Once men turned their thinking over to machines in the hope that this would set them free. But that only permitted other men with machines to enslave them.
― Frank Herbert, Dune, ca. 1965
in dune war deshalb kopfrechnen ein grosses ding.
bald kommt wahrscheinlich die CSU um die ecke und fordert: kopfrechnen statt KI. (via)
elaborierte kulturtexte

@janschmidt hat seine folgenden gefragt ob er qwert oder was anderes lesen soll. qwert ist der neue roman von walter moers (verlangslink). walter moers habe ich ein bisschen aus den augen verloren. nachdem ich 2004 die 13 ½ leben des käpt’n blaubär ganz grandios fand, fand ich 2013 das labyrinth der träumenden bücher ganz furchtbar und mit seinem kliffhänger mitten in der geschichte auch unverfroren. rumo hab ich dann, glaube ich, wieder mit grossem vergnügen gelesen und dann nix mehr. der output von moers über die letzten jahre scheint aber laut verlagsautorenseite kaum nachgelassen zu haben.
ich habe erfreut festgestellt, dass die e-buch-version von qwert bei thalia zwar so viel wie die gebundene ausgabe kostet (39,99 €), aber man dafür eine epub-datei ohne kopierschutz bekommt. das ist mal lobenswert und ich überlege mir mal ein paar tage urlaub zu nehmen um das buch auf dem sofa bingezulesen.

über diese eher undifferenzierte ansicht wollte ich mich gleich nach dem lesen des teasers aufregen und selbst was super-differenziertes schreiben, aber das essay von tilman baumgärtel liest sich besser, als die teaser beim bildblog oder über dem text bei der taz, vermuten lassen. aber der text bietet trotzdem nicht viel mehr als anekdotische evidenz: baumgärtel meint, früher habe es immer wieder erfreuliches Feedback“ auf „lange, feuilletonistische Artikel“ gegeben — und jetzt nicht mehr.
ich hab aus der vergangenen zeit der gatekeeper auch die eine oder andere anekdote. natürlich haben erwähnungen von oder interviews mit mir oder gar artikel über mich in überregionalen oder regionalen medien gelegentlich spürbares feedback erzeugt1 — wenn die gatekeeper ihre tore mal einen spalt öffneten. aber damals waren massenmedien eben auch noch massenmedien und noch nicht durchfragmentarisiert. damals lenkten die tore, über die die gatekeeper wachten, noch reissende flüsse, jetzt plätschert an diese tore im besten fall noch ein glucksender bach.
der aufmerksamkeits-markt ist grösser, lauter und unübersichtlicher geworden, für alle beteiligten. es bilden sich neue gatekeeper-cluster, influencer gewinnen an einfluss (scnr) und gedrucktes ist, wie vinyl, von einem massenprodukt zu einem liebhaberprodukt geworden. ich hab hier genauso wenig neue erkenntnisse, wie tilman baumgärtel:
Dass man mit Videoschnipsel-Debattenbeiträgen mehr Aufmerksamkeit als mit elaborierten Texten erhalten kann, ist zwar keine neue Erkenntnis. Ich war bloß noch nie auf die Idee gekommen, dass das auch für mich und meine Kulturartikel gelten könnte. Doch offenbar bewegen wir uns dank Social Media und Videoreels wieder in Richtung einer oralen Kultur, wie sie der Literaturwissenschaftler Walter Ong beschrieben hat.
walter ong hab ich nicht gelesen. wohl aber neil postman. vor vierzig jahren. der wurde nicht müde zu argumentieren, dass die vorherrschaft des gedruckten worts durch das zeitalter des fernsehens, der bilder und des amüsements abgelöst würde, bzw. schon wurde. deshalb frage ich mich: waren diese „elaborierten Kulturtexte“ überhaupt jemals besonders populär? waren die leser von sowas nicht immer schon eine verschwindend kleine special interest fraktion der bevölkerung? warum hat der inflluencer marcel reich ranicki das literarische quartett in den 80er jahren ins fernsehen gehievt? weil sich schon damals keine sau für „elaborierte Kulturtexte“ oder buchkritiken in den gedruckten medien zu interessieren schien. also hat er mit ein paar bekannten mit 70 minuten langen videoschnipsel-debattenbeiträgen versucht mehr aufmerksamkeit für bücher zu generieren.
wenn ich mich recht an meinen geschichtsuntericht erinnere war martin luther, genau wie postman und ong davon genervt, dass die katholische kirche den glauben vor allem durch bilder, statuen, rituale und performances vermittelte und nicht sola scriptura („allein durch die schrift“).
