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mor­gen­spa­zier­gang 07.03.2026

felix schwenzel in bilder

foto vom berlin spandauer schifffahrtskanal. die bäume sind kahl, das wasser glitzert

mor­gen­spa­zier­gang war kühl, aber son­nig. fri­da und ich und alle de­nen wir be­geg­net sind wa­ren gut ge­launt. heu­te mal auf mei­nen pace ge­ach­tet und ver­sucht un­ter 9'50"/km zu blei­ben. nur am baum ne kur­ze pau­se ge­macht.

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ei­ner­seits fas­zi­nie­rend, jemandem zu sehen der off the grid lebt und wie er das macht und an was man alles denken muss, an­de­rer­seits ist das alles auch ein bisschen furcht­ein­flös­send: wie läufts wenn man mal krank ist oder sich die knochen bricht? ok, es gibt wohl nachbarn und telefon und internet hat er auch (internet via satellit). aber trotzdem …

hängen geblieben ist bei mir folgendes: off the grid muss man wirklich alles selber machen, auch den brand­schutz und die feuerwehr. essen eh. hunde machen das leben an­ge­neh­mer und stecken mit ihrer le­bens­freu­de an. blei­bat­te­rien muss man re­gel­mäs­sig mit de­stil­lier­tem wasser giessen.





jetzt erst gesehen, dass die effilee-rezepte nur im abo zu sehen sind. je­den­falls das schwarz­brot „dashi“ will ich mal aus­pro­bie­ren: halbierte knob­lauch­ze­he, 10 g ingwer in dünnen scheiben, 500 ml ge­mü­se­brü­he, 2 EL sojasauce, 1 sar­del­len­fi­let, 50 g pum­per­ni­ckel und 1 EL „ein­ge­leg­ter Sushi-Ingwer aus dem Glas“ aufkochen, vom herd nehmen und abseihen.





kürz­lich auf riv­va

felix schwenzel in notiert

was kürz­lich auf riv­va stand

zwei überschriften die auf rivva standen: „Honor hat das dunnste Tablet der Welt vorgestellt“ und „OpenClaw und die Dummheit der Menschen“

und was ich aus­ver­se­hen ge­le­sen habe.

zwei überschriften die ich ausversehen auf rivva gelesen habe: „Honor hat das dümmste Tablet der Welt vorgestellt“ und „OpenClaw und die Dünnheit der Menschen“

wenn ich böse wäre, würde ich schreiben: thomas knüwer arbeitet jetzt für die republica und braucht offenbar geld. bin ich aber nicht mehr (böse), nur noch doof. tat­säch­lich finde ich das was thomas knüwer hier macht ein in­ter­es­san­tes ex­pe­ri­ment: er fährt nach texas zur sxsw und statt nur drüber zu bloggen, schreibt er einen täglichen news­let­ter für den er auf steady um etwas fi­nan­zi­el­le un­ter­stüt­zung bittet.

steady hat sich zu einem kleinen moloch ent­wi­ckelt. über steady kann man die titanic, das plötzblog, über­me­di­en, rivva und 2.833 andere projekte oder „Me­di­en­ma­cher:innen“ un­ter­stüt­zen. meinen news­let­ter hätte ich dort auch ein­ge­rich­tet, un­ter­stüt­ze steady rss-zu-news­let­ter-kon­ver­tie­rung. statt­des­sen habe ich mir dort auch eine „un­ter­stüt­zer­sei­te“ ein­ge­rich­tet, auf der man sich ein gutes (3 €/monat), sehr gutes (5 €/monat) oder super gutes gefühl (10 €/monat) kaufen kann. das dort ein­ge­nom­me geld würde ich dann auch wiederum dafür verwenden mir ein gutes gefühl zu kaufen — obwohl ich bezweifle dass das ver­spre­chen von guten gefühlen viele in­ter­es­sen­ten findet.

