine weiterentwicklung sein, das kann auch eine regression sein. in städten schätze ich deshalb auch oft die dinge, die sich nicht ändern. kneipen, restaurants, läden, die aus der zeit gefallen sind, seit jahrzehnten unverändert.
mastodon ist ein bisschen wie eine alte stammkneipe. die kneipe musste gelegentlich umziehen, aber das stamm-publikum folgte ihr zu grossen teilen. neue leute kommen jetzt auch wieder mehr, aber die stimmung, der vibe ist unverändert und vertraut.
ja mastodon ist nach wie vor „filterblasig“ und hyperlokal. es ist immer noch kompliziert und die bedienung erfordert eine lernkurve. alles in selbstbedienung mit furchtbar komplizierten apparaten. man kann auch seine eigenen apparate mitbringen und einstöpseln. das publikum ist vertraut und grundsätzlich sympathisch. manchmal richtet sich die aufmerksamkeit kurz auf einen selbst, meistens kann man komfortabel in der menge einfach rumhängen. oder nach hause gehen.
vielleicht ist das auch das beste an mastodon: es ist unaufgeregt, es bietet keine grosse show, es liegt eher ruhig in einer seitenstrasse. ich weiss ich verpasse nichts, wenn ich zuhause bleibe, aber wenn ich da bin isses vertraut und angenehm und wenn man hinschaut passiert auch mal was spannendes, vielelicht auch nur in einem kleinen nebenraum. schreihälse und deppen verirren sich selten zu mastodon, weil es ihnen zu langweilig erscheint und die bühne zu klein ist.
und wie so oft hat sascha lobo gleichzeitig 100% recht und liegt doch ganz leicht daneben.
mutti
wir sind grosse discounter fans. gerne immer die günstigen dosentomaten, die schmecken auch in ganz günstig mindestens so gut wie sugo aus frischen treibhaus-tomaten. jahrzehntelang haben wir immer die ganz günstigen dosentomaten gekauft.
vor ein paar wochen erwähnte eine freundin der beifahrerin, dass es bei ihnen immer nudeln mit tomatensosse aus mutti-dosentomaten gäbe.
also kaufte die beifahrerin zwei dosen mutti-tomaten. gut zwei bis dreimal so teuer wie der discounter-preis — aber, leider, merklich sehr viel leckerer, sämiger, fruchtiger, süsser als unsere bisherigen dosentomaten.
mir ist das eigentlich nicht recht, weil ich gerne behaupte dass die qualität von discounter-produkten mindestens so gut ist, wenn nicht sogar besser, als die von markenprodukten. das gibt’s auch in journalistisch aufgearbeitet beim SWR: „(Marke vs. No-Name-Produkte – was ist besser?)“. aber in diesem fall bleiben wir jetzt leider mal bei der marke.

nachtrag und klassiker aus dem archiv
das habe ich heute mit meiner an-diesem-tag-funktion (in der beilage) wiedergefunden. quasi ein klassiker.
hosenträger
ich hab mir die beifahrerin hat mir hosenträger gekauft. meine ersten hosenträger seit ungefähr 25 jahren. bis nach dem studium hab ich immer hosenträger getragen, keine ahnung warum ich irgendwann angefangen habe einen gürtel zu tragen. der gürtel nervte mich in den letzten monaten zunehmend, weil er aus allen meinen hosen sozusagen bundfaltenhosen machte.
das einzige foto, das ich finden konnte auf dem ich hosenträger trage ist eins aus lyon aus dem jahr 2003 (hier schonmal gepostet). man sieht auch nur die schnallen der hosenträger.

wenn ich hier schon bei der nabelschau bin, kann ich auch nochwas zu meinem gewicht schreiben. über die letzten monate hat sich mein gewicht im durchschnitt stabil bei 94 kilogramm gehalten, mit ganz leichter tendenz nach unten. heute stand zum ersten mal seit vielen, vielen jahren eine 92 vor dem komma auf der waage. gewichtsverlust 1 kg/3 monate, nicht viel, aber besser als plus. und natürlich mal schauen, wie es 18 monate nach dem absetzen von semaglutid aussieht.