was ich sagen will: differenzierte, elaborierte texte haben es schon immer schwer gehabt ein breites publikum zu finden. und vielleicht haben sich intellektuelle vor 20, 30, 100 oder 500 jahren, genau wie der eine oder andere blogger vor 20 jahren, davon einlullen lassen, dass die debatten in vielen filterblasen eben von intellektuellen domiert wurden und so eine etwas eindimensionale, unrealistische wahrnehmung von resonanz, relevanz oder popularität erzeugten.
vielleicht müssen medienschaffende (da zähle ich mich durchaus mit dazu) einfach damit leben lernen, dass ihre texte einerseits eine sehr begrenzte, sehr kleine zielgruppe haben und dass es andererseits immer schon schwer war diese überschaubare zielgruppe überhaupt zu erreichen. feuilletons waren sowas wie aggregatoren und suchmaschinen der frühen zeit für „elaborierte“, anspruchsvollere texte, werkzeuge um aufmerksamkeitströme in einem gewissen rahmen zu lenken und zu manipulieren oder zu subventionieren.
um so wichtiger dürte es sein, die nutzung des offenen webs weiter für vernetzung, aggregation, empfehlungen und eigenverlag zu nutzen. die zielgruppe, klein und überschaubar, ist noch da, sie findet den ganzen elaborierten scheiss nur immer schwerer. das kann man ändern, indem man sich nicht mehr an den grossen platformen orientiert, sondern sich so gut wie möglich vernetzt, föderiert und werkzeuge weiterentwickelt, experimentiert und sein publikum selbst einsammelt und bedient.
luther nutzte damals auch moderne werkzeuge beim versuch die menschen aus den bildwelten der kirche zu zerren. und wie luther stehen wir mächtigen giganten gegenüber, aber wenn wir uns auf die kraft des geschrieben wortes verlassen, technologien klug nutzen, ertragen, dass die meisten menschen uns ignorieren und kaum wahrnehmen, haben wir vielleicht doch die chance hier und da jemanden zu berühren und vielleicht auch was zu verändern.
am ende ist relevanz firlefanz und statt eines massenpublikums ist ein ordentlicher, selbstgebauter resonanzraum wahrscheinlich ohnehin die bessere lösung.
-
vor zwanzig jahren gabs das mal, dass sich zeitweise arte, die taz und berliner zeitung oder medienmagazine für blogger und gelegentlich auch mich interessierten. ↩


gestern abend in kreuzberg verbracht, weils so schön war heute früh gleich nochmal, mit nem kleinen spaziergang am landwehrkanal und um die marheineke markthalle.
limonadier

der limonadier in kreuzberg hat die cocktailkarte online (stand januar 2026).
mein erster cocktail war ein „penicilin“: „Blended Scotch, Zitronensaft, Ingwersirup, Honigsirup, Islay Whisky“. war lecker und erinnerte mich — natürlich — an einen whisky sour mit honignote. der tumblr tumbler war zu 90% prozent mit einem eisbergstück gefüllt, was schade war, weil ich gerne mehr als 10 ml davon getrunken hätte.
statt mehr penicilin habe ich mir dann einen „maple story“ bestellt („Butter Walnut Bourbon, Walnut Bourbon, Ahornsirup, Weisser Portwein, Salzlösung, Bitters“). der schmeckte dann tatsächlich wie penicilin sich anhört. die bitters dominierten, aber nicht auf eine schlechte art. aber auch nicht so gut, dass ich nach dem rezept fragen würde.
zum abschluss einen „beyond the pines“ (Pineapple Rum, Falernum, Chilischote, Dry Curacao, Zuckersirup, Limettensaft), die schärfe war angenehm, erinnerte mich aber witzigerweise an die schärfe von ginger beer. falernum musste ich nachschlagen und das falernum-zeug erklärt vielleicht auch den ginger-beer-einschlag. der beyond the pines war süffig und angenehm, aber nicht floral, wie das „aromarad“ behauptete.
wenn ich mich mit cocktails auskennen würde, könnte ich wahrscheinlich behaupten, dass das alles klassiker mit einem eigenen limonadier-twist waren.
zur durstverstärkung wurde röstmais gereicht. also dieser steinharte, aber leckere, stark unamisierte mais. dankenswerterweise wurde von den freundlichen kellnerinnen ständig frisches leitungswasser in karaffen nachgereicht. während wir den röstmais in uns reinschauffelten, überlegten wir ob man den wohl im airfryer herstellen könnte. kann man offenbar (rezept), allerdings empfielt sich dafür „riesenmais“. den hab ich überteuert bei amazon gesehen, aber auch in mindestens einem asia-laden.
