links und likes vom 14.06.2026
der titel von HotD staffel 3 hat auf deutsch 6 silben („siegen oder sterben“), während er auf englisch 3 hat („win or die“). verspricht trotzdem langweilig zu werden:
die gesichter der figuren sind so schlecht, dass sie tatsächlich handgemalt aussehen — oder gut gepromtet wurden.

morgenspaziergang 13.06.2026
wieder mal an der spree entlang und durch die gartensiedlungen am ruhwald. angenehm unwarm, meisten wolkig bedeckt, insgesamt standen am ende 9 kilometer gehen auf der uhr.

gotham

strohmann
kobolde und butler

vor ungefähr 35 jahren wurde während eines strandurlaubs unser auto aufgebrochen und ein paar sachen daraus geklaut. soweit ich mich erinnere, war nichts wichtiges oder wertvolles dabei, wir hatten ja nichts damals. aber auch mein adressbuch verschwand an diesem tag und das war sehr schmerzhaft. seitdem führe ich meine adressbücher nur noch redundant, ich habe seitdem immer ein backup. in den späten achtziger jahren waren das wahrscheinlich noch photokopien, aber seitdem ich zugriff auf einen PC und drucker hatte, führte ich meine kontakte mit computerhilfe. mein mobiles adressbuch bestand viele jahre aus gefalteten, klein bedruckten DIN-A4-blättern. meine adressen erfasste ich dann, glaube ich, mitte der neunziger jahre für den palm-pilot erstmals strukturiert. seitdem leben meine adressen in irgendeinem computer und sind immer irgendwo gesichert.
ich hole so weit nach anno dazumal aus, um zu begründen, warum die ersten smartphones mich von anfang an begeisterten und ich sie tatsächlich smart fand. weil vorher war das mit adressen und terminen einfach mist. man sollte die filo- oder papierfaxen zu denen wir damals gezwungen waren nicht verherrlichen. selbst das primitivste smartphone damals (bei mir unter anderem der palm pre) war um längen praktischer und smarter als der vorherige papierkram.
vor dreizehn jahren schrieb ich, dass smartphones natürlich nicht im sinne von intelligenz smart seien:
mein smartphone weiss einiges über mich: alle meine adressen, meine termine, meinen aufenthaltsort, mit wem ich telefoniere und schreibe. natürlich weiss mein telefon das alles nicht, sondern es speichert diese daten erstmal nur. der prozess, diese informationen zu echtem wissen umzuwandeln, steckt noch ziemlich am anfang.
mir fiel damals auf, dass diese zentrale aggregation von daten (oder digitale sammelwut) eigentlich auch nichts neues war. leute, die es sich leisten konnten, hatten schon immer assistenten oder diener, die das für sie erledigten.
ein guter butler (oder assistent) sollte meine kontakte, korrespondenz-metadaten und termine kennen, jederzeit meinen aufenthaltsort so genau wie möglich bestimmen können und so viel wie möglich über meine vorlieben und abneigungen wissen. diese daten sollte sich ein butler auch gut merken können, damit ihm das alles nicht jeden morgen neu erklärt werden muss.
mittlerweile sind smartphones und unsere anderen digitalen helfer sehr viel weiter als vor 13 jahren. wir erfassen und speichern noch mehr unserer daten auf ihnen, es fallen unmengen an metadaten an und die möglichkeiten, diese daten mit software zu verknüpfen, wurden im laufe der jahre immer besser. und jetzt stehen alle in den startlöchern und wollen diesen datenschatz mit künstlicher intelligenz aufbereiten, verknüpfen und auswerten. vorgeblich zu unserem nutzen und vorteil.
damals wie heute stellt sich vor allem die frage der loyalität: ist mein smartphone loyal? von butlern erwarten wir nicht nur loyalität, sondern auch diskretion. im prinzip erwarten wir das auch von unseren digitalen assistenten. in den jugendjahren unserer smartphones wurde dieses vertrauen gelegentlich gebrochen, wenn man irgendwann erfuhr, dass bei der anmeldung bei einem online-dienst auch gleich unser adressbuch auf die server dieses online-dienstes übertragen wurde.
mittlerweile haben die smartphone-hersteller an der loyalität ihrer produkte und den möglichkeiten der loyalitätskontrolle gearbeitet. moderne smartphones weisen darauf hin, wenn fremde zugriff auf persönliche daten erlangen wollen, und fragen bei uns nach. teilweise so oft, dass wir uns schon wieder assistenten wünschen, die diese anfragen automatisch und in unserem sinn beantworten würden. aber grundsätzlich haben die meisten menschen mittlerweile ein mittelgut begründetes vertrauen in die loyalität ihrer elektronischen helfer. bis auf die tatsache, um im bild zu bleiben, dass diese helfer oder butler alle amerikaner sind und deshalb etwas unberechenbar sind. aber das ist ein anderes problem als das, über das ich eigentlich schreiben wollte.
das problem ist künstliche intelligenz (KI). viele menschen (ich auch) erhoffen sich praktische vorteile davon, wenn sie KI-systemen zugriff auf all ihre daten geben. viele stöpseln sich mit openclaw oder anderen programmierknechten systeme zusammen, die zugriff auf all ihre daten bekommen und auch noch in ihrem namen handeln können. bildlich gesprochen ist die technologische lage momentan so, als ob sich die strassen plötzlich überall mit kobolden füllen, die uns versprechen, alle möglichen aufgaben für uns zu erledigen, kostenlos günstig und schnell. damit sie gut für uns arbeiten können, öffnen wir nicht nur unser haus und unsere wohnungstüren, sondern entfernen oft gleich alle schlösser und türen komplett, damit die kobolde ungestört arbeiten können.
das ist das gute recht aller erwachsenen menschen, so zu handeln, und wir werden alle sehr viel aus den erfahrungen mit den kobolden lernen, was passiert wenn sie autonom agieren oder wenn sie laienhaft mit scripten wie openclaw instruiert werden.
apple hat anfang der woche seine vorstellungen formuliert, wie die zusammenarbeit mit diesen kobolden aussehen soll. apple sucht die kobolde für uns aus und will sie rigoros auf unseren apple-telefonen einsperren. den schlüssel zu den kobolden will apple auf dem iphone nicht aus der hand geben. auf dem mac dürfen wir nach wie vor machen, was wir wollen, und beliebig kobolde einlassen. auf das iphone dürfen nur apple-approved kobolde in den daten wühlen.
die gesetzgeber in der europäischen union finden das nicht gut und meinen, dass auch andere kobolde im iphone in daten wühlen dürfen sollten. apple sagt, das ginge gar nicht, weil man nur die eigenen, ausgewählten amerikanischen kobolde kontrollieren könne. apple sagt (mit ganz anderen worten), dass man die kobolde derzeit einfach einmauert, um türen, fenster, einlass- und ausgangskontrollen, überwachung und kobold-auswahlkriterien zu konzipieren und zu bauen, brauche man noch mindestens 18 monate.
deshalb gibts jetzt wohl in der EU mindestens zwei jahre lang keine kobolde auf iphones.
ich hätte gerne mit den apple-kobolden auf meinem iphone rumgespielt. aber noch lieber hätte ich ein iphone, auf dem ich wie auf meinem mac das machen kann, was ich will. ein system, auf dem ich, wenn ich mal kobolde einlade, genau beobachten kann, was die kobolde machen, und sie jederzeit wieder rausschmeissen kann oder ihnen feingranular bestimmte rechte geben kann, wenn es mir mal experimentierfreudig zumute ist. aber apple will das momentan nicht auf iphones und ipads machen und wehrt sich mit händen und füssen und viel schlüpfriger resilienz gegen gesetze, die das eigentlich so vorsehen.
siehe auch:
am publikum vorbei