ich esse (und koche) weiterhin alles, was sich die beifahrerin wünscht, sei es salat, raclette, nudeln mit tomatensosse, ofengemüse und zur darmspiegelung auch mal wieder „streichwurst“ mit toast, weils so in der darmentleerungsanleitung stand. nur eben kleinere portionen und nix süsses ausser meinen täglichen tk-fruchtquark, den ich mit süssstoff süsse und sehr geniesse. mein appetit ist (natürlich) merklich grösser als zu semaglutid-zeiten und die portionen dementsprechend auch nen ticken grösser, aber ich denke der bringer ist viel gemüse, wenig bis nichts süsses und stark reduzierter alkoholkonsum mit wenigen ausnahmen, zuletzt weihnachten.
das mit dem muskelaufbau ist auch eher schleppend, das regelmässige training (klimmzüge und liegestützen) wurde durch eine heimtückische attacke eines tödlichen männerschnupfens und gelegentliche lustlosigkeit unterbrochen, aber erstaunlicherweise schaffe ich mit hilfe meiner bizepse jetzt ein bis zwei 85-prozentige klimmzüge. bei allen anderen hand-/armhaltungen komme ich gerade mal 30% weit hoch. da ruft die rückenmuskulatur laut vernehmlich: „bau mich weiter auf! “
wer hätte gedacht, dass meine selbst ausgedachte rechtschreibung und zeichensetzung einmal zu einem unique selling point werden — nur weil sich das netz mit LLM-glatt-korigierten oder verfassten texten füllt.
eine mischung aus albert einstein und clint eastwood
das ist ein lebenslauf den emma thompson für hugh laurie für deren damaligen theaterverein (cambridge footlights) schrieb. der volltext steht in der alt-beschreibung des bilds, aber diesen satz mag ich sehr gerne:
A cross between Albert Einstein and Clint Eastwood, Hugh is ugly and stupid.

(screenshot aus der graham norton show, youtube link)
posting frequenz ≥ 7/woche
ich sehe in meiner „blogrolle“ und meinem feedreader, dass sehr viele menschen aus meiner blogblase jetzt wieder regelmässig oder gar täglich ins internet schreiben.
zum beispiel schreibt anke gröner dieses jahr jeden tag und das freut mich sehr, nachdem es dort lange sehr ruhig war.
oder eay.cc der laut seinem archiv 2025 im ø alle zwei tage schrob, jetzt auch mindestens täglich.
oder nico, 20 tage am stück.
thomas gigold hat sich vorgenommen „7× bloggen in der Woche“ und bis jetzt locker durchgehalten.
maximillian buddenbohm (aka buddenblum) macht das glaube ich schon seit 10-20 ewigkeiten ohne mit der wimper zu zucken, genau wie die kaltmamsell, obwohl ich bei ihr gerade ein wimpernzucken beobachtet habe.
auch sehr schön, dass der knsupermagier jetzt auch (wieder?) täglich schreibt und offenbar spass dabei hat.
ben_, konstantin, meq (aka mpf) und herrpaul_ machen das allerdings auch schon — glaube ich — seit ewigkeiten.
auch wenn ich anje noch nicht so lange folge, aber seit ich ichs tue kommt täglich ein beitrag.
jedenfalls freut mich das ausnahmsweise mal sehr teil eines trends zu sein. aktuell ist mein streak bei 271 tagen, das heißt seit dem 26.04.2025 habe ich jeden tag mindestens einen beitrag veröffentlicht. einige der beiträge bestehen vorwiegend aus bild-/binär dateien und metadaten, aber ich glaube ich habe auch ziemlich viel geschrieben. wer das lieber ein bisschen vorgefiltert haben möchte: unter /top gibt nur die beiträge die mindestens 10 „likes“ (oder 25 oder 50) bekommen haben. für den 10er-filter gibt’s auch RSS.
was mich aber besonders freut: täglich ins internet zu schreiben fühlt sich auch nach 271 tagen gut und gerne an.
nachtrag 23.01.2026:
darmspiegelung
weil meine hausärztin es mir vorschlug, habe ich mir vor einem halben jahr einen termin zur darmspiegelung von der beifahrerin organisieren lassen. am dienstag war es soweit.