der trockene riesenmais muss erstmal 8 bis 12 stunden gewässert/rehydriert und danach wieder sorgfältig getrocknet werden. die körner kann man dann entweder klassisch frittieren oder mit etwas öl, salz, parika- und knoblauchpulver 15-20 minuten bei 180°C in den airfryer (alle 5 minuten schütteln).
das vergnügen im limonadier hätte mich 43 € gekostet, hätte mich meine gastgeberin nicht eingeladen.
schiller-bibliothek
nicht gelesen, nicht gesehen, keine komplimemte
gestern machte ai;dr die runde. @dave_minnigerode hat das naheliegende möglicherweise erstmals aufgeschrieben, nämlich das er einen text nicht lesen mochte, nicht weil er zu lang war (too long, didn’t read, tl;dr), sondern weil er zu sehr nach ki/ai roch (ai;dr).
während tl;dr ein eher freundlicher hinweis ist, den man sogar vorsorglich kontern kann, indem man einem langen text ein tl;dr mit einer kurz-zusammenfassung voransetzt oder anhängt, ist ai;dr eine eher unfreundliche kategorisierung wie „slop“. bei zu langen texten besteht die chance, dass man sich von einem tl;dr doch noch zum lesen entschliesst, ai;dr erklärt einen text definitiv als unlesbar.
gestern habe ich mir auf youtube etwas angesehen, das definitiv ohne die beteiligung von ki entstanden ist, zu lang, sehr langweilig und bis auf einen groben ablaufplan, völlig ungescriptet war.
an dieser „was bin ich?“ sendung von 1976 ist alles schrecklich, die intro, die intromusik, die witze von robert lembke, der ton, das timing, die masken, die frisuren. und doch ist es grossartig, weil es zeigt, wie extrem sich unsere erwartungen an unterhaltung in den letzten 50 jahren gewandelt haben.
die sendung zeigt, dass wir uns zwar immer authentizität wünschen, authentizität aber auch zu dick aufgetragen sein kann und wir uns dann doch dramturgische straffung wünschen. oder ein paar autoren im hintergrund die textvorschläge auf einen telepromter spielen könnten, vielleicht ein paar visuelle effekte und entschlossenere schnitte.
jedenfalls, obwohl alles an was bin ich? too long, too boring, too old ist, lohnt es sich das mal zu gucken und durchzustehen. selbst der auftritt von otto ist eher mau.
sehr gerne gelesen habe ich hingegen diese ausgabe von THEFUTURE von ole reissmann.
aus dem „journalist’s system prompt that tells Claude to hallucinate less“ kopiere ich mir auf jeden fall schon mal diesen teil in meine textvorlagen:
Don't compliment me.
mittlerweile ertrage ich das geschmeichel von LLMs nicht mehr, zum beispiel wenn ich ihnen texte zum gegenlesen oder korrigieren gebe. vielleicht hilft’s diesen satz in die defaults aufzunehmen.
wer hätte das gedacht, dass computer uns dazu bringen uns komplimente zu verbitten.
ich mein in berlin muss es ja nicht aussehen wie in baden württemberg nach der kehrwoche, aber das ist schon ein bisschen lieblos.

freude am detail
rivva unterstützen

tl;dr: unterstützt rivva!
ich bin nicht sicher ob es ein doofer vergleich ist, aber ich ziehe ihn trotzdem. und zwar ein leckerchen-vergleich.
leckerchen sind für die hundeerziehung ein wichtiges werkzeug. auch wenn frida unser erster hund ist und ich keine ahnung von hundeerziehung hatte, war meine erste erziehungs-aktion frida beizubringen leckerchen aufzufangen, die ich ihr zuwerfe. frida hat so in ihrem ersten halben lebensjahr fast die hälfte ihres regulären trockenfutters von mir in einzelstückchen zugeworfen bekommen. monatelang. das war gut um ihre reaktionsfähigkeit zu trainieren, aber es hat ihr auch ein gefühl vermittelt, dass der aufenthalt an meiner linken seite irgendwie gut und richtig ist.
mittlerweile verstehen frida und ich uns auch ohne leckerchen, sie erkennt an meinen lauten, gesten, meiner körperhaltung, ob ich etwas gut finde oder eher nicht. trotzdem habe ich imemr noch, fast immer, leckerchen dabei und belohne alles was sie aus meiner sicht richtig macht. wenn sie einfach an krähen oder tauben vorbeiläuft ohne aufregung zu zeigen (was ihr mittlerweile leicht fällt): lerckerchen. wenn sie sich beim warten an einer roten ampel an mein linkes bein drückt: leckerchen. wenn sie ein eichhörnchen sieht und es nicht jagen möchte (was ihr schwer fällt): leckerchen.