ich schreibe gerne am publikum vorbei. also nicht absichtlich, sondern weil ich mich selten frage, was könnte lesende interessieren und lieber genau das schreibe was mich gerade fasziniert, interessiert oder beschäftigt. ich teile gerne und hoffe damit im besten fall andere anzuregen oder dass sie neue perspektiven finden. gelegentlich andere auf neue ideen zu bringen oder ein kleines stück zu bewegen, zähle ich als erfolgserlebnis. das ist nicht messbar, aber gelegentlich bekomme ich es doch mit und freue mich.
es betrübt mich aber andererseits auch nicht, wenn sich ausser mir niemand für das grossartige standard.site-format interessiert oder wie ich kurzurls oder weiterleitungen baue. da überwiegt viel mehr die selbstbefriedigung durch neufeatureritis und neugierbefriedigung.
gelegentlich scheint es aber doch überschneidungen zwischen den interessen des publikums und mir zu geben, sagen mir zumindest meine besucherzahlen. dieses rezept hat in den letzten 6 monaten über 3000 lesende gezählt. wer nach spitzkohl und airfryer googelt, findet es ganz oben im suchergebnis. wenn man davon ausgeht, dass google einigermassen weiss wonach menschen suchen, dann sieht es so aus als ob sich menschen (laut google) ausschliesslich für rezepte von mir interessieren. ich habe ungefähr 40 rezepte und fast alle tauchen mit bestimmten wortkombinationen ganz weit vorne bei google auf.
- gurkensticks
- gurkensalat mälzer
- spitzkohl airfryer
- melonensalat ottolenghi
- sticky toffee fallow
- rotkohl fallow
- schwarzbrot sonnenblumenkerne
- schwarzbrot plötzblog
- röstzwiebel spaghetti
- schneller brokkoli dominique woolf
- schneller brokkoli oliver
- bulgur pilaw ottolenghi
- bulgur pilaw
- rosenkohl-risotto nach ottolenghi
- rosenkohl-risotto ottolenghi
gerade gestern habe ich wieder irgendwo gelesen, dass die grässlichen langen texte die man bei fast allen internet-rezepten findet, eine suchmaschinenoptimierung sind. glaub ich nicht, aber was google offenbar sehr liebt, sind rezepte die mit json-ld und schema.org angereichert sind.
auch wenn das publikum und google mich nach mehr rezepten fragt: mach ich nicht. ich schreib weiter über langweiligen technik kram und die obskuren dinge, für die ich mich gerade zufällig interessiere, logge meinen medienkonsum, den niemand wissen will und produziere hintergrundrauschen, das niemand sieht.
kurzurls, bluesky2wirresurls, gts2wirresurls
gestern bin ich über eine idee von aaron parecki im indiweb-wiki gestolpert:
Since 2023-05-01, removing the
staging.bsky.app/profilepart of Bluesky URLs to his posts will redirect to the canonical post on aaronparecki.com. For example
ich „syndiziere“ (mit dem indieconnector) nicht alle, aber viele meiner beiträge von wirres.net zu mastodon und bluesky. zum beispiel ist der beitrag „currywurst“ auch auf bkluesky.
https://wirres.net/articles/heute-currywurst
https://bsky.app/profile/wirres.net/post/3mn3kzvtns72d
weil mein bluesky-handle @wirres.net ist, taucht wirres.net auch in der bluesky-url auf. wenn man die url im browser einfach kürzt …
https://bsky.app/profile/wirres.net/post/3mn3kzvtns72d
wirres.net/post/3mn3kzvtns72d
→ https://wirres.net/articles/heute-currywurst
… landet man auf der kanonischen url auf wirres.net.
das gleiche geht für mastodon links:
https://mstdn.wirres.net/@ix/statuses/01KSWYPT075VEG8SEYF91ABR7X
wirres.net/@ix/statuses/01KSWYPT075VEG8SEYF91ABR7X
→ https://wirres.net/articles/heute-currywurst
leider sind die jeweiligen IDs 3mn3kzvtns72d (bluesky) oder 01KSWYPT075VEG8SEYF91ABR7X (mastodon/GTS) nicht viel kürzer als die artikel ID die kirby angelegt hat: mqmwcyaybdffzdty.
meine bisherigen „kurz“-urls sind kirby-IDs:
aber so richtig kurz waren die nicht gerade, deshalb bin ich zu meinen alten kurz-url-muster zurückgekehrt: mein vorheriges CMS ezpublish hat die artikel-id einfach hochgezählt. bei alten artikeln habe ich das beibehalten und das funktioniert wie eh und je, auch das alte articleview-url-muster:
das funktioniert jetzt auch mit neuen artikeln wie diesem:
diese kurz-urls sind zwar nicht so kurz wie die von eay.cc, aber mir reichts:
wunder(n)
ich mag keine lamentos und deshalb werde ich mich auch nicht, zum beispiel, dem lamento, dass niemand mehr liest anschliessen. aber mir ist aufgefallen, dass wir uns sehr wenig wundern.
zunächst kann man sich ja schon allein über die schönheit des wortes „wundern“ freuen. wenn man ein wunder erlebt oder empfindet, wundert man sich. dann ist es wahrscheinlich auch so, dass der mangel am wundern bestimmt auch nichts neues ist. uns erscheint ja nach einer gewissen zeit der gewöhnung alles um uns herum als normal. anders kann man wahrscheinlich auch nicht bei sinnen bleiben und deshalb nennt man diese gewöhnung ja auch sozialisation. ohne sozialisation, also gewöhnung an den alltag, an die umwelt, wären wir wahrscheinlich permanent überfordert.
aber genau genommen, mangelt es nicht an dingen über die es sich zu wundern lohnt. mir fiel das heute früh beim morgenspaziergang auf, als ich (unter anderem) auch mal kurz an meine letzte darmspiegelung denken musste. der wohnte ich bei vollem bewusstsein bei und verfolgte sie verwundert auf dem fernseher. heute früh dachte ich, dass wir ja mittlerweile erstaunlich viel davon verstehen wie menschliche körper funktionieren, aber gleichzeitig auch nicht.
was für ein wunder, dass sich aus zellen, einer eizelle und einem spermium, kohlenhydraten, wasser, luft und viel liebe so ein komplexes geflecht aus zellen bildet, dass mit ein bisschen wartung achtzig, neunzig jahre lang funktionsfähig bleibt? wir haben das über tausende jahre beobachtet und angefangen zu verstehen, aber verwunderlich ist das weiterhin.
irgendwo habe ich aufgeschnappt, dass wissenschaft eine viel bessere methode ist als religion um an wunder zu glauben. jede wissenschaftliche frage die wir klären, wirft immer neue fragen und wunderlichkeiten auf. es ist soviel spannender sich in gedanken über schwarze löcher und das ende der zeit in der singularität zu verlieren, als sich gedanken über die jungfräulichkeit von maria oder die vermeintliche auferstehung eines leichnams vor 2020 jahren zu wundern.
als wir frida vor 6 jahren bei der züchterin abgeholt haben, hat sie sich auch über alles gewundert, aber ständiger körperkontakt, eine unersättliche jugendliche neugier und viel schlaf haben ihr geholfen diese druckbetankung mit eindrücken zu verarbeiten. so dürfte das bei uns alle in den ersten lebensjahren auch gewesen sein, aber es ist gut, wenn man da nochmal dran erinnert wird.
ich vergesse das wundern auch immer wieder. was mich gelegentlich triggert und in einen zustand des staunens versetzt, sind technische details die ich entdecke und mich unnötig stark beschäftigen. wie jetzt zum beispiel in den letzten tagen, dass ich mit ein bisschen json einfach ganze artikel, inklusive bilder und metadaten in die welt blasen kann, die auch lesbar bleiben, wenn ich mein blog kaputt-optimiere oder irgendwann nicht mehr bezahlen kann.
aber wie gesagt, das soll kein lamento sein, sondern nur eine erinnerung daran, wie aufregend es sein kann, sich gelegetlich über vermeintliche selbstverständlichkeiten zu wundern.
lesen
What an interesting article to read, if you still can
der von volker verlinkte artikel von tyler jagt hat den titel: „My Students Can’t Read“ und geht darum, dass jede generation von lehrkräften darüber klagen würde, das ihre studierenden nicht lesen könnten. tyler jagt meint das sei immer übertrieben gewesen, aber jetzt könne man das auch mit daten belegen.
was ich witzig fand: über dem artikel ist ein player eingebettet, der dafür sorgen soll, dass man den artikel nicht lesen muss, sondern ihn sich vorlesen lassen kann.