thomas knüwers news­let­ter­an­ge­bot hingegen scheint interesse zu wecken. nach einem tag bereits 40 zahlende mit­glie­der. ich finde die trans­pa­renz die steady bietet (wenn der oder die me­di­en­ma­chen­de das will) sehr lo­bens­wert und bin gespannt wie das ex­pe­rie­ment ausgeht, auch wenn ich kein grosser fan von be­zahl­schran­ken bin und auch für schran­ken­lo­se angebote zahlen würde.


ich habe zuerst nur die zitate gelesen, die volker weber aus barbara geyers text ex­tra­hiert hat und eine replik im kopf for­mu­liert. dann fiel mir auf, dass das äusserst denkfaul ist und las barbara geyers text. der text gefiel mir, aber meine replik bleibt die gleiche. einer der haupt­ge­dan­ken in barbara geyers text ist dieser:

Ich nenne dieses Phänomen die KI-Fach­kom­pe­tenz­schwel­le. Eine Grenze des Vor­wis­sens, unterhalb derer KI-Nutzung nicht nur wir­kungs­los wird, sondern kon­tra­pro­duk­tiv.

kri­ti­sches denken allein reiche nicht, man müsse schon sub­stan­zi­el­les wissen mit­brin­gen, um KI produktiv, nutz­brin­gend zu nutzen — sagt barbara geyer. ich würde darauf antworten, dass das auch alles eine hal­tungs­fra­ge ist. für mich ist der weg zu wissen neugier, also eine haltung (so wie kri­ti­sches denken auch eine haltung ist). neugier führt dazu, dass ich mich mit einfachen antworten, egal woher die kommen, nicht zufrieden gebe, sondern verstehen möchte und im besten fall etwas so tief verstehen möchte, dass ich es selbst machen oder anderen erklären kann.

wer neugierig ist gibt sich nicht mit wohl­klin­gen­den antworten eines lehrers, pro­fes­sors, eltern, buchs, videos oder einer KI zufrieden. neugier in­spi­riert zum tiefer, weiter fragen. dum­mer­wei­se kann man neugier nicht (wirklich) lehren (oft im gegenteil), neugier kann man aber wecken, entfachen.

wit­zi­ger­wei­se habe ich gerade heute beim mor­gen­spa­zier­gang an meinen kunst­leh­rer in der siebten oder achten klasse zu­rück­ge­dacht. herr schiefer hiess er und alles was er uns an aufgaben antrug, entfachte neugier und aha-er­leb­nis­se in mir. wir haben grau­stu­fen­bil­der aus punkten gemalt, be­nutz­ba­re stühle aus pappe gebaut, dioramen im schuh­a­kar­ton mit guck­lö­chern gebastelt.

bei herrn schiefer habe ich kein kri­ti­sches denken bei­gebracht bekommen, aber er hat neugier in mir geweckt, die dann auf dem weg auch kri­ti­sches denken aus­bil­de­te und dann lang­fris­tig zu einer anhäufung gröss­ten­teils unnützen wissens in mir geführt hat.

was ich sagen will: wenn man KI nur zur ge­ne­rie­rung von antworten nutzt, wird ki schnell kon­tra­pro­duk­tiv. wenn man KI zur ge­ne­rie­rung weiterer fragen nutzt kann man mit KI un­ter­stüt­zung sehr viel lernen.



ja, man könnte sein blog auch zuhause hosten. wojtek po­wier­tow­ski zeigt wie er es macht. ich finde das wahn­sin­nig in­ter­es­sant, aber bin froh dass es auch anders geht.


heiko ist auf dem richtigen weg: man muss seinem RSS sehr viel auf­merk­sam­keit und liebe schenken um damit die auf­merk­sam­keit der RSS lesenden (ein bisschen) zu belohnen. denn RSS leser und le­se­rin­nen sind die besten und treuesten begleiter aller die ins internet schreiben.


Attention taken to its highest degree, is the same thing as prayer.

— Simone Weil