der witz ist allerdings: die leckerchen an sich, sind für frida gar nicht das interessante. es ist die geste. ein leckerchen verstärkt nur nochmal das das was ich mit meinen lauten, meinen gesten, meiner körperhaltung ohnehin schon ausdrücke: ich find gut was du machst, das kannst du genau so weiter machen.
hunde sind sehr gut im erkennen von intention. wir menschen auch. online, wenn gesten, mimik und körperhaltung fehlen, wird es für uns menschen manchmal schwerer intention zu erkennen oder intention auszudrücken.
ich habe ein paar monatliche abos, die für sich genommen eher klein und unbedeutend sind, von denen ich mir allerdings einbilde, damit auch wertschätzung für die zum ausdruck zu bringen, an die ich diese kleinen monatlichen beträge zahle. wie bei frida könnte ich diese wertschäzung auch anders zum ausdruck bringen, freundliche emails oder blogbeiträge schreiben oder empfehlungen aussprechen; das würde wahrscheinlich eine ähnliche wirkung haben.
und trotzdem finde ich, dass die regelmässige zahlung von kleinen, aber regelmässigen beträgen eine wichtige und richtuge geste ist. deshalb zahle ich (zum beispiel) der wikipedia, netzpolitik, übermedien, dem guten internet, home-assistant, dem plötzblog und rivva regelmässig monatiche beträge zwischen einem und zehn euro. ich kaufe gelegentlich apps die ich nicht unbedingt brauche, aber unterstützenswert finde, ich mache gelegentlich bei open source projekten einmalzahlungen, wenns einfach geht und mir die projekte, warum auch immer, gefallen.
das sind einerseits alles peanuts, keine weltbewegenden beträge von denen jemand leben könnte, aber eben auch jeweils eine geste. eine geste die sagt: ich finde gut was ihr macht, macht von mir aus genau so weiter.
und ich finde rivva seit seiner geburtsstunde so nützlich, dass ich bereits seit sieben jahren mit kleinen finanziellen gesten wild gestikuliere.
offensichtlich denken nicht alle so wie ich. das ist einerseits gut so, aber andererseits auch ein bisschen traurig, zumindest wenn ich mir diesen screenshot von der rivva-unterstützerseite auf steady ansehe.

21 leute? ich bin sicher, dass sich in deutschland mehr als 21 leute finden die frank westphal sagen würden: „ich finde gut was du machst, macht bitte genau so weiter und gerne auch darüber hinaus.“ (ich weiss, insgesamt unterstützen frank mehr als 21 leute.)
spätestens jetzt, wo frank sein spendenaufrufbanner von oben auf der den rivva-seiten nach unten verlagert hat, müssten ihm eigentlich allein schon deswegen ganz viele leute eine fünf-euro-geste entgegenschleudern.
viele leute, ich auch, stellen derzeit fest, dass es eine kleine blog-renaissance gibt. ich kann aus erfahrung berichten, dass die erste welle von blogs vor ~15 jahren auch zu einem grossen teil auf dienste zurückzuführen war, die die vernetzung von blogs unterstüzten: technorati.com als blogsuchmaschine und tag-aggregator, der google reader mit sozialen funktionen, mit denen man blogbeiträge mit einer einfachen klick-geste anderen in den feed aggregieren konnte. der frühe erfolg von blogs damals™ wäre ohne diese und ein paar andere dienste kaum möglich gewesen.
was ich sagen will: die revolution braucht werkzeuge. und die renaissance erst recht. und ohne rivva siehts in sachen sichtbarkeit für viele blogs düster aus. oder anders gesagt: wer das bloggen liebt, sollte rivva auch (ein bisschen) lieben und das auch mit der einen oder anderen geste zeigen.
welche gesten möglich sind hat frank hier selbst aufgeschrieben, ich empfehle jeder und jedem sich ein steady-konto einzurichten, dann kann man neben rivva, auch das eine oder andere projekt mit kleinen finanziellen gesten unterstützen. oder wie frank zu seinem paypal-konto sagt:
ds9
jetzt isses auch schon wieder neun jahre her, dass ich ds9 neu geguckt habe. und dieses selbstziat erklärt ganz gut, warum ich starfleet academy, trotz allem, ertrage.