das ist schon sehr, sehr witzig.
der player lädt über archive.li nicht, aber wenn man auf die originalseite des artikels auf chronicle.com geht, kann man den artikel weder lesen, noch anhören, sondern muss sich erstmal anmelden. nach der anmeldung konnte ich den artikel immer noch nicht lesen, weil chronicle.com wollte, dass ich mein pi.hole deaktivier.
das ist ein untrügliches zeichen für einen weiteren grund, dass angeblich niemand mehr liest: weil einem das lesen zunehmend schwer gemacht wird.
es sind nicht nur die telefone, algorithmischen feeds oder LLMs, sondern auch die unfähigkeit und der unwille texte überhaupt ablenklungsfrei zum lesen anzubieten.
ich muss beim lamentieren darüber, dass niemand mehr lesen kann, auch immer an neil postman denken. der hat das ende der lesekultur schon alles vor 40 jahren postuliert (SNCNR). ein paar hundert jahre vorher wurde das lesen noch als schädlich eingestuft, zumindest dann, wenn alte weisse männer den lesetext nicht für hochwertig genug hielten. jetzt wirds lesen und denken zum „luxusgut“:
In July 2025, the journalist Mary Harrington argued in The New York Times that “thinking is becoming a luxury good.”
die bild zeitung ist jetzt über 70 jahre alt. zumindest in den 60er und 70er jahren hatte die bild ein vielfaches, teils ein fünf bis 20 faches der auflage von zeitungen und zeitschriften mit etwas längeren texten und normal grossen buchstaben. ich glaube zu behaupten, dass lesen auf eine gewisse art immer schon ein luxusgut war ist nicht übertrieben.
dazu kommt, dass lesen meiner meinung nach sowohl überschätzt, als auch interschätzt wird. mit der fähigkeit zu lesen konnte man sich immer schon grosse vorteile verschaffen. oder gute unterhaltung. mittlerweile (eigentlich aber auch schon immer) kann man auch ohne zu lesen vorteile und wissen und unterhaltung sowieso verschaffen.
ich habe dem lesen viel zu verdanken, aber gelernt habe ich neben dem lesen schon immer auch visuell, verbal oder haptisch. die fähigkeit zu denken oder sich auszukennen allein an lesebefähig festzumachen ist auf jeden fall etwas kurz gegriffen. das mag in akademischen oder wissenschaftlichen bereichen anders sein und was tyler jagt und diverse studien beobachten wird im jeweiligen kontext sicher alles stimmen, aber vor generalisierungen sollte man sich immer hüten (pun intented).
google reader v3, ohne google, verteilt
ich will nicht übertreiben, aber wenn ich potenzial sehe, sehe ich potenzial. die beschäftigung mit dem #standard.site-gedöns hat jetzt dazu geführt, dass ich artikel hier oder hier sehen oder hier finden kann. also quasi überall wo man das AT-protokoll und standard.site-schemata spricht.
das protokoll, aber auch die implementierung von beispielsweise der standard-reader.app hat alles was der google reader damals™ konnte: feeds folgen, menschen folgen und abonnieren, weiter-empfehlen und teilen. derzeit ist die anmeldung relativ exklusiv über bluesky, aber das protokoll dahinter ist offen und es sollte entsprechend auch irgendwann alternativen oder erweiterungen geben. und natürlich ist auch das standards.site-format noch nicht besonders verbreitet, aber matthias pfefferle und automatic arbeiten daran, dass alle wordpressblogs das können wenn sie wollten.
und es ist schön zu sehen, wie sich dinge manchmal fügen. vor dem wochenende habe ich mir eine markdown-ausgabe für beiträge gebaut, jetzt nutze ich markdown um (neue) beiträge im markdown-volltext in die ATmosphere zu blasen.