zur vorbereitung der darmspiegelung muss man den darm (natürlich) erstmal leeren. am tag vor der untersuchung darf man ab neun uhr nichts mehr essen, fünf tage vorher musste ich bereits auf kerne, nüsse und alle vollkörnige verzichten. einen tag vorher muss man ziemlich eklige abführflüssigkeit trinken. das hatte ich noch in schlechter erinnerung von meinen vorherigen darmspiegelungen. aber da die anleitung darauf hinwies, dass ich zweimal einen halben liter von dem zeug „langsam, in kleinen schlücken“, über eine stunde verteilt trinken soll, war das dann ziemlich entspannt. ausserdem empfahl die anleitung dazu auch noch einen halben liter klares wasser zu trinken, damit war es dann fast ein vergnügen.
durch die zeitliche entzerrung der darmreinigungsflüssigkeitsaufnahme, lief auch das entleeren des darms relativ gesittet ab. mir fiel auf, wie homeoffice, ist auch homedarmentleerung sehr viel angenehmer als in einem wartezimmer oder krankenhaus.
für die koloskopie selbst hatte ich mir vorgenommen auf eine betäubung oder „schlafspritze“ zu verzichten. meine bisherigen darmspiegelungen hatte ich auch alle ohne betäubung gemacht und auch wenn ich mich daran erinnere dass das nicht besonders angenehm war, vor allem wenns um die kurven geht und luft in den darm gepumpt wird, wollte ich es dieses mal auch so machen. allein schon das ganze gewese mit abholen lassen, aufwachraum und den restlichen tag nicht ganz bei mir sein zu können hielt mich schon davon ab mich betäuben zu lassen.
ich muss sagen: angenehm ist das nicht, aber schlimmer als ein quersitzender furz ist es auch nicht. und ich konnte so auch mal wieder in mich reingucken und smalltalk mit den anwesenden machen. unterwegs fand der arzt ein paar polypen, die er einfach abschnitt und die abschnitte dann rauszog zur histologischen untersuchung. die reise durch den darm ging bis zum dünndarm und dauerte so um die 10 minuten.
für die darmreinigung wollte mir der arzt nicht die bestnote geben, aber die sicht war schon ziemlich klar. ich war wieder begeistert wie aufgeräumt es in mir aussieht. und die technik! das endoskop kann mit einem wasserstrahl die darmwände abzuspritzen, die linse war nicht eine sekunde beschlagen oder verschmiert, das bild war durchgehend kristalklar. irgendwie scheint die technik insgesamt fortschritte gemacht zu haben, denn auch die mörderblähungen die ich nach den letzten untersuchungen dieser art hatte, blieben diesmal aus.
in drei jahren soll ich wiederkommen um nochmal einen blick auf die polypen zu werfen. freu ich mich nicht unbedingt drauf, aber im prinzip würde ich schon sagen: gerne wieder.
die wichtigste erkenntnis habe ich nachträglich gewonnen, war mir in der form noch gar nicht klar: das was ich esse braucht ungefähr 23 stunden, bis die reste wieder ausgeschieden werden. ich dachte eigentlich dass ich mir mit der verdauung mehr zeit nehme.
apropos darm, ich glaube dieses „handwerkskunst“ video, in dem man einem chirurgen bei einer darmoperation zusehen kann, hatte ich schon mal empfohlen. am faszinierensten finde ich die ästhetik des eingriffs und des menschlichen innenlebens. da ist eigentlich nichts ekliges zu sehen und auch das auseianderschneiden und wieder zusammenfügen des darms sieht beinahe trivial einfach und unspektakulär aus.
das jahr ist schon 10 tage alt und ich habe das gefühl, dass es jetzt nicht mehr lange dauert und das jahr ist schon wieder vorbei.
der grosse angekündigte sturm blieb in berlin aus, das wetter fror einfach so vor sich hin, statt aggressiv zu werden. das ist nicht das erste mal, dass meine benachrichtigungen auf dem handy voller warnungen und vervorsichtigungen waren und dann am ende weder wind, noch schnee oder orkan aufkamen. mir ist schon klar, dass wettervorhersagen komplexe wahrscheinlichkeitsrechungen sind und ein schmetterling in ostasien den wintersturm potenziell verhindern oder mitauslösen kann. aber vielleicht sollten die warnungserzeuger trotzdem nochmal ihre kommunkationsstrategien überdenken und warnungen mit mehr konjunktiven präsentieren und entwarnungen mit der gleichen reichweite und wucht verbreiten wie die ursprünglichen warnungen. weil so bleibt bei mir irgendwie die frage hängen: wie ernst werde ich die nächste warnung nehmen?
gleiches gilt für die warnungen zum stromausfall im süden berlins. den stromausfall hat bei mir keine der installierten warnapp am 3. januar angekündigt. daür bekam ich am 7. januar mit viel getöse eine „Extreme Gefahr WARNUNG MITTEL“ und kurz danach, mitten in der nacht eine „Gefahreninformation ENTWARNUNG“ die mein telefon schreien liess.