die serie erinnerte mich wieder daran, warum ich die star-trek-welt und ihre serien so sehr schätze. sie verfolgen konsequent ein positives menschenbild und lassen uns unsere welt, unsere gesellschaftlichen probleme mit einem gewissen abstraktionsgrad reflektieren. die parallelen sind offensichtlich, aber nicht platt. die cardassianer zeigen parallen mit den deutschen oder den japanern, der widerstand der bajoraner zeigt parallelen zu widerstandsbewegungen im nahen osten oder dem besetzten frankreich, der religiöse fanatismus einiger bajoraner zeigt parallelen zu anti-sekulären bewegungen in der ganzen welt. rassismus, freiheit und grenzen der wissenschaft, diversität, gerechtigkeit, all das wird von folge zu folge debatiert. hört sich langweilig an: eine fernsehserie in der debatten zu sehen sind, aber ich finde der vergleich passt. in den erzählungen der einzelnen folgen werden immer mindestens zwei seiten eines problems gezeigt und immer der mühsame prozess, zu gerechten und praktikablen lösungen zu kommen. teilweise, wie in der folge progress, wird auch keine wirklich befriedigende lösung erreicht, sondern es werden die schwierigkeiten durchgespielt, zwischen pflicht und menschlichkeit, gemeinwohl und einzelinteressen, gehorsam und empathie abzuwägen.
manchmal überrasche ich mich selbst mit eastereggs, die ich in home assistant versteckt habe (und offensichtlich wieder vergessen habe).
ich: hey snips, wie spät?
home assistant: hey siri, wie spät?
siri: es ist elf uhr sechsundfünfzig.
links vom 10.02.2026
weil mir heute mein letterboxd-konto wieder einfiel, fiel mir auch ein, dass ich die mini-reviews die ich dort hinterlassen habe, eigentlich auch hier archivieren könnte. mit einem php script habe ich die beiträge alle (als entwürfe) eingesammelt, aber noch nicht veröffentlich.
diese kurzkritik zu under the skin hatte ich schon auf wirres.net veröffentlicht, aber weil ich den film damals so faszinierend fand, ist das hier sozusagen eine erinnerung an mich und aufforderung an alle mitlesenden, den film (nochmal) zu schauen. den film kann man, wie ich vor 11 jahren, bei itunes oder bei amazon kaufen und leihen.
bei mir sinds im moment 291 tage, die ich jeden tag etwas auf der startseite veröffentlicht habe. allein in diesem jahr, sind es schon wieder 104 beiträge, so viel wie ich von 2022 bis 2024 pro jahr auf instagram gepostet habe. visualisierungen davon auf der rückseite. ich habe nicht vor das zu ändern und ich hab eigentlich auch nicht vor darauf künftig weiter drauf hinzuweisen. ich schreib und fotografier einfach weiter ins internet.
mastodon
bei heiko, wahrscheinlich beim rumklicken in seinem auf kirby migrierten blog, hab ich vor ein paar tagen diesen alten tweet trööt von sascha lob gefunden.
ich finde nach drei jahren kann man saschas aussage nochmal evaluieren. im grossen und ganzen gilt saschas aussage wohl noch. mastodon scheint twitters platz weder eingenommen zu haben, noch auf dem weg dahin zu sein. andererseits kann man aber auch sagen, dass „x“ ebenso wenig twitters platz eingenommen hat — und threads und bluesky auch nicht.
meine vermutung ist, dass keine plattform, oder kein soziales netzwerk, jemals wieder die globale öffentlichkeit herstellen wird, die twitter einmal hergestellt haben mag. ganz ähnlich wie es wahrscheinlich nie wieder eine sendung geben wird, die an einem abend 18 millionen menschen in DACH vor dem bildschirm versammelt, wie es 1999 noch wetten, dass…? konnte.
auch wenn die erfolgreicchsten videos, zum beispiel von kurzgesagt, zwischen 20 und 30 millionen views auf youtube erreichen, ist das unterm strich wohl nicht vergleichbar mit der reichweite und durchschlagskraft von fernsehsendungen in der guten alten fernsehzeit.
jetzt könnte ich sagen: mastodon ist eben nicht vergleichbar mit twitter oder alles ist eben anders, oder wie sascha es vor 3 jahren sagte: „Social Networks müssen sich ständig weiterentwickeln“ und entwickeln sich eben ständig weiter. instagram ist nicht mehr das instagram das es vor 10 jahren war, x ist kein twitter mehr und wer nutzt eigentlich noch facebook?
der witz ist allerdings, mastodon hat für mich den platz von twitter übernommen. ich nutze mastodon genau so, wie ich vor ein paar jahren twitter genutzt habe.
ich lese gelegentlich in meiner timeline, aber nicht öfter als ein, zweimal täglich. meine „öffentlichkeit“ fand nie in der twitter-timeline statt, genauso wie sie jetzt nicht in der mastodon-timeline stattfindet. meine öffentlichkeit habe ich mir selbst in meinem RSS-reader zusammenkuratiert. gelegentlich scrolle ich auch länger in meiner mastodon-timeline und ich freue mich, wenn ich interessantes entdecke, aber das sind dann eben zufallsfunde oder dinge die aufschwimmen, die ich auch anderswo gefunden hätte.