ATmosphere
das ist ein veritables rabbit hole in das ich mit dem standard.site-gedöne gestern gefallen bin.
ich habe gelernt, dass es neben dem fediverse auch eine ATmosphere gibt, hinter dem fediverse steckt das activity-pub protokoll und hinter der ATmosphere steckt das AT-protokoll. und nachdem ich mich gestern durch die spezifikationen und umsetzungsoptionen gewühlt habe, zeigt sich, dass die ATmosphere bereits gut mit inhalten aus wordpress-blogs gefüllt ist, weil der umtriebige matthias pfefferle nicht nur das activity-pub protokoll in form eines wordpress-plugins einem breiten blog-publikum zugänglich gemacht hat, sondern auch einen plugin namens wordpress-atmosphere baut. wer das nutzt und konfiguriert hat landet in der ATmosphere firehose.
ich habe mich mal imn der standard-reader.app angemeldet und ein paar abos gesetzt. dort findet man alle blogs die ihre beiträge im standard.site-format im AT-protokoll veröffentlichen oder anteasern.
ich bin ein viel zu grosser fan von RSS um RSS in naher zukunft abzuschreiben, aber dieses neue format auf basis des AT-protokolls ist schon „RSS done right“, wie ich gestern irgendwo gelesen habe. neue beiträge müssen nicht abgerufen werden, sondern werden gepusht, die nutzung mit einem client hat das potenzial kindereinfach zu sein und die inhalte in die ATmosphere zu blasen ist dank matthias pfefferle (für wordpress-nutzende) auch kinderleicht. ich hab weiter RSS, aber jetzt auch was im AT-protokoll. nächster schritt: auch mit volltext. dann steige ich aber für ein paar wochen aus dem rabbit hole aus und schau mir die entwicklung dann später nochmal an.
wassermelonensalat nach ottolenghi
das ist ein sehr dankbarer und einfacher salat aus ottolenghis nopi. man kann einfach alle zutaten zusamenschmeissen und verrühren oder die melone auf einem teller oder einer schale drappieren und mit dem dressing dressen und dem feta bestreuen. genauso kann man beliebige zutaten weglassen. mehr geht auch immer, ich glaube wir nehmen immer mindestens 250 g feta.
schmeckt immer.
wir haben heute den basilikum weggelassen und statt einer chili, sambal olek genommen. kräuter hatten wir heute nur minze, getrockneten thymian und rosmarin. auf die eingelegten zitronen aus dem arabischen supermarkt (oder mit etwas vorlauf selbstgemacht), möchten wir allerdings ungern verzichten.

zutaten
- 1 kleine wassermelone
- 50 ml olivenöl
- 1 mittelgroße rote chilischote (in dünne ringe geschnitten) oder 1 el sambal olek
- 1 kleine knoblauchzehe (oder mehr)
- 3 thymianzweige (oder getrockneter thymian)
- 1 rosmarinzweig (oder getrocknet)
- 25 g eingelegte zitronen
- 25 schwarze Kalamaza-Oliven (100g)
- grobes meersalz und schwarzer pfeffer
- 100 g feta
- 10 g basilikumblätter
- 10 g minzblätter
zubereitung
-
wassermelone schälen und in würfel schneiden und in schalen oder teller verteilen.
-
aus den restlichen zutaten, ausser dem feta, ein dressing rühren.
knoblauch quetschen, eingelegte zitronen in feine streifen doer würfelchen schneiden, oliven auch kleinschneiden, frische kräuter sehr fein schneiden, getrocknete kräuter ein bisschen verreiben. -
dressing auf den melonenstücken verteilen, feta darüber krümeln oder vorher in würfel schneiden und dann über der melone verteilen.
hier und hier hatte ich den salat schonmal gepostet. aber ehrlichgesagt tun die alten fotos dem salat etwas unrecht.
standard.site
bei maurice habe ich vor ein paar stunden diesen artikel gelesen: IndieConnector und standard.site. standard.site? nie gehört, also hab ich angefangen mich einzulesen und LLMs meines vertrauens um erklärungshilfe gebeten.
bevor ich die frage was das eigentlich genau ist beantwortet, bzw. verstanden hatte, fragte ich chatGPT wie ich das nutzen könnte. ich verstehe technisches gedöns am besten während des machens. also habe ich mich an der doku entlanggehangelt und erstmal in einem „PDS“ einen site.standard.publication eintrag (record) angelegt.
PDS ist ein personal data server, also ein server auf dem meine daten für das AT-protokoll liegen. in meinem fall ist der bluesky-server der einzige AT-protokoll server den ich derzeit nutze. da ich mit der web-app von bluesky nicht auf die site.standard oder irgendwelceh anderen einträge schreibend zugreifen kann, nutze ich pdsls.dev. dort kann ich mich mit meinen bluesky-konto authentifizieren und dann einträge anlegen und editieren.
später habe ich dann gesehen, dass mat marquis den prozess hier genau erklärt hat: Implementing Standard.Site
aber ich habe mich da mit LLM-hilfe erstmal selbst durchgehangelt. so sehen meine einträge bei pdsls.dev aus.