warnungen und entwarnungen
das ist ein bisschen so, als ob die herolde der senatsverwaltung um 22 uhr sturm klingeln um zu sagen: „alles OK, KEIN GRUND ZUR SORGE, BITTE SCHLAFEN SIE WEITER! und bedenken sie, nach 18 uhr kein glas in glascontainer zu werfen, damit ihre mitbürgerinnen in ihrer nachtruhe nicht gestört werden!“
jedenfalls war es heute zum morgenspaziergang wieder -6°C aber es wirkte irgendwie milder als in den vorherigen tagen. zum teil kann das daran gelegen haben, dass ich heute zum ersten mal meine winterjacke, statt meines sommermäntelchens trug. zum anderen blies kein wind, was die gefühlte temperatur erhöht haben dürfte.
alle menschen und hunde die wir heute früh trafen waren extrem entspannt. frida auch, obwohl sie mich 5 mal fragte ob es ok sei, wenn sie mal kurz einen exkurs ins unterholz macht um dort eventuell sitzende vögel aufzuschrecken. ich liess sie gewähren, auch weil sie vorher übereifrig folgsam war, als ich sie darum bat.

catcherwiese
struktur, wetter, freude am wundern und dem durchschnitt
knuspermagier.de: Notifications für die Tagesstruktur
phillip lässt sich gerne zu bestimmten zeiten am tag erinnern, dass es eine bestimmte zeit ist. ich kann das gut nachvollziehen. ich lasse mir den tag gerne von geräuschen strukturieren. um 2 minuten vor sechs uhr morgens zum beispiel spiele ich in meinem zimmer einen von fünf audio tracks mit vogelgezwitscher ab. das ist so leise und subtil, als würde es von draussen, durch das geschlossene fenster dringen. ich kann da gut drüber weg oder weiter schlafen, ich mag es aber zu wissen, dass es jetzt sechs uhr ist ohne die augen öffnen zu müssen.
andererseits kann ich auch einfach sagen: „siri - wie spät?“ und siri antwortet. ab sechs ruft meine kuckuckuhr (die mit dem fisch) auch einmal „kuckuck“, worüber ich auch wegschlafen kann, wenn ich möchte. das macht die kuckucksuhr dann den ganzen tag über zur vollen stunde.
ausserdem läuft bei uns im flur eine standuhr-simulation. sie läuft tag und nacht und schlägt die stunden jeweils zur vollen stunde. aber das geräusch ist auch so subtil, dass es niemanden stört und eigentlich nur unbewusst wahrgenomen wird. manchmal liege ich nachts im bett und höre die standuhr gongen und erwische mich dabei die gönge zu zählen. das ist eigentlich sinnlos, weil ich ja siri fragen könnte, auf eine der beiden LED-matrix uhren schauen könnte die mich tag und nacht anstrahlen, auf meine beleuchtete armbanduhr oder mein telefon schauen könnte.
ehrlichgesagt ist dieser uhrenüberfluss völlig irrsinnig, aber ich mag es die uhrzeit maximal redundant zu haben. ich habe nämlich gemerkt, dass es unmöglich ist die uhrzeit von meinem telefon oder auch meiner armabanduhr abzulesen, weil ich immer zuerst die notifications sehe und dann vergesse, dass ich eigentlich die uhrzeit ablesen wollte. deshalb habe ich alle zimmer voll mit uhren gestellt, um dann doch auch mal die uhrzeit ablesen zu können. und die stündlichen geräusche der diversen uhren und geräuschgeneratoren helfen mir tatsächlich den tag zu strukturieren, zumindest solange der subtilitätsgrad genau richtig kalibriert ist.
mequito.org: [Mi, 7.1.2026 – Schneesturm kommt auf, bei Kutteln und Wildschwein]
bei wetterberichten erlebe ich das gleiche phänomen wie beim blick aufs handy, wenn ich mal eben die uhrzeit ablesen will. ich schaue zwar schon lange kein fernsehen mehr, aber früher, nach den nachrichten, wenn der wetterbericht vorbei war wusste ich nie, wie morgen das wetter wird. es war immer so, als ob der wetterbericht in mein linkes ohr eintritt und ohne weitere verarbeitung aus dem rechten ohr wieder austrat.