ich poste täglich ein, zwei mal auf mastodon, meisten dinge die ich vorher ins blog geschrieben habe, oft fotos. gelegentlich entwickeln sich um einzelne post von mir konversationen und ich gebe mir mühe auf antworten oder kommentare zu reagieren.
natürlich nutze ich mastodon auch in der hoffnung öffentlichkeit, aufmerksamkeit für meine beiträge herzustellen. allerdings weiss ich auch, dass das eher selten funktioniert, so wie das früher auch auf twitter war. hier mal ein like, mit etwas glück mal ein boost. manchmal treffe ich einen nerv und beiträge multiplizieren (boosten, retweeten) sich etwas weiter. auch das war auf twitter nicht anders.
vielleicht kann man das am besten mit einem bild beschreiben, was twitter für mich war und mastodon für mich heute ist: schaufnester in einer einkaufsstrasse. ich gehe nicht ständig einkaufen, aber wenn ich einkaufen gehe, schaue ich mir die auslagen anderer an. manchmal erhascht eine auslage meine aufmerksamkeit und ich bleibe stehen. vielleicht mache ich ein foto, vielleicht gehe ich in den laden und rede mit den inhabern des schaufensters. meisten lauf ich einfach durch oder kümmere mich um mein eigenes schaufenster. ich geb mir mühe selbst eine schöne auslage zu haben, aber ich weiss, dass die meisten an meiner auslage vorbeigehen — so wie ich es bei anderen tue. umso erfreuter bin ich, wenn gelegentlich ein paar leute vor meiner auslage stehenbleiben oder sogar andere leute herbeirufen. gelegentlich passiert das und wenn es mal interesse an meinem laden gibt, gebe ich mir mühe präsent zu sein und gegebenenfalls fragen zu beantworten oder die auslage zu erklären.
städte ändern sich ständig, genau wie soziale netzwerke. das muss auch nicht immer eine weiterentwicklung sein, das kann auch eine regression sein. in städten schätze ich deshalb auch oft die dinge, die sich nicht ändern. kneipen, restaurants, läden, die aus der zeit gefallen sind, seit jahrzehnten unverändert.
mastodon ist ein bisschen wie eine alte stammkneipe. die kneipe musste gelegentlich umziehen, aber das stamm-publikum folgte ihr zu grossen teilen. neue leute kommen jetzt auch wieder mehr, aber die stimmung, der vibe ist unverändert und vertraut.
ja mastodon ist nach wie vor „filterblasig“ und hyperlokal. es ist immer noch kompliziert und die bedienung erfordert eine lernkurve. alles in selbstbedienung mit furchtbar komplizierten apparaten. man kann auch seine eigenen apparate mitbringen und einstöpseln. das publikum ist vertraut und grundsätzlich sympathisch. manchmal richtet sich die aufmerksamkeit kurz auf einen selbst, meistens kann man komfortabel in der menge einfach rumhängen. oder nach hause gehen.
vielleicht ist das auch das beste an mastodon: es ist unaufgeregt, es bietet keine grosse show, es liegt eher ruhig in einer seitenstrasse. ich weiss ich verpasse nichts, wenn ich zuhause bleibe, aber wenn ich da bin isses vertraut und angenehm und wenn man hinschaut passiert auch mal was spannendes, vielelicht auch nur in einem kleinen nebenraum. schreihälse und deppen verirren sich selten zu mastodon, weil es ihnen zu langweilig erscheint und die bühne zu klein ist.
und wie so oft hat sascha lobo gleichzeitig 100% recht und liegt doch ganz leicht daneben.
links und likes KW 5 2026
morgenspaziergang 08.02.2026
pinboard.in

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ich bin seit dem 22.01.2011 mitglied bei pinboard, habe 46.172 bookmarks dort angelegt und habe das konto 2021 für $150 für 60 monate in ein bezahl-konto umgewandelt. die 60 monate (5 jahre) sind am 21. februar um.
ich mag pinboard und ich mag maciej ceglowski der pinboard.in betreibt und gelegentlich bloggt oder vor publikum spricht. pinboard funktioniert seit jahren zuverlässig und ich nutze es mit einem bookmarklet um bookmarks anzulegen und mit einer integration in meinem RSS-reader miniflux, der automatisch ein bookmark bei pinboard anlegt, wenn ich etwas im RSS reader mit einem ⭐ markiere.
früher (so bis 2018), als ich fast täglich linkposts auf wirres.net veröffenticht habe, habe ich die links mit html auf pinboard kommentiert, mit s und w getaggt und dann importiert und morgens automatisch ein linkpost generieren lassen.