unterwegs habe ich dann langsam verstanden was das ganze soll.
- site.standards.publication verknüpft wirres.net mit meiner bluesky identität (@wirres.net)
- ich kann blogeinträge im AT-protokoll registrieren und damit mit meiner bluesky identität verknüpfen
hört sich erstamal unspektakulär an und ist es auch. der direkt sichtbare nutzen ist eine extra zeile bei der link-vorschau.

im prinzip kann ich meine blogbeiträge jetzt ins AT-protokoll auf den bluesky-server kopieren. praktisch übermittle ich momentan nur ein paar metadaten von neuen artikeln, aber mit dem veröffentlichen eines neuen artikels kann ich genauso gut den volltext mitschicken. ob und wer das dann konsumiert ist eine andere frage, aber die artikel sind dann, wie RSS, mit den entsprechenden clients konsumierbar.
warum das relevant ist, oder warum mich das interessiert, erklärt steve dylan:
Thankfully, atproto is paving a different path. Instead of using the old platforms owned by the 1%, people are building solutions that are owned by everyone. One community built solution is Standard.site, a set of JSON schemas known as lexicons that finally give hope to solving the content distribution problem. When a blog, or any app for that matter, uses the Standard.site lexicons, the published content can be indexed by just about anyone. That index can be used to build so many mechanisms for distribution, and none of it is controlled by one individual or organization. You can control how you explore and consume that content.
ich bin ja der überzeugung dass jeder meine inhalte so lesen soll wie er oder sie es will — und vor allem wo er oder sie das will. um meine beiträge zu lesen muss niemand im browser auf wirres.net vorbeikommen. rss reicht. als man bei facebook (vor vielen jahren) instant articles veröffentlichen konnte, hab ich das gemacht und man konnte wirres.net in der facebook-app oder website lesen. würde es einfacher gehen oder würde noch irgendwer medium.com nutzen, würde ich alle meine artikel dorthin syndizieren — aber da ist ja, soweit ich sehe, neimand mehr. die quelle ist immer hier auf wirres.net, korrekturen, edits oder ergönzungen werden automatisch per RSS weitergegeben und so verspricht auch das standard.site-protokoll zu funktionieren. finde ich also gut und spiele da ab jetzt mit rum.
mal schauen wo das hinführt, auf jeden fall sind solche technologien für das offene web gut und spannend.
nachtrag 08.06.2026:
wenn ich meine blogposts ins AT-protokoll kopiere, was ich bis jetzt nur mit den metadaten mache, sind sie öffentlich zugänglich und mit entsprechenden clients auffindbar. das hab ich oben ja schon geschrieben. und so sieht das dann für die beiden beiträge, mit denen ich das bisher gemacht habe, aus, hier auf pckt.blog, docs.surf und standard-search
standard-reader.app ist wie ein RSS-reader für publikationen die per standard.site veröffentlichen. man meldet sich mit seinem bluesky-konto an (bzw. dem AT-protokoll handle) und kann dann einzelnen publikationen folgen oder suchen.

morgenspaziergang 07.06.2026
frida ist nach ihrer läufigkeit extrem entspannt, hat mich bis fast 8 uhr schlafen lassen, danach geduldig eine stunde gewartet während ich zwei kaffee trank und dann nochmal 30 minuten im auto gesessen vor der ersten blasenentleerung.
weil das auto leer war, sind wir ausnahmsweise und seit monaten erstmals wieder mit dem auto spazieren gefahren, zum laden zum lidl an der rummelsburger bucht und dort die halbinsel umrundet. fridas entspanntheit setze sich den ganzen spaziergang fort. weil sie nach ihrer läufigkeit für rüden noch interessant riecht, sie aber kein interesse mehr an rüden hat, erklärte sie das auch allen interessierten rüden — geduldig und angemessen, auch mehrfach. den ganzen vormittag über freute ich mich darüber, was für einen tollen hund wir haben. auf dem weg zur bucht rief mich meine mutter an und liess mich wissen, dass sie die ganze nacht nicht schlafen konnte, weil sie sich so darüber freute, was für eine tolle 16-jährige enkelin sie hat. vorher hatte ihr die enkelin geschrieben, dass sie sich sehr darüber freue, was für eine tolle oma sie habe. man könnte meinen es sei wonnerstag, dabei ist es nur sonntag.
in der spree, bzw. um die insel der jugend schwanmmen heute hunderte menschen. zuhause recherchiert: berlin triatlon
ich habe mich sehr gefreut spazieren gehen zu können und nicht schwimmen oder rennen zu müssen …

an der renate wird eine typisch berliner sitation beschrieben.
DEAR FUTURE NEIGHBORS.
PLEASE KEEP IN MIND:
THIS CORNER HAS BEEN DEDICATED TO CULTURE, MUSIC AND ARTS FOR MANY YEARS. THE SOUND BELONGS TO THIS AREA AND SHOULD BE TAKEN INTO ACCOUNT BEFORE BUYING OR RENTING SPACES HERE.
menschen ziehen in eine gegend weil sie irgendwie hip und in ist und merken dann, dass es ihnen zu laut ist und wünschen sich dann, dass es dort dann mit ihrer ankunft weniger hip und in wird.
ich kann mich an ein berlin erinnern, das voller verlassener orte war, die sich dann irgendwelche leute zu eigen gemacht haben und dort sachen veranstaltet haben. so war es auch in stuttgart. der kleine schlossplatz war ein trauriger, verlasseneer ort der nach urin roch und von menschen nach möglichkeit gemieden wurde. bis pauls boutique und später das switzerland dort öffneten. damit war der kleine schlossplatz plötzlich tag und nacht ein angesagter und gut besuchter ort der ein bisschen nach urin roch.
die verlassenen und reclaimten orte in berlin sind alle aus meinem blickfeld verschwunden, mit ein paar ausnahmen die sich institutionalisiert haben. aber ich bin sicher, dass es diese orte weiterhin noch gibt und dass sie, so wie es sein muss, immer weiterziehen.
apropos ruhe: auf eine art bin ich übrigens froh, dass bei uns vor der tür die benzin-assis ihre motoren in der (theoretischen) fahrradstrasse aufheulen lassen um (sehr) laute fehlzündungen zu provozieren. den ganzen tag über, aber am liebsten nach mitternacht. solange diese assis hier noch wohnen und fahren, stemmt der wedding sich noch gegen die gentrifizierung. und das ist irgendwie auch gut so.