das gleiche passiert heute, wenn ich einen wetterbericht im internet betrachte. ich betrachte den, bewundere die grafiken oder ärgere mich über den werbeschmuck um den wetterbericht herum und schaffe es in den seltensten fällen den wetterbericht so zu verarbeiten, dass ich danach die frage beantworten könnte wie das wetter denn nun wird.
deshalb sind blogs wie das von markus für mich wichtig. heute lautete der erste satz von markus blogeinrg:
Morgen Abend zieht ein Wintersturm auf, der bis Sonntag anhalten soll.
solche sätze bleiben bei mir hängen. für den täglichen gebrauch habe ich mir meine eigene wetteranzeige gebaut, mit der ich visuell erfassen kann wie das wetter wird. quasi ein massgeschneidertes bild, das ich ansehen kann und dann, wie durch zauberei, weiss wie das wetter ist und wird.

starke-meinungen.de: Das Wunder Strom
alan posener war offensichtlich vom stromausfall im süden von berlin betroffen. was er drüber schreibt, habe ich gerne gelesen.
Meine größte Sorge ist, dass man vergisst, was die alltägliche Versorgung mit Strom für ein Wunder ist.
meine grösste sorge ist eher, dass wir vergessen welches unwahrscheinliche wunder diese welt, diese biosphäre, unsere zivilisation, unser leben ist. andererseits haben wir das natürlich im alltag alle vergessen, aber was wir verlernt haben, ist uns über die dinge unseres alltags zu freuen.
nachdem ich ein paar tage bei meinen eltern auf dem land war, wo öffentlicher personen nahverkehr im prinzip non-existent ist und man entweder auf ein auto oder körperliche fitness angewiesen ist um sich über grössere distanzen zu bewegen, überwiegt bei mir die freude, auch bei verspäteten bahnen, dass ich überhauot strassen- oder u-bahn fahren kann. ich freue mich fast jeden abend darüber, dass ich das haus verlassen kann und mir nach 2 minuten fussweg auch um 23 uhr noch ein bier kaufen kann. ich freue mich fast täglich darüber, dass es kartoffeln oder spitzkohl gibt und wie einfach man sie zu köstlichkeiten umwandeln kann.
worüber ich mich nicht freue (auch wenn ich es verstehe): wenn leute mich daran teilhaben lassen, was sie alles scheisse finden und sich weigern sich auch mal freudig zu wundern.
coldheat.de: Fighting for average
james cameron :
When you feed in the training data based on millions of images and thousands of performances, you’re gonna innately get an average value. It may be plausible, but it’s average.
And we don’t fight for average, guys.
ich strebe in meinem leben keine perfektion an. ich bin auch kein all zu grosser freund von durchschnitt, aber im zweifel finde ich gut genug gut genug.
und ich würde james cameron auch aus einem anderen grund widersprechen. denn ich gehe davon aus, dass james cameron, genau wie ich, seinen geist, seine persönlichkeit und seine fähigkeiten während seiner sozialisation auch auf basis von abermillionen „performances“, äusserungen oder krreativen arbeiten trainiert hat. wir sind der durchschnitt der giganten auf deren schultern wir stehen.
lernen ist per definition, zumindest so wie ich es verstehe, das bilden eines durchschnitts aus grossen mengen input. dass man eine eigene handschrift entwickelt ist nicht ausgeschlossen, wenn man zunächst mal die durchschnittliche schrift gelernt hat, die alle anderen beherrschen und nutzen. wenn man sich mit seiner eigenen handschrift zu weit vom durchschnitt entfernt, wird die handschrift unleserlich.
wir sollten also durchaus für den durchschnitt kämpfen (und uns nicht davon abhalten lassen, darüber hinaus zu wachsen, wenn es uns danach ist).





























vor ein paar tagen habe ich eine kurze doku zu pottwalen verlinkt, dieser clip von „Nightshift – Kurzgesagt After Dark“ ergänzt das thema sehenswert aus der historischen perspektive.