ich habe backlinks (leute die auf wirres.net linken) mit pinboard getrackt. der übergeordnete tag war linking2wirres und einzelne zitate, wie das hier auf turi2 war dann ein pinboard-bookmark in das einen tag mit der wirres.net-url hatte: link:http://wirres.net/article/articleview/10072/1/6/. indem ich die pinboard-api abfragte, konnte ich diese backlinks dann unter dem artikel anzeigen.
die technischen details sind eigentlich wurst. was ich sagen will, ich habe pinboard früher intensiv als werkzeug genutzt. seit mehreren jahren eigentlich nicht mehr wirklich. es flossen immer noch bookmarks aus meinem feedreader in pinboard, in der hoffnung, dass ich die bookmarks später nochmal ansehe und auf verwendbarkeit als link im blog prüfe.
aber seit dem relaunch vor knapp einem jahr frage ich mich, warum soll ich die werkzeuge mit denen ich arbeite auf basis von diensten bauen, die ich nicht kontrolliere und die jederzeit verschwinden können oder an arschlocher verkauft werden können?
ich glaube zwar nicht dass maciej ceglowski pinboard verkaufen würde, aber richtig sicher, ob pinboard noch 30 jahre existieren wird, bin ich auch nicht.
jetzt wo ich bookmarks und favoriten mit einem klick direkt in ströme hier auf wirres.net werfen kann, sie mit ein, zwei weiteren klicks nach vorne ins schaufenster holen kann frage ich mich: warum soll ich noch pinboard nutzen? ein grund fällt mir ein: um maciej ceglowski zu unterstützen. aber geld für einen dienst zu bezahlen, den ich nicht mehr wirklich nutze ist dann acuh für mich einen ticken zu absurd.
ich habe mich trotz der freundlichen erinnerungsmails von maciej ceglowski dafür entschieden, mein pinboard-abo nicht mehr zu verlängern. stattdessen habe ich mir ein kleines script gebaut, dass alles was ich in meinem RSS-reader markiere jetzt in den bookmarks-fluss wirft, von wo ich das bookmark dann weiterverarbeiten kann oder, wie auf pinboard, einfach rumliegen lassen und vergessen kann. auch youtube-favoriten landen jetzt automatisch im favoriten-fluss und ich bin mir sicher, mir fallen nopch viele neue automatisierungen und arbeitserleicherungen ein, die ich mit meinen eigenen werkzeugen, in meiner eignen hemishäre bauen kann.
tl;dr: ich bin seit 15 jahren aktiver pinboard.in nutzer, möchte das ab jetzt aber alles lieber selbst machen und bin deshalb ab jetzt inaktiver pinboard.in-nutzer.

lorraine (ki generiert)
nachtrag 16 uhr: die kaltmamsell weist darauf hin, dass
… der Film wurde künstlich erzeugt, recht weit unten steht auf YouTube "The person in this video is AI-generated, not a real individual"
bin ich wohl drauf reingefallen. ich war schon voller bewunderung, dass man mit 92 jahren noch frei, so lange am stück sprechen kann. trotz all der glätte und mehr oder weniger schnittlosigkeit, bin ich nicht misstrauisch geworden, im gegenteil, ich dachte: „ob man sowas künftig wohl mit KI hinbekommt?“
trotzdem, der text hat bei mir gewirkt, deshalb lasse ich meine initiale reaktion unten stehen.
geht hin und baut eigenheime

um 12 uhr mache ich mittag. manchmal auch fünf bis zehn minuten später. dann sage ich: „hey snips, 25 minuten mittagsschlaf“, was einen sanften wecker stellt, den rechner ausschaltet und 25 minuten alle geräte auf DND (oder wie apple sagt, fokus auf „nicht stören“) stellt und lege mich hin.
sobald ich wieder wach bin, mache ich mir einen quark mit süssstoff und TK obst und lese 15 minuten in meinem RSS reader. neben dem morgenspaziergang, dem frühstück und dem feierabendbier ist das der beste teil meiens tages.
heute habe ich dann dann eine sehr schöne entdeckung gemacht, die mich dann vom weiteren RSS-konsum abhielt.
paul ford schreibt beruflich und das sehr viel und gut. vor ein paar monaten entschied sich paul ford seinen „stuff scattered all over the web“ in seinen eigenen „blob“ zu ziehen. ein zuhause im netz für sein zeug. tweets, veröffentlichungen, links und gedöns. mit viel expertise gevibecodet. in etwa das was ich mir hier auch baue, nur in strukturierter.