der wolkenberg neben dem treptower park tower erinnerte mich eben an den mount rainier in washington state, den man in tacoma und in seattle von fast überall aus sehen kann.
→ weiterlesenaus dem maschinenraum 06.06.2026
ich habe ein paar kleinigkeiten am layout und an den funktionen von wirres.net angepasst. ich fand den fuss meiner artikelseiten zwar immer ganz ok und er orientierte sich auch an meinen vorherigen designs, aber links und buttons waren insbesodnere auf dem handy immer sehr fuselig zu treffen. deshalb hab ich dort alles erstmal etwas entzerrt.
im fuss sind ausserdem zwei buttons dazugekommenm; einer zum kopieren der artikel-url (die man sich auch aus der adressleiste oder dem datumslink holen kann) und einmal ein „.md kopieren“ button. wenn man den klickt, bekommt man den quelltext der seite im markdown format. ich habe gelesen LLMs mögen das und von mir aus können sie gerne meine artikel in markdown, statt html lesen. aber ich glaube der button kann auch für menschen nützlich sein. wenn ich andere zitiere ist copy und paste des text kein problem. wenn der zitierte text aber links enthält, muss ich die immer händisch räuberkopieren. mit einem wysiwyg-editor ist das kein problem, aber ich mag kein wysiwyg. ich mag und schreibe in markdown. naja, jedenfalls kann man sich das mit dem button in die zwischenablage kopieren oder auch einfach an die artikel-adresse ein „.md“ hängen:
wirres.net/articles/aus-dem-maschinenraum-06-06-2026.md
das geht für fast alle artikel und meistens klappt ganz gut. theoretisch kann ich mir jetzt ein kleines script schrieben (lassen), dass alle beliebten artikel als .md-dateien in ein verzeichnis kopiert und daraus eine pdf oder ein epub erzeugen. oder die bots, die hier ohnehin immer vorbeikommen, freuen sich.
ausserdem habe ich einen „kommentieren“ button hinzugefügt, der auf die kommenatr-sektion in der beilage verlinkt. auch das eingabe-formular habe ich etwas entzerrt, weil es mobil eine zumutung war. ausserdem sind die system-texte die das kommenatrmodul (danke maurice) versendet jetzt deutsch.
in der beilage sind noch mehr buttons.

die „kurzurl“ ist nicht sonderlich kurz, aber eindeutig und in kirby schon bei jedem artikel dabei: es ist die artikel-ID. funktioniert, aber ich bin unsicher ob ich das jemals nutzen werde.
die „ask chatgpt“ und „ask claude“ buttons habe ich von hacks/hacker (via). wenn man die klickt und in einem der beiden chatbots eingeloggt ist, kann man sich das selbst-lesen meiner artikel sparen und chatGPT oder claude lesen lassen. ich weiss auch nicht ob das praktisch ist, aber auch das funktioniert und das allein reicht mir erstmal. kost ja nix.
obwohl, kostet schon was. zeit und auch geld. meine hosting-kosten sind im letzten monat von 0 auf ca. 40 euro hochgegangen. obwohl ich auch noch den android auf uberspace wo wirres.net früher lief nicht gelöscht habe und der auich nochwas kostet. mein programmierhelfer und debugger cursor kostet auch so um die 30 euro pro monat. werbung will ich hier nicht mehr machen und leser nach geld fragen auch nicht. obwohl das theoretisch und praktisch bereits möglich ist. aber wenn ich mir ansehe wie wenig unterstützung ein tolles projekt wie rivva bei steady bekommt, glaube ich nicht das ein projekt wie dieses hier irgendwen zur geldbörse greifen lassen würde.
ach ja. einige bereiche die hier in der vergangenheit etwas zäh liefen, sind jetzt durch strategisches caching merklich flotter geworden, insbesondere meine bilder-übersicht, oder die baum-bilder.
kirby und alle plugins sind jetzt auch auf dem neuesten stand. das updaten finde ich immer etwas nervenaufreibend, aber wie (bisher) immer, hat das reibungslos und unfallfrei geklappt. kirby ist toll ♥️
ich bin ein grosser fan vom invertieren, es macht manchmal dinge sichtbar, die vorher schwer zu erkennen waren. „Ladies First“ auf netflix macht genau das, aus männlichem chauvinismus und arschlochigkeit werden weiblicher chauvinismus und arschlochigkeit. das macht einige dinge sichtbar und ist gut für ein paar lacher und kreative details. alexandra zykunov findet das nachvollziehbar gut:
Dabei passieren diese Szenen so beiläufig, die Dialoge werden so alltäglich in die Geschichte eingewoben, dass man als Zuschauerin aus dem heftigen Nicken nicht mehr herauskommt. Weil das alles für Millionen von Frauen total alltäglich ist. Was den Film allein schon aufgrund dieser Detailverliebtheit zu einem Meisterinnenwerk macht.
mein gedanke, als ich nach 40 oder 50 minuten auf die stop taste drückte, war: ist mir ein bisschen zu platt um das zuende zu schauen. aber offensichtlich ist plattheit und unsubtilität manchmal das mittel der wahl und erfüllt seinen zweck.
ich hätte mir einen etwas anderen film gewünscht, einer der gedankenspiele durchspielt, wie es besser geht oder einer der zeigt, dass frauen es besser machen würden und dominanz anders als mit arschlochigkeit ausüben. der barbiefilm 2023 hat nach meiner wahrnehmung seine fühler in diese richtung ausgestreckt.
ich finde es besser mit gutem oder besserem beispiel voranzugehen, als das schlechte zur kenntlichmachung zu imitieren. übertragen, aber nicht begrenzt auf beispielsweise hundeerziehung wäre das: statt zurückzubellen entspannt und pragmatisch zu bleiben, einfühlen statt dominieren, souveränität statt chauvinismus, sog statt druck.
„Eine Crowd, die nicht nur konsumiert“
ich ego-google nicht nur, ich ego-alerte auch. über einen google alert, habe ich eben diesen republica recap von david reiter gefunden. das schmeichelt mir einerseits, weil er mich in eine illustre reihe stellt:
[E]in paar Talks von der diesjährigen #rp haben mich wirklich erwischt. Zum zwölften Mal war ich dabei und die Bühne war stark besetzt: Ob Alma Spribille, Marina Schakarian, Felix Schwenzel, Bob Blume, Jessica Burbank, Florian Grischkat oder Arne Semsrott – es lohnt sich den einen oder die andere in der nächsten Mittagspause noch als Tischgespräch mitlaufen zu lassen.
und andererseits hat er einen gedanken formuliert, dem ich zustimmen möchte; ein gutes event macht für ihn unter anderem aus:
Eine Crowd, die nicht nur konsumiert. Die besten Gespräche habe ich mit Menschen geführt, die eigene Ideen mitgebracht haben.
da ist was dran. auf der republica sind sehr viele schreibende, filmende und machende. aber auch die konsumierenden sind meinem eindruck nach sehr engangiert, vielleicht sogar etwas engagierter als auf anderen events.

ziemlich feucht heute #noumbrella
KI tagebuch 03.06.2026
heiko erzählt hier wie er KI nutzt, unter anderem um sein blog zu bauen.
Ich habe in den letzten Wochen sehr viel KI genutzt. Ich glaube, das wird auch nicht mehr so schnell aufhören. Es wird ein Werkzeug werden und ich werde gleichzeitig als Nutzer, Konsument, Bürger oder Angestellter immer öfter mit KI konfrontiert sein.
[…]
Ich versuche ab jetzt hier im Blog immer mal wieder aufzuschreiben, was mir mit KI passiert ist, was ich damit gemacht habe, wo es fürchterlich war. Höchstwahrscheinlich werden viele Sachen sehr schnell, sehr schlecht altern.
ich finde das eine hervorragende idee festzuhalten wie ich KI nutze und wie sich das über die zeit gegebenenfalls ändert. vor allem wenn ich bedenke, was sich in den 14 monaten seit meinem ersten mit kirby veröffentlichten artikel getan hat. wenn ich mich recht erinnere, habe ich damals, also vor etwas über einem jahr zwar gelegentlich schon chatGPT benutzt, aber zum beispiel das migrationsscript noch klassisch gebaut: selbst googlen, gefundene scripte umbauen, testen, mehr googlen, mehr testen, weiter umschreiben, debuggen und optimieren. sehr geholfen haben mir bei der planung und umsetzung der neuen wirres.net-version zuerst auch bastian allgeiers kirby tutorials. ich habe von bastian viel über kirby gelernt und vor allem über strukturierte und saubere php-programmierung. und ich habe damals sehr, sehr viel selbst am code gemacht.
gelegentlich habe ich dann auch chatGPT im chat-modus um code-snippets gebeten, aber das copy&pasten und die korrekturschleifen wurden dann sehr schnell lästig und ich habe mir von chatGPT erklären lassen wie ich VS-code als programmierumgebung, inklusive chatGPT unterstützung einrichten und nutzen kann.
VS-code war dann für mich ein game changer. ich habe immer schon direkt alles auf dem live-server „entwickelt“, per SFTP client und BBEdit. da VS-Code auch direkt auf dem server laufen kann (per SSH), habe ich dann mit VS-code zu zweit, also mit unterstützung von chatGPT direkt auf dem live-server am code gearbeitet. mit VS code ist das wirklich angenehm, transparent und aus meiner sicht auch sicherer als mein gefrickel vorher: alle codeänderungen werden im editor markiert und sind reversibel. zusätzlich habe ich angefangen änderungen mit git (auf dem server) lokal zu versionieren.
so habe ich monatelang an wirres.net rumgeschraubt bis mir irgendwann cursor über den weg lief. cursor nutzt im prinzip auch VS-code, aber dahinter sind sehr viele mögliche LLMs. ich bezahle cursor eine monatliche gebühr und kann dafür eine grosse auswahl an agents nutzen, nämlich die, die der cursor agent gerade für geeignet für die aufgabe hält.
Ich bin kein einzelnes Modell, sondern der Agent-Router in Cursor. Ich lese euer Setup, führe Befehle aus, ändere Dateien und denke mit.
in der regel lasse ich die agentenauswahl auf auto. aber gelegentlich, wenn die automatisch ausgewählten agents nicht so arbeiten wie ich das wünsche, stelle ich eine weile auf teurere und besser mitdenkende agents um, deren nutzung bei meinem abo-modell allerdings begrenzt ist.
seit der umstellung auf einen hetzner server, sind hier und da performance probleme sichtbar geworden die vorher nicht ins gewicht fielen. die standard (auto) agents haben da teilweise keine befriedigenden lösungen oder ansätze gefunden. eine explizite umstellung auf (claude) opus-4.8 hat dann sehr viel klügere und strukturiertere vorschläge geamacht, die so effektiv waren, dass die grundlast des servers von einem lauten rauschen zu einem leisen plätschern geworden ist.
das scheint mir das wirklich gute an cursor zu sein: ich muss nicht bei mehreren KI-firmen konten anlegen und geld zahlen — und kann sie trotzdem alle nutzen.
heiko deutet das auch an: es ist wichtig zu wissen was man will und wie das alles grundsätzlich funktionieren soll. dann kann man KI-agenten als sparringspartner mitdenken lassen und ideen umsetzen lassen. die KI denkt manchmal in absurde oder viel zu komplizierte richtungen. aber wenn ich die arbeit wie ein architekt angehen, also einen plan und das grosse und ganze im kopf habe, dann kann man die KI wie einen handwerker oder fachingenieur nutzen.
seit ein paar wochen nutze ich cotypist, das ist eine KI die lokale modelle nutzt um beim tippen wort- oder satzvervollständigungen zu machen. das hilft mir vor allem dabei mit weniger buchstabendrehern zu schreiben und gelegentlich einen ticken schneller zu schreiben. das ist ein bisschen so wie das tippen auf dem iphone, nur etwas besser und kontext-sensibler als das was apple in iOS bietet. kein game changer, aber sehr praktisch.