mittlerweile glaube ich, dass die gefühlte blog-renaissance auch zu einem grossen teil auf LLM-basierte coding-assistenz zurück zu führen ist. heiko hat mit hilfe von claude den sprung von wordpress zu kirby gemacht, paul ford hat seine imports mit claude gemacht und ich hätte den umzug aus meinem antiken und kaputten ezpublish auch nicht ohne maschinen-assistenz hinbekommen. ich verstehe den reiz von wordpress: das funktioniert wie ein pop-up-zelt: hinstellen, an einer leine ziehen und zack steht das zelt und just works. aber genau so verstehe ich den reiz sich einen soliden baukasten zu besorgen und dann alles, mit etwas assistenz, selbst zu bauen.
sich ein zuhause im web zu bauen ist weiterhin nicht trivial, aber mit etwas expertise und erfahrung eben auch keine grossbaustelle und mit ein bisschen hingabe und beharrlichkeit für fast jede erreichbar.
paul fords berichte aus dem maschinenraum haben etwas poetisches. ich lese (und sehe) sehr, sehr gerne was andere über die technik in ihren maschinenräumen berichten. aber bei paul ford ist das ein besonderes vergnügen. hier schreibt er über den irrsinn der manischen bot-armeen, die wie berserker webseiten abhämmern. wenn so ein zuhause ungeschützt im windigen, weltweiten netz steht, ist es erstaunlich zu beobachten, was diese bot-armeen so treiben.
in den letzten monaten ging mein server auch gelegentlich durch solche besuche in die knie, bis ich die bots mit mit einer 5 minuten langen aktivierung von cloudflare vertreiben konnte. anfang der woche schossen meine besucherzahlen über zwei tage von 300 täglichen besuchern auf fast 1000. irgendwer hatte sich die mühe gemacht ein „headless“ chrome so viele meiner seiten wie möglich lesen zu lassen. dieses headless chrome konnte, im gegenteil zu anderen crawlern, auch javascript und den matomo-js-schnipsel ausführen, weshalb es sich in meiner, ansonsten ziemlich botfreien, matomo-statistik deutlich bemerkbar machte — als besucher aus allen teilen der welt.
jedenfalls ist das alles irrsinn und ich bin erstaunt wie kopflos, stumpf und brute forcig diese bots vorgehen. auch deshalb mag ich schon länger nicht mehr glauben, dass selbstfahrende autos, also bot-autos, irgendwas an der verkehrssituation zum positiven verbessern würden. da hinter jedem bot auch menschen stehen, sorgt es wahrscheinlich für keinen merklichen unterschied, wenn bots, statt menschen autos steuern, auch wenn manche das noch fest glauben. die nutzung von LLMs, die zusammenarbeit mit bots und die beobachtung ihres trainings in der freien wildbahn zeigen: es sind dann nicht weniger fehler, nur andere fehler, anderer irrsinn, die dann passieren.
statt eines schlussworts, heute ein schlussgeräusch.
doch noch ein schlusswort. aus dem strom der favoriten und bookmarks, die ich im hinterhof sammle, habe ich jetzt einen „river“ gemacht, der favoriten und bookmarks gemeinsam anzeigt. die favoriten und bookmarks, die ich in artikeln verwende, werden etwas ausgefadet angezeigt. ich finde das sehr praktisch. und ich sehe paralellen: ich bin auch so art eine crawlender, haulender bot im netz und sammle erstmal, leicht kopflos, alles was mir auf den ersten blick gefällt. und später wird das alles dann nochmal ausgewertet und auf weiterverwendbarkeit und teilbarkeit geprüft.
lauter morgenspaziergang
schnee und eis haben jeden morgen einen anderen klang, andere konsistenz und ausrutschbarkeit. heute waren die gehwege wieder mit eienm frischen, glänzenden eispanzer überzogen und in den rehbergen hat sich unter dem rauen eispanzer eine luftschicht gebldet. das verhindert das rutschen für wesen > 20 kilo, frida rutschte heute kräftig und fand die raue lauffläche eher unangenehm.
es war auch sehr laut.

















gaussian splats könnten das nächste grosse ding in sachen visualisierung, spezial effekte und 3D-animation werden. auf die gefahr hin das falsch verstanden zu haben, das sind gaussian splats in meinen worten: statt polygone aus einem scan zu bauen und zu schleifen und gegebenenfalls mit texturen zu belegen, stellen gaussian splats eher farbwerte in einem dreidimensionalen raum dar. sie verkectten sich zu einer repräsentation, die die texturen bereits beinhaltet. sie sind sehr viel leichtgewichtiger als 3D-modelle aus polygonen und können aus den gleichen scan berechnet werden.
auch ahnungslose menschen wie ich können in diesem video ein ganz gutes verständnis davon bekommen, was gaussian splats eigentlich sind und warum sie so viel potenzial haben.