was meine texte hier auf wirres.net angeht oder meinen vortrag: ich schreibe alles selbst. aber ich habe gemerkt, dass ich LLMs als resonanzraum, einschätzer, zusammenfasser und plausibilitätschecker sehr gerne nutze. für längere texte oder meine republica sessions neige ich dazu mir wahnsinnig viele notizen zu machen und dann gelegentlich den überblick über meine notizen und quellen zu verlieren. da sind LLMs, oder cursor, teilweise sehr hilfreich um mich in meiner gedankenwelt zu orientieren und mir meine eigenen notizen kurz und knapp zu erklären.
gelegentlich habe ich LLMs gebeten meinen schreibstil zu imitieren, aber das hat bisher noch nie ein befriedigendes ergebnis gebracht. vor ein paar jahren habe ich übrigens etwas ähnliches gemacht, nur dass da nicht ein LLM meinen schreibstil imitieren sollte, sondern eine ghostwriterin. auch das hat damals nur so mittelprächtig funktioniert.
beim schreiben dieses artikels fiel mir ein zitat ein das ich in den letzten tagen aufgeschnappt hatte. nach etwas nachdenken fiel mir ein, dass das wohl in einem video gewesen sein musste. zuerst fragte ich chatGPT, der war zu doof, aber gemini verstand mich:
promt
in diesem video spricht einer der designer von nostalgie und dass nostalgie sich eigentlich auf etwas bezieht, was in der vergangenheit der neue heisse scheiss war. findest du das zitat so, oder soll ich mal das transcript hierrein copy & pasten?
antwort
Ja, ich habe die Stelle gefunden! Das ist ein zentraler Punkt des Gesprächs zwischen Flavio Manzoni (Ferrari Chief Designer) und Jony Ive.
Das Zitat bzw. der Gedankengang findet sich vor allem im Kapitel "The Future of Ferrari" (ab ca. 17:23). Flavio Manzoni zitiert dort den Komponisten Gustav Mahler, um Ferraris Philosophie zu erklären:
"Tradition is not the worship of ashes. Tradition is the preservation of fire."
(Tradition ist nicht das Anbeten der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers.)Zuvor (ab ca. 09:00 und später ab 18:15) führt er diesen Gedanken weiter aus: Er erklärt, dass wir heute in einer Ära mit einem sehr starken "nostalgic approach" leben, in der die Leute oft nur zurückblicken. Er betont aber, dass Ikonen wie der Ferrari F40 (der heute Inbegriff der Ferrari-Nostalgie ist) zum Zeitpunkt ihres Erscheinens extrem kontrovers und radikal neu waren.
das hätte ich auch mit leichtigkeit in 20 minuten selbst rausfinden können, indem ich in dem video rumspringe oder das transscript copy & paste und mir passende suchbegriffe ausdenke. aber sowas eine KI machen zu lassen ist schon eine echte erleichterung.
wobei es mir bei der nutzung von KI weniger ums zeitsparen geht, mit KI kann ich dinge umsetzen, die ich vorher nicht hätte umsetzen können. zeit spart das meistens nicht, weil alles was ich KI machen lässt immer nochmal 2-3 (und manchmal sehr viel mehr) korrekturläufe und neuansätze braucht. aber das ist das wesen von werkzeugen: man kann mit ihnen tolle sachen bauen, wenn man weiss was man will und was man tut.
oder umgekehrt: werkzeuge erweitern die fähigkeiten ihrer nutzer, aber auch deren fehler und irrtümer. sie ersetzen weder geschmack noch urteilsvermögen. um aus einer spanplatte etwas schönes zu machen, braucht man mehr als eine kreissäge. und die letzten jahrzehnte haben gezeigt, dass bessere werkzeuge nicht automatisch zu besseren ergebnissen führen. dank kreissägen und modernen plattenbaumaterialien hat sich die welt mit billigen, austauschbaren möbelschrott gefüllt — oder wie man heute sagen würde: spanplatten-slop.
mit mühe und sorgfalt — und im besten fall etwas geschmack und erfahrung — kann man werkzeuge aber auch nutzen um zu besseren ergebnissen zu kommen. slop ist nicht die folge von werkzeugen, sondern ihrer uninspirierten nutzung.

wenn das „trout“ ohne „t“ geschriebne wäre, hiesse es in etwas: „ich schliesse mein schwarzes loch.“ aber „trout“?
alle KIs die ich gefragt habe meinen trout sei kein französisches wort und wäre im englischen die forelle.
trotzdem: sehr rücksichtsvolles graffito.
gestern die drei ersten folgen station eleven gesehen. gute, aber sehr eigenartige serie von 2021. als die junge kirsten jeevan fragt welchen job er hat, habe ich laut gelacht:
I’m a reporter. Like a reporter, or uh, a cultural critic. I had a website. I create content … I don't have a job.
























andrew von @theartofstirytelling erklärt nachvollziehbar warum manche geschichten von star trek zeitlose klassiker sind, die in der oberliga der erzählkunst mitspielen. und in einem 5 sekunden-schlenker zeigt er auch, warum das bei den aktuellen inkarnationen der serie oft nicht mehr funktioniert: die funktionieren oft deshalb nicht, weil sie die moralischen konflikte zu offensichtlich und zu eindeutig präsentieren. gute geschichten fordern ihr publikum heraus, indem sie nachvollziehbare gegensätze zeigen und die grenzen zwischen richtig und falsch ausloten.